Der König des weißen Elefanten ist 1942 produzierter englischsprachiger thailändischer Propaganda-Film. Produziert und geschrieben wurde er von Pridi Banomyong, der neun Jahre zuvor die Revolution gegen die Monarchie angeführt hat, den ersten Putsch in Thailand. Es ist die Geschichte einer Konfrontation zwischen dem König Chakra von Ayodhaya und der Invasionsarmee von König Hongsa. Dieser fordert einen heiligen weißen Elefanten als Trophäe. Um Blutvergießen zu verhindern, fordert König Chakra König Hongsa zu einem Elefantenduell heraus.
König trifft König
Im Jahre 1960 traf der König (genau der) den King (genau den).
Thailand vermisst dich
Die thailändische Tourismusbehörde (TAT) hat einen neuen TV-Werbespot gestartet, um der Welt die Nachricht zu senden, dass das Land es nicht erwarten kann, Besucher wieder willkommen zu heißen.
Wärend 2019 rund 40 Millionen Touristen in Thailand ankamen, waren es 2020 wegen der Pandemie nur noch rund 7 Millionen. Seit März war das Land abgeriegelt und die Tour-Anbieter kämpfen seither ums Überleben.
Ab dem 1. Oktober 2021 soll das Land wieder im größeren Stile Touristen zugänglich gemacht werden und das soll dieser TV-Spot verkünden.
In Samui plant man, für Besucher, die sowohl geimpft wurden als auch einen negativen Test in den Stunden vor ihrem Anflug hatten, die Quarantäne abzuschaffen, so dass auch Kurzzeit-Urlauber wieder kommen können, ohne ihre 14 Tage Urlaub hinter verschlossenen Villatüren verbringen zu müssen.
Bis dahin ist es noch ein paar Monate, in denen sich erfahrungsgemäß wieder alles ändern kann. Aber es geht bergauf. Eine andere Richtung aus dieser Situation gibt es leider nicht.
Hello! We miss you so!
We haven’t seen each other for a while. How are you?
Just want to say. Please take good care of yourself!
And we promise to be back real soon.
We love you, Thailand.#AmazingThailand
Das Jahr des Ochsen
Das Google Doodle für das Chinesische Neujahr 2021. Das Jahr des Ochsens beginnt…
Das Jahr des Ochsen soll ein Jahr sein, in dem die Dinge etwas langsamer, aber damit auch stabiler laufen. Der Ochse symbolisiert gute Ernten und harte Arbeit - und damit (wie irgendwie in jedem Jahr) viel Glück.
In diesem Sinne
… wir lesen uns im nächsten Jahr wieder (Spätestens zum nächsten Jahresendvideo).
Visa on Arrival für alle
Die Regierung in Bangkok versucht mit allen Mitteln den durch die Corona-Krise zum Stillstand gekommenen Tourismus wieder anzukurbeln. Nachdem sie kürzlich erst ein neues Touristenvisum eingeführt hat, wurde es leider nicht von den erwuenschten Touristen angenommen. Das könnte daran liegen, dass es eine Menge Restriktionen gibt, wie beispielsweise eine 14-Nächte dauernde Quarantäne in einem vom Staat anerkannten Resort oder Hotel und regelmäßigen Tests und Rückmeldungen.
Da diese Visatypen nur von wenigen Touristen in Anspruch genommen wurden (warum auch, nach 14 Tagen ist für die meisten Touristen der Urlaub vorbei), duerfen nun Bürger der folgenden 56 Länder ein 90-Tage Visum bei der Einreise ohne vorher einen Antrag stellen zu muessen: Andorra, Australien, Österreich, Belgien, Bahrain, Brasilien, Brunei, Kanada, Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Island, Indonesien, Irland, Israel, Italien, Japan, Kuwait, Lettland, Fürstentum Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malaysia, Malediven, Mauritius, Monaco, Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Oman, Philippinen, Polen, Portugal, Katar, San Marino, Singapur, Slowakische Republik, Republik Slowenien, Spanien, Südafrika, Südkorea, Schweden, Schweiz, Türkei, Ukraine, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten von Amerika, Peru, Hongkong und Vietnam.
Die Regeln sind leider die gleichen, als wenn man den regulären Weg gehen würde. Man muss einen negativen Covid-Test weniger als 72 Stunden vor dem Abflug nach Thailand gemacht haben und nach der Ankunft dann 14 Nächste in einem Resort oder Hotel verbringen, das als ASQ Hotel zertifiziert ist. ASQ ist “alternative state quarantine” und bedeutet ein teures Hotel mit Essen aus Plastikbehältern und strenger Quarantäne. Nach einen ersten Test darf man dann in bestimmte markierte Bereiche des Hotels Ausflüge machen, nach dem zweiten Test dann die Fitness-Center und Gesundheitsangebote des Hotels nutzen. Nach einem dritten Test darf man dann, sofern er immer noch negativ ausgefallen ist, endlich ins Land weiter reisen. Wenn ein Test positiv ausfällt, dann wurde bis vor gut 8 Tagen freudig verkündet, dass wieder ein einreisender Covid-Fall abgefangen wurde. Seit einer Woche jedoch haben wir pro Tag gut 100 neue Fälle im Inland, die durch Nachlässigkeit und illegale Einreisen zustande kamen.
Google Doodle des Tages: Das National-Theater
Das heutige Doodle feiert das Thai National Theatre, eine Kulturstätte in Bangkok. Das Theater wurde an diesem Tag im Jahr 1965 mit einer Eröffnungszeremonie mit thailändischem kŏhn Täanzen (maskierte Tänzer führen Geschichten aus dem Ramakian vor) vor einem Publikum eingeweiht, dem Mitglieder des Königshauses beiwohnten - die erste von vielen kulturellen Veranstaltungen, die dort seit Jahrzehnten stattfinden.
Das Nationaltheater wurde erstmals 1932 als Ort für darstellende Künstler konzipiert, um Thailands reiches kulturelles Erbe an Musik und Tanz mit dem Publikum zu teilen. Ein weiterer Zweck des Theaters war es, den Einheimischen ein Zuhause zu bieten, in dem sie künstlerische Bräuche mit Besuchern aus dem Ausland austauschen können, um engere internationale Beziehungen aufzubauen. Etwa drei Jahrzehnte lang wurde das Theater von der Abteilung für bildende Künste des Nationalmuseums aus betrieben, und 1961 wurde mit dem Bau des heute bekannten Gebäudes begonnen.
Seit seiner Gründung hat das Theater verschiedene traditionelle thailändische Kunstformen gezeigt, wie zum Beispiel den klassischen Tanzstil Khon. Diese einzigartige Aufführung zeigt traditionell Tänzer in Masken und farbenfrohen Kostümen und integriert verschiedene Elemente wie Musik, Literatur und Kunsthandwerk, um Geschichten aus dem thailändischen Epos Ramakien darzustellen.
Das Nationaltheater beherbergt auch Musikveranstaltungen, darunter Auftritte traditioneller Big Bands, und bietet sogar einen Veranstaltungsort für Bildungsveranstaltungen wie Kunstvorträge. Der Veranstaltungsort ist ein dauerhaftes Symbol für Fantasie, Kultur und Tradition für die Menschen in Thailand.
via Google Doodles
Grippe Reduktion
COVID-19 scheint ja doch was Gutes zu haben — die Grippefälle in Thailand sind auf nur ein Drittel des “normalen” Umfangs gefallen. Die Behörden sagen, dass das an der Disziplin des thailändischen Volkes liegt - Social Distancing, Handwasch-Regeln und Gesichtsmasken-Pflicht sollen zur Verringerung beigetragen haben.
Im Gegensatz zu rund 391.000 Fällen in 2019 gab es bis heute in 2020 nur 116.000 gezählte Grippe-Fälle.
Ich persönlich denke ja, dass die Abwesenheit von Touristen aus Ländern, in denen die Grippe grasiert, den Hauptanteil hat, aber naja… Disziplin des Volkes verkauft sich halt besser.
Und jetzt mal Werbung III
Im nun folgenden Video können wir dem Treiben eines kleinen Jungen zusehen, welcher der festen Meinung ist, dass er gleich hinter Saturn einen neuen Planeten entdecken wird und als super-duper Astronaut die Welt verändern wird. Wenn er nur das Teleskop kaufen könnte, was da verlockend hinter dem Schaufenster des Ladens gleich neben dem Eiscreme-Stand glänzt. Und so beginnt er zu sparen, und zu sparen. Wird er das Geld zusammen sparen können um seine Bestimmung und seinen Traum zu verwirklichen?
Und jetzt mal Werbung II
Es gibt in Thailand eine bestimmte Werbeform, die sich mir nicht wirklich erklären lässt. Lasst sie uns mal Tränendrüsenwerbung nennen. Meist lernen wir eine Person kennen, die entweder Gutes tut oder “einfach ihren Job” und dies wiederholt. Und wiederholt. Und Leute, die darauf reagieren. Meist ist der Werbeclip drei oder vier Minuten lang. Am Ende kommt immer Karma in Form von Dankbarkeit oder eben Erfolgen. Dann das Logo und ein Satz des Werbenden.
Die Werbung wird von Versicherungsfirmen und Banken geschaltet.
Der Zusammenhang bleibt unerklärt.
Ich bezweifle, dass die Leute im folgenden Werbeclip eine Lebensversicherung der Thai Life Insurance haben, aber naja. Tränendrüse aktiviert.
USS Grenadier
150km vor Phuket haben Taucher in den vergangenen Monaten ein amerikanisches U-Boot gefunden, das im zweiten Weltkrieg dort gesunken ist. Die USS Grenadier ist eines von 42 im zweiten Weltkrieg versenkten US-U-Booten. Im April 1943 wurde es nach Bombardierungen durch Japanische Flieger aufgegeben, um dann am nächsten Morgen durch weitere Bomben versenkt zu werden. Die Soldaten des U-Boots wurden festgenommen und (typisch für die japanische Kriegführung) durch verschiedene Gefangenenlager gereicht und gefoltert. Von den 76 Soldaten starben vier in dieser Zeit.
Wie auch immer… Interessant, wo Amerikaner und Japaner sich so rumgetrieben haben im zweiten Weltkrieg. Thailand hat (natürlich) am zweiten Weltkrieg nicht teilgenommen und war niemals Teil einer der Seiten im Krieg.
Auf Youtube kann man Videos von den Tauchgängen sehen.
Kommentieren! Yeah!
Nach rund 10 Jahren kann man nun auf Samui? Samui! wieder kommentieren. Ich bin gespannt, zu welchen Auswüchsen das führt. Deaktiviert hatte ich Kommentare zuletzt weil immer mehr Leute ihre Weisheiten in mein Blog schrieben und ihre Meinungen als Fakten dahinstellten. Tja… Egal… Mal sehen was kommt ;]
Um zu kommentieren, benötigt man einen Github-Account. Die Kommentare sind öffentlich und blöde Kommentare werde ich entsprechend beantworten.
Das Jahr Der Ratte
Google Doodle für das Chinesische Neujahr 2020. Das Jahr der Ratte beginnt…
Nun mag man denken, dass die Ratte nicht unbedingt ein wichtiges Tier sein kann. Ist sie aber. Weil sie recht clever war. Die Legende besagt, dass damals ein Herrscher die verschiedenen Tiere dazu aufgefordert hat, ein Rennen zu veranstalten, um ihre Reihenfolge im Tierkreis festzulegen. Die Ratte wusste, dass ihre Chancen sehr gering waren und sie nicht alleine über einen Fluss schwimmen konnte, also setze sie sich auf den Rücken des Ochsen und sprang kurz bevor er das andere Ufer erreichte ab und kam vor ihm ins Ziel. Womit sie das erste Tier im Zodiak ist.
Dieses erste Jahr wird vielerorts als neue Chance und ein Neuanfang angesehen. Happy New Year!
Albino Delphine
Fischer hier im Golf von Thailand haben eine Begegnung mit Albino-Delphinen gefilmt. Die Delphine sind relativ selten und betteln um Futter. Sehr interessant anzuschauen. Hier in der Nähe des Festlandes sind die Albino-Delphine eine der Touristenattraktionen. Man sieht sie, aber selten.
Einen Albino-Delphin zu sehen bringt Glück, sagt man. Hoffen wir, dass auch die Fischermänner Thailands irgendwann einmal lernen, dass Videos im Querformat besser aussehen als im Hochkantformat. Vielleicht haben wir ja Glück ;]
Und Jetzt Mal Werbung
Chaindrite ist ein Termiten-Spray das über Kontakte übertragen wird, wie die recht selbstbewußte Termite in diesem Werbeklip leider erfahren muss.
Hausputz 1
- Royal Consort Sineenat Stripped of Royal Ranks
- Sineenart's titles, ranks removed
- Rise and fall of a Thai Royal Consort
- Thailand's king strips 'disloyal' royal consort of titles and military ranks
- Thai King Strips New Consort of Title for 'Disobedience'
- Thailändischer König lässt Geliebte fallen
- HM King Fires Senior Royal Guard
- 6 More Palace Aides Expelled, Stripped of Their Titles
Hausputz
Ich finde ständig links und interessante Seiten zu Themen, die mich interessieren. Meistens läuft das dann so ab, dass ich einzwei Tage lang ein Tab im Brower offen habe, das dann beim Aufräumen irgendwann still und heimlich geschlossen wird - und ich schreibe nicht darüber - weshalb ich nun jeden Samstag eine Liste von interessanten Links veröffentlichen werde, die es nicht in einen ordentlichen Eintrag geschafft haben. Die Flaggen weisen auf die Sprache hin (ja ich weiss, erfahrungsgemäß muss man das aber tatsächlich explizit erwähnen) und es sind häufiger englische als deutsche Links. Sorry im Voraus.
Der Papst in Thailand
Diese Woche wurde aus Rom bestätigt, dass Papst Franziskus plant, vom 20. bis 23. November Thailand besuchen wird.
Dieses Jahr begeht die Vertretung des Vatikans in Thailand ihren 350. Geburtstag. In 1669 wurde die Mission de Siam gegründet, welche (logischerweise) die Evangelisierung Thailands und naheliegender Gebiete betreiben sollte. Ganz so gut haben sie ihren Job nicht getan, denn nur gut 0.5% der Bevölkerung, ca 380.000 Personen, sind katholisch. Es gibt derzeit 12 Diözesen mit 436 Gemeinden und 662 Priestern.
Eigentlich beweisst das ja nur, dass ich einen besonders heißen Draht zur heiligen See habe, denn über den Besuch berichtet haben wir auf Samui? Samui! bereits im Juli . Hihi…
Papst Franziskus besucht im November Japan und ThailandThailands erste Tonfilme III
Das Thailändische Filmarchiv hat vor ein paar Tagen die ersten bekannten Tonfilme aus Thailand der Öffentlichkeit vorgestellt. Entdeckt wurden sie in den Archiven der Universität von South Carolina in den USA. Aufgenommen wurden sie von Fox Movietone in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Dieses Video zeigt Ausschnitte aus einer traditionellen Puppenschau mit Blick hinter die Kulissen gegen Ende des Filmes. Die Zuschauer sind mehr interessiert an der Kamera als am Geschehen, aber das ist verständlich, denn dieser Film wurde am 20. März 1930 aufgenommen - der erste Tonfilm aus Thailand.
Quelle: University of South Carolina
Thailands erste Tonfilme II
Das Thailändische Filmarchiv hat vor ein paar Tagen die ersten bekannten Tonfilme aus Thailand der Öffentlichkeit vorgestellt. Entdeckt wurden sie in den Archiven der Universität von South Carolina in den USA. Aufgenommen wurden sie von Fox Movietone in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Wir sehen eine kleine Band, die sehr ausdrucksvoll, hehe, Amerikanische Musik spielt.
Dieses Video wurde am 21. März 1930 gedreht.
Quelle: University of South Carolina
Thailands erste Tonfilme
Das Thailändische Filmarchiv hat vor ein paar Tagen die ersten bekannten Tonfilme aus Thailand der Öffentlichkeit vorgestellt. Entdeckt wurden sie in den Archiven der Universität von South Carolina in den USA. Aufgenommen wurden sie von Fox Movietone in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Dieses Video zeigt betende Mönche, badende Kinder, zu westlicher Musik tanzende Matrosen mit Frauen, die recht gelangweilt aussehen und ein Pärchen auf einer Parkbank.
Es wurde am 22. März 1930 gedreht.
Quelle: University of South Carolina
128 Jahre / 11 Jahre
Orn Parnchompoo, der etwas ältere Herr oben im Photo, sagt, er wäre 128 Jahre alt. Auf seiner ID-Karte steht, dass er am 9. April 1891 geboren wurde, zur Regierungszeit von König Chulalongkorn, dem 5. König der Chakri-Dynastie. Sein “Geheim”-Tipp für ein langes Leben sind saubere Ernährung und ausreichend Bewegung.
Ein Grund, warum er nicht “offiziell” der äteste Mann der Welt ist, wird vermutlich das recht lasch gehandhabte Meldewesen der vergangenen Jahrhunderte in Thailand sein. Ich habe eine überdurchschnittlich große Anzahl an Bekannten, die am 1. Januar eines Jahres geboren wurden, weil sie das genaue Datum nicht kannten, als sie eine ID-Karte (Personalausweis) beantragt haben.
Seine Frau ist übrigens “nur” 70 Jahre alt. Geheiratet haben sie 1964, als sie 15 und er 73 Jahre alt war. Sie haben 7 Kinder, 11 Enkel und bisher 7 Urenkel. Auch haben sie sich nach eigenen Aussagen in 55 Jahren Ehe nicht ein einziges Mal gestritten.
Wem das junge Alter der Braut jetzt etwas seltsam vorkommt, dem mag gesagt sein, dass es in diesen Gegenden durchaus gebräuchlich ist, Mädchen mit äteren Herren zu verheiraten. Erst vergangenes Jahr erzeugte ein Fall Aufsehen, in dem ein 11 jähriges Thaimädchen als Zweit-Frau an einen 41 Jahre alten Malayen “verkauft” wurde. Geld spielt in diesen Fällen immer eine Rolle.
Muslimische Frauen unter 16 Jahren (kein Gegensatz im Sharia-Gesetz) dürfen mit der Zustimmung ihrer Eltern und des Sharia-Gerichts verheiratet werden. Und muslimische Männer in Malaysia dürfen bis zu vier Frauen gleichzeitig haben.
Orn Parnchompoo hofft, 200 Jahre alt zu werden.
Yinglucks großer Traum
Yingluck Shinawatra, ehemalige Premierministerin und wegen Fahrlässigkeit (in Verbindung mit einem Reis-Aufkauf-Systems der damaligen Thai Regierung) zu 5 Jahren Gefängnis verurteilte Landesflüchtlingin, hat die serbische Staatsbürgerschaft verliehen bekommen. Ihr Bruder Thaksin Shinawatra (ebenfalls vor einer Verurteilung geflüchtet) hat seit 2010 bereits die mentenegrische Staatsbürgerschaft, und nun kann die Familie ihrer Sammlung ex-jugoslawischer Nationalitäten die Serbische hinzufügen.
Der thailändische Pass wurde Yingluck aberkannt, nachdem sie 2017 vor einer Verurteilung in einer filmreifen Flucht über Kambodia das Land verlies. Nun kann sie wieder frei in mehr als 100 Ländern weltweit reisen.
Unter welchen Bedingungen ihr die serbische Staatsbürgerschaft verliehen wurde, ist nicht bekannt, aber eine zitierte Verordnung besagt, dass Ausländer die serbische Nationalität verliehen bekommen können, wenn es im Sinne das Landes ist.
"A foreign citizen can also be granted Serbian citizenship if that is in line with the country's interests."
Was genau diese Interessen Serbiens sind wurde nicht bekannt. Zwischen Serbien und Thailand gibt es (natürlich) keine Auslieferungsabkommen.
Yingluck gets Serbian citizenshipNeues Verfahren zur Beantragung des deutschen Schengen-Visas
Ab dem 1. August 2019 werden Schengen-Visa-Anträge (Anträge von Thais und Nicht-Deutschen für ein 90-Tage-Touristenvisum in die Länder des Schengener Verbundes) nicht mehr von der Deutschen Botschaft sondern einem “Partner” namens VFS.Global angenommen. Das Unternehmen nimmt die Anträge entgegen, prüft auf Vollständigkeit, leitet sie an die Botschaft weiter. Dort wird der Antrag dann entweder stattgegeben oder abgelehnt und zurück an VFS.Global gegeben, die dann die Weitergabe übernehmen.
Zur Zeit befinden sich 26 Länder im Schengen-Verbund: Österreich, Belgien, Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Island, Italien, Letland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, die Slovakei, Slovenien, Spanien, Schweden, und die Schweiz. Zwischen den Ländern kann man ohne Grenzkontrollen reisen.
Kontaktieren (bspw. um einen Termin auszumachen) kann man das Center über:
- Telephone: +66 2 118 7017 oder
- Email: info.geth@vfshelpline.com
Standort: 315 317, 319 Rama IV Rd, Khwaeng Pathum Wan, Khet Pathum Wan, Krung Thep Maha Nakhon 10330 - Google Maps
Ich persönlich bin kein großer Fan von staatlichen Aufgaben, die an private Unternehmen weiter gegeben werden. Das Unternehmen ist nicht nur für Deutschland, sondern andere Länder weltweit, darunter Thailand, tätig. Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit bis sich jemand (Hacker, interessierte Nationen) Zugang an die Daten verschafft.
In den News in Thailand war VFS.Global neulich, weil sie bevorzugten “Zugang” zu den langen Immigration-Warteschlangen in Subvarnabhumi verkauften. Auch interessant.
Armstrong, Aldrin und Collins in Bangkok
Vor 50 Jahren setzte Eagle, das Apollo Mondmodul, am 20. Juli 1969 um 20:17 UTC auf dem Mond auf und Neil Armstrong betrat als erster Mensch knapp 7 Stunden später um 2:56 UTC Morgens am 21. Juli den Mond.
Nachdem sie zur guten alten Erde zurückkehrten, begannen sie eine “Siegesrunde” rund um die Welt. Bangkok war einer der 24 Stops dieser Reise. Seoul und Tokyo die einzigen anderen Stopps in Asien. Im Video oben sehen wir Scenen vom Bangkok-Stop dieser sicherlich historischen Reise vom Thailändischen Filmarchiv.
Armstrong, Aldrin und Colling und ihre Frauen trafen Feldmarschall Thanom Kittikachorn (seines Zeichens Militärdiktator Thailands zwischen 1963 und 1973) und seine Frau am 28. Oktober 1969 und tauschten Freundlichkeiten und Geschenke aus.
Papst Franziskus in Thailand
Papst Franziskus soll Gerüchten zufolge vor seiner geplanten Reise nach Japan im November auch Thailand einen Besuch abstatten. Er wird Tokyo, Nagasaki and Hiroshima in der Zeit vom 23. bis 26. November 2019 besuchen.
Eingeladen wurde er 2013 von Yingluck Shinawatra, damals Premierministerin Thailands. Diese Bemerkung wird der aktuellen Regierung nicht so sehr gefallen, hat sie doch aktiv an der Abschaffung genau dieser Regierung mitgewirkt. Naja.
Wenn sich das Gerücht bestätigt, dann wird er der erst zweite Papst sein, der Thailand besucht hat. Johannes Paul II kam 1984 nach Bangkok.
Dieses Jahr begeht die Vertretung des Vatikans in Thailand ihren 350. Geburtstag. In 1669 wurde die Mission de Siam gegründet, welche (logischerweise) die Evangelisierung Thailands und naheliegender Gebiete betreiben sollte. Ganz so gut haben sie ihren Job nicht getan, denn nur gut 0.5% der Bevölkerung, ca 380.000 Personen, sind katholisch. Es gibt derzeit 12 Diözesen mit 436 Gemeinden und 662 Priestern.
Asalha Puja Day
Morgen, am 16. July (dem Juli-Vollmond-Tag) begehen Buddhisten den Asalha Puja Tag.
Asalha Bucha ist der Jahrestag, an dem Buddha erleuchtet wurde und begann, seine Predigten zu den vier “Edlen Wahrheiten” zu halten. Diese vier Wahrheiten sind das Leidens, die Gründe des Leidens, das Ende des Leidens und des Weges der zum Ende des Leidens führt.
Diese Vier Wahrheiten werden übrigens unterschiedlich interpretiert, wie das so nun mal ist. Die Deutsche Bhuddistische Union interpretiert sie folgendermaßen:
-
Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll.
-
Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.
-
Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden.
-
Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad.
Weiterlesen auf <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Vier_Edle_Wahrheiten" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Wikipedia </a> </cite>
Am darauffolgenden Tag (Mittwoch) beginnt die Buddhistische Fastenzeit (Bhuddist Lent), die man allerdings nicht unbedingt mit der christlichen Fastenzeit vergleichen sollte.
Vielmehr ist das ein Mittel, um die Mönche zur Regenzeit in ihren Klöstern zu halten, damit sie auf ihren morgendlichen Runden nicht über die frisch besäten Felder laufen.
Alkohol zu verkaufen oder den Verkauf zu fördern ist übrigens an beiden Tagen (wie an vielen Buddha-Tagen) unter Strafen bis zu sechs Monaten Gefüngnis oder 10.000 THB verboten.
Thailands neue, demokratisch gewählte Regierung
Seit Mittwoch haben wir eine vom König abgesegnete Regierung. Mitglieder der Regierung sind ALLE Mitglieder der als “National Council of Peace and Order” (NCPO) bekannten Gruppe of Putschisten von 2014 und Mitglieder der Parteien, die Militär-General Prayuth Chan-ocha zum nun als “demokratisch gewählten” Premierminister Thailands verhalfen.
Die Regierung setzt sich folgendermaßen zusammen:
- Premierminister: Prayuth Chan-o-cha (Palang Pracharath Partei, ebenso Verteidigungsminister)
- Stellvertreter:
- General Prawit Wonsuwon (NCPO, ebenso Sicherheitsminister)
- Somkid Jatusripitak (NCPO, ebenso Wirtschaftsminister)
- Wissanu Krea-ngam (NCPO, ebenso Rechtsminister(Law minister))
- Jurin Laksanavist (Demokratische Partei)
- Anutin Charnveerakul (Bhumjaithai Partei)
- Stellvertreter:
- Landwirtschaftsminister: Chalermchai Sri-on (Demokratische Partei)
- Stellvertreter:
- Mananya Thaiset (Bhumjaithai Partei)
- Praphat Phothasuthon (Chartthaipattana Partei)
- Thammanat Prompao (Palang Pracharath Partei)
- Stellvertreter:
- Educationminister: Nataphol Teepsuwan (Palang Pracharath Partei)
- Stellvertreter:
- Khunying Kalaya Sophonpanich (Demokratische Partei)
- Kanokwan Wilawan (Bhumjaithai Partei)
- Stellvertreter:
- Verteidigungsminister: General Prayuth Chan-ocha (Palang Pracharath Partei)
- Stellvertreter:
- General Chaicharn Changmongkol (NCPO)
- Stellvertreter:
- Innenminister: General Anupong Paochinda (NCPO)
- Stellvertreter:
- Nipon Boonyamenee (Demokratische Partei)
- Songsak Thongsri (Bhumjaithai Partei)
- Stellvertreter:
- Transportminister: Saksiam Chidchob (Bhumjaithai Partei)
- Stellvertreter:
- Atirat Rattanaset (Palang Pracharath Partei)
- Thaworn Senneam (Demokratische Partei)
- Stellvertreter:
- Finanzminister: Jurin Laksanavist (Demokratische Partei)
- Stellvertreter:
- Veerasak Wangsupakitkosol (Bhumjaithai Partei)
- Stellvertreter:
- Premierministers Office: Tewan Liptapanlop (Chart Pattana Partei)
- Minister für Öfffentliche Gesundheit: Anutin Charnveerakul (Bhumjaithai Partei)
- Stellvertreter:
- Satit Pitutecha (Demokratische Partei)
- Stellvertreter:
- Finanzminister: Uttama Savanayana (Palang Pracharath Partei)
- Stellvertreter:
- Santi Prompat (Palang Pracharath Partei)
- Stellvertreter:
- Kulturminister: Ittipol Khunploem (Palang Pracharath Partei)
- Energieminister: Sontirat Sontijirawang (Palang Pracharath Partei)
- Aussenminister: Don Pramudwinai (NCPO)
- Justizminister: Somsak Thepsutin (Palang Pracharath Partei)
- Arbeitsminister: MR Chatumongol Sonakul (Action Coalition for Thailand)
- Tourismusminister: Pipat Ratchakitprakan (Bhumjaithai Partei)
- Minister für Digitalwirtschaft: Buddhipongse Punnakanta (Palang Pracharath Partei)
- Minister für Hoerere Ausbildung: Suvit Maesincee (Palang Pracharath Partei)
- Minister für Naturressourcen: Varawut Silpa-archa (Chartthaipattana Partei)
- Minister für Social Development: Juti Krairiksh (Demokratische Partei)
- Industrieminister: Suriya Jungrungreangjij (Palang Pracharath Partei)
Abgesehen von den genannten Parteien gab es noch 13 “Microparteien”, die dieser Koalition mit 16 weiteren Stimmen zur Regierungsberechtigung verholfen haben. Leider gab es keine Ministerposten für sie.
Thailands grüne Insel
Hin und wieder macht die TAT (Thailands Tourismus Regierungsorganisation) mal manche Sachen richtig. Zur Zeit zum Beispiel veröffentlichen sie zur Zeit eine Kurz-Video-Serie namens “Seasons” in der sie unentdeckte Regionen vorstellen. Die aktuelle Folge handelt von Ko Pha Luai, einer Insel im Angthong National Marine Park hier um die Ecke. Die Insel ist die erste “grüne Insel” Thailands. Das bedeutet, dass sie ihre Energie selbst umweltfreundlich herstellt und auch in vielen anderen Punkten sich unabhängig versorgt.
Das erste und offiziell einzige “Green Island” Thailand’s ist bewohnt von 180 Haushalten, die ihre Energie zu 100% per Solarpanel und Windrädern erstellt und von der Landwirtschaft und dem Fischfang lebt.
Bleibt zu hoffen, dass die steigende Zahl der “Besucher”, welche diese Insel besuchen um von ihren Bewohnern zu lernen, nicht das Idyll zerstören.
Schnell und wütend in Thailand
Die berühmte Filmserie mit schnell fahrenden Autos und wahnsinnig reellen Stunts “Schnell und Wütend” (Fast and Furious) dreht zur Zeit in Thailand. Seit gut zwei Wochen mehren sich die Social Media postings mit wohlverpackten Autos und Angaben, wo genau man die “Fast and Furious 9” Drehorte finden kann.
Ein paar Leute sind 100% davon überzeugt, dass auf Koh Samui gedreht wird. Ich glaube das eher nicht, denn die Straßen hier sind nicht allzugut für derartig tiefgelegte Autos geeignet ;] Seit Montag dreht man in Krabi. Gefilmt werden soll in Krabi, Phuket, Phang Nga und “Suratthani”, was hierzulande als Code für Koh Samui verstanden wird. Wir werden sehen…
Der alte Weg
Am Montag hat General Prayuth Chan-Ocha, seines Zeichens durch von sorgfältig ausgewählten Stimmen per Wahl gekührter Premierminister Thailands, eine Erklärung herausgeben lassen, in der er fest stellt, dass die Regierungsbildung so schwer ist und es ihm leid tut, dass die Öffentlichkeit in den News lesen und hören muss, dass man innerhalb der Koalition um Ministerposten kämpft. Ich hatte bereits erwähnt , dass die Premierminister-Wahl mit Versprechungen einherging, die nicht eingehalten werden (können). Das gefällt nun den Partnern nicht so recht.
In seiner Erklärung erklärte er nun verschwurbelt, dass er das Problem nicht mit der “alten Methode” lösen will, die “niemand sehen will”. Eine Formulierung die so oder änlich häufiger in den vergangenen Jahrzehnten zu hören war. Vor nahezu jedem Putsch haben die Putschenden in Thailand Aussagen wie “Es wird keinen Putsch geben” oder gar versteckte Androhungen wie nun, man möchte ja nicht putschen müssen getroffen .
Leider sind Wetten in diesem Land verboten.
Eine GDPR für Thailand
Seit 27. Mai 2019 haben wir auch in Thailand eine Art GDPR-Gesetz namens Personal Data Protection Act (PDPA). Firmen haben bis 27. Mai 2020 Zeit um die Regelungen umzusetzen.
Geschützt werden soll damit jegliche Information die Individuen eindeutig identifiziert. Gültig ist es für alle Unternehmen die entweder innerhalb Thailands oder mit Unternehmen oder Personen in Thailand Geschäfte betreiben.
Unternehmen und Organisationen sind gefordert:
- einen legalen Grund zu haben, Informationen zu sammeln (dazu zählt meist die Zustimmung der Personen, deren Daten gesammelt werden)
- sensitive Daten respektvoll zu behandeln
- für die Sicherheit der Datenspeicherung zu sorgen und über Datenschutzverletzungen prompt zu informieren
- die Rechte der Personen, deren Daten sie speichern zu befolgen
- einen Repräsentaten für Datenschutz lokal in Thailand zu haben
Zur Kontrolle und Durchsetzung des neuen Gesetzes wurde ein Personal Data Protection Committee (PDPC) eingerichtet. Verletzungen des PDPA können in Strafgebühren, Schadenersatzzahlungen und strafrechtliche Verfolgung resultieren.
Genauere Regelungen zur PDPA sind noch nicht geschrieben worden. Das passiert in den kommenden Monaten.
Shut up (No more comments)
Aus eigener Sache: Ich habe die Kommentare hier auf Samui? Samui! abgeschafft. Gründe dafür gibt es genug:
- Technik: Der Service der die Kommentare eingebunden hat ist privacymäßig zwar GDPR-konform, lädt aber eine Unmenge an Code und Cookies nach und ist in den meisten Geschwindigkeitstests der Website Grund für gut 4 Punkte (von 100) Abzug. Genug um schlecht aufzufallen.
- Design: Es sah einfach nicht gut genug aus um in mein Design zu passen.
- Ihr: Der letzte Kommentar mit Gehalt ging vor gut 5 Jahren hier ein. Wer mich kennt, weiß, daß ich mein Leben in Tagen und Brüchen zähle und das ist mehr als 1/9tel meiner Lebenszeit. Seither gibt es Leute, die vermeintliche Rechtschreibfehler bemängeln (ironie-resistent), langweilige “tolles Photo” Kommentare und hin und wieder den Rentner mit 1/3 jüngerer Gemahlin der ganz viel Ahnung von Sachen hat.
Wenn ihr gehaltvolle Meinungen habt, dann nutzt das Kontaktformular oder Social Media auf jedwedem Kanal.
Manchmal macht es halt keinen Sinn den Privatjet poliert und betankt zur Verfügung stehen zu haben für den halb-dekadischen Ausflug in die Heimat.
Ich werde bei Gelegenheit mal sehen, ob es ein System gibt, das die Kommentare ohne aufzufallen einbinden kann und die alten Kommentare werde ich ganz bestimmt wieder einbauen. Hat aber keine Priorität. Privatjets und so…
Die Königin der Durianen
Für 1.5 Millionen Thaibaht wurde vergangene Woche eine Durian versteigert (das sind rund 42.500 EUR). Das Objekt der Begierde wurde aufgrund ihrer perfekten Größe, Form und Reifheitsgrad gewählt.
Die Kanyao Durian ist wird nur in Nonthaburi angebaut, eine Region im Norden Bangkoks, und man hält sie für die beste Durian Sorte in der Welt, hauptsächlich wegen ihres süßen Geschmacks und ihrer cremigen Textur. Dafür kosten einzelne Früchte dann mindestens 20.000 THB.
Während der Auktion wurden 4.5 Millionen Thaibaht für 9 verschiedene Durianfrüchte eingenommen. Ein kleiner Teil dieser Einnahmen geht an gemeinnützige Organisationen. Der große Rest an die Farmer.
“Normale” Durianfrüchte kosten 120 bis 200 THB pro Kilogramm.
Chikungunya
Hier in Südthailand grasiert zur Zeit eine Krankheit namens “Chikungunya”. Von den Symptomen klingt sie sehr wie Dengue Fieber: Man hat Fieber, Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen für zwischen 2 bis 12 Tagen nachdem man von einem infiziertem Moskito gebissen wurde.
Dieses Jahr alleine wurden schon 3.592 Fälle gezählt, fast alle im Süden Thailands.
Leute die diese Symptome erleben, sollten sich nicht selbst behandeln sondern einen Arzt aufsuchen. Behandlungsmethoden gibt es derzeit noch nicht, ausser Arthritis-Medikamente gegen die Gelenkschmerzen zu nehmen.
Um es mal mit der Wikipedia zu sagen (unbeabsichtigte Hervorhebung aus Versehen von mir):
Das verursachende Virus ist zwar seit etwa 50 Jahren bekannt, doch da dieses und das von ihm ausgelöste Chikungunyafieber bisher fast ausschließlich in Entwicklungsländern vorkamen, wurde kaum nach möglichen Medikamenten geforscht.
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<cite title="Quelle: Wikipedia">
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<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chikungunyafieber" target="_blank" rel="noopener noreferrer">
Wikipedia
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In Thailand kann man die Nummer 1422 anrufen um Hilfe zu erhalten (vermutlich nur auf Thai).
Hier auf Samui laufen sie hin und wieder die Strasse auf und ab und sprühen Moskito-Spray. Ohne Vorwarnung, aber es ist ja für unsere Gesundheit. Der kleine Asthma-Anfall beim aus Versehen Einatmen des giftigen Rauches ist ignorierbar.
Interview mit Thanathorn
Im Spiegel kann man ein Interview mit Thanathorn Juangroongruangkit lesen. Wir erfahren dabei beispielsweise, wie die Armeepartei Phalang Pracharat Einfluss auf Mitglieder von Thanathorns Partei nimmt.
Freunde macht er sich allerdings mit diesem Interview nicht, denn hier in Thailand fragen seine Gegner nun, wer seine Mutter angerufen haben soll und für 20 Stimmen der Partei das Fallenlassen aller Anklagen gegen ihn angeboten habe.
Die Strategie gegen die Opposition in Thailand allerdings fasst er genial in ein paar kurzen Sätzen zusammen:
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<cite title="Quelle: Spiegel.de">
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Spiegel.de
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Eine Million Dollar für eine Stimme - Interview mit Thanathorn Juangroongruangkit auf Spiegel.de
Neuer alter Premierminister
Thailand hat seit gestern einen neuen “demokratisch” gewählten Premierminister. Es ist der gleiche, der nach dem von ihm selbst durchgeführten Militärputsch 2014 als Premierminister “gedient” hat: General Prayuth Chan-Ocha. Das Militär wird also auch weiterhin an der Macht bleiben. Prayuth’s erste Amtszeit zeichnete sich durch Inhaftieren und Einschüchtern von Kritikern, dem Bann von Protesten, und der Unterdrückung der Meinungsfreiheit aus.
Phalang Pracharat, die Partei, die vor ein paar Monaten gegründet wurde um ihm den Job zu sichern, konnte eine kleine Mehrheit von 254 Sitzen im 500 Sitze zählendem Parlament zusammen trommeln. Wenn ich das richtig verstehe, besteht die “Koalition” (dazu später mehr) aus 19 oder mehr Parteien: Phalang Pracharat, Bhumjaithai und der “Demokratischen” Partei sowie 16 kleineren Parteien die Sitze im Parlament bekommen haben.
Gerade die demokratische Partei (Thailands älteste Partei) hat im Wahlkampf erklärt, dass sie nicht mit der Militärregierung kooperieren wollte. Nun sind sie trotzdem dabei. Abhisit Vejjajiva (seines Zeichens ehemaliger demokratisch gewählter Premierminister Thailands) trat deswegen 10 Minuten vor der Premierminister-Wahl als Parlamentsmitglied zurück. (Glaubt mir, diese Handlung wird eines Tages wieder ins Licht der thailändischen Politik rücken.)
Einziger Gegenkandidat war Thanathorn Juangroongruangkit, Vorsitzender der Future Forward Partei, einer neu gebildeten fortschrittlichen Partei, 40 Jahre jung und anscheinend bedrohlich genug um in den Wochen nach der Wahl vom Verfassungsgericht als Parlamentsmitglied suspendiert zu werden, weil man ihm unterstellt, Anteile an Medienfirmen zu halten, was gegen Wahlgesetze verstösst. Mitglieder (Plural) der nun die Regierungskoalition bildenden Parteien wurden ebenfalls enthüllt, derartige Anteile zu halten. Sie wurden aber nicht suspendiert. Ein Schelm wer hier mathematische Überlegungen anstellt. Thanathorn wurde von einer Koalition aus sieben Parteien, darunter die Pheu Thai, eine Partei die dem ehemaligen Premierminister Thaksin Shinawatra nahe steht, die in den Wahlen die meisten Sitze gewonnen hat, aufgestellt. Diese Koalition wird nun eine Opposition bilden.
Wer nun kurz bei diesem “die meisten Sitze gewonnen” aufgehorcht hat, der hat nicht verstanden, wie clever die Regierung die “demokratischen” Wahlen in den vergangenen Jahren aufgestellt hat. Denn der Premierminister wird durch das Parlament und den Senat (Unterhaus und Oberhaus) gewählt und der Senat besteht aus 250 Personen, die von der Militärregierung eingesetzt wurden, wie bereits erwähnt . Von 250 Senatsmitgliedern stimmten 249 für Prayuth und nur einer, Pornpetch Wichitchonchai, enthielt sich, weil er als Senatssprecher nicht mitstimmen wollte.
Damit erhielt Prayuth 500 Stimmen und Thanathorn 244 während sich 4 Personen enthielten (Thanathorn gezwungenermassen, Senatssprecher Pornpetch Wichitchonchai und Parlamentssprecher Chuan Leekpai von der Demokratischen Partei “aus Traditionsgründen” und Siripong Angkasakulkiat von der die Militärregierung unterstützenden Bhumjaithai Partei aus Gewissensgründen. Abhisit trat kurz zuvor zurück und ein Parlamentsmitglied war krank. Macht 750 Stimmen, welche die Zukunft Thailands gestalten.
Die Wahlen selbst waren sehr umstritten. Die Ergebnisse wurden erst 45 Tage nach der Wahl bekannt gegeben. Auch wurde von vielen Unregelässigkeiten und regelrechtem Betrug berichtet. Die Organisation FORSEA bietet einen sehr ausführlichen Bericht dazu an. Parlementsmitgliedern der Future Forward Partei sollen bis zu 120 Millionen Baht angeboten worden sein, die Seite zu wechseln. Es wurde von ganzen Kontingenten von Soldaten berichtet, deren Wahlzettel nach dem “Kreuz machen” von Vorgesetzen kontrolliert wurden.
Heute nun hat General Prayuth’s stellvertretender Sprecher Werachon Sukondhapatipak des Generals Dankesgrüße übermittelt. Er erwähnte, dass die Mehrheit für ihn gestimmt habe (hihi), dass die Zusammenlegung der Stimmen aus dem Parlament und dem Senat normal wäre (naja, zumindest seit der entsprechenden Änderung der Verfassung Thailands) und von nun an jeder dem Nutzen des Landes dienen sollte. Viele Probleme benötigen eine Lösung und Lektionen aus der Vergangenheit sollten auf die Gegenwart angewendet werden. Im Großen und Ganzen die angemessene Rede eines Diktators.
Übrigens wurde heute auch bekannt, dass die regierende Phalang Pracharath Partei nicht wie vereinbart drei Hauptministerien (Kommerz-, Arbeits und Landwirtschaftsministerium) und den Posten des stellvertretenden Premierministers an ihre Koalitionsparteien abgeben werden. Warum auch, die Stimmen zur Wahl des Premierministers haben sie ja jetzt.
Rappende Menschenrechtler
Die Gruppe “Rapper gegen Diktaturen”, ich berichtete , erhält nun den Václav Havel Prize for Creative Dissent (Václav Havel Preis für kreativen Widerstand). Verdient.
Der Preis würdigt diejenigen, “die kreativ Widerstand leisten sowie Mut und Kreativität zeigen, um Ungerechtigkeit zu bekämpfen und in Wahrheit zu leben”, wie die Organisation erklärt. Dieses Jahr gibt es drei Preisträger, “Rapper gegen Diktaturen”, den ägyptische Exilmusiker Ramy Essam und die venezolanische politische Karikaturistin Rayma Suprani .
Prem Tinsulanonda
Prem Tinsulanonda ist tot. Der ehemalige Armee-General, Premierminister, königliche Berater und Vorsitzender des Königlichen Geheimrats verstarb im Alter von 98 Jahren am vergangenen Sonntag.
In den meisten Nachrufen wird er als Vaterfigur des Landes bezeichnet. Je nachdem welchem politischen Lager man angehört bezeichnet man ihn als Mann, der Thailand vereinigte oder als Mann, der Regierungen stürzte. Ich kenne ihn als stille Kraft hinter den letzten beiden Putschen in Thailand.
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Prem durchlief den für Thailand typischen “Führer-Kreislauf” via verschiedener Positionen im Militär, dann Politik, dann Senat, dann Parlament-Mitglied, dann stellvertretender und schließlig Premierminister in 1980. “Demokratisch” gewählt wurde er nie, hielt sich aber an der Spitze für 8 Jahre bis er dann 1988 zurück trat um Mitglied des Königlichen Geheimrats zu werden. In seiner Zeit als Premierminister löste er das Parlament auf, sobald sich Widerstand bildete.
Im Militär kam man damals auch nur weiter, wenn man “Luk Poo” (Papa’s Kind) war. Das führte zu Aufständen innerhalb des Militärs, die aber mithilfe des Palasts niedergeschlagen wurden.
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Selbst nachdem Prem als Premierminister zurück getreten war, behielt er seine Machtstellung und beeinflusste das Militär. In 2006 (damals schon Vorsitzender des Geheimrats) hielt er eine Rede vor Armee-Kadetten, in der er erklärte, dass die Aufgabe der Armee nicht der Schutz der Regierung, sondern des Landes wäre. 2 Monate später wurde der damalige Premierminister Thaksin Shinawatra aus dem Amt geputscht.
König Vajiralongkorn hat nun General Surayud Chulanont als amtierenden Vorsitzenden des Königlichen Geheimrats berufen. Wenn der Name vertraut klingt, dann kann das daran liegen, dass Surayud für eine Weile amtierender Premierminister nach dem 2006er Putsch war. Surayud war genauso wie Prayuth und Prem einmal Armee-General und Supreme Commander. Klingt wie der optimale Karriere-Weg in Thailand.
Cookies für Alle!
Kleines witziges Nebendetail der neuen Cookiebox in der rechten unteren Ecke: Welchen Button man drückt, wird als Cookie gespeichert, sonst geht das Popup das nächste Mal wieder auf ;] Wenn ihr euch darüber nun wundert, habt ihr gut 10% der Problematik verstanden, warum sich Leute, die seit Jahrzehnten im Internet unterwegs sind, mit diesen Gesetzen nicht anfreunden können. Egal.
Die Königin
Das Büro des Königlichen Haushalts hat eine Sammlung von offiziellen Photos von Königin Suthida herausgegeben. Da oben sind sie ;)
Die 20 Bilder zeigen Suthida in verschiedenen Uniformen und die breitere Öffentlichkeit ist aufgefordert, diese Bilder zu verwenden.
Am 1. Mai wurde Suthida zur Königing ernannt und sie wird von nun an genauso (sprich auf der gleichen Ebene) wie der König verehrt. Ihr Geburtstag am 3. Juni ist nun auch als Feiertag ernannt worden.
Meet Me in the Senate
Am Montag wurde der neue Senat Thailands vorgestellt. Darunter unter anderem der jügere Bruder des Junta-Führers General Prayuth Chan-Ocha und der jüngere Bruder des stellvertretenden Junta-Führers Prawit Wongsuwan. Dazu kommen eine Menge aktueller und ehemaliger Militärs und Polizei-Generäle, ehemalige Minister der Militär-Regierung, die vergangene Woche (erwarteterweise) ihre Ämter niederlegten. Dazu ein paar Kritiker des ehemaligen Premierministers Thaksin Shinawatra. Alle handverlesen von der Junta-Regierung.
Bisher wurde der Senat gewählt. Mit der neuen Verfassung, von der Putsch-Regierung geschrieben, durfte die aktuelle (Junta-)Regierung die Mitglieder des Senats bestimmen (bzw. vorschlagen, die Rede ist von 400 Namen die vorgeschlagen wurden und 250 bestätigten Senatoren letztendlich).
Die Auswahl fand geheim statt - wegen der Nationalen Sicherheit(tm).
Der Senat hat laut Verfassung das Recht, das Parlament zu überwachen, die Gesetze zu bestätigen. Die Senatoren dürfen bequemerweise auch eingreifen, wenn das Parlament sich nicht auf einen Premierminister einigen kann.
Übrigens: das Lineup des Senats sollte man lieber nicht kritisieren. Wie General Prayuth so schön die Kritiker der Liste warnt: “Der Senat ist vom König bestätigt worden” und was der König genehmigt ist nun mal Gesetz.
“Remember this,” Prayuth said, pointing his finger at reporters. “Anything that has been endorsed and considered by His Majesty has always already gone under scrutiny. That’s the most important thing.”
Laut Prayuth ist es auch gar nicht so falsch, den Senat mit Beamten aus der aktuellen Junta-Regierung zu füllen, schließlich wären die schon mit bereits aktiven Projekten vertraut und wüssten, wie es weiter geht. Auf die Idee, dass der Sinn einer neuen Regierung das Verhindern genau dieser “bereits weiter geplanten Projekte” ist, sollte man wohl besser nicht kommen.
Wenn man ihn dann aber direkt Fragen stellt, sagt er, dass die Wahlkommission den Senat gewählt habe. Nicht er. Zitat: “Prayuth, in a fit of anger, quipped: It was the EC!”.
Visa und Krankenversicherung
Ab sofort müssen Rentner1, die längere Zeit im Königreich verbringen wollen eine Krankenversicherung vorweisen, die mindestens die folgenden Beträge abdeckt:
- mindestens THB 400.000 für stationäre Behandlungen und
- mindestens THB 40.000 für ambulante Behandlungen.
Die Verordnung ist bereits vom Parlament abgenickt.
Der Generaldirektor der Behörde zur Unterstützung des Gesundheitswesens2 Nattawuth Prasert-Siripong sagt, dass die Regeln sowohl für Neuanträge als auch für Verlängerungen gelten. Manche Newsberichte sagen, dass nur Versicherungen von thailändischen Versicherungen anerkannt werden, das scheint aber laut Nattawuth nicht der Fall zu sein. Er meint, es muss nur ein Weg gefunden werden, um zu prüfen, ob die jeweilige Abdeckung in den Versicherungsverträgen besteht. Personen, die eine solche Versicherung nicht vorweisen können, müssen “eben mehr Geld auf dem Konto haben” ;] - nunja.
Chinesisches Neujahr
Google Doodle für das Chinesische Neujahr 2019. Das Jahr des Schweins beginnt…
Corruption Perceptions Index 2018
Die Organisation Transparency International veröffentlicht seit 25 Jahren den Corruption Perceptions Index. Der Index vergibt 0 (sehr korrupt) bis 100 (nicht korrupt) Punkte für wahrgenommene Korruption im öffentlichen Sektor von derzeit 180 Ländern und bedient sich dabei verschiedener Umfragen und einer Auswertung von Expertenmeinungen.
Thailand ist dieses Jahr von Platz 96 auf 99 gefallen. Die Punktzahl 36 liegt deutlich unter den durchschnittlich 43 Punkten im weltweiten Vergleich (44 Punkte ndurchschnittlich in Asia-Pacific-Raum). Zwei Drittel der Länder liegen unter dem Durchschnitt. Es gibt also nichts, worüber man sich aufregen müsste 🙈 🙉 🙊
Manch einer meint, dass die kuriose Affäre um die teuren Luxusarmbanduhren des stellvertretenden Premierministers Prawit Wongsuwan könnte zum Punktverlust seit letztem Jahr beigetragen haben, was die Regierung vehement verneint, ohne eine Ersatzerklärung anzugeben.
Koreanische Zombies
Es stellt sich heraus, dass es auch in Korea Zombies gibt… zumindest auf Netflix. Ein Grund mehr, endlich mal ein Abo abzuschliessen.
Die Art der Serie ist relativ weitverbreitet. Ich musste mir da vor etwas mehr als einem guten Jahrzehnt in einer Seifenoper das Leben einer versklavten Köchin im feudalen Korea ansehen… mit allem Drum und Dran, Affären mit dem jungen Regenten, Eifersucht, und natürlich minutenlange Szenen in denen gekocht wurde. Nun also Zombies. Ich glaube das könnte ich mir glatt ansehen.
PS: Mir fällt grade auf, die Serie gibt es auch auf Deutsch, für die Sprachfaulen ;)
Neu! Wahlen?
Es wird Wahlen in Thailand geben. Soviel ist schon mal klar.
Das Datum der Neuwahlen in Thailand wurde nach dem Putsch 2014 immer wieder gross versprochen und dann doch verschoben. Erst war es “Ende 2015”, dann “nicht vor 2016, dann aber Mitte des Jahres”, dann “so um August oder September 2016 herum”. Im September 2016 dann versprach General Prayut, dem Volke noch mindestens zwei Jahre mehr zu dienen, wenn es denn wöllte. Die Reaktionen auf diese Ankündigung wurden wohl als Zustimmung verstanden, denn dann wurde das Datum der Wahl mit “wahrscheinlich nicht vor Anfang 2018” benannt.
In Oktober 2017 versprach Prayut, dass Wahlen “irgendwann im November 2018” gehalten werden. Um diese Zeit herum wurde bekannt, dass er wohl plante, mit einer eigenen politischen Partei bei den Wahlen anzutreten. Man sollte ihn inzwischen auch nicht mehr General nennen, da er jetzt ein Politiker sei. Außerdemm sollte man ihn nicht mehr mit Fragen nach Neuwahlen nerven.
Im Januar 2018 stimmte dann das Parlament ab, die Wahlen um weitere 90 Tage zu verzögern - bis “etwa Februar oder März 2019”. Nach einer Weile wurde dann vom 24. Februar 2019 als das Datum der Wahlen gesprochen. So blieb es, bis der König am 1. Januar seine Krönungszeremonie am 4. Mai bekannt gab. Das stieß mit dem Wahldatum (beziehungsweise den Fristen für Nachbereitungen der Wahlen) zusammen, weshalb auch niemand mehr so richtig glaubte, das es im Februar zu Wahlen kommen wird.
Vom Ablauf her hätte am 3. Januar ein Königliches Dekret von der Regierung herausgegeben werden müssen, welches das Datum der Wahlen festlegt - weil bis zur Wahl dann maximal 45 Tage vergehen dürfen. Das passierte nicht, also war klar, dass am 24. Februar wiederum keine Wahlen stattfinden werden.
Heute nun wurde das königliche Dekret endlich veröffentlicht und prompt (nach ein paar Stunden) auch bekannt gegeben, dass am 24. März 2019 Neuwahlen in Thailand stattfinden.
Kandidaten das neue Parlament (House of Representatives) können sich vom 4. bis 8. Februar bewerben und werden am 15. Februar bekannt gegeben.
Briefwahlen für Wähler im Ausland finden von 4. bis 16. März statt, am 17. März koennen Wähler die nicht in ihrem Wahlbereich leben ihre Stimme abgeben.
Neuwahlen in Thailand. Definitiv, ganz bestimmt, wahrscheinlich.
Die Krönung
Die offizielle Krönungszeremonie von König Maha Vajiralongkorn, Rama X, wird am 4. bis 6. Mai stattfinden. Das gab das königliche Haushaltsbüro bekannt. Die Zeremonie wird am 4. Mai vollzogen, in den Tagen darauf dann von Prozessionen und Audienzen begleitet.
Das Video oben zeigt die Krönungszeremonie von König Prajadhipok, Rama VII, im Jahr 1926. Wir können also jede Menge Zeremonien erwarten.
Interessanterweise führt diese Terminplanung zu Problemen mit den eigentlich (hehe) am 24. Februar anstehenden “demokratischen” Neuwahlen. Wissanu Krea-ngam, ein Stellvertreter des Premierministers, sagt, dass die Nachwahl-Prozeduren sich mit den Krönungszeremonien überschneiden könnten. Man wird später entscheiden, ob der Wahltermin eventuell “leider” wieder verschoben werden muss.
This wild Darkness
Thirtysix-18
In den kommenden Tagen darf Koh Samui sich auf einen tropischen Sturm vorbereiten. Der bisher noch unbenannte Sturm (wir nennen ihn Thirtysix-18) bewegt sich direkt auf Samui zu und wird am Freitag Mittag über uns hinweg fegen. So ein tropischer Sturm ist etwas schwächer als ein Orkan und stärker als ein Taifun. Taifune hatten wir schon häufiger.
Der letzte tropische Sturm, der Thailand erreichte (normalerweise rollen sie immer über Vietnam und die Philippinen) war der tropische Sturm Harriet in 1962. Dieser Sturm traf Thailand recht unvorbereitet und führte zu mehr als 900 Toten. Man kann hoffen, dass die Infrastruktur und der Hausbau seither etwas verbessert wurden. Man rechnet mit Windstärken um die 90km/h. Mal sehen. Ich werde alles sturmfest machen und mich mit Vergnügen auf der Terasse den Winden entgegenwerfen.
Rappen gegen Diktaturen
Am vergangenen Montag veröffentlichte die Gruppe “Rapper gegen Diktaturen” ein interessantes Musikvideo (oben zu sehen).
Bis Freitag tat sich verhältnismässig wenig, wenn man davon absieht, dass es bis Freitag Morgen (nur) rund 850.000mal gesehen wurde. Am Freitag nun explodierte es und wurde bis jetzt rund 8.5 Millionen mal gesehen. Als ich vor ein paar Stunden angefangen habe, diesen Eintrag zu schreiben, waren wir bei 7 Millionen.
Das Video spricht also Themen an, die interessieren.
Im Video rappen 10 verschiedene mehr oder weniger bekannte Rapper über soziale und politische Probleme, diverse Putsche und die Unterdrückung der Meinungsfreiheit oder gar gänzlich der “individuellen Gedanken”. Das Video spielt eine Szene, die an historische Ereignisse des Massakers an der Thammasat Universität am 6. Oktober 1976 . Dieses Photo hier mag wahrscheinlich das Bekannteste von den Lynchungen sein (Warnung, nicht ganz magenverträglich).
Der stellvertretende Polizeichef General Srivara Ransibrahmanakul sagte am Freitag, dass eine “50% Wahrscheinlichkeit” besteht, dass der Song gegen Juntavorschriften verstösst. Er warnte nochmal eindrücklich davor, dass Musiker “irgendetwas Gewagtes gegen die Gesetze” unternehmen, es wäre nicht gut für sie selbst und ihre Familien, wenn sie das täten.
Pratchayaa Surakamchonrot, einer der Co-Produzenten und Rapper des Videos, sagte am Dienstag, dass er nicht glaubt, dass das Video gegen das Gesetz verstösst. Wie auch immer, vier der 10 Rapper zogen es vor, vermummt im Video aufzutreten, da sie Repressalien der Junta erwarteten.
Die Rapper sagen, dass sie sich nicht bei der Polizei melden werden, bis sie formal vorgeladen werden.
Wenn in Thailand Vorgänge be- oder verurteilt werden sollen, die schwer mit Gesetzen verurteilbar sind, zieht man gerne den “Computer Crimes Act” herbei, unter dem sich alles verurteilen lässt, was falsche Informationen im Internet angeht, die nationale Sicherheit beeinträchtigt oder schlichtweg öffentliche Erregung erzeugen könnte. Was dieses Video gewissermassen mit derzeit gut 150.000 Abspielungen pro Stunde tut.
Polizei-Colonel Siriwat Deepor, der stellvertretende Sprecher der “Technology Crime Suppression Division” (TCSD), sagte gestern, dass die Polizei bereits versucht festzustellen, womit man die Rapper anklagen könnte.
Die Inhalte des Songs haben Thailand verleumdet, sagt er, und fügte hinzu, dass die Wirtschaft Thailands und “Investor Confidence” (haha, ja, genau) durch den Song beeinträchtigt werden.
Worin genau diese Verleumdungen Thailands bestehen sollen, hat noch niemand mitgeteilt. Ich persönlich höre nur Wahrheiten im Song angesprochen und “echte” Investoren in Thailand wissen bereits um die politischen Einzelheiten.
Zum Schluss noch ein Satz den Don Pramudwinai, seines Zeichens Außenminister Thailands, vor ein paar Tagen Reportern gesagt hat (oder gesagt haben soll, ich habe keine Quelle dafür finden können): Andere Länder sind erstaunt, dass die derzeitige Administration von einer “Putsch-Regierung” geführt wird, aber die Bürger trotzdem vollkommene Freiheit geniessen.
Tatsächlich erstaunlich.
Knochen im Gebüsch
Auf Koh Samui wurden (mal wieder) Knochen in einem der noch nicht bebauten Dschungelteile gefunden, nur 200 Meter neben der Strasse, die quer ueber die Insel von Maenam nach Lamai fuehrt, unter einem Baum, noch in der Kleidung. Bisher weiss man noch nicht, ob es sich um einen Mann oder eine Frau oder einen Thai oder gar um einen Immigranten aus Myanmar handelt:
There were no identification documents at the scene and police could not tell whether the remains belonged to a man or a woman, or a Thai or migrant worker.
Jetzt ist die Gerichtsmedizin am Zuge.
Vogelgrippe, mal wieder
Seit einigen Tagen konnte man in Thai Social Media lesen, dass im Isaan und in Nordthailand verschiedene Fälle der Vogelgrippe aufgetreten sind. Das wurde immer kräftig bestritten - unter Androhung von Strafen sogar. Gestern nun hat es eine offizielle Stellungnahme des “Department for Lifestock Development” (so eine Art Agrarministerium wahrscheinlich) erklärt, dass tatsächlich Fälle bekannt sind.
Man spricht halt nicht darüber um die Geflügelexporte nicht zu belasten. Klar. Das geht soweit, dass verschiedene Abteilungen nicht wussten, dass die Vogelgrippe wieder im Lande war. Man will ja das Gesicht nicht verlieren.
“My gardener in Korat told me that flocks of chickens died in his and his neighbor’s yard for an unknown reason,” Teerawat said Monday. He said he sent disease experts to investigate and found they had a strain of bird flu, the presence of which was unknown to animal control officials in the area.
Tollwütige Menschen
In Thailand geht die Tollwut um. Seit Jahresbeginn sind bereits 6 Menschen gestorben. Das ist wieder ein Beispiel dafür, wie in Thailand nur reagiert, anstatt vorgebeugt wird. Über die Anzahl der Hunde und Katzen, die wegen der Tollwut gestorben sind, wird nichts ausgeführt. Erst wenn Menschen sterben und das lang und breit in den Medien und auf Social Media diskutiert wird, dann wird reagiert.
The Ministry of Public Health said six people had died from the disease since January, the most recent of which occured Sunday in Buriram province in northeast Thailand. According to livestock officials, 14 people died from rabies across 13 provinces in 2017, up from 11 people in 2016.
Die angedachten Lösungen sind übrigens Hunde-KZs für infizierte Tiere und Massentötungen… man könnte auch einfach nur informieren und vorbeugen… das wäre aber zuviel Arbeit.
Wider den Darts
In ihrem nicht enden wollendem Kampf gegen alles unstaatliche und nicht genehmigte käpft die Regierung Thailands nun gegen unregistrierte Dartscheiben im ganzen Land.
Weil - man hat das so festgelegt im Jahre 1935. Und was so lange vor unserer Zeitrechnung festgelegt wurde ist auch heute noch gültig. Dartscheiben in öffentlichen Gebäuden (also Pubs und Bars) sind nicht dem privaten Frohsinn, sondern dem Glücksspiel gewidmet. Somit müssen sie registriert werden. Oder, wie Thailand Dart Association chairman Vichai Govindani sagt:
It has always been illegal. If you play at home, it’s not illegal. But if you play at a commercial venue, it’s considered part of business, and it might be associated with gambling. You need a permit for it, like snooker and pool and bingo. In the past there was crackdown, too, then it disappeared for some time. Now it’s back. But it’s good. At least it might make people interested in the sport.
Die ganze Aufregung kann man sich als Bar- oder Zielscheiben-in-öffentlicher-Umgebung-Besitzender sparen, denn die Lizenz gibt es “for free” direkt bei der Thailand Dart Association .
Quallen Alarm (Zeit-Style)
Die Zeit berichtet in sehr ausführlicher und aufmacherische Art und Weise über Portugiesische Galleren an Thailands Stränden.
Die Urlauber litten an schweren Rötungen der Haut und an Atemnot, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Schuld daran ist die sogenannte Portugiesische Galeere - eine Quallenart, die im verhältnismäßig warmen Wasser gerade weit verbreitet ist. Ihr Gift kann kleinere Fische töten, Menschen aber nicht.
Das stimmt nicht ganz, wie ich vor einer Weile schon geschrieben habe . Portugiesische Galleren können durchaus zum Tod führen. Ein Grund mehr, nicht ins Meer zu gehen ;)
In der Mitte des Lebens
Die Mitte des Lebens.
Dieser Punkt, wo in immer mehr Biographien das “ist” in ein “war” übergeht ist schwer, aber auch wichtig. Wichtig um zu realisieren, dass die Zeit so langsam ausläuft und man, wenn es denn noch nicht geschafft ist, so langsam aber sicher mal was Wichtiges und Bleibendes in die Welt setzen sollte. Und nein, ich meine nicht Kinder - das wäre zu einfach.
Jóhann Jóhannsson (1969 - 2018) hat genau das gemacht - etwas Bleibendes hinterlassen. Leider hatte er viel zu wenig Zeit und alles was uns noch neu zu entdecken übrig bleibt sind drei Filme, die in diesem Jahr mit seinen Soundtracks veröffentlicht werden. Schade.
Neulich auf der Fähre
Google Doodle des Tages: Eua Sunthornsanan
Die länderspezifischen Google Doodles für Thailand sind immer wieder ein guter Weg, um etwas über die Kultur Thailands zu lernen.
Neulich beispielsweise sahen wir ein Bild von Eua Sunthornsanan (das spricht man ungefähr “Üh-ah Sun-torn-sannan” aus), dem “Begründer der modernen Musik in Thailand”.
Am 18. Januar 1910 geboren begann er früh, die Violine zu spielen. Mit 9 Jahren soll er schon so weit gewesen sein, dass er in einem Orchester spielte. Später spielte er in einer Big Band der Performance-Abteilung der Regierung und begann mit der Vermischung verschiedener westlicher Stile (Klassik, Jazz) mit traditionell thailändischer Musik. Am Ende trug er massgeblich an der Schaffung eines neuen Musikstils, des Phleng Thai Sakon, bei, ebendieser Mischung westlicher und Thai-Musik.
Im Laufe seines Lebens komponierte er mehr als 2000 Lieder, von denen viele auch heute noch gespielt werden, schrieb Film-Musiken und führte die Suntaraporn Band, eine der prominentesten thailändischen Big Bands.
Lebenszeichen
Oh! Hi! Hello! Dies ist nur ein Lebenszeichen. Ich bin noch da, das Blog ist noch da. Ich baue zur Zeit unter der Haube um und bin am überlegen, wie es hier weiter geht. Die Domain ist verlaengert bis 2020 ;) Mal sehen… Eigentlich gibt es keine Gründe, im Jahre 2018 noch ein Blog zu schreiben (was man schon an der Frequenz meiner Einträge in den vergangenen 10 Jahren sehen kann). Aber irgendwie gibt es doch hin und wieder den Drang, ein paar Worte in die (Online)Welt zu drücken. Hallo Echo!
Entscheidung Thai-Style
Die Halbfinal-Partie der (drittklassigen?) Fussball-Clubs Bangkok Sports Club und Satri Angthong diese Woche wäre nicht sonderlich interessant gewesen, wenn sie nicht mit einem 2:2 in ein Elfmeter-Match geführt hätte. Nach einer guten Weile stand es 19:19 und Bangkok Sports Club Torwart wartete auf einen weiteren Ball. Und dann passierte das hier:
Rundgang durch das Königliche Krematorium
Bei Khaosod kann man sich einen virtuellen Rundgang durch das Königliche Krematorium in Bangkok ansehen.
Liebes Tagebuch
Heute habe ich den “about”-Text unten in der Fusszeile dieser Website geändert.
Portugiesische Galeeren
Jo, da haben wir mal ein Thema wo ich die deutschen Begriffe nachschlagen musste. Soweit ist es also schon gekommen mit mir ;) Jeh oh jeh!
Die Portugiesische Galeere (Physalia physalis) ist eine Art aus der Gattung der Seeblasen (Physalia), die zu den Staatsquallen (Siphonophorae) gezählt wird. Im weiteren Sinne werden manchmal auch eng verwandte Arten aus derselben Gattung wie z. B. Physalia utriculus als Portugiesische Galeere bezeichnet. Die am weitesten verbreitete und im engeren Sinne gemeinte Art ist jedoch Physalia physalis.
Jedes Jahr kommt es hier auf der Insel zu Verletzungen und (vergangenes Jahr sogar zu) Toten durch verschiedene Quallenarten, die nicht unbedingt als gesund eingestuft werden können. Die Portugiesische Gallere oder “Man’o’war” ist ein Beispiel.
Das sind Quallen mit sehr langen Tentakeln, die giftige Stoffe absondern, welche recht schnell zum Herzstillstand führen können.
Dieses Jahr nun hat man auf der Insel beschlossen, etwas anderes, als nur die altbekannten roten Flaggen einzusetzen. Die Flaggen nämlich haben wenig Wirkung gezeigt, weil Touristen nun mal im Urlaub ins Wasser gehen müssen und Warnsysteme keine große Bedeutung für sie haben und (wirklich?) die Krankenversicherung sich eh um alle Probleme kümmert.
Um Touristen und andere Freunde des Wassersports nun vor diesen Quallen zu schützen, wird man Netze an den Stränden auslegen. Auf der Länge von gut 100 Metern und bis in 7 Metern Tiefe sollen für mindestens 4 Monate nun Netze an der Küste von Lamai hängen, welche die Quallen im Abstand halten sollen. Aller 2 Wochen will man prüfen , ob die Netze noch ganz sind. Nun ja… Mal sehen ob das was bringt.
Ein interessantes Video von National Geographic über die Portugiesische Gallere kann man hier betrachten . Bösartige Viecher!
Britney Spears – Toxic (Bangkok Version)
Dies ist eine sehr viel bessere Version des Songs. Glaubt mir.
Korrektes Reportering
Der thailändische Junta-Chef Prayuth Chan-o-cha ist bislang nicht mit Bemühungen um ein besseres Verhältnis zu den Berichterstattern im Land aufgefallen. Im Gegenteil: Seit seinem Amtsantritt hat er ein äußerst angespanntes Verhältnis zur Presse. Deren Vertreter werden durch die Gefahr einer Anwendung des sogenannten Majestätsbeleidigungsparagrafen zunehmend an der freien Berichterstattung gehindert. Nun will die Militärregierung nach Informationen der "Bangkok Post" noch weiter in die Berichterstattung im Land eingreifen: Demnach ist für 200 Journalisten aus dem In- und Ausland ein Treffen geplant, bei dem ihnen beigebracht werden soll, wie sie "konstruktive Fragen" stellen und zukünftig das "Verzerren von Fakten" vermeiden könnten.
Die Premierminister Thailands haben schon immer ein recht angespanntes Verhältnis zu Reportern gehabt. Prayuth verfällt regelmäßig in Schimpftiraden wenn ihm eine Frage nicht passt. Sein Modus Operandi dabei ist, minutenlang rhetorische Fragen zu stellen (“Habe ich nicht… Sind Sie nicht… Warum muss ich…” usw.) und vorzugeben, des Regierens müde zu sein, weil niemand seine Leistungen würdigt.
Thaksin Shinawatra andererseits hat einige Monate lang nicht mit der Presse geredet, weil Merkur (der Planet) sich “in einer ungünstigen Position” befand. Ausserdem hatte er so eine Art Stefan-Raab-ähnliches Schild, was er hoch hielt wenn er eine Frage nicht mochte oder nicht beantworten wollte. Oder beides.
Nun jedenfalls kann man als Journalist lernen, wie man korrekt mit der thailändischen Regierung kommuniziert.
Bangkok will Streetfood-Stände verbieten
In vielen Städten der Welt erfahren Straßenküchen immer mehr Wertschätzung. In Singapur erhielten zwei sogenannte Hawker im vergangenen Jahr sogar jeweils einen Michelin-Stern. In Thailands Hauptstadt allerdings werden die Streetfood-Stände von den Straßen verbannt. Schon vor zwei Jahren kündigte die Stadtverwaltung an, alle mobilen und häufig illegalen Verkaufsstände in Bangkoks Zentrum zu verbieten --- darunter auch die Anbieter von Nudelsuppen und Pad Thai. Nun setzten die Behörden eine Deadline: Bis zum Jahresende sollen alle Straßenküchen verschwinden. "Wir wollen die Bürgersteige den Fußgängern zurückgeben", sagte der Chefberater des Gouverneurs, Wanlop Suwandee, der Zeitung "The Nation". "Jeder Straßenverkäufer muss weg." In den 50 Stadtbezirken sollten künftig Sicherheit und Sauberkeit oberste Priorität haben.
Google Doodle of the day: Payut Ngaokrachang
Suppenschildkröte frisst 915 Münzen
Die Schildkröte “Omsin” (“Sparschwein”) lebte in einem Gewässer im thailändischen Sriracha, etwa 120 Kilometer südöstlich von Bangkok. Als auffiel, dass die Meeresschildkröte beim Schwimmen ein Bein nicht benutzte und zunehmend Schwierigkeiten beim Atmen hatte, wurde sie in eine Schutzanlage gebracht und dort untersucht.
Zunächst glaubten die Veterinäre noch, das Tier leide an einem Tumor. Röntgenuntersuchung und Computertomographie zeigten dann aber, dass der Magen des 25-jährigen Weibchens komplett mit Münzen gefüllt war.
Münzen in Teiche mit Schildkröten zu werfen, bringt nach der Vorstellung vieler Thais Glück und Langlebigkeit. Offenbar hatte die Schildkröte einen großen Teil des ins Wasser geworfenen Geldes zu sich genommen. Daraufhin war ihr Leib angeschwollen, der Panzer eingerissen, die Haut hatte sich entzündet. Das Tier hatte große Schmerzen und litt zu allem Übel auch noch an einer Lungenentzündung.
Elfenbeinschmuggel und Thailand
Thaibehörden haben 422 Elefanten-Stosszähne konfisziert und einen Gamber (Gambanesen? Gambier?) festgenommen, der die Lieferung in Empfang nehmen wollte. Deklariert waren “ungeschliffene Edelsteine”, aber es davon fand man nicht viele in den Kisten. 330 Kilogramm Elefanten-Stosszähne, wert gut eine halbe Million US-Dollar.
Thailand war jahrelang Hauptumschlagplatz fuer solche Lieferungen, mit China als Haupt-Kunde. Das Image Thailands als Zentrum des Elfenbeinhandels war jahrelang ein Gesichtsverlust. Erst 2014 wurden Gesetze erlassen, die Elfenbeinhandel in Thailand kriminalisieren.
Mehr Info:
Der Rüssel ist sensibel
Und hier noch eine kleine Lektion zum Thema Elefanten und Rüssel-Sensitivität:
In addition to possessing an exceptionally well-developed sense of smell, the trunk also is one of the body parts most sensitive to touch --- not only at the tip, but also all along its length. One of the reasons is that the trunk is partly derived from the upper lip, which is especially rich in touch receptors (nerve endings on the skin surface).
Google Doodle des Tages: Lunar New Year
Bangkok, der Naturpark
Google Maps hat heute morgen Bangkok zum Naturpark ernannt. Wenn man ganz weit aus der Map heraus zoomt, bleibt die Bezeichnung “Thung Yai Naresuan Wildlife Sanctuary” sichtbar. Wie es aussieht hat da jemand aus Versehen (oder auch nicht) die Grenzen des Naturparks erweitert. Soviel Grün wird man wahrscheinlich erst in ein paar hundert Jahren, wenn die Affen die Welt regieren, in dieser Gegend sehen.
Allerdings: Als man bei den Parkbeamten telephonisch anfragte, ob Bangkok jetzt zum Naturpark gehört, hat dieser tatsächlich nicht gewusst, ob das so sei. Wirklich.
[via Khaosod ]
Kinder- und Lehrertag
Am zweiten Samstag im Januar findet hierzulande der Kindertag statt. Während anderswo dieser Tag genutzt wird, um auf die Bedürfnisse von Kindern und Probleme speziell mit Kinderrechten hinzuweisen und einzugehen, ist er hier in Thailand ein Tag, um Maschinengewehre in jungem Alter in die Hände zu nehmen und auf Panzern herumzuklettern. Indoktrination beginnt nun mal früh.
Dieses Jahr war der Tag ein wenig aufregender, weil in Hat Yai auf einer Flugschau ein Flugzeug abgestürzt ist.
Am 16. Januar jedes Jahr dann wiederum (passenderweise immer ein paar Tage nach dem Kindertag) ist es an der Zeit, die Lehrer zu ehren. Genaugenommen gibt es in jedem Lebensbereich Lehrer, sei es in der Schule (des Lebens), der Universität, im Sport und vielen anderen Bereichen. Der Lehrertag ist daher ein Grund für alle, den Lehrern in ihrem Leben Respekt zu erweisen.
Google Doodle des Tages: Kindertag in Thailand
Leben wie im Paradies – Auswanderer auf Koh Samui
Wer 30 (oder mehr?) Minuten Zeit hat und eine Internetverbindung, die funktioniert (nicht so wie wir hier auf der Insel heute), der kann sich mal die folgende Eposide von 30 Minuten Deutschland, die gestern Nacht auf RTL lief, ansehen: Leben wie im Paradies — Deutsche Auswanderer im Paradies .
Ich wurde auch schon für solche Serien angesprochen, verweigere mich aber. Da müssen schon noch ein paar Kilo runter und ich mir eine nette Hintergrundgeschichte ausdenken.
Und morgen früh versuche ich dann wieder mal, diese Folge zu laden. Falls im Fernsehen vorgegaukelt wird, dass alles gut in Thailand ist, dann ist das nicht wahr. Das Internet ist meh 😏
PS: Sonja aus der Folge besitzt eine Kochschule hier auf der Insel und bedarf meiner Dienste recht häufig, weil das Prinzip “copy and paste” in Computern nicht in ihre Welt passt. Mehr sag ich erst, wenn ich die Folge gesehen habe, hehe.
Die Sache mit dem Krokodil
Lektion des Tages: Wenn das Krokodil rollt, dann roll hinterher.
Dieser kurze Video-Clip zeigt ein Krokodil und einen “Handler”, der es auf die Nase klopft, dann nochmal klopft und dann seine Hand in des Krokodils Maul hält. Selbiges fasst zu, dreht sich einmal, dann der Handler einmal, dann ist alles, ehm, gut.
Wenn man es so ohne Hintergedanken ansieht, dann ist es nicht sonderlich schlimm, oder? Wenn man weiss, dass das Krokodil durch diese sogenannte “Killerrolle” normalerweise Extremitäten abreist und sein Opfer dann verspeist, dann ist es “dramatisch” und wert, dramatisch aufgewertet zu werden.
Neben-Notiz: Gestern hat ein französisches Paar versucht, einen “Selfie” neben einem Krokodil aufzunehmen — die Frau wurde von selbigem gebissen. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Ausser vielleicht: Tierische Instinkte für touristische Gründe zu missbrauchen wird sich eines Tages (oder spätestens wenn das Krokodil zubeisst) revanchieren.
Tag 1, wieder
Und wieder ist ein Jahr vergangen. Und wieder nehmen wir uns viel vor. Vielleicht auch mal, wieder mehr ins Blog zu schreiben 😏 Mal sehen.
Wie auch immer. Nächste Woche beginnt mein 13. Jahr auf der Insel, hier in Thailand. In den vergangenen 12 Jahren hab ich viel gelernt. Allerdings immer noch nicht, Thai zu lesen oder zu schreiben — noch so ein guter Vorsatz…
Beobachtung des Tages: In Thailand (vermutlich in vielen anderen Dritte-Welt-Ländern auch) gibt es erstaunlich viele Geburtstage am 1. Januar. Größtenteils, weil die Aufnahme von Daten, Geburten usw. lange Zeit nicht reguliert war und damit viele Leute gar nicht wissen, wann sie geboren wurden. Viele wissen nur, wie alt sie ungefähr sind, also wurde, als 1983 (?) in Thailand die ID-Karten eingeführt wurden, einfach das Jahr ermittelt und der 1. Januar als Geburtstag eingetragen. Auch heute noch kommt es in vielen abgelegenen Regionen zu derartige “Umrechnungen” wenn jemand, der bisher nicht gemeldet war eine ID-Karte benötigt.
Rama X – bald
Der Prozess einen König zu ernennen ist, zumindest in Thailand, nicht so einfach. Man nimmt ja an, dass das gemäss der Devise “Der König ist tot, lang lebe der König” ohne grosse Verzögerungen vor sich geht. Ist aber nicht so.
Vor über 6 Wochen nun ist König Bhumibol Adulyadej im Alter von 89 Jahren verstorben. Seither bat sein Sohn Maha Vajiralongkorn um Zeit zum Trauern und es wurde ein königlicher Regent eingesetzt, der die Geschäfte übernommen hat. Am Dienstag nun hat der Premierminister dem Parlament verkündet, dass er den Prinzen offiziell einladen wird, König zu werden. Diese Einladung nun wurde dem Prinzen überbracht und heute Abend findet eine Audienz statt, in der er dem Vernehmen nach die Einladung annehmen wird und zum König ausgerufen werden wird.
Zur Krönungszeremonie selbst wird es noch mehr als ein Jahr lang nicht kommen, weil dazu der verstorbene König Bhumibol erst eingeäschert und beerdigt werden muss — was erst nach einer mindestens ein Jahr dauernden Trauerperiode passieren wird. Bhumibol selbst wurde 1946 zum König ernannt und 1950 erst gekrönt.
So gesehen
Angst essen Tourismus auf
Wenn man die News im Spiegel heute so liest, mag man meinen, dass es eine schlechte Idee ist, Thailand derzeit zu besuchen:
Im Süden Thailands sind in der Nähe eines Hotels zwei Autobomben explodiert. Medienberichten zufolge wurde dabei eine Frau getötet, mindestens 29 Menschen sind verletzt.
Der reisserische Text impliziert geradezu, dass jetzt auch die Hotels be-bombt werden. Liest man sich aber ein bisschen tiefer in die Materie ein, kommt schnell heraus, dass “im Süden Thailands” Bombenanschläge an der Tagesordnung sind. Dort kämpfen Separatisten seit über 10 Jahren darum, ein eigenes Kalifat zu errichten. Selbst das Auswärtige Amt weist in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen zu Thailand darauf (ebenfalls seit Jahren) hin.
Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland
Was wie der Titel eine politikwissenschaftlichen Diplomarbeit klingt, ist eine sehr nützliche Einrichtung der Deutschen Botschaften — die Liste der Deutschen im Ausland.
Unter dem (zumindest für Thailand) passenden aber falsch geschriebenem Namen Elefand kann man sich als Auswanderer™ oder Langzeitreisender im Ausland eintragen, die Dauer des Aufenthalts im jeweiligen Land angeben, Kontaktmöglichkeiten im Land mitteilen und Notfall-Kontakte in der Heimat hinterlegen.
Aller 6 Monate wird dann eine Email versandt die zum Aktualisieren der Daten auffordert.
Sinn der Sache ist es, den Botschaften die Arbeit zu erleichtern, wenn es zu Katastrophen, Todesfällen und Vermisstenanzeigen kommt. Kommt es zu dem (scheinbar unvermeidlichen) Unfall auf Koh Samui kann eine Anfrage der Polizei bei der Botschaft ganz schnell die Kommunikation mit der Familie zu Hause ermöglichen.
Als beispielsweise mitten in Bangkok an einem beliebten Touristenpunkt eine Bombe explodierte, kam eine Email mit Sicherheitshinweisen vom Botschafter.
Ich bin auch (trotz gewerblichem Misstrauens in die Datensicherheit) in der Datenbank. Nordkorea ist ja recht nah und versagt dort häufiger mal beim Verschicken von Raketen ;)
Was die Liste leider nicht liefert, sind Benachrichtigungen, dass man sich für die Briefwahl in Deutschland anmelden kann und sollte. Das muss man immer noch selber machen.
Indiana Jones und der Tempel der Tiger
Eine besonders beliebte Attraktion in Thailand ist der berühmte Tiger-Tempel Luangta Maha Bua in Kanchanaburi. Ich kenne keinen Thailand-Reisenden der nicht gerne einen Selfie mit einem Tiger in seine Social Media Ströme stellt. Dummerweise nur gibt es seit Jahren “Tierschützer”, die gegen diesen Tempel und die Praxis demonstrieren.
Als Urlauber, nach einem besondern Photo suchend, sollte man sich meiner Meinung nach immer der Tatsache bewusst sein, dass so ein Photo nicht echt sein kann. In jedweder Hinsicht.
Jedenfalls haben nun auch die “Zoobehörden” Thailands nach vielen Jahren reagiert und dem Tempel untersagt, Tiger zu halten. Seit ein paar Tagen werden die Tiere (mehr oder weniger freiwillig und ohne Zwischenfälle) abtransportiert.
Interessant ist, was am Rande auftaucht. Beispielsweise 40 eingefrorene Tiger-Babies , oder ein Mönch (nicht mit dem europäischen Begriff Mönch zu verwechseln), der mit Tigerfellen auf der Flucht ertappt wird .
Kurzum: Bist auf Urlaubsreise und bieten sie dir ein “einzigartiges” Erlebnis mit “echten” wilden Tieren an, dann ist es meistens sehr unangenehm für die Tiere und später für dich — wenn du ein Gewissen hast.
Berg unter Feuer
Seit gestern Abend brennt es auf dem Berg zwischen Maenam und Bophut, und zwar ziemlich heftig. Da man in Thailand alles nur in Relationen verstehen kann, verkündeten die News heute, dass es der schlimmste Grossbrand der vergangenen 50 Jahre auf Samui ist. Erschwert werden die Löschversuche durch die Unzugänglichkeit des Gebietes.
Wie es zum Brand kam, kann man noch nicht so genau sagen. Die Spekulationen gehen aber dahin, dass da Brandrodung betrieben wurde. Andererseits kann es auch durchaus sein, dass eine ungünstig als Abfall abgelegte Flasche in Verbindung mit ein wenig Sonneneinstrahlung und optischen Grundgesetzen das durch eine seit 8 Wochen anhaltende Dürre leicht entflammbare Laub entflammte(n?).
Erwähnte Dürre-Periode ist übrigens die längste und wärmste der vergangenen 65 Jahre. (Relationen, klar…)
Hier noch ein Video (auf Thai) mit nächtlichem Brand.
Bloss nicht in Thailand
Die Medien bezeichnen als “bisher nicht vorgekommen”, was meiner Meinung nach schon lange Tatsache ist: Facebook blockt in Thailand Seiten, die Regierungs- oder Monarchie-kritisch sind. Zuletzt geschehen mit einer Seite, die “hin und wieder” einmal die thailändische Monarchie verspottet hat. In Zeiten wo es Verhaftungen aufgrund von Facebookeinträgen gibt nicht sonderlich erstaunlich, aber erwähnenswert. Zu schade nur, dass Facebook klein bei gibt. “Freies Internet für alle” und so weiter.
Bärig
Wie es aussieht, gibt es in Thailand (genauer in Nakhon Ratchasima) sogar Bären. Man fahre besser schnell durch diesen Wald.
Einparkprobleme
Einparkprobleme hatte am Wochenende dieses etwas größere Transportschiff in einem zugegebenermassen etwas kurvigem Bereich des Chao Phraya Rivers in Bangkok.
David Bowie in Bangkok
Schnaps. Elf.
So. Heute sind es genau 11 Jahre dass ich Fuss auf Die Insel™ setzte. Nicht sicher, ob das ein Grund zum Feiern ist aber meine mathematische Ader besteht darauf, es zumindest erwähnt zu haben. Das sind mehr als 4000 Tage (4015, aber wer spaltet schon Haare), mehr als ein Viertel und ungelogen der beste und gesundeste Teil meines Lebens.
Hier könnt ihr lesen, wie alles begann: Von einem, der auszog das Fliegen zu erlernen. .
Viel hat sich getan seither. Ich bin älter geworden (natürlich), habe mehrere 180 Grad Wendungen durchgeführt (manchmal doppelt), bin des Bloggens müde geworden (ebenfalls natürlich), habe mich zurück gezogen und bin wieder hinaus gegangen. Zugenommen und abgenommen. Habe Dinge gelernt die mich vorher nicht interessiert haben.
Ich glaube, das Ganze ist schon so gut wie möglich abgelaufen ;)
Auf die nächsten 11 Jahre. Vielleicht auch nicht (zumindest in Thailand). Mal sehen…
Party-Insel Nummer 4
Koh Samui hat im begehrten Readers‘ Choice Awards 2015 des Condé Nast Traveler Magazins in der Kategorie der 10 Besten Party-Inseln in der Welt einen 4. Platz belegt.
Sie schreiben:
At nearly five miles long, gorgeous Chaweng Beach is the largest of Koh Samui’s beaches. It’s lined with coconut trees and boasts silvery sand, turquoise waters, and even a natural reef. Added bonus: Its northern end is party central. Though Chaweng Beach Road has plenty to offer in the way of food and beverage, try dining on the beach itself—after sunset, many restaurants set up tables and serve fresh seafood at competitive prices. For nightlife, check out Green Mango, one of Koh Samui’s oldest and most famous clubs.
Dass in der Liste von 10 Inseln allein 4 thailändische Inseln vertreten sind (Samui davon mit der besten Position, natürlich) spricht für sich selbst.
Seltsam nur, dass Koh Tao nicht (mehr) auftaucht. Oder auch nicht, abhängig davon, welchen News man folgt…
Batman auf dem Polizeirevier
Neulich wurde Batman in Bangkok von der Polizei angehalten, wurde aber (das hat Batman verlauten lassen) nicht eines Vergehens beschuldigt. Der Fahrer in voller Montur inklusive Batmobil (ohne amtliche Kennzeichen) war auf den Weg zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung. Es scheint, als ob man auf Bangkoks Straßen häufiger mal Superhelden antrifft. Spiderman, Captain America und Superman wurden bereits gesichtet.
[via Thongchai Lisittiwong ]
Schweizer Sicherheitsrisiko
Über Bomben macht man dieser Tage an Bord von Flugzeugen einfach keine Witze. Das durfte ein Schweizer auf dem Weg in den Urlaub dieser Tage erfahren.
Der 36 jährige hat sich wohl an Bord des Fluges von Bangkok nach Samui mit einem Mitpassagier gestritten, dann gerufen, dass eine Bombe an Bord wäre (Alkohol? Hmm?) und dann hätten vier Amerikaner (natürlich) die Besatzung informiert und der Flug wurde abgebrochen.
Das praktische an der ganzen Sache ist, dass es in Thailand neuerdings ein sogenanntes Touristen-Gericht gibt, wo man den Fall in wenigen Tagen abhandeln kann. Es wäre vielleicht sogar möglich, dass er noch seinen bereits gebuchten Rückflug noch schafft. So kann man seinen Urlaub halt auch verbringen.
Fehlgeburt
Von den Pandas Chiang Mai’s habe ich schon häufiger im Blog geschrieben. Hin und wieder werden sie schwanger. Dann müssen sie zurück ins (chinesische) Heimatreich, oder auch nicht.
Jedenfalls gibt es jederzeit in Chiang Mai Panda’s, die als chinesische Leihgabe für 10 Jahre in den Zoo gegeben werden und dann von hoffnungsvollen Wissenschaftlern und Pflegern aktiv zum Vermehren angeregt werden.
Lin Hui, aktuelle tierische Leihgabe, wurde im Juni “besamt” und hatte ihren Pflegern bereits Hoffnung auf ein weiteres eigenes Panda-Baby gegeben. Leider wurde nichts draus und so hat sie wieder ein paar Monate Ruhe, bevor man das nächste Erfolgserlebnis anstrebt.
[via Bangkok Post ]
Das wahre Leben in Thailand
Diese kurze Video-Dokumentation zeigt das tägliche Leben in Thailand. Ein Genuss. So, muss mich mal eben auf meinen Elephanten schwingen und meinen Zigarrenbestand im 7eleven aufstocken…
Meteor über Bangkok
Dashcams sind eine sehr nützliche Erfindung. So kann man nämlich in diesem Video das Verglühen eines Meteoriten aus allen möglichen Richtungen betrachten. Dieser Feuerball war gestern Abend in Bangkok zu sehen. Das grünliche Licht, das beim Verbrennen in der Atmosphäre ausgestrahlt wurde, deutet auf Eisen und Nickel im Objekt hin.
Update: Das zuerst verlinkte Video wurde von YouTube entfernt. Tja… so ist das halt wenn man die Filme anderer zusammenschneidert. Habe jetzt ein anderes Video mit nur einer Richtung eingebaut…
Feuer auf Borneo und Smog auf Samui
Jedes Jahr um diese Zeit überzieht Smog den Süden Thailands. Das geht jedes Jahr so, weil man in Indonesien den Regenwald durch Brandrodung abholzt (illegal). Dann liest man von Smog und Luftverschmutzung im Süden, aber hier auf Samui merkte man nur an einigen wenigen Tagen etwas.
Dieses Jahr erwischt es uns aber recht heftig mit Smog auf der Insel, weil die Brände etwas mehr aus der Kontrolle geraten als bisher und so durchleben wir den schlimmsten Smog in 17 Jahren. Sagt man. Das sieht dann so aus dass die Luft vor der Tür wie in einem deutschen kalten Februar recht undurchsichtig weiss vor sich hin schwabbert. Riecht wie verbranntes Holz, logischerweise.
Die Thais hier kümmert das recht wenig und mein Nachbar verbrennt jeden Tag weiterhin seinen Müll hinterm Haus. Ich bilde mir ein, dass das Atmen schwerer fällt, abgesehen von der Geruchsbelästigung und Sichtprobleme.
Das Satellitenbild oben stammt von den Inseln Borneo und Sumatra.
Gesund ist das nicht, und so hat die Regierung schon angemerkt, dass man sich mal mit der indonesischen Regierung (die seit Jahren nichts dagegen unternimmt) unterhalten wird.
Würfelquallen
Nachts auf Samui Schwimmen zu gehen, ist eine schlechte Idee. Das haben zwei deutsche Touristinnen in dieser Woche am eigenen Leib erfahren. Sie haben weder die Warnschilder über, noch die Würfelquallen selbst gesehen. Kommen die Tentakel dieser Quallen mit der Haut in Berührung, werden Gifte frei gesetzt, die mitunter zum Tod führen können. Das passiert in letzter Zeit häufiger. Vergangenes Jahr starb ein kleiner Junge auf Koh Tao, vor einigen Monaten eine junge Thai auf Koh Phangan und nun eine junge deutsche Touristin.
Jetzt reagieren die Hotels auf der Insel und warnen ihre Gäste ausdrücklich vor den Quallen, stellen Netze auf und Essig bereit um im Notfall schnell zu reagieren.
Mehr:
- nationmultimedia.com (english, mit Bildern)
- Spiegel.de
- Sueddeutsche.de
Blutmond (Thaistyle)
Vergangene Woche war überall vom Blutmond die Rede. Hier in Thailand konnte man ihn leider nicht sehen, dazu war es zu hell. Allerdings scheint das auch besser zu sein, wenn man diesem alten Manuscript aus der Britischen Nationalbibliothek Glauben schenken darf.
Die hat ein thailändisches Werk, dessen Alter man auf bis zu 200 Jahre schätzt, digitalisiert, in dem die verschiedenen Himmelskonstellationen und deren Auswirkung auf die Gesellschaft erklärt werden. Ein Blutmond kann, so liest man, zu steigenden Reis-Preisen, Raubüberfällen oder gar Kriegen führen. Die Regierung, ja sogar die gesamte Bevölkerung würde darunter leiden.
Wie gesagt: besser, dass man den Blutmond hier nicht sehen konnte.
Bombenanschlag in Bangkok
Und wieder einmal ist in Bangkok eine Bombe explodiert, diesmal am Erawan-Schrein, einer ziemlich belebten Ecke:
Im Zentrum der thailändischen Hauptstadt Bangkok hat es eine schwere Explosion gegeben. Eine Bombe sei in der Nähe des Erawan-Schreins an einer Kreuzung im Ratchaprasong-Bezirk explodiert, teilte die Polizei mit. Es würden Opfer vermutet.
Interessanterweise gibt es noch nicht viel zu lesen in einheimischen Medien. Anderswo ist von mindestens 5 Toten und mehr als 20 Verletzten die Rede.
Karrieren die Ausländer nicht.
Neulich hat das Thailändische Arbeitsministerium eine Liste der Jobs, die man als Ausländer in Thailand nicht ausüben darf, veröffentlicht. Zu dumm nur, dass der Azubi bei seiner Bewerbung bei den Angaben zu den Sprachen die er spricht gelogen hat und anscheinend Google Translate genutzt hat.
Und so gibt es interessante Beschränkungen wie bspw:
- Das Proletariat
- Den Verkauf jeder Seite
- Arbeit an goldenen oder silbernen Ottern
- Tätigkeiten als Thai-Puppe
- Jobs als Buddha
- Dinge die man von Hand rollt
- und viele mehr
Ausser Onlinemarketing bleibt einem da wirklich nicht viel mehr ;)
Nimm’s dir nicht so zu Herzen, Somchai
Somchai Wongsawasdi (einer der Premierminister zwischen Thaksin Shinawatra und heute) hatte vergangenen Mittwoch einen schlechten Traum. Dieser schlechte Traum bewegte ihn, am Donnerstag einen Mönch zu besuchen:
Matichon reported that the former prime minister, relatives and some followers, came to see Phra Khru Sirisilsangwora or Khru Banoi Tejapanyo, abbot of Wat Sri Donmul in Tambon Chompoo of Sarapee district, Chiang Mai province before noon yesterday. He reportedly told the well-known abbot that he felt very uncomfortably after having a bad dream Wednesday night.
Der Mönch führte dann ein Ritual durch, das Pech und Unglück davon abhalten sollte, einen der wohl wichtigsten ehemaligen Premierministers Thailands zu befallen.
Nach dem Ritual (der Mönch piekte Somchai an neun Stellen seines Körpers mit einem Ast) sagte Khru Banoi Tejapanyo ihm dann, dass er es sich nicht so sehr zu Herzen nehmen sollte.
Des Abt’s Ratschlag beruhigte ihn sehr und er fühlt sich nun wohl besser.
The Red Pool, The Library Resort Samui
Fox-News ist ja eigentlich nicht für clevere Inhalte bekannt. Jetzt hat man dort aber eine Liste der 8 seltsamsten Hotel-Pools weltweilt veröffentlicht. Und siehe da, Samui ist auf der Liste vertreten.
Der Pool im Library Resort in Chaweng ist rot. Weshalb man ihn “The Red Pool ” getauft hat. Die interessante Färbung wird durch rote Kacheln erzeugt. Bei Tag und Nacht ein interessanter Anblick.
Pokki, Katze.
Thailand’s Armee hackt nicht
WikiLeaks, Alptraum eines jeden Diktators und einiger sogenannter Demokratien, hat neulich die gehackten Emails einer Hackerfirma veröffentlicht. Klingt kompliziert, ist es aber nicht: Hacking Team, eine Firma die an Regierungen interessante Tools verkauft, mit denen man auf fremden Rechnern rumschnüffeln kann oder bei Bedarf sogar Kinderpornographie auf die Rechner laden kann , wurde gehackt, und gut 400GB (das sind 57 schlecht kopierte 2 Stunden Filme) ins weite Internetz hochgeladen.
WikiLeaks hat nun gut 1 Million Emails von Hacking Team veröffentlicht.
Soweit, so gut.
Eine kurze Suche auf der in Thailand geblockten WikiLeaks-Seite (ehem) bringt dann auch mehr als 2.500 Emails (0.25% des Gesamtdatenbestands) in denen von “Thailand” die Rede ist.
Was den Premierminister Thailands zu der Bemerkung hinreißen lies, dass es die Armee (die zur Zeit die thailändische Regierung stellt, ehem) es nicht nötig hat, Hacking Software zu kaufen .
Auf der AsiaSentinel-Website kann man eine nette Graphik sehen, wie viel Geld aus Thailand zu Hacking Team geflossen ist. Eher magere (im Vergleich zu anderen Ländern in der Liste) 466.482USD.
So kann man also auch einen Elephanten aus einer Mücke machen. Man kann gut verstehen, dass es in Thailand erst in 2017 zu Neuwahlen kommen wird — die Armee hat einfach zu viel zu tun Meldungen zu dementieren.
Ko Phi Phi in Thailand: Nichts Neues nach dem Tsunami
Wow. Im Spiegel. Einer dieser tollen wahren grundlagengestützten Artikel über, ehm, … ja über was eigentlich?
Thomas ist ein deutscher Tourist und will am tropischen Strand nur feiern. Shila ist Prostituierte und wartet auf Kundschaft. Was sie verbindet? Man könnte sagen, die gleiche Trostlosigkeit.
Reichere Thais
Die neulich erwähnte Familie Chirathivat, Eigentümer der Central-Kaufhaus-Kette und von Platz 1 der reichsten Thais auf Platz 3 gefallen, expandiert nach Deutschland.
Man plant, 50.1% Anteile der SIGNA Investment-Gruppe zu erwerben, der bspw. das Kaufhaus des Westens in Berlin, der Oberpollinger in München und das Alsterhaus in Hamburg gehören. Wieviel Euro genau diese 50.1% sind, wurde nicht gesagt.
Die Chirathivats besitzen bereits Kaufhäuser in Italien und Dänemark. Nachdem man in Thailand keine grossen Umsätze machen, expandiert man im grossen Stile.
Reiche Thais
Die drei reichsten Thais sind laut der Zeitschrift Forbes
- Platz 1: Dhanin Chearavanont, Chairman of Charoen Pokphand Group, die ihr Vermögen größtenteils mit Versicherungen macht, mit 14.4 Milliarden USD, vergangenes Jahr auf Platz 2
- Platz 2: Charoen Sirivadhanabhakdi, Eigentümer von Thai Beverage, Hersteller von Chang Beer, mit 13 Milliarden USD, vergangenes Jahr auf Platz 3
- Platz 3: Familie Chirathivat, Besitzer von Einzelhandelsgeschäften wie beispielsweise Central Festival Samui, mit 12.3 Milliarden USD, vergangenes Jahr auf Platz 1
Dem Chang-Bier-Eigentümer gehts es wohl deshalb so gut, weil ihr Bier immer mehr verdünnt und billig zusammengeschüttet wird, gleichzeitig aber immer teurer wird.
Die ganze Liste gibts hier im Forbes Magazine.
Es wird ein gutes Jahr! Der Ochs hat gesprochen…
Als Ochse hat man es ziemlich leicht in Thailand, wenn man mehr oder weniger weiss ist. Creme-farbig ist ok. Mit allen anderen Farben ist man mehr oder weniger auf sich selbst gestellt. Aber wie gesagt: weiss, und das Leben ist ein Hit. Dann wird man einmal im Jahr aus dem üppig mit Heu gefülltem Stall und auf ein Feld mit allerlei guter Dinge geführt und dann warten die Leute auch noch darauf, was man zuerst frisst. Was also sollte man nur zuerst fressen…
- Reis oder Mais: die Ernte und die produzierten Nahrungsmittel werden reichlich ausfallen
- Grüne Bohnen oder Sesam: die Ernte und die produzierten Nahrungsmittel werden reichlich ausfallen und die Nahrungsmittel die wir jeden Tag zu uns nehmen werden im ganzen Land verfügbar sein
- Wasser oder Gras — dann wird das Wasser reichlich sein und die Ernten reichhaltig.
- Alkohol — günstige Voraussetzungen für Transportation und der Export/Import-Handel wird florieren
Wir halten fest: Der Handel mit dem Ausland wird also nur dann florieren, wenn die Kühe Alkoholiker sind.
Auch die Kleiderwahl der die Pflügezeremonie durchführenden Personen hat Einfluss auf das kommende Jahr. Allerdings wird die durch astrologische Konstellationen beeinflusst, ist also weniger zufällig gewählt.
Die Ergebnisse der “Royal Ploughing Ceremony” (königliche Plfügezeremonie) in dieser Woche sagen ein regenreiches Jahr — Phra Kho Fa, Phra Kho Lert, Phra Kho Perm and Phra Kho Poon, so die Namen der Ochsen, fraßen Gras.
Das Spektakel wird von vielen Bauern beobachtet, die nach der Zeremonie auf das Feld dürfen und die eben gesäten Reiskörner wieder einsammeln. Man sagt, dass nur ein paar dieser königlichen Körner im eigenen Saatgut ausreichen, um eine reiche Ernte für das Jahr zu garantieren. Außderdem werden Reis-Samen von den Forschungsfeldern des Königs verteilt — 2695 Stück, um genau zu sein.
Auf den meisten Reisfeldern im Lande beginnt man auch an diesem Tag (vergangenem Mittwoch) die Aussaat.
Holy Cow!
Mein grüner Finger
Ich gebe ja höchst ungern an, aber ich habe es tatsächlich geschafft, nach über drei Jahren vertrockneter Stengel meine Orchidee vorm Haus zum Blühen zu bringen. Ein weiterer Grund mal wieder raus zu gehen…
Bombenanschlag auf Samui
Bombenanschläge in Einkaufszentren sind in Thailand gar nicht mal so ungewöhnlich — hier auf Samui jedoch schon. Gestern Abend wurde in einem Einkaufzentrum in Chaweng eine Autobombe gezündet.
Die Fakten (soweit man News-Berichte aus dem Internet und das Staatsfernsehen als Fakten bezeichnen kann) sind noch recht dünn:
- Gestern abend um 23.30 Uhr explodierte im Carpark des Central Festival Einkaufszentrum (ein nutzloses Einkaufzentrum mitten an der Beachroad in Chaweng) ein Pickup.
- 7 Personen wurden verletzt, darunter ein 12jähriges italienisches Mädchen. In der Regel befinden sich um diese Uhrzeit (kurz nach Geschäftsschluss) aber nur Thais auf dem Gelände.
- Der Pickup der als Autobombe verwendet wurde, in in Yala gestohlen gemeldet. Yala ist eine südliche Provinz Thailands in der Separatisten gegen das Thaimilitär kämpfen und einen von Thailand unabhängigen Staat aus den drei südlichsten Thai- und den drei nördlichsten Malaysischen Provinzen gründen wollen. Daher nimmt ein Teil der Ermittler an, dass es Separatisten waren. Allerdings wurden “so weit nördlich” noch nie von den bekannten Gruppen Anschläge verübt.
- In Suratthani, der Hauptstadt unserer Provinz hat es zum gleichen Zeitpunkt wie auf Samui zwei Explosionen und einen daraus folgenden Grossbrand gegeben. In Phang Na hat es ebenfalls gebrannt. Darüber wird nicht berichtet, weil dort keine Touristen in Gefahr sind und man somit auch kein Gesicht verlieren könnte.
- Der gestrige 10. April ist auch der 5. Jahrestag der gewaltsamen Niederschlagung der sogenannten Red-Shirt-Bewegung in Bangkok (24 Tote und mehr als 800 Verletzte). Weiterhin gab es in den letzten Wochen mehrere selbstgebastelte Bomben in Bangkoker Einkaufzentren, als deren Urheber Red-Shirt-Anhänger verhaftet und angeklagt wurden.
Somit ist klar, dass noch nicht viel klar ist, aber was kann man auch erwarten nach gut 14 Stunden. In den sozialen Medien kann man schon mehr Verschwörungstheorien und Bilanzen lesen. Die obligatorischen Hubschrauber mit Vertretern der regionalen Polizei- und Regierungsbehörden sind schon über unser Haus geflogen, also wird es wohl bald eine Pressekonferenz geben.
Es bleibt zu hoffen, dass der allgegenwärtige Wunsch, dem ohnehin angeschlagenen Tourismus auf der Insel nicht noch den Totesschlag zu versetzen, einer sauberen Aufklärung nicht im Wege steht.
Ich und meine Blog-Depression
Nun mal Butter bei die Fische: Wenn man die Entwicklung der Einträge hier in der Die Schreibbloga.de über die Jahre hinweg betrachtet sieht man einen Trend zum Nichts.
Ich gebe zu, ich habe das Blog etwas vernachlässigt.
Wobei, eigentlich habe ich es nicht vernachlässigt. Ich habe es jede Woche besucht, gecheckt, upgedatet, hier und da ein bisschen geputzt, gehegt und gepflegt, Einträge geschrieben und nicht veröffentlicht, Einträge gelöscht, Farben geändert…
Ich mag mein Blog. Es hält meine Entwicklung über die vergangenen 10 Jahre fest. Ich sehe mich als dummen naiven Thailandanfänger, als enttäuschten Looser, als sarkastischen “Wahlbeobachter”…
Was ich nicht mag, seid ihr, die Besucher.
Die Stummen: Es ist ok, ich sehe die Statistiken, ich sehe euch zwei!
Die Sextouristen mit Frau im Isaan: “Unter Thaksin war alles besser”, “Du weisst ja gar nicht, wie das wirklich funktioniert” usw.
Die Spammer: “Cialis, Viagra und alles was du brauchst um deine Frau glücklich zu machen”…
Die Rechtschreibnazis: “Ey, Cambodia schreibt man Kambodscha”, “Da hast du wohl ein Komma vergessen” und so weiter und so fort. Nutzloses Wissen.
Die Trolle: Leute, die auf Jahre alte Einträge ihre Kommentare posten und sich nicht entblöden, mit mir lange Email-Diskussionen anzufangen.
Und mehr Leser gibt es auch nicht wirklich hier.
Was ich auch nicht mag ist die berühmte “Schere im Kopf”, die verdammte Selbstzensur, um Himmels willen nichts zu schreiben was irgendwem hier oder dort nicht passen dürfte.
Wirklich deprimierend.
Und so überlegte ich mir, als ich neulich die Domain zu verlängern hatte, warum ich überhaupt dieses Wrack von Weblog noch weiter führen sollte.
Bis es mir einfiel: Wegen mir selbst. Als ich gegen 1994 anfing, Weblogs zu beschreiben, tat ich dies aus einer eher exhibionistischen Regung heraus. “Ins Internet so schreiben, was heute alles so passiert ist…”
Tja, könnte man auch heute noch so machen…
Ich denke mal, ich werde mich für ein paar Tage oder Wochen auf die alten Zeiten besinnen und nur für mich vor mich hin tippen und dann wieder die Frage stellen, warum ich dieses Wrack von Weblog überhaupt noch weiter führen sollte und eine Entscheidung treffen.
Soviel zu diesem Thema.
In diesem Sinne…
… wir lesen uns im nächsten Jahr wieder (Spätestens zum nächsten Jahresendvideo).
Ausgestempelt
Nach Meldung von HDVIsa, Koh Samui’s größter Border-Run-Company, hat es sich an den Grenzen Thailands erstmal ausgestempelt. Die Immigration vergibt keine Einreisestempel mehr sondern verlangt, dass man bei der Einreise ein gültiges Visum im Pass hat. Bisher erhielt man bis zu viermal einen Einreisestempel für 30 Tage, konnte also gut 4 Monate ohne Visum Thailandurlaub machen:
URGENT VISA INFORMATION: Starting IMMEDIATELY the Immigration at Thailand borders does not issue visa on arrival entry stamps anymore. On arrival you need to have a valid visa in your passport (Tourist, Non B, Non O, aso.) or you will not be able to enter Thailand. You will not get 30 days on arrival without a valid visa!
Please share this information.
[via HDVisa ]
Tausende Enten auf der Straße
Man kann ja so einiges auf den Straßen Thailands erleben, angefangen von Tieren (Ochsen, Hunden, Schlangen) die mehr oder weniger gemütlich die Straße entlang reisen, über Rostlauben die mit Seilen zusammen gehalten werden hin zu Mopeds mit 6 oder mehr Passagieren.
Enten jedoch sind mir noch nie begegnet. Bin mir nicht sicher wie ich auf die Enten oben im Video reagieren würde…
Schwerter und Federkiele
Wenn General Prayuth Chanocha nicht gerade demokratisch gewählte und undemokratisch bedemonstrierte Regierungen von ihren den Fortschritt behindernden Positionen wegputscht nimmt er schon gerne mal den Bleistift in die Hand und schreibt gefühlvolle Balladen nieder. So geschehen vor ein paar Tagen, als er ein Lied veröffentlichen lies, das die nationale Einheit herbeibeschwören soll. “Vertraut uns einfach, wir fragen nur nach mehr Zeit” usw…
Leider ist das offizielle Video zum Song ganz im Stil der Junta gehalten: Schwarzer Text auf weissem Grund. Die auf Youtube hochgeladene Ballade von der (nach Thailand) zurück kehrenden Glücklichkeit hat an ihrem ersten Tag 200.000 Abspielungen erfahren, in den nachfolgenden 10 Tagen etwa 80.000.
Egal. Ist ein netter Song, gespielt von der Königlichen Thailändischen Armeeband. Ich warte noch auf den Remix.
[via Nation Multimedia ]
Heute vor 68 Jahren…
Updates
Das nationale Friedens- und Ordnungs-Beibehaltungs-Komittee. Im Fernsehen.
Tag 2 unseres regelmässigen politischen Resets hier in Thailand. Im täglichen Leben auf der Insel merkt man nicht viel von Putschen, es sind nur mehr Kinder auf den Straßen — was normal ist wenn sie einen unoffiziellen zusätzlichen freien Tag bekommen. Lasset uns eintauchen in die Neuigkeiten vom Tage:
- Bis einschliesslich Sonntag (nicht meine Formulierung, aber ich vermute Sonntagsschulen sind auch verboten) haben die Schulen geschlossen zu bleiben. Was das mit “Bürger lebt euer Leben so normal wie bisher weiter während wir das Land in eine gluehende glorreiche Zukunft steuern” zu tun hat konnte mir noch niemand erklären.
- Am Morgen wurde via Fernsehen erklärt, dass die Ausgangssperre (22 bis 5 Uhr) nur für die Menschengruppen gültig ist, die nicht ausgehen müssen. Andere Gruppen die ausgehen müssen können ausgehen. Oder so ähnlich.
- Internetseiten (sowas wie der werte Leser hier gerade goutiert) können von den Internet Service Providern geblockt werden wenn sie die allgemein anerkannten Putsch-Regeln (schreib nichts was später gegen dich verwendet werden kann, schreib nichts, was die aktuelle Lage bewertet, schreib nichts über die Königsfamilie, schreib nichts, was den gemeinen Bürger “politisch verwirren” könnte usw.usf.) verletzen. [via Nation Multimedia ]
- Die Pheua Thai Partei (bis vor ein paar Tagen Regierungspartei) weiss nicht so ganz genau was sie mit der aktuellen Situation anfangen soll und wartet auf Rauchzeichen des Premierministers der beim letzten offiziellen Putsch (damals 2006) aus dem Land gejagt wurde. Ist nicht ganz so kompliziert wie es klingt, aber egal. [via Bangkok Post ]
- Fragt mich mal wer neuer Premierminister ist? Genau. Der Führer. General Prayuth. [via Bangkok Post ]
- Ein paar hundert Leute haben gegen den Putsch demonstriert. [via Prachathai ]
- Seit heute Abend können nicht-putschende Thais wieder ihre Soap-Operas ansehen. Fernsehprogramm is back to normal.
Updates
Ein paar Updates zur Lage in Thailand:
- Die Erklärung der Militärführung wurde um 16:30 veröffentlicht, bis 16:10 Uhr wurde noch mit den “Teilnehmern” der Sondierung-Gespräche der aktuellen Lage verhandelt. Danach wurden sie (Mitglieder der Übergangsregierung, der Opposition und der verschiedenen Demonstranten-Gruppen) in einen Bus gesetzt und weggebracht [via Nation Multimedia ]
- Die Fernsehsender des Landes werden durch ein militärisches Dekret gezwungen, alle Nachrichten der Militär-Regierung zu veröffentlichen. Logisch. [via Prachatai ]
- Ganz Thailand (anscheinend auch unser Touristenparadies Samui) unterliegt einer Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens. [via Bangkok Post ]
- Das Militär hat begonnen, die Demonstrations-Orte, angefangen bei der UDD, von Demonstranten zu bereinigen. [via Bangkok Post ]
- Niemand weiß, wo die bisherige Übergangsregierung abgeblieben ist. [via Nation Multimedia ]
- Und dann wäre da noch ein “Opinion Piece” in der New York Times zur aktuellen Lage, das relativ gelassen die einzelnen Punkte durch geht und mit einem “After a decade of misrule by pro- and anti-Thaksin governments, the Thai people deserve greater respect for human rights, stronger institutions and more accountability.” endet. [via New York Times ]
Mitteilung des deutschen Botschafters
Die Deutschenliste wurde eben vom deutschen Botschafter be-emailt:
Liebe Landsleute,wie Sie vermutlich bereits erfahren haben, hat der Oberbefehlshaber des thailändischen Heeres heute (22.05.) die Übernahme aller Exekutivbefugnisse durch die Streitkräfte erklärt. Damit ist die geschäftsführende Regierung de facto abgesetzt. Die Verfassung wurde außer Kraft gesetzt. Das zu Wochenbeginn verhängte Kriegsrecht gilt weiter.Ab sofort gilt zusätzlich für das gesamte Land täglich eine Ausgangssperre zwischen 22.00 Uhr und 05.00 Uhr. Die Bangkoker Hochbahn und der Airport Link stellen heute (22.05.) ab 20.00 Uhr ihren Betrieb ein.Derzeit kommt es in Bangkok zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Dies wirkt sich auch auf die Verbindungen von den beiden Bangkoker Flughäfen in die Innenstadt und umgekehrt aus Im Übrigen herrscht am Internationalen Flughafen Bangkok, Suvarnabhumi Airport derzeit noch normaler Betrieb. Nach ersten Informationen müssen Reisende spätestens um 22.00 Uhr am Flughafen eingetroffen sein.Ich möchte Sie ganz nachdrücklich bitten, die weitere Entwicklung weiter aufmerksam zu verfolgen. Die Lage kann sich jederzeit rasch ändern. Befolgen Sie bitte stets alle Anweisungen der Sicherheitskräfte und der Polizei. Halten Sie sich von Menschenansammlungen fern.Die Botschaft meldet sich natürlich wieder bei wichtigen Änderungen der Lage.Mit besten GrüßenIhr Rolf Schulze, Botschafter
Pochen.
Ich entsinne mich, beim letzten Putsch (dem letzten Offiziellen im Oktober 2006) notiert zu haben, dass politische Unruhen und Umwälzungen in Thailand immer im Mai oder im Herbst (September/Oktober) stattfinden. Dem ist nicht viel hinzu zu fügen…
Außer vielleicht, dass wir wieder einmal einen Putsch in Thailand erleben. Nachdem im April Thaksins Schwester durch einen Gerichtsbeschluss abgesetzt wurde und am Dienstag Kriegsrecht ausgerufen wurde hat die Armeeführung dann heute beschlossen, dass die politische Situation in Thailand nur durch einen Coup gelöst werden kann.
Gesagt, getan.
Thailands Food-Flagge
Das Syndey International Food Festival wird dieses Jahr unter anderem mit Nationalflaggen beworben, die aus in den jeweiligen Ländern vorhandenen Nahrungsmitteln erstellt wurden — Food-Flaggen. Darunter auch die Thai-Flagge — aus süßer Chili-Sauce, Kokosnussraspeln und Krabben.
[via Marvelous ]
In diesem Sinne…
… wir lesen uns im nächsten Jahr wieder.
Hüte dich vor dem Zorn der Frau!
Thailand ist das Land des Lächelns und der Überreaktionen. Beispiel gefällig? Eine Frau streitet mit ihrem Mann, verbrennt (seine?) Kleidungsstücke in ihrem Raum. Ergebnis: 42 Häuser niedergebrannt, 92 Häuser beschädigt, 401 Verletzte.
She promptly confessed to the crime, and stated that she was having a personal argument with her husband at the time. The suspect said she burned some clothes inside their room and continued arguing with her husband later. [Khaosod ]
Ich sage nur: Hüte dich vor dem Zorn der Frau!
Neulich am Strand
Google und Thailands Verfassung
Auf Google’s Constitute Website (einer gestern veröffentlichten Sammlung von Verfassungen weltweit) kann man auch die aktuell gültige Verfassung Thailands von 1997 lesen. Interessant wäre ja, wenn man eines Tages die verschiedenen Versionen gegenüber stellen kann und die Unterschiede herausstellen könnte. Zur Zeit (eigentlich seit die aktuelle Verfassung in Kraft getreten ist) wird in Thailand diskutiert, eine neue Verfassung zu schreiben.
Lin Ping geht
Lin Ping schlägt mal wieder (Nachrichten)Wellen. Unser (der erste und einziger in Thailand geborene) Lieblingspanda aus Chiang Mai verlässt uns nächste Woche in Richtung seiner noch nie besuchten chinesischen Heimat. Wie das so ist mit chinesischen Leihgaben — ihre Kinder gehören China. Nächsten Samstag beginnt die große Reise .
Nachdem die Thais aber den kleinen Panda beim Volk so beliebt und butterbrot-und-peitschenhaft zum Ablenkungsobjekt Nummer 1 gemacht haben, will man natürlich nicht los lassen und hat eine neue Vereinbarung getroffen. Lin Ping geht sich nur einen Liebhaber suchen (dass das nicht so einfach ist, haben wir [permalink id=“1104”]schon[/permalink] [permalink id=“1193”]mehrfach[/permalink] [permalink id=“1196”]erwähnt[/permalink]) und kommt in einem Jahr wieder. Für 15 lange Jahre.
Na denn warten wir mal auf viele süße kleine Babypandas…
Alles neu macht der <del>März, April, Mai, Juli, August,</del> September
Ach herrje, neulich (im Januar) stellte ich fest, dass die gut 50% der Besucher dieses Weblogs die Seiten mit mobilen Geräten aufsuchten. Hatte der Weihnachtsmann doch recht viele Pads und Smartphones verschenkt. (Heroische Musik startet) Und so nahm ich mir vor, meine Website mit einem “responsiblen Layout” zu versehen. Fast forward ein paar Monate und grade ging es mehr oder weniger (un)vollständig online.
Jede Menge unfertiges Design, neue Schriften und ein Layout, das (eventuell, vermutlich, wahrscheinlich, vielleicht) auch auf mobilen Geräten “nett” aussieht.
“So ganz fertig ist das aber noch nicht oder?” — “Ja nee. Ist es doch nie.”
Genug gebloggt aus dem Maschinenraum…
(angeblich nur) 50.000 Liter
Affen, die von Klippen springen
In Hua Hin springen die Affen zum Spass von den Klippen. Scheint bei dieser Hitze auch dringend notwendig zu sein :)
Katastrophenalarm
Eben im 7eleven — ein freundliches Hinweisschild hängt an allen leeren Regalen:
Sorry about product,
but shop close
from 12th to 30th July
because shop not live in disaster
Was freundlich übersetzt ungefähr heisst: “Sorry für dieses Produkt, aber der Shop schließt von 12. bis 30. Juli, weil der Shop nicht in Katastrophen lebt.”
Jetzt überlege ich schon die ganze Zeit ob das nun eine Unwetter- oder Renovierungs-Warnung ist.
Montag
Es ist Montag, ich falle aus dem Bett (jeden Montag falle ich aus dem Bett, weil “manche Leute” gerade Montags mit viel Elan in die neue Woche gehen und mir meinen Schönheitsschlaf (und wer mich kennt weiß, dass ich ihn dringend benötige) nicht gönnen.
Paff. Ich bin also wach. Auf zur Dusche. Dann zum Wasser-Kocher, den letzten löslichen Kaffee “aufbrühen” (nennt man das brühen wenn einfach kochendes Wasser auf einen Haufen Zucker mit ein wenig Koffein geschüttet wird?), dann hinein ins Office(Zimmer), die Maus kurz gewischt und sehen, ob was Neues ansteht. Steht nicht.
Mobil-Telephon checken — Batterie ist 100% geladen, ich nehme es vom Kabel. Das Handy ist ein chinesischer Nachtschicht-Klon eines frühen Samsung-Note. Nachtschicht weil es kein Samsung-Handy ist, sich aber trotzdem als Samsung-Handy meldet wenn man Updates laden will… Wie auch immer. 5 Minuten nach dem ab-Netz-kabeln steht die Batterie auf 14% und der erste Kunde ruft an.
“Ja, X geht nicht!”, Ich so: “Ja was genau geht denn nicht?”, Kunde I meint “Ich tippe die URL ein und die Seite kommt nicht.”
Ich hole aus dem Gedächtnis um die 10 Gründe zusammen, warum eine Internet-Seite nicht geladen werden kann und bekomme zu hören “Ach ja, Wifi ist ja ausgeschaltet.” Wifi an. Seite da. Anruf beendet. 8% Batterie. Handy ans Kabel gelegt.
Wenn das Handy am Kabel liegt, hat es einen Kurzschluss und ich bekomme regelmäßig einen Schlag am Ohr versetzt, wenn ich es am Kabel hängend nutze. Weshalb ich es nicht am Kabel hängend nutze. Das nur am Rande.
Kunde II ruft an: “Ich hab dir grade eine Email geschickt”. Ich so “Stimmt.” — Nach einer halben Stunde sind alle Punkte abgehandelt und wir haben noch kürzere Echo-Email-Unterhaltungen über den Tag verteilt.
Kunde I ruft an und erwartet eine Funktion im System, von der nie die Rede geschweige denn die technische Möglichkeit dazu war. Klar. Kann ich machen, gib mir ein paar Minuten. Nach ein paar Minuten ein Anruf von Kunde I mit “etwas ganz Anderes”. Letzteres über den Tag verteilt häufiger. Batterie in verschiedenen Lade-Zuständen unterhalb von 10%.
Kunde III antwortet auf eine Email vom Wochenende (das sind die beiden Tage die in zivilisierten Ländern der ersten Welt für Billig-Arbeitskräfte frei sind) und ruft 5 Minuten später an um sicher zu stellen, dass die Email auch an kam. Kam sie. Handy ist auf 8%.
Kunde IV schickt mir eine Email über das Kontaktformular auf meiner Firmenseite (“wie schön, dass du so einen einprägsamen Firmen-Namen hast, sonst hätte ich dich nicht gefunden, hab deine Kontaktdaten verloren.” — das ist der gleiche Kunde, der meine Visitenkarten einprägsam und unverlierbar findet) und hat Grosses vor (“Ich habe Großes vor”). Treffen morgen. Früh. “Wie früh ist eigentlich spät genug für IT-Leute wie dich?”… wir haben uns auf 9.30 am Morgen geeinigt.
Ich chatte Semi-Kunde I (bekommt alles gratis, aus der Nase gezogen) an, weil ich Kunde V, bester Freund von Semi-Kunde I, nicht erreichen kann. Kunde V ruft (“da muss es eine psychische Verbindung zwischen uns geben”) Semi-Kunde I an und wir drei vereinbaren einen Termin 30 Minuten später. Ich dusche, nehme das Handy vom Kabel (35%) und fahre auf meinem Motoroller dem Treffen entgegen.
Nach einigen, ehm, entspannten Wortwechseln mit für Kunden aus dem britischem Inselraum gängigen Verbalien wie “Cock, Fuck, Dick” und so weiter bin ich um ein paar unerwartete Geldscheine und einen Auftrag von Kunde V (“Just tell me how much the fuck I have to pay you”) reicher.
Ich fahre nach House (4%), hänge das Mobile ans Kabel (3%) und Kunde I ruft an.
Ich finde heraus wie ich Anrufe annehmen kann und auf Lautsprecher schalte, während es lädt (5% der Totesfälle in Thailand stehen in Verbindung mit zuviel Strom durch den Körper der späteren Statistik-Items).
Kunde I ruft an (“das letzte Mal heute”), danach noch ein paar Mal. Zuletzt nur noch eine Mail die auf “bis bald” endet.
Ich hoffe, dass “manche Leute” (siehe Absatz 1) mir was zum Aufrechterhalten meiner Körperfunktionen mit bringen. Leider regnet es. “It’s raining” scheint ein vollwertiger Grund zu sein, um zu verhungern. Ich fahre also im Tröpfelregen in den nächsten 7eleven um den Kühlschrank mit Glücklichmachern zu füllen.
Kunde III schreibt mir eine Nachricht auf Facebook und anschliessend eine Email, dass Kunde III mir eine Nachricht auf Facebook geschrieben hat. Mit Bitte um Beachtung. Ich beantworte die Email und ignoriere die Facebook Nachricht.
Gegen 19 Uhr klingen die Anrufe langsam aus, die Emails schwellen ab, die Luft kühlt ab. Das Handy hägt am Stromkabel und erreicht zum ersten Mal an diesem Tag einen Wert von über 50% Ladung.
Würde ich jetzt Facebook checken würde ich wahrscheinlich eine Nachricht von Kunde VI lesen können, der anfragt “Bist du da?”. Keine Antwort von mir dürfte als “Nein” gewertet werden. Hoffe ich.
Ich sitze mit einem Bier (Chang Export, alles andere würde morgen Morgen auf dem “Grosse Dinge”-Treffen mit Kunde IV nur einen schweren Kopf machen und betrachte mein Handy (71%) und überlege, wo um Himmels Willen ich eine neue Batterie für das Ding her kriege. Nett ist es ja… Halt nur Fake.
Einfach nur ein Montag.
PS: Ein paar Kunden habe ich überzeichnet, ein paar Kunden habe ich unterzeichnet. Wie schön, dass die wenigstens Deutsch sprechen ;)
Der Stromausfall des Monats
Normalerweise fällt ja in Thailand nie der Strom aus, weil alle Kabelnetze perfekt gewartet werden, immer genügend Strom vorhanden ist, alle Netze mit Backups versehen sind und überhaupt. Der Drei-Tages-Ausfall im letzten Dezember war ja mehr oder weniger ein Test wie man ohne Strom Kaffee kochen kann und nach wieviel Stunden die Ideen für Offline-Beschäftigungen aus gehen.
Gestern jedoch ging um 6.53 Uhr auf Samui der Strom aus und kam so schnell nicht wieder. Ich entsinne mich, dass in der Nacht dann kurz für 5 Minuten Strom kam — genug Zeit, um von Kopf bis Fuss eingeseift zu sein — und weg war er wieder (zumindest in unserer Gegend).
Anscheinend war ganz Südthailand ohne Strom (Phuket, Hat Yai, Samui und 14 südliche Provinzen)
Seit 10 Uhr heute Morgen haben wir wieder Strom und ich geniesse den Luxus von Kaffeemachine, Aircondition, Fernsehen und Computern.
Andere Bereiche auf Samui hatten eher wieder Strom und auf dem Festland spricht man von rund 2 Stunden Ausfall. Hat halt so seine Nachteile wenn man in einer unwichtigen Region wohnt wie ich.
Authorities said the power blackout was caused by a faulty high-voltage cable from Ratchaburi to Bang Saphan district in Prachuap Khiri Khan, the main power transmission line from the Central region to the South.
Ein Kabel. Eins. Ein einziges $#$%§ Kabel.
Pfingstwetter
The next generation
Konfliktlösung Thai-Style
Ich bin mehr oder weniger ein Geek. Das heisst ich verbringe meine Tage und Nächte vor Monitoren, trinke Bier (in Ermangelung an Mate-Getränken in Thailand) und tippe auf klebrigen Tastaturen herum.
Da wirkt es schon sehr blockend, wenn das Internet andauernd down ist. In den letzten Monaten hatte sich so ein Trend entwickelt: Punkt 18 Uhr wurde die Verbindung erst schlecht, dann unnutzbar und dann gegen Mitternacht kam sie zurück. Dummerweise ergab das einen Konflikt mit meiner mehr oder weniger aktivsten und produktivsten Zeitzone (18 bis 24 Uhr).
Nach gefühlten hundert Telephonaten (Ich: die Leitung ist down, Pakete gehen verloren, es liegt keine Verbindung an, kein Signal — der Service: ist Ihr Modem weiss oder schwarz?) kam dann eines Tages ein ergrauter “Ingenieur” vorbei und maas meine Leitungen aus. Mittags. Um Zwölf. Und hat natürlich kein Problem gefunden. Dann hat er mein (weisses) Modem bearbeitet und festgestellt, dass alles richtig eingestellt ist. Abends dann ging das Internet wie geplant runter und hoch und runter und hoch.
Nach weiteren gefühlten hunderten Telephonaten, in denen ich mich über die Wochen und Monate hinweg so langsam auf die oberen Management-Ebenen durchwählen konnte, besserte sich die Lage etwas (je höher das Management umso besser die abendliche Lage, man möge sich das notieren), um dann nach zwei Wochen wieder in den alten Trott zurück zu kehren.
An dieser Stelle mag mir etwas der Kragen geplatzt sein und ich könnte meine Stimme etwas erhoben haben. Von wegen “Rechnungen zahlen”, “Service anbieten”, “unfähige Mitarbeiter”, “kleiner grauer Ingenieur”, “kleiner Schraubenzieher” und so weiter.
Seit Montag geht das Internet immer um 11.30 morgens runter und kommt gegen 5 Uhr nachmittags wieder zurück.
Passend zur Siesta.
Happy Songkran!
Nach vielen Wochen Trockenheit regnet es endlich mal wieder richtig ;)
Suchbild (Auflösung)
Auflösung zum Suchbild von gestern.
Suchbild
Mein (gregorianisches) Silvester
Auf vielfachem Wunsche hin hier nun ein Beitrag mit all den Einzelheiten zu den Umständen und Veranstaltungen die mein letztjähriges Silvester umgaben:
Bin um 10 Uhr abends ins Bett gegangen und habe die Nacht wunderbar durch geschlafen.
Wir chillen…
Pokki und Soosie, die beiden Shih-Tzu’s, chillen auf der Couch und sehen den Dingen die da kommen mögen gelassen entgegen.
Lost in Thailand
Ein chinesischer Film a la “The Hangover” macht derzeit Furore — “Lost in Thailand” hat in den rund 10 Tagen, seit der Film angelaufen ist mehrere Rekorde gebrochen: 33.000 Vorstellungen mit 3 Millionen Kinogängern an einem Tag (logischerweise über das Land verteilt), das höchste Einspielergebniss aller Zeiten am ersten Tag, und so weiter und so fort.
Dabei ist es (nur) eine für Asien typische Slapstick-Komödie in der alle für Thailand wichtigen Fakten (Mönche, Massagen, Ladyboys, Fusshautschuppen abknappernde Fische und Wasser) abgehandelt werden. Wie man im Trailer oben (oder hier und hier ) selbst sehen kann.
Ich persönlich mag ja chinesische Filme. Habe mir damals “Kung Fu Hustle” wochenlange im chinesischen Original Ton ange- und mich nicht satt sehen können.
Wahlen (Thai-Style)
Habe mich gerade mit einem Thai-Freund über die heute stattfindenden Bürgermeister-Wahlen auf Samui unterhalten. Seit drei Monaten hat Samui den Stadt-Status, weshalb eine neue Stadtverwaltung gewählt werden muss. Mal abgesehen davon, dass das um Weihnachten herum geschehen muss (Alkoholverbot) bin ich sehr froh, dass die wochenlange Dauerbeschallung aus zu Wahlplakaten umgewandelten Pickups heraus nun endlich vorbei ist und nur noch der zweimal wöchentlich verkehrende “Wet-T-Shirt-Contest”-Truck mit seinem mir eher genehmen Drum’n’Bass Gewummere meinen täglichen Mittagschlaf stören wird.
Allerdings ergeben sich ganz andere Probleme, wie ich in dem erwähnten Gespräch lernen durfte:
Ich: Bist du schon wählen gegangen?
Er: Ich gehe gleich.
Ich: Und lässt du dir auch deine 5000 THB geben?
Er: Es gibt nur 2000. wenn du 5000 willst, musst du deinen Ausweis mitbringen und sie schreiben dich auf.
Tja, könnte ja später raus kommen wem man so seine Stimme verkauft hat. Der amtierende Bürgermeister wird sich jedenfalls über diese gut angelegten 2000 Baht freuen…
Breaking News des Tages
Die Seriösität eines Mediums bestimmt sich meist durch die Themen die man dort wählt. Heute die Bangkok Post .
Toonami
Die Pressemitteilung des Tages ist die von “Toonami” , einem Cartoon-Fernsehsender, der am 1. Dezember in Thailand starten soll.
Neben dem für so ziemlich jedes Land in Südostasien überaus dümmlich und unsensibel gewählten Namen findet der folgende Absatz meine Aufmerksamkeit:
“With the launch of Toonami, Thai kids will have 24/7 access to the most electrifying entertainment available. For the first time anywhere in the world, viewers will be able to see the Spider-Man and the Hulk meet Iron Man and Goku on the same channel. It really is the ultimate home of the action hero,” said Sunny Saha, Senior VP and Managing Director, Turner International Asia Pacific.
Das heißt so viel wie “Mit dem Launch von Toonami werden die Kinder in Thailand die Möglichkeit haben, rund um die Uhr die elektrisierendsten Unterhaltungsprogramme blablabla Marketinggefasel blablaba.” — habe mal die wichtigen Stellen im Text markiert.
Ich frage mich gerade, welche Kinder um 2 Uhr Morgens Fernsehen kucken müssen (und suche bei Google gerade nach Goku).
Endlich mal wieder ein Präsident…
Die Thai-Presse berichtet schon seit Wochen vom bevorstehenden Besuch des amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Sicher bestätigt ist er erst seit einer Woche, weil er von seiner Wiederwahl abhing — was für ein nicht unbedeutende Interesse an den Wahlvorgängen dort sorgte — schließlich hat man nicht so häufig einen Präsidenten im Land.
Und so berichtet man nun seit einer guten Woche von den vielen freudigen Aktivitäten auf dem “zwei Tage dauernden” Besuch. Das wahre Besuchs-Programm sieht dann folgendermaßen aus:
- heute 15 Uhr: Präsident landet auf dem Don Mueang Airport und wird vom stellvertretenden Premierminister empfangen
- heute 16 Uhr: Präsident besucht den Wat Po (“one of the iconic cultural sites in Bangkok”)
- heute 17 Uhr: Präsident erhält eine Audienz bei König Bhumibol
- heute 18 Uhr: Präsident trifft Premierministerin Shinawatra im Regierungshaus, wo man “bilaterale” Gespräche, eine gemeinsame Pressekonferenz und ein Dinner halten wird
- danach: Präsident verbringt den Abend mit amerikanischen Expats und Botschaftsangestellten aus Thailand und anderen asiatischen Ländern
- die Nacht verbringt er dann im Four Seasons in Bangkok
- morgen früh: Präsident verlässt Thailand via Airforce One nach Myanmar.
Zwei mehr oder weniger symbolische Tage.
…we felt it was very important to begin this trip by visiting a U.S. ally. Allies are the cornerstone of our rebalancing effort in Asia. And Thailand is actually the oldest treaty ally of the United States, an ally since 1954 and a key partner in Southeast Asia. — via Press Gaggle
Vielleicht sagt er ja auch was zu den ungenannten Problemen im Land. Als Verbündeter kann man das schon mal machen…
Shoppen bei Thaisawadee
Seit einiger Zeit nun schon kann man in der rechten Spalte dieses kleinen Blogs ein Werbebanner von Thaisawadee.de — dem Online-Shop für alles Schöne und Nützliche aus Thailand — sehen und auch klicken. Ich sage das nur, weil fast niemand klickt ;) und ihr somit die ganze schöne Shopping-Welt verpasst.
Thaisawadee ist so etwas wie der kleine Asiatika-Laden unten bei euch um die Ecke, mit dem kleinen Unterschied, dass die Waren nicht verstaubt in Regalen vor sich hin warten sondern alles fein säuberlich über das Internet abgewickelt werden kann. Ob es nun Blattgold , Massage-Balm , Kokosnuss-Öl oder gar Räucherstäbchen um die Winterzeit einzuläuten sind, man findet alles gut sortiert. Nur Tütensuppen fehlen irgendwie.
Übrigens: Blattgold ist ein interessantes Thema. Wenn man durch thailändische Tempel wandelt, sieht man häufiger Bhudda- oder Mönchs-Statuen, die an manchen Stellen mit Goldpapier beklebt sind. Das macht man für das gute Gewissen und das Karma. Im Shop drüben kann man aber auch essbares Goldpapier erwerben — für die nächste Gold-Torte, um den Chef zu imponieren.
Alle Jahre wieder
Aus aktuellem Anlass mal wieder ein altes Video: Alle Jahre (oder 6 Monate) wieder haben wir Situationen wie die oben im Video im Hause zu ertragen. Soosie geht dabei ziemlich forsch vor und erinnert den ball-losen Pokki an ebendieses Manko. Das geht die ganze Nacht und den ganzen Tag so. Sag ich nur mal, für den Fall, dass sie plötzlich verschwindet ;)
Eine lange Geschichte…
Sauber (5 Minuten lang)
5 Minuten lang sauber, bezopft und zufrieden mit sich und der Welt. 5 Minuten bis man wieder im Dreck rumschnüffeln kann und all die Arbeit zunichte machen kann. Unbezahlbar.
Bowling
Rundreise oder Strand? Oder beides?
Samui ist das Usedom Thailands — wer hier Urlaub gemacht hat und keinen anderen Ort in Thailand (außer vielleicht Bangkoks wunderschönem überfüllten Flughafen Subvarnabhumi) besucht hat, war meiner Meinung nach noch nicht wirklich in Thailand. Samui wird gut aufbereitet an den Touristen weiter gegeben. Sonne, weiße Strände, türkisfarbenes Wasser, Teakholz-Pool-Liegen, gutes Essen, teure Taxis, freundliche Menschen an jeder Ecke — genau was sich manch einer unter Thailand vorstellt.
Dabei ist das Thailand auf dem Festland viel interessanter, abwechslungsreicher und abenteuerlicher. Thailand ist die Haupt-Urlaubsregion in Asien, was nicht nur am guten Preis-Leistungs-Verhältnis liegt — wenn man erstmal den Flug bezahlt hat, kann man für wenig Geld viel Spass haben.
Ich empfehle allen immer, die Reise noch mit einem der in Überfülle vorhandenen Feiertage wie Songkran, Loy Krathong oder dem Chinesischen Neujahr zu verbinden, dann erlebt ihr neben Essen, Shopen und der Landschaft auch gleich noch ein bisschen Kultur (hin und wieder etwas skuril).
Genau genommen sind die eigentlichen touristischen Ziele in Thailand ja die Orte, die man aus Filmen und Geschichten kennt: das geschäftig versmogte Bangkok mit seinen Kanälen, dem Chao Phraya Fluss, Shopping-Zentren und vielfältigem Essen, Chiang Mai und Chian Rai im Norden mit dem kühleren Klima und den Bergvölkern, die Eisenbahn-Brücke am River Kwai, Elephantenfestivals wie beispielsweise das jährlich im November stattfindende Festival in Surin im Isaan (Fussball spielende Elephanten… muss man gesehen haben), Ayudhaya — die alte Hauptstadt Siams, und vieles mehr.
Der beste Weg um “das echte Thailand” kennen zu lernen ist also eine Thailandrundreise — auf sich allein gestellt oder organisiert.
Wenn man sich ohne Reiseveranstalter auf die Reise wagt, dann ist WikiTravel wahrscheinlich ein guter Startpunkt um an Informationen und Reisetipps zu kommen. Günstige organisierte Thailandrundreisen kann man bei Djoser.de buchen . Wenn ich die Angebote richtig lese, dann bekommt man da genau die richtige Mischung aus Rundreise und Strandleben und muss sich keine Gedanken um die Organisation machen.
Also auf in den Urlaub.
Wie aufregend!
Einer der Gründe, warum ich so gerne die lokale englisch-sprachige Presse lese: die Reporter hier sind leicht erregbar…
Habe mir sagen lassen, dass so eine goldene Goldmedaille auch mit einem ersten Platz daher kommt.
Bangkok Flood Watch
Wenn in den nächsten Tagen das thailändische Internet zusammen bricht, dann liegt das nicht am ohnehin schlechten Service sondern an der neuen Website Bangkok Flood Watch . Hier kann man (anders als man sich bei diesem schlecht gewählten Namen denken mag) nicht die Fluten in Bangkok, sondern einen Test des neuen Wasser-Entsorgungs-Programms ansehen — live, via Videostream. Da lassen sie (diesmal kontrolliert) Wasser aus den Reservoirs im Norden und Osten und prüfen, ob es durch Bangkoks Kanäle sicher gen Golf von Thailand geleitet wird (ohne wie vergangenes Jahr geschehen die Stadt unter Wasser zu setzen).
Seien wir gespannt.
Jetlev-Flying für alle!
Was ich im Januar schon sagte, hat nun auch der Spiegel entdeckt : Jetlev-Flyer — nette wasserbetriebene Flugspielzeuge. Für die Reichen und — hier auf Koh Samui — für Jedermann.
Somchai, Somsak und Somporn
Die nach Angaben des thailändischen Innenministeriums beliebtesten (männlichen) Vornamen in Thailand sind:
- Somchai (240000 Thais mit diesem Vornamen)
- Somsak (230000)
- Somporn (210000)
- Somboon (170400)
- Prasert (170000)
Irgendwie scheint Som ein recht gerne genutzter Namensbestandteil zu sein. Einfach übersetzt bedeutet Som Orange oder säuerlich. Jeder kennt mindestens einen Somporn, Somsak oder Somchai, richtig?
Übrigens gab es zum Jahreswechsel genau 64076033 Thais, davon waren nur 31529148 Personen männlich — womit geklärt wäre, warum soviele Thaifrauen ihre Männer aus anderen Bevölkerungsgruppen wählen :)
Samui-Penang via Flugzeug. Wieder.
Vor ein paar Jahren konnte man mit Firefly , einer malaysischen Fluggesellschaft, von Samui direkt nach Penang fliegen. Das passte vielen in den Kram, die aller drei Monate auf Visa-Run gehen müssen. Irgendwann dann flog man nicht mehr, weil sie mit der Linie nur Verluste eingeflogen haben. Nun gibts die Direktverbindung ab August wieder . Solange bis sie das Ganze wieder durch rechnen und die Strecke aus Kostengründen abschaffen.
Siamesische Sechslinge
Thailand wäre nicht Thailand, wenn die Geburt von Sechslingen in der vergangenen Woche (die ersten Sechslinge, die in Thailand geboren wurden, wie andersorten auch mit etwas Nachhilfe) nicht mit einem dieser merkwürdigen Nebensätze versehen worden wäre:
The six babies were named after their parents‘ favourite car brands: Audi (girl), Fortune (Toyota Fortuner) (girl), Porsche (boy), Mini (girl), Volks (boy) and Fiat (boy).
…
Das Panda-Orakel
Lin Pin schlägt mal wieder zu. Unser Lieblingspanda aus Chiang Mai hält als EM-Orakel her und macht meine mickrigen Versuche auf ewigen Ruhm damit zunichte. Für das vergangene Nacht stattgefundene Spiel sagte sie voraus, dass Deutschland gewinnen würde.
… Nun, das entspricht nicht ganz dem Ergebnis, aber wenn man mal genauer hin-liest wie das Orakel interpretiert wurde, ist das ja offensichtlich, dass man das falsch gemacht hat:
The three year-old panda, who was born in Chiang Mai zoo, was presented with two separate balls with the national flags of Germany and Italy on them. She was seen hurriedly walking to the ball with the German flag and didn’t even glance at the ball bearing the Italian flag. She later played with the German flag.
She was next present with balls bearing the Spanish and Portuguese flags. This time Lin Ping plays first with the Spanish ball before moving on to that of Portugal. The prediction was that the competition would be fierce but that Spain will win.
Ich selbst habe übrigens neulich meinen Wodka nur aus dem deutsch-beflaggten Glas getrunken und Deutschland hat gewonnen. Damals, als das deutsche Team noch Fussballspiele gewann.
Der Silvio Berlusconi Thailands
Ein wunderbares Portrait über Thaksin Shinawatra, das, trotzdem es in English geschrieben ist, schon mit dem Titel das Ganze auf den Punkt bringt:
Somehow, Thaksin keeps a straight face as he compares himself to South Africa’s Nelson Mandela or India’s Mahatma Gandhi. Yet every stop Thaksin makes is an opportunity to play the martyr for the local media. Each visit is a chance to organize major rallies and embarrass officials in Bangkok.
William Pesek in “The Silvio Berlusconi of Thailand "/Bloomberg.com
Lesen! Oder Englisch lernen und dann lesen, bis dahin zieht sich der Ist-Zustand sowieso noch hin.
Das Ramadan-Rätsel (2012)
Die Frage: hier
Die Antwort: Technisch gesehen am 20. Juli 2012. Je nach Zeitzone, Ort und Sicht beginnt Ramadan dieses Jahr am Abend des 19. oder 20. Juli.
Das Samui?! Euro-2012-Orakel.
Ich werde mich heute als Euro-Orakel betätigen, denn wie der Zufall es so wollte, haben wir durch den cleveren Kauf einer Jahres-Ration Whitening-Creme 16 kleine Euro-Gläser in unseren Besitz und auf unseren Fernsehschrank gebracht. Mit der Flasche und den Gläsern wird sich schon etwas auf die Beine stellen lassen. Nach ein paar Fein-Abstimmungs-Spielen kann ich dann wahrscheinlich das Ergebnis des Final-Spieles mit ein paar Schlucken ermitteln — alles nur eine Frage der Übung.
Als ich dann heute checkte, wer denn gegen wen spielt war ich doch reichlich verwundert. Fast so verwundert wie ich war, als ich den Packen “GruppeA-Gläser” in die Hand bekam.
Rauchende Kinder
Sehr clever. Und anscheinend wirksam.
Verschnupfte Schweine
In Nakhon Ratchasima wurde bei mehr als 40 Patienten die Schweinegrippe (die ältern unter meinen Lesern werden sich erinnern, das war im Jahr 2009 mal die Seuche des Jahres) diagnostiziert . Es gibt (offiziell) natürlich keinen Grund zur Besorgnis — trotzdem ist es interessant, wie lange sich sowas in der freien Natur halten kann.
Familienphotos über Kontinente hinweg
Das hier ist eine wirklich gute Idee: Mit Skype und einem Beamer bringt der Singaporeaner John Chang Familien zusammen für ein Familienphoto der besondern Art. Jetzt muss nur noch ein Beamer her ;)
Nach dem Friseur ist vor dem Friseur
Das Office
Auf Wunsch einer Einzelnen hier eine Detailansicht meines Urlaubs-Traum-Insel-Freelancer-Offices.
Links der zweite Monitor fürs Notebook (das in der Mitte steht), rechts der Monitor für den kleinen Rechner der ganz links unten steht, vorne das Keyboard, rechts das Zeichenbrett, links die Kopfhörer.
Das sieht teurer aus als es ist, das wahre Kapital sitzt meist auf dem Holzstuhl davor.
Internet. Oder auch nicht.
Dies und das zum interessiertem Informations-Update:
- Bin umgezogen
- In ein Haus gelaufene 30 Meter vom alten Haus
- Selber Hausbesitzer
- 4 Tage nachdem ich umgezogen bin fing ebendieser Hausbesitzer an, sich über den Zustand des “alten” Hauses zu beschweren, in dem ich gute drei Jahre gewohnt habe
- Zustand des alten Hauses war genauso wie bevor ich es bezogen habe (ist das korrekte deutsche Grammatik?) — aber egal
- Internet: Heute (nach nur 5 Tagen) kam “jemand” und hat ein Kabel vom alten zum neuen Haus gezogen, welches das neue Haus mit Internet besorgt. Bin gespannt, was der Internetanbieter dann beim ersten offiziellen Besuch sagen wird. Ich durfte für das Kabel um ein paar Häuser herum unter meinem neuen Haus durch ins Wohnzimmer hinein nur 1000 Baht zahlen. Hammwerja.
- Die Hunde sind relativ zufrieden. “Relativ” bedeutet eine groessere Szene jeden Morgen beim Gassi gehen, wenn sie denn des alten Hauses angesicht werden. Dazu später mal mehr.
- Nichtsdestotrotz ist das Internet seit gut zwei Monaten (auch am alten Haus schon) eine recht unstabile Sache. Eines Tages gings nicht mehr — ich rief an, sie “fixten” es. Bei der Monatsrechnung stellte ich dann fest, dass sie mich auf den “alle leute”-Tarif geswitscht haben. So eine Internet-Leitung wo alle Leute an der Strasse dran hängen. Vorher wars fast eine eigene Leitung, weil sich auf der Insel niemand mehr mit einer 4MBit-Leitung zufrieden gibt — nur die, die merken, dass 100 Leute auf einer 8MBit-Leitung eine 4MBit-Leitung mit nur ein oder zwei Nutzern preferrable macht.
- Wie auch immer. Lebe noch aus Kisten, habe aber fast alles lebens- und arbeitsnotwendige eingerichtet.
- Übrigens versuche ich diese Website seit gut 12 Monaten von Textpattern auf WordPress um zu ziehen. Das nur als Grund, warum die Updates weniger regelmäß als Soosies Hitzewallungen kommen… man mag sich bitte nicht über meine Update-Frequenz beschweren — bin immer noch frequenter als andere Möchtegern-Samuianer.
- Mal ganz abgesehen davon: solange die Anzahl der Kommentare geringer als die der Einträge ist…
Später mal mehr.
Mein neuer Nachbar
In einem Baum direkt neben meinem Haus hat sich der obige Nachbar eingemistet. Grün, sehr lang , schlangig.
Hab das kurz bei meiner Hausbesitzerin angesprochen, die plötzlich sehr geschäftig nach dem Gemahl suchte — meine letzten Schlangenmeldungen wurden noch sehr entspannt abgenickt. Wie auch immer, nach einigem Hin und Her bekam ich folgendes zu hören:
Green Snake — your friend, brown or black snake bad, red snake — very bad — you scream!
Ok. Will do.
Immigration – The movie
Ein kleiner dramatischer Überblick über des Farangs liebste Thai-Behörde. Der Soundtrack zum Film ist im örtlichen Handel erhältlich.
Demnächst im Kino: Mae Naak 3D
Thais lieben Geistergeschichten und Mae Naak Phra Khanong ist eine der bekanntesten Geistergeschichte in Thailand.
Mae Naak war eine junge Frau, die Mitte des 17. Jahrhundert unter König Rama III lebte. Sie wurde in Phra Khanong in der Nähe von Bangkok geboren. Als Mädchen verliebte sie sich in Nai Maak, einen Mann aus ihrem Dorf. Die Beziehung wird nicht gerne gesehen, denn Maak ist um einiges ärmer als sie. Trotzdem heiraten sie, Naak wird schwanger und Maak kurz nach der Heirat zum Militärdienst eingezogen. Naak stirbt mit dem ungeborenen Kind bevor Maak zurück kommt und wird traditionsgemä? sofort verbrannt. Trotzdem geistert sie seither ruhelos im Dorf herum.
Maak kommt aus dem Krieg zurück und trifft auf seine Braut und ihren gemeinsamen Sohn, nicht ahnend, dass er es mit einem Geist zu tun hat. Naak hat die Dorfbewohner soweit eingeschüchtert, dass sie nicht wagen, Maak die Wahrheit zu sagen. So kommt es, dass Maak und Naak vermeintlich glücklich zusammen leben bis zu dem Tag, an dem Naak eine Zitrone vom Boden aufhebt ohne sich zu bücken.
Nun, Maak ist relativ geschockt und verlässt sie sofort. Mae Naak folgt ihm und tötet alles und jeden der zwischen sie beide kommt. Maak flüchtet sich schlie?lich in einen Tempel, den Mönchen gelingt es, sie in einem Gefäss einzuschlie?en und diesen in den Fluss zu werfen.
Man sagt, dass man mit der Erwähnung des Namens “Mae Naak” Kindern einen Riesenschrecken einjagen kann.
?brigens ist das eine Geschichte, die je nach Region anders erzählt wird. In manchen Versionen meldet sich Maak freiwillig zum Militärdienst, in manchen Versionen befreien Bauern Naak aus ihrem Gefä? und sie geistert und mordet weiter, in manchen Versionen wird Maak später zum Mönch, in manchen Versionen heiratet er wieder (was Naak erzürnt und wieder erscheinen und morden lässt).
Alle Erzählungen sind sich aber darin einig, dass Naak aus tiefer Liebe heraus die Kraft zum “Herumgeistern” zieht und keine Ruhe findet und als Maak sie zurück weist zum Rachegeist wird, der sie am Ende ist. Manchmal ist sie sogar der Held der Geschichte.
Demnächst kann man sich dann die gefühlte hundertste Verfilmung der Geistergeschichte in 3D im Kino ansehen.
Kreuzfahrtstau
Neuerdings kommen die Kreuzfahrtschiffe schon im Doppelpack in Nathon an. Entsprechend voll war die Insel auch am Mittwoch — jede Menge, ehm, älterer Touristen — ihr wisst schon, die mit den Stöcken — und jede Menge Japaner und Koreaner — ihr wisst schon, die mit den Kameras.
Sonne
Neulich am Pool
Weisheit
Abends am Strand
Lifelines
Grün
Eben im Family-Mart
“Hey, bist du nicht der Patrick aus’m Blog?”
Hat auch nur 7 Jahre (und ein paar Tage) gedauert ;) Ich glaube meine Antwort war “Oh Gott”.
Explosiv
Gestern abend wurden die Feierlichkeiten zum Chinesischen Neujahr (Willkommen im Jahr des Drachens!) in Suphan Buri von einem Feuerwerks-Unglück überschattet: Teile einer Rakete explodierten zu früh und fielen in ein Zelt, das ungenutzte Raketen enthielt. Die resultierende Explosion hat bisher 4 Menschenleben gekostet, fast 90 Zuschauer verletzt und mehr als 100 Wohnung/Häuser in Brand gesteckt.
Interessant am Video oben ist vor allem eine Sache: Niemand kommt auf den Gedanken, dass die Explosion ungewollt ist und bei einer Explosion diesen Ausmaßes definitiv Menschen zu Schaden gekommen sind. Sicherheitsdenken ist leider nichts, was in Thailands Schulen gelehrt wird.
Auf Samui wurden vor wenigen Wochen noch viele Feuerwerks-Firmen und -Shops von der Polizei geschlossen in einem dieser in Thailand verbreiteten “Crackdowns”. Ich habe mir sagen lassen (von einem der nicht geschlossenen Feuerwerker), dass die nun noch auf der Insel vorhandenen Spezialisten ausgebildet und sicher sind.
Das Geschäft mit dem Feuerwerken ist lukrativ und leider haben sich einige Firmen ohne die entsprechende Ausbildung (außer “Schwarzpulver kracht wenn man es anzündet”) nieder gelassen um ein Stück vom Kuchen abzubekommen.
Kindertag
Heute (wie jedes Jahr am zweiten Samstag im Jahr) wird in Thailand der Kindertag begangen. Frohes Kindervolk darf in Bangkok an den Panzern des Militärs spielen und Photos schie?en. Auf den Flügen der Thai Airways bekommen die Kinder ein “Spezial-Menü” und und und…
Mir hat ein Scherzbold heute 100 Baht aufs Handy geladen mit den Worten “Happy Childrens Day!”. Was es damit auf sich hat, muss ich noch heraus finden ;)
Neues Geld braucht das Land!
Am 18. Januar 2012 gibt die Thailändische Staatsbank (BOT) eine neue 50Baht-Note heraus. Das Datum ist genau gewählt, weil auf der Rückseite (auf der Vorderseite ist wie immer König Bhumibol abgebildet) König Naresuan dargestellt ist und am 18. Januar “sein” Feiertag ist.
Auf die gleiche Art und Weise werden in den nächsten Jahren vermutlich die anderen neuen Banknoten herausgegeben, eine pro Jahr:
- 20 Baht an einem 29. Mai (König Ramkhamhaeng)
- 500 Baht an einem 6. April (König Rama I)
- 1000 Baht an einem 23. Oktober (König Chulalongkorn) und
- 100 Baht an einem 28. Dezember (König Taksin)
Die Rückseite soll je nachdem wie man den Geldschein hält von rot nach blau scheinen. Bin gespannt wie sich das Geld dann anfülen wird.
Rangordnung
In Thailand ist, wie man im Video sehen kann, die Rangordnung sehr wichtig. Da kommt ein “ranghöherer” Offizier durch die Personenkontrolle im Subvarnabhumi Flughafen in Bangkok und schlägt dem jügeren und rangniedrigeren Kontrolleur mal so eben auf die Ohren um nicht kontrolliert zu werden.
Wer weiss was man so schon alles durch die Kontrollen geschmuggelt hat.
Der ranghöhere Schläger wurde nun zur Polizei zitiert … kann man ja nicht durchgehen lassen, wenn das ganze Internet zukuckt.
Der nächste Trend
Der nächste Trend an den Stränden Samuis (und Thailands) nach Schwimmen, Sonnen, und diesen Wellenreiterdingern die man im Hintergrund sehen kann ist: Jetpacks. Düsengetrieben durch die Wellen reiten. Vor ein paar Tagen durfte ich das erste dieser Dinger aus der Ferne (250 Meter entfernt… was sagt das über meine sü?e kleine Kamera aus?) betrachten und ertragen.
Unglaublich viel Lärm, man ist an dieser Boje festgehängt, die da im Wasser hinterher treibt und der ganze Spass dürfte maximal um die 10 Minuten dauern, dann ist der Gas-Tank leer.
Ist also nichts mit James-Bond-Manövern. Wird die Touristen aber anlocken. Das Gerät kostet in Komplettausstattung wohl um die 5.000.000 Thaibaht, was ich (wenn ich das Geschäft führen dürfte) mit 1.500 Baht pro “Jetpack-Ride” verkaufen würde.
Bald an jedem Strand auf der Insel.
Hat der Hund gefressen
Habe gerade tatsächlich die “My dog ate it”-Ausrede benutzt, um den Hausherren abzuwimmeln der nach der unbezahlten 150 Baht-Rechnung (um die 4 Euro) fürs Wasser fragte. Hmm. Eigentlich wollte ich das irgendwann für größere Beträge verwenden…
Happy New Year
Jahresrückblick
Soso, wieder ein Jahr rum gebracht, die Produktion von Thai Beverage Plc mit meinen Käufen am Leben gehalten und 8500km auf der Insel verfahren (das sind nur um die 150 Inselumrundungen habe ich gerade fest gestellt. Das sollten wir ändern).
Höchste Zeit also, den Jahresrückblick für 2007 fertig zu stellen.
Guten Rutsch und wir lesen uns nächstes Jahr wieder :)
Dramatische Zeiten in Asien
Kim Jong Il ist tot. Herzinfarkt im Zug. Ich weiss genau, warum ich auch in Thailand immer mit dem Bus reise.
Da ich (wie jeder, der was von sich hält) meinen eigenen (ok, ich gebe zu, auch nur Süd-)Koreaner habe, versuchte ich heute mal das generelle Sentiment zu eruieren:
Ich: Oh. Kim Jong Il ist tot.
Er: Was? Wirklich? Soso…
Ein paar Stunden später:
Ich: Die Aktienmärkte in Asien zeigen alle nach unten.
Er: OH MEIN GOTT!!! WIRKLICH?!?
Soso.
I don’t like
Bis vor kurzem noch in der Kuriositätenabteilung der lokalen Presse versteckt: Wenn man (als Thailänder, oder als Ausländer in Thailand) auf Facebook eine Seite “liked”, die von den jeweils Regierenden oder gegen ebenjene Arbeitenden nicht gemocht wird, dann kann man wegen Majestätsbeleidigung angeklagt werden . Sagt der Chef der staatlichen Zensurbehörde und der muss es ja wissen.
Laut Gesetz ist es eben verboten, über die eigentliche Beleidigung (oder was dafür von den jeweils Klagenden empfunden wird) zu berichten, weil man damit die Majestätsbeleidigung wiederholt. Was zu den Pünktchen im “I shall … by staging coups” in einem Artikel zu einem Thai, der eine Seite bei Facebook unterhielt, führt.
In einem Land, in dem man wegen beleidigender SMSses zu 20 Jahren (4 SMS a 5 Jahre) verurteilt werden kann, ist das nichts Besonderes mehr…
Hochwassererklärvideo III
Teil III der Hochwassererklärvideos ging gerade online. Diesmal mit Schlangen. Derweil panikt Bangkok vor sich hin, die Prime Ministress hat Tränen in den Augen , wenn sie von den zwei Wochen berichtet, die die Regierung nun schon gegen die Fluten kämpft (die Fluten selbst schwappen schon seit 8 Wochen durchs Land) und in der Hauptstadt will man Straßen zu Kanälen machen.
Hochwassererklärvideo II
Teil II der Hochwassererklärvideos.
Hochwassererklärvideo
Im thailändischen Internet macht gerade dieser Film (und bereits eine Fortsetzung) die Runde, in der die ganze Hochwasserlage einfach und verständlich erklärt wird — ohne Panikmache. Ein gutes Beispiel, wie Kommunikation heute erfolgen sollte. Wäre ich Prime Ministress, würde ich davon Gebrauch machen…
Thai mit enlischen Untertiteln… Und mit Walen.
Hochwasser-Parking-Lot
In Bangkok darf man jetzt auf den Hochstraßen parken. Was manch einer mit “Post-Apocalyptic Highway Parking, Thailand” umschreiben mag. Siehe Video. Besser als die Karossen nach den Fluten aus dem Schlamm heben allemal…
Wasser in Massen II
Vor ein paar Tagen hat die Regierung “beschlossen”, Bangkok “fluten zu lassen”. So martialisch das klingt — es hat mal wieder politische Gründe. Irgendein Berater hat unserer Prime Ministress schonend beigebracht, dass es seltsam aussieht, wenn man sich nur um die Bangkoker Bevölkerung sorgt und andere Landesteile derweil künstlich unter Wasser gesetzt werden, nur damit Bangkok trocken bleibt. Und so steigt das Wasser nun auch in Bangkok unter der Massgabe “Bangkok muss einen Teil der Fluten mit tragen”.
Den aktuellen Wasserstand kann man im Thailand Flood Monitoring System betrachten (nur auf Thai) oder bei Google (größtenteils auf Thai).
Auf diesen Seiten kann man sich auch als zukünftiger Tourist informieren, ob (nein) und warum nicht (weils im Süden Thailands liegt) Samui unter Wasser steht.
Wir hier haben derweil mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Die ganzen Großmärkte bekommen keinen Nachschub, weil einerseits die zentralen Läger unter Wasser stehen und andererseits alles, was nicht nass oder verdorben ist in die Notstandsgebiete geschickt wurde. Ich war gestern wieder einen halben Tag unterwegs, um ein paar Eier zu kaufen. Es wird Zeit, dass ich mir einen Hühnerstall zu lege. Auf dem Dach.
Wasser in Massen
Seit gut einer Woche wird die Hauptstadt Thailands von den Wassermassen der diesjährigen Monsunsaison bedroht. Ungefähr genau so lange berichten lokale und internationale Medien über die jedes Jahr wieder auftretende Situation.
Dass es seit rund 8 Wochen im Norden regnet und Dörfer und Felder seither unter Wasser stehen, in diesen 8 Wochen rund 300 Menschen durch die Fluten ums Leben gekommen sind und noch bis Donnerstag irgendwelche Staudämme kräftig Wasser abgelassen haben liest man hingegen nicht.
Da müssen erst irgendwelche reichen Leute von knietiefem Wasser bedroht werden, damit sich mal jemand medienwirksam über Holzplanken stöckelnd um die Probleme kümmert.
Auf Samui ist es verdächtig trocken und sonnig — vermutlich einer der Gründe, warum der Tourismusminister neulich noch gemeint hat, der Tourismus sei nicht von der Flut beeinträchtigt. Anders kann man solche fröhlichen Meldungen nicht erklären, wenn zwei Drittel des Landes überschwemmt sind.
Sonnenuntergang
Bangkok unter Wasser (1942)
Return of the famous Samui blowjob dolls
Und noch mehr berühmte Blowjob-Puppen auf flickr.com (inklusive des Originals)
Viel Moos aber nichts los…
… was den echten Urlauber ja nicht wirklich stört. Sorry, bin heute in Marketinggelaberlaune.
Unbezahlbar
Hütte am Meer: 6000THB im Monat (ca. 150 Euro)
Das Versprechen “Ich komme dich wirklich mal auf Samui besuchen” bereits 2 Wochen nach Verkündigung wahr gemacht zu haben: Unbezahlbar.
Flying to Cambo-hooo-hooo-diiiih-jaaaaah…
Unsere Prime Ministress Yingluck Shinawatra ist in diesen Tagen auf Antrittsbesuchen rund um den südostasiatischen Erdball herum. Vor ein paar Tagen war sie wohl in Brunei, heute landete sie in Indonesien, am Ende der Woche wird sie in Cambodia und Laos erwartet.
Völlig unzusammenhangslos: Thaksin Shinawatra, seines Zeichen exilierter Profigolferpräsident und auch schon mal Premierminister Thailands gewesen wird am Freitag einen Besuch Cambodias starten. Wer da jetzt irgendwas rein interpretiert ist schlichtweg nicht an der, hier, Dings, Reconciliation und so interessiert.
Nächtlicher Besuch
Jung und weiblich
Nach einigem Hin und Her hat das Parlament heute für unsere zukünftige Prime Ministress gestimmt. 296 Abgeordnete stimmten für sie, 3 stimmten gegen sie, 197 enthielten sich. Wenn der König das Ganze dann in den nächsten Tagen offiziell macht, hat Thailand einen weiblichen 44 Jahre alten Premierminister.
Jetzt kann alles nur noch besser werden.
(Immer noch) Kawumm
In den letzten Tagen ist das Internet wieder mal unverhältnismä?ig schlecht. Mal routen sie alles über irgendwelche Inseln hinten um den Erdball rum, dann halten Verbindungen gerade mal ein paar Sekunden, dann bekomme ich aller 5 Minuten eine neue IP oder sie hängen einfach mal die ganze Insel vom Netz. Die wohlinformierte Support-Hotline sagt dann gerne “In 24 hour will work again” — einmal am Tag. Von den letzten 30 Tagen war ich ganze 20 Tage online.
Dabei ist es in diesen Tagen gerade für in Thailand lebende Deutsche sehr wichtig, die neuesten Nachrichten zu lesen um zu entscheiden, ob man in Tarnfarben geht, wenn man das Haus einmal verlässt.
Wenn ich das richtig verstehe , dann steht des Kronprinzens Flugzeug immer noch in München herum, weil die thailändische Regierung keine 20 Millionen Euro als Sicherheit bezahlen will.
Mal unabhängig davon, wie plump es ist, der Königsfamilie auf die Fü?e zu treten um an Geld von der Regierung zu kommen — dass die deutsche Justiz Informationen von irgendwelchen Websites verwendet, um festzustellen, wer Eigentümer des Flugzeuges ist, ist schon ziemlich peinlich. Dass die thailändische Regierung nachweisen muss, dass sie nicht Eigentümer des Flugzeugs ist, ist auch seltsam.
Kronprinzliches Flugzeug gepfändet
Da zahlt man (Thailand) mal eine klitzekleine Rechnung (31 Millionen Euro) mal nicht, und schon (20 Jahre später) wird das Flugzeug des Kronprinzen Maha Vajiralongkorn gepfändet. Tststs …
Interessant ist jedenfalls, dass der Kronprinz recht viel in Deutschland herumzureisen scheint. München, Dresden, Saarbrücken, Nürnberg und Berlin standen in den vergangenen Tagen auf seinem Reiseplan, was es für den Insolvenzvollstrecker einer Baufirma letztenendes dann doch recht einfach machte, die Boeing 737 des Kronprinzen zu beschlagnahmen.
Kawumm
Vergangene Woche verschwanden (mal wieder) 7 Jahre meines Lebens im digitalen Nirvana. Irgendwann am Donnerstag Morgen schlug ein Blitz ein und beendete auf grausame Weise das Leben mehrerer Computer, externer Festplatten und anderer Hardware. Die Telefonfirma hat dann nochmal bis Montag Mittag gebraucht, um mich wieder online zu bringen — auch hier waren die Kabel durchgeschmort. Selbst die USV brummt nur noch und lässt alle Haare im Umkreis von 10 Metern zu Berge stehen.
Die offizielle Version zur Zeit ist, dass ein Blitz irgendwo im Telefonnetz eingeschlagen hat und die ?berspannung (zumindest bei mir) übers Netzwerk in alle Geräte geleitet wurde. Meine inoffizielle Version ist, dass sich immer, wenn es bergauf geht, mit gro?em Donner ein weiterer Abgrund auftut.
So schlimm sind die ganzen toten Rechner gar nicht, wirklich schlimm sind die Daten, die verloren sind (eine externe Festplatte startet gar nicht mehr und die Backup-Festplatte, die in der besagten Nacht beim Backuppen war, ist magisch leer).
Ich hatte zwar ein paar Bilder bei Flickr abgelegt — aber nicht alle 100GB, die in den vergangenen Jahren angefallen sind. Ein paar Dokumente liegen in meiner Dropbox, aber auch nicht alle. Und besonders schade ist es um einige mehr oder weniger fertige Arbeiten, die ich nun von vorne beginnen darf.
Nun also “ab in die Cloud” mit dem ganzen Kram. Ich habe mir erstmal einen Rechner geborgt, Internet geht wieder, es geht bergauf. Mal wieder.
PS: Leider sind auch die Photos mit der Elephantenmütze zerstört worden, hehehe, hehe, hehehe…
Hinweis am Rande
Nougat-Schokolade passt nicht in Päckchen, die nach Thailand geschickt werden. Erstens werden die Päckchen unschön behandelt — geworfen, geschleudert, gematscht — und gewisse Verpackungen platzen gerne auf. Zweitens liegt Thailand in den Tropen, was gewisse Temperatur-Probleme mit sich bringt — vor allem, wenn Nougat schon bei Temperaturen weit unter 100 Grad Celsius schmilzt.
Und dann war da noch das: Ich habe jetzt genügend Klops-Pulver für die nächsten vier Monate. Yeah. ?lter werden lohnt sich :)
Die Koalition der Versöhner
So erdrutschartig kann der Sieg der Pheua Thai Partei am Sonntag gar nicht gewesen sein, denn heute kündigt Thaksins Schwester, unsere zukünftige Prime Ministress, an, eine Koalition aus 5 (fünf) Parteien zu führen. Damit kommt die neue Regierung auf 299 Sitze im Parlament — was lt. Yingluck Shinawatra eine “wunderschöne Nummer” ist.
Politikpoesie beiseite: Zur Koalition gehören die Pheua Thai Partei, Chart Thai Pattana, Chart Pattana Phua Pandin, Palang Chon (die ich auch erstmal nachschlagen musste) und die Mahachon Partei.
Sooooooooo. Eine der Parteien in dieser Koalition mag dem Kenner der Materie seltsam vorkommen — die Chart Thai Pattana Partei. Das aber auch nur, weil sie mit einer Partei, die nicht in der Koalition der Versöhner vertreten ist, eine andere Koalition eingehen wollte. Der “Chef” dieser Partei, Sanan Kachornprasart wird von meinen Freunden mit recht unschönen Titeln versehen, nicht nur, weil er eine leicht muroide Gesichtsform hat sondern auch, weil er leicht muroide Charakterzüge hat.
Andererseits, Sanan findet nichts Falsches dabei, mal schnell eben die Koalition zu wechseln — “Freunde sollten sich verstehen. Politiker verstehen ja schliesslich auch, was hier passiert ist.”
Abhisit ist derweil als Vorsitzender der Demokraten zurück getreten und wird von seinen Schafen auf den Knien rutschend angefleht, doch wieder die Leitung zu übernehmen.
Leider hatte ich heute keine Kamera dabei als ich an der Niederlassung der Demokratischen Partei in Nathon vorbei kam (jede Insel, die was auf sich hält, hat eine solche Niederlassung). Dort stand umgeben von Leere ein einzelner Tisch mit drei hochgestellten Stühlen herum. Kein Mensch in der Nähe. Poetisch.
Oh, und dann war da noch das: “Corruption is another problem that we will solve.”
Yeah, sure.
Wahlkrampfticker
Thailand hat gewählt — erwartungsgemä?. Wie schön, dass die neue Regierung “reconciliation”, also Versöhnung, will — dumm nur, dass da der Name Shinawatra mit drinnen hängt und die Versöhnung einen Preis hat.
Wie auch immer, die Pheua Thai Partei hat (den ersten Statistiken zufolge) “erdrutschartig” gewonnen. Nun gehts also bergauf und die internationalen Medien berichten schon freudig, dass Thailand seinen ersten weiblichen Ministerpräsidenten gewählt hat. Also sozusagen die prime ministress. Das Beste an der ganzen Sache ist, dass er (der neue weibliche Ministerpräsident) genauso hei?t, wie einer der vorhergehenden Ministerpräsidenten (drei, vier oder fünf Ministerpräsidenten zuvor, fünf Jahre zuvor), was die ganze Briefkopfdrucksachenerstellung extrem vereinfacht.
Die Wahlen hatten auch ihr Gutes — es wurden 36 gesuchte Straftäter festgenommen , die versucht haben, ihre Stimme abzugeben.
Und somit endet eine weitere Wahl mit dem Ergebnis, dass Abhisit (amtierender Premierminister von Thailand) wieder nicht demokratisch ins Amt gewählt wurde. Armer Kerl.
Und dann war da noch das:
Sonthi Boonyaratglin ist traurig, dass ihn so wenig Leute gewählt haben. Er meint, das liege daran, dass so viele Leute “die gro?en Parteien” gewählt haben. Könnte stimmen. Andererseits — warum sollte man jemanden wählen, der je nach Jahreszeit Versprechungen macht?
Chamlong Srimuang, einer der Führer der Gelbhemden, konnte heute nicht wählen , weil er sich nicht ordnungsgemä? umgemeldet hatte. Dumme Sache das. Seine Erklärung war, dass er sich nicht ummelden konnte, weil er so beschäftigt damit war, zu demonstrieren. Und damit sind wir auch schon beim gro?en Problem der Gelbhemden — sie sind ganz gut beim Demonstrieren, gehen aber nie zur Wahl… weshalb immer die Falschen gewinnen… weshalb die Gelbhemden immer wieder demonstrieren müssen und dem Volke klar machen müssen, dass die Falschen an der Macht sind. Notfalls kann man ja einen Flughafen besetzen.
Und die Verschwörungstheoretiker wiederum denken sich die Hirne zu Brei, warum gerade in den Rot-Hemden-Hochburgen so viele Stimmen ungültig sind (oder sein sollen) — wo gerade die doch mit Freude an die Wahlurnen gehen sollten. Kann ja nur irgendeine un-Demokratische Kraft sein.
Segeln gehen
Auf Facebook kann man noch bis zum Ende des Jahres am Nautiness-Gewinnspiel teilnehmen und eine Woche all inklusive für zwei Personen auf einem Segel-Katamaran gewinnen. Segeln, Angeln, Tauchen oder einfach nur in der Sonne braten. Nur den Flug muss man noch bezahlen.
Das nur als Hinweis an all jene die einmal im Monat schreiben “wenn es mal klappt komme ich dich auf deiner Insel auch mal besuchen”. Man muss ja nur wollen.
Neuwahlen
Am Sonntag sind Wahlen (yeah!!!11Eins) und Thailand wird von den Gewinnern in eine rosige Zukunft geführt. Ist ja logisch, von manchen Stellen aus kann es nur noch bergauf gehen, denkt man.
Wenn es nach den Umfragen, die noch bis vergangenen Sonntag veröffentlicht werden durften (man will ja die Meinung des Volkes nicht beeinflussen), dann gewinnt die Pheua Thai Partei, Thaksins Partei, ich meine, die seiner Schwester, haushoch. Warum auch nicht — die Demokraten haben noch nie eine Wahl gewonnen, seit ich in Thailand bin.
Nun fragt sich der aufmerksame Leser, wie die Demokraten, wenn sie denn nicht gewinnen, es geschafft haben, die Regierung zu bilden? Ganz einfach: Hier in Thailand wird so lange die jeweils regierende Partei per Gerichtsbeschluss aufgelöst, bis die “richtige” Partei an der Macht ist.
Und wenn (zeitlich, nicht faktisch) am Sonntag die “richtige” Partei gewinnt, dann kommt Thaksin, der Präsident des Thailändischen Profigolferverbandes, auch wieder heim ins Königreich. Entweder im November, oder im Dezember, oder im Oktober. Die Aussagen hierzu von ihm selbst schwanken je nach Tageszeit und Medium.
Wahltage sind für die meisten Ausländer der pure Horror: Es darf nämlich das ganze Wochenende kein Alkohol ausgeschenkt werden — damit alle mit klarem Kopfe die Zukunft der Nation mitbestimmen können. Ich mag gar nicht wissen, was denen dann durch den Kopf gehen mag, wenn sie mit der Cola im Glas ganz ohne verschwommenen Blick die Damen an den Tanzstangen betrachten müssen.
Glücklicherweise kenne ich bereits seit einigen Jahren einen kleinen Shop um die Ecke, wo die Kassen-Thai immer angsterfüllt verkrampft, wenn ich den Laden betrete und kein Wort des Widerstands aufbringt, wenn ich meine Bierflaschen an buddhistischen Feier- und demokratischen Wahltagen auf den Tresen stelle. Solange sie nicht weiss, dass ich ein bisschen Thai verstehe, wird sie auch stumm bleiben ;)
Und dann war da noch das hier: Sonthi Boonyaratkalin, der General der den letzten Putsch durchgeführt hat, ist auch mit einer Partei vertreten. Interessanterweise hat er aber damals gesagt: “I will no longer enter politics.”. Interessant. Was von seinen öffentlichen ?u?erungen zu halten ist, habe ich schon vor längerer Zeit beschrieben. Mich würde ja mal interessieren, was er heute zu der Wahrscheinlichkeit eines Putsches nach den Wahlen zu sagen hätte.
Der Autor in Erdbeerstrickmütze
kcilC
Sehenswürdigkeiten Samuis I: Das 32km-Schild
Ich werde als Experte der Freizeitgestaltung auf Samui immer wieder gefragt, was man denn gesehen haben muss, um das “echte” Samui besucht zu haben und zuhause Punkte zu sammeln. Daher habe ich mich entschlossen, als Archivar unserer Insel in einer kleinen Serie die Sehenswürdigkeiten Samuis zusammen zu tragen.
Heute: Das 32km-Schild in Nathon.
Das Schild zeigt die Entfernung zum Flughafen. Die Ringroad selbst ist etwa 52km lang, weshalb dieses Schild am weitesten entfernt vom Airport und damit dem Rest der Welt ist.
Muss man gesehen haben, sonst war man nicht auf Samui.
Schattenkatze
So ein Blog ist erst ein Blog wenn es mindestens einen Eintrag mit Katze gibt, hab ich mir sagen lassen. Wobei es recht schwer ist, niedliche Katzen in Thailand zu finden.
Vermehrung II
Inzwischen ist meine kleine Orchidee ausgewachsen und zufrieden. Eine zweite Pflanze hat etwas violetter zu blühen begonnen und hier und da kommen weitere Rispen. Könnte sich glatt zu einem Hobby entwickeln…
Neulich in Hat Yai
(Salem “Till the world ends” — nach ca. 40 Sekunden ist das Video “safe for work”)
Hin und wieder tangiert unsereins auch mal Hat Yai, seines Zeichens Strandhauptstadt Südthailands und relativ sicher vor Bomben, Enthauptungen und ähnlichen südprovinzialen Unabhängigkeitsbestrebungen.
Mittwoch Nacht war es mal wieder soweit. Ich begab mich in den örtlichen McDonalds um eine Stressmahlzeit zu mir zu nehmen. Nach wenigen Sekunden wurde mir klar, dass der Song aus obigen Video im FastFoodRadio gespielt wurde. Wie schön.
Ick ben ain Israeli
In Thailand sollte man ja tunlichst vermeiden, über die königliche Familie zu berichten, weil das recht schnell als Lese Majeste (Majestätsbeleidigung) dahingestellt werden kann, wenn die Leute einem an die Wäsche wollen.
Daher hier nur ein paar unkommentierte Zitate aus einem Artikel von jemandem anderen :
The Princess of Thailand, Dr. HRH Princess Chulabhorn Mahidol met with President Shimon Peres on Monday in his office in Jerusalem, where she expressed her fondness for Israel. Mahidol told Peres, “In my heart I feel half Israeli. I think like an Israeli. I visited here for the first time in the 1970s, and since then I keep looking for opportunities to return.”
Einen Autounfall hatte sie auch noch:
Prior to the meeting Monday, the princess was involved in a traffic accident near the Jerusalem International Convention Center while on her way to meet with Peres.
Wenn man sich mit den Mädchen der Nacht hier auf der Insel unterhält (ich rede nur ;), hört man häufig, dass Israelis sehr sparsam sind und in der Regel nach Gruppenrabatt fragen.
Und jetzt: Werbung
Die Zukunft (nach Ochsenmeinung)
Jedes Jahr um diese Zeit läuten die Brahmanen auf einem Feld in Bangkok die Reis-Saison ein und lassen heilige Kühe bestimmen, ob die Ernte dieses Jahr gut oder schlecht wird
The oxen ate grass, an omen that the country would enjoy an average water supply, plentiful rice harvests and an abundance of fruits and staple foods this year. The oxen also drank liquor, indicating that communications would be convenient, foreign trade would flourish and the economy would prosper.
Vermehrung
Vorgestern erbühte endlich die erste meiner aus dem abgesoffenen Resort geretteten Orchideen. Die ?rmsten lagen nach den Fluten nämlich einfach so in der Gegend herum und vertrockneten ungeliebt.
Nach ein paar Wochen Wasser und gutem Zureden (“wenn ihr jetzt bald blüht dann kommt ihr ins Internet”) poppen nun Rispen an allen Pflanzen und die ersten beiden Blüten sind offen. Wie schön.
Ich habe 2006 schon mal versucht, mit Orchideen zu leben — das ging daneben, nachdem die Blüten die schon beim Kauf dran hingen verblüht waren kam lange nichts und dann vertrocknete alles.
Muay-Thai-Tag
Das Parlament haut an seinem letzten Tagungstag noch mal richtig rein und so wurde heute beschlossen, dass jedes Jahr am 6. Februar zukünftig der Muay Thai Day stattfinden soll — der Tag des Thaiboxens. Am 6. Februar 1702 wurde Phra Chao Sua zum König Thailands gekrönt und er soll bekannt gewesen sein für seine Thaiboxkünste. Als Nationalsymbol und Kulturerbe Thailands hat der Sport nun jedes Jahr seinen Ehrentag verdient.
Wie man einen Liegestuhl richtig verwendet
Hier zeigt uns Soosie (die am Sonntag 5 Jahre alt geworden ist) wie man einen Liegestuhl richtig verwendet.
Wahlkampfticker
Heute findet die letzte Parlamentssitzung vor der Auflösung des selbigen statt — damit wird der Weg zu “demokratischen” Neuwahlen in Thailand geebnet. Zeit also, kurz einzutauchen in den Wahlkampf Thaistyle in kurzen Schnitten.
Die Rothemden demonstrieren brav nahezu täglich, um irgendwas zu erreichen. Was genau weiss man nicht (mehr). Die Pheua Thai Partei — Thaksins Versuch, Einigkeit und Recht und Freiheit zurück nach Thailand zu bringen — hat sich mehr oder weniger von den Rothemden abgewendet, seit diese auf der Bühne einer dieser Demonstrationen böse böse Dinge über Mitglieder der königlichen Familie gesagt haben (sollen) und daraufhin (wichtige) Parteimitglieder abzuwandern begannen. So ganz klar ist noch nicht, wer Ministerpräsidentenkandidat der Pheua Thai werden soll, das wird Thaksin irgendwann regeln. Sicher ist, dass er es kaum selbst sein wird, denn sein Verbot, an politischen Aktivitäten jeder Art teilzunehmen, läuft erst im nächsten Jahr ab. Soviel zum Thema “wie lange wird die neue Regierung denn im Amt sein?”.
Die Pheua Thai Partei (also Thaksin in einer seiner vielen videographierten Ansprachen ans Volk) hat übrigens ein schlagkräftiges und äu?erst einleuchtendes Wahlprogramm auf den Tisch geworfen: Touchpads für jeden Schüler, eine neu errichtete Stadt, dem Meer abgerungen, die Asiens IT-Schnittstelle werden soll, Schnellzüge fahren durchs Land, Kreditkarten für Farmer, 15000THB Monatseinkommen für Studenten, Mieten unter 6000 Baht im Monat und so weiter und so fort — natürlich nur, wenn alle Verfahren und Verurteilungen gegen Thaksin aufgehoben werden.
Die Partei der Gelbhemden hat zum “Nein”-Wählen aufgerufen. In Thailand ist es so, dass man statt für eine Partei oder Person zu wählen ein Häckchen “Ich wähle nicht” anklickt und damit, wenn es häufig genug auftritt, die Wahl ungültig machen kann. An einer Regierung selbst will man sich nicht beteiligen.
Das Militär “zeigt Stärke” in Form von Aufmärschen und Präsentationen im Wochenrhythmus und bekräftigt noch häufiger, dass man keinen Putsch plant.
Die Wahlkommission hat verboten, das Königshaus in den Wahlkampf mit einzubeziehen.
Und dann ist da noch das Kampfmittel der Stunde: Anzeigen wegen Majestätsbeleidigung. Es gibt da ein Gesetz gegen Lese Majeste (Majestätsbeleidigung), das in den den vergangenen Monaten und Jahren immer häufiger genutzt wurde, um unliebsame Stimmen beiderseites der orangen Linie verstummen zu lassen.
Ob es Politikwissenschaftler sind oder rotbehemdete Demonstranten, niemand ist gefeiht gegen eine Anzeige. Man ermittelt sogar gegen Leute, die mit einem der Rothemden auf der Bühne standen und prüft, inwieweit sie sich durch ihre Körperhaltung der Majestätsbeleidigung schuldig gemacht hätten.
Wie auch immer: Irgendwann in dieser Woche wird das Parlament aufgelöst und dann werden in den nächsten 2 Monaten Neuwahlen angesetzt. Dann wird es eine neue Regierung geben, bis die Regierungspartei aufgelöst wird, weil sie ihre Stimmen erkauft hat und eine andere Partei übernimmt, die auch irgendwann aufgelöst wird bis man dann wieder demonstriert und Einigung fordert und über Neuwahlen zu sprechen beginnt.
Was mag das wohl sein?
Samui Big Cleaning Day
Einzweimal im Jahr wird auf Samui der gro?e Aufräumtag ausgerufen und Hundertschaften von Freiwilligen räumen den Müll vom Strand. Morgen ist wieder einmal so ein Tag .
Die TAT (Tourism Authority of Thailand) verkauft das Ganze als Aktion im Zusammenhang mit den Fluten. Nach 4 Wochen ist allerdings der meiste Müll schon wieder neu.
Wenn einfach niemand seinen Müll am Strand liegen lassen würde, müsste man nicht regelmä?ig Kameras und Journalisten zeigen, wie bemüht man ist, die Insel sauber zu halten. Ein erster Schritt wären schon mal Strafgebühren für Verschmutzer. Das allerdings ist nicht so medienwirksam…
Morgendämmerung
TV-Blackout
Alle Thai-Sender sind seit ein paar Stunden wieder nicht zu erreichen. “Wieder” darum, weil das im September 2006 schon so passiert ist — da wurden dann allerdings stundenlang Königs-Hymnen und -Videos gespielt. Sieht nach Putsch oder einem zerrissenem Kabel aus.
Update: Es sieht so aus, als ob es technische Probleme bei einem Satelliten-Uplink gibt . Interessant, dass Probleme an einer kleinen Stelle das komplette TV-Programm offline nehmen können. Gut zu wissen…
Neues vom Haufen
Der Haufen liegt immer noch in der Landschaft herum, der Neffe des Hausbesitzers kommt immer noch jeden zweiten Tag vorbei und zündet ihn an einer anderen Ecke an und geht dann unverrichteterdings wieder von dannen.
Jetzt gerade steht der Hausherr selbst am Haufen und spielt mit Petroleum und vertrockneten Palmblättern herum. Weißer Rauch steigt auf und ich bin froh, dass heute ein windstiller sonniger Tag ist.
Mal sehen ob er den Haufen besiegt (hätte er es doch gleich selbst gemacht) oder auch er aufgeben muss (hab ich schon vorher gewusst).
Am Strand
Es mag idyllisch aussehen, aber es hinterlässt Spuren.
Tourist an Leine
Zuviel Sonnenschein…
Eine Stunde vor dieser Aufnahme habe ich noch herzlich über die ganzen rot-weißen Touristen gegrinst ;)
Eine Raupe
Giftig laut Thaiquellen. Was uns nicht hindert, Photos zu schie?en.
Monster
Gestern Nacht, ich sa? gerade mit einer Flasche Bier auf einem meiner neuen Pool-Liegestühlen (so ein abgesoffenes Resort hat hin und wieder etwas Gutes), da begann es im Dunkel auf der anderen Seite des Grabens zu rascheln, zu knacken und dumpf zu poltern.
Nun ist das an und für sich nichts Besonderes, denn der nicht unbedingt intelligente Nachtwächter am Tor des nachbarlichen Resorts kommt häufiger zum Wasser lassen, stolpert dabei unnüchtern durchs Gestrüpp und zeigt mir Dinge, die ich lieber ungesehen gelassen hätte.
Interessanterweise standen beide Hunde auf der Terasse und starrten zitternd und ohne zu bellen ins Dunkel, was eher unnormal war. Also starrte auch ich ins Dunkel (allerdings ohne zu zittern) und versuchte den Krachmacher zu erkennen. Dann rutschte ein dunkler Schatten mit viel Geräusch in den Graben und begann wütend zu schnauben. Soosie rannte ins Haus und blaffte ein paar Mal in Richtung des Tumults und verschwand dann unter den Tisch. Pokki setzte sich zu meinen Fü?en nieder und begann zu knurren.
Nun lass ich mir ja nicht wirklich von den Hunden vorschreiben, wann ich ins Haus zu gehen habe — das hier waren dann aber genug Anzeichen einer aussergewöhnlichen Situation, also zog auch ich mich in die Tür zurück und harrte der Dinge die da kommen mögen.
Der Schatten, den ich da im Dunkel sehen konnte, sah aus wie ein sehr grö?es Wildschwein. Sehr sehr gro?. Ich hatte gerade “Hannibal” gesehen, ein sehr empfehlenswerter Naturfilm, wo hungrige Wildschweine den armen Gary Oldman verspeisen.
Es war dann allerdings nur ein Wasserbüffel. Der versuchte gut eine halbe Stunde auf der einen oder anderen Seite des Grabens heraus zu kommen — meine Hunde standen je nach Zielgrabenseite knurrend in der Tür oder auf der Treppe — und war dann endlich auf der Gegenseite erfolgreich, wo er erzürnt noch ein paar Büsche zerfetze und sich nach einer Weile nieder lie?.
Nachts gegen zwei kam dann Büffels Herrchen vorbei und pflockte ihn wieder an, diesmal unter ma?regelndem Gebell meiner Kleinen.
Heute morgen lief der Büffel schon wieder frei vor meinem Haus herum. Dann wurde er wieder festgezurrt und ich beruhigend (oder peinlich berührt, je nach Interpretation) über den Khlong hinweg angelächelt.
Jetzt grade wandert er wieder frei in der Gegend herum. Wie gut, dass Wasserbüffel wenn sie satt sind (und dieser hier dürfte es inzwischen sein) eher lethargische Gestalten sind. Wenn sie nicht gerade in einen Graben fallen.
Thaksin denkt, Phuea Thai führt aus
Bis nächstes Jahr gilt noch das 5-Jahres-Verbot politischer Tätigkeit für die führenden Mitglieder der ehemaligen Thai Rak Thai Partei. Aus diesem Grund gibt es mehrere Parteien, deren Mitglieder nicht-führende Mitglieder Thai Rak Thais sind und die aus dem Untergrund oder Dubai gesteuert werden.
Die Phuea Thai Partei ist eine solche, die verstecken es nicht einmal, denn der kürzlich vorgestellte Wahlslogan der Partei lautet Thaksin denkt, die Phuea Thai Partei führt aus .
Zur Zeit ist also der inoffizielle Wahlkampf in voller Fahrt. Man weiss noch nicht, wann das Parlament aufgelöst wird (Voraussetzung für Neuwahlen) oder gewählt werden soll, es wird aber von Mai (Auflösung) und Juli (Neuwahlen) gesprochen.
Was auch immer das Ergebnis der Wahlen ist, lange wird die folgende Regierung nicht bestehen, weil wie geschrieben nächstes Jahr das Politik-Verbot für Thai Rak Thai ausläuft und bis dahin sowieso niemand Einigkeit und Aussöhnung im Sinn hat.
Der perfekte (Eis)Tee
Hier mal ein kleines Video zur Zubereitung des perfekten Eis-Tees.
Censorsh*t
Im thailändischen Fernsehen wird viel zensiert — Zigaretten, “anstössige” Szenen, Waffen, Mord und Totschlag und so weiter werden ausgepixelt — aber trotzdem gezeigt. Was genau gepixelt wird, bestimmen Leute, welche die Sendungen weder schauen noch verstehen. Als Zuschauer denkt man sich einfach seinen Teil dazu, ist aber eher genervt (hin und wieder ist es schon etwas schwer, ob da eine Zigarette oder eine Rasierklinge gepixelt wurde, was zu Missverständnissen zum Inhalt führen wird ;).
Das Video macht auf sehr kreative Art und Weise aufmerksam auf die Zweischneidigkeit der Zensur. Unfall- und Mordopfer werden trotzdem ungepixelt in allen Boulevardblättern an jeder zweiten Ecke gezeigt und verkauft.
PS: Ich möchte gar nicht wissen, wie man in Thailand Old Boy zeigen würde.
Return of the Rasenmähermann
Dass die rund dreimonatlich erscheinenden Rasenmähermänner eine Belastung meiner sowieso fragilen inneren Ruhe darstellen, habe ich ja schon mal erzählt.
Heute sind sie wieder da.
(Der Haufen liegt übrigens immer noch schräg gegenüber, ist durch den Regen etwas geschrumpft und durch zusätzlich herangekarrten Müll diversiviziert. Hausbesitzer’s Neffe versucht in regelmässigen Abständen Feuer zu legen.)
Jedenfalls mähen sie wieder mit ihren Rasenkantenschneidern. Auf dem Kies, auf den Gehwegplatten, auf dem herbstlich gefallenem Laub. Ohne Rücksicht auf Verluste.
Und dann wundern sie sich, dass ich mein Moped um die Ecke fahre und mit Handtüchern abdecke. Seltsamer Farang, denken sie sich und grinsen in ihre vermummten Gestalten hinein.
Songkran, yeah.
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Yeah! Und wieder einmal feiern wir Songkran, das Thailändische Neujahr. Google hat auch dieses Jahr wieder ein Songkran Doodle und endlich einmal auf den Wasser-Aspekt verzichtet (Songkran ist kein Wasserfest). Zu sehen sind sogenannte Sand-Pagoden (den krampfhaften Versuch von Thaibuchstaben übersehen wir einfach mal).
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Zu Songkran gehen viele Thais in den Tempel und bauen kleine Sandpagoden um damit Pluspunkte fürs nächste Leben zu sammeln.
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Und auch die Regierungskaste macht Urlaub: <a href="http://www.bangkokpost.com/news/local/231804/abhisit-to-enjoy-a-rare-songkran-breeze">Abhisit urlaubt auf der Sonneninsel Samui</a>.
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PS: Der Hovertext bei Google lautet übrigens "รื???ริ?สามั??ี ก?อ???ีย??รายร?วมกั?วั?ส?กรา???", was übersetzt soviel wie "Das Fest der Harmonie. Baut zusammen Sandpagoden an Songkran". Es scheint politisch korrekt zu sein, den Wasser-Aspekt Songkrans nicht zu erwähnen solange noch in 4 Provinzen das Wasser steht und in mehr als 40 Provinzen gro?e Trockenheit herrscht.
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Lin Ping bleibt
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"Unser" kleiner Panda in Chiang Mai hat in den vergangenen Jahren immer nützliche Dienste in der Landespresse verrichtet, wenn die Aufmerksamkeit von anderen Ereignissen abgelenkt werden sollte.
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Da stimmt es uns natürlich glücklich, dass die Chinesen nach langen Verhandlungen zugestimmt haben, dass <a href="http://www.bangkokpost.com/learning/easier-stuff/231308/lin-ping-stays-on">Lin Ping noch zwei Jahre in Thailand bleiben darf</a>. Lt. "Leasingvertrag" der Eltern Lin Hui und Chuang Chuang, die für 10 Jahre an Thailand ausgeliehen wurden, gehört jeglicher Nachwuchs nämlich China und muss nach den ersten beiden Lebensjahren nach China umsiedeln.
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2013 endet dann auch der Leasingvertrag der Eltern. Spätestens dann müssen die anderen Nachrichten aus Thailand positiver werden.
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Vorher/Nachher
Ganz im Trend der Infographiken ist bangkokbiznews.com mit diesen Vorher-Nachher-Bildern von den Fluten in den Provinzen Surat Thani (die beiden linken Graphiken) und Nakhon Sri Thammarat (die beiden rechten Graphiken).
Da relativiert sich die Flut auf Samui schon ins Nichts hinein. Anklicken, Schieberegler schieben.
Der große Bangkok-Report
Hin und wieder reichen 10 Stunden in der Stadt der engelartigen Menschen um zu verstehen, warum genau ich auf einer Insel lebe. Mehr habe ich nicht zu sagen ;)
Metropolenhopping
Nachher setze ich mich in einen tiefgekühlten Bus mit laut plärrendem Fernseher, in dem vermutlich eine Thai-Standup-Comedy (dem kommt es zumindest am nächsten) läuft und fahre durch die Nacht nach Bangkok. Nach 10 Stunden im Smog (mehr muss man sich nicht antun) komm ich schon morgen Nacht zurück. Was für ein Spa? — muss man alles mal mit gemacht haben.
Rund um die Uhr leer
Die 7elevens auf der Insel sind auch heute (6 Tage nachdem die Fähren wieder fahren) noch leer. Hin und wieder bringen die Bäcker auf der Insel brotähnliche Produkte, alle anderen Regale sind absolut leer. Entweder steht deren Logistikcenter auf dem Festland unter Wasser oder sie haben ein sehr unflexibles Auslieferungssystem (Donnerstags steht der Truck vor der Tür).
Bier ist auch ausverkauft und nicht mal Wasser in Flaschen gibt es mehr. In den vergangenen Tagen hatte man das Gefühl, dass da sehr selektiv ausgeliefert wurde — ein 7eleven hatte Brot, ein 7eleven hatte Eier, ein 7eleven hatte Fertigprodukte.
Wie auch immer — ich brauchs ja nicht ;)
Die Hochwasserstellen auf der Insel sind bis auf ein paar nasse Flecken abgelaufen — da passt es richtig gut, dass es nach ein paar sonnigen Tagen heute wieder regnet.
Notrationen
Da die “Convenience Stores” der Insel erhebliche logistische Probleme haben, gab ich meinem Freund (der im Makro einkaufen gehen kann, unserem Inselgro?handel, der bereits am Freitag komplett neu ausgestattet wieder eröffnete) heute einen Tausend-Baht-Schein in die Hand (er hat es selbst angeboten) und hoffte auf das Beste.
Und hier eine Liste der Waren, die ein Thai einkauft, wenn ein dicklicher mittelalter Deutscher am Leben erhalten werden muss:
- ein 8er-Pack Burgerbrötchen mit Sesam
- ein Riesenpack ungetoastetes Toastbrot (was Thais halt so als Brot bezeichnen)
- ein Sechserpack Thunfisch im eigenen Saft
- ein Sechserpack Thunfisch in Mayonaise
- ein Sechserpack Thunfisch in ?l
- ein Sechserpack Thunfisch in irgendeiner seltsamen Gemüsetunke
- ein Pack Spaghetti
- ein Pack Spirelli
- zwei Glas Mushroom-Nudelso?e
- eine Flasche ?l
- einen großen Pack Scheibenkäse
- eine 2l-Flasche Ketchup
und…
- einen 500g-Plastik-Pack Senf
Von den vier Dosen gezuckerter Bohnen, die ich vor ein paar Wochen dankbar unterm Waschbecken versteckt habe, fang ich jetzt gar nicht mal an.
Heimvideo: Dogporno
Dass Soosie wieder wohlauf ist, sollte uns eigentlich zufrieden stellen. Nichtsdestotrotz (oder gerade wegen der Medikamente?) ist sie aus dem Nahtod ohne ?bergang in die Rolligkeit gehüpft und verbringt nun einen Gro?teil des Tages damit, potente Hunde zu suchen. Ich renne ihr dann hinterher und schütze ihre Tugend.
Weshalb Pokki her halten muss, der vor ein paar Jahren seiner Manneskraft entledigt wurde.
Hier nun ein Lehrvideo, in dem Soosie Pokkie zeigt, wie “es” richtig geht. Mehr oder weniger. Das Ganze geht immer gut 10 Minuten, dann fliegen die Fetzen, weil Pokki keine Lust mehr hat, dann beruhigt man sich ein paar Minuten und es beginnt von vorne.
PS: Subtitel folgen noch…
Das Wetter und die Pandas
Die Thais lieben Pandas. In der The Nation kann man heute einen interessanten Artikel lesen, der genau erklärt, warum das Wetter so verrückt spielt und dabei Pandas ins Spiel bringt. Das ist nicht so einfach, aber wenn man sich anstrengt, versteht man es: Da wurden Fossilien gefunden, die darauf hindeuten, dass vor 10.000 Jahren Pandas aus China nach Thailand gekommen und hier verstorben sind. Weil es so kalt war!
“The evidence shows that the pandas from China fled to the warmer areas in Chaiyaphum, so it wouldn’t be a surprise if this extreme climate change is going to happen again.”
Wer sich jetzt wundert, was das Wetter mit den Pandas zu tun hat, steht auf der gleichen Seite wie ich.
“So far, it’s not yet conclusive but it certainly is highly unusual. What happened during March 28-31 could also be attributed to alteration of the Earth’s axis or magnetic field etc.”
Aha.
Thaiwissenschaftler sind übrigen weltweit angesehen für Verlautbarungen lange vor der eigentlichen Feststellung.
Der Tag danach
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Ich lade gerade ein paar Photos von meiner Inselrundfahrt gestern hoch, im Album <a href="http://www.flickr.com/photos/schreibblogade/sets/72157626408897184/">The day after</a> auf flickr.com kann man sie alle sehen. Heute bin ich ziemlich beschäftigt, werde aber, wenn alles so läuft wie geplant im Fishermans Village und in Chaweng vorbei sehen können.
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Die Stra?en sind an vielen Stellen zerstört oder von Schlaglöchern übersät. Die vielen Erdrutsche in den Bergen sind erstaunlicherweise recht schnell behoben worden --- bis auf den Steinbruch in Lamai. Dort drägelt sich der Verkehr --- ohne Polizei oder Verkehrsregelung --- auf einem Drittel der normalen Stra?enbreite durch die Landschaft.
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Später mehr.
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Der Morgen danach
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Blauer Himmel, Sonne und Hitze --- als ob nichts gewesen wäre.
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Das Ende vom Paradies
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Das kleine <a href="http://samui-paradies-resort.com/">Samui-Paradies-Resort</a> hat Montag Nacht ziemlich viel Wasser abbekommen. Das Restaurant ist jetzt unterhöhlt und ob der Pool noch steht (dahinter geht es gut zwei Meter in die Tiefe und der Sand, den man <a href="http://www.flickr.com/photos/schreibblogade/5576743774/in/photostream/">hier auf dem Photo links sehen kann</a> gehört eigentlich <em>unter</em> den Pool) werde ich morgen sehen. Ich muss sowieso mal eine Inselrundfahrt machen, wir haben da eine neue Touristenattraktion in den Bergen zwischen Lamai und Chaweng --- da kam ein großer Felsbrocken den Hang herunter und blockiert nun 2/3 der Strasse.
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Mehr Photos in <a href="http://www.flickr.com/photos/schreibblogade/sets/72157626398055630/with/5576743774/">The end of the paradise</a>.
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Man fliegt wieder
Bangkok Airways hat den ganzen Tag gearbeitet und doch mehr als nur die zwei angekündigten Flüge durchgeführt:
Bangkok Airways will operate 19 flights in total today for routing between Samui — Bangkok, the last flights from Samui will be PG962 and PG5172 leaving at 22.00 hrs. These flights are expected to carry around 2,000 passengers out of Samui Airport within today as the weather is starting to clear. To re-book new flight with no additional charge please call 02 265 8777 (08.00 ?? 20.00 hrs.)
(via Facebook)
Ausserdem fliegt seit ein paar Stunden regelmä?ig ein Hubschrauber übers Haus — entweder suchen sie jemanden oder auch sie fliegen Touristen aus.
Ich überlege, ob ich nachher mal versuche, einen der in der Nähe liegenden 7elevens anzuschwimmen. Die Regale werden zwar leer sein, aber Bier haben sie immer ;)
Flugzeugträger in der Bucht
Und auch die Deutsche Botschaft schreibt schon einen Rundbrief wegen des Wetters:
Aufgrund anhaltender Stürme und schweren Regenfällen in der südlichen Küstenregion Thailands wurde der Flughafen Koh Samui gestern geschlossen.
Der Flughafen Nakhon Sri Thammarat ist seit dem 25. März geschlossen.
Der Fährbetrieb zwischen dem Festland und den Inseln Koh Samui, Koh Pha Ngan und Koh Tao wurde wegen hoher See und starkem Wind eingestellt.
Bei einer Kontaktaufname mit der Operationszentrale der Royal Thai Navy wurde die Botschaft informiert, dass die thailändische Marine bemüht ist, Notleidende von den Inseln zu evakuieren.
Bei Fragen zu Umbuchungen, Reiseverlauf etc. wenden sie sich bitte an Ihren Reiseveranstalter bzw. ihre Fluggesellschaft.
Tatsächlich soll der Flugzeugträger der thailändischen Marine auf dem Weg sein oder bereits vor Koh Tao liegen um Touristen vor verlängertem (verwässertem) Urlaub zu retten.
Der Wetterbericht klang gestern noch so, als ob es heute nur noch teilweise regnen sollte — das sieht dann heute schon etwas anders aus. Auf der Stra?e fahren Bagger und Schaufelgeräte herum und schütten mit Sand von der Bergseite der Ringroad die Einfahrten auf der Meeresseite der Ringroad zu.
Mein Bach vorm Haus hat sich tief in den Boden gefressen — ein bisschen froh bin ich schon über die Lage meines Hauses, andere Stellen auf der Insel stehen bis zum Hals unter Wasser.
Gestern “durfte” ich ein Resort um die Ecke, für das ich die Website machen durfte besuchen — die Fluten haben einen gro?en Teil des Resorts einfach weg geschwemmt und es wird wohl schlie?en müssen.
Das ist die schwerste Regenperiode meiner sieben Jahre auf der Insel (mal ganz abgesehen davon, dass das Wetter hier normalerweise um diese Jahreszeit trocken, hei?, schwül und durch Wassernotstand geprägt ist.
Keine Overstay-Gebühren wegen schlechten Wetters
Das Hauptbüro der Immigrationsbehörde Thailands hat gerade folgende Anweisung heraus gegeben:
Any person that overstay their visa period between 27th March to 1st of April will be exemt from usual penalty charges due to the extreme weather conditions.
Ferry passengers from Koh Samui, Koh Phangan, Koh Tao with tickets between 27th March and 1st of April must keep their tickets to show to immigration departure to be exempt from overstay charges.
Normalerweise zahlt man für jeden Tag, den man zuviel im Königreich verbringt 500 Baht Strafe. Wenn man allerdings seinen Visarun in dieser Woche verschieben musste — die Fähren fuhren nicht und es gehen auch heute nur 2 Flüge auf und von der Insel weg — kann man noch am 2. April mit dem Ticket ohne Strafgebühren über die Grenze gehen.
Ich bin ja schon ganz froh, dass ich meinen Visarun diesmal zwei Wochen eher gemacht habe ;)
2012 +/- 1
Es regnet. Das ist nichts Neues, es regnet häufiger mal. Interessanterweise aber ist es März und “normalerweise” haben wir zu dieser Zeit kein Wölkchen am Himmel, 35 Grad im Schatten und wünschen uns nichts sehnlicher als Regen.
Nun also regnet es, seit gut einer Woche durchgehend. Nicht tröpfelnd, nicht pieselnd, nein, richtiger echter Gump’scher Regen. Mein Klong vorm Haus ist randvoll Wasser, die Brücke an der Stra?e verstopft, die Stra?e überflutet. Der kleine Wasserfall, der sich in der vergangenen “regulären” Regenzeit vorm Haus bildete, hat sich zuerst 20 Meter flussaufwärts verlagert und ist dann ganz verschwunden. Bin gespannt, wie der Bach aussieht, wenn das Wasser abgeflossen ist.
Rund ums Haus bilden sich Sturzbäche und tiefe Rinnen. Die Wurzeln der Bäume ringsum sind auch schon frei gelegt. Das wird noch viel Aufräumarbeit geben.
Gestern bin ich (gezwungenerma?en, drei Tage lang ging mein Internet nicht und ein Webworker auf Cold Turkey ist kein schöner Anblick) mal nach Nathon gefahren. Der Hinweg war ein Spaziergang, höchstens mal 10cm Wasser und heftige Windböen.
Rückzu sah es schon etwas anders aus. Die Wolken hingen zum Greifen tief, das Wasser strömte von allen Seiten und die Windböen rissen heftig an meinem kleinen Moped. In den Bergen zwischen Nathon und Bang Por standen die Leute schon mit Schaufeln bereit, weil der Hang bereits wieder am Rutschen war.
Einen Kilometer vor meinem Haus, einer warmen Dusche und mehr oder weniger trockenem Untergrund kam meine Reise dann ins Stocken. Es gibt da so eine Doppelkurve in Bang Por, die schon bei leichtem Regen immer überflutet ist. Diesmal vereinten sich dort drei Flüsse (einer von einer seitlichen Stra?e und zwei von der Ringroad) zu einer heftigen Strömung, die alles mitriss, was sich hinein wagte.
Nach einer Weile, in der ich im Regen stand und mir überlegte, ob ich das Moped stehen lasse und per Anhalter weiter reise oder ein paar Stunden warten sollte, kam ein kleiner vermummter Thai und gestikulierte mich zwischen ein paar Hütten vorbei durch nur knöcheltiefes Wasser, Gestrüpp, über eine kleine Holzbrücke und eine Wiese (vor der ich schon wieder 5 Minuten zauderte — Schlangen und anderes Getier sind nicht unbedingt mein Ding) an den Stromschnellen vorbei. Zurück auf der Ringroad soff mein Moped dann trotzdem kurz ab (aus irgendeinem Grund kann in Thailand niemand Kurven bauen, ohne dass die Strassen geneigt sind und sich tiefe Wasserrinnen bilden können). Auf den Kopf gestellt und ausgetrocknet (das Moped) machte ich mich dann auf die letzten Paar Meter zum Haus und nahm mir vor, nicht mehr raus zu gehen.
Flüge und Fähren von und auf die Insel sind storniert . Einen Tag lang soll es noch so regnen und dann bis zum 3. April “etwas weniger”. Jaja.
Und es regnet. Und regnet. Und regnet.
PS: Wenigstens geht es den Hunden wieder recht gut. Soosie ist nur noch Haut und Knochen, hat die Infektion oder überstanden. Ich hoffe mal, wir holen uns jetzt nicht vom schwimmenden Gassi-Gehen noch eine Lungenentzündung.
PPS: Ich gelobe, mich nie wieder über hei?es trockenes Wetter zu beschweren. Wirklich. Der Regen darf jetzt gerne aufhören.
Erdbeben in Myanmar
In Myanmar nahe der Grenze Nordthailands bebte eben zweimal die Erde . “Nur” 7.0 auf der Richterskala, trotzdem sollen noch in Bangkok (800km entfernt) die Wolkenkratzer geschwankt haben. Seitdem steht das Telephon bei mir nicht still, weil alle vom “Internetexperten” wissen wollen, was eigentlich los sei.
Nicht viel. Erdbeben in Nordthailand sind genauso üblich wie in Japan. Das zweite Beben allerdings soll mit 230km Tiefe erstaunlich tief gewesen sein. Für einen Tsunami war das Erdbeben zuweit vom Meer entfernt — tragisch, dass man das heutzutage noch extra erwähnen muss.
Zwei Hunde und gefrorene Hühnerschenkel
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Wir waren heute wieder beim Tierarzt. Soosie geht es besser, gefressen hat sie trotzdem seit Mittwoch fast nichts --- mehr schreib ich, wenn die ganze Sache ausgestanden ist.
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Blutwürmer
Wenn ich “Blutwürmer” höre, denke ich an Horrorgeschöpfe a la Alien und Dune. Das nur am Rande.
Am Dienstag waren wir (oder besser Pokki und Soosie) im Hundespa zum Haare schneiden, Duschen, Föhnen — ich erwähne das nur, weil ich da einen Zusammenhang zu den Ereignissen der restlichen Woche sehe…
Am Mittwoch lag Pokki morgens apathisch auf der Hundematte und hob nicht mal den Kopf, als ich ihn rief. Mir schwante schon Schlimmes, als er auch nicht auf das Plastiktütengeräusch seiner Lieblingsleckerlies reagierte. Mittags ging es ihm aber schon wieder gut genug, um alle Bälle im Haus zusammen zu suchen und mich zum Spielen zu zwingen.
Abends dann fing Soosie an, in der Ecke herum zu liegen. Seit Donnerstag abend musste ich sie dann zum Gassigang mit milder Gewalt bringen. Als ich Gestern dann nervlich endlich soweit war, in die Tierklinik zu fahren, war sie plötzlich wieder mopsfidel. Naja, dachte ich mir, wird sie sich morgen wohl wieder gefangen haben.
Hat sie aber nicht, weshalb wir dann heute im Krankenhaus waren. Man zog etwas Blut ab, nahm ihre Temperatur, legte sie sofort auf Eis und an den Tropf, um sie abzukühlen und holte eine Dose “Patienten”-Hundefutter — und sie schleckte ein paar Finger Food.
Lt. Blutanalyse hat sie keine Blutwürmer, aber fast dreimal soviele wei?e Blutkörperchen im Blut als für einen Hund ihrer Grö?e normal, was auf einen Kampf im Blut gegen irgendeine Infektion hin weist. Nun hab ich eine klitzekleine aber teure Dose Hundefutter zu Hause (irgendwas lässt das Zeug so riechen, dass selbst sehr schwache Hunde sich noch aufraffen, um zu fressen, wurde mir erklärt), die zwar für 24 Stunden reichen soll, aber von meinem Finger nur schief angesehen wird, Antibiotika, die ich nicht vor morgen Abend verfüttern darf, Vitaminpaste und eine traurige kleine Soosie auf der Hundedecke. Irgendwas haben sie ihr heute Morgen schon gespritzt.
Seit einzwei Stunden nun hat Pokki auf einmal höhere Temperaturen. Und morgen hat die Tierklinik zu.
Das Futter habe ich diese Woche komplett ausgetauscht, weil ich am Anfang noch dachte, dass sie nur gegen das Futter demonstrieren — dabei stehen sie beide auf Marken-Hühnchen-Futter.
Konstruktive Kritik
Eben in der Mailbox:
ihr seid ja wohl das letzte schmierenblatt im internet ! so viel dummheit auf einen haufen hat man noch nie gesehen ! jochen gold
Zeichensetzung hab ich jetzt mal nicht den Gepflogenheiten in diesem Schmierenblatt angepasst.
Ich finde, jeder darf seine Meinung haben. Auf der vom obigen Schreiberling genutzten Seite steht übrigens folgender Absatz VOR dem Formular:
Schroffe oder beleidigende Nachrichten werden wohlwollend unbeantwortet gelassen und zur späteren kommentierenden Publikation gesammelt.
Was hiermit getan wäre.
Nach kurzem Googlen des Herren fand ich folgenden recht beschreibenden Satz, den er über sich selbst niederschrieb:
Entspannen,Abschalten und nicht zuviel nachdenken.
Siehe Logfiles:
3:34:16 Uhr Friedliche Demonstranten in Bangkok
3:34:29 Uhr Kontakt
Schneiden – Nachtrag
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Mehr Photos wie immer <a href="http://www.flickr.com/photos/schreibblogade">bei Flickr</a>. Unter anderem <a href="http://www.flickr.com/photos/schreibblogade/5528682313/">die Haarklammern Soosies</a>, die genau 5 Minuten in den Haaren blieben. Arme Hello Kitty Kitty.
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Schneiden
Heute Morgen ergab sich (ich sage gleich wo) der folgende Dialog zwischen mir und einer Service-Dame:
Sie: Ooooi (Ohah!)
Ich: Sawadee krap (Guten Morgen)
Sie: Tat mei? (Schneiden?)
Ich: Mei tat! (Nicht schneiden!)
Sie: Tat! (Schneiden!)
Ich: Mei tat! (Nicht schneiden!)
Sie: Taaahaat!!! (Schneiden!)
Ich: Thammai? (Warum?)
Sie: Mei tat, eh? (Nicht schneiden, oder?)
Ich: Mei tat! (Nicht schneiden)
Sie: Hmmm…. Tat! (Hmmm. Schneiden!)
Ich: Thammai? (Warum?)
Sie: Ok, mei tat! (Ok, nicht schneiden!)
Ich: Ehm, what?
Sie: Tat! (Schneiden)
Das ging noch eine Weile so hin und her in der sie mich dann wortreicher aber auf Thai über die Nebenwirkungen und Risiken von “nicht schneiden” aufklärte und dann einigten wir uns darauf, dass 50% geschnitten werden.
Nun sitze ich zu Hause und warte auf das Resultat. Ich wollte nämlich eigentlich nur meine Hunde zum Waschen, Föhnen, Aufbretzeln bringen, weil mir jemand sagte, man vermisse Hundebilder im Blog. Beim Hundespa des Vertrauens war man weniger begeistert und wollte unbedingt schneiden. Interessanter weise kostet Schneiden mehr als Waschen, scheint aber weniger Arbeit zu machen. Eine typische Thai-Mischkalkulation.
Der Haufen
Neulich kamen die Rasenmähermänner und mähten den Rasen vor und um meinem Haus herum. Mein Hausbesitzer kam herbei geeilt und hatte eine Idee — sie könnten doch mal die Bäume beschneiden. Gesagt getan, sie säbelten hier und da die ?ste ab. Die Reste der ?ste legten sie zu einem Haufen auf der Lichtung im Dschungel über meinem kleinen Khlong vor dem Haus ab. Dann zogen sie von dannen.
(Ich möchte an dieser Stelle meiner Verwunderung Ausdruck verleihen, dass sie den Rasenmäher-Event in unter 24 Stunden inklusive Baumverstümmelung vollbracht haben. Normalerweise brauchen Sie mindestens drei Tage, in denen sie mich mehr als nerven — man stelle sich drei vermummte Personen vor, die mit ihren Rasenkantenschneidern vorbehaltslos drauflosschneiden, aufspritzenden Kies, zerkratzte Fensterscheiben, Mopeds, Grasleichen überall und dann dieser fiese Heuschnupfengeruch der tagelang in der Luft hängt.)
Ein paar Tage später fiel dem Hausbesitzer auf, dass der Haufen mit toten Bäumen und Gräsern immer noch auf der Lichtung herumlungerte und er schickte den Neffen seiner Gemahlin, um ein Feuer zu entfachen. Der Neffe wiederum soll, so sagt man mir, schon mehrmals mit dem Moped gegen einen Strommasten gefahren sein. Mir ist nicht bekannt ob es ein und der gleiche war oder ob er das variierte.
Jedenfalls scheint er hier und da einen Holzschiefer zurückbehalten zu haben, denn er startete sein Moped vor dem Haus des Hausbesitzers — 20 Meter von meinem entfernt, lies es ein paar Minuten herumpöttern (keiner sitzt gerne auf einem kalten Moped), setze sich dann drauf, fuhr auf die Ringroad, dann die Einfahrt zum kleinen Resort um die Ecke rein und dann zur kleinen Lichtung gegenüber (20 Meter von meinem Haus entfernt).
Dann brachte er den Haufen irgendwie dazu, zu brennen. So schwer kann das nicht gewesen sein, es hat schon ein paar Tage nicht mehr geregnet. Der Haufen begann zu schwelen. Der Haufen begann zu qualmen. Der Haufen begann sehr stark zu qualmen. In die Richtung des Hauses vom Gemahl seiner Tante. Der trat vor die Tür und schrie etwas, kurz darauf war das Feuer wieder aus und der Neffe konnte sich auf die anstrengende Rückreise machen.
Seither liegt der Haufen so vor sich hin, an einer Seite ein wenig angeschmort, auf der anderen etwas ausgedoerrt und rottet vor sich hin. Heute kam der Neffe (nach gut 3 Wochen) wieder vorbei und versuchte erneut, den Haufen in Brand zu versetzen — erfolglos.
Was solls, solange die da kein Haus bauen kann dort (ver)rotten was will und solange ihm nicht die Idee kommt, mit einem Benzinkanister vorbeizukommen, ist mir alles recht.
Japan
Etwas makaber ist ja schon, dass der deutsche Botschafter in Thailand heute eine Email an die sog. “Deutschenliste” — so eine Art Notfallemailverteiler — schickt und vor rechnet, dass Japan von Thailand 5000km entfernt ist, Tschernobyl von Deutschland aber nur 1200km entfernt ist. Das soll wahrscheinlich beruhigen, aber wenn hier um die Ecke ein Atomkraftwerk in die Luft geht, tut es das nicht wirklich. Tschernobyl ist heute noch von einer 30km dicken Schutzzone umgeben.
Anscheinend ist der Reaktor in Fukushima so gebaut, dass im Fall einer Kernschmelze der Gro?teil der Schäden nach unten ins Erdinnere geleitet wird. Gerade eben bebte es wieder, weitere Explosionen wurden gemeldet und Twitter ist mit seinen Gerüchten und Falschmeldungen nicht unbedingt eine gro?e Hilfe. Wie immer.
Babies in Tüten III – the movie
Manch einer wird sich erinnern, dass einer meiner Einträge im November mit dem Satz “Eine Geschichte die Drehbuch für einen thailändischen Horrorfilm sein könnte…” begann. Man fand in den Leichenaufbewahrungsräumen eines Tempels in Bangkok über 2.000 Babyföten. Nach und nach stellte sich heraus, dass die Leichen von illegalen Abtreibungen stammten und die Friedhofswächter sich durch die Lagerung etwas hinzu verdienen wollten.
Wie auch immer, hier nun der Trailer für den Film “Dek Phee Du 2002 Sop” (was wohl soviel hei?t wie “Babygeist No. 2002”, der heute in den thailändischen Kinos anläuft.
Bald: Billy in Thailand
Schon seit Jahren wird verhandelt, durch den Putsch in 2006 wurde die Planung wieder etwas zurück geworfen, nun aber scheint es bald soweit zu sein: Gestern wurde das Dach des IKEA-Shops in Bangkok Bangna mit einer Zeremonie fertig gestellt und am 3. November wird man zwischen Billy-Regalen und Köttbullar-Theke wandeln können.
Lang genug hats ja gedauert.
Thais in Libyen
Man glaubt gar nicht, wieviele Thais in den Unruhegebieten in Nordafrika leben. Speziell aus Libyen will man bis morgen 8.000 Thais abgezogen haben, schreibt die Bangkok Post . Wenn man die im Artikel genannten Zahlen zusammen zählt, halten sich in Libyen gut 20.000 Thailänder auf. Kein Wunder dass man hier auf Schritt und Tritt über Touristen stolpert, wenn die Thais alle auswandern.
13.000
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... gefühlt sinds nur 12.500 ;) ...
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Licht
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Gestern fiel mal wieder in der Gegend der Strom aus. Der ganzen Sache vorausgegangen war eine ziemlich laute Explosion in Maenam. Ich war also vorgewarnt und entschloss mich, mal zu sehen, was die Kamera denn in Hinsicht auf das Photographieren von Sternen hergibt. Ich denke, da kann ich noch viel lernen, trotzdem gefällt mir das Bild oben ganz gut.
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Ohne Stromausfall sieht man meist nur ein paar Sterne, weil die Insel dann doch recht stark den Nachthimmel erhellt. Absoute Dunkelheit ist eine schöne Sache.
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Frühlingsanfang
Man mag es kaum glauben, aber die Chinesen orientieren sich nicht nur am Mond, sondern haben parallel dazu noch einen Sonnenkalender laufen — und nach diesem beginnt heute der Frühling. Das Wetter verhält sich entsprechend, noch kein Tropfen ist gefallen seit Sonnenaufgang.
In diesem Sinne: Happy Lichun ! ;)
Das Jahr der Karotte
Ein gesundes neues Jahr wünsche ich allen meinen Lesern. Im thailändischen Jahreskreis der Neujahre sind wir nun beim Chinesischen Neujahr angelangt. Der Chinesische Kalender orientiert sich am Mond, weshalb der exakte Jahreswechsel jedes Jahr an einem anderen Tag liegt. Dieses Jahr nun am 3. Februar.
Seit ein paar Tagen werden überall schon Knaller gezündet um die Geister des alten Jahres zu vertreiben und die Umwelt zu beräuchern.
Wir schreiben das Jahr des Hasen — ein besonderes Jahr, denn der Thailändische König wurde in einem Jahr des Hasen geboren. Grund genug, um wieder zu feiern. Chinesische Jahre werden in 12 Jahres-Zyklen berechnet und König Bhumibol Adulyadej beendet dieses Jahre seinen siebten Zyklus.
Jemand anderes begeht dieses Jahr seinen dritten vollendeten Zyklus und wird das wohl auch ausreichend feiern.
Mein Horoskop für dieses Jahr behauptet, dass es “mein” Jahr wird und ich eine neue Ebene der Diplomatie in mir entdecken wird. Das kann ich nur bestätigen, ich bin viel freundlicher zu den Leuten ;)
In diesem Sinne: Happy New Year ?? you.
(?? ist tu — der Hase. Ein Wortspiel. Kapiert?)
Putschgerüchteküche
Derzeit munkelt man wieder mal öffentlich über einen geplanten Putsch der Armee. In den vergangenen drei Jahren war das mehr oder weniger Unsinn und gezielt gestreute Desinformation, um von anderen Problemen abzulenken, diesmal wird nicht so ganz klar, wer hier welches Ziel verfolgt.
- Die “Rothemden” demonstrieren hin und wieder, legen den Verkehr in Bangkok auf demokratische Art und Weise still und wollen, dass die Regierung zurück tritt, damit demokratisch gewählt werden kann in der Hoffnung, die Pheua Thai Partei in die Regierung zu bringen, deren erklärtes Ziel eine Amnestie des Präsidenten des thailändischen Golferverbandes Thaksin Shinawtra ist, damit dieser nach Thailand zurück kehren kann um die nationale Einigkeit wieder herzustellen. (Die Rothemden waren die Demonstranten, die dachten, es wäre Ausdruck von Meinungsfreiheit, wenn man Einkaufscenter und Stra?enkreuzungen in Brand setzt — ein Vorgehen, das man heute gerne mit dem Aufstand der ?gypter vergleicht und was bereits jetzt schon von den Geschichtsschreibern umgeschrieben wird.)
- Die “Gelbhemden” demonstrieren auch wieder, weil ein Parlamentarier unter heftigster Medienunterstützung nach Cambodia gewandert ist aus Gründen, die unbekannt sind, aber wohl vom Ministerpräsidenten abgenickt wurden wie ein Video bei Youtube beweisen soll, wo sieben Personen über die Grenze gehen und sagen, dass sie sicher verhaftet werden, dann später aber behaupten, dass sie nicht wussten, dass sich sich auf kambodschanischen Boden befanden, was die ganze Situation mit ungeklärten Grenzverläufen und Weltkulturerben in selbigen wieder auf wühlte und in mehrjährigen Haftstrafen für zwei der ?bertreter resultierte und die PAD die hinter den Gelbhemden steht dazu zwingt von der Regierung zu verlangen die beiden innerhalb von drei Tagen freizubekommen oder zurückzutreten oder man werde verstärkt demonstrieren. (Die Gelbhemden waren die Demonstranten, die den Flughafen Subvarnabhumi in einem Ausdruck von Meinungsfreiheit besetzten und damit der Tourismusindustrie einen noch heute fühlbaren Hieb versetzten.)
- Der Premierminister Abhisit Vejjajiva meint in Hinsicht auf Cambodia, dass Krieg die letzte Lösung sei und in Hinsicht auf die Rothemden, dass man freie Meinungsäu?erung nicht unterdrücken werde.
- Das Militär sagt, es werde keinen Putsch geben, was in der Vergangenheit ein Zeichen dafür war, dass es entweder einen Putsch geben wird oder keinen Putsch geben wird.
Das Hauptziel aller Parteien ist natürlich Macht und Einfluss ohne Rücksicht auf Verluste. Interessanterweise erholt sich der Tourismus, die Haupteinnahmequelle Thailands, nach jeder grö?eren freien Meinungsäu?erung. Noch.
Wer bellt denn da in unserem Revier?
Wow!!!
Klasse. Spiegel online ist verdammt schnell. Heute schon wird über unseren Babyleichentempel berichtet . Einer der Leichenbestatter wurde zu 20 Jahren verurteilt.
Nach dem Regen
<txp:imagebox link=“http://www.flickr.com/photos/schreibblogade/5366756554/" image=“http://farm6.static.flickr.com/5087/5366756554 _77e1cf8073_z.jpg” title=“Lilawadee after rain” />
Thai Pop aus den goldenen Sixties
(Disclaimer: Das thailändische Goldene Jahrzehnt war im Gegensatz zu Deutschland nicht in den Zwanzigern sondern in den Sechszigern. Sag ich jetzt einfach mal.)
Im Spiegel Online kann man einen netten kleinen Artikel über den Briten Chris Menist lesen, der durch Bangkoks Plattenläden streift und nach Pop-Perlen sucht . Er hat vergangenes Jahr eine Zusammenstellung von Thai-Pop aus dem Isaan der Sechsziger und Siebziger Jahren herausgegeben.
Die Mühsal hat sich gelohnt: “The Sound of Siam” hei?t die Zusammenstellung von Thai-Oldies aus den Jahren 1964 bis 1975, die Chris Menist für das Londoner Label Soundway produziert hat. Sie führt uns ein in die Welt von “Luk Krung” und “Luk Thung” — die “Lieder der Stadt” und die “Lieder vom Land”. Die Stadtlieder, geschrieben für ein gehobenes Publikum, das sich an romantischer Lyrik erfreut, sind mit Wah-Wah-Gitarren und Drums westlich instrumentiert. Für die urbane Arbeiterklasse, oftmals aus ländlichen Gebieten hinzugezogen, gab es die Landlieder — asiatische Cha-Cha-Chas mit eher traditioneller Instrumentierung: Lauten, Mundorgeln, Gongs. “Während ein Luk-Krung-Sänger die Schönheit des Mädchens preist, das er im Bus gesehen hat, bedauert der Luk-Thung-Sänger eher, dass er sie nie kennenlernen können wird, weil er so ein armer Schlucker ist”, erklärt Chris Menist.
Drei Beispiel-Tracks sind bei Soundcloud gehostet:
Thong Huad & Kunp??an ?? Diew Sor Diew Caan
Thong Huad & Kunp??an ?? Diew Sor Diew Caan by Soundway
The Petch Phin Thong Band ?? Soul Lam Plearn
The Petch Phin Thong Band ?? Soul Lam Plearn by Soundway
Chaweewan Dumnern ?? Lam Tung Wai
Chaweewan Dumnern ?? Lam Tung Wai by Soundway
Das Gesundheitsministerium informiert: Plastiktüten eignen sich nicht als Kondom
Die The Nation berichtet heute über Schüler, die Plastiktüten als Kondome benutzen und das daraus resultierende Bedürfnis des Gesundheitsministeriums, darauf hin zu weisen, dass das nicht weise ist . Man beachte bitte das schöne Schaubild mit den Plastiktüten.
A study has shown that some Mathayom 1 students in the Northeast had used plastic bags to prevent pregnancies and STDs.
Im Mathayom 1 Level ist man mit 12 Jahren.
Neuanstrich
Mein Haus wird gerade von einem circa 100 Jahre alten kleinen Mann neu gestrichen. Die vergangene Woche verbrachte er damit, das Haus gegenüber zu streichen.
Zunächst haben sie den Dreck und die Pilze mit einem unerträglich stinkendem Kram übertünscht. Jetzt wird unter dem Dach gestrichen. In einer Stunde verschwindet die Sonne.
Mein sü?es kleines Moped hab ich in sicherer Weite abgestellt ;) das letzte Mal (als ich das erste Mal in diesem Haus wohnte) haben sie ohne Rücksicht auf Verluste in der Gegend rumgestrichen und man sieht heute noch die Farbspritzer. Der gediegene Herr heute deckt alles fein mit Zeitungen ab. Dafür ist er schon zweimal die Treppe runtergestolpert.
Die Thais und der Aberglaube
In der New York Times findet man einen lesenswerten Artikel zu den Thais und ihrem Hang zum Aberglauben. Wahrsagerei und “Magie” jedweder Färbung sind auch heute noch weit verbreitet und äu?erst lukrativ.
In a book published two years ago, a renowned Thai fortune teller recounted his consultation with one of the country??s powerful generals, Sonthi Boonyaratglin.
They met in January 2006, a time of political impasse, and Warin Buawiratlert, the fortune teller, told the general, ??There must be a coup.?
??Who is going to do it?? the general asked.
The fortune teller, who told the general he was the reincarnation of an 18th-century warrior, replied: ??You.?
Nine months later, on what some considered the auspicious day of Sept. 19, Mr. Sonthi fulfilled his fortune ?? and overthrew the government.
Nun ja. Thais look to the supernatural
Sawadee Pii Mai
Willkommen im neuen Jahrzehnt.
Erstaunlich viele meiner Freunde in Asien haben am 1. Januar Geburtstag. Wenn man sich dann erkundigt, wie das kommt, ob es da jedes Jahr im März irgendein recht fertilisierendes Ereignis gibt, dann findet man recht schnell heraus, dass alles mal wieder ganz anders war:
Viele glückliche Eltern vergessen einfach, die Geburt bei den zuständigen ?mtern zu melden. Wenn man das Kind dann irgendwann in der Schule anmelden will und fest stellt, dass es legal noch gar nicht existiert, hat man dann das genaue Datum schon lange vergessen — und es wird einfach der 1. Januar eingetragen.
Macht ja nichts.
There is a(nother) new ride in town
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Seit 2 Stunden steht auf dem Hof ein neues Moped. Mit einem einzigen jungfräulichen gefahrenen Kilometer auf dem Tacho nahm ich es heute in Empfang und darf mich nun stolzer Besitzer eines orange-schwarzen Zweirades nennen.
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Wer sich jetzt wundert und meint, es hätte diesen Eintrag schon einmal gegeben, der irrt sich in den wichtigsten Punkten. Der erwähnte Eintrag ist hier, die Reifen sind grö?er, die Kilometer weniger und es ist meins --- nicht gemietet.
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Warum ich die Farbe sehr passend finde, erzähl ich später einmal.
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Jetzt muss ich eigentlich nur noch einen passenden Namen finden.
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Weihnachten (Thaistyle)
(Photos von GETTY IMAGES und AP)
Das Wetter
In der vergangenen Stunde hat es drei Eimer geregnet (mehr zum Eimerma?</txp:permink>) und mein Khlong vor dem Haus ist voller als “damals” im November. Ein bisschen muss ich schmunzeln — habe mir bei einer dummen Reiseseite vor ein paar Tagen blöde Kommentare einfangen dürfen, als ich auf die Frage zum aktuellen Wetter auf Samui die Unwetterwarnung postete — die Expaten unter den Forennutzern wussten genau Bescheid, dass das Wetter wunderbar ist und die Sonne scheint und die Regenzeit vorbei ist.
Warum die Leute auch in einem Forum nach dem Wetter fragen anstatt bei Google einfach mal “weather samui” einzutippen, verstehe ich nicht, schlie?lich laden sie auch Facebook über das Suchfeld.
Jetzt jedenfalls wieder Regen und der ganze Kampf der vergangenen Tage gegen den Schimmel war umsonst. Solange der Strom da bleibt, beschwere ich mich nicht ;)
PS: Mir fällt grade auf, dass der Nudelsuppenvorrat noch nicht wieder aufgestockt wurde. Damn you! Weather!
Wer was auf sich hält…
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Legt sich eine eigene Google Chrome Application zu. Siehe <a href="https://chrome.google.com/webstore/detail/iiphnipanbfhcgecccjjcfohmefcoffg">hier</a>.
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Und dann war Weihnachten
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Einer der Vorteile des Lebens in Thailand ist, dass der König im Dezember Geburtstag hat. Am 5. Dezember, um genau zu sein. So kommt man in den Genuss von Lobpreisungen und Hymnen auf den König bis rund eine Woche nach seinem Geburtstag, ehe von allen Seiten mit Weihnachtsmusik auf einen eingedudelt wird.
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Diese runde Woche ist nun leider vergangen und so habe ich auf meinem Einkaufstrip in den örtlichen Tesko jeden gefühlt existierenden Weihnachtssong vernehmen dürfen. Gleichzeitig. In voller Lautstärke.
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Dabei wollte ich nur Sojasauce kaufen.
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PS: Mir fällt grade auf, dass dieser seltsame Wham-Song nicht dabei war. Also doch nicht jedes Weihnachtslied, das es gibt.
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Babies in Tüten II
Irgendwie habe ich ganz vergessen zu erzählen, wie die Föten-Horror-Vorlage so richtig ausgegangen ist. Man hat am Ende um die 2.000 Babyleichen aus dem Tempel-Leichenhaus geholt.
Die Leichenbestatter haben sich ein paar Baht durch das Verschwindenlassen von illegal abgetriebenen Föten dazu verdienen wollen. Dummerweise kamen sie nicht auf den Gedanken, die Leichen auch tatsächlich zu verbrennen, sondern haben einfach Raum um Raum mit Plastiktüten gefüllt.
Abtreibungen sind in Thailand nur erlaubt, wenn das Kind behindert geboren werden würde oder durch eine Gewalttat entstanden ist. Die Abtreibungskliniken in Bankok kümmern sich aber nicht sehr um derlei Gesetze, wie man sieht, und Bequemlichkeitsabtreibungen sind an der Tagesordnung.
Nun wird wieder diskutiert, ge-crack-downt und dann vergessen.
Der Tempel, in dem die Plastiktüten gefunden wurden wird sein Leichenhaus abreißen und auf dem Grundstück ein Meditationszentrum errichten .
Regenzeit
Ich weiss ja nicht, vielleicht hab ich’s schonmal erzählt, wir haben zur Zeit Regen-, ehm, -zeit. Es regnet, in Mülleimern gemessen, ungefähr einen Eimer in zwei Stunden.
Wenn ich mir mein Dach so ansehe, dann wird der Regen von einer Fläche von ungefähr 3 Metern mal 20 Zentimetern aufgefangen, das sind dann 0,6 Quadratmeter. Also regnet es 25 Liter auf einem Quadratmeter in zwei Stunden. Die Meterologen unter meinen Lesern können sich also ausrechnen, dass es stark regnet.
Die Mülleimermethode habe ich vor drei Jahren erfunden. Man stelle einen Eimer auf die Treppe des Hause, genau da wo die Dachziegel einen steten Wasserfluss erlauben (bei mir interessanterweise genau auf der Mitte des Hauses — idiotisch, eigentlich würde ich als Laienarchitekt die Treppe komplett überdachen) und wartet bis es regnet. Zur Zeit wie beschrieben nicht lange.
An normalen Regenzeittesttagen regnet es nur 1/5 Eimer am Tag. Mal so als Vergleich zu 24 Eimern in den vergangenen 48 Stunden.
In den Bergen zwischen meinem kleinen Haus und Nathon hat heute ein Landrutsch die Stra?e grö?tenteils unpassierbar gemacht (was der The Nation eine Meldung wert war. Als vergangene Woche ein Kieslaster quer auf der Stra?e und sein Inhalt den Berg hinab herum lag, hat das niemanden interessiert, die Stra?e aber auch unpassierbar gemacht — und ich hatte mal wieder (wegen der Regenzeit) keine Kamera dabei).
Man denkt, dass nach Donnerstag wieder die richtige 1/5-Eimer-Regenzeit (eine Stunde Regen, 10 Stunden Sonne, 13 Stunden Dunkelheit und Freude) eintreffen wird. Wir werden ja sehen.
PS: Der Strom ist verdächtig stabil.
Loy Krathong
Gestern war mal wieder Vollmond und Loy Krathong. Blablabla. Google feierte dieses Ereignis mit einem auf Google.co.th angezeigtem Doodle. Kommt mir das nur so vor oder werden die Doodles immer doodliger? Andererseits: Es kann ja durchaus sein, dass es sich hier um das Ergebnis eines Wettbewerbs handelt, wo Kinder das nächste Google Doodle zeichnen dürfen (würde mich wundern denn ich würde es wissen müssen). Dann, ehm, ist das diesjährige Google Doodle, ehm, natürlich, ehm, total schön geraten, Gratulation!
Im vergangenen Jahr bekamen wir dieses Doodle zu sehen:
PS: Hinter dem Link unter Blablabla versteckt sich die Erklärung, worum es beim Loy Krathong geht.
Babies in Tüten
Eine Geschichte die Drehbuch für einen thailändischen Horrorfilm sein könnte, trug sich heute in Bangkok zu: Dort fand man in einem Tempel mehr als 50 Säuglingsleichen in (“verschiedenfarbigen”) Plastiktüten.
Bin gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt. Normalerweise kommt noch ein Schwarze Magie praktizierender Mönch, eine schwangere tote Krankenschwester und ein Transvestit als Comic Relief hinzu.
Update: Der Friedhofsgärtner wars. Man hat (recht schnell) einen Leichenbestatter festgenommen, der von mindestens 5 Bangkoker Abtreibungskliniken beauftragt gewesen ist, Föten zu beseitigen. Inzwischen hat man schon mehr als 200 Körper gefunden .
5 Jahre alt
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... und nicht unbedingt weise ...
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Floh im Ohr
Ein nerviges Gro?ereignis mit dem ich mich zur Regenzeit herum schlagen muss ist der alljährliche Zeckenbefall.
Die regelmä?igen unter meinen Lesern werden sich erinnern, dass ich mein Haus mit derzeit zwei felligen Begleitern teile. Jedes Jahr um die gleiche Zeit werden sie dann von trocken und warme Felle suchenden Zecken befallen, die zuerst fast unsichtbar klein sind, dann kräftig Blut saugen und sich im Fell und der Haut festbei?en. Nach rund zwei Wochen Bürsten (ich sitze dann immer auf der Terasse mit drei verschieden gro?en Bürsten und sammel Bugs aus dem Fell, um sie unzeremoniell in einer Wasserschüssel zu ertränken) muss dann die chemische Keule her.
Frontline: Mein Tierarzt wedelt immer mit der Hand und meint, man sollte das nicht benutzen, setzte es aber selbst ein, als ich als noch unerfahrener Zeckenhalter vor vier Jahren mit den Hunden ins Tierkrankenhaus ging. Man tropft rund 15ml einer unschön riechenden Flüssigkeit ins Hundegenick und einen Tag später beginnt die gro?e Emigration. Flüchtende Bugs überall. Nach ein paar Tagen mit dem Besen muss man dann nur noch die ausgetrockneten toten Bugs aus dem Fell bürsten und alle sind wieder glücklich.
Das ist der einzige Badetag im Jahr, den meine Hunde stillschweigend und ohne Murren über sich ergehen lassen. Pokki ist jetzt sogar so zufrieden, dass er wieder auf dem Schreibtisch vor der Tastatur liegt, wenn ich arbeite — das hat er schon seit Jahren nicht mehr gemacht.
Jetzt muss nur noch der Regen aufhören.
Tiger kam
Man kann es wohl nicht besser als die Boulevardpresse ausdrücken:
LOVE cheat Tiger Woods came last in a foursome yesterday — in the world’s sex tourism capital Bangkok.
Das einzige Thai was er kann ist übrigens: Räum dein Zimmer auf! und Mach deine Hausaufgaben!
Soviel zu diesem Thema.
Tiger Woods kommt heim
Seit ein paar Wochen schon wird es uns verkündet, heute nun ist es soweit: Tiger (Vorsicht, Assoziationsalarm) Woods (hihi) kommt nach Hause. Aber lassen wir seine Website sprechen:
World No. 1 Tiger Woods is delighted at the prospect of competing for charity at the World Golf Salutes King Bhumibol skins tournament in celebration of His Majesty the King’s 84th birthday and 60th year of his succession to the throne.
“The Thai people never fail to impress me with their warm and genuine hospitality. This is indeed a good opportunity to give something back to them.”
Das Gro?ereignis wird von verschiedenen Energiefirmen und dem Energie-Ministerium unter dem Slogan “Reduce Global Warming for our King” gesponsort.
Nun ja. Das letzte Mal war Woods übrigens 2000 in der “alten Heimat”. Auch diesmal wird er (natürlich vorsichtig, wir wollen ja nicht die Atmospähre erhitzen) sein Ein-Tages-Tournier spielen und wieder verschwinden. Bis er das nächste Mal gute Publicity braucht.
Vorgestern am Strand
Das Wetter war am Dienstag so Lübeck-like, dass ich meine Kamera in eine Plastiktüte gepackt habe, mich in meine Allwetter-Regenjacke und mal eben über die Stra?e an den Strand spaziert bin.
Wer sich für Wasser in verschiedenen Formen interessiert, ist auf meinem Youtube-Videokanal sowieso gut aufgehoben ;)
Ich habe eine Menge Videos gedreht, die Qualität überfordert allerding mein kleines Notebook. Mal sehen wie ich das runterschrauben kann, so dass ich nichts blind hochladen muss.
Shift + F5
Neulich gratulierte man mir zum “Redesign” dieser Website. Das war witzigerweise 100 Tage nachdem das Aussehen der Seiten geändert wurde. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, meine Feed- und Email-Leser darauf hinzuweisen, dass gestern Abend ein neues Design online gegangen ist ;)
Alle anderen Besucher mögen eventuell Shift + F5 (Umschalttaste + F5) drücken müssen, damit alle Dateien neu geladen werden und die Reste des alten Designs aus dem Cache verschwinden.
Das Kontaktformular funktioniert auch wieder ;)
Heut morgen am Strand
Samui ist Notstandsgebiet
Samui ist gerade mit 15 anderen Bezirken Surat Thanis zum Notstandsgebiet erklärt worden . In Nakhon Si Thammarat, Songkhla, Trang, Satun, Narathiwat und Phatthalung wurde schon eher der Notstand ausgerufen.
Die Fähren nach Samui haben die Dienste eingestellt (recht schlecht, wenn man gerade auf Visarun ist, hehe) und der Flughafen ist geschlossen. Damit ist die Insel endlich einmal wirklich eine Insel.
Strom haben wir noch/wieder.
Depression
Das hat dann auch mich etwas verwundert. Gegen Mitternacht heute war plötzlich der Strom weg und kam erst kurz nach Mittag wieder zurück. Die üblichen Quellen sprechen von einem Samui-weiten Stromausfall — man rechne mit ein bis zwei Tagen Behebungsdauer. Es waren dann nur 12 Stunden, aber das war wiedermal eine Zeit, in der man daran erinnert wurde, wozu man Strom so braucht. Gestern noch fand ich meinen Gaskocher steinzeitlich — heute bin ich konvertiert.
Ich war am Morgen aus purer Langeweile dann mit der Allwetterjacke am Strand und habe ein paar Filmchen gedreht. Montur, Wetter und Wellen erinnerten mich an Lübeck.
Der Khlong vor dem Haus ist brechend voll. In Bestzeiten ist das Wasser rund 10cm pro 30 Minuten gestiegen. Nun hat die Macht der Fluten den Müll den die werten Nachbarn in den Graben warfen endlich durch das Nadelöhr an der Stra?e gezwängt und das Wasser kann frei abflie?en. Was nicht heisst, dass es weniger wird, es steigt nur langsamer.
Im Süden Thailands stehen Songkhla und Hat Yai unter Wasser. Interessanterweise waren die Behörden völlig unvorbereitet. Man lernt hier nie dazu.
Ich hoffe mal, dass der Strom nicht gerade abends wieder ausfällt. Im Dunkeln sitzen ist relativ langweilig.
Regenzeit
Heute fuhr ein Pickup durch Chaweng, der sonst Box-Kämpfe oder die Full-Moon-Party anpreist und warnte die Bevölkerung vor der “Depression”. Ich wurde dann auch prompt gefragt, was denn eine Depression wäre und fing an, langwierig über chemische Vorgänge, Vererbung und soziologische Faktoren zu dozieren. Nachdem alle Zuhörer mit dem Lachen fertig waren, wurde mir erklärt, dass das Thema des Tages eine “tropische Depression” ist — schlechtes Wetter .
Jetzt gerade kann ich von meiner Terasse aus das Meer hören — ein seltener Vorgang — und wir alle warten auf den Regen. Nicht dass es seit Tagen kalt wäre (23 Grad Celsius tagsüber) und heute schon durchgehend geregnet hätte.
In Thailand ist derzeit Regenzeit. Der Norden steht seit Wochen unter Wasser, die Rede ist von der schlimmsten Flut seit 50 Jahren.
So eine Regenzeit ist gleicherma?en entspannend (man ist auf Terasse und in-House beschränkt und kann dem Regen beim Treiben zu hören) und nervig (die Hunde fangen nach einem Tag an muffiges Fell zu haben und allerlei Getier sucht das trockene Hausinnere). Wäsche waschen (und trocknen) wird zu einem wochen langen Projekt.
Ich entsinne mich schwach, vor ein paar Jahren einmal über eine Woche ans Haus gebunden gewesen zu sein. Irgendwann sind die Tütensuppen und das Trinkwasser aufgebraucht und man muss trotzdem raus. Bin gespannt wie es diesmal verläuft.
Karl Hugo Egon Gustav
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Mein neuer Untermieter. Nachts macht er Krach, Tagsüber schläft er. Ein echter Geek.
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Landgang
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Heute Morgen stand ich auf meiner Terasse, schlürfte meinen billigen Instant-Kaffee und schaute irritiert in der Gegend rum. Im Abstand von rund drei Minuten kamen gro?e Reisebusse aus Phuket vorbei gerauscht, mit vielen kleineren Autos im Tross, die nicht überholen konnten. Also richtig echter Gro?stadtverkehr.
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Als ich dann später in die Inselhauptstadt fuhr, wurde mir schon auf dem Berg klar, woran das lag: es ankerte vor der Küste Nathons mal wieder ein Kreuzfahrtschiff. Die älteren unter meinen Lesern (jene, welche den Hype um (echte) Menschen auf dem Mond noch halbwegs bewusst mitbekommen haben) werden sich an jene Serie im <span class="caps">ZDF</span> erinnern, in der ein gewisses deutsches Kreuzfahrtschiff die Welt durchreiste und jede Menge persölicher Probleme gelöst wurden, wenn man nicht gerade auf Landgang war. Genausoeindinglagvorunsererküstevoranker.
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Heute nun hatten die 2.600 Passagiere der "Diamond Princess" Landgang auf Samui. Nathon war voller neugieriger Touristen, grö?tenteils aus China und Korea (soweit ich das beurteilen kann).
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Ich war hoch erfreut, konnte ich doch wieder eine Testreihe meiner Jahre alten Theorie fahren, dass sich koreanische Pärchen die nach Thailand reisen aus überdurchnittlich hübschen Frauen und überdurchschnittlich hässlichen Männern zusammen setzen. Wenn man das mit den Boygroups aus Korea vergleicht wundert man sich, warum es zu so gro?en Diskrepanzen kommen kann. Egal. Ich schweife ab...
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Inzwischen sitzen all die glücklichen Kreuzfahrer im Käptns-Dinner und lösen wieder ihre persönlichen Konflikte und Liebschaften bis ihre Reise dann ein geplant fröhliches Ende in Singapore nimmt, wohin man, soweit ich das dem Internet entnehmen kann von China aus reiste.
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PS: In Gro?ansicht sieht das Schiffchen übrigens <a href="http://www.flickr.com/photos/schreibblogade/5092893967/">so</a> aus.
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Preiswerter fliegen
Wer zwischen dem ersten und letzten Tag im November zwischen Bangkok und Samui mit dem Flugzeug reisen muss oder will, kann bei der Bangkok Airways einen Discount bekommen, wenn er beim Buchen des Fluges zwischen Heute und dem 20. Oktober den Gutscheincode M3HFKQL angibt.
Der Flug (nur eine Strecke, also Bangkok-Samui oder Samui-Bangkok) kostet dann nur THB1950 (zuzüglich Flughafensteuer).
Der Nationale Tag der Polizei
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Das die Polizei in Thailand etwas übereifrig ist, wenn es darum geht, das Gesicht zu wahren oder gar die Popularität zu verbessern, habe ich schon das eine oder andere Mal angemerkt.
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Am Mittwoch war der Nationale Tag der Polizei in Thailand. Grund, mal wieder rührend in der Medientrommel zu rühren.
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<strong>Aktion 1 --- Neue Plastik-Polizisten</strong>
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Jeder, der schonmal in Thailand war, wird sie kennen --- An Kreuzungen und unübersichtlichen Stellen im Strassenverkehr stehen Papp- (siehe Bild oben) und Plastik-Polizisten. Das soll den Bürgern ein gutes Gefuehl geben und die Fahrer zu Vorsicht mahnen. Die Psychologie dahinter ist wohl, dass man (wenn man das erste Mal vorbei kommt) nicht erkennen kann, ob da nun ein echter oder ein Papp-Polizist steht --- und manch ein Thai hat noch Respekt vor den Gesetzeshütern.
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Das aktuelle ??Modell? heisst Police Sergeant ??Indifferent?, was wohl soviel wie gleichgültig hei?en soll.
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Ab nächsten Monat nun sollen neue Polizei-Statuen aufgestellt werden, die wie hier bekannte männliche Teenie-Stars [<a href="http://www.google.com/images?hl=en&source=imghp&biw=1280&bih=690&q=Ken+Theeradetch&btnG=Search+Images&gbv=2&aq=f&aqi=&aql=&oq=&gs_rfai">1</a> oder <a href="http://www.google.com/images?hl=en&safe=off&biw=1280&bih=690&gbv=2&tbs=isch:1&sa=1&q=Chakrit+Yaemnam&btnG=Search&aq=f&aqi=&aql=&oq=&gs_rfai">2</a>] aussehen.
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Mechanisch winken sollen sie auch noch --- also die Statuen, nicht die Stars.
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Laut den Verantwortlichen des Projektes braucht man eine Woche, um die Plastikpolizisten zu "designen" und weitere 10 Tage, um sie zu produzieren und aufzustellen. Klingt mir sehr nach einer sehr spontanen Idee und typisch thailändischer Projektplanung.
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Weitere 3 Tage wird es dann dauern, bis die weiblichen (und männlichen) Fans den Gro?teil der Statuen wieder abgebaut und neben das heimische Bett gestellt haben.
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<strong>Aktion 2 --- Der "No Traffic Tickets"-Tag:</strong>
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Mittwoch war dann nicht nur der Tag der Polizisten, es war auch der "No Traffic Tickets"-Tag, an dem keine Strafzettel verteilt wurden. Verkehrssünder wurden nur verwarnt und Leute, die ausstehende Strafzettel bezahlten, erhielten wohl einen Nachlass oder mussten nur einen Mindestbetrag zahlen.
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So macht das Rasen viel mehr Spass.
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<strong>Aktion 3 --- Die Leute, die den Kopf lieben</strong>
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Aktionen (und, ehm, Parteien und Organisationen), die in der ?ffentlichkeit gerne wohlwollend aufgenommen werden wollen, enthalten immer wieder Liebe im Namen. So gibt es eine Organisation namens ??People who love the head?, welche versucht, die Leute zum Tragen von Helmen zu bewegen, wenn sie sich auf Motorollern und -rädern im Stra?enverkehr bewegen.
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Die Leute die am Mittwoch ohne Helm erwischt wurden, bekamen statt einer 300 Baht-Rechnung (Haupteinnahmequelle jeder kleinereren Polizeistation im Königreich) einen kostenlosen Helm.
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<strong>und dann: Die Umfrage</strong>
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In einer Umfrage wurden die Bürger zu ihren ??Gefühlen? hinsichtlich der Polizei befragt.
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Heraus kam (natürlich), dass sich jeder wünscht, dass die Polizei Gewalt und Unruhen im Lande löst und dass sich alle sicher und beschützt fühlen.
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Leider ist nur einmal im Jahr der Nationale Tag der Polizei.
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Sonnenbrand
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Heute bin ich am Tage eine Stunde lang aus dem Haus gewesen und habe mir natürlich sofort einen Sonnenbrand geholt. Auf den Handoberflächen und auf dem Brusthaartoupet. Alle anderen Körperteile waren sicher abgedeckt.
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Thailand bietet Myanmar Wahlhilfe an
Thailands demokratisch eingesetzter Premierminister Abhisit Vejjajiva hat heute Myanmar die Hilfe Thailands bei der demnächst stattfindenden Wahl angeboten.
…
Hmm…
…
Das ist so, als ob in Deutschland die jeweils regierenden Parten solange verboten werden würden bis Die Piraten an der Macht sind (sprich die Kanzlerin stellen) und eine Koalition mit den Grauen und irgendeiner Gartenpartei bilden und diese Regierung dann bspw. den Russen Wahlhilfe anbieten würden. Nur eine Meinung.
Exil-Portraits
Auf der Website des wöchentlich erscheinenden Magazins “New Yorker” kann man sich ein Album mit Portrait-Photos von in Thailand lebenden Burmesen ansehen.
An den Umständen in Burma hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel geändert. Am 7. November gibt es staatlich organisierte Neuwahlen. Die Partei von Friedensnobelpreisträgerin Aung Sang Suu Kyi, die immer noch unter Hausarrest steht, nimmt aus Protest nicht teil.
Aus den Bildunterschriften nur mal zwei herausgepickt: Burmas Armee besteht Schätzungen zu Folge aus bis zu 20% unter 18-Järigen und Burma ist (lt. Human Rights Watch) das einzige Land weltweit, das immer noch Landminen auslegt.
Rain Season Blues
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Auf allgemeinen Wunsche hier ein aktuelles Hundephoto. Wir sehen Pokki, entspannt auf dem Hundesessel liegend. Der Hundesessel steht genau neben meinem Homeoffice (ein Tisch mit Stuhl davor) und die beiden kommen häufiger mal auf den Sessel, um sich ihre Streicheleinheiten abzuholen. Die Decke (das sieht man heute nicht mehr so gut) war einmal blau. Soosie liegt hinterm Sessel. Den Haarschnitt habe ich selbst verpasst (eine freiwillig mehrdeutige Wortwahl).
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Eine kleine Nachtmusik
sounds of the night by pkollitsch
Nachtklänge vor meinem Haus, ungefähr eine Stunde nachdem sich der tägliche Monsunregenguss beruhigt hat.
Samui am Morgen
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Neulich durfte ich mal wieder einen Visarun unternehmen. Viele Stunden thailändischen Stra?enverkehrs, ein paar Minuten Borderhopping und zwei Fährfahrten ohne Untergang. Dafür scheint es auf der Insel (siehe Photo) ein wenig geregnet zu haben...
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4 Jahre
Heute vor vier Jahren verschwand plötzlich das Fernsehprogramm und Thailand hatte mal wieder einen Putsch. Daran erinnern die “Rothemden” heute unter anderem damit, dass Sie den Verkehr in Bangkok wieder einmal zum Erliegen und die Sicherheitskräfte in höchste Bereitschaft bringen.
Abgetropft
Die Tankstelle hier um die Ecke in Ban Thai sollte man (soweit die Ringroad dies zu lässt) weiträumig umfahren. Man wird dort einfach nur abgezockt, wie ich gerade wieder am eigenen Moped erleben durfte.
Trick Nummer 1 geht so: Farang ohne Thaibegleitung kommt angetuckelt und wird an Zapfsäule X gewunken. Andere freie Zapfsäulen funktionieren gerade mal wieder nicht. 95er Benzin ist aus, also nimmt man freundlich lächelnd das teurere und trotzdem minderwertigere 91er Benzin in Kauf. Nach einigen Sekunden ist der Tank voll und die Zapfsäule sagt einen Preis. Problem ist nur, dass der Tank nicht voll ist und mit der Säulenkalkulation vermutlich auch rumgespielt wurde.
Trick Nummer 2 (noch verhinderbar): Die Zapfsäule steht nicht auf Null wenn das Tanken beginnt. Kann ja mal passieren und “Koh Thoot” (Entschuldigung) kommt den Tanksäulen leicht über die Lippen.
Trick Nummer 3: Das Wechselgeld kommt falsch zurück. Am Besten hat man das Benzingeld immer passend dabei.
Weitere Tricks sind lt. eines Bekannten, dass am ?l und dem Benzin gepanscht wurde. Die Tankstelle soll bis dahin bei den Anwohnern recht beliebt gewesen sein. Heute sieht man nur noch hin und wieder ein paar Farangs dort einkehren, die das grundsätzlich 5 bis 10 Baht teurere Benzin tanken und denken, das Gelächter hinter ihren Rücken wäre ein freundliches.
Normalerweise (wenn der Tank nicht gerade wieder mal komplett trocken ist) ermögliche ich mir immer den Weg zur nächsten Tankstelle in Maenam. Ein bisschen weiter aber sauberer. Auf Dauer rentiert sich das.
Also: Tankstelle in Ban Thai: böse. (Mir fällt gerade ein, dass ich das schon mal erwähnt habe. Naja, mit dem Alter muss man sich halt regelmässig die Finger verbrennen, damit das im Hirn bleibt.)
Zukunftsplanung Thaistyle
In Thailand läuft immer alles etwas anders als man es aus der alten Heimat kennt.
Vergangene Woche beispielsweise war unser mehr oder weniger demokratisch gewählter Premierminister Abhisit Vejjajiva auf einer Reise in China. Er lächelte in die Kameras des Staatssenders, fuhr mit einem Hochgeschwindigkeitszug (und lächelte in die Kameras des mitreisenden Thaifernsehens) und besuchte die Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai.
Heute nun in seinem wöchentlichen Fernsehprogramm erfuhr der geneigte Zuschauer, dass man sich mit einem Schnellzugprojekt zwischen Bangkok und Nakhon Sri Thammarat und einer Bewerbung Thailands zur Expo 2020 beschäftigen werde.
Glücklicherweise hat Thailand bereits ausreichende Erfahrungen mit Kommunisten, sonst hätte er diese Neuerung auch noch aus China importiert.
In ein paar Tagen wird Abhisit in die USA fliegen. Mal sehen welche neuen Ideen er von dort mitbringen wird.
Ritsch Ratsch
Heute ist ein gro?artiger Tag für mich, denn ich habe nach fünfundeinhalb Jahren in Thailand festgestellt, dass die Zweierpackung Chang-Beer (zwei Flaschen und eine nette Pappumhüllung mit glücklichen Menschen) einen praktischen Aufrei?verschluss auf der Rückseite hat.
Ich habe tatsächlich die vergangenen Jahre damit verbracht, irgendwie mit zittrigen Fingern um die Flaschenhälse herum die Pappe auf- und abzurei?en. Das ging hin und wieder mit Schnittwunden einher. Was man nicht alles für das abendliche Bier tut.
Hab mir gleich noch einen Zweierpack zur Verifizierung geholt…
Wenn sie denn flügge werden…
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Heute, gut 22 Monate nach dem Ende von Soosies Scheinschwangerschaft hat auch Nikkie eine neue Heimat gefunden. Damit sind alle drei Babies in gute Hände abgegeben.
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Was nun folgt ist die Depriphase nach dem Auszug. Soosie sucht in allen Ecken des Hauses nach Nikkie. Pokki legt mir die Pfoten auf die Beine und schaut mir fragend in die Augen. Beide versuchen sich so brav wie nur möglich zu benehmen, da ein allgemeiner Zusammenhang zwischen meiner Laune und dem Verbleib aller caninen Bewohner vermutet wird. Wir alle sind etwas deprimiert.
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Ich habe übrigens schon eine Stunde nach dem Auszug den ersten Panikanruf bekommen, sie trinkt kein Wasser. Warum auch --- wenn die Umgebung aufregender als der Wassertrog ist, trinkt man halt nicht. Was hier immer wirkt ist ein Eiswürfel --- der ist aufregender als neue Umgebungen...
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Neulich in Pub
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Vor ein paar Wochen hatte ich meinen diesjährigen Ausgang. Wie gut, dass man die Aufschrift auf meinen T-Shirt nicht lesen kann :P
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To torrent or not to torrent…
Seit etwas über einer Woche wird (laut Expat-Foren, und Expat-Foren haben immer Recht) von Thailands Providern Bittorrent geblockt. Nun kann man also nicht mehr mit nur einem Bein im Knast stehen. Bittorrent ist bekannlicherma?en total illegal.
Genausolang dümpelte mein nicht illegaler Openoffice.org-Download auch vor sich hin. 0.4 kB lie?en sich da pro Sekunde downloaden — 1 Jahr, 2 Wochen und ein paar Stunden sagte mein Programm mir solle ich warten, bis ich das Update installieren kann. Nun, ich bin geduldig.
Die Blocker wohl auch, denn heute plötzlich saugt es ganz normal langsam schnell mit dreistelligen Kilobytes herunter.
Wikileaks soll ja auch geblockt sein — nur merkt man davon nichts, wenn man Direktlinks folgt.
Nicht dass man mich falsch versteht, ich beschwer mich nicht. Ich sehe hier nur extrem gutes Marktpotential für Beraterfirmen. “Wie blocke ich (als ISP) Torrents (richtig)” oder “Wie blocke ich (als ISP) Webseiten (richtig)” und so weiter und so fort.
Mal angenommen ich wäre jetzt IT-Supporter und das bin ich wie bekannt ist nicht dann würde ich mir da jetzt meine Kontaktedatenbank genauer ankucken.
Egal. Ich lad mir jetzt mein gratis OpenOffice runter. Und House.
Eine neue Provinz
Thailand bekommt eine neue Provinz. Ganz ohne Expansionskämpfe und Rückführung — man teilt einfach eine andere Provinz in zwei Provinzen auf.
Thailands 77. Provinz wird Bueng Karn hei?en, aus 8 “Landkreisen” bestehen und 330.000 Einwohner haben. Dafür schneidet man ein Stück aus der bereits bestehenden Provinz Nong Khai heraus.
Kill the drill
Ein Video von der Menschenkette gegen die ?lplattform(en) in der Nähe Samuis am Samstag. Im lokalen Fernsehen gibt es ein änliches Video in der Rotation und auch in den Zeitungen wird die Aktion erwähnt . Mal sehen was es bringt.
ölig
Wer was auf sich hält geht heute nach Nathon, unserer kleinen Inselhauptstadt, und demonstriert lautstark (Demokratie funktioniert in Thailand nur laut und bombastisch) gegen die geplante ?lplattform hier im Golf von Thailand.
Seit einigen Jahren schon plant man, ?l zu fördern und wie das so ist mit auslaufenden Ressourcen – es gibt Gegner. Damals waren die Gegner noch Gegner, weil man (entgegen der etablierten Dritte-Welt-Regel beim Raubbau an der Natur jedem Anwohner eine Glasperle zu schenken) niemanden an den Gewinnen beteiligen will.
Heute nun hat man ja glücklicherweise die aktuellen Ereignisse im Golf von Mexiko – das kann nicht gut für den Tourismus sein.
Und so demonstriert man. Lautstark. Mit Fernsehkameras an jeder Ecke.
Was dann dazu führte, dass ich morgens um Neun einen Anruf bekam, ich solle doch mal nach Nathon fahren und vor den Kameras ein bisschen “overacting“ veranstalten, damit man heute Abend ein Gesprächsthema habe.
Ich bastel mir jetzt ein Plakat mit einem ölverschmierten Pandabär. Das zieht immer.
Stromausfall
Stromausfälle sind hier auf Samui an der Tagesordnung. Ganz normal. Alltäglich. 3 Minuten nachdem der Strom ausfällt fängt es an zu regnen. ?ffnen neue Hotels, dann werden die auch einfach mal an die bestehenden Leitungen angeschlossen, ohne die Kapazitäten zu erhöhen. Seit das komische Ressort um die Ecke sich an unsere Versorgung hier angeschlossen hat ist täglich der Strom einzweimal weg. Man gewöhnt sich dran. Hat das Computerhirn des Hauses an einer Batterie hängen. Den Lüfter auch. Ohne Fernsehen kommt man gut ein paar Minuten aus. Da Regenzeit ist, lässt sich auch das Klima ertragen — einfach ein bisschen vors Haus gehen. Die Hunde mögen auch im Dunkeln Gassi gehen.
Alles ok.
Dumm nur, wenn man unter der Dusche steht, von Kopf bis Fuss eingeschäumt, auf dem Kopf das dümmliche Shampoo das nach einer Minute in den Augen zu brennen beginnt.
Dumm nur, wenn die Dusche strombasiert arbeitet…
Muggle auf der Insel
Ich weiss, so langsam verkommen diese Seiten hier zu einem “wer ist auf Samui”-Magazin — was solls…
Vor einer Woche schon sind Bilder einer gejetlaggten Emma Watson auf dem Samui-Flughafen aufgetaucht. Gary Oldman Fans werden sie aus einer ihrer Rollen in diesen Harry Potter Filmen kennen.
Es muss nicht immer Fussball sein.
… it’s to late …
Dieses Video darf im thailändischen Fernsehen nicht gezeigt werden — sagt der Zensur-Ausschuss der Fernsehanstalten in Thailand. Zuviel Gewalt und die Gefahr, dass Teile des Videos als Verleumdung angesehen werden könnten (und sowas wird immer gleich vor den Gerichten ausgetragen).
Und wie das so ist: wenn man was verbietet findet es trotzdem seinen Weg in die ?ffentlichkeit, beispielsweise über Youtube. Der Premierminister ist übrigens verwundert über das Verbot. Wir werden es also doch irgendwann im Fernsehen sehen.
?brigens wurde im Vorfeld der Unruhen vor ein paar Wochen in den Kinos ein ähnlicher Spot vor den Filmen aufgeführt, in dem Kinder weinen, das Parlament brennt und wir alle aufgefordert wurden, doch einig und gemeinsam Thailands Zukunft zu gestalten — was die Roten dann auch getan haben.
Du weisst, dass Regensaison ist, wenn…
Fussballer und Samui
Dass Samui bei Fussballern ein beliebtes Ferienziel ist, war ja hinreichend bekannt. Neu in die Riege kann nun Bastian Schweinsteiger aufgenommen werden, der mit seiner Freundin auf der Insel weilt.
Langweilig wird ihm wohl kaum werden, wir haben neuerdings sogar ein Fussballstadion hier.
Dirty5 (years ago)
Wellenreiten
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Der Begriff Wellenreiten ist falsch gewählt, finde ich. Eine Welle ist ja nie zu verschiedenen Zeitpunkten an der gleichen Stelle wellig oben.
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PS: Hab einige Leute heute mit der Drohung verunsichert, die zweite Hälfte auch noch durch zu ziehen. Runterzu geht es immer schneller als raufzu. Aber das nur am Rande...
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Botschaften und Konsulate
Die Landkarte Botschaften und Konsulate auf Google Maps anzeigen
Das Ramadan-Rätsel (2010)
Dass ich vergangenes Jahr als Ramadan Orakel her halten musste habe ich ja bereits erzählt. Dieses Jahr ist es nicht anders und so möchte ich nur kurz am Rande erwähnen, dass Ramadan im Jahre 2010 in Asien am 11. August beginnt und am 9. September endet. Der genaue Termin hängt vom Iman des jeweiligen Ortes ab — sieht der den ersten Schein des Mondes, beginnt das Fasten.
Die Termine hängen vom Mondkalender ab, liegen also jedes Jahr zu einem anderen Termin und rund 11 Tage eher.
Schnellbootunfall auf der Fullmoon-Party
Heute Nacht ist es mal wieder zu einem Schnellboot-Unfall vor Koh Phangans Küste gekommen — zwei Boote auf dem Weg zur Fullmoon-Party kollidierten miteinander. 2 Menschen werden vermisst und 39 Verletzte mit teilweise schweren Verletzungen in die Krankenhäuser der Umgebung gebracht.
Solche Unfälle geschehen relativ häufig, sei es wegen schlechten Wetters (man kann ja das gute Geschäft nicht nur wegen des Wetters verlieren), nicht gewarteter Boote oder deren unfähigen Besatzung. Nach solchen Unfällen werden in der Regel Aufklärung und Verbesserung versprochen. Bis zum nächsten Unfall.
Amphetaminfeuer
Wie jedes Jahr um diese Zeit werden morgen wieder einmal legal Drogen verbrannt . 5.691kg werden mit einem “speziellen Verfahren” verbrannt, das die Umwelt nicht verschmutzt und vermutlich auch keine unerwünschten Drogenräusche hervor ruft.
To be reduced into ashes and smokes include 1.8 million kgs (about 20.21 tablets) of methamphetamine, 213.97kg of heroin, 13.2kg (54,881 tablets) of ecstasy, 1.19kg of cocaine, 129.41kg of opium, 166.32kg of codeine, and 6.51kg of marijuana.
Wenn man sich diese Zahlen ansieht und das dann mit den per News verbreiteten Zahlen zu Drogenrazzien und sicher gestellten Mengen vergleicht , wundert man sich, wo die übrigen Kilogramms wohl verblieben sein mögen. Oder auch nicht.
Auftakt der Fussball-Weltmeisterschaft in Bangkok
Gestern gab es das erste Spiel der Gefängnis-Fussballweltmeisterschaft im Bangkoker Klong Prem Gefängnis. Passenderweise spielte Südafrika gegen Mexiko. Ob die Sträflinge dafür extra eingeflogen worden oder ob der Knast in Bangkok so multikulturell belegt ist, konnte ich nicht heraus finden.
Ich persönlich werde im kommenden Monat für die Nordkoreaner jubeln. Deren Torwart soll ja ein echt toller Stürmer sein.
?kumenisch gegen den Verfall
Am Donnerstag werden im Parlament Vertreter aus 5 Religionen gleichzeitig (versucht DAS mal!) an einer “merit making”-Zeremonie teilnehmen (zumindest hätte die Regierung das gerne).
Merit making is so etwas wie Gutes für das nächste Leben (das eigene oder das der Eltern oder wichtiger Personen) tun und ein zutiefst buddhistisches Ritual. Bin gespannt, wie die zusätzlich eingeladenen Christen, Muslims, Sikhs (sik!) und Brahm(an?)isten anstellen werden. Solange es dem Frieden und der Versöhnung dient…
Rohr frei!(!!)
Unsereins hat bei der Quartals-Rasur einen recht hohen Haarabgang. Nicht unverständlich daher ist also, dass die Rohre nach gut einem Jahr im neuen alten Haus aufgaben und das Wasser nicht mehr ablief. Ich persönlich habe mir eine Ausrede a la “Das sind die Termiten die da unten im warmen Ablauf ihr Nest errichten” zurecht gelegt. Das half aber nichts, das Wasser blieb in der Gosse.
Nichtsdestotrotz erstand ich am Wochenende in der Badabteilung des heimischen Tesko Supermarkts ein Paket Rohrfrei. Oder zumindest dachte ich, es wäre Rohrfrei. Was sonst würde genau zwischen blauen WC-Steinen und WC-Enten zu finden sein…
Heute nun öffnete ich mein kleines Päckchen, lies den Inhalt in den Abfluss rieseln und das Unheil nahm seinen Lauf. Zuerst dampfte es warm. Ich zog meinen prüfend über die sechs Löcher gehaltenen Kopf zurück, nicht ohne einen jedes Sauerstoffatom erstickenden Gestank in Nase und Hirn wahrzunehmen. Nach einigen Sekunden kamen auch die Schallwellen des Vorgangs an, es zischte, brodelte und rauchte.
Geschwind evakuierte ich die Hunde aus dem Haus (geflüchtet waren sie schon in die hinterste Ecke des Hauses), drehte den Wasserhahn auf, öffnete die Fenster und floh ebenfalls.
Nach gut 10 Minuten konnte man das Haus wieder betreten und das Wasser lief wieder ab. Wie sich das gehört. Störend ist nur, dass der Abfluss jetzt tropft. In Strömen. Aber dafür gibts bestimmt auch ein Pülverchen. Oder ich rasier mich mal wieder…
David Carradines Witwe klagt
Vor ziemlich genau einem Jahr fand man David Carradine, Schauspieler in Serien wie “Kung Fu” und Filmen wie “Kill Bill” im Schrank eines Bangkoker Hotels tot hängend auf.
Der Tod wurde später nach mehreren Autopsien als “unbeabsichtigte Erstickung” und nicht als Selbstmord gewertet und war einige Tage lang Thema in verschiedenen Regenbogenpublikationen. Unter anderem hat man in Thailand ein Photo veröffentlicht, auf dem er im Schrank hängend zu sehen ist — für Thailand eine ziemlich normale Vorgehensweise, denn die Titelseiten der Boulevardblätter sind voll mit detailgetreuen Photos von Unfällen, Morden, Bombenopfern und anderen Toten.
Unbeabsichtigte Erstickung kann unterschiedlich gewertet werden. Wenn man weiss, dass die beim Hängen verwendete Leine nicht nur um seinen Hals sondern auch um sein, ehm, Genital geschlungen hatte, kann man sich beruhigt zurück lehnen — er ist nicht unglücklich gegangen.
Nun jedenfalls verklagt Carradines Witwe die Produktionsfirma , für die er sich zum letzten Höhepunkt in Bangkok aufhielt. Sie meint, die Firma trage Mitverschulden an seinem Tod, weil sie sich nicht in vollem Umfang um David Carradine während seines Aufenthaltes in Bangkok gekümmert habe. Voller Umfang scheint in diesem Fall das Halten des Seils bei der Selbstbefriedigung zu sein.
Coming soon…
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... im Sinne von lieber jetzt gleich aber wahrscheinlich eher übernächstes Wochenende... Der Grund für rund zwei Jahre eingeschränktes Bloggen ;)
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Der Autor in entspannter Pose
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... und ich sehe hier ziemlich schlank aus ;)
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Ban Taling Ngaam II
Ban Taling Ngaam
Vorhin am Strand
Kurzfilmfestival Hamburg
In Hamburg gibt es ein Internationales Kurzfilmfestival. Eines der Hauptthemen in diesem Jahr ist Thailand. Unter dem Titel We are fine (wie passend) kann man 14 kurze Filme aus Thailand ansehen.
We Are Fine versammelt Filme, die sich ganz diskret mit dem thailändischen Alltag auseinandersetzen. Die das abbilden, was dort im audiovisuellen Mainstream inexistent ist: gewöhnliche Leben gewöhnlicher Menschen. Die Filme führen uns aus Bangkok aufs Land und wieder zurück, sie hinterfragen den Wert von Arbeit als Lebensaufgabe, zeigen Träume von anderen Leben und die Verstrickungen von Konsumismus und Politik.
Fussball-Weltmeisterschaft im thailändischen Fernsehen
Ich entsinne mich, dass ich für die Fussball WM vor vier Jahren mühsam die Fernsehtermine bei den thailändischen Kanälen zusammen gesucht habe. Ganz schön viel Arbeit, wenn man bedenkt, dass ich dieser Sportart absolut nichts abgewinnen kann (au?er vielleicht Würstchen und Bier auf den Tribünen, dazu aber muss man bekannterma?en nicht ins Stadion gehen).
Dieses Jahr ist es viel einfacher — es gibt bereits eine Liste mit Ausstrahlungsterminen und den Sendern im weiten Internet. Eine der wenigen Webseiten aus Thailand, die ganz bestimmt nicht gesperrt wird.
Mögen die Deutschen auch dieses Ereignis gewinnen, so wie den Grand Prix der Eurovision, die Papst- und die Präsidentenwahl.
Tony Jaa im Kloster
Tony Jaa, Darsteller und Regisseur diverser Ong Bak Filme hat sich gestern zum Mönch ordinieren lassen . Jeder männliche Thai wird für einige Tage oder Monate zum Mönch, bevor er heiratet oder andere neue Lebensabschnitte beginnt. Die Reise zum Tempel hat er stilgerecht auf dem Rücken eines Elephanten gemacht.
Als Mönchsnamen hat er Kitiposano gewählt, was soviel wie “elegante Berühmtheit” heisst. Nicht unbedingt asketisch…
Lin Ping feiert
Das Chiang Maianische Pandababy Lin Ping feierte gestern seinen ersten Geburtstag. Oder sagen wir besser, die Menschen um das Baby herum:
They then went to the panda display section, which was beautifully decorated. Lin Ping’s favourite toys were hanging on a wooden swing, an ice display of a Number One and a panda shape were placed in front of an artificial waterfall and a Chinesestyle dining table with three chairs in the centre.
On the table, various fruits were displayed as if they were human food — like fried chicken drumsticks, steamed fish and stirfried noodles for Lin Ping and mother Lin Hui.
Ist das wirklich erst ein Jahr her, dass der kleine Panda zu Ablenkungsgründen in den Nachrichten herhalten musste? Die Zeit vergeht doch recht langsam…
Thaksin als Terrorist
Gegen Thaksin wurde gestern ein Haftbefehl ausgestellt, basierend auf Anschuldigungen zu terroristischen Umtrieben. Unter anderem geht es darum, dass er zu “gewaltsamen Aufständen der Klassen” aufgerufen hat (glücklicherweise durch seine “Phone-Ins” in Wort und Bild mehr als ausführlich festgehalten) und diesen Kampf finanziell unterstützt hat.
Zurück nach Thailand wird Thaksin diese Anklage auch nicht bringen.
Sonnenuntergang am Pier in Nathon
Friedliche Demonstranten in Bangkok
Dieses Video zeigt recht gut, wie goebbelig der “friedliche Widerstand” in Bangkok abgelaufen ist. Die Resultate: 36 abgebrannte Banken, Kaufhäuser und Regierungsgebäude .
Wer da noch on unverhältnismässiger Gewalt gegen Demonstranten oder gar wie das Schandblatt “Die Zeit” vom Schlächter von Bangkok spricht sollte für zwei Jahre im Isaan eingesperrt werden.
Zum Abschied ein Feuer-Werk
Die Rothemden (zumindest deren Anführer) haben heute ihre Demonstrationen offiziell beendet. Diejenigen die damit nicht einverstanden sind (und das sind einige) “kämpfen” weiter. Das Central World in Bangkok (Einkaufsmeile Nummer 1) steht in Flammen und wird danach vermutlich nur noch abgerissen werden können.
Von 8 Uhr abends mit 8 Uhr morgens ist in Bangkok eine Ausgangssperre verhängt worden. Gegen Thaksin und 9 Führer der Rothemden ist Haftbefehl wegen terroristischer Umtriebe erlassen worden.
Die Guten lassen sich schlecht ausmachen
Ein meiner Meinung nach sehr interessantes und halbwegs stimmiges Interview mit Gerhard Will, dem Thailand Experten der Stiftung Wissenschaft und Politik zur aktuellen Lage in Bangkok kann man bei Spiegel Online lesen.
Man kann vielleicht noch hinzufügen, dass die im Interview angesprochenen “radikale Kräfte” der Rothemden extrem geschwächt wurden, als vor ein paar Tagen General Khattiya Sawasdiphol (unter dem Namen Seh Daeng bekannt) während eines Interviews von einem Scharfschützen angeschossen wurde und gestern seinen Verletzungen erlag.
Jetzt gerade geht die Armee mit Panzerfahrzeugen gegen die noch verbliebenen Rothemden vor. Deren Führer sollen bereits geflüchtet sein.
Die bürgerkriegsähnlichen Unruhen, von denen die “internationale Presse” so empathisch berichtet, beschränken sich mit wenigen Ausnahmen übrigens auf ein paar Quadratkilometer in Bangkok (wie man auf dieser Google Map sehen kann ). Wer auf Subvarnabhumi, dem internationalen Flughafen Bangkoks, nur zwischenlandet um weiter zu reisen, ist sicher.
Gute Zeiten, Schlechte Zeiten
Die Titel der heutigen Reaktionen auf Premierminister Abhisits gestrige Vorschläge zur, ehm, Rekonzilierung der, ehm, nationalen Seele Thailands (sprich wieder mal Neuwahlen am 14. November):
Thaksin: Right timing to talk on PM’s road map
PAD (die Gelben): PM’s road map timing wrong
UDD (die Roten): Acceptable if…
Damit wäre dann auch schon alles gesagt. Ende des Jahres werden die Gelben demonstrieren…
Krönungstag und Bun Bang Fai
Heute ist Krönungstag, der Jahrestag der Krönung König Bhumibol Adulyadejs im Jahre 1950.
Bei Google darf man hingegen ein anderes Logo für Thailand betrachten: Bun Bang Fai oder das Raketenfestival findet dieser Tage statt. Bei dieser Feier werden im Nordosten und in Laos selbstgebaute Raketen gestartet.
Warum Google sich entscheidet, ein Logo zu bringen, das nichts mit dem heutigen Feiertag in Thailand zu tun hat sondern ein regionales Festival in einer Gegend feiert, die heute sowieso fast ausgestorben sein dürfte, weil das Landvolk in Bangkok weilt um rotgewandet zu demonstrieren sei dahin gestellt.
Pokki schwelgt in vergangenen Zeiten…
Neulich in der Kamera…
Willfährigkeit
Mit Government requests bietet Google jetzt ein Tool an, mit dem man nachsehen kann, welche Länder oder besser gesagt deren Regierungen Anfragen an Google gestellt haben. Löschanfragen und Datenanfragen um genau zu sein.
Auch Thailand kommt in der Liste vor mit “weniger als 10 Löschanfragen”. Das klingt sehr wenig. Auf der anderen Seite blockieren die Thais auch lieber ohne internationale Suchmaschinen zu belästigen. Pornos, Seiten der Rothemden und Seiten, welche die Königsfamilie in einem anderen als dem offiziell gewünschten Licht da stehen lassen, werden auf eine wunderschön gestaltete Informationsseite weiter geleitet. Gleich beim Internetanbieter, nicht erst bei Google.
Ong Bak 3 Trailer
Hier haben wir den offiziellen Traier zum dritten Teil von Tony Jaa’s Ong Bak Saga. Wer jetzt meint, hier würde es zuviel Ong Bak 3 Inhalte geben, der sollte bis zum 5. Mai bitte nicht mehr mitlesen. Dann nämlich wird es den Film hier im Kino geben und ich mich beruhigen.
Recht viel Platz wird dem Rabenknaben gegeben (das reimt sich irgendwie), der von Dan Chupong, dem Bodyguard aus “Queens of Langkasuka” gespielt wird, dem einzigen Film, den ich 2008 als VCD gekauft habe. Soviel zu diesem Thema.
Asche
Wer von der isländischen Asche an der Heimreise ins heimische alte Europa gehindert wird (oder wurde) muss sich zumindest hinsichtlich seiner Aufenthaltsrechte hier in unserem schönen unruheversicherten Thailand keine Sorgen machen — es werden keine “Overstay”-Gebühren erhoben, wenn der Rückflug ab dem 15. April gestrichen wurde (und man nicht schon vorher länger als gestempelt erlaubt im Königreich verweilte). Man bekommt in diesem Fall ganze 15 Tage kostenlos dazu — bis 30. April wird das Visum automatisch verlängert. Eyafjökull, ehm, Eyjafökkull, ehm, dem Vulkan sei Dank.
(Hab mir aus Deutschland drei Pakete nach Thailand geschickt. Eines mit dem Photoalbum meiner Babybilder. Das ist vor 10 Tagen angekommen. Eines mit meinen Briefmarkenalben, das ist noch nicht da. Eines mit meinen Notizen zu diversen Isländisch- und Finnischkursen so um die Jahrhunderwende, das ist auch noch nicht da. Ich hoffe. Dann korrigiere ich auch isländische Eigennamen.)
Lebenszeichen
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Neulich war ich mal wieder in Deutschland. Der große Tatsachenbericht folgt demnächst. Bis dahin kann der geneigte Leser <a href="http://www.flickr.com/photos/schreibblogade/sets/72157623712921723/">Photos bei Flickr.com betrachten</a>.
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Offizieller Ong Bak 3 Teaser
Jetzt kann man den Trailer zu Ong Bak 3 auch offiziell bestaunen. Ins Kino kommt er (vermutlich) am 5. Mai.
Ein seltener Anblick
Blutvergie?en
Das gibts nur in Thailand: In Bangkok kam es heute zum Blutvergie?en. Die Protestanten “spendeten” Blut, das anschlie?end vor den Toren des Parlaments vergossen wurde. Ein Brahmane hat das Ganze dann noch mit einem Fluch belegt.
Wir sind die Guten!
In Bangkok demonstrieren ab heute mal wieder die Guten gegen die Bösen. Wenn man das vor zwei Jahren das letzte Mal beobachtet hat, dann sollte man wissen, dass die Guten von damals inzwischen die Bösen sind, weil sie die Regierung bilden dürfen, und die Bösen von damals sind die Guten, die Barrikaden errichten und sich heute Nacht vermutlich Stra?enkämpfe liefern werden.
Der demokratisch von den Parteien die nicht via Gericht verboten wurden oder sich selbst durch personelle Probleme still gelegt haben gewählte Premierminister hat angeboten, anstelle von Gewalt das Parlament aufzulösen und neu wählen zu lassen. Also richtig demokratisch mit Stimmkauf und Parteisendern.
Die Rothemden haben mit ihrem dritten oder vierten (irgendwann hört man auf zu zählen) “letzten gro?en Kampf” gewartet, bis Schulferien sind, damit sie mehr Leute in der meinungsbildenden Masse haben.
Mit Meldungen, dass es keinen Putsch geben wird, hält man sich bedeckt, was bedeutet, dass man nicht den Eindruck erwecken will, es würde einen Putsch geben. Wie immer gilt die Regel: Wenn die Fernsehsender anstelle von Soaps und seltsamen Gameshows Filmchen aus den 70er und 80er Jahren über die Leistungen des Königs bringen ist was im Busch.
Hauptsache sie halten sich vom Flughafen fern, ich würde dessen Dienste gern nächste Woche in Anspruch nehmen.
Unruheversichert in den Thailand-Urlaub
Man kann ja bis zum 6. März diesen Jahres sein Touristenvisum für Thailand kostenlos bei den Botschaften Thailands erhalten (nur so, ein Hinweis, am Rande). Im Februar meinte dann das Tourismusministerium (gibt es das überhaupt?), dass diese Aktion nicht mehr verlängert werden solle.
Dann kamen die Rothemden und das Thaksin-Urteil.
Gestern nun wurde verkündet, dass ab 1. April 2010 (kein Scherz) das Touristenvisum wieder kostenlos wird. Zwischen 6. März und 1. April darf man zahlen. Danach wird für ein Jahr keine Gebühr für das Touristenvisum verlangt.
Gemeinsam mit dem kostenlosen Touristenvisum gibt es eine sogenannte “Riot Insurance”, also eine Unruhe-Versicherung über 10.000US$ (auch kein Scherz). Einfach Klasse. Endlich mal Urlaub in einem Land machen, vor dem die meisten Auslandsämter derzeit warnen. Man ist ja versichert. Bei Tod, Verletzungen oder “Reiseunannehmlichkeiten” greift die Unruheversicherung. Aber nur, wenn man ein Touristenvisum hat.
Wenn die Ziegelsteine fliegen dann einfach nur kurz den Pass hochhalten…
Lunatics
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Heute ist Makha Bucha Day, einer der drei wichtigeren buddhistischen Feiertage. Und ich nehme gut 50% aller schlechten Bemerkungen über das Nachtphotoverhalten meiner neuen Kamera zurück. Aber nur 50%. Gestern hab ich mir übrigens Benicio Del Toro's Wolfman angesehen --- passend zum Vollmond.
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D-Day II
Die Würfel sind gefallen: 46 Milliarden Baht aus Thaksins eingefrorenen Geldern werden eingezogen, da er sie lt. Urteil unrechtmä?ig beschafft hat, 30 Milliarden bekommt er zurück. Damit hat er ja wieder erstmal ein bisschen Geld in der Kaffeekasse.
Er selbst hat sich heute mehrmals via Videoschaltung gemeldet und betont auch nach dem Urteil wieder, dass er das Opfer der Politik ist. Dass er seine Macht als Premierminister missbraucht hat, um Geld zu scheffeln und Firmen ans Ausland zu verkaufen, ist natürlich nebensächlich.
Die ganze Verkündung des Urteils dauerte gut 7 Stunden.
D-Day
Die Profigolfer der Nation schauen heute nach Bangkok. Es ist Thaksins gro?er D-Day: In Bangkok wird die Entscheidung über seine 76.621.603.61,05 eingefrorene Baht verkündet.
Nach der Verkündigung werden die Rothemden randalieren. Wenn ihm der gesamte Betrag oder Teile davon weg genommen werden, randalieren sie, weil das ungerecht ist und wenn er alles zurück bekommt, randalieren sie, weil das ja gewisserma?en ein Nachweis seiner Legitimität als Thailands Oberhaupt ist und er doch bitte wieder Premierminister sein soll und die Nation (oder seine Hälfte davon) einen und in eine korruptionsfreie Zukunft führen soll.
So oder so, Thai-TV zu schauen macht heute Sinn. Um 1.30 Uhr wird wird das Urteil des obersten Gerichtshofes (the Supreme Court’s Criminal Division for Holders of Political Positions) verkündet.
Tolpatschzensur
Seit ein paar Tagen wird bei meinem Internet-Provider TOT versucht, bestimmte Seiten bei Facebook zu blocken. Das hängt wohl mit der für Freitag angekündigten Urteilsverkündigung zu der Weiterverwendung der eingefrorenen Reichtümer des Golfpräsidenten Thailands zusammen.
Bis gestern kamen häufiger mal seltsame Timeouts und man konnte http://w3.mict.go.th/ in der Status- oder URL-Zeile lesen. Heute nun kann man Facebook nur noch über https laden.
In Thailand müssen die Provider Webseiten blockieren, die das MICT (Ministerium für Informations- und Computertechnologien) listet. In der Regel sind das Seiten die sich mit der Königsfamilie befassen oder politische Seiten. Pornoseiten weniger. Die Provider schalten dann entweder nette Seiten, dass man eine URL geladen hat, die nicht so gut für die Moral oder innere Sicherheit sei oder leiten direkt auf w3.mict.go.th weiter.
Dummerweise haben die Providertechniker in den seltensten Fällen auch nur den Ansatz einer Ahnung, wie man eine bestimmte Seite oder URL sperrt, so dass schon mal YouTube komplett abgeschaltet wird oder die Ernte in Farmville verrottet, weil die MICT-Server überlastet sind. Muahahaha.
Wie gut zu wissen, dass es mit Tor oder https immer einen Weg gibt, auf den Seiten zu landen — solange man bei den Internetprovidern niemanden einstellt, der DNS or Proxies versteht.
In vier Wochen
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Zeit, eine Checkliste zu machen...
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Thailand-News II: Happy End für Bangkoks Tauben
Es gibt Nachrichten, die gibt es nur in Thailand:
Rettung: Die Tauben, die vergangene Woche aus unerklärlichen Gründen noch niemand wollte, haben eine neue Heimat gefunden. Hurrah . Farmer aus 10 Provinzen wollen die Federviecher nutzbar (hinsichtlich der Eier) einsetzen.
Die Tauben werden gereinigt, für die Farmer werden von der Vereinigung für, ehm, Renn-Tauben (? heh?) Handbücher zur Taubenzüchtung bereitgestellt und es gibt 10 Provinzen, in denen die Leute mehr Taubeneier verzehren können. Wenn die Lehrbücher keine fatalen Fehler enthalten.
Rettung II: Im ewig währenden Streit um die Grenze rings um Preah Vihear, einem Tempel der mitten auf der Grenze, in Cambodia oder Thailand steht, je nach Geschichtsschreibung des Betrachters, kommt Google Thailand zu Hilfe. In Google Earth ist die Grenze nämlich so gezogen, dass der Tempel auf der Thaiseite steht.
Und da Google immer Recht hat, freuen wir uns (stellvertretend für jeden, der den Tempel irgendwie gewinnbringend verwerten kann) natürlich. Hun Sen, der (sicherlich klinisch diagnostizierbare) Premierminister Cambodias sagt nun , Google sei böse, aber wir alle wissen ja, dass dem nicht so sein kann. Mal abgesehen davon, dass nach Meinung der Thais noch nicht alles entschieden (sprich verloren) ist.
Nachrichten die Nachrichten wären wenn sie Nachrichten sein dürften was sie nicht dürfen weshalb sie keine Nachrichten sind was wiederum eine Nachricht wäre wenn man darüber berichten dürfte: Am 26. Februar wird über die eingefrorenen Reichtümer von Thailands’s zu 50% beliebten Präsidenten (des Thailändischen Profigolferverbandes) entschieden. Man sagt, es wäre nach diesem Datum nicht mehr sein Eigentum. Es werden überall im Lande Soldaten positioniert, die für Ruhe und Ordnung sorgen sollen, die Rothemden krakelen und den “Medien” soll in den nächsten Tagen ein Maulkorb verpasst werden, nach dem über die Entscheidung im Vorfeld nicht mehr berichtet werden darf.
Worüber nun vor dem Maulkorb berichtet wäre.
Doraemon ist tot: Eine Grundschullehrerin lebte mit einer Doraemon-Plüschpuppe zusammen. Das Ding wurde sogar für die erste Klasse an der Schule an der sie lehrte angemeldet (und angenommen). Dann verstarb die Puppe (das hat ihr Geist der Lehrerin im Traum erzählt) und sie wurde mit einer offiziellen buddhistischen Trauerzeremonie verabschiedet. Mehr hier , hier , hier und hier .
Warum die Lehrerin immer noch Kinder betreuen und belehren darf ist eine Frage, die man sich nur in Thailand stellen wird.
Touristenpolizei
Die gute Touristenpolizei. Das sind Nicht-Thais, die der thailändischen Polizei hier auf der Insel sprachlich und kulturell unter die Arme greifen. Oder um es mit den Worten der Touristenpolizeiwebsite zu sagen:
Tourist Police Division ist mit der Agentur verbundenen mittel-Büro und Royal Thai Police arbeitet unter Aufsicht des Ministeriums für Tourismus und Sport. Verantwortlich in der Kriminalprävention und supression, Untersuchung und arrresting über über die touristischen und internationalen Verbrechen im Fall, dass kann dazu führen, dass Auswirkungen auf die Tourismusindustrie, Hilfe zu erleichtern und die Sicherheit des Lebens und der Zugehörigkeit für die Touristen und die Zusammenarbeit mit oder die Gewährung einer Unterstützung für andere damit zusammenhängende Agenturen oder diejenigen, die zugeordnet.
Genau.
Thailand-News
Es gibt Nachrichten, die gibt es nur in Thailand:
Die Pille gegen Prügel: In einem Computershop (sprich ein Internetcafe für Online-Spieler) wurden Pillen, die angeblich entspannen und Prügeleien erträglich machen sollen, an 6 Schüler verkauft, die sie weiter verkauften. Inzwischen sind 83 Schüler in ärztlicher Behandlung — es war ein Medikament zur Behandlung von Erkränkungen der Atemwege.
Auf die Idee, dass es etwas seltsam ist, in einem Computerladen eine Wunderdroge für nur 1 Baht pro Pille zu erhalten kam keiner der Schüler. Warum auch, in thailändischen Schulen lernt man nicht unbedingt Selbständigkeit.
Wunderpilz: Ein Pilz, der, man hat das im Internet recherchiert, das gibt es noch nicht, “mehrere Krankheiten heilen kann” und die gleiche Wirkung wie Viagra hat wurde das erste Mal “in Gefangenschaft” vermehrt. Warum das nur in Thailand geht? Thaireis.
Der Doktor, dem das gelang, hat gleich mal eine Pressekonferenz gehalten, denkt aber noch darüber nach, seine Erkenntnisse zu Geld zu machen.
Wie man sich einer Taubenplage erwehrt: In Bangkok gibt es Tauben. Viele. Weil in Bangkok zu viele Tauben herum fliegen und die Sehenswürdigkeiten verdrecken plant man nun, sie einzufangen und in Ratchaburi wieder frei zu lassen . Bangkok wäre wieder etwas sauberer aus der Luft und Ratchaburi… naja… was interessiert uns die Taubenplage dort.
Das gleiche hat man schonmal mit Stra?enhunden und Udon Thani vorgehabt. Interessanterweise haben die Empfänger sich da auch schon drüber beschwert, aber Hunde sind ja keine Tauben…
Wei?e Haut: Je heller die Haut umso schöner ist man — zumindest in Asien. Geht man mal die Drogerien und Märkte findet man immer ein zwei Regale voll mit “Whitening”-Produkten. Es gibt nichts, was nicht wei?er machend verkauft werden könnte — Deosticks, Cremes, Puder et cetera.
Einmal im Jahr werden dann die Mittelchen vom Gesundheitsamt verboten und vor den Nebenwirkungen gewarnt. Ein Prozess der Arbeitsplätze schafft und sich selbst ernährt.
Neulich schon wurde vor dem Genuss eines Krebs-Medikaments gewarnt, dessen Nebenwirkung wei?e Flächen auf der Haut sind. Zu dumm nur dass das keine Ganzkörper-Reaktion war.
Bombige Wünschelruten
Eine kleine Nachricht aus der Nation Multimedia von heute:
Prime Minister Abhisit Vejjajiva Tuesday assigned the Science Ministry to conduct a test of GT200 bomb detectors. The prime minister gave the order during the weekly Cabinet meeting. Suspicion grew about its efficiency after the British government banned the export of the bomb detectors.
Wäre nicht weiter bemerkenswert, wenn die vergangenen zwei Wochen im Thai-TV nicht voll mit Berichten über eben diese Geräte und deren (Un)Nutzen gewesen wäre.
Der Detektorteil besteht bspw. aus zwei Papierstreifen im Kreditkartenformat, die aneinandergeklebt sind .
Fühlt man sich bei Fahrten in den Süden Thailands doch viel sicherer…
PS: Im BBC-Artikel kommt zum Ende Stephen Fry zu Wort, der die Dinger in Kenja in Verwendung sah — als Elfenbein-Detektoren.
Ong Bak 3 Teaser
Da ist er, der erste Teaser von Ong Bak 3, dessen aktueller Veröffentlichungstermin der 29. April 2010 ist. Muss ich glatt am Wochenende mal wieder ins Kino gehen, um den Trailer in voller Schönheit zu genießen.
There is a new ride in town
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Seit 10 Tagen steht auf dem Hof ein neues Moped. Mit jungfräulichen 11 gefahrenen Kilometern darf ich mich nun stolzer Mieter eines orange-schwarzen Zweirades nennen.
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Interessanterweise kam es erstens unerwartet und zweitens genau an dem Tag, an dem ich nach mehr als drei Jahren fest vor hatte, die alte rote Kiste mal zu waschen. Egal. Möge es in Ruhe verdrecken, ich fahre nun orange-schwarz.
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Warum ich die Farbe sehr passend finde, erzähl ich später einmal.
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Soosie on the red carpet
Des Todes Handynummer
Die Thais lieben Geistergeschichten.
Seit ein paar Tagen macht eine recht seltsame Kettenmail die Runde: Leute in und um Chiang Mai, die einen Anruf von der Nummer 0833366567 entgegen genommen haben sollen, sind kurz darauf verstorben. Die Telefonnummer erscheint in Rot auf dem Display und wenn man abnimmt, wird am gegnerischen Ende kein Ton gesagt.
Spätestens bei der roten Telefonnummer hört die Glaubwürdigkeit dieses Gerüchts für den gelernten Farang auf. Witzigerweise glauben die meisten Thais diesen Unfug und forwarden Unmengen an hilfreichen Mails. Haupttipp: Handy ausschalten, wenn man es nicht wirklich braucht.
Ich hätte nun gerne die Möglichkeit, die Anrufernummer zu simulieren und ein paar Leute mal anzurufen…
Update: Ah, nein, nicht wirklich: Das Ganze steht schon in der Zeitung — die Nummern sind von AIS ;)
Wimonnart Chivasakulyong, an official from Advanced Info Service, said all these numbers were pre-paid and registered with her company. She added that credit was added to two of the three numbers six months ago.
“The credit added was just Bt30 and Bt50,” she said, explaining that the third number registered in November did not have any credit added recently.
Tja, der Tod braucht keinen Kredit.
The Bangkok International Tattoo Convention
Wer was auf sich hält, hält eine Tattoo-Messe ab. Und da die Touristen ausbleiben muss auch Thailand sich neue Wege überlegen, um Leute (und deren Geld) ins Land zu schaufeln.
Morgen startet also die erste (aber trotzdem jährliche) Tattoo Convention in Thailand. The Bangkok International Tattoo Convention soll international renommierte Tätowierer und menschliche Leinwände zusammen führen und einen Mix aus traditionellen Thai-Tattoos und moderner Handwerkskunst vorstellen.
Unter anderem wird beispielsweise Arjan Noo erwartet, der schon Angelina Jolies Haut zerstechen durfte. Na dann…
Ong Bak 3
Die Welt wartet ja bekanntermassen auf Tony Jaa’s Ong Bak 3 (das Sequel zum Prequel von Ong Bak )
Vom Studio bekommt man derzeit diese Inhaltsbeschreibung zum Film (dass das nicht der letzte Stand sein muss, hat man bei Ong Bak 2 mehrfach bewiesen):
??The legend of Ong Bak 3 begins after Tien (Tony Jaa) has lost his fighting skills and his beloved step-father at the Garuda??s Wing cliff from the raid led by Jom Rachan (Saranyu Wonggrajang). Tien is brought back to life with the help from Pim (Primrata Dechudom) as well as Mhen (Petchai Wongkamlao) and the Kana Khone villagers. Deep into the meditation taught by Phra Bua (Nirutti Sirijanya), Tien finally is able to achieve ??Nathayut??. His talents are put to the test again when his rivals including the Golden-Armored King??s Guard (Supakorn ??Tok?? Kijusuwan), the mysterious killers in black, and Bhuti Sangkha (Dan Chupong) return for the final massive showdown.?
Ong Bak 3 sollte erst zu Weihnachten 2009 und dann am 21. Januar in die Kinosäle kommen. Was nun der genaue Termin ist oder wird, steht wohl immer noch nicht fest.
Um die Wartezeit zu überbrücken hier ein Filmschnippsel der eigentlich gar nichts aussagt.
Kindertag
Heute (am zweiten Samstag im Januar) ist (zumindest in Thailand) der Kindertag. Kinder sind wichtig zum Erhalt der Nation. Deshalb werden in Bangkok die Kinder zu gro?en Armeeshows eingeladen, dürfen (ausserhalb der normalen Nutzungzeiten wie gelbe oder rote Unruhen oder einem Putsch) die Panzer und Maschinerie bestaunen und werden gelobt und gefördert.
Hair
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Happy new year to all Hundehaterreaders of this blog :P
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Buddhas Hand
Mondfinsternis
Auf unserer Seite des Jahrzehnts (es sieht genauso aus wie vergangenes Jahr) gibt es heute Nacht eine (halbe) Mondfinsternis zu bewundern. Von 1:50 Uhr bis 2:50 Uhr sollte man den Mond beobachten. Dummerweise sieht man ihn zur Zeit vor lauter Palmen und Feuerwerksrauch nicht. Mal sehen…
Jahresrückblick 2009
2009 war in Thailand das Jahr, in dem ein Demokrat (parteizugehörigkeitsweise gesehen) thailändischer Premierminister wurde, der es demokratisch gesehen nie geworden wäre, in Chiang Mai ein Panda das Licht der Welt und tausender Kameras erblickte und der Profigolfpräsident Thailands Twitter entdeckte (wie so viele andere auch).
Google brachte 5 speziell für Thailand zugeschnittene Doodles auf der Startseite, mit denen ich mich aus diesem Jahrzehnt verabschieden möchte.
Am 5. Dezember wurde in Thailand der Vatertag begangen. Laut Google. Fragt man einen Thai, dann ist der Vatertag nur ein Nebenprodukt, weil an diesem Tag der König Geburtstag feiert und als Vater der Nation gesehen wird. Man kann das Doodle natürlich auch symbolisch sehen (Farbe und Kerzen).
Loy Krathong wird am Vollmondtag des zwölften Mondmonats gefeiert (dieses Jahr der 2. November). Man lässt in handgefertigten kleinen Körbchen (Krathongs) davon schwimmen und hofft, dass all das Böse in und um einen herum mit davon schwimmt.
Songkran ist das thailändische Neujahr und findet vom 13. bis 15. April statt. Bis 1888 war Songkran der offizielle Jahresbeginn in Thailand, danach war es bis 1940 der 1. April (kein Scherz) und seither ist auch hier der 1. Januar offizieller Jahresbeginn.
Seit 1985 wird am 24. Februar jeden Jahres der Titel des Nationalkünstlers (National Artist) an Thais vergeben, die in allen Bereichen der Kunst heraus ragen. Der 24. Februar wurde gewählt, weil es auch der Geburtstag von König Buddha Loetla Nabhalai (Rama II) ist, der selbst ein Poet war und wärend dessen Regierungszeit die Rattanakosin Literatur aufblühte.
Das Jahr des Ochsen begann am 26. Januar. 2010 wird am 14. Februar das Jahr des Tigers eingeläutet.
Damit wären alle wichtigen Ereignisse des Jahres in Thailand abgehandelt. Guten Rutsch.
5 Jahre
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26.12.2004 00:58:53 <span class="caps">UTZ</span>: Ein Erdbeben an der Westküste Sumatras schiebt zwei Kontinentalplatten übereinander. Durch die Erdbewegungen entstehen mehrere mächtige <a href="http://www.phuket-town.com/tsunami.html">Tsunamies</a> die im asiatischen Raum mehr als 225000 Menschenleben, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Effect_of_the_2004_Indian_Ocean_earthquake_on_Thailand">in Thailand</a> rund 5000, auslöschen.
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Rah-Dieh-Ohhhh Akk-Tieh-Fieh-Thääht
Iridium 192 ist ein nettes kleines radioaktives, ehm, Material (?), das in entsprechender Menge zur Herstellung einer schmutzigen Bombe genutzt werden kann. Ebensolches sollte heute morgen auf dem internationalen Flughafen in Bangkok ausgetreten sein .
War es aber nicht, denn man konnte keine Radioaktivität feststellen. Das ist ja nochmal gut gegangen. Da können die Taxifahrer Subvarnabhumis weiter gegen eine Pflichtgebür streiken und die Separatisten im Süden mit sauberen Bomben Lehrer in die Luft jagen und Buddhisten enthaupten.
Das Neujahr soll auch sicher sein. Wie schön.
PS: Das “Büro der Atome für den Frieden” hat übrigens die radioaktive Entwarnung gegeben. Jaja, die guten Atome…
Seriously, Frohes Fest!
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Thailands Elephanten (oder genauer genommen der Asiatische Elephant) sind ja vom Aussterben bedroht. Und so wundert man sich seltener, wenn sie versuchen, sich an befreundete Spezies anzunähern. Sei es als Panda oder wie oben zu sehen als Weihnachtsmann. So richtig mit grauer Elephantenhaut bekommt man die Dickhäuter nur noch in der Dschungeltour zu sehen.
Die Schulen hier sind größtenteils buddhistisch, der Thai gemeinhin ist aber in der Lage (und macht das auch ausschweifend) fremde Feiertage und Gebräuche zu adaptieren. Weshalb die Insel im Weihnachtsrausch ist.
Im Tesko wackelt ein Weihnachtsmann und dudelt elektronische Weihnachtslieder im Duell mit diversen anderen stationären Weihnachtsstimmungs verströmenden Lärmboxen. Vorm BigC steht ein Weihnachtsbaum mit fehlender Spitze (seit November).
Einziges Manko: Kein Spekulatius.
In diesem Sinne, seriously: Frohes Fest!
Quelle: Thai school children at Jirasariwithaya School in Ayuttaya, Thailand, react to an elephant, dressed as Santa Claus, as it passes out toys Wednesday, Dec. 23, 2009. The tradition has been held for at least five years at the Thai school where almost all students are Buddhists. (AP Photo/David Longstreath)
Zukunftsgeplänkel
Samak ist tot
Samak Sundaravej, einer der vier Premierminister Thailands in 2008 verstarb heute morgen in Bangkok . Er war schon längere Zeit an Krebs erkrankt.
Soosie erinnert sich
Soosie erinnert sich: Da müssen zwei Hunde beteiligt sein. Einer springt beim anderen drauf und dann wird rumgemacht. Dummerweise nur hat sie ein paar wichtige Details vergessen: hinten muss Pokki stehen und er muss hinten stehen.
Seit Tagen schon bespringt sie ihre Wohngenossen von allen Seiten und erhofft sich ein wenig Freude und jede Menge Nachwuchs.
Die Rechnung hat sie ohne mich gemacht, kein Hund in meinem Haus hat Testicles. Nikkie von Haus aus nicht und Pokki, ehm, wurde, ehm, nach der letzten Familienerweiterung kurzerhand um ein paar Gramm erleichtert. Entgegen unserer Vereinbarung, wir Männer würden uns nie gegenseitig… und so weiter… Andererseits hat er seinen Teil der Abmachung (kein Nachwuchs) ja auch nicht eingehalten — da bin ich alttestamentarisch.
Winter
Immer wenn der Khlong vor dem Haus Wasser führt und die ganzen Abfälle, die sich so im Jahr ansammeln ins Meer schwemmt, dann haben wir die Regenzeit. Seit heute morgen führt der Khlong vorm Haus Wasser.
Es ist relativ kalt (25°C). Man glaubt es kaum, aber es ist tatsächlich möglich, ohne Aircondition zu schlafen.
Das Ganze hat allerdings auch Nachteile: Die Hunde sind darauf konditioniert, bei Regen im Haus zu bleiben — es regnet ja nur einzwei Stündchen. Dummerweise regnet es seit gestern abend durchgehend und so ist das Haus gefuellt mit feuchtem Fellgeruch, der weder von mir noch den Hunden gemocht wird.
Soosie die sonst rund 15 Minuten braucht, bis sie in Stimmung für diverse Geschäfte ist, war gut 40 Sekunden draussen, Pokki rund 20, Nikkie verschwand hinterm Haus und kam nach 5 Minuten nass aber glücklich wieder. Hoffentlich lernt sie das noch, sonst müssen wir pro Tag zwei Stunden Fönen einplanen :(
Wie auch immer — die Regenzeit ist da.
Fettnäpfe
?ber den unter deutschen Expats hei?beliebten Newsletter der Deutschen Botschaft zu Bangkok habe ich bereits einige <txp:permlink id=“1125”>Male berichtet.
Heute nun haben sie den Bock abgeschossen. Im Adressfeld “meiner” Newsletteremail habe ich 150 Emailadressen und Namen im Klartext vorgefunden. Sehr professionell.
Nun weiss ich wenigstens, dass im 150er-Interessenten-Pack (JKL) in dem ich stecke unter anderem vier Doktoren, ein Mitarbeiter des ZDF, verschiedene Frauen (man hätte das nicht geahnt), darunter eine Mitarbeiterin des Goethe-Institutes in Bangkok, Bausparkassenmitarbeiter, ein Thaimassagesalon in Deutschland und unendlich viele Freemailnutzer (Hotmail, Gmail, AOL) befinden.
Ich mag gar nicht wissen, welche anderen meiner Daten diese Botschaft der Welt frei verfügbar macht.
<txp:file_download_link id=“23"Im Newsletter selbst</txp:file_download_link> findet sich unter dem sinnigen Titel “…die Anekdote aus der täglichen Konsulararbeit” ein seltsamer Mailverkehr des ehemaligen Botschafters mit irgendeinem Ingenieur in dem beide über nicht näher erkennbare Vorgänge räsonieren — ohne auch nur zu erklären, worum es da wohl ginge. Aber bis dahin wird wohl eh keiner mehr gelesen haben.
Nikkies erstes Jahr
Heute wurde Nikkie 1 Jahr alt. Vor genau einem Jahr (auf diesem Photo liegt sie ganz rechts als schwarz geschecktes kleines Etwas an der mütterlichen Nahrungsversorgung) kamen an einem recht aufregenden Samstag Morgen drei kleine Shih-Tzus zur Welt. Seither bezeichne ich mich gerne als Züchter.
Aus Nike (wir Kenner sprechen das gerne wie Nai-Kiiiih aus) wurde Nikkie. Ein kleines Fellbündel. Es waren 12 recht interessante Monate, in denen Nikkie erst sü?, dann aufsässig, dann nervig und dann ein Familienmitglied wurde. Die Chance sie wegzugeben und nicht zu lieben habe ich schon lange verspielt.
(Neue) Photos gibt es leider nicht, weil es heute unmittelbar nach dem Hundeduschbad zu regnen begann und alle drei Viecher die Gelegenheit nutzten, mich um vier vergeudete Arbeitsstunden trauern zu lassen. Dafür mehr bei Flickr.com .
Hinweis am Rande
Man sieht die Kommentare auf diesen redaktionell missratenen Seiten wieder. Irgendwann zwischen (ACHTUNG TECHTALK!!!) Version 4.0.6 und Version 4.2.0 der besten Inhaltsverwaltungssoftware der Welt hat man begonnen, in Kommentaren so einfache Befehle wie “message” nicht mehr zu verstehen. “comment message” will man hören.
So sei es. Kannst du haben. Schnösel.
Jetzt gibts eigentlich gar keinen Grund mehr, hier nicht zu kommentieren, oder?
Wetterbericht
So langsam kann man die beiden diesregenzeitlichen täglichen Regengüsse auf ungefähr 16 bis 18 Uhr und 22 bis 1 Uhr festlegen. Andererseits stelle ich auch dieses Jahr wieder meinen Spezialservice zur Verfügung: Ruft mich an und fragt, ob ich gerade vor habe, das Haus zu verlassen. Falls dem so ist regnet es mit nahezu 100%iger Wahrscheinlichkeit in den nächsten 5 Minuten.
PS: Ja, es hat eben geregnet.
Denial of service hackerz
Man will uns gerade bei der The Nation klar machen, dass die Daten von 1000 Studenten bei einer ‘koordinierten denial of service’-Attacke gestohlen worden .
Ich grinse und schweige.
Nein, Moment, ich schweige nicht. Die meisten Regierungswebseiten sind auf Mambo oder Joomla oder wie auch immer dieses Miststück eines CMSses gerade hei?t eingerichtet und werden softwareseitig nicht upgedated.
Hat mit “denial of service” recht wenig zu tun.
Highspeed Internet
Springfluten
Diesmal wird man sogar vor Springfluten gewarnt. Samui, Koh Phangan sowie 18 Provinzen an der Ostküste Thailands müssen mit starkem Regen und Sturm rechnen.
Springfluten gibts auf Samui immer, wenn es mal stärker regnet, weil die Abwasserleitungen alle mit Müll vollgestopft und passenderweise erst nach der Regenzeit gereinigt werden. Klasse.
Wir haben es hier übrigens mit einem Ableger Ketsana zu tun, der die Phillipinen und Vietnam heimgesucht hat und jetzt mit verminderter Kraft gegen Westen zieht.
Fürs Familienalbum
Normalerweise bekommt man die Fellbündel nicht so schön vor die Linse gestellt. Nikkie hat gerade eine stundenlange Dusch- und Frisiersession durchgemacht, Pokki ist darauf konditioniert, den Ball zu bringen, sobald ich die Kamera anwerfe. Da ist irgendwas in den ersten Lebenswochen falsch gelaufen ;)
Langnase
Rasur, die
Heute erfuhr mein Unterhaupt eine Rasur. Hin und wieder lasse ich die Gesichtsbehaarung ja schon mal wachsen wie sie will . Aus Faulheit oder weil gewisse Gesichtszüge eine zu starke Gewichtszunahme indizieren. Letzteres diesmal.
Wohlwollend nach Rasur festgestellt, dass die Pausbäckchen und das Doppelkinn mit dem Bart verschwunden sind. Puh. Das ging ja nochmal glatt…
Ich finde immer wieder interessant, wie viele Leute doch nach dem ?u?erem gehen. Egal.
Der Langhaarschneider ist übrigens tot. Daher das noch lange Oberhaupthaar.
Krankenhausnews
König Bhumibol Aduljadey ist am Samstag mit Fieber und Appetitlosigkeit ins Krankenhaus eingeliefert worde. Zuerst hat man es totgeschwiegen, dann hat man es zur Routineuntersuchung gemacht und seit Montag berichtet man in nahezu stündlichen Veröffentlichungen über den aktuellen Stand .
Jede Krankheit des Königs wird zum Politikum, denn mit 81 Jahren kann auch ein Halbgott nicht jede Erkältung bezwingen — und Thailand würde sich sehr schnell in neuen Gewässern wieder finden.
Diesmal ging aber alles gut und der König ist auf dem Weg der Besserung.
Nebennotiz: Thaksins Ex-Frau hat sich in eines der vor dem Krankenhaus ausgelegten Genesungswunschbücher eingetragen und dabei verlauten lassen, dass Thaksin der Vergangenheit angehört. Schade nur, dass sie das wohl etwas anders meinte.
Der Ex-Gemahl wiederum vermeldete heute, er sei bereit, wieder als Premierminister Thailands anzutreten. Wie schön.
So ein Tag in Thailand
Gestern ist nicht viel passiert in unserem kleinen Thailand. Man hat herausgefunden, dass Mobilfunksignale die Genauigkeit der Vorhersagen eines angeschwemmten Baumstumpfes negativ beeinflussen , ein alter Schauspieler hat mitbekommen, dass er seine Steuern seit Jahren an das falsche Steueramt bezahlt hat (dieses wiederum hat wohl auch nichts gemerkt) und in Pathum Thani hat es Tausend-Baht-Scheine geregnet .
Business as usual also im Land der Freien.
Lieferzone, kind of…
Selten
Seltenheitswert hat dieses Photo: Alle drei Hunde sind sauber, gekämmt und photogen. 10 Minuten später war es schon wieder zu spät….
Umzug (Hundesicht)
Gegen Samstag vorvergangener Woche bekamen die Hunde mit, dass da mal wieder was geplant war. Pokki und Soosie reagieren seit meiner einen Monat langen Abwesenheit im Januar 2007 allergisch auf jedes Packen von Sachen.
Die Häufung der Kisten und Tüten diesmal konnte nur bedeuten, dass es länger dauern würde. Wer würde auch annehmen, dass der Mensch die Hunde mit nimmt? Genau. Niemand.
Jeder Hund bekämpfte die Situation auf seine ganz eigene Art und Weise. Pokkie brachte aller 5 Minuten den Ball, stuppste mich an und wollte den Ball geworfen haben. Menschen die spielen gehen nicht weg. Soosie kam wenn immer ich mal sa? angelaufen, stellte ihre Vorderbeine auf meine Knie, schaute mir ernst in die Augen und schnaubte. Könnte ja sein, dass man mich noch überreden kann. Nikkie schnüffelte an den Tüten herum und suchte, wo die Leckerlies versteckt sind. Tüten enthalten IMMER Leckerlies!
Sonntag dann kamen ein paar Thais, es wurde viel herum geschoben und nach zwanzig Minuten war das Haus leer. Nur drei einsame Hunde sa?en herum. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie sie sich gegenseitig beschuldigten, der Grund dafür zu sein, dass ich sie verlassen habe.
Nachdem alles im neuen alten Haus eingeräumt war, bin ich dann ins alte alte Haus gefahren und hab die drei abgeholt (oder habe sie abholen wollen. Nikkie wollte nicht aufs Moped und musste noch eine halbe Stunde für eine Extratour warten).
Pokki erkannte “sein” Haus sofort wieder, hoppelte die Treppen hoch, schnüffelte die Ecken des Hauses ab und warf sich nach 10 Minuten erleichtert auf die Veranda.
Soosie fand recht erstaunlich, dass wir am neuen alten Haus abstiegen und wartete eine Weile am Moped, ob wir wieder zurück fahren würden. Taten wir nicht, also erklomm auch sie die Treppen und lies sich entspannt kuckend auf der Terasse nieder. Ich weiss bei ihr immer nicht, was in ihrem Kopf so vor sich geht. Sie versucht aber auf ihre eigene Art und Weise mir das Gefühl zu geben, sie wäre zufrieden.
Nikkie legte sich bei ihrer Ankunft flach auf die Erde, betrachtete die neue Treppe misstrauisch und bewegte sich nicht mehr. Sie wurde im alten alten Haus geboren und wusste wahrscheinlich gar nicht, dass es anderswo auf der Welt noch andere Treppen gibt. Die ersten drei Tage verbrachte sie mit flachem Herumkriechen und misstrauischem Schnüffeln. Wenn man aber erstmal in alle Ecken im Garten gepinkelt hat, ist das neue alte Haus gar nicht mal so schlecht. Seit ein paar Tagen läuft sie sogar alleine die Treppe hoch und wieder runter.
Somit sind alle zufrieden. Futter gibt es, Wasser gibt es, Leckerlies gibt es und der Mensch ist auch noch da. Der Garten ist riesig im Vergleich zum bisherigen Terrain. Krise überstanden.
Schein und Sein
Für Morgen (Sonntag) war eine Gro?demonstration der rot behemdeten Freunde der thailändischen Demokratie zur Unterstützung des Präsidenten des thailändischen Profigolferverbandes geplant. Die Regierung hat Präventivma?nahmen ergriffen. Heute nun die folgende Verkündung :
Red shirted protesters announced Saturday they decided to postpone their mass rally planned for Sunday, citing the government’s imposing of internal security laws. Their leaders said they are not allowed to gather under the internal security laws imposed in Dusit district from Saturday to Monday. They said they plan to defer the rally to September 5. They would again postpone their rally if the government enforce the Internal Security Act for their Sept 5 rally.
Die Demonstration ist also abgesagt. Erstmal. Bisher haben die Rothemden sich nicht durch solche kleinen Sicherheitsgesetze oder Ausnahmezustände aufhalten lassen. Falls sich diese Gesetzestreue jetzt hält, hat man ja endlich das probate Mittel gefunden, um Ruhe ins Land zu bringen.
Auf der anderen Seite: Thaksin, der Geldgeber der Demonstranten der keiner ist, befindet sich auf einer kleinen Tour durch verschiedene afrikanische Kleinstaaten deren Demokratieverständnis ungefähr dem seinen entsprechen um Diamantenminen zu besuchen und kann daher keines seiner berühmten Phone-Ins am Sonntag geben. Das wiederum könnte allerdings auch daran liegen, dass er in Dubai, seinem Wahlwohnsitz nicht mehr gerne gesehen ist. Inoffiziell natürlich.
Wie auch immer. Die Demonstration findet nicht statt. Schade um die ganzen Vorbereitungen zur Einstimmung.
Umzug
Am Sonntag sind wir übrigens mal wieder umgezogen. Haus Nummer Neun unseres kleinen Samuiaufenthaltes ist Haus Nummer Sieben, den älteren unter meinen Lesern auch als “Haus am Klong” bekannt.
Warum nur sollte man in ein bereits verwohntes Haus umziehen? Ganz einfach: Internet (schnell und zuverlässig) und ein grosser Garten/Ersatzdschungel hinterm Haus für die Hunde. Keine Touristen, keine mitbezahlten aber ungenutzten Luxuritäten.
Neue alte Heimat.
All my life.
Todesstrafe
Thailand (oder seine Repräsentanten) sieht sich gerne als modernes und fortgeschrittenes Land. Solange aber die Todesstrafe weiterhin (so wie vorgestern Nacht ) verhängt und ausgeübt wird, bleibt es ein kleines pimfiges Dritte Welt Land.
Das Ramadan-Rätsel
Der Islam ist eine geheimnisvolle Religion. Vergangene Woche begannen gegen Mittwoch verschiedene muslimische Freunde, mich zu fragen, wann denn dieses Jahr Ramadan beginnt.
Ich??? werde von Muslims gefragt??? wann Ramadan beginnt???
Das mag etwas seltsam klingen, ich bin aber schon an solche Sachen gewöhnt. Die Sache ist leicht erklärt. Ramadan beginnt nach dem Koran wenn der (örtliche) Sternendeuter der Muslims den Neumond zu Beginn des neunten (Mond)Monats erblickt. Damit ist der Beginn von Ramadan von den Augen des Sternendeuters, der Position auf der Erde, dem Wetter und dem Mond abhängig.
Sieht der Astrologe den ersten Schein des Mondes, dann beginnt Ramadan.
Vergangenes Jahr konnte man schon eine Woche vor Ramadan den Beginn im Internet erfahren (das lässt sich ja mathematisch am Mondjahr bestimmen, man kann niemals falsch liegen, wenn man schon ein paar Stunden vor den Anderen beginnt), was mir dieses Jahr aufgrund meiner phänomenalen Fähigkeiten im Bereich der Suchmaschinenbedienung die Position des Mathematikers einbrachte. Dummerweise war das Internet dieses Jahr unwissend und ich konnte nur ein “maybe on 21st or 22nd” verkünden, was eher unbefriedigt entgegen genommen wurde.
Heute nun sieht man definitiv eine Mondsichel. Wenn man dem Gebetskalender für Surat Thani Glauben schenken darf (wenn mir das Wortspiel erlaubt sei), dann begann der Ramadan hier auf Samui am 22. September.
Wobei das Fasten der Muslims wiederum vergangenes Jahr eher zur Gewichtszunahme bei meinen Freunden geführt hat.
Fasten bedeutet hier nämlich, dass man nur essen darf, nachdem Licht und Dunkel sich begrü?ten. Nachts. Dann wird aber nicht mä?ig gegessen sondern so, als ob die Sonne in den nächsten drei Tagen nicht unter gehen wird. Auf der anderen Seite geht es beim Fasten auch eher darum, den Koran zu lesen, zu verstehen und die “Geburt” des Korans zu feiern.
Auch sonst ist man sehr gemä?igt: Der Koran sagt, dass man wenn man krank oder auf Reisen ist nicht fasten muss, wenn man eine gleicherma?en hohe Zahl an Tagen zusätzlich fastet.
The month of Ramazan is that in which the Quran was revealed, a guidance to men and clear proofs of the guidance and the distinction; therefore whoever of you is present in the month, he shall fast therein, and whoever is sick or upon a journey, then (he shall fast) a (like) number of other days; Allah desires ease for you, and He does not desire for you difficulty, and (He desires) that you should complete the number and that you should exalt the greatness of Allah for His having guided you and that you may give thanks. (Koran, Sure 2:185)
Seltsames Detail meiner Suche nach dem Beginn des Ramadans: Man wirbt auf den Seiten mit “Hot. Muslim. Singles.” — recht unwürdig.
Alles wird gut
Habe heute morgen festgestellt, dass ich nunmehr 11 Monate im Poolhaus gelebt habe, ohne den Pool zu nutzen (aber nicht ohne diesen Luxus mitzubezahlen). Das wird sich ändern ;)
Lin Bing II
Lin Bing
Ok , der Panda heisst Lin Bing. Besser als alles mit Thai im Namen. Und die ganze tolle unglaubliche Geschichte von der unbefleckten Empfängnis geht weiter: Ein einjähriges Kleinkind hat die Reise nach China, 1 Million Thaibaht und ein Auto gewonnen. Keine meiner vielen Karten wurde gezogen.
Jawoll.
Flugzeug von der Landebahn abgekommen
Man munkelt, dass ein Flugzeug auf dem Flughafen in Samui bei starken Regen und Seitenwind von der Landebahn abgekommen ist und mit dem Tower kollidiert sei. Alles was eine Sirene auf dem Dach hat ist jedenfalls zur Zeit in eine Richtung unterwegs.
Update: Genau — Feuer, 7 Verletzte und eine Kollision mit dem Tower.
Besuch
Gestern kam uns Bui, regelmä?igen Lesern auch als Nummer 1, Number one oder Lindsay bekannt, besuchen.
Das gehört zu den Augenblicken, in denen unfreiwilligen Hundezüchtern schon vor Stolz die Brust schwillt. Sie sieht ungefähr so aus wie Soosie, hat aber Pokkis Haare, Farben und sogar Farbstruktur. Ich habe natürlich vergessen, Photos zu schiessen.
Sie hat gut eine halbe Stunde gebraucht, bis ihr gedämmert hat, dass das mal “zu Hause” war. Soosie schnupperte sie die ganze Zeit irritiert an — ihr hat wohl nur gedämmert, dass sie den Hund da kennen müsste. Nikkie wollte spielen, Bui nicht. Pokki wiederum hatte nur Interesse an ihr weiblicherseits. Neue Girls im Ressort sind immer interessant.
Sie ist ein bisschen dünner als Nikkie (jetzt erklär ich Nikkie immer, dass sie fett ist, mal sehen wann sie anfängt, weniger zu essen) und ihre Haare sind relativ stümperhaft geschnitten. Aber was solls, solange sie glücklich ist.
Bui springt mehr als Nikkie (was auf der Flucht vor Soosie und Pokki ganz nüzlich war) und hatte auch schon Sex mit dem Nachbarschaftspudel. Mit 9 Monaten finde ich das reichlich verfrüht, aber ihr wisst ja, wie das mit den Teenies heutzutage ist.
Schön schön. Nummer 2 geht es auch gut, habe ich mir sagen lassen. Sie besuchte uns vor ein paar Monaten ein ganzes Wochenende lang und war völlig auf Menschen fixiert und traurig, wenn man sie mit den anderen Dreien alleine gelassen hat.
So entwickelt sich jeder vor sich hin…
Mein eigener Freund
Suche: Webcitizen mit Samuiaffinität die ein Geheimnis für ein paar Wochen und sich behalten können zum Ausprobieren eines kleineren Projektes (oben genannten Geheimnisses). Sie sollten erhebliche Bugs und Flaws sehen und mich darüber benachrichtigen können.
Biete: Ein Projekt, das gut vier Jahre in der Schublade vor sich hin gammelte und langsam ans Tageslicht kommen soll sowie später einmal die Möglichkeit sagen zu können, von Anfang an dabei gewesen zu sein.
PS: Da steht Samuiaffinität.
Bei Interesse bitte ich um eine elektronische Mail mit ein paar Worten zur Affinität an
patricksneuestesprojekt@gmail.com
Danke.
Sonntag Mittag.
99% safe
Die schlechten News von morgen
Das Ganze wird gerade surreal. Seit gut einer Woche wurden keine Zahlen mehr zu den Grippe-Erkrankungen in Thailand veröffentlicht. Heute dann eine Veröffentlichung zu 20 neuen Toten und 6776 Erkrankungen . Dann sprach der Premierminister heute von tenth of thousands Erkrankten und Nation Multimedia hat gerade einen Artikel veröffentlicht, der wie im Bild oben zu sehen von Morgen stammt und von 440.000 Erkrankten spricht.
Entweder schläft da einer gewaltig oder es geht nun los. Ab morgen nur noch mit Mundschutz aus dem Haus.
Australiens nationale Sicherheit durch Ladyboy gefährdet
In australischen Zeitungen kann man heute lesen, dass ein “Mitglied” (da war er wieder) der Verteidigungskräfte von einem Ladyboy seines Militär-Laptops und anderer Güter (Bewusstsein, Geld, Pass, Telephone, iPod usw.) beraubt wurde .
Das Notebook enthielt “nur” Klassifiziertes niedrigster Klassen und war durch ein Passwort geschützt. Wie progressiv.
Asked if ADF personnel received adequate advice on practising safe sex while visiting Bangkok, the department replied that all personnel were required to read a country brief for the area they were operating in.
?ber den Informationsgehalt des Briefings zu thailändischen Ladyboythemen wurde nichts bekannt.
Panda
So, hier mal ein Pandavideo (nicht aus Chiang Mai, die Internet-Nomaden werden das schon kennen), damit man sich ungefähr vorstellen kann, wie so ein Tag zwischen Panda-Mama und Panda-Baby aussieht. Bambus fressen, rumsitzen oder -liegen.
Ich habe inzwischen ein paar der Panda-[permalink id=“1762”]Benamungskarten[/permalink] sichern können. Mal sehen ob wir die Namensgebung positiv beeinflussen können.
Und das musst du machen wenn du schläfst…
Und immer schön cute kucken!
Interview mit einem Auftragsmörder
Vor ein paar Jahren hat mir mal ein betrunkenes “Logenmitglied” erzählt, dass die Preise für einen Auftragskiller hier um die 15.000 Baht sind (für Farangs leicht über 50.000) und dass das meistens Muslims sind.
Bei der Bangkok Post kann man nun ein Interview mit einem dieser Auftragsmörder lesen. Er ist ein wenig teurer und Buddhist:
The gunman said he is Buddhist, so the next question was obvious: How does his profession stand with Buddhist teachings that prohibit killing a living being?
“Buddhism is a ‘soft’ religion, not as strong as Islam or others, so I don’t worry too much about it. I don’t have to enter the monkhood,” he said.
Der Gro?teil der Auftragskiller kommt aus ärmeren Gegenden:
He said in his experience gunman were mainly from poor areas. They were typically bad guys or wannabe bad guys.
‘‘They want to be a gangster, to be somebody. Most of them have no education and some start to kill when they are young and continue until retirement. It is easy for them to find a gun and they can learn to shoot in the forest. However, some policemen or military men also become gunmen,’‘ the broker said.
He said there are several hundred gunmen for hire across the country, with most of them living in Chon Buri, Phetchaburi and Uthai Thani provinces. ‘‘I heard that some people manufacture guns in Uthai Thani province which are very cheap, but can kill. In other provinces, guns are imported from abroad.’‘
Lesenswert.
Neues aus dem Lichtspielgewerbe
Am Wochenende war ich übrigens wieder mal im lokalen Lichtspielhaus und habe mir “Transformers — The Lovemovie” angesehen. Es kam nur zu zwei Stromausfällen mit einer Wartezeit von jeweils gut 30 Minuten und gegen 0:30 (nach dreieinhalb Stunden) konnten wir gen Heimat fahren — ohne Gutschein und ohne den Film nur teilweise gesehen zu haben. Das liegt grö?tenteils daran, dass die Handlung relativ sextouristenfreundlich ist und man nicht unbedingt nachdenken muss, wenn man dabei bleiben will. Es wird ständig gekämpft und die Transformers transformen im Kampf innerhalb von 5 Sekunden, wenn sie mit Regierungsvertretern sprechen (hahah, sprechen, haha) dann brauchen sie imposante 30 Sekunden.
Interessant finde ich, dass die Karaokebar, die Bowlingbahn und die Aircondition im Kino genügend Strom hatten, um durch den Ausfall zu kommen. Da werden noch Prioritäten gesetzt. Der Kinobesitzer (oder sagen wir mal lieber Franchisenehmer?) ist ein alter Chinese der dort immer im Foyer rumhockt und nach den Stromausfallfilmen emsig seine Kinosäle nach Wutäu?erungen durchsucht. Eines Tages werde ich mein Popcorn in den vorderen Reihen verteilen und ihm die kahle Kopfhaut zerkratzen. Mit Filmunterbrechungen kann man mich zum Monster machen…
Ich will eine große Leinwand, Dolbyklang und kuschelige Dunkelheit! Ist das eigentlich zuviel verlangt?
Grippecounter: 1473
Heute mal eine kleine statistische Auswertung der aktuellen Grippe-Panik-Saison. Wir haben in Thailand nun 1473 Erkrankungen, davon sind rund 1450 Patienten schon wieder zu Hause und nicht mehr gefährdet.
Leider sind seit gut einer Woche die ersten Todesfälle in Thailand bekannt:
- Am 20.06. starb eine 40jährige Frau in einem Privatkrankenhaus. Ihren Tod hat man eine ganze Weile lang geheim gehalten.
- Am 23.06.09 starb ein 42jähriger Mann.
- Am 29.06.09 starb ein Navy-Kadett.
- Heute starben ein 47jähriger Mann (Kettenraucher und Trinker) und ein 15jähriges Mädchen.
Das Gesundheitsministerium beginnt Kampagnen zu organisieren, um die Bevölkerung zu einem “gesünderen Leben” zu erziehen.
Die täglich gemeldeten neuerkannten Fälle sind (mit kleineren Ausschlägen um die Wochenenden herum) immer im Bereich von 80 Personen.
Nach den beiden Todesfällen von heute besteht eine 0,35%ige Mortalitätsrate, das hei?t 35 von 10.000 Menschen sterben an der Grippe.
Das ist im Vergleich zu “normalen” Grippeverläufen eine noch niedrige Rate.
50% weniger Touristen auf Samui
Die Touristenzahlen auf Samui sind um 40-50% im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Neben dem politischen Hin- und Her müssen Rezession und die Grippewelle als Gründe her halten.
Die 50% die hier sind machen allerdings genausoviel Krach und Verkehr wie die vollen 100%.
Wie auch immer, es wird alles viel besser.
Bränne!!! Bränne!!!
Ich wusste gar nicht, dass das so zelebriell durchgeführt wird, das alljährliche Drogenverbrennen. Hier sehen wir eine staatliche Drogenkraft beim Beschwören grö?erer Flammen. Auf Samui wurde nichts verbrannt, auch wenn hier regelmä?ig abgestellte Pickups mit Drogen oder unwissende Personen mit Pillchen aufgetan werden. Schade eigentlich…
Thailand goes Panda
Thailand ist ganz verrückt nach dem Pandababy. Das merkt man an den täglichen Berichten über Gewichtszunahme, Beinwuchs und andere wichtige Lebensdaten des Winzlings. Die Karten zur Namenswahl waren so begehrt, dass sie fast ausverkauft sind (was daran liegen könnte, dass man durch die Namenslotterie eine Million Baht (immerhin rund 21.000 Euro), ein Auto und eine Reise für Zwei irgendwo nach China gewinnen kann).
Wie ver-rückt verrückt man nach den Pandas ist, kann man an den folgenden Pandaphotos sehen.
Rauschender Rauch
Morgen wird es wieder zum grö?ten Drogenfest des Jahres kommen. Alljährlich werden nämlich die im vergangenen Jahr zusammen-konfiszierten Drogen medial begleitet verbrannt , bereits zum 37. mal dieses Jahr. 6 Tonnen Drogen werden zum “United Nations International Anti-Drugs Day” den Flammen zum Opfer fallen.
The FDA chief said 6,121 kilogrammes of drug including 30.72 million amphetamine pills and 228 kilogrammes of heroin whose street values are estimated at some Bt9.4 billion, will be set ablaze.
Kostenlose Touristen Visa zu vergeben
Vom 25. Juni 2009 bis zum März 2010 (über das genaue Enddatum der auch sonst relativ unoffiziell überall nur als Zitat eines Berichtes erwähnten Aktion schweigt man sich aus) werden für Touristenvisa mit einer einmaligen Einreise keine Gebühren erhoben, wenn diese in Königlich Thailändischen Botschaften oder General-Konsulaten ausgestellt werden.
Damit erhält man einen 60-Tage-Aufenthalt im Land des hintergründigen Lächelns.
Die Aktion soll den Tourismus ankurbeln. Gratisflüge und ein paar demonstrationsfreie Wochen sehe ich da mehr geeignet.
Streik
Seit gestern hielten bis eben viele Züge in Thailand einfach mal so an und fuhren nicht weiter. Die Bahngewerkschaftler streikten. Gestreikt wurde unangekündigt dagegen, dass die derzeit noch im Staatsbesitz befindliche Eisenbahngesellschaft (State Railway of Thailand) modernisiert werden soll.
Das mag seltsam klingen, ist es auch .
Thailands König ist reichster Monarch
Forbes hat wieder einmal seine Liste der reichsten Monarchen der Welt heraus gebracht und König Bhumibol Adulyadej von Thailand ist zum zweiten Mal mit 30 Billionen Dollar auf Platz eins:
No. 1 on our list, for the second year in a row, is Thailand’s King Bhumibol Adulyadej. He is worth $30 billion, $5 billion less than last year, as a result of double-digit declines in real estate and stocks owned via the Crown Property Bureau, the state investment vehicle of which he is a trustee. Rising political tensions have also destabilized the country, dampening even the important tourism sector.
Wie schon im vergangenen Jahr wird sich das im Zitat angesprochene Büro sehr aufregen, weil man die ganzen Ländereien hier gerne aus der Rechnung heraus haben will. Das “Crown Property Bureau” wird wie eine eigenständige Stiftung geführt.
Grippecounter: 662
Wir haben inzwischen 662 offiziell bekanntgegebene A(H1N1) Grippefälle im Lande . Keiner davon ist gestorben, 11 Personen wurden in Krankenhäuser eingewiesen und mehr als 500 bereits wieder gesund.
Das sind schon besorgniserregende Zahlen ;) und so schlie?en in der kommenden Woche wieder fast 400 öffentliche Schulen in Bangkok.
Jedes Jahr erkranken während der Regenzeit ungefähr 900.000 Menschen an den jeweils aktuellen Grippe-Varianten.
sniff
Krebs im Isaan
Im Isaan (Nordosten von Thailand) gibt es die weltweit stärkste Anhäufung an Krebsfällen im Gallenbereich . (Ich übersetze mal “epithelial cancer of the bile duct” als zellulärer Krebs im Gallen-Trakt.)
Es sind zwar nur 0,08% bei den Männern und 0,04% bei den Frauen betroffen, trotzdem kommt es zu rund 6000 Neuerkrankungen im Jahr.
Als Ursache dafür werden Nahrungsmittel wie leicht angekochter Fisch und “Fermented Fish” angegeben. Fermented Fish ist umgangssprachlich gesagt sauber vergammelter alter Fisch. Schmeckt wie vergammelter Fisch, aber viele Thais mögen das.
Ein spezieller Panda
Der kleine Panda in Chiang Mai ist nicht nur ausserhalb der normalen Panda-Geburtsmonate auf die Welt gekommen, er (also sie) hat auch eine nicht ganz so normale Färbung. Normalerweise haben Pandas schwarzes Fell an den Beinen, bei Namenlos gehen sie hinten nur bis an die Knie .
Das Baby wiegt bereits 1kg und wird in den nächsten Tagen wird zum ersten Mal die Augen öffnen. Zwischen dem 4. und 6. Juli kann man es öffentlich bestaunen (und den immer noch nicht festgelegten Namen mit bestimmen).
Passfälscher und ihre Kunden
In Thailand werden häufiger mal Passfälscher festgenommen. Sieht man sich den Ausländermix an, der die Stra?en der einschlägigen Untertauch-(Halb)Inseln und Strände bevölkert, wird der Bedarf deutlich. Passfälscher und Händler gestohlener oder neuer unbedruckter Pässe halten sich dabei die Waage.
Gestern hat man einen Deutschen und einen Thai fest genommen , die sechs gefälschte Pässe für 78.000 Baht an den Mann bringen wollten. Das sind rund 1700 Euro. Dummerweise war der Mann von einer Spezialeinheit der Immigration und kein Geld wechselte den Besitzer.
Neu war wohl, dass das Fälscher-Pärchen (hehe, no pun intended) ihre Leistungen über das Internet vermarktet hat. Google Ads ;) Sich dann in einem Einkaufszentrum mit potentiellen Kunden zu treffen würde ich als recht überheblich einschätzen.
Kunden finden die Passfälscher der Nation auch in (vermeintlich) (unschuldigen) Mordverdächtigen , die sich nicht der Thaijustiz stellen wollen.
Wer in der Thailand Straftaten begeht, sollte damit leben können, dass selbige in Thailand geahndet werden. Und wer in Thailand IT-Experten tötet… naja, lassen wir das…
Best foreign husband competition
Die andere Seite der Thai-Farang-Beziehungen.
Mee and my father
Eine halbstündige Dokumentation über den Vater des Filmemachers, der im Alter von 60 Jahren eine 27 jährige Thailänderin heiratet. Lorne Kramer, sein Sohn, reist nach Thailand und versucht zu ergründen, wie genau diese Beziehung funktionieren soll.
Ein meiner Meinung nach perfekter Einblick in die Welt der Farang-Thai-Beziehungen. Mich würde ein zweiter Teil nach einzwei Jahren Ehe interessieren.
Lawblogger vs. Thai-ATM
Der Lawblogger verklagt die Postbank , weil sie ihm 150 Baht mehr als in Thailand abgehoben in Rechnung stellt — dabei sollten doch 10 Abhebungen kostenlos sein.
Von dem Angebot habe ich im April Gebrauch gemacht. Doch bei drei Abhebungen ?? es handelte sich um die ersten im Jahr 2009 ?? an VISA—PLUS-Automaten in Thailand tauchten dann Gebühren auf. Jeweils 150 Baht, das sind rund drei Euro. Obwohl ich jeweils nur 20.000 Baht abgehoben habe, wurden mir 20.150 Baht in Rechnung gestellt. Auf den Quittungen, welche die Bankautomaten in Thailand ausspucken, sind die 150 Baht ausdrücklich als ??Fee? (Gebühr) ausgewiesen.
Zu dumm nur, dass die Automaten hier tatsächlich Nutzungsgebühren einziehen — nicht die Bank in Deutschland.
Ich zahle mit meiner Bankkarte sobald ich ausserhalb von Samui Geld selbst bei der “kartenausgebenden Bank” abhebe mindestens 20 Baht Gebühren. Urlauber mit deutschen Karten zahlen mindestens 150 Baht Gebühren. Das wird sich so schnell nicht ändern.
Grippecounter: 310
Nun sind es 310 offiziell bestätigte Grippe-Fälle in Thailand . Ich denke ich werde ab 10.000 Fällen trotz Bitten des Gesundheitsministers in eine geordnete Panik verfallen.
Jazz im Karma Ressort
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Im Karma Ressort hier auf Koh Samui kann man am Donnerstag Abend um 19 Uhr ein Jazzkonzert mit Magnum und Al Lewis genie?en. Dazu ein guter Wein und ein “jazziges” Menü…
Britney Spears kommt nach Samui
Britney Jean Spears will ein ganzes Ressort hier auf Samui für einen einwöchigen Urlaub mieten. Sagt man .
Für fast 300.000 Dollar will sie im Sila Evason (das eigentlich Six Senses Hideaway hei?t und mit derartiger Vorankündigung kein Hideaway sein wird) den erfolgreichen Abschluss ihrer Europatournee feiern. Gleich mal die Photo-Möglichkeiten ausloten.
Kevin Federline, Ex-Ehemann und angeblich auch Künstler ist ebenfalls eingeladen. Na denn…
Namensgebung
Der kleine Panda in Chiang Mai lebt noch und ist weiblich. Nun dürfen die Thais den Namen der Kleinen festlegen und es wurde aus vielen Einsendungen eine Liste von 4 Namen gewählt : Ying Ying, Thai Jeen, Lin Ping und Khwan Thai.
Ich finde ja die Namen zwei und vier etwas sehr symbolisch (heissen wohl Thai-China und Thai-Achse) und stimme daher für Ying Ying… zumal der Vater Chuang Chuang hei?t. Immer schön im Schema bleiben.
Der gewählte Name wird am 12. August (in Thailand Muttertag) bekannt gegeben. An der Wahl beteiligen kann man sich durch Postkarten, die in den nächsten Tagen thailandweit verkauft werden.
Gerüchte richten
Heute ist der 15. Juni. Seit Wochen schon schreiben sich die Webboards und “Insider”-Blogs der Nation die Finger wund, dass am 15. Juni “gewisse” “Entscheidungen” und “Verlautbarungen” öffentlich gemacht werden sollen. Sozusagen eine royal surprise. Wir werden ja sehen.
Tier- und andere Krankheiten
Die Grippe von 2009, H1N1 oder Schweinegrippe, wie die durch Paniken mehr Ausgaben verkaufenden Medien die diesjährige Grippewelle gerne nennen, hat Thailand fest im Griff.
Vor ein paar Wochen fand ich es noch ganz seltsam, dass das thailändische Gesundheitsministerium sich so auffallend aktiv in der Region darum kümmerte, dass informiert wird. Sie hielten sogar den ersten internationalen Kongress zur kommenden Pandemie ab.
Seit vergangener Woche steigen die Erkrankungszahlen, seit gestern sind es mehr als 150 — offiziell, ich will nicht wissen was man uns alles noch verheimlicht hat, solange man konnte. Nun kann man nicht mehr, denn die Hälfte der Taiwanesischen Erkrankungen stammt aus Phuket und einige Fälle in Hongkong haben sich in Thailand angesteckt. Wie interessant. Das alles ist natürlich erst in der letzten Woche passiert.
Thailand hat für Seuchenfälle immer medienwirksam (siehe Photo oben und Photostrecke bei Yahoo! News ) seuchensichere Anzüge mit kleinen Thais drinnen zur Verfügung, die alles mit Desinfektionsmitteln abspritzen was nicht bei drei in der nächsten Ladybar verschwunden ist.
Phuket sei in diesen Tagen nicht so empfehlenswert, hört man.
Was bin ich froh, dass ich seit gut drei Wochen, hust, keuch, mit meiner kleinen Klimaanlagen-Erkältung kämpfe und somit immun gegen die Schweine bin. Esse eh kein Schweinefleisch mehr ;)
PS: Heute sinds schon 201 Fälle .
David Carradine ist tot
David Carradine ist nach Presseberichten tot . Vermutlich hat er sich selbst umgebracht, zumindest hat man ihn in einem Bangkoker Hotelzimmer hängend gefunden.
Die älteren unter meinen Lesern werden ihn als Kwai Chang Caine aus der Serie “Kung Fu” kennen, die jüngeren als Bill aus Kill Bill.
Ich finde immer wieder berauschend, mit welcher Detailfreude selbst halbwegs seriöse Medien hier in Thailand Todes- und andere Fälle begleiten:
Carradine, 72, was in Bangkok to shoot his latest movie, Stretch, and stayed at a Suite Room 352 of the Park Nai Lert Hotel on Wireless Road since June 2… It was a hotel’s maid who opened his suite on Thursday at 10 am only to find Carradine in a closet. He was described as behind half naked. Police investigation showed that he hung himself with a rope, the kind that is used with curtains.
Nun wissen wir es genau.
Babypanda in Chiang Mai
Es wurde ja auch Zeit. Nach unendlichen <txp:permlink id=“1196”>Versuchen, die Pandabären im Zoo von Chiang Mai zum ehelichen Sex zu animieren, wurde nun endlich ein kleines Panda-Baby (auf diesem Photo in der Schnauze der Mutter) geboren.
Der Kleine ist nicht freiwillig gezeugt worden und wird nach spätestens 24 Monaten zu den Kommunisten in China abgeschoben — da wo alle kleinen Babypandas einmal landen müssen.
Willkommen in der Regensaison
Die Freuden des käuflichen Lichtspiels auf Koh Samui
Samui hat ein Lichtspielhaus. Kenner würden es als Kino bezeichnen, manch einer wählt Cinema, Cineplex, The Movies oder andere Bezeichnungen, um sich von der mengenmä?ig breiteren Masse abzuheben. Dort sieht man mich hin und wieder häufig am Wochenende in der Hoffnung auf etwas Kultur. Samui ist arm an Kultur (rein rhetorisch, ich werden den Gegenbeweis bei Gelegenheit antreten). Ich persönlich stehe ja auf das kontemporäre thailändische Kino (Horror-, Love- und Comedytrash), werde aber hin und wieder gezwungen, Hollywood-Filmchen anzusehen.
Nachdem das Kino eröffnet wurde (das muss wohl vor rund drei Jahren gewesen sein), wurde nie wieder etwas daran verbessert oder gar repariert. Man kann bspw. im Saal 2 nicht erwarten, in voller Klangesfülle beglückt zu werden, Saal 1 hat auf der linken Seite Lautsprecher, die kratzen sobald ein paar Raumschiffe explodieren und Saal 3 beglückt durch mehr defekte Sitze (oder sagen wir besser Liegelehnen) als Reihen. Im Foyer des Kinos rostet eine versiffte Popcornmaschine vor sich hin, deren Produkte je nach Putzmittel-Geschmack benannt verkauft werden. Zwei Monitore hängen an der Wand und blinken im Rhytmus der Kabelbrüche vor sich hin.
Man ist das einzige Kino im Umkreis von zweieinhalb Stunden Fahrzeit (Fähre inbegriffen), das erklärt vielleicht die Gleichgültigkeit.
Trotzdem ist es im Kino noch tausendmal besser als mit einer beim Stra?enhändler erworbenen zittrig aus der Handtasche heraus aufgenommenen DVD der jeweils aktuellen Filme. Ein grö?er Raum mit maximal 10 Personen besetzt, ein grö?er Bildschirm und die phantasiereichen Geschichten, die das Zelluloid so von sich gibt. Hach ja…
Jedenfalls begab es sich vorvergangenes Wochenende (das Wochenende vor dem leider viel zu schnell vergangenen letzten Wochenende), dass wir in einem relativ gut (200% über dem Soll von 10 Zuschauern) besuchten Kinosaal sa?en und uns einen Film namens “X-Men — The love movie” ansahen. Es war einige Zeit vergangen, die Protagonisten liebten und hassten sich (je nach der durch den Film festgelegte Rolle) und ich entschied mich angesichts der leeren Popcornschachtel, den Film zu hassen. Schlechte Effekte, dümmliche Monologe (“seems like a lot of good people die around you”) und ein als comical relief dienender fettsüchtiger Boxer, der eher Goldständer referenzierte als die Geschichte vorwärts brachte.
Plötzlich sagte der böse aber unwissende General zum bösen machtmissbrauchenden General sowas wie “ich weiss über Ihren Sohn Bescheid” und meine Aufmerksamkeit war wieder geweckt. Dann ging die Leinwand aus, ein paar kleine Notlämpchen an und wir sa?en vor uns hin.
Nichts Unnormales, so eine kurze Unterbrechung. Es dauerte 10 Minuten und ganz service minded wie die Thais so sind kam eine junge Thekenbedienstete und nuschelte schnell auf Thai ein paar Sätze in den Raum. Die Sextouristen im Raume fragten verwirrt ihre jeweiligen Translamatten, die in unseltenen Fällen auch nur Bahnhof verstanden. Ich meinte was von 10 Minuten gehört zu haben und so warteten wir.
Nach weiteren 10 Minuten wurden wir nach draussen geführt und durften uns an der Kasse Gutscheine für eine Filmvorführung unserer Wahl abholen und nach Hause gehen. Stromausfall. Die beiden anderen Kinosäle wurden vorher abgefertigt, daher die Wartezeit. Zur Regenzeit dürfte das dieses Jahr ein Standardvorkommnis werden und der Sall mit mir drinnen wird immer der letzte sein. Die im Kinokomplex integrierte Bowlingbahn und die Karaokebar dröhnten weiterhin vor sich hin. Dafür hatte man Notstrom, für so einen halbnackten Hugh Dingsbums nicht.
Als wir dann versuchten, vergangenes Wochenende unsere Gutscheine einzulösen, wusste niemand, was das ist und wie man das im Kassensystem eingeben kann.
Thema Kultur: Samui hat jetzt nicht nur ein Lichtspielhaus, es hat auch sein erstes jährliches Filmfestival . Vom 14. bis 16. August diesen Jahres werden an einem noch bekanntzugebenden Ort hier auf der Insel Filme gezeigt , die wohl kein anderes Kino auf der Insel zeigen würde. Ich bin gespannt. Vor allem ob sich das jährlich auf die Austragungszeiten bezieht.
Thai woman bites Belgian tourist’s organ
Der ist so gut, den muss man einfach voll zitieren:
Pattaya — A Belgian tourist was severely injured early Thursday when his Thai bit his male organ and almost severed it, police said.
The tourist, Eddy Iam De Velde, 56, was rushed to the Pattaya Memorial Hospital and doctors managed to save the man’s organ.
The hospital reported the event to police at 5:30 am.
The man told police from his hospital bed that his girlfriend, who he has been living with for about a month, injured him.
She said the woman became angry after learning that he had another Thai lover.
The two quarreled while having sex so she bit him and he called friends to send him to the hospital.
Police will arrest the woman whom has yet to be identified.
Ich sage mal, man sollte darauf achten was man sagt, wenn man seine Genitalien nicht alle bei sich hat.
PS: The Nation war mir eigentlich immer als seriöses wenn auch parteiisches Organ bekannt…
PPS: Gibt es eigentlich eine Organisation die sich um Opfer abgebissener Fortpflanzungsorgane kümmert? Das gibt es häufiger in den einschlägigen Touristenorten…
PPPS: Einen letzten organischen hab ich noch, ein Insider: Sie war bestimmt kein Muslim.
Happy Birthday
Ich musste mir heute von unserer Hunde-Social-Web-Site sagen lassen, dass Soosie drei Jahre alt geworden ist. Drei Jahre schon, soso. Aus dem sü?en Fratz hier wurde dieser ebenso sü?e Fratz.
Ich hab mich schon gewundert, warum sie heute morgen so erwartungsvoll vor der Schlafzimmertüre stand. Das gibt so ein Kringelding für die alle drei Hunde die jeweils anderen killen würden.
Spiegeleien II
Wenn man Thaksins Gegner interviewt, muss man natürlich auch dem Gro?meister der Worthülsen eine Möglichkeit geben, sich zu äu?ern (deutscher Link wird gleich in den Kommentaren nachgeliefert ;)
Thaksin im Spiegel: Aus den “über 50 Toten” bei den Songkran-Unruhen wurden zwei Leichen im Chao Phraya River. Aus “der König muss endlich eingreifen, man hat ihn ja die ganze Zeit belogen” wird ein “I don’t know. I cannot say anything about the royal monarchy” und in Dubai sitzt er auch noch fest. Neuwahlen fordert er auch mal wieder.
Friends and leaders from many countries have offered me honorary citizenship, a passport or travel documents.
… den von Nikaragua hat er dann wohl bekommen.
Die Thais, die sich noch für das Au?enbild Thailands in der internationalen Presse interessieren, sind etwas irritiert über die Spiegelberichte der vergangenen Tage.
Spiegeleien
Im Spiegel gibt es ein interessantes Interview mit Sukhumbhand Paribatra , dem Governour Bangkoks und Cousins des Königs (hier auf Deutsch ). Neben Thaksin und den Unruhen geht es dabei um die Thronfolge:
SPIEGEL: You are a cousin of the king. So you know the royal court’s rules very well. How is the successor to the king actually selected?
Sukhumbhand: There are generally two possibilities. The king can pick his own a successor …
SPIEGEL: … which King Bhumibol Adulyadej has not done yet …
Sukhumbhand: As far as we know. If that hasn’t happened, then a successor must be found according to the palace law of 1926. But that is subject to approval by the parliament.
SPIEGEL: So his son, Crown Prince Maha Vajiralongkorn, or one of his daughters would become the successor?
Sukhumbhand: No, the palace law doesn’t permit a female successor to the throne.
SPIEGEL: So the only choice would be Crown Prince Maha Vajiralongkorn?
Sukhumbhand: That we know of, yes.
One of the better interviews about the red days… that we know of, yes…
Skypereien
Skype ist ja ganz nett. Seit einiger Zeit gibt es sog. “Subscriptions”, mit denen man unbegrenzt ins Festnetz eines Landes anrufen kann. Ich spielte für eine Weile mit dem Gedanken, mir so ein Abo für Deutschland zuzulegen, lies das dann aber, weil ich nicht wirklich häufig nach Deutschland anrufe.
Nun aber bieten sie (die Skypefritzen) Subscriptions für Thailand an. Man kann fuer runde 5.95 Euro (bis Ende Mai gibt es wohl noch kräftig Rabatt, ich habe für die kommenden drei Monate nur 11 Euro zahlen müssen) sowohl ins Festnetz Thailands als auch auf die Mobiltelefone telefonieren. Letztere sind weiter verbreitet. Ein “Default-Thai” hat zwei Mobiltelephone und minus eine Festnetznummer.
Der Clou an der Sache: Call-Forwarding, also die Weiterleitung auf eine Telefonnummer, wenn man in Skype nicht online ist, ist ebenfalls kostenlos, wenn sie im Geltungsbereich des Abos liegt. Liegt sie in meinem Fall. Damit ist die Frage, wie man mich erreicht für die nächsten drei Monate vermutlich geklärt. Skype anschalten, kollitsch anwählen, fertig. (Die Frage ob ich abnehme ist dabei eine ganz andere :P)
Das Kleingedruckte ist relativ moderat: Man darf maximal 50 verschiedene Telefonnummern pro Tag anrufen und höchstens 6 Stunden am Tag oder 10.000 Minuten im Monat telefonieren.
An die Leser der Freien Presse
Das ist Nikki, Nummer drei ;)
Thaksin ist kein Südamerikaner und Sondhi fast tot.
Es sieht so aus , als ob die nikaraguanische Passgeschichte Thaksins ein gut gemachter Photoshopscherz ist, der weder bestätigt werden kann noch verneint wird. Sehr beruhigend und vor allem ein klares Licht auf Thaksin werfend.
Unterdessen hat man Sondhi Limthongkul (der Führer der PAD) heute morgen angeschossen — er war gewarnt worden, dass ein Attentat auf ihn geplant war und hat das ignoriert.
So löst man Probleme in Thailand: Mit Propaganda und einer AK-16.
Pass los
Nach den Songkran-Unruhen hat die Regierung unter anderem Thaksins Pass für ungültig erklärt (es steht ein Haftbefehl auf seinem Namen aus). Mit solchen Vorgängen hat er ja schon Erfahrung und so verwundert es nicht, dass er erklärt, dass er davon ausgeht, dass andere Länder (die demokratischen) ihn auch weiterhin reisen lassen. Zum Beweis reiste er gestern gleich mal von Dubai in ein nicht weiter genanntes afrikanisches Land aus .
Aber auch wenn einmal sein Pass von einem Land nicht anerkannt wird, dürfte er kein Problem haben, denn nun ist er nicaraguanischer Botschafter. Mit nicaraguanischem Pass .
…
Genau. Dachte ich auch.
Thailand? Samui!
“Was ist denn da bei euch unten wieder los” lautet der Einleitungssatz jeder zweiten privaten Email derzeit. “Bei uns” also hier auf der Insel ist nichts los. Keine Unruhen, keine politisch verwendeten roten Shirts. Aber auch keine Urlauber. Auf der anderen Seite geht es zur Zeit sowieso in Riesenschritten auf den hei?esten Monat zu. Wer will da schon in der Sonne braten.
Songkran waren so viele Thais wie seit Jahren nicht mehr aus Bangkok angereist — die meisten hatten so ihre Ahnungen über den Spa?gehalt der Feiertage in der Hauptstadt. Ein Freund smste mir, dass sie nur in der Nacht raus konnten, vorher waren die Stra?en rot.
Wie auch immer, der nächste Feiertag kommt bestimmt.
Feiertage
Thailand erlebt zur Zeit eine Schwemme an Feiertagen ;). Vergangenen Freitag wurde vom Premierminister Abhisit ein unoffizieller offizieller Feiertag eingeschoben, damit die Hauptstadt sich auf Songkran vorbereiten kann. Dann kamen die offiziellen Songkran-Feiertage Montag bis Mittwoch und nun (wiederum nach Ereignissen in der Hauptstadt) wurden noch zwei inoffizielle Feiertage bis zum Ende der Woche zum Aufräumen eingeschoben.
Wer gerne feiert, freut sich. Wer vergangenen Donnerstag eine ?berweisung aus dem Ausland mit dringend benötigtem Geld auf den Weg geschickt hat, wartet, weil offizielle Feiertage Bankfeiertage sind — die Banken also bis auf das Touristengeldgeschäft geschlossen haben.
Aus Bangkok bekomme ich Meldungen, dass die ATMs aus Sicherheitsgründen nicht wieder aufgefüllt wurden. Wie gut, dass Nudelsuppe nur zwischen 20 (Hauptstadtpreis) und 50 Baht (Inselpreis) kostet.
Sprachwitz
Sowas wie Ironie oder Sarkasmus verstehen viele Thais leider nicht. Ich habe häufiger Probleme, wenn ich genervt “macht doch was ihr wollt” sage und alle dann machen, was sie wollen.
Dafür kann man mit dem ?ndern eines einzigen Tones in Thai aus einem Kompliment einen Vergleich mit dem Gebiss eines Pferdes machen, was in bestimmten Situationen lustig sein kann.
Was ich eigentlich schreiben wollte: Im Thai gibt es eine Lösung für die meisten Probleme. Zum Beispiel ist die Frage “Was war zuerst, das Huhn oder das Ei” hier klipp und klar geregelt.
Das Huhn ist das “Wortbild” für den ersten Buchstaben im Konsonanten-Alphabet und das Ei das für den zweiten. Das Huhn kam zuerst. Punkt.
Krieg
Songkran ist in Bangkok zu einem Krieg der Roten ausgewachsen.
Wenn Abhisit und seine Demokratieplaner gedacht haben, Songkran würde die Lage entspannen, dann war das vermutlich sehr naiv. Thaksin ruft nun nahezu täglich über Videotelephone und andere Kommunikationswege an und ruft zu einem Bürgerkrieg von unten auf. Unten, das ist in Thailand der Isaan und die Ex-Mitglieder von Thai Rak Thai, Thaksins inzwischen aufgelöster Partei.
Seit dem frühen Morgen gestern gehen Soldaten gegen die Demonstranten vor. Angeblich mit Schüssen in die Luft, bei (offiziell) zwei Toten ist das aber weniger glaubwürdig. Die Demonstranten hijacken einen Tanklaster und wollen den zum Explodieren bringen, die Armee “erobert” ihn zurück.
Wenn jetzt noch einer denkt, Demokratie wäre eine funktionierende Regierungsform hier, dann muss da irgendeine STD die Sinne vernebeln.
Thaksin sitzt weiterhin in seinen “unbekannten Ort” und sprüht Benzin ins Feuer:
… ousted ex-premier Thaksin Shinawatra told CNN that the government was covering up deaths and that the soldiers had killed “many” people even though television broadcasts only showed soldiers firing into the air to disperse the mobs.
“They trapped the people. Many people died. They even took the dead bodies up on the truck and took them away,” Thaksin told CNN from an undisclosed location.
Als ob er live mittendrin wäre… Auf der anderen Seite, besser an einem unbekannten Ort als Opfer von Plan B zu sein.
Google und Songkran
Google hat auch dieses Jahr wieder ein Songkran-Doodle.
Precursor?
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Und Twitter (für die vielen ?lteren unter meinen Lesern, das ist der SMS-Dienst des Internets) ist mal wieder vorne dabei…
Au?er NBT allerdings bringen alle Sender das “normale” Programm. Auf einen Putsch warten wir nun gerade nicht. Wer sollte auch putschen? Die Roten sind doof, das wissen alle, die ohne rote Klamotten heute auf die Stra?en gingen…
… und Thaksin ist nahezu pleite. Ist das Geld alle, sind die Roten am Ende. Hofft man.
Es gibt zur Zeit weder auf der Seite politischer Parteien noch auf der Seite des Militärs den Wunsch nach grö?eren Umbrüchen. Etwas Ruhe könnte gut tun.
Mag eigentlich noch irgendwer seinen (halb)nackten bleichen Köper an einen der Strände des Landes legen?
Gerüchte des Tages
Die Gerüchte des Tages besagen, dass der Präsident des thailändischen Profigolferverbandes sich endlich wieder (wenngleich auch auf Umwegen und höchst illegal) im Land des erstarrten Lächelns aufhält. Man sucht ihn auf Koh Chang.
Vor ein paar Tagen schon kamen Gerüchte auf, dass er in Cambodscha oder Myanmar (Birma, Burma oder wie man das Land gerade wieder einmal nennt) ist. Andererseits besagen andere Gerüchte, dass er seine Finger in politischen Unruhen der jeweiligen Länder hat, so dass die entsprechenden Oberhäupter ihm höchst ungern Aufenthalt genie?en lassen würden.
Nun also Koh Chang. Seine Familienmitglieder hat er zur Sicherheit vergangene Woche ausfliegen lassen (mit medialem Pomp von einer (örtlich gesehen) zurückgebliebenen Schwester dementiert).
Werden die Golfer Thailands endlich wieder mit einem präsenten Präsidenten ihre Bällchen befummeln? Wird der Golfpräsident das Land aus der vom Golfpräsidenten geschaffenen Misere bringen? Wir werden es sehen. Die neue Staffel unserer Soapopera startet gerade erst. Was bin ich froh, dass ich mein Visum gerade erst für ein weiteres Jahr verlängern durfte.
PS: Warum haben Dementia und Dementi eigentlich den gleichen Wortstamm?
Demokratie Thaistyle
Nach Pattaya gestern wurde heute in Bangkok und 5 weiteren Provinzen der Ausnahmezustand ausgerufen.
Photos kann man bei Twitpic (1 , 2 ) und den üblichen Newsquellen ansehen…
Morgen dann Stra?enschlachten (auch hier auf Samui). Hoffentlich mit Wasser, denn Songkran, das thailändische Neujahr, steht an. Ich freue mich (nicht) sehr auf den Weg ins Office.
Thailändische Farbenlehre
Dass man mit der Vorliebe für eine Farbe hier in Thailand immer eine politische Meinung hat, habe ich häufiger anmerken lassen. Gestern gab es wieder eines der Beispiele dafür: In Pattaya bekäpften sich “Rote” und “Blaue” T-Shirts.
Die Roten wollen Ex-Premier Thaksin wieder haben und den aktuellen Premierminister verscheuchen. Die Blauen sind neu, aber anscheinend gegen die Roten.
Beide Parteien (also farblich gesehen) lieferten sich Schlachten vor dem Ressort in Pattaya, wo der ASEAN Summit (so eine Art EU für asiatische Staaten) zusammen treffen wollte. Nachdem der bereits mehrfach verschoben wurde, wurde er nun wieder verschoben und die Staatsoberhäupter in Hubschraubern ausgeflogen.
So hält man sein Image aufrecht.
Gelb (seltsam still derzeit), Rot und Blau sind also vergeben. Dann gibt es noch das Video einer thailändischen Luk Thung Sängerin, in der sich pinke Shirts in Bangkoks Stra?en Schlachten liefern.
Ich bearbeite meine thailändischen Freunde bereits seit geraumer Zeit, grüne und schwarze Gruppierungen zu bilden, auf dass man diese Farben tragen kann ohne den Geruch politischer Fehlgeleitetheit zu verströmen.
Designstudie
Damit mir niemand nachsagen kann, ich hätte nicht am neuen Websitedesing gearbeitet.
Raus und rein
Neuigkeiten aus dem Soapoperagewerbe: Die Familie des Profigolfpräsidenten hat heute Nacht auf verschiedenen Wegen das Land verlassen. Und endlich nimmt auch Pojaman, Ex-Frau Thaksins, wieder am Geschehen teil.
Seine Anhänger hingegen, erkennbar durch blutrote Farben, demonstrieren in Bangkok vor sich hin. 100.000 Menschen haben sich vor der Villa von Prem Tinsulandnonda, der wiederum den letzten Putsch dirigiert haben soll, versammelt.
Die Onlinezeitungen machen auf “Tag der Entscheidung” und ganz Fatale rechnen schon mit dem nächsten Putsch noch vor Songkran. Ich befürchte nur, das wird nichts werden…
2022 Tsunami
Im Jahr 2022 löscht ein Tsunami Bangkok aus (wenn es bis dahin nicht schon das Schicksal Atlantis’ teilt). Zumindest im Film “2022 Tsunami”, dessen Trailer zur Zeit das thailändische Internet überflutet. Es soll sich dabei wohl um einen Film a la “The day after Tomorrow” handeln.
Den Trailer kann man bei Bangkok1080.asia sehen (das erste Mal, dass ich eine .asia-Domain in der freien Wildbahn sehe).
So ein Buddha sieht viel besser aus den Wassermassen auftauchend aus als die Freiheitsstatue…
Parlamentarisches Desaster
Das Parlament Thailands hat immer viel zu tun um das Land in eine bessere Zukunft zu führen und hatte neulich eine erregte halbstündige erregte Diskussion darüber, ob ein bestimmtes Wort nun unhöflich im täglichen Debattengebrauch sei. Es ging um “chip hai”, was soviel wie “Desaster” bedeutet und ein eher umgangssprachliches Wort ist. (Im Bild oben ist chip hai das Wort ohne ?bersetzung in der Mitte ;)
Am Ende wurde dann (zwar ohne demokratische Abstimmung aber nichtsdestotrotz wirksam) durch den Haussprecher festgelegt, dass chip hai nicht Vulgärthai ist.
Man darf also ungestraft Sachen wie bspw. “Thaksin ben chip hai mueang thai” sagen. Zumindest in Hinsicht auf die Sprachwahl.
Wenn das Parlament nicht gerade Wortwahl betreibt, dann wählt es sich neu, löst sich auf oder verteilt (einmalig) 2000 Baht an jeden Thai der weniger als 12000 Baht (weniger als 300 Euro) im Monat verdient.
April April
In Thailand ist die “Tradition”, am 1. April Scherze zu machen nicht bekannt. Sehr schön wie ich finde. Schade nur, dass das Internet (noch) nicht auf Thailand beschränkt ist.
Es regnet
So ein Regen ist eine gute Gelegenheit, mal wieder auf der Terasse rumzuwischen. Andererseits ist es nass. Sehr nass. Irgendwie hatte ich den April April immer als Monat im Hinterkopf, in dem wir so langsam auf die heissesten Tage des Jahres im Mai zu gehen und trocken bleiben.
Dann eben nicht.
Ebensogut können wir ja mal wieder einen Eintrag in diese ehrenwerte Publikation setzen und die Reaktionen des Publikums erwarten. Ich habe nämlich Leser. Das merkt man nicht an den Kommentaren hier im Blog, sondern an Emails, Telefonaten und Chatanfragen, warum denn “in deinem Blog oder wie du diese Webseite da nennst” nicht mehr geschrieben wird.
Nun: Ein Blog, das haben weise Berliner damals, 1997, als wir mit dem Bloggen anfingen, festgelegt, zeichnet sich durch regelmä?ige Einträge (Touche), Kommentare (Ha! Da!) und einen Feed (das kam später dazu, gibt es hier aber schon immer) aus. Sorgt ihr also mal für die Kommentare hier im “Blog”, dann schreibe ich auch wieder regelmä?ig(er).
Und damit meine ich Dich.
Was haben wir also in den an Einträgen armen ersten Monaten des Jahres verpasst?
Thailändische Farbenlehre: Manch einer nennt es Politik. Die Roten demonstrieren, die Gelben regieren. Zur Zeit. Manchmal demonstrieren die Gelben auch, dann sind deren Führer aber nicht mehr Gelb sondern “zivil”.
Den Flughafen wird wohl niemand der Demonstrierenden jemals wieder blockieren, die Roten haben es versprochen, denn jetzt bekommen die Leute (sowohl Demonstranten als auch Regierende) die Auswirkungen (Arbeitslosigkeit und leere Hotels) zu spüren.
Dumm gelaufen, aber man musste ja mal zeigen, dass man ernsthaft an der, ehm, demokratischen, ehm, Entwicklung des Vaterlandes interessiert ist.
Thaksin: Thaksin Shinawatra, für die weniger regelmä?ig mitlesenden Nicht-Thais, war einmal Premierminister Thailands. Das ist nichts Besonderes denn wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe, dann gab es 2008 4 verschiedene Premierminister in diesem Land (und das nicht gleichzeitig). Dann ist er noch der Präsident vom Golfverband. Und Flüchtling, denn er ist in einigen Verfahren der Angeklagte. Und diese Verfahren sind natürlich total gemein und unrechtmä?ig, weshalb er jetzt nahezu täglich Phone-Ins und Videoansprachen hält.
Bisher hat er in derartigen Reden immer nur gesagt, dass er die “mächtig einflussreiche Person die hinter dem Putsch steht und ihm schaden wollte” als “mächtig einflussreiche Person die hinter dem Putsch steht und ihm schaden wollte” bezeichnet und angedroht, dass, wenn man nicht fürchterlich lieb zu ihm ist, er dessen Namen, der mit P beginnt öffentlich nennen wird.
Als man ihn ignorierte und auslachte nannte er dann endlich Namen, die allerdings alle mit S begannen. Das sorgte nur kurz für Irritation, weil er dann trotzdem noch von der “mächtig einflussreichen Person die hinter dem Putsch steht und ihm schaden wollte” mit dem P am Anfang des Namens sprach. Die Namen mit den S’sen waren nur Warnschüsse und der mit dem P sollte das mal als Warnung ansehen. Kann ihm genau so gehen…
Vergangene Woche dann rückte er endlich zwangs anhaltender Ignoranz mit der Sprache raus und sagte Prem Tinsulanonda, der Vorsitzende des Geheimrats des Königs, wäre die “mächtig einflussreiche Person die … ihr wisst schon”. Das wiederum wussten alle schon lange, mal ganz abgesehen davon, dass der Geheimrat des Königs sich nicht an Putschen beteiligt auch wenn er sich an Putschen beteiligt.
Jetzt droht er damit, seine Staatsbürgerschaft abzulegen (Antwort des Au?enministers: Sag Bescheid wo ich deinen Pass abholen kann).
Ich bin verdammt gespannt wie diese Soap-Opera weiter geht. Irgendwie wird seit seiner Scheidung die Rolle seiner “besseren Hälfte” nicht befriedigend ausgefüllt. Man munkelt aber, die sei nur aus dramaturgischen Gründen in die Dunkelheit entschwunden.
Wir werden ja sehen.
Das Poolhaus: Das Haus in dem wir gerade leben ist ganz nett. Es gibt einen Pool der Abends romantisch beleuchtet wird. Es gibt nette Nachbarn, mit denen man reden und socializen muss. Es regnet nicht rein und der Strom ist im Preis inbegriffen (was sich nicht unbedeutend auf die Klimaanlagen- und Fernsehnutzung auswirkt) und relativ stabil.
Es hat kein Internet. Damn it. Beim Einzug sagte der Hausbesitzer “have Wifi”. Wifi hat es. Dummerweise nur ist das Netzwerk falsch konfiguriert und er hat keine Ahnung. Ahnung hat “the engineer” der (wie ich inzwischen herausgefunden zu haben glaube) weiblich und seine Geliebte ist. Die verlegen andere Kabel.
Neuerdings sagt mein Wifi beim Einschalten immer, dass meine IP schon vergeben ist.
Jedenfalls befinde ich mich wieder auf moderater Haussuche — nur nichts überstürzen. Internet muss da sein (wird diesmal vorher eruiert). Genügend Auslauf, Liegefläche und Strassenferne wird hundeseits benötigt. Und es sollte in einer Thaiumgebung liegen. Ich bin etwas müde von den deutschen Touristen der vergangenen Wochen. Dazu später mal was ;)
Irgendwie lerne ich bei der Häusersuche nicht wirklich. Das erste Haus war nett, aber zu weit draussen und ideales Angriffsziel für Leute, die mir halfen, Sachen zu verlieren. Das zweite Haus war nett, es gab aber nur Sexdauertouristen als Nachbarn, die dann, wenn sie ihre Frauen in den Wind geschossen haben, Besuch von deren Verwandten bekamen und lautstart die Nacht ruinierten — durchaus auch mal unter der Verwendung von Schusswaffen und Fensterscheiben.
Das dritte Haus war gut. Nur hat man dort gemeint, der Farang kann den Strom der gesamten Nachbarschaft mitbezahlen und ständig irgendwie die Miete erhöht. Das vierte Haus war perfect. Im Dschungel. Mit Garten und Internet. Nur war Strom dort Mangelware, besonders dann, wenn man ihn brauchte. Das fünfte Haus war auch sehr nett, hatte Internet und Strom. Auszuggründe werden in meinen Memoiren mal offenbart. Und das jetzt wird auch nicht das letzte Haus sein. Naja…
Die Kunst: Mir ist nicht so ganz klar, was mit Samui? Samui! passieren soll. Man muss sich ja entwickeln. Marketingmix. Monetizing. $NochEinSchlagwort$. Alles kann man ja auch nicht schreiben und ueber die Jahre schiesse ich nicht mehr so schnell. Da bleiben dann ganz tolle Einträge liegen bis sie nicht mehr aktuell sind und andere liegen auf der “Lass mal erst das neue Design fertig machen”-Halde. Am neuen Design arbeite ich seit Mai vergangenen Jahres.
Tja.
Wie auch immer.
Themen hätte ich viele.
Ich habe wieder einmal begonnen, Thai zu lernen. Also nicht das Reden und Verstehen, was viele Farangs hier stolz mit den Bardamen praktizieren sondern das mit Schreiben, Lesen und grundsätzlichen Verstehen.
Da gibt es so viele schöne kleine Details in dieser Sprache: man nehme nur mal bspw. narak. Das heisst “adorable” (en) oder “süss” (de). Eigentlich heisst es liebenswert. Denn das NA am Anfang des Wortes ist eine Erweiterung, die man an alle Verben setzen kann, um sie mit -able (en) oder -wert (de) zu erweitern. Ich habe das eines schönen Tages plötzlich kapiert (es fällt auf, wenn man ein paar gleich aufgebaute Worte findet und verwende es seither experimentell. Nagin fuer “essbar”. Das Wort scheint es nicht zu geben, wird aber trotzdem wegen des Systems verstanden.
Beim Lesen und Schreiben ist es schon komplizierter. Ich kann Thaiworte aus den Zeitungen in Silben trennen (es gibt keine Leer- oder Satzzeichen im Thai) und erkenne die meisten A-Vokale.
Ich sollte ein Buch über Thai schreiben.
Egal.
Seit gestern habe ich eine Videokamera (ich soll Camcorder dazu sagen, wurde mir mitgeteilt). Der erste Film ist nicht publikumsfrei, aber ich werde die Hunde mal verfilmen. Das nur am Rande ;)
Das Privatleben ist auch eine Soapopera. Um das hier alles niederzuschreiben müssten die Teilnehmer aber erst einmal vollumfänglich informiert werden.
Ich sollte ein Buch über mein Leben schreiben.
Es regnet.
?brigens sagen mir neuerdings immer mehr Leute, ich wäre ausgewandert. Interessant. So habe ich das nie gesehen. Nach 4.25 Jahren im Land des gezwungenen Lächelns kann ich das aber nicht mehr ganz von der Hand weisen.
Ein bisschen leid tut mir ja, dass ich damals noch keine Videokamera hatte. Man haette da so eine schöne Dokumentarreihe draus machen koennen. Mit Vorbereitung, “Zweifel”, schnell noch die CDs als MP3 aufs Notebook laden, dann hin, Hitze, Geckos, Einbrüche, Morde, Aufstieg, Fall und dann so ein Open End Ende… Cliffhanger. Wie geht es weiter?
Ich sollte ein Buch über Aussteiger und -wanderer schreiben.
Das Hauptproblem bei Allem ist ja, dass Samui? Samui themenmä?ig auf Samui festgelegt ist. Mein Leben in Chiang Mai unter einem Samui-Titel wäre sicherlich erklärenswürdig. Auf der anderen Seite ist eines der vielen Features das man mit meinen Diensten einkaufen kann der komplette Umzug von Inhalten einer Domain zu einer anderen mit Wiederherstellung (oder Verbesserung) des bisherigen Rankings in den Suchmaschinen.
Egal. Spekulation.
Es regnet immer noch.
Werter Leser, danke dass Sie bis hier gelesen haben. Ich will ja Ende des Jahres einen Kalender fuer 2010 (oder 2553 wie wir Thais das Jahr gerne nennen wollen) mit Bildern aus Samui heraus geben. Interesse? Ich glaube, mit einer gewissen Anzahl an Vorbestellungen wäre die Motivation viel höher, die Produktion voranzutreiben. Ich rede hier von einem Kalender zum an die Wand Nageln.
Hier noch ein Bild das mich, allerdings vor ein paar Tagen, zeigt. Heute seh ich schon wieder ganz anders aus. Ein alter Bart.
Feuer und Smog
Beim Earth Observatory kann man sehr deutliche Bilder vom letzten ?berflug des NASA Sateliten Aqua über Südostasien sehen. Wie jedes Jahr gibt es Unmengen an Wald- und “natürlich herbeigeführten” Bränden im Norden Thailands, in Myanmar und Laos.
Ergebnis ist eine dichte Smogdecke im Norden .
Peter Alexanders Tochter auf Samuis Stra?en verstorben
Peter Alexanders Tochter Susanne Neumayer-Haindinger ist am Wochenende bei einem Unfall ums Leben gekommen . Ihr Mann kam in einer Kurve hinter Nathon in einer Kurve von der Stra?e ab und sie überschlugen sich.
Unfälle sind auf den vorzüglich ausgestatteten Stra?en Samuis kein seltener Fall, berichtet wird nur wenig darüber.
Und was lernen wir aus dieser Geschichte? Schlagersänger hei?t “crooner” auf Englisch (und Anschnallen kann auch auf Urlaubsinseln lebensrettend sein).
Deutscher zündet Telefonbuden und Geldautomaten an
Ein 64jähriger ehemaliger deutscher Militär-Ingenieur wurde in Bangkok festgenommen , weil er 11 Telephon-Häuschen in Brand gesetzt, da er seine Freunde in Deutschland nicht erreichen konnte. Dann hat er noch ein paar Geldautomaten angezündet, weil er kein Geld mehr hatte und einige Buswartehäuschen und Werbeplakate, weil die dort lebenden Obdachlosen ihn nicht übernachten lie?en.
Für so ein Verhalten dürfe es medizinische Fachbegriffe geben. Jetzt darf er erst einmal in feuerfesten überfüllten Zellen übernachten.
Die gute Nachricht:
Mr Becker was not involved with any foreign terrorist network.
Seine ganz persönliche Thailand-Geschichte ist in zwei Sätzen erzählt:
Mr Becker, 64, said he entered Thailand on Oct 5 last year. He met a Thai woman in Pattaya and she left him financially destitute.
Die Frau hat er noch nicht angezündet…
The Star 5
“Deutschland sucht den Super Star” hei?t in Thailand “The Star” und ist ungefähr genau so uninszeniert wie die ganzen Originalkopien des Konzepts.
Auch in Thailand gibt es drei Juroren, zwei Männer und, ehm, eine Frau. Einer der Männer ist dabei der Böse und die Frau ist (thailandtypisch) ein Mann, was man spätestens merkt, wenn sie den Mund auf macht.
Dann gibt es je vier vorausgewählte Jungs und Mädchen.
Zu dumm nur, dass in der aktuell begonnenen fünften Staffel alle vier Jungs zwar die jeweiligen Zielgruppen bedienen (ein Rasta, ein Chinese, ein Schönling und ein Rocker), aber nicht singen können (als Maßstab verwendet der Autor hier die Abweichung von mindestens einem Viertelton vom angesteuerten Wunschton). Bei den Girls gibt es drei Langhaare und einen Tomboy, dessen Name in meinem vergangenes Wochenende versiegelten “ich habe es vorher schon gewusst”-Briefumschlag steht.
Zwei der Mädels sehen zwar gut genug aus, um später einmal eine Karriere in einer Soapopera oder gar im Newsroom von Nation TV zu machen, können aber ebenfalls nicht singen.
Und die dritte, nun, die hat man vergangenes Wochenende mit ein bisschen “Hey, ihr müsst in zwei Stunden vor der Presse singen und klingt echt Scheisse” so zum Heulen gebracht, dass kein Produzent dieser Welt die drei Newcomer-Alben mit ihr produzieren würde.
Ich wei? schon, womit ich meine nächsten Wochenenden verbringen werde…
Manchester City quit Thailand
Tja, ohne ehemaligen Premierminister Thailands im Board of Directors (wie voraus schauend mehrwertdeutig) hat auch der britische Fussballclub Manchester City kein Interesse mehr am “Thailand-Geschäft”.
Manchester City has closed down its Thailand operations following former owner and ex-Prime Minister Thaksin Shinawatra’s sale of the club, ending ambitious plans of becoming “Asia’s Premier League team.”
Interesse am Fanartikelshop des Clubs gab es sowieso nicht und ganzen Bemühungen, das Volk für den Fussball zu begeistern hatte von Beginn an den Beigeschmack von Brot und Spielen.
Gratis Touristenvisum
Nach einigen Monaten der Gerüchte und Verbalprofilierung wurde endlich der Vorschlag des Premierministers vom Parlament abgesegnet, das Touristenvisum zur Ankurbelung des Tourismusses ohne Kosten zu erteilen:
Continuing its efforts to expedite the revival of the Thai travel and tourism industry, the Royal Thai government has agreed to exempt the fee for tourist visa applications for a three month period, effective 5 March, 2009 to 4 June, 2009.
Wer also in der Zeit bis zum 4. Juni sein Touristenvisum beantragt, spart ganze 1.200 Baht. Oder um die 20 Euro. Dazu muss man zu einem thailändischen Generalkonsulat oder einer Thai-Botschaft gehen, Honorarkonsulate werden wohl weiterhin Gebühren erwarten.
Das ist doch mal was, für 20 Euro weniger ins Land des mehrdeutigen Lächelns.
Google Maps Thailand
Google Maps gibt es nun auch in einem Thai sprechenden Interface. Unter http://maps.google.co.th kann man sich Thailand ansehen. Samui hingegen ist immer noch bewölkt und sieht aus wie ein Patchworkteppich .
Neues von den Hunden
Nach nun fast 20 Wochen mit den Babies werden es immer weniger Hunde im Haus und wir sind bei erträglichen drei Hunden, Pokki, Soosie und Nikki, angelangt.
Vergangenen Samstag haben wir Lindsay weg gegeben. Soosie war sehr traurig und hat ein paar Stunden in allen Ecken nach ihr gesucht. Pokki hat das Ganze gelassen weg gesteckt und konzentriert sich seither auf Nikki. Lindsay war seine Spielgefährtin, Nikki die Soosies.
Nikki wiederum hat aufgehört Nachts zu bellen (sie spielte ganze Nächte mit Lindsay Ohrenbei?en) und der Putzbedarf im Haus ist auf 1/4 gesunken. Ich habe bei Lindsays neuer Familie noch nicht gefragt, wie der Fussboden dort aussieht, hehe.
Seit ein paar Wochen sind wir auch wieder im Teufelskreis der Impfungen gelandet. Aller zwei Wochen darf ich mit den Babies (nun nur noch eins) zum Spritzen fahren und ein paar Hundert Baht abdrücken. Mir wäre es lieber, das einmal im Halbjahr oder noch seltener abzuhalten, aber als Monopolist auf der Insel will der Hundedoktor ja auch noch ein bisschen Geld machen. (Veterinäre mit Geld und Lust auf ein Business in Thailand mögen sich bitte bei mir melden. Ich stehe gerne mit Testobjekten und Infos zur Existenzgründung in Thailand zur Verfügung. Ich betone Veterinäre.)
Wie auch immer: nun sinds nur noch drei Hunde und alle drei haben kapiert, dass jeder, der in meine Küche pinkelt fliegt.
Künstlertag
Google weiss immer Bescheid, und daher ist heute “Tag der oder des Künstlers” in Thailand. Andere relativ wichtigere Feiertage werden hingegen nicht mit Doodle (einem angepassten Google-Logo für einen Tag) gewürdigt.
Mein Nachbar David
Mein Nachbar David (Beckham, so ein Fussballer, der seit einer Weile ein Haus auf Ko Samui aber anscheinend noch nie darin gelebt hat) hat Probleme mit den lokalen Mönchen, weil er in sein neues Haus eine Moskitokilleranstalt eingebaut hat.
Sagt eine “Quelle”:
“The Beckhams were very keen to keep the mosquitoes out because they can carry disease, as well as being annoying.”
“But the last thing they want to do is annoy the locals, especially the monks who’ve been here hundreds of years, so they’ve got a real dilemma now.”
Genau. Moskitos können verschiedene Krankheiten übertragen und das hochfrequente Surren am Ohr ist verdammt nervig, wenn man schlafen will. Andererseits gibt es auch Unmengen an probaten Mitteln, um die Mistviecher weg zu schicken.
Was nicht stimmt ist, dass die Mönchen hier schon hunderte von Jahren leben — Samui wurde vor gut 125 Jahren besiedelt. Aber was macht man nicht für ein bisschen Publicity…
Beckhams vs. Thais: 0:1
Visarun
In der nächsten Woche darf ich wieder einmal auf Visarun gehen. Diese nützliche Erfindung der Thais, um den Farangs im Lande deutlich zu machen, dass sie nur solange im Lande gedulded sind, wie sie Geld ins Land mit bringen.
Man fährt in gut abgefederten Minibussen an die Grenze, schläft kurz in einem Hotel in einer der Provinzen, von denen man nur hört, wenn Muslims oder Bhuddisten die Köpfe abgeschlagen oder Teehäuser zerbombt werden, springt über die Grenze, füllt ein paar Formulare in einem Malaysischen Thaikonsulat aus, lässt ein paar Passphotos und Unterlagen zurück, verbringt ein paar Stunden in einem klimaanlagengekühlten Einkaufszentrum und holt sich dann sein Visum ab — rechtliche Grundlage für so vieles in den kommenden 15 Monaten.
Das letzte Mal war ich während des Ramadans dort, was die Ernährungssituation etwas verkomplizierte. Diesmal kann ich wenigstens die Malaysische Küche tasten.
Makha Bucha Day
Es ist mal wieder Makha Bucha Day am Montag und es gibt nicht viel mehr dazu zu sagen als in den <txp:permlink id=“641”>vergangenen <txp:permlink id=“84”>Jahren.
Thaksin Thaksin!
Thaksin Shinawatra, frischgebackener Single, Präsident des Profigolferverbandes Thailands und stets viraler Liebhaber aller Thais, hat mal wieder ein Phone-In (englische Wortneuschöpfung der Thais für einen Telephonanruf mit jubelnden Anhängern in (je nach Sättigungsgrad) gefüllte Stadien und (eben auch hin und wieder nur) Sportplätze hinein) gehalten. Das ist ein Ereignis, was in letzter Zeit nicht mehr so unhäufig geschieht und daher eine gewisse Sättigung an Informationen enthält.
Im Prinzip erklärt er immer wieder, dass die Thailändische Justiz ihm übel mitgespielt hat, er sein Geld zurück will, Thailand liebt und so weiter und so fort.
Dieses Wochenende allerdings hat er relativ unbeobachtet folgendes abgesondert :
I would like to tell the people that I’ll be ready to return to the post of prime minister again if the people are also ready.
Er will also zurück. Das wäre dann endlich mal ein Premierminister, mit dem die Hälfte der Thais zufrieden ist.
Dass nun plötzlich jede Menge rotbetuchter Demonstranten mobilisiert werden können und Bangkok wieder bedemonstriert wird, hängt mit derartigen ?usserungen natürlich nicht im Geringsten zusammen.
Hin Da Hin Yai
Wo man die Touristen hinbringt die ausser dem Nacht- noch etwas anderes erleben wollen muss ich mir jedes Mal wieder aufs Neue überlegen.
Es gibt ein paar “Viewpoints”, von denen aus man aufs Meer starren kann, Wasserfälle (die regelmä?ig zu rückversichernden Anrufen à la “wir sind jetzt am Wasser, muss man den Wasserfall irgendwo sehen” führen) und Hin Da Hin Yai, Gro?vater- und Gro?mutter-Steine, oben abgebildet.
Entertainment pur.
Cornered
Gurkencola
Im 7eleven gibt es seit ein paar Tagen grüne Pepsi. Die Flasche sieht von ferne aus wie Sprite, wenn man näher kommt, sieht man aber, dass die Flüssigkeit und nicht die Flasche grün ist. Das Ganze soll wohl Cola sein, der Geschmack erinnert wohltuend an DDR-Schaumbad mit viel Zucker (Zucker zusätzlich zum Schaumbad).
Das Internet in Thailand ist abuzz wie wir Multilingualisten das gerne nennen: Laut Flasche soll man auf pepsithai.com Informationen zur Cola lesen können, kann man aber nicht (mal ganz abgesehen von den Zeichensatzproblemen dort).
Unbestätigten Gerüchten zufolge handelt es sich um Pepsi Ice mit dem Geschmack von Kiwi und Gurke. Wenn man das weiss, kann man sich sogar vorstellen, dass das Gurke ist, was da leicht nach Fichtennadel riecht. Auf der anderen Seite: wir haben schon ganz andere Sachen getrunken und gegessen ;)
Kurz geschnittenes
- Es sieht so aus als ob es bei Starbucks gar keinen Mocchachino gibt. Ich bestelle den immer und bekomme jedes Mal etwas anderes Kakaoartiges vor die Nase gestellt. Das ging neulich so weit, dass nicht mal Koffein drinnen war, dafür aber eine dicke Sahnehaube — ich erinnere mich deutlich die Frage nach “Extra Whip” mit No thanks beantwortet zu haben. Nun also bin ich der Theorie verfallen, dass das mit dem Moccachino vielleicht eine andere Koffein-Kette war.
- Internet im Poolhause wird immer schlimmer. Nun kann ich gerade noch Skype laufen lassen, Webseiten kann man gar nicht mehr abrufen. Die kleinen Datenpakete landen immer irgendwo ganz anders. Da der “all inclusive” Preis des Hauses damit etwas zu ex-klusiv ist, sehe ich mich gemütlich nach einem neuen Heim um. Mit Internet. Echtem. Vorher getestetem.
- Die Babyhunde sind zu gross, um noch irgendwie gewinn- oder freudenbringend abgegeben zu werden. Oh Schreck. Nun hab ich eine Hundegrossfamilie. Doppelte Gassiarbeit (ich gehe immer mit je zwei Hunden), zehnfache Putzarbeit (die Babies pflegen direkt nach dem Gassigang noch eine Pfütze im Haus zu setzen. Und die Frauen sind auch nicht mehr so an Farangs mit Babyhunden interessiert wie sie es vor drei Jahren waren. Nichts ist mehr wie es war…
- Habe mich entschieden, die aktuelle Premiership nicht in die Berichterstattung einfliessen zu lassen. Die Meisten denken eh, dass die Regierung legitim ist. Tja. Gewählt, also mit Stimmen aus dem Volke, hätte man ihn nicht. Das ist in etwa so, als ob Joschka Fischer Kanzler wäre. Nett, aber irgenwie nur mit fragwürdigen Mitteln erreichbar. Die nächste Neuwahl (Putsch auch) kommt bestimmt.
- Winterschlaf ist vorbei. War ganz nett, aber irgendwie langweilig. Interessant nur war, wieviele Newsletterabonnenten sich beschwerten, dass das mit den Mails nicht funktioniert. Scheinen ja doch ein paar Leute mit zu lesen. Werde mich bemühen, nicht allzuviel Schreibfehler zu machen.
- Hab kurz überlegt und den Gedanken dann wieder fallen gelassen, so wie jedes Jahr aufs Neue, lange und gedankenvolle Einträge zum Verbleib auf dieser Insel zu verfassen: Nun sitz ich seit vier Jahren auf der Insel. Hab ich was gelernt? (Stellen Sie sich an dieser Stelle ein vieldeutiges Grinsen mit einem leicht geschlossenen und einem weit augerissenen Auge vor.) Bin ich ein besserer Mensch geworden? (Stellen Sie sich ein eifriges voll überzeugtes heftiges wiederholtes Zucken meines Kopfes in eine Richtung Ihrer Wahl vor.) Und Samui? Eine Hassliebe. Also auf ins fünfte Jahr.
- Braucht jemand auf Samui einen oder zwei kleine sü?e Shih Tzu Damen niedrigen Alters (14 Wochen)? Sauber (hihi), lieb (nachdem die mir neulich die Beine vor Freude zerkratzt haben, wurden die Zehennägel dramatisch gekürzt) und sehr sehr wissenshungrig (meine Thaiwörterbuchsammlung ist an allen Ecken angeknabbert). Wir hei?en Nikki (hört aber nur auf Baby) und Lindsay (hie? mal Number One, Hey! und Shirley und hört nur auf Litschi) und werden sonst an die Nachbarshunde verfüttert (dramatische ?bertreibung. Werd mich beim Abgeben wohl so mies fühlen wie bei Number Two, der es jetzt auch viel besser geht. Irgendwo anders).
Auf ein Neues
Willkommen im Jahr des Büffels. Wir feiern heute das dritte Neujahr des Jahres. Nach dem gregorianischen und dem muslimischen Neujahr gibt es das Chinesische Neujahr zu feiern. Da viele Thais ihre Wurzeln in China haben, steht das Leben ein wenig still und man feiert.
In diesem Sinne: ?年快乐 恭???财
Hasstelephonate
Unser Premierminister (für alle diejenigen, die nicht wissen, wer das ist, Abhisit Vejjajiva, man kann ja mal die Übersicht verlieren bei soviel hin und her) bekommt um die 100 Hassanrufe pro Tag auf sein privates Mobiltelephon. Am Anfang hat er die alle noch selbst angenommen, inzwischen beschäftigt er sich ja bekanntermaßen mit der Rettung des Landes, also nimmt die Anrufe nun sein Sekretär entgegen.
Man erklärt den Anrufern dann, warum er gewählt wurde. Also vom Parlament, nicht vom Volk, aber das ist ja erst mal irrelevant, denn Wahl ist Wahl.
Die Telefonnummer wurde übrigens von der Radiostation der Taxifahrer (hihi) unters Volk gebracht. Die Taxifahrer sind bekanntermaßen für Thaksin (der war früher mal Premierminister).
Geister im Santika
Nur wenige Sekunden des neuen Jahres waren vergangen, da stand ein “Pub” (je nach Medienbericht ist es mal ein Pub oder ein Club) in Bangkok in Flammen. Es gab vier Ausgänge, einer davon war den Besuchern bekannt. Es war eine kleine Tür. Die Toiletten hatten nur eine kleine Treppe als Zugang, da kam keiner lebend raus. Im Pub selbst gab es jede Menge brennbarer Materialien, so dass nach wenigen Minuten das gesamte dreistöckige Gebäude in Flammen stand. Die Bilanz bisher: 62 Tote.
Nun suchen die Schaulustigen nach Geistern , die Polizei nach Angehörigen von unidentifizierten Toten, um die 20 Menschen schweben noch in Lebensgefahr.
Zynisch an der ganzen Sache ist, dass die Nacht die Abschiedsparty des Clubs gefeiert wurde, der an einen anderen Ort umziehen wollte. Zynisch auch, dass der Club nur offen war, weil dessen Besitzer eine einstweilige Verfügung erzielten, als 2004 die Polizei die ?ffnung nicht gestatten wollte, weil der Club nicht den Sicherheitsrichtlinien stand hielt.
Glücklicherweise sind nächstes Wochenende Gouverneurswahlen in Bangkok und so reden alle davon, wie sicher man die Clubszene nun machen will. Und Bangkok sauber.
Sicher.
Und so geht es weiter…
Willkommen im Jahre 2552. Buddhistischer Zeitrechnung natürlich. Es wurde auch Zeit, das alte Jahr hat genug Schaden angerichtet. Jetzt kann es eigentlich nur noch besser werden. Man liest sich…
Merry Merry!
FAQ: Gibt es das Weihnachtsfest in Thailand?
Eine der Fragen, die ich mir in letzter Zeit häfiger stellen lassen musste war, ob es denn das Weihnachtsfest in Thailand gäbe.
Ja und Nein.
Das Fest selbst ist kein thailändisches Fest und schon gar nicht buddhistisches Fest. Man feiert hier als Ausgleich ungefähr dreimal Neujahr. Fachwissen über das “Festival“ ist auch relativ schwach gesät. Ich musste mir gestern tatsächlich erklären lassen, dass “das Christkind“ die Geschenke bringt. Klasse. Warum dann überall Weihnachtsmänner rum stehen, konnte mir niemand erklären.
Jedenfalls sind die Thais recht gut im Adaptieren fremder Feste und feiern Weihnachten mit und für die Farangs und Touristen. In den Ressorts und im Tesko stehen Weihnachtsbäume und seit kurz nach des Königs Geburtstag schallten auch die Weihnachtlieder aus allen Lautsprechern (davon gibt es recht viele hier).
Damit kann jeder Tourist, der zu Hause noch gross rumprotzt, er würde dem Weihnachtstress entfliehen, hier unter mit Glitzerfirlefanz geschmückten Palmen Weihnachten begehen, wahlweise mit den Lieben oder Liebenden im Arm.
Übrigens: Das will ich schon seit langem erzählen – dass die Thais für die Farangs hier Weihnachten feiern führt zu der absurden Situation, dass ich einen schwulen Muslim kenne, der heute abend auf der Ressortweihnachtfeier eines etwas teureren Etablisements christliche Weihnachtslieder singt. Für die Touristen. Mit Weihnachtsmütze auf dem Kopf. Wahre Nächstenliebe. “Schinken bönns, schinken bönns“ und “Schoy to se word, se lord is kamm“.
In diesem Sinne: frohes Fest. Esst nicht zu viel.
Als die Erde bebte
Man sagt, hier hätte grade (vor einer Stunde) die Erde gebebt. Bildzeitungen weltweit werden morgen “Weihnachtsgeschenk! Die Flut blieb aus!” titeln und vier Jahre alte Bilder auf die ersten Seiten packen.
Gemerkt haben wir nichts, es fühlte sich nur kurz so an als ob ich mal wieder körpervolumenbedingt zu wenig gegessen hätte, was ja nicht selten ist in diesen Tagen…
Streng geheim
Bei Factthai kann man eine (streng geheime) Liste der vom ICT (Ministerium für Information und Kommunikation) Thailands verbotenen Websiten ansehen.
Es fällt auf, dass da grö?tenteils Videos in der Liste enthalten sind.
Interessant ist Mashable.com, “das” damals als Youtube komplett geblockt war mit dümmlichen Falschinformationen und ?bertreibungen auch nun noch in der Liste auftaucht.
Auf die Idee, nach der Liste zu suchen bin ich nur gekommen, weil ich bei mashable.com einen Artikel lesen wollte, aber irgend ein technischer Fachmann beim Internet von 12call die gesamte Website geblockt hat.
FactThai gibt übrigens auch eine CD namens Beat the censors! heraus. Wenn ich mich recht entsinne, gibt es seit einiger Zeit ein Gesetz, welches das Blocken von Websites entweder verbietet oder “unnötig” machen soll.
Was für eine Regierung!
Prime Minister Abhisit Vejjajiva disclosed Saturday that Democrat Party chief advisor Chuan Leekpai declined to tell him details about his dissatisfaction over the Cabinet lineup of the Democrat quota.
Speaking to a meeting of Democrat MPs at a seminar on Koh Samui, Surat Thani, Abhisit urged Democrat MPs to tell him of their dissatisfaction instead of talking to reporters.
He then said he had asked Chuan about his dissatisfaction after he learnt from reports that Chuan was dissatisfied over the Cabinet lineup.
“I whispered to him why he was angry at me but he has not yet answered my question,” Abhisit said.
Chuan, who was in the meeting room, laughed, prompting other MPs to laugh along with him.
Wenigstens haben sie ihre, ehm, Klausur auf Samui abgehalten. Die neue Regierung weiss halt, was Stil hat.
Gestern noch sagte mir ein Freund “Du, Abhisit ist auf der Insel” und ich meinte so “Der hat Wichtigeres zu tun als nach Samui zu kommen”… Tja…
Das Intermezzo wird nach dem 11. Januar ein erneutes Ende erfahren, dann wird nämlich neu gewählt . Und demokratisch durchgeführte Wahlen haben die Demokraten in den vergangenen 10 Jahren nicht gewonnen…
Ong Bak 3.
Richtig gelesen. Ong Bak 3 steht in den Startlöchern . Laut Somsak Techaratanaprasert (dem Mann mit dem Geld und den Nerven hinter Tony Jaa) wird noch dieses Jahr (is ja auch nicht mehr so lange hin, habe ich mir sagen lassen) mit den Dreharbeiten zum dritten Teil begonnen. Mir kam es ja schon seltsam vor, dass der zweite Teil so seltsam abrupt endete.
Wie auch immer, es wird einen dritten und sogar einen vierten Teil geben (mit, jetzt nicht lachen, am liebsten Jackie Chan in einer Nebenrolle) und dann wird man auch in den Genuss verschiedener Filmschnippsel kommen, die im Trailer zu Ong Bak 2 schon verwurschtelt wurden aber irgendwie im Film zu vermissen waren.
Bleibt nur zu hoffen, dass auch der Bodyguard wieder mit spielt ;)
Ong Bak 2 hat nach zwei Wochen Laufzeit gut ein Drittel seiner Produktionskosten (immerhin 300 Millionen Baht) einspielen können und damit wohl eine für die Geldgeber wichtige Grenze überschritten.
Mai bpen rai Thailand!
Eigentlich denke ich ja, dass der Thai gemeinhin recht ironieresistent ist, aber bei dieser Kampagne hier konnten sich sicher ein paar der Marketingmenschen bei AirAsia das Grinsen nicht ganz verkneifen:
Unter dem Titel Mai bpen rai Thailand (Macht doch nichts, Thailand) vergibt AirAsia nun 100.000 Flüge von asiatischen Staaten nach und innerhalb Thailands. For free1. Wenn man bis morgen Abend bucht. Die Flüge selbst finden in der Zeit von Januar bis März statt.
Im Kleingedruckten steht “fares not available during embargo period” — Heisst das jetzt, man nimmt an, dass die Flughäfen demnächst wieder zum Singen und Schlafen statt dem Starten und Landen von Touristenbombern verwendet werden sollen?
Zur Zeit ist es ja eher ruhig (trotz sogenannter Hochsaison) auf der Insel. Fast keine Touristen, aber jede Menge arbeitsfreudiger Hochsaisonshilfskräfte. Nach Thailand mag (ausser alleinreisenden Rechtsanwälten ) niemand mehr kommen. Schade (für die Leute, die mit den Touristen ihr Geld verdienen müssen).
Das gleiche nochmal von vorn (andere Seite)
In der “The Nation”:http://www.nationmultimedia.com/breakingnews/read.php?newsid=30091180 stehts (das sind die, die journalistisch gegen Thaksin sind und immer Ahnung haben): “DAAD to rally at Sanam Luang for 3 days”:http://www.nationmultimedia.com/breakingnews/read.php?newsid=30091180
Kleine Erklärung unter Verwendung bekannter Begriffe:
*DAAD*: The Democratic Alliance Against Dictatorship. Das sind die Freunde der ehemaligen Regierung Thaksins (später auch als Regierung Samak oder Regierung Somchai bekannt). Man kleidet sich rot. Man demonstriert demokratisch und gewaltfrei und wirft nur hin und wieder mit Steinen.
*Sanam Luang*: Offizieller Sammelpunkt all derer, die gegen die jeweils aktuelle Regierung sind.
*Rally for 3 days": “Demonstration”, die in eine Belagerung ausartet.
Kennt man ja alles schon, nur eben von der anderen Seite, die war Gelb und hatte nur drei Buchstaben mit der Demokratie im Namen. Damals war die Regierung nicht demokratisch aus nicht gerichtlich inzwischen verbotenen Parteien zusammen geschnippselt sondern nur gewählt.
Bin gespannt ob sie sich gleich den Flughafen vornehmen oder erst ein paar Monate rum"demonstrieren".
Premierminister Abhisit.
Mit 234 zu 197 Stimmen gewann Abhisit Vejjajiva eben die Wahl zum 27. Premierminister Thailands. Demokratische Abstimmungen in Thailand sind eine feine Sache.
- Premierminister Thailands seit der Revolution 1932 (bei Wikipedia)
Nun demonstrieren die Roten …
Die Frankensteinkoalition
Viel ist geschehen in den vergangenen Wochen der, ehm, Rekonziliation. Oder wie auch immer man die Ruhe vor dem nächsten Sturm in der thailändischen Politikszene nennen mag.
Am Montag darf gewählt werden. Ein Premierminister. Und (man mag es gar nicht glauben), plötzlich ist Thailand (oder sagen wir mal seine gewählten Vertreter) in der Lage, eine demokratische Regierung auf die Beine zu stellen. Nun muss man wissen, dass die Demokratische Partei in Thailand so demokratisch ist wie die CDU in Deutschland christlich, aber das ist erstmal egal.
Allem Anschein nach wird der Parteivorsitzende der Demokratischen Partei Abhisit zum Premierminister gewählt werden. Das verdankt er nur indirekt den Wählerstimmen der letzten Wahlen, denn die Mehrheit konnte er diesmal nur für sich einnehmen, indem drei Parteien verboten wurden, aus anderen Parteien Leute aus- und umtraten, weil die Flüchtlinge der verbotenen Parteien hinein strömten und auch noch zu den Demokraten ein paar der Flüchtlinge kamen.
Die Mitglieder der einzelnen noch nicht verbotenen Parteien und damit ihre Stimmen sind jetzt also in ganz anderen Parteien als zum Zeitpunkt der Stimmabgabe. Und stehen somit hinter anderen Zielen. Nur das mit dem Machtwillen ist das Gleiche geblieben. Die Sonne strahlt von allen Ufern aus gleich.
Von Abhisit mag man halten was man will (er wird immer als der nächste Premierminister gehandelt, wenn mal Neuwahlen anstehen, erreicht aber nie das gewünschte Ergebnis). Von der Regierung auch — sie wird gut zur Hälfte aus Mitgliedern der weg demonstrierten Parteien und zur anderen Hälfte aus Politikern, die nach den Protesten einfach nur auf der richtigen Seite (der, die bei den Wahlen nicht die Mehrheit hatte) stand zusammen geflickt sein.
Die PAD hat im besten Führerenglisch eine Verlautbarung veröffentlicht — kann gut sein, dass mit Abhisit auch weiterhin Flughäfen in Bangkok zum Starten und Landen lassen von Touristenbombern genutzt werden können. Bis zur nächsten planmässigen Wahl.
Morgen übrigens wird es in Bangkok wieder einmal eine Demonstration geben. Diesmal nicht von der PAD. Man trifft sich am National Stadion um gemeinsam ein Telephonat entgegen zu nehmen: Thaksin ruft mal wieder an. Das war lange geplant und nun will er uns (eventuell) endlich einmal sagen, wer nun eigentlich seine Gegner sind. Bisher hat er ja nur mit Buchstaben um sich geworfen (davon hat das Thailändische Alphabet ein paar mehr).
Für dieses ‘gathering of red-shirted people’ (ach ja, früher, als es noch eine Regierung gab, war man entweder gegen selbige oder für selbige. Nun ist man rot oder gelb betucht und kann nicht mal sagen, wofür man ist…) werden 3.450 Polizisten auf den Stra?en stehen und für Sicherheit sorgen.
Ach übrigens…
Hab Ong Bak 2 am Samstag im Kino gesehen. Ehm. Ja. Nett. 10 Baht teurer, vier dümmliche Farangs mit ihren Urlaubs-begleit-ungen im Publikum, volles Kino, viel Gekloppe, interessante Handlung, netter Bodyguard (dazu später mal mehr ™) und, ehm, wie gesagt… Naja…
Der Vater vom Hauptdarsteller (im Film) war mir übrigens überwiegend durch Komödien bekannt, was die ganze Herzschmerzstory etwas wuschiger machte.
Und so ganz sicher bin ich mir nicht mehr, ob ich den ersten Teil, der ja eigentlich der zweite ist, überhaupt schon mal gesehen habe. Am Ende von Ong Bak 2, der ja eigentlich der erste Teil ist, leben die ganzen Bösen nämlich noch. Das wäre im Fall des nettenBodyguards (dazu später mal mehr ™) gar nicht mal so schade, wenn es noch einen Teil drei gäbe, der zwischen Teil zwei und Teil eins spielt. Glücklicherweise hat man den Teil eins als Cinematographiler im weit verbreiteten VCD-Format noch irgendwo rum liegen. Vielleicht sterben die ja dann in Teil eins erst/schon.
Denn eines bleibt sicher: Die Bösen sterben immer.
Wasserfall im Secret Garden
… und diesmal bin ich nicht hineingefallen…
Höllenschlund
Die Regenzeit fordert ihren Zoll…
Heim und andere Kleinigkeiten
- Pojaman Shinawatra (oder wie immer sie nun nach ihrer Scheidung vom Präsidenten des thailändischen Profigolferverbandes heissen mag) kehrt heim ins Königreich. Am Freitag Heute Nacht um Zehn, also vorhin. Sagt die Immigrationsbehörde und die muss es ja wissen.
- Subvarnabhumi hat seinen Betrieb wieder aufgenommen und will am 15. Dezember wieder zu 100% laufen.
- Der König Thailands schweigt. Seine Majestät König Bhumibol Adulyadej hat heute Geburtstag und gestern abend die traditionelle Rede am Vorabend seines Geburtstages nicht gehalten (zum ersten Mal seit vielen Jahren oder gar seit Amtsantritt, so genau konnte mir niemand sagen, ob er die Rede schon einmal verpasst hatte). Sein Sohn redete 3 Minuten als Ersatz und ordnete dann Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn an, verlauten zu lassen, dass der König an Plegma (Müdigkeit?) und einer Erkältung leidet. Viele haben schon darauf gewartet, zu hören, was er zu den Ereignissen seines vergangenen Lebensjahres zu sagen hatte.
Halbe Sachen
Ok, einen Putsch haben wir “leider” abgewehrt, was können wir denn nun noch unternehmen, um die Farangs aus dem Land zu halten? Genau, an den Visabestimmungen schrauben.
Seit heute gibt es an den Grenzen Thailands anstatt der 30 Tage mit 3 erlaubten Einreisen per 180 Tagen nur noch 15 Tage visa on arrival für alle, die bereits in Thailand waren. Bei der ersten Einreise gibt es 30 Tage und dann an der Landesgrenze bei den berühmten Visaruns nur noch 15. Das wiederum geht ab sofort unbegrenzt, man muss also keine 180 Tage mehr abzählen, nur zahlen — den Visarun.
Die Neuregelungen beziehen sich allerdings nur auf das visa on arrival — mit einem “echten” Visa ändert sich nichts. Teuer genug sind die auch schon.
Sieg. Für wen auch immer.
So. Nun hat man also völlig unerwartet die drei Regierungsparteien (People Power Party , Matchima Thipataya und Chart Thai Party ) per Verfassungsgericht auflösen lassen.
Somchai (der vierte Ex-Premier Thailands in zwei Jahren) sagte nur:
“I did my best to administer the country.”
womit er Recht hatte. Die PAD war wie immer wortgewaltiger:
“We have won a victory and achieved our aims,” media mogul and PAD founder Sondhi Limthongkul said, reading a statement to reporters.
“All protests will stop as of December 3 at 10am. We have gained our victory already. If there is something wrong, we will mobilize people and stage another protest,” Sondhi told the cheering crowds.
Ich entsinne mich schwach, nach Samaks Rücktritt Gleiches von Sondhi Limthongkul gehört zu haben. Interessanterweise schlugen sie sogar selbst vor, dass Somchai Premier werden sollte, wenn dafür Samak zurück treten würde. Nun sind beide weg (Samak ist in den USA um seine Leberkrebserkrankung behandeln zu lassen und Somchai irgendwo in Chiang Mai). Mal sehen wer als Nächster versuchen darf, die PAD zufrieden zu stellen.
Beim vorhin einfliegenden Flugzeug gab es auf dem Flughafen von Samui vermutlich Freibier. 240.000 Touristen sind in Thailand gestrandet . Subvarnabhumi wird am 15. Dezember wieder 100% einsatzfähig sein . Die Sachschäden dürften bis dahin nicht behoben worden sein. Die finanziellen werden derzeit um die 200 Millarden Baht angesiedelt .
Die PAD gibt den Kampf auf — morgen früh um 10.
Und wieder wurde eine Krise nur zwei Tage vor dem Geburtstag des Königs abgewendet.
Amazing Thailand.
Breaking News: Flugzeug landet ;)
Eben sehe ich aus meinem Bürofenster am Berge ein Flugzeug auf der Strecke gen samuianischen Flughafen einschwenken, auf der normalerweise Flieger aus Bangkok landen. Sie werden doch nicht die Flughäfen schon freigegeben haben?
Heute morgen wurde (völlig unerwartet natürlich) die PPP verboten. Nun ist Somchai kein Premierminister mehr und alle sind glücklich. Ich bezweifle allerdings, dass das den Flugverkehr aus und nach Bangkok gleich wieder aktiviert.
Wo ist Thaksin?
In Koh Kong , Cambodia. So nah war er lange nicht.
Canine Neuigkeiten
Gestern, gute 7 Wochen nachdem Soosie plötzlich und unerwartet drei süße kleine Hundebabies geworfen hat, bemerkten die Bewohner hier im Ressort, dass wir Hundebabies haben. Dabei gehe ich seit gut drei Wochen beinahe täglich mit den Welpen raus, damit sie einerseits lernen, dass es sich draussen viel angenehmer pinkeln lässt und andererseits, weil ich da so eine These über junge Frauen, Hundebabies und soziale Kontakte habe.
Seither ist es jedenfalls nicht ruhig geworden am Poolhaus. Jeder hat irgendeinen Freund oder Freundin der oder die unbedingt kleine süße Puppies haben will und testet nur für den Freund oder die Freundin, wie süß und kuschelig die kleinen Puschel sind. Die Tatsache, dass es Mädchen sind (die Welpen), scheint sich auch noch positiv auf die Handelseigenschaften auszuwirken.
Heute Abend nun verlässt uns Nummer Zwei in liebevolle Hände zu einer Familie mit einer weiteren 8 Monate alten Shihtzu-Hündin (nicht aus Ressortbekanntschaften resultierend). Kann eigentlich nur gut sein, ich gehe davon aus, dass ich nur noch halb soviele Pfützen aufwischen muss, denn die beiden anderen wissen, wie man sich benimmt.
Die drei sind inzwischen so gro&szlg; wie Pokki und Soosie waren, als sie ein paar Wochen schon bei mir gelebt haben. Entweder wurden die beiden schlecht gefüttert oder sie waren wenn es hoch kommt nur 4 Wochen alt (da waren meine Welpen so groß wie Pokki bei seiner Ankunft), als sie verkauft wurden. Soosie war definitiv jünger, denn sie versteht nicht, zu spielen. Beides wirft ein eher bedenkliches Licht auf die “Züchter”.
Die Welpen gedeihen und ich käpfe hart mit mir, ob ich zwei oder drei abgebe. Ist ja schon etwas viel Arbeit. Aber sie sind doch soooooo süß!
Drei Hunde im Gras
Der erste Ausflug in den Garten.
Weinende Muslims
450 Muslims stecken auf dem Weg nach Mecca in Bangkok fest .
Einmal im Leben müssen Muslims nach Mecca auf die Hajj Pilgerreise . Nun ist die Rede von weinenden älteren Muslims auf Subvarnabhumi, die nicht viel Hoffnung mehr haben, rechtzeitig nach Mecca zu kommen.
Wo doch jeder weiß, dass man Muslims nicht zum Weinen bringen sollte…
Flugplatznews
Jetzt ist auch noch der zweite, alte, Flughafen Bangkoks, Don Mueang, von den Demonstranten blockiert und niemand kommt mehr raus oder rein. Demnächst darf man dann auf den Ladeflächen der Pickups über Laos und Malaysia in und aus dem Urlaub kommen. Wobei, Laos und Malaysia sind beides sehr schöne Länder, voller freundlicher Menschen. Und die jeweiligen Regierungen lassen solche meinungsfreiheitlichen Überinterpretationen demokratischer Grundbegriffe nicht zu. Könnte man doch gleich dort bleiben… In Malaysia gibt es ein 90-Tage-Visa on Arrival.
Noch ein paar Fakten:
- Die Regierung sitzt nun in Chiang Mai ;] Bangkok ist genauso Hauptstadt geworden: Man konnte Ayudhya nicht gegen die Khmer oder Cambodianer verteidigen und ist einfach umgezogen…
- Ein Gericht hat angeordnet, dass die Demonstranten die Flughäfen räumen müssen
- Die PAD weigert sich natürlich
- 30 Notfallteams (wirklich nur 30) stehen für die Airports zur Verfügung
- Über die beiden Flughäfen ist der Ausnahmezustand verhängt worden, nun werden sie geräumt
- Am Samstag um 18 Uhr am Samstag wieder geöffnet
- Thaksin ist verdächtig ruhig
- Der Armeechef wiederholt, dass nicht geputscht wird
- Morgen wird entschieden, ob die Regierungsparteien aufgelöst werden müssen, dann wissen alle Beteiligten, wie es weiter gehen wird. Bis dahin: Warten…
Terrorismuskunde
?brigens finde ich es Klasse (jetzt mal natürlich nur rein aus terrorismuswissenschaftlicher Sicht geschrieben), dass mit der Flughafen-, ehm, -betriebseinschränkung durch die überaus friedfertigen gelben Demonstranten der PAD die Haupteinnahmequelle der thailändischen Wirtschaft (nein, nicht Reis, keine Pickups und schon gar die Marial Arts) — die Touristen — angegriffen werden.
Man muss den Feind an den Eiern fassen und fest zudrücken und nicht sagen “du, ehm, ich find das so überhaupt nicht cool wie du da einfach so rum machst, hör doch mal auf, du, bitte”. Bei den Touristen hat Thailand bereits seit rund 2 Jahren kräftig an Gesicht verloren und ist gerade dabei auch noch in den Reisewarnungen in die roten Bereiche zu geraten.
Nachdem in den vergangenen Monaten bereits massiv spürbare Rückgänge in den Ankunftszahlen (diverse Freunde müssen in den Ressorts der Insel vermehrt selbst in den eigentlich mit Urlaubsverbot belegten Jahreswechselmonaten der Hochsaison freie Tage nehmen um ?berkapazitäten abzubauen) noch mit der weltweiten Wirtschaftskrise erklärt werden konnten, kann man das jetzt nicht mehr so einfach wegwischen, schlie?lich gibt es ja einreisewillige Randgruppen, nur eben keinen Landeplatz für die Touristenbomber.
Ich sage schon seit ich mich mit diesem Land beschäftigen darf, dass ich zur Durchsetzung gewisser Interessen (wie sage ich es nur möglichst vorsichtig) die Haupteinnahmequellen des jeweiligen Gegners zum Versiegen bringen würde anstatt an Zäunen zu rütteln und “lasst mich rein” oder “lasst mich raus” oder “lass mich in Ruhe” zu rufen. Reden hilft nicht.
Wenn man es dann erst einmal auf die Insel geschafft hat, dann hat man die gro?e Auswahl in den einschlägigen Bars und Massagehandwerksbetrieben. Auch hier hat man sich überplant (als Indiz nimmt der Autor hierbei das hysterisch froh fordernde Kreischen der Stra?enarbeiterinnen, wenn er des Nachts willig dem heimischen Bette entgegenfahrend an Quellen käuflicher Lust vorbeigerät). Es lohnt also auf jeden Fall, einen Besuch im Land des Lächelns zu versuchen. Das Lächeln ist übrigens in den seltensten Fällen Ausdruck reiner Freude…
FAQ Thailand November 2008
F: Sollten wir unseren Urlaub nach Thailand antreten?
A: Klar. Immer. Genügend Batterien für den Photoapparat und Wäsche im Handgepäck einplanen, es könnte zu Verzögerungen in der Abfertigung kommen. Für die Rückreise gut 10 Tage (abhängig von der Entfernung zwischen Heimat und Thailand) einplanen.
F: Ich will ein Business in Thailand eröffnen, das sich nicht mit der Befriedigung alltäglicher Bedürfnisse (Bier, Frauen, Klopapier) mit in Thailand erhältlichen Ressourcen (Bier, Frauen, Klopapier) beschäftigen soll. Irgendwelche Kommentare?
A: Ja. Muahahahahahahah.
F: Für welchen Verein waren die Roten nochmal?
A: Die Regierung. Die aktuelle (Stand 25. November 2008). PPP (Nachfolgepartei von Thai Rak Thai, das ist sowas wie die Linke jetzt für die SED ist).
F: Und die Gelben?
A: PAD. Das sind ‘die Guten’. Die demonstrieren gewaltfrei für eine Ständeregierung und sind auch sonst ganz gut organisiert.
F: Ständeregierung?
A: Ja. Die wollen eine Regierung, in der 50% oder lieber mehr der ‘Volksvertreter’ nicht vom Volk gewählt sondern von vereinzelten Berufsständen (Taxifahrer, ?rzte, Journalisten, PAD-Führer) delegiert werden.
F: Thailand ist also sicher?
A: Klar. Nur eben nicht unbedingt in Bangkok. Und im Osten an der Grenze zu Cambodia. Und nicht wirklich im Süden. Von den Schiessereien an der Grenze im Osten zu Birma/Burma/Myanmar allerdings hat man schon länger nichts mehr gehört.
F: Und wenn dann doch mal was passiert? Handgranate, Bombe oder einfach nur eine Stra?enschlacht?
A: Einfach im Krankenhaus dran denken, dass du sagst, dass du für die PAD bist. Bist du es nicht oder sagst du es nicht, kann es dir passieren, dass die jeweils behandelnden ?rzte aus Gründen der Demokratie die Behandlung verweigern.
F: Und wann wird wieder Ordnung einkehren?
A: Am Freitag. Dann entscheidet ein Gericht darüber, ob die drei Regierungsparteien aufgelöst werden müssen. Ohne Partei keine Regierung, so die Hoffnung. Sollte das nicht der Fall sein, dann endet das Ganze bestimmt kurz nach dem Start von Ong Bak 2 (am 5. Dezember) in den thailändischen Kinos. Wenn das nicht hilft — Thaksin (war auch schon mal Premierminister) hat ein Telefonat für den 14. Dezember angekündigt. Wenn sich auch dann nichts tut, dann hätten wir noch Weihnachten mit einer obskuren Ankunft. Oder an einem der anderen Tage durch Mithilfe des Militärs. Hilft das alles nicht, dann wird genau das passieren, was auch die vergangenen 76 Jahre bereits passierte. Demokratie Thaistyle.
Neues aus dem Goldenen Land
Man möge mir diesen etwas ungelenk formulierten Eintrag verzeihen.
Ich wurde in den letzten Tagen häufiger gefragt, wer denn nun die Guten und/oder Bösen im derzeit wieder einmal sich im letzten Akt befindlichen Theaterstück namens ‘Demokratie Thaistyle’ sind. Antwort am Ende.
Zuerst eine Klarstellung: Die PAD (Peoples against Alliance for Democracy) hat den Flughafen Subvarnabhumi nicht besetzt und geschlossen. Wer immer das behauptet ist ein von der thailändischen Regierung bezahlter Lügner. Alles was die Demonstranten getan haben war die Terminals mit gelb gekleideten Personen aufzufüllen, ein paar Glasscheiben zu zerwerfen, die Zugänge zum Tower abzuriegeln, ein paar Leute zu verprügeln, die trotzdem noch arbeiten wollten und Touristen daran zu hindern, den Flughafen zu betreten oder zu verlassen. Geschlossen hat ihn dann die Flughafenbehörde Thailands. Wenn man sich also beschweren will, dann sollte man das dort tun und nicht die PAD damit belasten, die hat Besseres zu tun. Für die Friedfertigkeit der PAD möchte ich hier mal eine Lanze erbrechen.
Subvarnabhumi, das goldene Land, Prestigeobjekt diverser ehemaliger Premierminister, Ausdruck meisterlicher Architektur und Traum eines jeden Prozessoptimierers (sogar Flugzeuge können dort landen) ist seit gestern 9 Uhr abends geschlossen, weil PAD-Demonstranten ihn besetzen, um zu verhindern, dass Premierminister Somchai zurück ins Land kommen kann. Gelandet ist er vorhin auf Don Mueang, dem alten Flughafen in Bangkok um dann weiter nach Chiang Mai zu fliegen. Nachdem dieses Ziel nun gründlich fehlgeschlagen ist, wurde ein neues Kommunique veröffentlicht (Announcement 26/2008 ). Tenor: Die Killerregierung muss weg, Subvarnabhumi bleibt zu bis die Killerregierung weg ist, sagten wir schon, dass die aktuelle Regierung eine skrupellose Killerregierung ist? Unterschrieben mit “With deepest respect”.
Und so geht der gro?e Kampf gegen das Böse im Lande (nach Meinung der PAD die immerhin demokratisch gewählte Regierung) weiter. Seit einigen Monaten nun schon wird beinahe wöchentlich der gro?e Tag der Entscheidung herbei-journalisiert, beinahe täglich die letzte gro?e Demonstration angekündigt (und durch geführt).
Das Regierungsgebäude in Bangkok ist seit August besetzt, die Regierung daraufhin in den alten Flughafen Bangkoks umgezogen. Dann wurde dort demonstriert und seither spricht die Regierung davon, ein neues Regierungszentrum zu errichten, das alte wäre eh nicht mehr nutzbar. Stra?en um die jeweiligen Demonstrationsorte werden gesperrt (von den Demonstranten) und nur nachdem gar mit Klagen wegen Majestätsbeleidigung gedroht wurde, weil die Stra?e, auf der die gro?e Prozession der Urne von HRH Princess Galyani Vadhana stattfinden sollte, gesperrt war, wurde selbige freigegeben — für ein paar Tage.
Die Wachmannschaften der PAD fallen durch ?bergriffe auf politische “Gegner”, Fernsehstationen und öffentliche Einrichtungen und Busse auf. Werden sie wie ganz normale Kleinkriminelle behandelt, ist das eine gegen die PAD gerichtete Aktion der Regierung, ignoriert man sie, beschweren sich die kleinen Leute, die ihren Verdienstmöglichkeiten nachgehen wollen. Die Regierung sitzt im Patt.
Hin und wieder fallen Granaten oder explodieren Bomben unter den Demonstranten — die PAD-eigene Lagerpolizei verhindert aber genauere Untersuchungen der Vorkommnisse und eventuell Verletzte oder gar Tote werden medienwirksam in die Propaganda der PAD eingebaut. Der Glaubwürdigkeit ihrer Unternehmungen dient das nur in den PAD-eigenen Zeitungen und Fernsehsendern.
Die Personen die als ?beltäter von der jeweils sich im Recht befindlich fühlenden Seite vorgeführt werden sind sowieso nur schwarze Schafe im alttestamentarischen Sinne.
Dann gibt es die “regierungsfreundlichen Demonstranten”, die man auf den Photos von den Ereignissen recht gut an der roten Kleidung, Motoradhelmen, Schlagstöcken und am Kragen herumgezogenen Gegnern erkennen kann. Auch kein gutes Argument für die Regierung.
Wer hier “die Guten” und “die Bösen” sind, kann man nur noch anhand der sozialen und professionellen Umgebung der jeweils betrachteten Gruppen fest legen. Die Mehrheit meiner Freunde und Bekannten hier jedoch beginnt Telephonate neuerdings mit einem “Did you hear whats happening in Krungthep? Its terrible…” und findet, dass die PAD in etwa soviel Demokratie hat, wie die Regierung regierungsfähig ist.
Null.
PS: Worum es wirklich geht
Es geht einfach nur um Macht, die Thronfolge und ein paar alte Männer, die irgendwann in den vergangenen 30 Jahren einmal um einen Posten, Macht oder Güter gebracht wurden oder meinen darum gebracht worden zu sein oder diese niemals erreichten oder meinen sie aus anderen Gründen als eigener Unzulänglichkeit niemals erreicht zu haben.
Aber grö?tenteils um Macht und die Thronfolge. Und die allgemeine Misskonzeption, man könne in einem südostasiatischem Land eine Demokratie nach griechischem Vorbild mit in den USA ausgebildeten Politikern betreiben.
PPS: Der Armeechef empfiehlt die Auflösung der Regierung.
“We will send him (Somchai) a letter to inform that he must dissolve the house and call new elections,” Anupong told a news conference after an urgent meeting of military and business leaders to address the crisis.
“This is not a coup,” the army chief said, dressed in his uniform. “The government still has full authority. These points are the way to solve the problem which has plunged the country into a deep crisis.”
“As army chief, if I launch a coup the problems would be solved once and for all. But there would be a lot of consequences including the international reaction,” he added.
Alles klar.
Links
Zum Zeitvertreib (größtenteils englischsprachig):
- Photo eines gewaltlosen PAD-Demonstranten in Bangkok
- Violence, non-violence and the PAD’s last battle auf New Mandala
- Thaksin verkündet: UK respektiert nicht seine eigenen demokratischen Werte . Er muss es ja wissen…
- Kein Coup und kein Rücktritt
- Chalerm Thaweebot, Darsteller in fast jeder Thaikomödie, ist tot .
The president
Dialog eben:
He: That the german president? Me: Yes. He likes to talk. He: Wasn’t he a woman? Me: No, a banker.
Geheimniskrämer
Pracha Prasopdee (eines der Führungsmitglieder der Peoples Power Partei, derzeit Regierungspartei Thailands) hat was gesagt :
“Just carefully monitor Thaksin’s phone-in on December 13 and see what will happen on December 25 when someone is supposed to arrive by a THAI flight from Hong Kong to Bangkok’s Suvanabhumi Airport at 9:45 a.m. (0245 GMT),” Pracha Prasopdee told The Nation news website in an interview.
Er wird doch nicht?!? Wo er doch sonst nie?!? Der Weihnachtsmann? Er kommt nach Thailand?
Der Autor…
… in gewohnt entspannter Pose.
Doktor Wer?
Früher, als Speicher noch ganz knapp war, wurde häufig durch Löschen Platz geschaffen. Und so geschah es, dass jede Menge Episoden der Serie Doctor Who der BBC auf Nimmerwiedersehen verschwanden. Vielleicht nicht alle, denn ein “Forscher” hat zumindest neun dieser Folgen (in denen es sinnigerweise um eine (Zeit-)Reise des Doktors mit Marco Polo auf der Seidenstraße geht) nach Thailand verfolgt.
Was wie ein erfreuliches Wunder für Fans der 60er Jahre Serie klingt , dürfte eher ein Blick in die Akten gewesen sein, denn mehr als dass die 9 Tapes nach Bangkok geschickt wurden, um dort im Channel 4 aufgeführt zu werden, hat man nicht herausgefunden.
“Records show that nine episodes from Doctor Who were shipped to Bangkok, and now we’re looking for anybody who has any information about it,” he told the Bangkok Post.
“There are at least a few thousand episodes of Doctor Who, but we are still missing 108 of them and nine may still survive in Thailand. We’re looking all over the place to recover what we can.”
Viel interessanter finde ich ja, dass es in Thailand tatsächlich einmal Fernsehkanäle mit geraden Ziffern gab (in diesem Fall Channel 4). Bisher dachte ich immer, es gäbe nur ungerade Kanäle (derzeit Channel 3, 5, 7, 9 und 11) und die Zwischenplätze würden für den relativ wahrscheinlichen Fall aufgehoben, dass die Kanäle mal durch irgendeinen Gerichtsbeschluss aufgelöst, ver- oder entstaatlicht werden und anschließend wie bisher oder ganz anders weiter machen (ein recht üblicher Vorgang in Thailand).
Thaksin ist wieder Single
Und trotzdem noch schuldig. Thaksin Shinawatra und seine Frau Pojaman haben sich in der vergangenen Woche in Hong Kong scheiden lassen .
Der ganzen Angelegenheit voraus ging ein Widerruf ihrer Visa für Gro?britanien am letzten Wochenende (sie waren gerade mal wieder in China), woraufhin Thaksin vollkommen ausgetickt ist und nun angedroht hat, öffentlich die Namen seiner Widersacher zu nennen. Buchstaben hatte er schon genannt, nun also die vollen Namen. Viele Thais wollten schon immer mal wissen, wer hier im Lande Thaksin eigentlich nicht mag.
Seine Frau soll, so sagt man, diesen Weg nicht mit gehen wollen und so wurde die Ehe geschieden.
Ich für meinen Teil wundere mich eigentlich nur, wie einfach sich so eine Ehe in Thailand scheiden lässt, nehme aber mal an, dass beide mit dem Argument, der jeweilige Ehepartner ist ein verurteilter Straftäter auf der Flucht, das Verfahren beschleunigen konnten.
Insider mögen behaupten, Thaksin habe es nicht hin nehmen können, nur zu zwei Jahren Haft verurteilt worden zu sein und nicht wie seine Ex-Frau Pojaman zu drei oder gar mehr Jahren, wie es seiner Position in der Weltgeschichte entspräche.
Thaksin befindet sich nun in Dubai und man munkelt, er plane sich vorerst in der Karibik nieder zu lassen um von dort aus den Kampf gegen für die Gerechtigkeit zu führen.
Nach 4 Wochen
Zeit für eine kleine Photosession mit meinen kleinen Wichteln. Als Ersatz für Verbalabstinenz.
Two girls and a cup…
Ong Bak 2.
In einer Zeit, als die Bösewichter Thailands nicht rot oder gelb sondern nur schwarz trugen, als man noch mit Schwertern käpfte, die nicht blutverschmiert waren wenn sie aus den Leibern der Gegner herausgezogen wurden und in der Elephanten die Stra?enköter Thailands waren spielt die Handlung von Ong Bak 2 . Ting (Tony Jaa oder auch Panom Yeerum) erlernt darin die Kunst und Philosophie von “Martial Arts”.
Ong Bak 2 ist der zweite Teil von Ong Bak, der wiederum der Vorläufer von Tom Yam Gung war, einem der erfolgreichsten thailändischen Filme der vergangenen Jahre. Zeitlich gesehen spielt Ong Bak 2 aber vor Ong Bak (man lernt in Thailand vieles, was Amerika vor macht). Tom Yam Gung 2 kann es übrigens auch nur geben, wenn die Handlung des Filmes zeitlich vor der des ersten Filmes liegt. Aber der werte Kinogeher wei? das längst.
Hier in Thailand ist der Film eher durch die Yellow Press Berichte über Tony Jaa, den Hauptdarsteller und Regisseur des Filmes aufgefallen. Der hat nämlich so eine Art Nervenzusammenbruch gehabt, als der Film zu 80% (oder drei viertel, je nach Berichtenden) fertig gestellt war und zog sich in einen kleinen Waldtempel zurück. Nachdem dann von schwarzer Magie und anderem Kram berichtet wurde, forderte er ein paar Millionen Baht mehr und Unterstützung oder er würde den Film nicht fertig stellen.
Nach viel Hin und Her und tränenreichen Fernsehauftritten dann entschloss man sich, zu den bisherigen Konditionen den Film fertig zu stellen.
Nun, jedenfalls gibt es nun eine Website zum Film Ong Bak mit einem kleinen feinen Trailer. Könnte also durchaus sein, dass der Film demnälchst in die Kinos des Königreichs kommt. Wenn ich das richtig sehe, dann wird dies derzeit am 4. Dezember geschehen, nachdem schon von verschiedenen Oktober- und November-daten die Rede war…
Bei Youtube kann man (sollte man sich in Bereichen des Internets befinden, wo youtube nicht zensiert wird) den Trailer zum Film in voller Länge ansehen (Thaifilmtrailer sind grundsätzlich länger als 3 Minuten). Es gibt Blut, Käpfe, Elephanten und jede Menge Schlamm. Also alles, was man sich von einem guten Thaifilm wünschen mag. Wer Jackie-Chan-Filme mögen würde wenn man ihm dabei den Mund zukläbe ist bei Ong Bak 2 gut aufgehoben.
Welpenmittwoch: Neues vom Nachwuchs
Nach 4 Tagen haben wir uns nun alle beruhigt. Soosie liegt in der Ecke und lässt die Mädels auf und unter sich rumsteigen, Pokki kommt hin und wieder zum Nest, schnüffelt unter den wachsamen Blicken von Soosie und murrt dann, dass ihm keine Aufmerksamkeit gewidmet wird. Nach langer Zeit verbringt er wieder den Gro?teil seiner Freizeit (Fressen ist ein harter Job) auf meinen Fü?en.
Die Welpen benehmen sich und machen erstaunlicherweise gar nicht so viel Arbeit. Nachts, wenn Soosie versucht, an eine gemütlichere Stelle umzuziehen, quietschen und fiepen sie solange, bis ich wach bin, ins Wohnzimmer laufe und Soosie kurz aber deutlich darauf aufmerksam mache, dass wenn man Sex haben will man auch mit dem Ergebnis leben muss und sich kümmern muss. Dreiviermal am Tag muss man das auch erklären, ansonsten funktionieren die Mutterinstinkte.
Nummer 1 robbt meist im Kreis herum. Nummer 2 liebt es, quer über den anderen zu liegen und Nike schafft es immer, in den Falten, Ritzen und Rollen, die das Handtuch in der Kuschelecke (das Hundenest ist verwaist, zu klein, auch nach ausgiebigem Waschen vermutlich noch der Geruch des Samstags vorhanden) so bietet zu verschwinden.
Nach der ersten Nacht fanden wir nur zwei kleine Shih-Tzu vor. Ich meinte dann zu Soosie “Kleine, gestern waren das noch drei” woraufhin sie dann doch erregt mit zu suchen begann. Nach einer Weile fanden wir Nike dann in der innersten Rolle des gefalteten Handtuches. Sie muss da aussen herum und um die Ecke gekrochen sein, ehe sie im Handtuch landete…
Egal… Sonst gibt es nichts neues zu berichten. Nur vielleicht, dass das Gequietsche an den ersten beiden Tagen in etwa so klang, wie das jammervolle Quäken meines ersten Hamsters, als er an einer Verstopfung einging. Vielleicht ungefähr so, wie ein Frosch, dem man auf die Hinterbeine tritt, genau zu dem Zeitpunkt, an dem er zu quaken ansetzt.
Anderthalb Quadratkilometer?
?und ein angedrohter Krieg.
Heute hat Cambodia Thailand (je nach Interpretation der jeweiligen Medien) mit Krieg gedroht, wenn Thailand nicht seine Truppen innerhalb von 24 Stunden aus dem Grenzbereich nahe des Tempels Preah Vihear zurück zieht.
Im Prinzip geht es um ein gut 150 Hektar gro?es Gebiet auf dem ein Tempel steht. 1907 wurde die Grenze zwischen Cambodia und Thailand von einem französischen Team (die Franzosen wieder?) vermessen und kartographiert. Dabei wurde die Grenze (nach Meinung der Thais) in einem unwichtigen Anhang (nach Meinung der Thais) falsch eingetragen und Preah Vihear landete auf cambodianischer Seite. Aus der Wasserführung eines Grenzflusses jedoch war klar zu erkennen (nach Meinung der Thais), dass der Tempel auf thailändischem Boden steht.
Nach jahrelangem Streit hat 1962 der internationale Gerichtshof in Den Haag dann entschieden, dass der Tempel zu Cambodia gehört, die Thais waren sehr erzürnt aber relativ machtlos und für eine Weile lang war Ruhe um das Gebiet.
Dann gab es Beginn diesen Jahres Bestrebungen auf cambodianischer Seite, den Tempel als UNESCO Weltkulturerbe anerkennen zu lassen. Thailand protestierte zuerst dagegen, dann gab es ein gemeinsames Communique von Thailand und Cambodia, in dem beide den Tempel als Weltkulturerbe empfahlen, weil Cambodia (nach Meinung der Thais) zugestimmt hatte, noch einmal über die Grenzführung zu verhandeln.
Als die Thais gut eine Woche vor der Entscheidung der UNESCO begriffen, dass sie da etwas missverstanden haben, zogen sie ihre Empfehlung zurück. Am achten Juli diesen Jahres wurde der Tempel dann offiziell als Weltkulturerbe anerkannt, sehr zum Unwillen Thailands. Der Aussenminister musste seinen Posten räumen und die sehr demokratische Peoples Alliance for Democracy verwendete den Tempel als Beispiel der Unfähigkeit der damals aktuellen Regierung Thailands.
Im September und Oktober gab es dann häufiger einmal Schiessereien und Truppenbewegungen an der Grenze, zuletzt mit mehreren Toten. Wer die ersten Schüsse ab gegeben habe, darüber wird lange und heftig diskutiert.
Gestern nun gab es erneut Verhandlungen zwischen den Aussenministern der beteiligten Länder (was hinsichtlich der häufiger wechselnden Thai-Aussenminister eher kompliziert ist) mit einem guten Ergebnis (nach Meinung der Thais). Die Cambodianer dachten anders und gaben ein 24 Stunden Ultimatum, nach dem die Thais ihre Grenztruppen von ihrem Boden abziehen sollen. Falls sie nicht abziehen, wird man mit Waffengewalt für einen Abzug sorgen.
- Der Tempel Preah Vihear bei WikiTravel.org (englisch)
- Preah Vihear bei Wikipedia.org (englisch)
- Ablauf des aktuellen Konflikts (englisch)
- Preah Vihear auf der UNESCO-Seite (englisch)
- Gerichtsbeschluss des Internationalen Gerichtshofs von Den Haag zu Preah Vihear vom 15. Juni 1962 (englisch)
Nike
Nike kam gegen 9:15 und hatte ihren Namen aus offensichtlichen Gründen sofort bekommen. Und: Sie ist die größte von den Dreien.
Nummer Zwei
Boo Song kam um 8:15 auf die Welt und fand den ersten Nippel und damit die Milch gegen 8:25. Sie ist ruhig, entspannt, bekommt was sie will und findet den Weg ins Nest und zu Soosie schnell und clever.
Kein weiterer Kommentar.
Nummer Eins
Boo Neung (wenn man es auf Thai richtig aus spricht heisst es Nummer eins) kam als erstes Hundemädchen gestern morgen um 7:15 an. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie planmäßig die Erste war, es kommt mir so vor, als ob dem nicht so sei. Sie ist die Kleinste und etwas langsam. Und sie macht Nachts ganz schönen Krach, wenn die Mama nicht in der Nähe ist.
Darf ich vorstellen…
Von links nach rechts: Boo neung (spricht man wie Bööh Nüng aus), Boo song und Nike. Und eine erschöpfte Soosie. Mehr später…
Da ist was im Busch
(Aktueller Stand: Zweiwas. Internet ist nicht so die Welt heute.)
Soosie simuliert
Hier sehen wir Shihtzudame Soosie in der hei?en Phase ihrer dritten Schwangerschaftssimulation. Locker die Beine in angenehmer Pose vom Körper abgewandt versucht sie mit ihrem dreiecksgleichem Leib möglichst viele Fliesen gleichzeitig abzudecken. Mit unschuldig jungfräulichem Blick versucht sie zu sagen: “Schwanger? Ich? Wie kommst du nur da drauf?”
Wenn man sie abtastet, vermeint man (wie bei den beiden vorhergehenden Simulationen) fröhliches Gehoppel zu spüren. Man produziert Milch. Wenn Pokki sie im ?berschwang des Balldrangs überrennt (dreimal am Tag), dann nörgelt sie. Treppen lässt sie sich hoch tragen.
Zwischen achtem und 16. August hat sie vermutlich (kraft meiner Abwesenheit und eines unfähigen Hundesitters) ihre Simulation begonnen, was bedeuten dürfte, dass in den Tagen nach dem 7. Oktober vermutlich viele vermutlich kleine vermutlich eingebildete Welpen rumfiepen werden. Oder auch nicht.
Ich glaubs erst wenn ich es sehe.
Der Autor
… in entspannter Pose… Im Spiegel ein erster photographischer Eindruck vom neuen Hause.
Neuigkeiten
Meinen beiden Lesern ist ja bereits aufgefallen, dass ich mein kleines Tagebuch mal wieder schändlichst vernachlässigt habe. Es könte durchaus daran liegen, dass unsere Internetanbindung hier am Poolhaus in etwa so gut wie nicht vorhanden ist (siehe Schaubild oben). Andererseits kann auch jede Vernachlässigung Gewohnheit werden. Aber der Reihe nach:
Neues vom Poolhaus:
Ich arbeite noch an meiner Poolfigur und habe das Gewässer daher bisher nur aus der Ferne sehnsüchtig betrachtet. Der Pool ist immer noch voll, sauber und unförmig.
Das Haus gefällt uns immer noch sehr, bis auf das eher inexistente kabellose Internet. Die erste Woche verbrachte ich damit, dem Hausbesitzer zu erklären, dass sein Router falsch konfiguriert ist und mir keine IP gab, diese Woche nun verbachte ich damit, ihm zu erklären, dass, wenn denn mal Internet da ist, der eingetragene DNS nicht funktioniert. Die Standardantwort ist ‘Engineer is come tonight." Ich habe noch nicht gewagt zu fragen, ob der Ingenieur eventuell weiblich ist. Wie auch immer, ich habe viel Zeit, in alten Büchern und Bildern zu stöbern und an gewissen Projekten zu schrauben.
Die Hunde lieben die Tatsache, dass man durch die vielen Türen im und am Haus meistens in die gleichen Räume gelangt und hassen die Tatsache, dass sie aus dem Schlafzimmer verbannt sind. Nichtsdestotrotz ist das Schlafzimmer im Vergleich zu alten Zeiten viel kuscheliger geworden.
Und wenn ich dann mal aufgeräumt habe und die Betten gemacht sind, wird es auch Photos der geheiligten Hallen geben.
Die Klimaanlage schafft 17 Grad im ganzen Haus. Nett. Strom ist im Mietpreis inbegriffen, so dass ich weder Hemmungen noch Gewissen habe und immer ein angenehmes europäisches Klima schaffe.
Aber sonst gehts uns gut.
Neues von den Hunden:
Soosie bildet sich wieder mal ein, schwanger zu sein. Diesmal allerdings mit solcher Perfektion, dass sie so fett und pregnant wie ein echter schwangerer Hund ist. Die Treppen lässt sie sich bereits hoch tragen, weil das Springen wohl etwas kompliziert ist. Ein Tierarztbesuch steht an um zu ermitteln, mit wievielen eingebildeten Welpen wir rechnen dürfen. Diesmal habe ich sie nicht beim Sex erwischt, so dass es durchaus sein könnte, dass Pokki zielsicher seine Gene ablegen konnte. Technisch gesehen kommt nur meine Bangkokwoche als Techtelmechtelzeitraum in Frage. Ich werde mir neue Hundesitter suchen müssen.
Pokki hat noch nie in einem Haus gelebt, dessen Türen durchsichtig sind. Entsprechend häufig hört man auf der Veranda ein “scattle scattle” (sich heftig auf Fliesen fortbewegende Hundetatzen) gefolgt von einem ebenso heftigen “plonk” und sieht ihn dann erstaunt vor dem geschlossenen Teil der nur einseitig geöffneten Terrassentür sitzen. Ebenso häufig steht er vor dem offenen Teil der Tür und tatzt mit der Pfote ins Leere um zu checken, ob die Tür offen ist oder wieder diese seltsame virtuelle Barriere da ist. Ein Gutes hat es, er verlässt die Veranda nicht mehr ungefragt und ich konnte endlich die “Hundetüre” auf den Stufen beim Umzug los werden (ein alter Karton, der eher als mentale Sperre diente, die Treppen nicht ungefragt abwärts zu hoppeln).
Dann haben wir (also die Hunde) uns endlich auf einen zweimaligen Gassigang täglich einigen können. An der Leine. Das kann man sich als Hundehalter zwar gut vorstellen, mit den beiden Fellbündeln war das aber so gut wie unmöglich, so dass ich sie am Ende unserer Zeit im alten Haus einfach nur in den Garten gescheucht habe. Nun gehen wir an der Leine. Soosie langsam hinten, Pokki schnell vorne und ich zerrissen in der Mitte. Morgens um sieben gehts gemütlichen Schrittes ans Meer (keine Sorge, alle Geschäfte sind schon erledigt, wenn wir nach 5 Minuten den Strand erreichen), man schaut sehnsüchtig in die Ferne und schreitet wieder nach Hause, nicht ohne kurz vor dem Poolhaus noch schnell einen erbitterten Hundekampf mit dem gro?en wei?en Hund zu haben, der irgendwie glaubt, das hier wäre sein Revier. Hah. Abends nach Einbruch der Dunkelheit das Ganze wieder, diesmal ohne bis ans Meer zu gelangen, aber was will man da auch sehen im Dunkeln, ja…
Aber sonst gehts uns gut.
Und dann war noch das, ganz zum Schluss — Neues aus dem Zirkus (kurz zusammen gefasst):
Donnerstag vor zwei Wochen hat man Samak (den kochenden Ex-Premierminister) zum Kandidaten für den durch seine Degradierung freigewordenen Premierministerposten nominiert. Muss man nicht verstehen, denn am Freitag vor zwei Wochen wurde er nicht wieder gewählt, weil gut 70 Mitglieder seiner PPP (Peoples Power Party) genannten Partei nicht zur Stimmabgabe antraten und die Opposition die ganze Sache auch boykottierte. von 235 zur Abgabe einer gültigen parlamentarischen Mehrheit benötigten Stimmen waren somit am Ende der Wahlsitzung 161 im Parlament anwesend, sie scherzten und lachten live im Thai-TV und verschoben die Neuwahl dann relativ einstimmig auf den folgenden Mittwoch.
Samstag erklärte Samak dann, dass er nicht mehr als Premierministerkandidat zur Verfügung stehen würde. Sonntag hatte man drei Ersatzkandidaten bei der PPP gefunden, Montag einen davon nominiert und Mittwoch einen neuen Premierminister gewählt. Somchai Wongsawat. Seit gestern ist dann königlich beglaubigt unsere neue Regierung im Amt.
Und jetzt wird alles gut. Denn der neue Premierminister wird von allen Parteien anerkannt, geliebt und ist auch viel mehr integer als wie der alte. Sagte ich schon, dass Somchai Thaksin Shinawatras (für die weniger regelmä?ig mitlesenden Leser — das ist der amtierende Präsident des thailädischen Profigolferverbandes mit derzeitigem Wohnsitz in London, zwei gültigen Haftbefehlen, einem Asylantrag, keinem Fussballverband aber einem eventuellen baldigen Wohnsitz auf den Bahamas) Schwager ist? Muss ich wohl vergessen haben.
Aber sonst gehts uns gut.
PS: Der Neue Premierminister von Japan hat sein ‘politisches Profil’ auch durch eine Kochshow verbessert, habe ich gelesen. Scheint ein asiatisches Phänomen zu sein.
Kategorie Seltsame Hobbies
Bei hi5.com alle User als Contacts adden, die “Samui” im Username haben. (Ein Satz mit 7:5 Denglish-Ratio. Das schaffen nur Samui-Portale!)
PS: arbeite gerade an einem längeren Artikel zu sozialen Netzwerken (für alle älteren Leser hier — das ist Internetkram) und deren Nutzung in Thailand.
Swimming-Pool
Dass der Swimming-Pool ziehen würde, wusste ich schon. Irgendwie denken alle Leute immer, das “wir Farangs in Thailand” den ganzen Tag am Pool oder in der Hängematraze liegen. Was grö?tenteils daran liegen könnte, dass viele Farangs, die ich kenne, ihre Telephonate nach Hause mit weitschweifigen Erklärungen beginnen, dass sie gerade am Pool in der Hängematte liegen… auch wenn es gerade aus Kübeln gie?t.
Jedenfalls hat mein neues Haus auch ein ganz fancy aussehendes Waschbecken im Bad, das rund ist. Rund. Ich fühle mich gleich eine ganze Farangkategorie aufgewertet. Von Holzhaus zu Steinhaus zu rundem Waschbecken.
Und dann ist das Wasser bis zum Rand gefüllt (ich bin schon wieder beim Pool), stylisch. Nicht so dödelig wie die Null-Acht-15-Plantschbecken der Ressort-Farangs um die Ecke mit ner Handbreit Luft rings ums Becken. Um das Ganze noch zu toppen, ist das ganze Teil in einer nicht wirklich definierbaren Form angelegt und hat einen Whirlpool. Wiederum rund.
Eigentlich mag ich ja Swimming-Pools nicht, aber für Photozwecke werde ich wohl mal nach Mitternacht reinschlüpfen. Bis an den Hals, ich hoffe, die Gesetze der Optik werden gnädig zu mir sein.
Und: Das Beste am neuen Haus™ — fast keine Farangs in der Gegend. “Nur Koreaner”. Sagte der Vermieter, nicht dass jetzt wieder die Rassistenvergleiche kommen. Und auf Koreaner stehe ich.
PS: Freitag ziehe ich um. Ich zähle die Stunden. In beiderlei Hinsicht.
Problemhunde
Ich such(t)e seit gut drei Wochen nach einem neuen Haus (eine lange Geschichte, jede Menge Beziehung, Dating und anderer Kram aber letzten Endes sind (oder werden) alle Beteiligten (irgendwann) glücklich sein). Interessanterweise ergibt sich auf einmal ein Problem, was ich nie als solches angesehen habe:
Die Hunde.
Ich könnte jede Menge unmöblierter Häuser mieten. Aber alle möblierten Häuser (bzw. deren Vermieter und Innen) mögen keine Hunde. Einerseits nicht, weil Hunde immer (jaja) drau?en rum stromern und die Streuner der Umgebung begatten und andererseits, weil ich immer sage, dass meine beiden Fellbündel Haushunde sind und sie deshalb in den Weltbildern der Thaivermieter natürlich den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als die billigen Möbel anzuknabbern. Wie man es sagt — es ist nicht gut.
Egal.
Das Problem ist gelöst und wir haben sogar einen Pool vorm Balkon. Aber wie gesagt, dazu später einmal mehr.
In Memoriam
Zugegeben, das letzte Bild hat mit Kochen wenig zu tun, aber das ist unser Samak, wie er leibt und lebt: ein freundliches Lächeln auf den Lippen und einen oder mehrere Finger gen Kamera erhoben…
Samaks (vorläufiges) Ende
Tatsächlich . Eine Kochsendung hat ihn aus dem Premierministeramt gesto?en. Wie lustig.
Jedenfalls haben die relevanten Leute der PPP schon verkündet, dass sie sowieso mit ihrer immer noch bestehenden Mehrheit den alten zum neuen Premierminister wählen werden. Es war ja kein Wahlbetrug, also wird er auch nicht für 5 Jahre im politischen Zirkus Thailands gesperrt.
Wieder ein paar Tage gewonnen.
Im Januar behaupteten Samaks Neider, er würde es mit seiner Regierung maximal bis Juli schaffen. Als dann klar wurde, dass er es länger schaffen würde, begann man zu demonstrieren. Als er sich davon nicht beeindrucken lie?, belagerte man das Gouvernment House. Alles wirkte nicht.
Die Kochsendung, die er als Premierminister (und jahrelang zuvor schon) präsentierte schon.
Das Kabinett ist mit der Entscheidung aufgelöst worden. Samak darf nicht als ?bergangspremierminister fungieren, die anderen Minister bis zu 30 Tagen. Dann muss eine neue Regierung gebildet sein.
Samaks Ende?
Morgen werden wir sehen, ob die Regierung Samaks es noch bis zum Meilenstein des kommenden Referendums aushalten wird. Er sagte heute in einem Verfahren aus, in dem es um einen Verstoss gegen die Verfassung Thailands ging.
Anfang des Jahres trat er auch nachdem er bereits Premierminister war in seiner eigenen Kochshow “Chim pai, bon pai” auf und soll damit Geld verdient haben, was für einen thailändischen Premierminister an sich schändlich ist. Premierminister dürfen verfassungsgemä? nicht mit Profit an Unternehmungen teilnehmen.
Wird er für schuldig befunden, dann verliert er seinen Posten als Premierminister und das Parlament muss aufgelöst werden. Ich würde mich totlachen, wenn eine Kochsendung etwas zu Stande bringen könnte, was die PAD mit ihren friedfertigen Protesten nicht geschafft hat.
Sü? finde ich den folgenden Absatz im Artikel von The Nation :
He said he had only hosted the show a few times after becoming prime minister and only on a freelance basis. He claimed he had passed the money he earned on to his driver.
Wir werden ja sehen…
Noch da
Wir sind alle noch da. Samak bleibt (vorerst) Premierminister und das Internet wurde (noch) nicht gekappt. Die Gerüchte um Samaks Rücktritt haben vermutlich für eine ruhige Nacht gesorgt.
Samak hat heute Morgen in seiner Ansprache lang und breit erklärt, dass er nicht zurück treten kann , weil das Land ihn braucht.
Stattdessen hat man heute vormittag in einer eilends einberufenen Parlamentssitzung beschlossen, ein Volksreferendum durchzuführen , in dem geklärt werden soll, ob die Wahlgesetze geändert werden sollen, das Parlament aufgelöst werden soll und ob Samak Premierminister bleiben soll.
Interessant bleibt zu sehen, ob die PAD, die zwar ganz gro? im Mobilisieren friedfertiger Demonstranten ist, aber nie so recht ihre Leute zum Wählen zu schicken vermag (wenn man die Zahlen der vergangenen Wahlen betrachtet), es diesmal schafft, mehr als die kleinere Hälfte der Wähler hinter sich zu vereinigen.
Durchschnitt
Heute erreichte mich diese aussagekräftige Meldung . Wer so wie ich des Thais noch nicht ausreichend lesenderweise befähigt ist, wird sich so seine Gedanken machen, was der Artikel uns sagen will.
Ich auch, also lies ich unseren Azubi mal übersetzen. Im Prinzip geht es darum, dass Mitarbeiter der CAT Telecom (einer der drei gro?en Internetanbieter in Thailand) und TOT (der zweite der drei) die Anbindung des thailändischen Internets an das weltweite Netz kappen wollen, um den “Kampf” der PAD gegen die Regierung zu unterstützen.
Das nennt sich Demokratie und Meinungsäu?erung hier. Ich bin sehr gespannt, ob und wer im Falle der Abschaltung zur Verantwortung gezogen wird.
Heute nun hat man sich entschieden, bis morgen neun Uhr warten zu wollen, bis man eine endgültige Entscheidung fällt, das Internet abzuschalten .
Morgen neun Uhr ist glücklicherweise zeitlich nach morgen sieben Uhr drei?ig, so dass eventuell kein Grund mehr gegeben ist, uns vom weiten Netz abzuschneiden.
Rücktritt?
Man munkelt , Samak würde morgen um 7:30 Uhr zurück treten und habe heute eine Audienz zu diesem Thema beim König gehabt.
Wir werden ja sehen…
Ausnahmezustand
In Bangkok wurde nach den Ausschreitungen heute Nacht der Ausnahmezustand verhängt .
Damit sind Menschenansammlungen von mehr als 5 Personen verboten. Die Behörden dürfen ohne Rechtsgrundlagen Personen bis zu sieben Tagen festhalten sowie den Zutritt zu Plätzen verweigern oder Plätze räumen lassen. 436 Schulen in der Hauptstadt bleiben für die nächsten drei Tage geschlossen. Zur Arbeit gehen dürfen die Menschen jedoch noch.
Man sagt, Thailands Premierminister Samak Sundaravej hätte im Mai 1992 den Befehl gegeben, Gewalt gegen die Demonstranten anzuwenden (Black May 1992 bei Wikipedia , interessanterweise wurden die Demonstranten auch damals schon von Chamlong Srimuang, einem der Köfe der PAD heute, geführt), weshalb er diesmal einerseits weniger voreilig gehandelt hat, andererseits ihm auch vom Militär weniger Unterstützung zuteil wurde. Mit den Gewalttätigkeiten heute Nacht (ein Toter und mehrere Verletzte) hat die PAD Samak das perfekte Alibi geliefert, um die Armee zum Einschreiten zu zwingen. Vergangene Woche noch hat sich General Anupong geweigert, mit militärischen Mitteln einzugreifen.
Seit dem Beginn vergangener Woche zeigte die PAD (Peoples Alliance for Democracy), wie sie Demokratrie gegen die Regierung der PPP (Peoples Power Party) durchsetzen will. Erst durch einen ?berfall auf das Staatsfernsehen, danach durch die bislang andauernde Belagerung des Regierungsviertels in Bangkok. Seit Ende der Woche streiken die Zugfahrer, wichtige Verkehrswege wurden blockiert, Flughäfen besetzt. Sie drohen die Wasser- und Energieversorgung abzuschneiden. Bei jedem Stromausfall gestern durfte ich mir Sprüche a la “Sind das jetzt die Demonstranten oder ist das ein normaler Stromausfall” anhören.
Mit diesem etwas diletantisch ausgeführten Generalstreik haben die Demonstranten erstmalig die Touristen, Haupteinnahmequelle des Landes, in die Konflikte hinein gezogen. Sehr clever und meiner Meinung nach schon lange nötig gewesen. Die Luxusressorts auf der Insel käpfen mit Besucherrückgängen und kurzfristigen Absagen.
Die PAD hat durchaus eine Agenda:
- Samaks Regierung, die sie als Thaksins verlängerten Arm sehen, soll zurück treten
- Thaksin soll zurück nach Thailand geholt werden und sich seinen Anklagen stellen
Ich bin der Meinung, letzteres hätte man auch mit normalen rechtlichen Mitteln erreicht. In den vergangenen Wochen sprach man schon von einem Putsch der Judikative, weil überaus viele Politiker verurteilt und Parteien verboten wurden. Samaks Regierung hingegen erhielt (mehr oder weniger) demokratisch die Stimmen der Mehrheit der Wählenden.
Die Berichterstattung in Thailand über die Vorkommnisse ist generell polarisierend. Die Fernsehkanäle sind entweder pro-PAD or pro-PPP. Die Rhetorik der PAD-Führer hat eine mitreissende Wirkung auf die Unterschichten. Die Berichterstattung ausserhalb Thailands macht mehr oder weniger den Eindruck schnell zusammen geschriebener “ach dort brennts ja auch noch”-Beiträge.
Es gibt da bspw. den Tränengaszwischenfall. Je nach Berichterstattung haben entweder Ruhestörer unter den Demonstranten oder die Polizei auf friedfertige Demonstranten Tränengas gefeuert. Interessant hier ist, dass die friedfertigen Demonstranten versuchten, relativ unfriedlich Eintritt auf ein Polizeirevier zu erhalten, in dem sie Polizisten vermuteten, die noch Stunden vorher im Regierungsviertel versuchten, Demonstranten zu vertreiben (zu dem Zeitpunkt gab es einen Gerichtsbeschluss, der die Demonstranten vom Regierungsviertel ausweisen lies). Interessant auch ist, dass im Polizeiinventar keine Tränengaspatronen fehlten und die abgefeuerten Patronen aus Schwarzmarktquellen stammen. Interessant ist weiterhin, dass es keine auswertbaren Bilder oder Videos der ansonsten gut durchorgansierten Demonstranten gibt, auf denen man erkennen kann, von wo die Patrone geworfen wurde (es gibt “Analysen”, die zeigen, wie ein Demonstrant etwas wirft). Aber Polizeigewalt gegen Demonstranten — das zieht immer.
Die Bilder von heute Nacht hingegen sprechen eine eindeutige Sprache. Armee oder Polizei waren darauf nicht zu sehen.
Wie auch immer: Nach Gut oder Böse lassen sich die beiden Seiten schon lange nicht mehr einteilen. Und der König bleibt verdächtig stumm.
Gewaltlos II
Auf allen Thaikanälen sieht man derzeit Live-Bilder von PAD-“Demonstranten”, die friedfertig mit Eisenstangen und Elektroschockern auf Gegendemonstranten ein-“wirken”. Würde mich nicht wundern, wenn wir morgen früh mit einer Armee-Regierung aufwachen.
Vor gut einer Stunde begannen regierungsfreundliche Demonstranten, in Richtung des von PAD-Demonstranten besetzten Regierungsgebäudes zu ziehen .
Gewaltlos
Bilder von verschiedenen unter den PAD-Demonstranten eingesammelten Geräten im Pantip-Forum künden vom unbewaffneten Widerstand gegen die böse Regierung.
PS: In der Berichterstattung über die gegenwärtige Lage in Thailand gibt es immer nur Meldungen, die von einer der beiden involvierten Seiten kommt. Niemals sowas wie objektive Berichte.
Verkauft (aber nicht verraten)
Thaksin Shinawatra, unser (ehemaliger) Premierminister und trotz Asyls in London immer noch Präsident des thailändischen Profigolfervereins, hat sein Spielzeug, den Mehrheitsanteil am britischen Fussballclub Manchester City an eine Bietergesellschaft aus Abu Dhabi verkauft . Scheint, dass sein Geld knapp wird.
Irgendwie sagt er (Thaksin) immer das Eine und macht das Andere… wie soll man ihm da nur noch vertrauen ;)
Stromausfall
Gegen neun Führer der PAD sind Haftbefehle ausgestellt worden und man nimmt an, dass sie bei “Einbruch der Dunkelheit” verhaftet werden sollen. Grade wurde den Demonstranten am Government House (Map ) der Strom abgestellt . Sie demonstrieren aber fröhlich weiter.
Demokratie Thaistyle II
Dass Demokratie und Meinungsfreiheit im Verständnis von rund 50% der Thais immer seltsam interpretiert werden, wissen wir ja bereits. Nun wurde ja für heute die gro?e letzte Demonstration der PAD angekündigt und siehe da, auch sie artete eher aus.
Zuerst haben Demonstranten, die sich als Vertreter der PAD aus gaben (die PAD hat das erst dementiert und dann bestätigt) landesweite und das zentrale Studios des Senders NBT in Bangkok besetzt. NBT ist sowas wie ein gemeinsamer Sender aller Channels in Thailand und hat in den vergangenen Wochen grö?tenteils Olympiaberichterstattung betrieben. Bei der nach Verlautbarung der PAD gewaltlosen Besetzung wurden Moderatoren ge- und Scheiben zerschlagen. Das konnte man alles auf dem Sender sehen, bevor ein paar trotzige Mitarbeiter aus dem Sendewagen vor der Tür zu senden begannen.
Dann brachen Demonstranten in das Regierungsgebäude ein. Friedlich und auf legalem Wege, wie die Führer der PAD wieder meinten. In vier Ministerien war heute “ein langer Feiertag”, Schuluntericht in der Gegend fiel aus Sicherheitsgründen aus.
Was genau sich die PAD mit den Aktionen erhofft hat, ist nicht so ganz klar. Eine Regierung stürzt man auf anderem Wege.
Jedenfalls trat Premierminister Samak am Nachmittag vor die Kameras und meinte, es wäre nun an der Zeit, aufzuhören. Ein Ausnahmezustand wurde nicht verhängt, das Militär hat nicht geputscht, die Polizei hat nicht geputscht und die PAD mehr Gesicht verloren als sie nach den letzten Aktionen hatte.
Bis morgen früh sollen die Demonstranten abziehen und die PAD-Führung darf sich auf einen Gefängnisaufenthalt vorbereiten .
Man wird ja sehen…
Guten Morgen
Endgame
Morgen soll die gro?e und definitiv letzte Demonstration der PAD (Peoples Alliance for (???) Democracy) in Bangkok statt finden. Die Regierung hat die Demonstranten schon gewarnt, nichts “Kriminelles” zu veranstalten. Interessanterweise wird relativ zeitgleich mit dem glorreichen Triumpfzug der Medaillisten Thailands bei der Olympiade demonstriert. Einmal Gold im Gewichtheben, einmal Gold im Boxen, einmal Silber im Boxen, einmal Silber im Taek Won Do.
Als Bangkoker hat mal also genügend Freizeitangebote morgen.
Olympisches Verhauen
Gerade startet der Kampf um die Goldmedaille im Boxen bei den Fliegengewichten. Oder so. Jedenfalls verhaut da ein Thai einen Kubaner und nach drei Minuten steht es schon 5:0. Sieht nach einer weiteren Goldmedaille aus.
Update 1: Ergebnis
Somjit Jongjohor (TH) gewinnt Gold mit 8:2 Punkten gegen den Kubaner Andris Lafita Hernandez im Fliegengewicht. Das zweite Gold für Thailand in dieser Olympiade. Nachher kämpft dann noch Manus um Gold (was er sicher gewinnen wird).
Update 2: Ja, well, Manus hat ’nur’ Silber erkämpft . Manus Boonjumnong (TH) unterlag Felix Diaz aus der Dominikanischen Republik mit 12 zu 4 Punkten. Damit rückt Thailand im Medaillenspiegel der diesjährigen Olympischen Spiele auf Platz 30.
Glimmiger Empfang
Gary Glitter ist zu Hause angekommen . Das nur, damit unsere kleine Reise—Serie zu einem glücklichen Ende gebracht werden kann. Die thailändische Immigrationsbehörde hat gerade noch rechtzeitig festgestellt, dass sie dabei ist, mit dieser Farce mehr als nur ihr Gesicht zu verlieren und ihn kurzerhand ins Flugzeug nach London gesetzt.
Corker [sein Anwalt] said the former rock star, whose real name is Paul Francis Gadd, was “pleased” to be back in Britain, because he would have a chance to clear his name.
Klar.
Datentransfermitschnitt
Morgen ist ein gro?er Tag für die thailändische IT-Behörde MICT (was soviel wie Ministerium für Informations- und Kommunikationstechnologien hei?t). Das ist das gleiche Ministerium wie jenes, das Youtube verbot und das Nutzen von Technologien, welche der Verschleierung der eigenen IP dienen (Tor, Proxies) unter Haftstrafen stellt.
Im neuesten Coup haben sie ein Gesetz heraus gebracht, das in gut 1 Stunde in Kraft tritt und jeden Internet-Service-Anbieter unter Androhung von 500.000 Baht (je nach weltwirschaftlicher Gesamtsituation so um die 10.000 EUR) Strafe bei Nichteinhaltung dazu verpflichtet, den gesamten Datentransfer auf die Zehntelsekunde genau für 90 Tage zu loggen.
Ich habe dann den Nachmittag damit zu gebracht, Syslog-Dämonen zu bändigen und mich ein bisschen gefreut. Weil es anscheinend keine Regel gibt, wie genau diese Daten formatiert werden sollen. Hehehe…
PS: Thais sind ja clever, und so gibt es gleichen ein (noch?) freies Loggingprogramm, das auf das Gesetz zugeschnitten sein soll und dramatisch auf den Beginn des 23. August runter zählt .
Glitters Welttournee
Gary Glitters Welttournee geht weiter . Nach einem kurzen Stop in Hong Kong wurde er heute morgen wieder zurück nach Bangkok geflogen. In Hong Kong ist er wohl unerwünscht. Seine Optionen nun: Gro?britanien oder Vietnam, von wo aus er nach Gro?britanien deportiert werden würde.
Ausgeglitzert
Paul Francis Gadd, den die meisten meiner (sehr viel) älteren Leser wohl unter dem Namen Gary Glitter kennen, wurde in dieser Woche aus einem vietnamesischen Gefängnis entlassen und sitzt nun in Thailand auf Subvarnabhumi, dem internationalen Flughafen fest , weil er sich weigert, nach Gro?britanien weiter zu reisen und die Thais ihn nicht im Lande wollen.
Der ganzen Angelegenheit voraus gingen eine Verurteilung in Gro?britanien, wo er ein Notebook mit 4000 Kinderpornobildern in die Reparatur gab, die ‘Flucht’ vor der Presse nach Spanien, wo er nach einer Weile dann doch entdeckt wurde und weitere Stationen in Kuba, Cambodia und eben dann Vietnam. In Vietnam wurde er 2006 wegen sexueller Belästigung zweier neun und elf Jahre alter Mädchen zu drei Jahren Haft verurteilt.
Die ganze Kinderschändergeschichte ist natürlich nur eine Schmierenkampagne der englischen Yellow Press gegen ihn und er sagt bis heute, dass er die Mädchen nie angefasst hätte:
The singer maintained his innocence, blamed a media conspiracy and claimed he was teaching the girls English and allowed them to stay overnight because they were scared of ghosts.
In Vietnam darf er nun nicht mehr einreisen, in Cambodia ist er ebenfalls unerwünscht. In Indonesien hat man ihn vor kurzem rein präventiv wegen “des zu erwartenden Imageschadens für das Land” auf die Blacklist gesetzt und auch hier in Thailand ist er Persona non grata . Man meint, er wölle nach Singapore oder Hong Kong weiter reisen, um ein halbfertiges Album, ehm, fertig zu stellen.
Die Briten wollen ihn am liebsten wieder im eigenen Lande haben, weil sie denken, ihn dort besser kontrollieren zu können. Fragt sich nur, warum er nun nicht dorthin zurück kehren will, schlie?lich sieht es so aus, als ob es das einzige Land wäre, das ihn gerne aufnehmen würde.
Another Sonnenaufgang auf der Fähre
Und wiedereinmal durfte ich auf einen Visarun ins geliebte muslimische Nachbarland gehen. Selbst wenn man nur aller drei Monate raus und rein muss, ist das etwas lästig. Trotzdem ganz gut für Sonnenaufgänge.
Und ja, bin wieder da.
David Beckham’s House
Reisegeschäft
Manch einem mag es aufgefallen sein, dass ich gestern Abend schnell noch die restlichen 80 Bilder aus der Deutsch.Landreise zu flickr.com geladen habe, was größtenteils daran lag, dass ich an anderer Stelle recht leicht fertig versprochen habe, alle Bilder oben zu haben, ehe ich wieder auf Reisen gehe.
Die Voraussetzungen sind gegeben (je nach Interpretation des Versprechens), also verlasse ich fluchtartig die Insel. Es geht Richtung Bangkok und dann lass ich mich treiben. Ein paar Tage. Mal sehen wie lang. Bestimmte Dinge wollen geklärt werden.
Hin und wieder stimmt es: “Samui is a small island…”
Geschäftsreise
Thaksin Shinawatra, Vorsitzender des thailändischen Profigolferverbands, und seine kürzlich verurteilte Frau Pojaman sind heute nach China gereist . Geschäftlich. Die anwesenden Kinder brachen bei ihrer Abreise in Tränen aus, wie man das auch so macht, wenn die Eltern auf Geschäftsreise gehen.
Pojaman, Bhannapot Damapong and Kanchanapa Honghern quietly left Thailand at 10.40 AM from Suvarnabhumi Airport in Bangkok to Beijing on Tuesday. They were seen to carry several luggages with them. Some of her three children broke down into tears as they saw her off.
Pojaman kommt natürlich zurück um sich ihrer Haftstrafe zu stellen.
Samui in den News
Hin und wieder sollte man Marketing in eigener Sache machen, hier also die neuesten Neuigkeiten aus Samui:
11 Burmesische Crewmitglieder eines Fischerbootes töteten erst die vier Thais, denen das Fischerboot gehörte und versuchten dann, das Festland zu erreichen. Dabei ging dem Boot der Sprit aus, die 11 versenkten das Boot und riefen dann um Hilfe. 2 der Crewmitglieder wurden dann von Rettungskräften aus Samui aus dem Wasser gezogen und gaben die Tat nach einer Weile zu.
(Merke: Sind es Mörder, kommen sie aus Burma, sind es Schwarzarbeiter, sind sie Birmesen und wenn sie in der Armee sind, dann stammen sie aus Myanmar.)
Und dann war noch das: Auf Samui wurde mal wieder ein Kokain-Ring zerschlagen . Mit Hilfe amerikanischer Anti-Drogen-Fahnder wurden ein Iraner und “lokale und auswärtige” Mitglieder festgenommen, die auf der Insel Kokain ver- und Geldwäsche betrieben.
Damit ist unsere Insel wieder so sauber wie sie schon immer war. Bis zum nächsten zerschlagenen Drogenring.
Als ich neulich Freunde aus Bangkok zur Fähre nach Koh Pha Ngaan brachte (man wollte die Auswirkung der Fullmoon Party dort auf Thais untersuchen) rollten mir ständig kleine leere Fläschchen vor die Fü?e. Ein Thai grinste mich dann immer konspirativ an und machte sniffende (Ganzkörper)Bewegungen. Zur Preisangabe kam es dann, als ich mir ein alkoholisches Aufmunterungsmittel beschaffen ging.
Wie auch immer. Ich glaube natürlich, dass Samui kriminalitäts- und drogenfrei ist.
Thaksin verkauft Manchester City
Oder auch nicht . Aber man kann ja mal drüber nach denken, so wie es die englischen Sportzeitungen heute machen. Thaksin soll sich erkundigt haben, was denn die Konditionen seien, um seinen Anteil an Manchester City, einem Fussballclub in Grossbritanien wieder zu verkaufen. Gekauft hat er ihn erst nach dem letzten Putsch, was in Thailand eine kurze Zeitspanne ist.
Als Grund vermutet man, dass er Geld braucht und Probleme hat, an seine eingefrorenen Gelder in Thailand heran zu kommen:
But as he struggles to get 800 million pounds of assets unfrozen in his Thailand while currently facing trial on corruption charges in Bangkok, it appears he is considering cutting his losses at the City of Manchester Stadium.
Ich persönlich denke ja eher, dass es etwas mit dem drohenden Gesichtsverlust zu tun hat, der ihn erwartet, wenn seine ganzen Verfahren mit für ihm negativem Ausgang enden und er per Vertrag gezwungen wäre, seine Anteile zu verkaufen. Die Briten mögen anscheinend keine Vorbestraften als Clubbesitzer.
Aber wie auch immer, er will ja gar nicht verkaufen, man hat nur gerade keine anderen Themen bei der Hand:
Last night a Manchester City spokesman said: ‘It is not true to say that Dr Thaksin Shinawatra is trying to sell Manchester City, nor that he is looking for a buyer. Since he bought the club a number of potential investors from his wide network of business associates have spoken to Dr Thaksin about investing in the club. These discussions have been nothing more than exploratory.’
Bild-Zeitungs-Leser wissen mehr Unfug
Bei Bild Online kann der geneigte Leser heute einen Beitrag über den “Inkognito”-Besuch des thailändischen Kronprinzen in Deutschland lesen.
Toller Titel:
Dieser Autofahrer ist der Kronprinz von Thailand
Da fehlen mindestens drei Ausrufezeichen. Im Text wird einmal quer durch das Abendmahl des Prinzen gegangen und die Autoren fragen sich (natürlich gerechtfertigt im Auftrag des unwissenden Lesers der Unterschichtengazette), was der Mann da so in Deutschland macht (Flugzeug fliegen, schlie?lich ist er Luftwaffen-Pilot und noch nicht König) und warum er seinen Chauffeur durch die City chauffiert (Stra?enqualität und Rechtsverkehr).
Viel interessanter ist die Frage, warum die gelehrten Autoren der spannenden Reportage nicht darauf eingehen, die wievielte Ehefrau… hupps… nein… ich wollte doch …
PS: Prinz Maha, wie er so schelmisch bei Bild genannt wird, hei?t im wahren Leben Maha Vajiralongkorn und ihn nur Prinz Maha zu nennen dürfte mit Sexverbot beim nächsten Urlaub der Autoren in Pattaya bestraft werden.
Bush kommt
Der Sohn des ehemaligen amerikanischen Präsidenten George Bush kommt in den nächsten Tagen auf seiner Abschiedstournee in Thailand vorbei. Aber nicht, weil er die Thais so nett findet oder irgendwelche Freihandelsknebelverträge erneuern will. Nein, er kommt um im thailändischen Fernsehen Position gegen Burma, Birma und Myanmar zu beziehen. Je nachdem, welcher Reporter mit welcher Parteilichkeit berichtet. Birma ist böse, man trifft sich mit Dissidenten und zeigt die Unterstützung der amerikanischen Regierung im Kampf gegen die bösen Myanmar-Militärs mit ihrem ständigen Rumgemenschenrechtsverletze.
Ein Schelm wer da an Geld und Rohstoffe denkt.
PS: Anschlie?end kuckt er sich Olympia in China an. Und wird dort nichts zum Thema Menschenrechte sagen. Man muss ja Prioritäten setzen.
PPS: Ein Interview, das Bush mit einem thailändischen Reporter führte gibt es auf Nation Online .
Thailands eigener Videogamekiller
Endlich hat auch Thailand seinen eigenen Videogamekiller. Ein 19 Jahre alter Schüer wurde heute in einem Taxi aufgefunden, mit erstochenem Taxifahrer im Rücksitz. Er gab zu, von Grand Theft Auto “abhängig” zu sein und Töten im Spiel als einfach empfunden zu haben.
Da er von seinen Eltern nicht genügend Taschengeld bekam, hat er kurzerhand bei Tesko ein paar Messer gekauft und nahm sich ein Taxi. Später dann hat er den Taxifahrer bedroht und, als der sich wehrte, ihn mit 10 Messerstichen getötet. Anschliessend wollte er das Taxi noch verstecken fahren, aber auch das Autofahren hat er einfacher eingeschätzt, als es in wahren Leben ist.
Grand Theft Auto, das Videospiel wurde inzwischen vom Markt genommen. Und nun beginnen die Moraldebatten.
Vor ein paar Wochen noch musste ich Europa verteidigen, weil “wir” Videogamekiller haben. In Thailand würde das nie passieren.
Nun… Es passierte …
Ich finde ja, ein eingener Videogamekiller berechtigt zur Aufnahme in die sog. “Erste Welt”.
3 Jahre
Pojaman Shinawatra, die Gemahlin des amtierenden Präsidenten des thailändischen Profigolferverbands, wurde eben wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt . Sie hat wohl gemeinsam mit ihrem Stiefbruder und ihrer Sekretärin oder Haushälterin (je nach Publikation variierend) 546 Millionen Baht an Steuern nicht bezahlt. Das sind mehr als 10 Millionen Euro.
Sie hat natürlich alles abgestritten, aber das hat ihr nichts genutzt, denn die Richter des Landes sind gerade auf einem putschartigen Trip. Diesen Monat durften schon drei Minister ihre Büros räumen und zwei weitere Verfahren gegen Pojamans Gatten Thaksin wurden eingeleitet.
Gestern noch wurden sowohl Thaksin als auch Pojaman Ausreisegenehmigungen “for business in India and China” erteilt und sie beantragt gerade Kaution. Ich glaube nicht, dass sie von ihrer Geschäftsreise zurück kommen wird.
Sonnenuntergangsfinsternis
Freitag Abend kann man Zeuge eines ganz besonderen Sonnenuntergangs werden. Ab 17:58 wird in Thailand kann man Teile der diesjährigen totalen Sonnenfinsternis über Asien sehen. Wird sicherlich ein gutes Photomotiv, wenn das Wetter mit spielt.
Demokratie Thaistyle
Das folgende Video zeigt, wie ungefähr 50% der Thais ihr Recht auf Meinungsfreiheit interpretieren.
Vergangene Woche gab es eine Demonstration der PPP (Peoples Power Party, Regierungspartei) in Udon Thani. Es gab eine Gegendemonstration der PAD (Peoples Alliance for Democracy, Gegner der Regierung und Dauerdemonstrierer in Bangkok). Dann brach das Chaos los. Am Ende gab es einen Toten und rund 20 Verletzte auf PAD-Seite. Einer der Parteifunktionäre der PPP soll “aus Spass” 20.000 Baht (rund 400 Euro) für “PAD-Blut” geboten haben.
Teil 2: Ein paar brennende Textilien
Teil 3: Weitere Brandsachen
Erstaunlich, wie hilflos die Polizisten vor der ganzen Veranstaltung stehen. Erstaunlich wie normal viele diese Form der Meinungsäu?erung finden. Und erstaunlich, dass das Ganze für Südosteuropaasien dann doch relativ normal ist.
Ansonsten ist die Art und Weise der Demonstrationen nur ein Indikator wie blutig der nächste Putsch sein wird.
An-Alphabetik
Umfragen haben ergeben, dass nur 13,3 Prozent der Thais wissen, wieviele Vokale ihr Alphabet hat . Ein spontaner Test mit meinem Thai-Azubi ergab das gleiche niederschmetternde Ergebnis.
Es sind 21 Vokale. Und 42 Konsonanten. Wovon 2 nicht mehr verwendet werden und einer nur in drei oder vier Worten vor kommt. Bei den Vokalen gibt es aber nur gut 10 für europäisch geschulte Sprecher erkennbare Laute und auch die Konsonanten lassen sich auf ein paar Konstrukte herunter brechen…
Ist also (hihihi) ganz einfach…
Mein Azubi wusste interessanterweise gar nicht, was Vokale sind, denn die wurden ihm als “Laute” gelehrt. Vielleicht hätten die Leute, welche die Umfrage durchgeführt haben, das Ganze mal anhand der Schulbildung aufschlüsseln sollen…
Auf an die Tanke!
Heute Nacht wurde auf wundersame Weise das Benzin runde 5 Baht preiswerter . Das ist gut 1/8tel des alten Preises. Wenn Thaksin nun noch Ministerpräsident unseres kleinen Tropenstaates wäre, würden Pickups mit Lautsprechern und gro?e Plakate am Stra?enrand von den guten Taten der Regierung berichten. Ist er aber nicht mehr, weshalb das Ganze eher leise und verschämt eingerichtet wurde.
Ein bisschen erinnert mich die Preisänderung an (Sonnenalleemusik an) die gute alte Zeit in der Deutschen Demokratischen Republik, als die Vokabelhefte noch sechs und die Brötchen noch zehn Pfennige kosteten, egal wieviel Geld in die Produktion gepumpt wurde (Sonnenalleemusik aus).
Samak, unser immer noch (Wahrsager und politische Analysten sagten im Januar, er wäre es wohl nur 6 Monate) amtierender Ministerpräsident, hat beschlossen, seine Bürger glücklich zu machen und 600 Millionen Baht locker gemacht , um jeden verkauften Liter staatlich zu sponsern. Oder, um es politisch korrekt zu sagen: für die nächsten 6 Monate werden die Steuern auf Kraftstoffe um 5 Baht gesenkt.
Er kann das, weil er Premierminister ist und ausserdem im ?lfundus Thailands 6 Milliarden Baht vorhanden sind die man noch verbrennen kann.
In sechs Monaten dann haben alle Thais gelernt, dass man zur Mülltonne an der Stra?e auch zu Fu? gehen kann, sind reicher geworden und werden sich nicht beschweren, wenn sie dann plötzlich über Nacht 15 Baht mehr pro Liter zahlen müssen. Aber dann (wie Wahrsager und Analysten hieb- und stichfest ermittelt haben) wird Samak nicht mehr Ministerpräsident sein. Die Verantwortung wird dann jemand anderes tragen dürfen.
Dummerweise nur (Sonnenalleemusik an) haben Brot und Spiele noch nie zu dauerhaft bestehender Volkszufriedenheit geführt (Sonnenalleemusik aus).
Ich geh jetzt tanken…
Going postal
Seit einigen Wochen kommt die Post nicht mehr in meinem kleinen Haus an. Früher hat das eigentlich relativ gut funktioniert und ich bekam eine Postkarte pro Jahr, ziemlich genau 10 Tage oder 6 Wochen nach dem Versenden aus Deutschland beispielsweise, nun kommt gar nichts mehr an. Allerdings weiss ich von zwei Postkarten, die seit einigen Monaten auf dem Weg sein dürften.
Ich vermute mal, dass der Inselpostbote begonnen hat, eine Sammlung kontemporärer Postalien zu erstellen. Sowas haben wir noch nicht auf der Insel, das bringt immer Touristen.
Das mit der Post in Thailand ist sowieso so eine Art Gottesbeweis: Ich habe noch nie auch nur einen thailändischen Postboten gesehen, die Post kam trotzdem an. Irgendwas oder irgendwer muss da also sein. Nun also auch das nicht mehr (lang lebe Nietzsche).
Ich könnte mich ja irgendwo beschweren, das würde aber zweifellos zu unschönen Szenen mit dem Postboten und Gesichtsverlust selbigens führen und sowieso die ganze Mystik aus der Sache nehmen. Au?erdem fände ich es unschön, eines Nachts im Verlauf eines Racheakts von Postkarten zerritzt zu werden.
Also werde ich mich wohl oder übel um ein Postfach bemühen. Das wiederum dürfte ein grösseres Abenteuer werden, denn neulich auf der Post erhielt ich ein freundliches Lächeln und ein blankes “no hepp”, was man ungefähr mit “ich habe jetzt keine Lust, mich intensiver mit dem fetten Farang zu beschäftigen” übersetzen kann, von der unsüssen Briefmarken-Thai auf meine Frage nach einer Post- oder P.O.Box.
Dass es sowas hier gibt weiss ich. Man muss nur ran kommen und nicht unbedingt in einem ungünstigen Zeitpunkt in der Post aufschlagen. Was solls. Es wäre ja ein langweiliger Herbst, immer nur Sonne, Palmen und Strand…
Verschont mich also für eine Weile mit eurer reichhaltig eingehenden Fanpost.
One-Two-Go fliegt nicht mehr
Am Wochenende verkündete Udom Tatiprosongchai, der CEO von One-Two-Go, einer Flugfirma, die innerhalb Thailands die erste Billig-Fluglinie war, dass die Fluglinie ihre Tätigkeit bis Mitte September einstellen wird. Als Grund gab man die Preissteigerungen bei den ?lpreisen an.
So ganz glaubt das hier aber niemand, es gehen dann doch schon Gerüchte um, dass die Firma ihre Fluglizenz auf Grund des Absturzes in Phuket vergangenes Jahr verloren hat. Seither hört man immer wieder, dass die Piloten länger als erlaubt am Steuer sitzen und dass es erhebliche Sicherheitsmängel an den Flugzeugen gibt.
Siegreicher Roboter
Plasma RX, ein kleiner Rettungsroboter, der von angehenden Ingenieuren der Chulalongkorn Universität in Bangkok zusammengestöpselt wurde, hat den ersten Preis in der Kategorie Rettung beim RoboCup in Suzhou, China, gewonnen .
Auch in den letzten beiden Jahren gewannen Teams aus Thailand. Es gibt hier nicht nur Sand und Palmen…
I’ll smile to danger
Samak, unser Premierminister, hat ein sonntägliches “Talkshowformat” im Fernsehen, wo er aktuelle Probleme bespricht und seine Feinde auslacht. Heute beispielsweise erklärte er lang und breit, dass die Regierung an den Versuchen, sie zu Fall zu bringen erstarken wird. Am Ende sang er dann ein Lied auf Thai, was The Nation nett mit I’ll smile to danger übersetzte.
Er ist schon schnuffig.
Waffenstillstand
Die Separatisten in den drei südlichen Provinzen haben heute (medienwirksam) einen Waffenstillstand verkündet .
Der Sprecher der Separatisten soll ein Widerstandskämpfer namens Mali Peng Khann sein, der von 1984 bis 1987 aktiv war und im aktuellen Konflikt keine gro?e Rolle spielte. Er hat wohl schon mehrfach vergeblich versucht, zwischen den Fronten zu vermitteln.
Der Armeechef General Anupong Paochinda erklärte, dass man auch weiterhin nicht mit den Separatisten verhandeln will. Wenigstens wurde diesmal das Wort Terrorist nicht verwendet.
Das soll also nun das Ende von täglichen Berichten über geköpfte Buddhisten, verbrannte Farmer und erschossene Lehrer sein. Wir werden ja sehen.
Am Strand
Heute begann ich den Tag einmal mit einem Freund aus Bangkok und einem neuen Freund aus Malaysia am Strand von Maenam. Und mir fiel auf, dass ich da noch nie war. Einmal unter irgendeiner Palme beim Picknick, aber das gilt ja nicht ;)
Der Strand ist ganz nett. Und die Freunde noch netter.
So kann ein Tag gerne häufiger beginnen.
Berühmtes Fellbündel
Pokki hat es in und auf die Startseite eines San Franziskanischen Hunde-Newsletters gebracht… etwas ungünstig ist nur der Zeitpunkt ;)
Gleichaltriger Nachbar
Die Schlagzeile der Samuianischen Bildzeitung heute lautet:
Beckham’s house on Koh Samui completed
Bebildert ist das Ganze mit einem Photo auf dem er sich die Haare rauft… Ich weiss gar nicht warum ;) Er hat für 400 Millionen Baht (was ungefähr 8 Millionen Euro sind) eine Prachtvilla auf einem Grundstück in Ban Thai, gleich hier um die Ecke, erbauen lassen. Mit Privatstrand (was rein technisch eine Unmöglichkeit ist, denn jeder Strand in Thailand gehört seiner Majestät König Bhumibol und der hat die Strände seinen Untertanen vermacht). Sein Nachbar ist Sven Göran Eriksson, der Ex-Trainer von Thaksins Spielzeugmannschaft Manchester City.
Ich habe dem nichts hinzu zu fügen. Au?er vielleicht einem leichten Lächeln…
Kurzschnitt
Wir haben es (mal wieder) getan. Oder tun lassen. Vom Dog Hair Shop, der nun Grooming heisst. Wie langweilig.
Jedenfalls gab es in den vergangenen Wochen mehrere Tick- und Bugattentate, die beiden Filzläuse zerschleckten sich das Fell gegenseitig zu Knoten und es war auch nicht unbedingt kühl hier auf der Insel.
Bereut haben wir es nicht. Zum einen haben wir nun klare Geschlechtsverhältnisse farblich durch Halstücher gekennzeichnet und niemand wird Pokki jemals wieder für ein Mädchen halten und zum Anderen sind die beiden so hyperaktiv wie lange nicht mehr. Den ganzen Morgen schon kommt Pokki mit Tennisball bewaffnet und lässt sich so schnell nicht weg schicken und selbst Soosie, die normalerweise gelangweilt auf der Veranda liegt und dem Verkehr auf der Ringroad zu schaut rennt hinter Pokki hinterher.
Und zwei Monate keine Hundehaare zusammen kehren ist auch ganz nett…
Tennis!!!
Schön
Sie hat es zwar nicht bis zur Miss Universe in Vietnam geschafft, aber in der Sparte Nationales Kostüm gewonnen . Verdienterma?en. Gavintra Photijak , amtierende Miss Thailand (wenn ich das recht verstanden habe). Nett…
Paparazzi
Eines Tages erschienen am Empfangstresen eines samuianischen 5-Sterne-Ressorts zwei nette Herren und mieteten eine der überteuerten aber romantischen Villen. Sie erwähnten, dass sie einen Freund überraschen wollten, der wohl in den nächsten Tagen eintreffen wolle. Die folgenden Tage und Nächste verbrachten sie in nicht unangenehmer Begleitung am villeneigenen Pool. Das Ressort ist berühmt für seinen Service und seine Diskretion.
Nach ein paar Tagen traf im Ressort ein spanischer nicht sehr unbekannter Superstar in weiblicher Begleitung ein und wurde vom Personal in althergebrachter Art und Weise freundlichst begrüsst. Das Ressort ist berühmt für seinen Service und seine Diskretion.
Ein paar Tage später fand man den spanischen nicht sehr unbekannten Superstar in weiblicher Begleitung im Meer in einigen interessanten Posen und die beiden netten Herren am angrenzenden Strand mit Teleobjektiven an deren Enden Kameras erregt klickend angebracht waren. Eilig herbeigebrachte Handtücher verbargen das Gröbste, die beiden Herren wurden mitsamt Gepäck an den Empfangstresen beordert, der gleichsam als Verabschiedungstresen diente.
Sie erbaten die teuerste Immobilie des samuianischen 5-Sterne-Ressorts zu mieten, was das Management beruhigte und ihnen einige entspannte Tage in einer mit vierstelligen Dollarbeträgen per Nacht zu bezahlenden kleinen Idylle einbrachte. Weiterhin wurde um Diskretion gegenüber dem spanischen nicht sehr unbekannten Superstar gebeten (beiderseits), er müsse ja nicht unbedingt wissen, dass die beiden Herren die Tage weiterhin in nicht noch unangenehmerer Begleitung im gleichen Ressort hinter höheren Mauern an grö?eren Pools verbachten und die Batterien ihrer Kameras aufluden.
Irgendwann dann verliess der nicht unbekannte spanische Superstar in weiblicher Begleitung das Ressort. Am Abschiedstresen wurde er von seinen beiden Freunden übberrascht. Wieder. Welche Freude.
Spanische Blätter fragwürdigen Interesses flie?en derzeit über von Bildern aus Samui.
Das samuianische 5-Sterne-Ressort ist weiterhin bekannt für seinen Service und seine Diskretion.
Is finish!
“Is finish! Is finish!” rief mir heute der Tankstellen-Thai entgegen, als ich mit meinem durstigen Moped in die Auffüllstation um die Ecke einbog. Irgendwie haben die immer kein Benzin, wenn ich vorbei komme. Andererseits: Angeblich ist ja das Benzin so teuer, dass die Leute weniger fahren und tanken. Warum also werden die Tanks an der Tanke leer frage ich mich…
Ich hab da ja so meine Vorurteile. Empfehlen kann man die Tankstelle in Ban Thai niemandem. Die Befüller runden gerne mal wohlwollend auf, wenn es ums Wechselgeld geht und das Benzin ist grundsätzlich drei Baht teurer als an allen anderen Tankstellen.
Neuerdings gibts da zwei Betankerinnen, die wohl noch nicht gehört haben, dass Farangs in bestimmten Umständen Thai verstehen können und Scherze sehr weit unter der Gürtellinie betreiben…
Wie auch immer. Ban Thai, mai dtööm (nicht tanken).
Is finish finde ich trotzdem jedes Mal wieder süß…
Erwachsen werden
Wer nun hoffte, hier einen tiefen einsichtigen Eintrag zu meiner Adoleszenz zu lesen, der sei versichert: Wenn die Hölle zufriert. Beides, Adoleszenz und Eintrag.
Es geht um meine beiden kleinen süssen struppigen stinkenden Lebensgefährten Pokki und Soosie. Die beiden müssen am Tag nur noch zweimal vor die Tür. Das mag seltsam klingen, aber bis vor unseren Urlaub wollten sie wenn möglich aller zwei drei Stunden vors Haus und hatten immer irgendwelche wichtigen Geschäfte zu verrichten.
Nun also nur noch zweimal und wenn ich ausserhalb der regulären Zeiten auffordernd “los” rufe, ernte ich skeptisch bedauernde Blicke.
Pokki erledigt seine Geschäfte immer schnell und konzentriert (nicht dass er begriffen hätte, dass Pinkeln oben auf einem Abhang befeuchtende Effekte auf das Fell hat, diesbezüglich habe ich aufgegeben), holt dann einen Tennisball, rennt ihm pflichtbewusst dreimal hinterher und bringt ihn dann zurück auf die Veranda, wo er sich schnaufend nieder lässt und gespannt dem weiteren Treiben zu sieht.
Soosie hingegen läuft herum wie eh und jeh, schnüffelt, setzt an, entscheidet sich um, läuft weiter, schnüffelt, setzt wieder an und entscheidet sich wieder um. Das Ganze geht so lange, bis ich “up” sage um sie wieder auf die Veranda zu bringen. Dann beschleunigt sie ihre Suche nach dem perfekten Platz und ist nach weiteren Minuten halber Ansätze dann endlich fertig. Frauen.
Also nur noch zweimal am Tage. Ich entsinne mich noch recht unwehmütig an die Zeiten als man aller zwei Stunden selbst Nachts von bedürftigen Hunden geweckt wurde. Pokki vor und Soosie nach dem Häufchen.
Ausreiseverbot
Thaksin Shinawatra, seines Zeichens amtierender Präsident des Thailändischen Profigolferverbands, darf Thailand in den nächsten Wochen nicht verlassen . Dabei wollte er doch nur nach China, England, China (ja, zweimal) und Japan reisen.
In turning down Thaksin’s application to travel abroad, the nine-judge Criminal Tribunal for Political Office Holders reminded him about the close proximity between his trial date and his planned trip.
Im angesprochenen Gerichtsverfahren geht es um den Landkauf seiner Frau Pojaman, die 30 Rai Land aus dem Staatsbesitz gekauft hat. Thaksin war zu der Zeit Premierminister unseres kleinen aber stolzen Landes und steht nun im Verdacht, auf die Vergabe des Landes begünstigend eingewirkt zu haben.
Holiday Outtakes XIX: Metropolis
Holiday Outtakes XVIII: Grafitti
Holiday Outtakes XVII: Nepomuk
Alles wird teurer
Für eine Moped-Tankfüllung zahlt man heutzutage gute 120 Baht. Als ich auf die Insel kam (vor etwas mehr als 1250 Tagen) waren es nur 75 Baht. Die Fährpreise werden ab Morgen erhöht (sorry, ich wusste das schon länger, fand es aber weniger interessant… im Nachhinein hätte man ja ein paar Hamsterkäufe machen können, weil die Tickets auch weiterhin gültig sein werden…) und man rechnet mit zweistelligen Inflationsraten Ende des Jahres in Thailand.
Warum?
Wegen der Touristen. Die bleiben nämlich aus. Dass das alles nur an der derzeitigen politischen Situation und der 100%igen Wahrscheinlichkeit eines Putsches in den nächsten Wochen und Monaten liegt, erwähnen wir mal nicht.
Vor allem die Amerikaner sind ja immer recht schnell verängstigt, weshalb man gleich mal ein paar Flüge zwischen New York und Bangkok beschneidet — aber das sind ja auch die Typen, die zum Fussball-EM-Spiel zwischen Deutschland und der Türkei Reisewarnungen aufgestellt haben… Kein Verlust in meinen Augen.
Schade trotzdem, auf der Insel wird alles ein bisschen teurer.
Holiday Outtakes XVI: Bohemian
Holiday Outtakes XV: Them
Holiday Outtakes XIV: Racoon
Wir Kenner nennen es auch gerne Waschbär
Holiday Outtakes XIII: Stadtbeleuchtung
Es ist vollbracht (Teil 1)
Es ist vollbracht. 12.000 Photos vom Urlaub sind gesichtet und 270 Photos liegen in einem Ordner und warten darauf, vertaggt, beschriftet und hochgeladen zu werden… Ich denke mal, dass gut 50 Photos noch weg fallen werden. Mal sehen….
Inzwischen überlege ich, wie wir den ganzen Kram schriftstellerisch vollendet einbinden können ;) Ich dachte da so an einen Reisebericht eher taggender als chronologischer Art. Mal sehen….
Jedenfalls werde ich mein Versprechen, den Reisebericht vor der nächsten Reise fertig zu haben, wohl einhalten können.
Holiday Outtakes XII: Tourist
Holiday Outtakes XI: Buchenwald
Idyllisch. Trügte.
Holiday Outtakes X: Prag. Low Season.
Holiday Outtakes IX: Pflaster (in Prag)
Holiday Outtakes VIII: Holding the earth
Was die Erde stabil hält
Holiday Outtakes VII: Angel
Ein Engel über den Bauten von Dresden.
Thaksins Anwälte im Gefängnis.
Wie ?
The Supreme Court yesterday sentenced three attorneys for ousted premier Thaksin Shinawatra and his wife Pojaman to six months in prison for attempted bribery.
Da sagten sie noch neulich, sie hätten mit der Keksdose nichts zu tun gehabt… Sehr seltsam… Wem soll man denn nun noch vertrauen?
Morgen krachts (vielleicht)
Für morgen (Freitag) sind Demonstrationen der PAD (Peoples Alliance for Democracy, das sind die Gegner der aktuellen Regierung) angekündigt, in denen diese “mit Gewalt” gegen die Regierung vorgehen wollen. ?berhaupt haben sie angekündigt, mit den Demonstrationen nur dann auf zu hören, wenn die derzeitige Regierung zurück treten würde.
Samak, unser Premierminister hat ausdrücklich betont, dass er nicht gedenkt, Gewalt anwenden zu lassen.
Wir werden ja sehen….
Die Zukunft liegt in den Sternen
Gut. Also Thaksin Shinawatra, der Präsident des Profigolferverbands von Thailand (der nicht mal nach Samui kam als hier die Bangkok Open gespielt wurden, die sogar von der letzten Zeitung in Russland besprochen wurde) hat mal wieder was gesagt . Diesmal etwa Folgendes:
Be patient with the headache-inducing situation until July 2
Also Putsch am 2. Juli. Das letzte Mal, als er einen Putsch vorher gesagt hat, hat ein Wahrsager in Chiang Mai die Sterne im Mai als passend angesehen… Mai.
Wie schön, dass es nicht mehr strafbar ist, über diesen Mann zu lachen.
?brigens will er Ronaldinho für Manchester City einkaufen …
Holiday Outtakes VI: Berlin, der Flughafen mit dem T am Anfang
Es war kalt. Es war Mai. Und es war der Flughafen mit dem T im Namen. In Berlin…
Holiday Outtakes V: Come Druegg!
Push! The! Button!
What? What happen!
Wochenende
Es ist Wochenende und es regnet. Warum auch nicht. Wozu braucht man Sonne an den freien Tagen.
5 Minuten nach diesem Photo stand die Veranda unter Wasser, weil sich der Wind nicht entscheiden konnte, aus welcher Richtung er blasen sollte. Habs mir ein Stück lang angesehen, die Tür zugemacht und liege nun im herrlich akklimatisierten Bettchen und kucke Fernsehen.
What a day off.
Dreiarmig
Auf dem Münchner Filmfestival kann man Ende Juni den Film Handle Me With Care sehen, ein Film aus thailändischen Gefilden. Es geht um einen dreiarmigen jungen Mann, der, wie sollte es auch anders sein, sich plötzlich verliebt. Kurz bevor er seinen dritten Arm chirurgisch entfernen lassen will.
Der Film ist ohne Special Effects gedreht worden, jeder dritte Arm gehört einem zusätzlichen Schauspieler, der gekonnt durch clevere Kamerawinkel arbeiten konnte.
Der Schauspieler, der den dreiarmigen Kwan spielt, ist übrigens einer dieser Castingshows entlaufen, die “Big Brother” und “Deutschland sucht den Superstar” kombinieren. Dazu demnächst einmal mehr.
Subtilität
Subtilität ist nach Meinung mancher fehl am Platz in der thailändischen Politik.
Am Dienstag fand man auf dem Schreibtisch des Richters am obersten Gerichtshof Thailands, der sich mit dem Fall von Thaksin Shinawatra, seines Zeichens Präsident des thailändischen Profigolferverbands und früher auch mal Politiker, zu beschäftigen hat, eine Keksdose.
Das mag auf den ersten Blick nichts Besonderes sein, auf dem zweiten Blick stellte sich heraus, dass in der Dose fein säuberlich 2 Millionen Baht lagen. Keine Kekse.
Nun sind seit Tagen Presse, Thaksin, seine Gegner, Richter, Presse und noch ein paar Andere (unter anderem die Presse ) damit beschäftigt, zu deuten, wer denn nun die kleine Spende dort gelassen hat. Jemand, der den Richtern was Böses will, jemand der (nicht doch) Thaksin was Böses will, jemand der der Regierung was Böses will oder gleich jemand, der der gesamten demokratischen Grundordnung Thailands an die Rockzipfel will.
Thaksin jedenfalls hat durch seine Anwälte erklären lassen, dass seine Anwälte die Keksdose nicht auf fraglichem Schreibtisch platziert haben. Warum auch. Ist er schlie?lich ein rechtschaffener Zeitgenosse. Wie die Richter am obersten Gerichtshof irgendwann feststellen werden. Ob keksdosenbeeinflusst oder nicht, wird die Geschichte zeigen.
PS: 2.000.000 THB = 40.000 EUR, für manch einen Richter mehr als er jemals insgesamt im Dienst am obersten Gerichtshof erhalten wird.
Holiday Outtakes IV: Korea in Zwickau
Holiday Outtakes III: Sun over Robert
Gleich neben Robert Schumanns denkender Statue in den Himmel gesehen.
Holiday Outtakes II: Appletrees
Marienthal in Zwickau. Am Ende einer Stra?enbahnstrecke. Blauer Himmel, ein paar Wökchen, ein paar Apfelbäme. Reicht aus…
Holiday Outtakes
Gut 10% der Urlaubs-“photos” sind gesichtet und werden bereits bei Flickr.com hochgeladen. Froh sei nun, wer sich in meiner Flickr-Kontaktliste befindet, denn nur diese können die Photos sehen, solange ich die Berichte (oder was unsereins dafür hält) fertig geschrieben habe. Für die Flickr-Verweigerer gibts ein paar Outtakes hier auf “Samui? Samui!”…
Wenn ihr alle ganz lieb kommentiert…
… dann sehe ich mir morgen die ersten 3000 Bilder aus dem Urlaub an und verspreche auch (hoch und heilig, muahahaha), den ersten Teil des Urlaubsberichts (Samui bis Bangkok und von da bis in den Airport hinein) fertig zu stellen.
Ist eine ganz einfache if-then-else-Rechnung.
Sie lesen mit
Die Bangkok-Post hat keine Permalinks, weshalb ich ein Lesen des folgenden Artikels baldigst empfehle, ein “Backup” hab ich noch auf der Platte, falls er dann doch verloren geht.
Im Prinzip geht es darum, dass seit ein paar Tagen unser (in Thailand) Internet langsamer ist (stimmt, alle Pings benötigen rund 100ms länger), Youtube zwar lädt, die Videos aber alle nicht laden, weil die Verbindung in einem Honigtopf endet (stimmt, hab seit ich aus Europa zurück bin kein einziges Video sehen können), viele Websites nicht mehr wirklich erreichbar sind und auch sonst “online einiges seltsam ist”.
Manch einer sagt, das liegt daran, dass bestimmte politische ?nderungen unmittelbar bevorstehen, andere sagen, es liege daran, dass bestimmte politische Kräfte Angst haben, dass ?nderungen unmittelbar bevorstehen. Gemeinsamer Tenor ist, dass ?nderungen bevor stehen.
Stimmt: Die Regenzeit steht vor der Tür.
PS: Meinen Farang-Kunden in Thailand empfehle ich schon seit einigen Monaten, “wichtige” Datenströme über VPN-Verbindungen auszuführen.
Krank
Titelgebender Zustand nur als Erklärung dafür, dass hier trotz überstandenem Urlaubs keine Eintragsflut herrscht. 20 Tage Europa können dreieinhalb Jahre Klimaanlagenimmunität zunichte machen. Ich husste, keuche, schniefe und dampfe vor mich hin…
Es werden auch wieder gute Tage kommen.
Thaksins Mannschaft führerlos
Sven-Goran Eriksson war als Trainer in Schweden, Italien und England tätig (in letzterem als erster ausländischer Nationaltrainer) bevor er sich für eine Weile auf Samui zur Ruhe setzte.
Als dann der Präsident des Thailändischen Profigolferverbands Thaksin Shinawatra nach dem Oktober 2006 ein bisschen mehr Zeit hatte und sich einen Fussballclub in England kaufte, machte er mit viel Dementi und Geheimniskräerei Eriksson zum Trainer. Wer Fussball kann und ein Haus auf Samui hat, der kann auch einen in Thaihand befindlichen Englischen Erstligisten trainieren. Eriksson war übrigens der erste ausländische Trainer eines Erstligisten.
Dann kamen die schlechten Ergebnisse, Thaifahnen mit Thaksins Namen drauf, die hier in Thailand Sondersitzungen des Parlaments zur Folge hatten und Erikssons schlechtestes Fussballspiel, in dem seine Mannschaft 8:1 gegen Middlesborough verlor.
Eriksson’s departure had been inevitable for a couple of months. The Swede demanded talks over his future after City’s season ended with an 8-1 thrashing at Middlesbrough, yet Thaksin responded only by saying he was undergoing a thorough review of the season, leaving Eriksson to take charge of a two-match tour of the Far East.
Das ist nicht unbedingt Thaistyle, eher Thaksinstyle, hat aber ein bisschen was von den alljährlichen Putschvorbereitungen.
Nun wurde er gefeuert und hat wieder Zeit, sich um sein Haus auf Samui zu kümmern. Als erster Ex-National- und Ex-Erstligisten-Trainer Englands.
Karajan is lange tot.
Übrigens brannte die Philharmonie in Berlin, als wir da waren. Live vor Ort sozusagen. Es qualmte erst gelb, dann schwarz, dann wieder gelb und es wurde viel Wasser in das hässliche gelbe Gebäude gekippt. Man vergewisserte uns, es wäre nicht ungesund, wir assen Bagels und tranken Kaffee bei Dunking Donoughts und warteten, dass irgenwer uns als Augenzeuge befragte. Tat aber niemand. Es kamen immer nur Fahradfahrer vorbei, die anhielten, ihre Photohandies zückten und “Oh Gott” und ähnliche Platitüden murmelten.
Abends brachte sogar CNN die brennende Musikerhalle.
Da werden wohl einige Berliner Elemente eine Weile lang in Ausweichgebäuden in karajanschen Erinnerungen schwelgen.
Ich in Berlin
Es ist ganz schön kompliziert, 12.000 Bilder durchzusehen. 11.000 davon sind im Thaistyle gehalten (Erklärungsschilder an Museumsobjekten, Thais vor mehr oder weniger wichtigen Gebäuden, Komplettaufnahmen sächsischer Kleinstädte a la Google Streetview) und 1.000 eher Graustyle (Wolken und Stelen).
Ich bin aber guter Dinge was die Urlaubsberichterstattung an geht. Glaube ich…
Neil in Berlin
Regenkunde
Die Regenzeit steht vor der Tür. Hier also mein gesammeltes Wissen zum Regen auf Samui:
- Kommen die Wolken von links, fängt es rechts an zu regnen.
- Sieht man die Wolken, ist es zu spät für eine Flucht ins Trockene.
- Wenn ich mein Haus verlasse, beginnt es zu regnen.
- Es regnet jeden Tag zur gleichen Zeit. 2005 regnete es Morgens und Nachts. 2006 regnete es zwischen 10 und 16 Uhr. 2007 regnete es von früh morgens bis zum frühen Nachmittag. Bin gespannt was die kommende Saison so bringt.
Ich habe bereits meinen Nudelsuppenvorrat aufgestockt.
Gedankenspiele
Heute war einer dieser Tage zu denen man irgendwann einmal, wenn es mal Demokratie in Thailand geben wird und man sagen darf, was man denkt, sagen wird, es wäre ganz knapp an unschönen Begebenheiten vorbei gegangen.
Seit vielen Tagen schon protestieren Mitglieder der PAD (Peoples Alliance for Democracy) gegen die aktuelle Regierung. Das ist ganz in Ordnung — bis zum letzten Putsch waren sie die Guten, weil sie gegen Thaksin waren, nun sind sie die Bösen, weil sie gegen die nationale Versöhnung sind, die sowohl König als auch Parteien, die gerade regieren dürfen oder auch nicht fordern. Das muss man nicht verstehen.
Jedenfalls ging Samak heute morgen plötzlich im Fernsehen vor die Kameras und warnte die Demonstranten , dass er erwäge, die Demonstrationen gewaltsam aufzulösen.
“I’ll take action to remove them from the area. They have been accumulating criminals there. You, all, [PAD leaders] will have to take responsibility for what you have done. I will not tolerate it and police and soldiers will not tolerate it either,” Samak said on TV.
(Ich muss gestehen, dass ich das aus Versehen sogar live gesehen habe, nicht verstand, nicht zu hörte und die ganze Zeit Vergleiche seiner Körpersprache mit Demagogen “jüngerer deutscher Geschichte” gezogen habe, das aber nur am Rande)
Es gab einige Tumulte, die angedrohte Gewalt als auch die Reaktionen oder vorbeugende Ma?nahmen seitens der Demonstranten blieben glücklicherweise erst einmal aus.
Jetzt gegen Abend gibt es interessante Meinungen zu den “Vorfällen”, etwa, dass “Anti-PAD-Kräfte” — das müssten dann ja wohl Thaksin-Freunde sein — vor hatten, Granaten in die Demonstration zu feuern und dass Samaks Ansprache heute morgen rein präventiv war. Andere sagen, dass Samak mal wieder irgendwas in den falschen Hals bekommen hat.
Es wird interessant bleiben. Trotzdem, der Mai ist fast vorbei — kein Putsch. Es sind nur gut 1500 Polizisten aus den umgebenden Provinzen in Bangkok zusammen gezogen worden. Falls sie gebraucht werden.
Zurück
Zuhause ist man da, wo man Miete zahlt und das bin ich seit gut einer Woche wieder. Der Urlaub hatte sich zu einer Bildungsreise ausgewachsen und ich musste noch ein paar Tage Erholung einlegen.
Ausführliche Urlaubsberichte werden folgen, zuerst wollen 12.000 (ja, keine Null zuviel) Photos gesichtet werden. Keine Sorge, nur 1/12tel davon ist von mir.
Alle fünf meiner regelmä?igen Leser haben in den vergangenen Wochen gefragt, warum ich mein “Blog” nicht auch im Urlaub weiter schreibe… dann wärs ja kein Urlaub gewesen… nich wahr…
Hier noch schnell ein paar hastig nach der Rückkehr angefertigte Notizen (ehe ich mich für etwas Erholung entschied):
Generell
- Jawollja. Man ist wieder auf der Insel.
Deutschland
- Deutschland ist trocken. Die Luft hat meine Hände und Füsse rissig werden lassen. Echt jetzt. Nach 48 Stunden goldenen Landes war ich wieder im Vollbesitz meiner geschmeidigen seidenen Haut. Wasser in der Luft ist eine feine Sache (wir Verbalfetischisten nennen das gerne Hydrophilie).
- Deutschland ist kalt. Ich habe nie in meinem Leben so sehr gefroren. Es waren morgens nur 13 Grad und in der Sonne so gute 20 Grad. Aber nicht mehr. Schrecklich.
Thailand
- Hat keine Rapsfelder. Damit könnte man den König so schön ehren. Aber da denkt wieder niemand dran. Ich bin noch am ?berlegen, ob das eine Marktlücke ist. Falls ja, wo kann man denn Samen beziehen?
Und dann
- Wo ist eigentlich der für Mai versprochene Putsch hier in Thailand??
Als ich wieder heim kam
- Hab ich meine beiden Wuschel ganz fest geknuddelt und ihnen versprochen, sie nie wieder so lange alleine zu lassen. Genauso wie damals nach dem Januar 2007.
- Habe ich im Feedreader 15000 Einträge als gelesen markiert und immer noch rund 10000 zu lesende Einträge (inzwischen gelesen). Nein, ich bin nicht süchtig. Hab mal gelesen, dass man eine Sucht dadurch definieren kann, wenn der Süchtige nicht in der Lage ist, vom Suchtgegenstand mehr als 2 Wochen Abstand zu nehmen. Ich war gute drei Wochen offline…
Reisevorbereitungen I
- Heute Nacht das erste Mal von Flugzeugabstürzen geträumt — Check.
- Festgestellt, dass ich keine sauberen Klamotten habe, die mir auch noch passen — Check
- Die Hunde untergebracht (eine Geschichte für sich, die mich nervlich mehrere Jahre meines Lebens gekostet hat) — Check
- Tickets gekauft und auch bezahlt — Check (grade so noch)
- Festgestellt, dass ich keine Koffer oder ähnliche Verpackungsgegenstände (mehr?) besitze — Check
- Festgestellt, dass der Wechselkurs von THB nach EUR so hoch ist wie nie in den dreieinhalb Jahren zuvor — Check
In neun Stunden beginnt der Urlaub, in 17 Stunden bin ich auf Achse :) Yeah.
Soosies 2. Geburtstag
Fast hätte ich das im ganzen Reisevorbereitungsrummel vergessen: Soosie wird heute 2 Jahre alt. Dafür gibts heute mindestens eine Doppelration Kekse und jede Menge Geknuddel.
Nach dem Regen
Nach dem Regen wieder Sonnenschein und Hitze. Die Tropen sind eine interessante Gegend.
Regenzeit?
Eigentlich nimmt das Wetter im April Anlauf zur Trockenzeit, der Mai ist der Hitzemonat. In Khon Khaen im Norden Thailands hat man bereits den Wassernotstand ausgerufen — kein Wasser mehr… Auf Samui war der vergangene Wochenanfang der heißeste dieses Jahres. Dann kam der Regen ;)
Termine der Fullmoonparty auf Koh Pha Ngaan
- Samstag, 16. August
- Sonntag, 14. September 2008
- Dienstag, 14. Oktober 2008
- Mittwoch, 12. November 2008
- Freitag, 12. Dezember 2008
- Donnerstag, 25. Dezember 2008, Christmas Party
- Mittwoch, 31. Dezember 2008, Silvester Party
- Sonntag, 11. Januar 2009
- Montag, 9. Februar 2009
- Mittwoch, 11. März 2009
- Donnerstag, 9. April 2009
- Samstag, 9. Mai 2009
- Sonntag, 7. Juni 2009
- Dienstag, 7. Juli 2009
- Donnerstag, 6. August 2009
- Freitag, 4. September 2009
- Sonntag, 4. Oktober 2009
- Montag, 2. November 2009
- Mittwoch, 2. Dezember 2009
- Freitag, 25. Dezember 2009, Christmas Party
- Donnerstag, 31. Dezember 2009, Silvester Party
Deutsch: Landreise
Neue Käferart entdeckt
Was txp:permlink="1564" Thaiforscher können, kann ich schon lange. Dieser Geselle hier schwirrt seit gestern Abend in meiner kleinen Behausung herum. So lange Fühler wie der hat… das hat bestimmt noch niemand entdeckt… 5cm lang ist er…
Strom!
Seit einigen Tagen knallt es immer nachts auf der Ringroad vorm Haus und der Strom fällt aus.
Wenn es regnet, verstehe ich das ja noch. So Stromleitungen muss man ja nicht zwingend abisolieren und die Explosionen vom Dezember habe ich immer noch in wohlwollender Erinnerung. Nun jedenfalls wieder.
Allerdings passiert es inzwischen jede Nacht. Gegen 1 Uhr Nachts machts Puff, alle Lichter gehen aus und nach gut einer Stunde kommt der Strom wieder.
Dabei haben wir eigentlich Trockenzeit. Der April dieses Jahr ist der wärmste April seit ich in Thailand bin. Und das sind schon 1201 Tage, wie ich in Erarbeitung eines anderen ankündigenden Eintrages eben feststellen durfte.
Egal… Strom und Wasser: Puff.
Kurz geschnittenes VIII
Nein , ich bin nicht im Songkran ersoffen. Es gibt halt nur zuwenig Zeit, um Dinge zu berichten oder keine Dinge, die man berichten könnte. Also hier die Zusammenfassung der eventuell berichtenswerten Sachen der vergangenen Woche.
- Drei neue Schnauzenkäfer-Arten (muahahaha) wurden in Thailand entdeckt. Beim Betrachten der Bilder des Berichts dachte ich kurz daran, dass ich häufiger mal seltsame Käfer zertreten habe (nur weil ich so schwer bin, nicht aus Spass). Wer wei?, welche neuen Arten dabei verloren gingen…
- Thailändische Forscher haben nicht nur Käfer entdeckt, sie sind auch dabei, einen Impfstoff für Menschen gegen H5N1 (im Volksmund auch als, ehm, wie hiess das auf Deutsch? Avian Influenza bekannt) zu entwickeln. Anscheinend relativ erfolgreich .
- Die gro?e Songkran-Statistik endet dieses Jahr bei 368 Toten und 4803 Verletzten.
- Die olympische Fackel, oder einige Fackeln, wurde durch Bangkok getragen, geklaut und ist wieder aufgetaucht. Und dann noch eine, die nie vermisst wurde . Aber egal.
- Ersten Gerüchten zufolge wird man den Autor dieser kleinen Publikation im Mai in Deutschland betrachten können… Aber wie das so ist mit Gerüchten in Thailand… Kaum was dran…
Songkran
Zum Songkran-Fest hat Google-Thailand sogar einen Google-Doodle spendiert. Das dürfte der erste Google-Doodle für Thailand sein.
Songkran ist das thailändische Neujahrsfest. Man wäscht die Hände der Älteren mit Wasser, oder spritzt sie ab. Leider hat das Ganze sich so verselbständigt, dass viele Touristen heute nur noch vom “Wasserfest” in Thailand sprechen und Wasserschlachten die Straßen beleben.
Jedes Jahr sterben bei den Feierlichkeiten mehrere hundert Menschen, weil viel Alkohol im Spiel ist und die Pickups mit den Wassertanks und feiernden Thais nicht immer nüchtern und langsam gefahren werden.
Heute morgen überstiegen die Toten landesweit schon 100 Menschen und mehr als 1000 Unfälle gab es bisher. Das Songkranfest selbst geht noch bis Dienstag Abend.
Nur in Thailand…
… kann man durch eine Stra?ensperre fahren ohne anzuhalten. Als Farang zumindest. Ich war vorhin gerade in Gedanken über eine dringend vor Mai abzuarbeitenden Todoliste als der Verkehr stockte und viele viele überaus bewaffnete Polizisten rumstoppten. Ich setzte ein Lächeln auf und fuhr durch. Man schoss nicht.
Nehme an, es ist mal wieder ein Sträfling aus dem Gefängnis auf der anderen Inselseite entschlüpft, denn einen Kilometer vorher gabs schon eine andere Strassensperre. Diese hier war fast direkt vor meiner Tür.
In der Regel werden entlaufene Sträflinge auf der Flucht erschossen und zwar in den Bergen zwischen Bang Por (“hier”) und Nathon. Thais halten höchst ungern in den Bergen an, weil es da viele Geister geben soll. Inzwischen. Das kann man ganz gut mit seiner Urlaubsbekanntschaft testen, wenn man mal “kurz” den Aussichtspunkt auf der Bergspitze ansehen will. Nicht dass der sehenswert wäre, das Gebäude zerfällt, das Gestrüpp versperrt die Sicht auf Koh Pha Ngaan und die Holzbar nebenan ist stets leer.
Aber verängstigte Thaifrauen sind auch was nettes…
Gerüchten
(Das N steht da bewusst)
Einige Neuigkeiten zur Berechnung des nächsten Putschtermins:
Samak fing ungefähr im März an, jedem Reporter zu erzählen, dass “jemand in einflussreicher Position” (sind sie das nicht immer?) einen Putsch plane. Wer, wie, wann, das konnte er nicht sagen.
Im Mai 2006 sagte Sonthi Boonyaratkalin, der Führer des Putsches vom 19. Oktober 2006 und damals noch Militärchef, Folgendes:
I assure everyone that there definitely won’t be a coup.
Vor ein paar Tagen sagte General Anupong Paojinda, der derzeitige Armeechef das hier:
I’ve already assured the Prime Minister that there will be no coup.
Vergangene Woche hat ein bekannter Wahrsager in Chiang Mai (Thaksins Heimat) einen Putsch für Mai voraus gesagt. Der Airforce-Chef war rein zufällig dabei und Thaksin hat allen geraten, nicht auf Wahrsager zu hören, bevor er ein Flugzeug nach Cambodia bestieg .
Abhisit, Führer der Demokraten und Vorsitzender des “Schattenkabinetts” (so eine Art Gegenregierung der statistischen Wahlverlierer mit “demokratischen” ?quivalenten der jeweiligen Ministeriumsposten, die ihre aktuell regierenden Schatten werfenden Minister “überwachen”), meint, der Premierminister solle nicht ständig von putschen sprechen, wenn er keine Beweise hätte.
Rund um Prem Tinsulanondas Grundstück (Chef des Königlichen Geheimrates und NICHT Planer des letzten Putsches) stehen immer noch die Militärs und schützen ihn vor unbekannten Gefahren.
Und Samak, unser Premierminister, selbst? Der war in Vietnam und kam mit einer Darmgrippe zurück.
Ich wäre ja für ein Datum nach dem Mai. Dann ist die gro?e Reisewelle vorbei und das Wetter nicht mehr so hei?.
Nur am Rande
Se vogliamo che tutto rimanga com??è, bisogna che tutto cambi.
Polizeiruf Samui
Eben kommt auf dem Kabelkanal mit geklauten thaisynchronisierten Filmen so was wie eine Polizeiselbstbeweihräucherung. Man berichtet was man alles in der vergangenen Woche so gemacht hat. Fast ein kleines Videoblog.
- Ein paar Birmesen die wie Thais aussehen und auch sehr gut Thai sprechen konnten (eine Tatsache die dreimal erwähnt wurde und daher sehr wichtig ist) wurden von der Samui Immigration festgenommen und abgeschoben. Ins Mutterland.
- Zwei einheimische Drogendealer wurden festgenommen und man hat Ihnen 4 Sticks mit je 10 Tabletten einer natürlich verbotenen Substanz und 5 20Baht-Scheine (rund 2 Euro) abgenommen. Dann wurden Sie der Presse vorgeführt und mussten auf ihre 100 Baht zeigen.
- Und dann, man will ja nicht nur schlechte Sachen berichten) gabs auch noch eine (erstaunlich saubere) Ziegenherde. Keine Ahnung, was die verbrochen hatte. Der Halter meinte was von “Teck Noh Loh Giiiih!” und machte Ultraschalluntersuchungen an vermeintlich schwangeren Ziegen — kann also auch was Gutes gewesen sein. Wobei, wir wissen ja was wir von vermeintlich schwangeren Thai-Tieren zu halten haben.
- Ein Laster ist in eine Menschengruppe gefahren. Die Bilder dieses Berichts wurden von thailändischer Volkmusik untermalt, die meisten blutverschmierten Opfer grinsten in die Kamera. Eines der Opfer lag noch unter dem Reifen des Lasters, bewegte aber ungeduldig die Fü?e. Dass das Realität war konnte man nur an den kurz eingeblendeten doch recht zermatschten zwei Todesopfern erkennen.
Amazing Thailand.
Prem wars nich!
Na endlich !
Privy Council president Prem Tinsulanonda insisted Thursday he did not have a hand in the September 19, 2006 military coup.
“You (reporters) drew this conclusion yourselves,” he said. “I did not do anything.”
“I am not involved in politics nor anything related to politics,” he added.
Jetzt wissen wir es endlich. 18 Monate nach dem Putsch hat Prem Tinsulandonda gesagt, dass er nicht die treibende Kraft dahinter war. Das glauben wir ihm natürlich.
Wie dumm nur dass alle kleinen und großen Namen der politischen Bühnen Thailands bei ihm ein und aus gegangen sind in den vergangenen Monaten und versucht haben, über Rückkehr, Wiederkehr und Zukunft zu verhandeln. Die waren wohl alle umsonst in seinem vom Militär auch heute noch gut bewachten kleinen Palast.
Wer wars denn nun?
Grünlichtviertel
Hier ein aus Versehen erstelltes Photo vom Rotlichtviertel in Bang Por (hier um die Ecke). Eigentlich wollte ich den Vollmond photographisch fest halten, der da hinten in der Bildmitte über der Strassenlaterne hängt. Links vorne das Licht meines geliebten roten Mopeds. Und rechts eben das grün-blaue Licht unseres lokalen Rotlichtviertels. Bis vor kurzem war es nur dunkel grün, neuerdings gibts blaue Lampen…
Investieren?
Die Frage ob man in Thailand heutzutage investieren sollte oder nicht möchte ich mit einem Zitat von Ranongrak Suwanchawee, der aktuellen stellvertretenden Finanzministerin Thailands, beantworten:
‘‘I am trying to learn about everything that is under my responsibility. As soon as I learned about my appointment, I did a search on the internet to see what the Finance Ministry actually does,’‘ she said.
Der Finanzminister selbst, Surapong Suebwonglee, ist ein Doktor. Der Medizin.
PS: Schnell bei Google gesucht — Die Aufgaben des thailändischen Finanzministeriums .
Frühjahrsbeginn
Im Bad
Pornlada
Aus der Kategorie Abiturientenwitze… hehehe… der kleine Pornlada, gleich neben der Immigration.
Des Bosses Tochter
…an einem ihrer freundlicheren Tage…
Spice of life
Check
Hier sehen wir Soosie bei der Kontrolle ihres durch Vortäuschen einer Schwangerschaft widerrechtlich erworbenen Nestes. Mit austauschbarem Boden. Kuschelig.
Visa on Arrival ohne Einschränkungen
Jawohl! Und wenn es dann in ein paar Tagen die Papierspatzen von den Dächern pfeifen, dann sagt denen bitte, ihr hättet es hier zuerst gelesen.
Seit kurzem kann man wieder “unbegrenzt” mit Visa on Arrival in Thailand einreisen. Das ist die 30-Tage-Aufenthaltsgenehmigung, die man als Europäer bei der Einreise in Thailand bekommt. Seit Oktober 2006 gab es eine Regelung, die nur 90 Tage in einem Zeitrahmen von 180 Tagen (und später drei Einreisen auf Visa on Arrival pro sechs Monate) erlaubte.
Diese Regelung wurde nun außer Kraft gesetzt und man kann wieder ungezählt auf dieser Basis einreisen.
Der Grund dafür ist nicht etwa, dass die Regierung erkannt hat, wie sinnlos die Regelung ist oder sich einen Stein im Brett der im Lande lebenden Farangs abholen will. Der Grund ist viel einfacher und so typisch Thai, dass man sich eines leichten Schmunzelns nicht erwehren kann.
Auf Subvarnabhumi, dem neuen internationalen Flughafen in Bangkok kommt man am Immigrationsschalter nicht nach mit dem Zählen der Einreisestempel im Pass (man durfte ja nur drei im halben Jahr haben). Das wurde alles manuell gemacht, es gibt keine zentrale Datenbank mit Einreisedaten. Dadurch kam es zu so langen Schlangen an den Einreiseschaltern, dass die Presse darüber berichtete. Damit nun niemand in den oberen Etagen sein Gesicht verliert, wurde still und heimlich mit dem Zählen aufgehört. An allen Grenzen. Vorerst unbefristet.
Amazing Thailand.
Schwangerschaftsabbruch
Die Nachricht des Tages kommt aus dem Veterinärbereich: Ein uns bekannter weiblicher Vertreter der Shih-Tzu-Rasse hat es zum zweiten Mal geschafft, selbst mich wieder gut eine Woche lang glauben zu machen, man wäre schwanger.
Soosie ist so schwanger wie eine leere Flasche Bier. Wir waren heute beim Arzt weil sie sich nicht entscheiden konnte, zu werfen. Dort fummelte man an ihr rum, fummelte nochmal, beriet sich dann länger, fummelte nochmal und stellte fest, dass sie nicht schwanger ist. “No Baby!” sagte die Ärztin und mir entschlüpfte ein “Good”.
“Sometimes dog can have pseudo-pregnancy” sagte sie, wusste aber auf meine Frage warum es bei Soosie bisher immer Pseudo war, auch keine Antwort.
Mir reichts jetzt und beim nächsten Mal kann sie rumpoppen wie sie will. Ich glaub erst wieder an Hundebabies wenn es in der Ecke fiept.
Lügner. Fake-Dog. Damit hat Soosie sich zwei neue Nester und viel Spielzeug erschlichen… Traurig kucken… Frauen…
Also keine Hundebabies. Glücklicherweise. Leider.
Tag 60
Nach Helgas Link neulich bin ich nun zu sagen wir 89% überzeugt, dass Soosie schwanger ist. Sehr kuschelig ist sie seit einigen Wochen, sie frisst weniger aber öfter, leckt sich ständig und bei einem fachmännischen Test am Unterleib vermeinte ich Bewegungen zu spüren.
Sollte es denn soweit sein, dann ist es nun soweit. In wenigen Minuten beginnt der wichtige Tag 60 und wir werden sehen, ob innerhalb der nächsten 6 Tage kleine Hundebabies purzeln werden.
Ich habe die Ecken neben der Couch brav mit einer Wurf-Kiste und einem neuen Hundenest ausgebaut, Milchpulver und Vitaminpaste gekauft. Die Wurfkiste ist eine unserer Umzugkisten (wir haben Plastikkisten so 30×20×20cm gross) mit vielen Handtücherns ausgestatttet und das Hundenest so ein Plastikstoffteil. Soosie mag das Nest. Pokki schlaeft in der Wurfkiste.
Der Hundedoktor ist auf der 2 im Handy gespeichert. Schief gehen kann eigentlich nichts mehr.
Also entweder stecken da zwei kleine Hunde drinnen oder einer, der relativ schnell von einer Ecke zur anderen rutscht oder wir haben uns einfach nur getäuscht. Wieder.
Mal sehen.
Kurz Geschnittenes VII
Viel zu viel Ungeschriebenes… Hier ist es:
- Dass bestimmte Operationen nicht ohne Risiko sind, musste ein Dubaier (Dubanese? Dubaianer?) am eigenen, ehm, Leib erfahren. Nach zwei Injektionen in einer Bangkoker Klinik in sein “Sex organ” erlitt er einen Herzstillstand . Dabei kommt es doch gar nicht auf die Grö?e an. Hab ich mir sagen lassen.
- Viktor Bout , der “Händler des Todes”, ein russischer Waffenhändler, wurde festgenommen. In Thailand. Zur Zeit sitzt er in diesem malerischen Komplex und harrt der Dinge die da kommen mö:gen. Er belieferte die Taliban und afrikanische Warlords aber auch die UN und die US-Regierung mit Waffen.
- 2 Afrikaner wurden am Samuianer Flughafen festgenommen, weil sie Kokain auf die Insel geschmuggelt haben. Verkauft werden sollte es auf der Fullmoonparty auf Koh Pha Ngaan. Wenn man bedenkt wo das Pülverchen so transportiert wurde, mag man sich freuen, dass es nun nicht in irgendwelche Touristennasen gezogen wird.
- Buddhistische Mönche sind beim Onlineflirten erwischt worden. Om my: Are Buddhist monks flirting online? ist der Artikel von der Associated Press betitelt was vermutlich nur ich sehr lustig finde. Ich finde das weniger erstaunlich als die meisten Reporter, da viele Männer nur wenige Wochen als Mönch ordiniert sind. Da muss man natürlich für die Zeit danach vorplanen. Gegen die Regeln verstö?t es allerdings schon…
- Thaksin, der Präsident der Professional Golf Association of Thailand, hat keine Zeit Prem zu treffen . Sagt er. Er müsste es nicht sagen, aber dann könnte er Prem, den viele als geistigen Vater hinter dem Putsch von 2006 vermuten, auch nicht vor den Kopf sto?en.
Skype auf Thai
Skype auf Thai? Das geht. Mit dem Sprachfile, das man hier downloaden kann. Vorsicht, es blinkt überall und jede Menge Banner versperren den Weg.
Hat man das kleine Textfile herunter geladen, dann kann man es über das Menü Tools > Change Language > Load Language File in die Skype Installation laden und sein kleines Skype auf Thai umschalten.
Dann macht die Internettelephonie aus der Ferne auch wieder Spass. Wenn man Thai spricht oder liest.
Nichts als Regen!
Ja wirds denn nun?
Seit gut zwei Wochen bekomme ich täglich verschiedene Anfragen von unterschiedlichsten Nationalitäten, ob beim wilden animalischen Sex neulich denn nun ein Treffer gelandet wurde.
Ich weiss es nicht.
Soosie nippelt wie beim letzten Mal vor sich hin (ganz dicke), ich habe aber nicht das Gefühl, dass sie fett oder runder wird. Ein bisschen schwerer ist sie. Untenrum sieht sie schwanger aus. Und seit ein paar Tagen leckt sie sich den ganzen Tag ab. Am Montag ist Stichtag (Sex + 60 Tage ist die Faustregel beim Hunde) und dann werden wir ja sehen, ob es Nachwuchs gibt.
Allerdings glaube ich eher an eine zweite Schlappe. Was das wohl mit Pokkis Selbstbewusstsein anrichten wird?
Dahinter steckt immer ein kluger Kopf
Da isser!
beim Verlassen des Airports, dann gings sofort zum Obersten Gerichtshof, wo er sich den Anklagen stellte und bereits wieder gegen Kaution von 8 Millionen Baht frei gelassen wurde.
In der Nation begleitet man Thaksin heute an diesem für alle Thais besonderen Tag bis ins Bett:
Our Political Desk will be with you until Thaksin Shinawatra goes to bed in Thailand for the first time since September, 2006. He must be feeling very strange. We are.
Es regnet übrigens auf unserer kleinen Sonneninsel.
Sonnenaufgang
Freude, Freude!
(Der Text drunter sagt soviel wie “Wenn du Thaksin zu Hause begrü?en willst, dann komm am 28. Februar um 9 Uhr zum Subvarnabhumi-Airport.”. Auf der Website von hithaksin.com gibt es noch kleine Flash-Feuerwerke. Flash ist ein beliebtes Propagandamittel im thailändischen Politikweb.)
Aber wie bereits geschrieben: Es ist nur ein Gerücht.
Thaksin hatte einmal gesagt, wenn er zurück kommt, möchte er zuerst ordinieren und ins Kloster gehen. Das haben vor ihm schon einige politische Flüchtlinge so gemacht. Mit mehr oder weniger interessanten Folgen.
Thaksin kommt
Gerüchte über die baldige Wiederkehr des amtierenden Präsidenten des Profilgolfverbandes von Thailand, Thaksin Shinawatra, gibt es seit er sich mit ebenso kolportierten geldgefüllten Koffern aus dem Staub gemacht habe. Mal war von Valentinesday die Rede, mal von Songkran, mal von Oktober, mal von in spätestens zwei Jahren.
Nun aber hat die PPP (Peoples Power Party, Thaksins Proxy und Regierungspartei) eine Thaksin-Begrü?ungsdemonstration für Donnerstag 9 Uhr im Subvarnabhumi-Flughafen angemeldet.
Am Wochenende stand in der Bangkok Post auch noch im Kleingedruckten, dass er seinen roten Diplomatenpass zurück bekommen hat. Der aktuelle Au?enminister ist Thaksins Freund, Sprecher und Anwalt Noppadon Pattama.
Man darf also gespannt sein.
Krieg den Drogen
If they were innocent, why were they killed?
Ein Zitat unseres Premierministers das lächerlicher nicht sein könnte und für gut 2.500 tote Thais eine Beleidigung darstellen dürfte.
Der “Frieg gegen die Drogen” (initialisiert durch die Thaksin-Regierung) hat zwischen 2003 und 2004 gut 2.500 Menschen das Leben gekostet. Die Polizei durfte ohne rechtliche Voraussetzungen Verdächtige bis zu drei Monaten einsperren oder töten.
Premierminister Samak Sundaravej, unser Thaksin-Proxy, sagt nun folgendes:
Government officials must implement this policy 24 hours a day, but I will not set a target for how many people should die.
Wie gut, dass es keine Planzahlen gibt.
Kurzschnitt
Jahaaaaaa. Also: Ein kleiner Shih-Tzu wurde vergangene Woche um seine Haare gebracht. So stolz sind wir alle nicht darauf, aber auf allgemeine Forderung Einzelner hier ein aktuelles Photo von Soosie (man möge den Dreck auf der Veranda übersehen).
Ich persönlich finde ja, dass Soosie mit kurzen Haaren immer besonders sü? aussieht und werde sie vielleicht etwas kürzer halten. Die langen Haare fielen übrigens einer Filz- und Bug-Invasion zum Opfer. Innerhalb einer Woche war sie verfilzt wie ein Filzschuh und jede Menge kleiner Beisskäfer haben sich in der Haut verbissen. Der Dschungel hinter dem Nachbarhaus ist kein guter Spielplatz für einen Shih-Tzu. Das haben wir beide nun gelernt.
Pokki ist immer noch langhaarig und hat den Dschungel stets gemieden. Clever dog :)
Feiertage: Makha Bucha Day
Heute feiern wir den Makha Bucha Day. Das ist ein offizieller Feiertag in Thailand, aber hauptsächlich ein buddhistischer Feiertag, der jedes Jahr auf den Vollmond des dritten Mondmonats fällt.
Es ist einer der drei wichtigsten buddhistischen Feiertage, an welchem man der Ordination von 1250 Novizen und einer der Hauptpredigten Buddhas gedenkt.
Zurück in den realen Sozialismus
?brigen: Ngu Ngon Vietnam (Gute Nacht Vietnam) ist wieder da. In Vietnam. Lesebefehl! Ich schreib hier eh nicht mehr so viel ;)
Update: Ehem, hier die richtige URL. Ich weiss gar nicht, ob und was das andere war :| Also nochmal: LESEN!
Happy Valentinsday
Als ich heute ein kleines rotes Kästchen öffnete und einen silbernen Elephanten-Schlüsselanhänger mit 43 kleinen und 2 gro?en Saphiren vorfand (es lebe die Numerologie), überlegte ich kurz, ob ich jemals in meinem doch nun schon recht lang währenden Leben ein Valentintagsgeschenk erhalten hätte. Erinnern konnte ich mich nicht.
Ich steh auf Elephanten.
Happy Valentinsday!
Ausgeschlossen!
Heute wurde ein lang gehegter Alptraum wahr: Ich stand vor einer verschlossenen Tür. Vor meinem Haus. Ich kann der Haustür nicht auf einen Meter nahe kommen, ohne dass die Hand panisch nach den Schlüsseln greift, die Tür könnte ja zu fallen.
Heute kam ich nun Abends heim und nahm voller Vorfreude das Türschloss ab. Die Hunde warten jeden Abend auf mich, um mich dann zu beschlecken, bespringen und auf verschiedene Arten und Weisen gut 10 Minuten lang Hallo zu sagen. Dummerweise habe ich die Tür beim Verschliessen zu schwungvoll zugeworfen und der Sicherungshaken war innen in den Boden gerutscht.
Tür zu.
Ich versorgte mir ein paar Schraubenzieher (dem Inschinör ist nix zu schwör) und hebelte ein bisschen an der Tür herum. Genau genommen eine gute halbe Stunde. Dann gab ich auf. Das Ding ist sicher. Da kommt niemand rein. Die Scharniere sind sicher, die Tür ist nicht aushebelbar, die Sicherungshaken im Boden recht sinnvoll, wenn man niemanden rein kommen lassen will.
Die Hunde fingen inzwischen an, das Ganze nicht mehr lustig zu finden und schnüffelten und leckten meine Schraubenzieherspitzen (hihihi) ab und bellten und jaulten auffordernd.
Geschlagen begab ich mich wieder ins Büro und simulierte Arbeit. Nach einer Stunde habe ich meinen Hilfsthai am Telefon erreicht, ihm das Problem geschildert und mich auslachen lassen. “Thats TOOOOOOTally easy!” meinte er. Nach 5 Minuten war er im Haus. Durchs Oberlicht (das ungefähr 30×30cm gross ist. Er ist nicht unbedingt der Dünnste. Das Oberlicht hatte ich auch kurz in Erwägung gezogen — die Hunde müssen ja atmen, also steht es auf — das dann aber verworfen, weil mir die Schlagzeilen der morgigen Inselzeitung schon mit fettem Farang im Fenster klemmend vor dem inneren Auge erschienen.
Jedenfalls bin ich nun wieder in meinem hei?geliebten Haus, die Hunde haben mir verziehen und den Sicherungshaken habe ich mit Tesafilm verklebt.
Nur: Wenn das so einfach ist, ins Haus zu kommen… mein Notebook macht mir da schon etwas Sorgen. Die Hunde freuen sich ja über jeden Besucher :(
Trockenzeitvorboten
Die Trockenzeit steht knapp vor der Tür wenn man beim Betreten des durch die Klimaanlage auf nur 26°C herabgekühlten Schlafgemachs zu frieren beginnt.
Feiertage: Chinesisches Neujahr
Heute ist Neujahr im Chinesischen Kalender. Es beginnt das Jahr der Ratte im Erdkreis. Die Ratte steht interessanterweise für Reichtum und materielle Erträge, aber auch für Pest und Tod.
Na wir werden ja sehen…
Zukunftsweisender Sex
In einem Land in dem Verdienste länger honoriert werden als Schandtaten erinnert, ist es relativ verständlich, wenn die westlich edukierten Medien die “alten” Mittel nutzen, um Meinung zu bilden. Heute: Das Waranorakel.
Kurz gesagt: Wenn Warane in den Tagen einer Regierungsbildung Sex in der Nähe der Volksversammlung haben, dann ist das ein schlechtes Omen für die jeweilige Regierung.
Gestern nun (die Regierung steht noch nicht, weil man sich über die Ministerposten irgendwie nicht einig werden kann und Thaksin (der sich aus der Politik heraushält) und Samak (unser neuer demokratisch gewählter Premierminister) sich irgendwie nicht mehr so gut verstehen wie bisher) hatten Warane Sex (siehe Photo) in einem Tümpel hinter dem Regierungsgebäude.
Tagesgespräch in der gedruckten und über die (spärlich verfügbaren) Internetleitungen verbreiteten Landespresse .
I rest my case.
Amazing Thailand.
Gong Xi Fa Chai!
Ich bekomme die ganze Woche schon Beglückwünschungen zum Chinesischen Neuen Jahr. Das allerdings dürfte morgen erst beginnen. Asiatische Feiertage jedoch feiern wir immer mit mehreren Tagen Vor- und Nachlauf. Das chinesische Neujahr bspw. vom 1. bis zum 8. Februar dieses Jahr.
Noch ein Kabel
Ja klar. Und gleich noch ein Kabel in Dubai zerschnitten . Beim The Guardian gibt es eine nette ?bersicht zu den Unterseekabeln die das weltweite Netz ziemlich löchrig aussehen lassen.
Das Nasen-Politikum
Am Montag brachte es mich noch zum Lachen, am Dienstag war es bereits Streitthema und bis heute haben sich die Wogen nicht geglättet.
Die Nase. Oder besser, das Gebärdensprachen-Zeichen für Samak, unseren neuen demokratisch gewählten Premierminister, bei dem sich die Dolmetscher an die Nase fassen. Hier bei The Nation Online wird sehr schön aufgeführt , wie wir die ganzen Politikernamen übersetzen würden, wenn wir taub und Thai wären.
But Samak is so famous among the deaf, they take the nose as meaning Samak as his most prominent facial feature is his proboscis .
“The Council of Disabled People of Thailand” (gabs nicht irgendwann mal die Einführung der politisch korrekten Sprachweise “speziell” anstelle von “behindert”?) hat jedenfalls in der Peoples Power Party (PPP), Samaks Thaksinproxy, neue Feinde gefunden oder glaubt es zumindest, denn bisher habe ich nur von diesem Council gesagt gelesen, dass PPP-Mitglieder sich über das Nasenzeichen beschwert hätten .
Na gut, wenn Samak oder die PPP das Gebärdensprachenzeichen ändern wollen, dann müssten sie “nur” ein Seminar finanzieren .
Wiriya said if the PPP wanted to change the way deaf people referred to Samak, it would need to pay for a seminar to determine how best to refer to the prime minister with another sign.
“Is it worth holding such a big seminar for just one person?” he said.
Wiriya said sign language for the deaf was constructed naturally and any attempt to interfere would mean a fabricated language.
Samak selbst hat sich bisher nicht zur Nasenfrage geäu?ert.
Derartige Diskussionen um völlig unwichtige und nebensächliche Sachen gibt es übrigens tagtäglich hier im Land der Freien. Ob es darum geht, dass die Bezeichnung “Isaan-Bier” für eine neue Biermarke der Brauerei, die auch das Singha-Bier produziert, eine Beleidigung für die Bevölkerung des Isaans ist oder eine für Thaisoaps typische Handgreiflichkeit zwischen rivalisierenden Frauen aufgebauscht wird, weil die Damen während besagter Handgreiflichkeit Uniformen einer Flugtransportfirma tragen. Letzteres würden Europäer eher unter Fetisch einordnen, in Thailand sind Uniformen aber heilig.
Amazing Thailand.
Es ist mal wieder soweit
Man mag es kaum glauben aber auch heute im Jahre 2008 sind wir noch sehr abhängig von einigen wenigen kleinen Kabeln, die durch die Weltmeere verlaufen. Vor Athen wurde neulich eines dieser Kabel zerrissen.
Wegen eines Wetterumschwungs und heftiger Winde hätten die Schiffe nicht in den Hafen einlaufen dürfen, berichten lokale Medien. Beim Festmachen vor der Küste hätten sich die Anker dann offenbar in den Kabeln verfangen. Mit den Betreibern der Glasfaser-Backbones, der Flag Telecom Group Ltd. sowie dem Konsortium SEA-ME-WE 4, würden nun Reparaturmöglichkeiten erörtert. In den betroffenen Ländern seien Notfallma?nahmen ergriffen worden, um Telefonverbindungen und den Internetverkehr auf andere Netze umzuleiten.
Von Thailand aus werden alle Anfragen nach Deutschland über die Vereinigten S von A geleitet. Ich habe zu den meisten deutschen Webseiten Pingzeiten von 1700ms. Das ist ja fast Brieftaubenniveau.
Das letzte Mal hatten wir das vor gut einem Jahr, als kurz nach Weihnachten 2006 ein Erdbeben die Unterseekabel vor Taiwan zerriss.
Ich sollte zum Bäcker umschulen…
Long live Google
Grad kam per ICQ eine Kontakt-Anfrage von meinem Lieblingscousin in Deutschland rein, in der er meinte, dass er mich gegoogelt hat und an Position 1 gefunden hätte.
Ich gehe irgendwie immer davon aus, dass jeder in meiner weitreichenden Verwandschaft mit der Gnade des Internets und Verständniss selbigens gesegnet ist. Sind sie aber meistens nicht. Ich träume durchaus von einer Zukunft, wo die Omas und Opas dieser Welt morgens beim Kaffee die Newsfeeds und Emails checken. Wird aber noch so runde 40 Jahre dauern. Denke ich mal. Versprochen. Oder?
Hauptsache besagter Lieblingscousin in Deutschland geht nicht nur einmal im Monat online ;) (<- das ist ein Zwinkern)
Umgefragt
Samak ist schon fast 24 Stunden königlich beglaubigt im Amt, also sollte man mal ein paar Umfragen aufstellen, um die Meinung im Lande zu evaluieren.
Die Bangkok Post berichtet über eine Umfrage der Assumption Universität (hihihi, assumption heisst auf Deutsch ‘Annahme’), in der 58,8% der Befragten der Meinung waren, dass die neue Regierung weniger als 2 Jahre im Amt bleiben wird, aber 48% hoffen, dass sie die gesamten 4 Jahre der Amtszeit durchhalten. Was nach Meinung der Befragten zum vorzeitigen Ende führen könnte wurde nicht ermittelt.
Man traut der Regierung Samaks zu, wirtschaftliche Missstände zu lösen, den Unruhen im Süden aber hilflos gegenüber zu stehen.
Bei The Nation Online kann man derweil eine Umfrage zu den gewünschten Eigenschaften der Kabinettsmitglieder nachlesen.
Fürs Protokoll
Links das Gebärdensprachenzeichen für Samak, rechts das für Abhisit.
Buchverbot
Ziemlich seltsam mutet ein Buchverbot an, das heute verkündet wurde:
The banning of academic books by governments or bookshops is a gross infringement of democracy and academic freedom. Unfortunately this practice has become more frequent under the junta. The emergence of a PPP government lead by Samak Suntarawej is not encouraging either. As Interior Minister in 1976, Samak banned around 100 academic books and ordered their removal from libraries throughout the country.
Das Buch heisst “A Coup for the Rich”, richtet sich gegen den Putsch und kann hier runtergeladen werden. Interessant ist tatsächlich der Zeitpunkt, der erste “Arbeitstag” der neuen Regierung — unter Samak, der heute morgen mit 310 Stimmen zum Premierminister gewählt wurde. Heute wurde es verboten .
Gebärdensprache
Ich kann gerade kaum an mich halten vor Lachen. Bei Nation TV gibt es einen kleinen Kasten unten rechts im Bild, in dem eine Gebärdendolmetscherin das aktuelle Geschehen weiter gibt. Die Namen der einzelnen Wählenden werden buchstabiert, wie es aussieht, aber für die Gewählten wird ein einfaches Zeichen benutzt. Bei Samak fasst sie mit der ganzen Hand an die Nase (warum nur?) und bei Abhisit (Chef der Demokraten) macht sie eine Bewegung, die an ein breites gemaltes Grinsen erinnert.
Man wählt
Im Fernsehen läuft gerade die Wahl des Premierministers, wenn ich das richtig verstehe. Weil die Technik versagt , wird jeder Abgeordnete aufgerufen, darf dann an das nächstliegende Mikrofon treten und seinen Premierminister ansagen. Bei Enthaltungen (gibt es auch) wird immer 10 Sekunden pietätvoll gewartet, bis der Hausvorsitzende Yongyuth Tiyapairat den nächsten Namen liest.
Tumulte gab es auch schon. Allerdings wurde man nur laut und fuchtelte mit den Fäusten in der Gegend rum. In anderen asiatischen Ländern wird man da handgreiflicher.
Neuer Ministerpräsident
Heute wird Samak Sundaravej, der Vorsitzende der Peoples Power Party zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Das hat auch seine Richtigkeit, schlie?lich wurde er (thai)demokratisch gewählt. Damit hat alles wieder seine Richtigkeit in Thailand, keine Armee sitzt in der Regierung und die Schweden können endlich ihre Kampfjets an Thailand verscherbeln.
Die Wikipediaseite über Samak gibt es erst seit seinem Wahlsieg im Dezember. Das finde ich recht seltsam, ist er doch (ja, klasse Formulierung, oder?) in der Geschichte Thailands schon mehrfach aufgetreten, unter anderem als Gouvernor von Bangkok von 2000 bis 2003 und als Bücherverbrenner und Kommunistenverfolger in den 70er Jahren.
Bekannt ist er unter anderem für seine “offene” Art, die Dinge beim Namen zu nennen. Weibliche Reporter sollen bei kritischen Fragen durchaus Antworten unterhalb der Gürtellinie erhalten haben.
Egal, nun ist er ja demokratisch gewählt und wird uns sicherlich viel Freude in den kommenden Jahren bescheren.
Museum-Raub
Mal andersrum rauben:
In Südkalifornien wurden einige Museen nach Exponaten aus Ban Chiang durchsucht .
Ban Chiang ist ein kleiner Ort im Norden Thailands, an dem man in Ausgrabungsstellen die ältesten Zeugnisse menschlicher Siedlungen in Asien finden konnte. Je nach Datierungsmethode sind Einzelstücke aus den Ausgrabungen 4000 bis 8000 Jahre alt.
Seit 1992 ist Ban Chiang Weltkulturerbe der UNESCO.
Anscheinend wurde ein Gro?teil der Fundstücke illegal aus dem Land geschafft und kalifornischen Museen “gestiftet”. Herausgekommen ist das Ganze, weil der alte Dieb angeben musste:
Court documents say a 79-year-old smuggler involved in the scheme boasted to an undercover agent that he had more items from Ban Chiang than Thailand itself did. He said he was being sent the items as they were being dug up, in violation of Thai and international law.
Mal sehen, ob die Ausstellungsstücke nach Thailand zurück kommen werden.
Ausflug
Eine kleine Cessna 208 flog Dienstag Abend von Koh Samui nach Singapore, der Pilot “vergass” aber, sich korrekt dort anzumelden bzw. einen Flugplan zu beantragen. Darauf hin starteten zwei F16-Jets und “begleiteten” das Flugzeug zum Flughafen und der Luftraum in Singapore wurde für eine Stunde gesperrt . Der Pilot war ein australischer Flieger-Veteran, der eine Abenteuer-Flugschule auf Samui aufbauen will.
Ich glaube, diese Art Abenteuer dürfte weniger Kunden anziehen.
iPhone in Thailand
AIS wird vermutlich das iPhone in Thailand vertreiben . Habe mir sagen lassen, dass es sich dabei um ein weiteres Produkt aus der Reihe der Produkte von Apple handelt, für das man viel zahlt, wenig erhält aber verdammt cool ist und von allen bewundert wird.
In Bangkok kann man das Teil auch heute schon vertragsfrei kaufen. Keine gro?e Sache.
Nahtod-Gedanken
Vor dem Eingang zum Tempel um die Ecke sind zwei gro?e Löcher im Stra?en-Boden, in die ich gerade beinahe reingefahren wäre. Bin gespannt, was sie da hin bauen wollen. Vielleicht eine Erweiterung des Tores mit ein paar Schnörkeln, die den Tempelgrund um dringend benötigte 10m2 erweitern.
Was ich eigentlich erzählen wollte: Ich habe im thailändischen Stra?enverkehr häufiger so meine Nahtoderfahrungen und finde, es wäre die peinlichste Methode, um abzutreten. Andererseits ist es die wahrscheinlichste. Wilde Laster, plötzlich auftauchende Löcher, im Dunkeln versteckte Pickups mit Metallstangen, die in den Fahrweg hineinragen, Hunde, die in die Mopeds rennen… die Möglichkeiten sind vielfältig.
Irgendwer hat mir mal erzählt, dass Samui in einer Jahresstatistik als Gegend mit den meisten Verkehrstoten pro Einwohnerzahl angegeben wurde. Ich könnte es glauben. Um die Ecke gibt es eine Doppelkurve, in der jedes Wochenende Menschen sterben. Häufig durch Verkehrsunfälle.
PPP wird nicht aufgelöst
Die Peoples Power Party (PPP, im allgemeinen Journalistenjargon inzwischen nur noch “Proxy der aufgelösten Thaksin-Partei Thai Rak Thai” genannt) wird nun nicht aufgelöst .
Das dachten oder hofften noch einige bis heute interessanterweise. Man hatte verschiedene Klagen gegen die Wahldurchführung (Vorwahlen seien unrechtmä?ig durchgeführt worden) und die PPP selbst (sie dürften eh nicht antreten, weil sie ja nur Thaksins Schattenpartei wären) vorgebracht. Alle wurden sie abgewiesen.
Tja, dann wäre ja endlich mal Zeit, mit der, ehm, Regierungsbildung voranzuschreiten. Für das Wochenende ist angekündigt, die Ministerposten vorzustellen.
Eine der aktuell kursierenden Verschwörungstheorien besagt übrigens, dass das gesamte Nachwahlszenario, das wir uns derzeit antun dürfen, eine einzige gro?e Thaksin-Falle ist. Wir werden ja sehen…
Samui Airport öffnet seine Landebahnen
Wenn man so liest, was die News-Agenturen heute so verbreiten , dann mag man meinen, es wäre eine supertolle Sache im Anflug. Ab 15. Februar sollen auch fremde Airlines den von Bangkok Airways besessenen Flughafen hier auf Samui anfliegen dürfen.
Los gehen soll es mit zwei täglichen Flügen mit Thai Airways vom Internationalen Flughafen Subvarnabhumi in Bangkok nach Samui. Die Preise sollen genau so hoch sein, wie bei Bangkok Airways. Zu hoch, wie viele meinen.
Interessanterweise gabs die Meldung schon vor einem Jahr und aus der damals gro? an die ?ffentlichkeit herangetragenen Flughafenöffnung wurde bisher nichts. Nun also Mitte Februar…
(Keine) CIA-"Gefängnisse“ in Thailand
Es gab niemals CIA— ehm Gefängnisse in Thailand. Wirklich .
Thaksin Shinawatra, the prime minister at the time of the interrogations, has always denied that there was any CIA “base” or “prison” in Thailand. Foreign sources have told the Bangkok Post that the denials were technically correct.
The interrogations — or torture — of al-Qaeda suspects was carried out at so-called safe houses on a military base in Thailand, the sources said.
…
No prisoners have been brought to Thailand since 2003, when published reports revealed the use of Thailand for the questionsing, according to reports.
Lassen wir das mal so stehen.
Gewichtsklasse
Opps. Neulich beobachtete ich wieder den Ausschlag meiner Waage und war geschockt. Vor gut einem Jahr war ich auf rund fünf Sechstel meines Super-Gewichts geschrumpft und war weit unter 100kg schwer (also nicht 99 oder 98 kg schwer).
Und nun? Ehm… Ja… Irgendwie recht massiv.
Zeit also, wieder wöchentlich Log zu führen und mich mit Graphiken und abwärtszeigenden Diagrammen aufzubauen.
Das sind schon schwerwiegende Gründe… Glücklicherweise muss ich nicht alleine abnehmen. So in der Selbsthilfegruppe macht es viel mehr Spass. Beim wöchentlichen Grillabend oder in der Bierbar :)
Sonnenuntergang bei Ban Taling Ngam
Sonnenuntergang bei Ban Taling Ngam
Es fragen häufiger mal Leute an, wo es denn nun am romantischsten auf Koh Samui wäre. Einfache Frage. Einfache Antwort.
Am Strand von Ban Taling Ngam. Da kann es regnen und der Sonnenuntergang bleibt romantisch (man möge besonders stark werten, dass ich der unromantischste Mensch in Bang Por bin).
Jedenfalls konnte ich am Sonntag wieder ein paar Bilder schießen, die man im Photoset sunset at Ban Taling Ngam betrachten kann.
Am Wasserfall
Es soll ja Leute geben, die den Wasserfall übersehen. Allerdings ist das Wort für Wasserfall und Stromschnelle im Thai anscheinend das Gleiche ;)
Samui-Samui-Wallpaper für Januar II
Für die Freunde der wechselnden Desktop- und Bildschirmhintergründe gibt es dieses Jahr jeden Monat ein Bild. Oder zwei. So wie diesen Monat. Heute ein Sonnenuntergang am Strand von Ban Taling Ngam. Dem romantischen Sonnenuntergangsstrand Koh Samuis.
Ich nehme natürlich an, dass ihr von Sonnenuntergängen so langsam genervt seid, also werde ich das nächste Mal ein anderes nicht uninteressanteres Motiv finden.
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Feiertage: Kindertag
Heute feiern wir den Kindertag in Thailand. Dieser Tag findet jedes Jahr am zweiten Samstag im Jahr statt. Was heute ist.
Der thailändische Kindertag ist ein kleines bisschen anders als Kindertage in Europa. Die öffentlichen Institutionen laden die Kinder zu Parties ein , die Armee lässt sie Panzer bestaunen und Hochschulen zeigen, was man alles lernen kann .
Einmal im Jahr besinnt man sich auf die kommenden Generationen. Sollte man häufiger machen.
Kalender-Boy
Pokki ist der Hund des Wochenendes auf unseren Shih-Tzu-Kalender.
… and a reading book!
Saam
Drei Jahre bin ich nun schon auf der Insel (seit zwei Tagen). Das nur am Rande. am Achten Januar Zweitausendfünf setzte ich Fuss auf Kontinent und Insel.
Ich überlege jedes Jahr, ob das feiernswert sei, formulierte das gesamte vergangene Jahr an interessanten Einträgen ob meiner gesteigerten Weisheiten herum, meines gestiegenen Alters, der Tatsache dass alles viel schöner und bunter ist seit ich “hier” bin…
Wie auch immer…
Jahr Nummer Vier auf der Insel und irgendwie sieht es einfach nicht so aus, als ob ich mich lösen könnte. Andererseits…
Wie auch immer…
Samui? Samui! Erstmal…
Wilder animalischer Sex
Ich hoffe nur, dass sie so unfruchtbar bleiben wie beim letzten mal :( sonst gibts viel Arbeit…
Haar dran, Filz raus
Yeah! Heute morgen im Hundehaarshop haben wir gut 20 Minuten diskutiert, was denn nun mit dem Filzmantel meines Großen zu tun sei. “Cut cut” wurde häufiger gesagt. Ich wollte ja nicht laut sagen, dass ich “alles” zahlen würde um einen Abschnitt zu verhindern. Nach einer Weile hatten wir uns auf 800 Baht (ein Vermögen in Hunderechnungen gerechnet) geeinigt und ich wurde mit den Worten “it long time” nach Hause geschickt.
Nach langer Zeit (8 Stunden später) durfte ich eben einen absolut filzfreien kleinen Shihtzu in Empfang nehmen. Tja. Was Chemie so alles vermag.
Soosie hat ihren Pokki auch sehr vermisst (als ich alleine zurück kam, rannte sie gut eine Stunde lang hin und her und suchte Pokki überall und kuckte mich verständnislos an) und war sehrsehr froh, ihn endlich wieder zu sehen — ich wurde glatt ignoriert.
Obiges Bild übrigens zeigt Pokki 5 Minuten nach Ankunft zu Hause. Er liebt es, das Wasser vom Boden des Napfes zu trinken. Sehr unphotogen und irgendwie schade um die vielen Baht…
PS: Irgendwie sieht Soosie jetzt sehr filzig aus… wenn sie so neben Pokki sitzt…
Wächst schneller als gedacht…
Kleiner Punk
Hier sehen wir Soosie glücklich am vereinsamten leeren Nachbarhaus rumschlurfen. Ihr Fell ist glänzend und unstruppig. Selbiges kann man von Pokki nicht behaupten. Er ist ein einziges Filzmonster. Wie er das schafft, sein Fell trotz täglicher Bemühungen meinerseits so zu verfilzen ist mir ein Rätsel. Ich glaube, Soosie hat da ihre Zunge im Spiel.
Am Samstag steht ein Hunde-Salon-Besuch an. Soosie wird wohl nur geduscht und beschleift, Pokki wird eine Rasur bevorstehen. Ganzkörper. Versteht sich. Familientradition .
Sonnenuntergang
Wetterverluste
Dr. Schmidt hat heute die Insel verlassen. Des Wetters wegen. Zwei Tage früher. Das ihn beherbergende Ressort hat dadurch doppelt soviel Geld verloren, wie ich im vergangenen Jahr verdient habe. Bonzen (auf beiden Seiten).
Stimmt allerdings. Es ist schweinekalt (25° Celsius). Viele Thais laufen mit Parka und Schals herum und ich habe schon lange den Lüfter nicht mehr gebraucht.
Winter…
Am Ende steht das Ende
Die interessanteste Erfahrung heute war, dass ich Leute über den Tod von Galyani Vadhana weinen gesehen habe, die bisher das Königshaus mit keinem einzigen Wort erwähnt haben. Ihr Tod hat mir heute bspw. den ersten Thai-Kommentar in dieser kleinen Publikation eingebracht , den ich kurz und still aus Mangel an Worten mit “rest in peace” übersetzen möchte. Die königliche Familie ist so sehr in das Leben der Thais verwoben, dass “wir Farangs” es wohl niemals begreifen werden.
Es erinnert mich ein bisschen an den Tod meines Grossvaters. Plötzlich war ein wichtiger Pfeiler meiner Existenz verschwunden. Man glaubt nicht, dass die betreffenden Personen eines Tages nicht mehr da sein werden, weil sie einfach essentiell für das Selbstverständnis des eigenen Seins sind. Für das kleine Universum in dem man sich wohl fühlt.
Insofern mache ich mir Sorgen um den Zustand des Landes, wenn andere Mitglieder der Königsfamilie sterben werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Thailand ist 72.55 Jahre.
Samui-Samui-Wallpaper für Januar
Für die Freunde der wechselnden Bildschirm- oder Desktophintergründe gibt es dieses Jahr jeden Monat ein Bild. Heute ein Sonnenuntergang am Strand von Bang Por.
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Prinzessin Galyani Vadhana ist tot
Heute morgen starb HRH Princess Galyani Vadhana im Alter von 84 Jahren nach längerer Krankheit. Sie war die Schwester von König Bhumibol Adulyadej (Rama IX.) und König Ananda Mahidol (Rama VIII.) sowie die Enkeltochter von König Chulalongkorn (Rama V.).
Sie war Lehrerin für Französisch und französische Literatur und wird den Thais vor allem durch ihre Bemühungen im sozialen Bereichen in Erinnerung bleiben.
Im Juni wurde Krebs diagnostiziert und seitdem hat sie das Krankenhaus nicht mehr verlassen.
Es wird nun eine hunderttägige Trauerperiode geben. Die Presentation von vergangenem Jahr wurde upgedated .
Feiertage: Suriyakati-Neujahr
Als ich gestern noch meinte, wir würden das gregorianische Neujahr feiern, habe ich mich einigerma?en geirrt, es ist Suriyakati -Neujahr. Das ist der buddhistische Kalender der Thais.
Jahr 1 begann mit dem Tod Siddhārtha Gautamas im Jahre 543 vor Christus. Dieses Datum wird häufiger diskutiert, die Thais haben da ihre eigene Meinung, aber nehmen wir mal der Einfachheit halber an, es würde so stimmen. Damit haben wir dieses Jahr das Jahr 2551 BE (Buddhist Era, die buddhistische Zeitrechnung).
Seit 1888 wird dieser Kalender (von König Chulalongkorn eingeführt) als offizieller Kalender in Thailand genutzt. Bis 1940 allerdings war der 1. April (kein Scherz) der Jahresanfang. Seit 1941 ist es der 1. Januar und bis auf die Jahreszahl unterscheidet den Kalender nun nichts mehr vom gregorianischen Kalender.
Willkommen also im Jahre 2551 nach Buddha. Und keine Sorge, hier siehts genauso aus wie “damals” 2008.
Am Ende steht der Anfang
Mein kleines Mobiltelefon erinnerte mich heute morgen mit flimmernden Bildschirm (ist das nicht interessant, dass Nokia-Handys bei mir eine Haltbarkeit von rund drei Monaten haben?) daran, dass in Thailand die Neujahrs-Saison begonnen hat. Offiziell feiern wir dreimal Neujahr. Inoffiziell sind es (aus persönlichen Gründen) einige mehr.
Heute Nacht steht der gregorianische Jahreswechsel an. Das kennt man ja noch in Old Europe. Danach stehen einige Jahreswechsel privater Natur für mich, dann gibt es das chinesische Neujahr Ende Januar und im April gibt es das thailändische Neujahr, Songkran.
Grund genug über den heutigen nächtlichen Jahreswechsel nicht allzusehr in Euphorie zu verfallen.
Man möge es genie?en in Gegenden, wo man nur einen Jahreswechsel angetragen bekommt. Sollte man Vorsätze jedweder Art fassen, so möge man bedenken, dass dieser Jahreswechsel, also ein Zeitrahmen von entweder 365 oder 366 Tagen (nicht mal ein konstanter Wert) dann doch eine seltsame Art und Weise ist, etwas zu starten oder zu beenden.
Nächstes Jahr dann wieder in gehabter Notation.
Koalieren
Samak, der Parteichef der Wahlgewinner Peoples Power Party (ich liebe es, den Namen der Partei auf Englisch zu schreiben, weil er dann den Parteiencharakter verliert — Party party, happy happy), hat heute per Pressekonferenz eine Koalition aus 4 Parteien verkündet.
Interessanter ist, dass die Pressekonferenz (angeblich) nur gehalten wurde, weil Samak der Meinung ist, dass die Wahlkommission “von einem hohen Polizei Offizier” gezwungen wird, rote Karten gegen die PPP zu verteilen, damit sie nicht genug Stimmen bekommen, um eine Mehrheit im Parlament zu haben.
Samak said the conference was held because there was attempt to prevent the PPP from forming the coalition.
Samak said a certain senior police officer closed to the People’s Alliance for Democracy tried to force the Election Commission to disqualify PPP’s winning candidates to prevent it from forming the coalition.
Jaja… Nach der Wahl ist vor der Wahl. Oder dem Putsch.
Rote Karten
Heute wurden drei “rote Karten” an Wahlgewinner der PPP in Buri Ram verteilt . Rote Karten sind Disqualifikationen der jeweiligen Wahlgewinner aufgrund von Stimmenkauf oder Wahlmanipulation. Es gibt auch noch gelbe Karten, das ist die Disqualifikation mit der Erlaubnis, bei den Nachwahlen als Kandidat aufgestellt zu werden. Drei dieser gelben Karten wurden bereits kurz nach der Wahl neulich vergeben. Auch an Mitglieder der PPP.
Interessant zu wissen wäre noch, dass europäischer Fussball als Brot-und-Spiele-Morphium erst mit Thaksin in Thailand Einzug gehalten hat.
Prominenzgeflüster
Dr. Eric Schmidt , CEO einer kleineren amerikanischen Suchmaschine, befindet sich auf der Insel und leidet an Jetlag.
Man findet im Internet ja nicht viel über seine Familie, weshalb ich mir nicht so ganz sicher bin, ob die ihn begleitenden jüngeren Personen ein ziemlich sü?er Sohn und Zwillingstöchter sind. Seine Frau jedoch ist auf jeden Fall dabei.
Schon abgeschrieben
Ich entsinne mich schwach, dass das Times-Magazin eines Tages einmal aus Versehen Nachrufe auf noch lebende Personen veröffentlichte. Gleiches passierte heute der Nation .
In der kleinen Flash-Präsentation wird HRH Princess Kalyani Vadhana geehrt, die Schwester von König Bhumibol Adulyadej, die derzeit noch relativ lebendig im Krankenhaus liegt. Seit Monaten gibt es schlechte Nachrichten zu ihrem Gesundheitszustand und es dürfte nicht mit Besserung zu rechnen sein. Dass am Ende dann aber steht 1923 — 2007 ist dann schon etwas fatal.
Eine Lehre für Thailand
Der Noch-Premierminister von Thailand, Ex-General Surayudh, wird heute Abend eine Rede im Fernsehen halten, in der er den Tod von Benazir Bhutto (Ex-Premierministerin Pakistans, die vor Kurzem nach längerem Exil zurück kehrte und gestern ermordet wurde) als Lehre für die Thais hin stellen will :
Prime Minister Surayud Chulanont will cite the assassination of former Pakistani Prime Minister Benazir Bhutto as lesson to warn Thais to have unity.
1:0 für meine “Thai-Way”-These.
Wahlbe(ein)tra(e)cht(ig)ungen
Die Ergebnisse stehen fest, die Peoples Power Partei ist “der gro?e Gewinner” der Wahlen. PPP hat 233 Plätze im Parlament abgeräumt und die Demokraten nur 165. Das ist allerdings keine überwältigende Mehrheit, weshalb man nun auf der Suche nach Koalitionspartnern ist, auf dass die Demokraten mit ihrem angestammten Oppositionsplatz nichts mehr als reine Zahlen in den Abstimmungen seien…
Das Volk will trotzdem noch Abhisit, den Vorsitzenden der Demokraten, als Premierminister sehen und nicht Samak, den Chef der PPP. Sagt eine Umfrage . Leider fragt die Umfrage nicht nach dem “Warum”, denn dann müsste man einen photographischen Vergleich der beiden Herren anstellen.
Thaksin hingegen ist wieder in Hongkong und wartet auf seine glorreiche Rückkehr . Mal ist vom Valentinstag nächstes Jahr die Rede, mal von “vor April”. Man will ihn dann trotzdem festnehmen , das dürfte aber eine reine Formsache werden. Samak hat schon versprochen Thaksin und 111 ehemalige Führungsmitglieder von Thai Rak Thai, die einem 5 jährigen Verbot politischer Aktivität unterliegen, zu amnestieren.
Zu Thaksins weiterem Leben habe ich zwei Theorien, die man beide nicht öffentlich nennen mag (“The Thai way” und “2nd run”). Bin gespannt, welche Realität wird.
Der Autor
With style
Meine neue Lieblingsflasche. Ehm. Ich meine. Wir Kenner sagen Karaffe .
Dänische Geschenke
Ich bin leicht zu beeindrucken. Da muss man nur einen spülmaschinenfestes, hitzebeständiges Glas in einen Neoprenanzug stecken, ein paar Schokokonfiserien einfüllen, einen patentierten Verschluss der Ausgie?en ohne Vertropfen erlaubt und ein klare kühles Design zusammen packen und schon bin ich hin und weg. Ich bin so.
Pokki schnüffelte kurz und schnaubte dann. Soosie schnüffelte etwas länger, schnaubte aber auch. Ich find das Teil Klasse. Mehr Designerkram von Claus Jensen und Henrik Holbæck gibts bei evasolo.com .
PS: Ist eine Karaffe im Neoprenanzug . Damit der Wein länger kühl bleibt.
Weihnachten
Weihnachten ist kein thailändischer Feiertag. Und das ist auch gut so. Vollmond war gestern und an vielen Stränden sicherlich nicht nur in Samui stiegen kleine leuchtende Ballons auf. Heute auch wieder. Morgen wohl auch wieder. Vermutlich um 07:58:53 Uhr . Aber aus nicht weihnachtlichen Gründen mag ich meinen.
Auch im Tesko waren diesmal nicht schon seit Mitte November weihnachtliche Zwangsgefühle angesagt, weil des Königs 80. Geburtstag am 5. Dezember anstand. Weiss-rot versteht sich nicht mit gold-gelb. Danke.
Gestern war dann ein Feiertag, aber auch nur wegen der Wahlen. Nach den Anstrengungen des Kreuzelns muss man sich logischerweise ausruhen…
Winter
Bad News
Schlechte Neuigkeiten für meine Heavy-Metal-Freunde: Vorhin ist mir mein Kurzhaarschneider wieder in die Hände gefallen. Irgendwie ist das ein ziemlich glänzendes Teil. Und mit Strom betrieben und dem richtigen Aufsatz lassen sich alle (in Buchstaben AH-ELL—ELL-EH) Haare auf 3mm trimmen.
Bin am ?berlegen, ob ich morgen das Teil mal ohne Aufsatz probiere… 1mm pro Woche? Im Mai sollten das dann wieder so 2cm sein.
Das Wahlergebnis
Ich: Who won?
Er: Thaksin.
Man wählt
Die Regeln sind einfach: Das Parlament besteht aus 480 Mitgliedern. Davon werden 400 Sitze durch Direktmandate aus den Wahlbezirken und die restlichen 80 Sitze anteilig nach den Gesamtstimmzahlen einer zweiten Stimme besetzt.
Bei den bisherigen Wahlen war es dann immer so, dass die Partei mit den meisten Stimmen die Regierung stellt. Das lag grö?tenteils daran, dass die Ergebnisse recht deutlich waren und die “verlierenden” Parteien sich nicht auf Koalitionen einigen konnten.
Heute gab es Gerüchte einer Vierer-Koalition gegen die PPP, die nach den aktuellen Hochrechnungen vorne liegt.
Die beiden Parteien, welche die meisten Stimmen zu verzeichnen haben, sind auch gleichzeitig die beiden Parteien mit den beiden einzigen Richtungen, die Thailand in den kommenden Wochen gehen könnte.
Die People Power Party wurde 1998 gegründet, hatte im November rund 7.800 Mitglieder und ist Auffanglager der ehemaligen Mitglieder von Thai Rak Thai, der Ex-Partei Thaksins. Die wurde ja in diesem Jahr aufgelöst und all die Politiker mussten entweder eine neue Partei gründen, oder eine suchen, deren politischen Pläne Thai Rak Thai am nächsten standen. PPP hatte zu diesem Zeitpunkt fast keine Mitglieder und auch keine Richtung, passte also für die Ex-TRTler.
Die Democrat Party wurde 1982 gegründet (sagt die Wahlkommission, Wikipedia spricht von 1945), hatte im November rund 4.1 Millionen Mitglieder und hat sich seit vielen Jahre als “die Opposition” in den Köpfen der Wähler fest gesetzt. Ihr Vorsitzender Abhisit Vejjajiva wurde bereits bei den letzten drei Wahlen immer als Thailands nächster Premierminister vorgestellt. Wird wohl auch diesmal nichts.
Gegen Mitternacht wird mit einem ersten repräsentativen Ergebnis gerechnet. Einen Live-Einblick in das Zahlenwerk gibt es auch diesmal wieder .
Sie wählen
Nur kurz: Man wählt, vermutlich PPP was ich mal als worst case bezeichnen möchte. Aber Prognosen sind nun mal nicht mehr als Prognosen, nicht wahr? Vielleicht sind die Wähler der Demokraten nur nicht so gesprächig und stolz auf die von ihnen gewählte Partei. Wie mein Vater bei jeder Wahl zu proklamieren pflegt: “Gibt ja sonst nichts, was man wählen könnte.”
Mehr später, um sechs schlie?en die Wahllokale und dann können wir die ersten Prognosen zum Termin des nächsten Putsches erstellen.
Regenbogen
Verkehr
Post aus Deutschland benötigt bis zum Eintreffen hier auf Samui immer noch nur 10 Tage. Von Samui nach Deutschland sieht es wohl anders aus, aber das werden wir demnächst wissen.
Die Leute von TNT finden allerdings meine Adresse nicht. Die rufen dann durch die halbe Welt an, dann wird man aus Dänemark nach Telefonnummern gefragt, dann rufen sie hier mal an. Auch interessant zu wissen.
Sonnenuntergang
Schon wieder. Irgendwie geht die Sonne hier jeden Tag unter. Jeden Tag farbenfroher. Angenehm.
Sonnenuntergang
Vom gleichen Strand wie der Fischer.
Körperlos
Ein Bild aus Thailand hat es unter die Bilder des Jahres 2007 gebracht.
Two boys, their bodies painted in silver, sit on top of a water buffalo during a parade before the start of Chonburi’s annual buffalo races festival, nearly 75 kilometers (47 miles) southeast of Bangkok, October 24, 2007. The event, which also celebrates the rice harvest, originates back to the buffalo trade in Chonburi, once the trade center of Thailand’s East.
Das Wasserbüffel-Rennen findet seit hunderten von Jahren jeden Oktober in Chonburi statt. Mehr Bilder mit ganzen Körpern und Stieren kann man sich bei Tom Vater ansehen.
Bierlos
Klasse. Die thailändische (?bergangs-)Regierung, rund ein Jahr für viele ?berraschungen gut, hat ganz zum Schluss noch eins draufgesetzt: Ausschankverbot für alkoholische Getränke für das gesamte vergangene Wochenende (Freitags 18 Uhr bis Sonntags 24 Uhr) und das gesamte nächste Wochenende.
Warum? Weil man wählt. (Sagte ich schon, dass man wählt? Also man darf mal wieder demokratisch eine neue Regierung wählen und damit über den Zeitpunkt des nächsten Putsches bestimmen.) Gestern waren Vorwahlen für Leute, die nächsten Sonntag nicht wählen gehen können oder wollen.
“Normalerweise” wird in Thailand der Ausschank am Wahltag verboten. Am Vorabend ab 18 Uhr bis zum Ende des eigentlichen Wahltages wird kein Alkohol verkauft, auf dass die (trocken)mündigen Bürger keine falschen Kreuze machen. Diesmal also das ganze Wochenende.
Das Verbot wurde sicherlich rigoros befolgt. Irgendwo. Nur nicht auf der Insel. Freitag und Sonntag bekam ich als Farang Bier bei 7eleven (was manchmal zu seltsamen Farang-Thai-Verbrüderungen führte), weil wir Farangs ja nicht wählen müssen (logische Erklärung der Tresenthai).
Die einschlägigen Lady-Bars in Maenam waren leer, Manches lässt sich halt nüchtern nicht durchführen.
Datentransport
Unter dem Titel Die Top-10 der Daten-Desaster bringt der Spiegel eine Topliste der Datendesaster… Jaja. Auf Platz Eins? Ein Photograph in Thailand:
Verwundert darüber, dass sich in seiner Festplatte Ameisen eingenistet hatten, griff ein Fotograf in Thailand zur chemischen Keule. Er öffnete Gehäuse und sprühte Insektenspray ins Innere. Die Ameisen waren damit hinüber, die Daten leider auch.
Nun, was genau stimmt Leute, die mehr als einen Tag in Thailand zugebracht haben, verwundert über diese Zeilen? Nein, nicht dass der Photograph verwundert über die Ameisen war. Auch nicht, dass die Festplatte durch Ameisenvernichtungsmittel zerstört wurde, nein: Jeder der ein paar Tage in Thailand zugebracht hat, weiss, dass Ameisen Sonne nicht mögen.
Ich habe die Ameisen im Scanner damals mit einer kleinen Portion Sonnenlicht gekillt. Sonne reicht aus. Ameisenvernichtungsmittel? Naja. Ich dachte immer Photographen hätten ein Auge für Details.
Fischer im Sonnenuntergang (Winter)
Ein seltener Anblick
Beide Hunde gebürstet und (relativ) sauber. Selten.
Update.
Gut zu wissen, dass die Bankautomaten (oder in diesem Fall Kontobuchdrucker ) der Thaibanken unter Windows XP laufen und nicht unter Windows Vista ;)
Whatever
Der Autor zu früher Stunde.
Nasszellenkur
Wenn der Geruch den Knuddelfaktor überwiegt, ist mal wieder Zeit, für eine kombinierte Schaum-Seifen-Kur. Pokki hat es über sich ergehen lassen. Relativ gelassen, muss ich sagen. Ich bin da mehr Widerstand gewohnt. Vielleicht war auch er vom Geruch angespornt.
Der goldene Kompass
Gestern mal wieder im Kino gewesen und “Der goldene Kompass” gesehen. Falls ihr noch nicht “Stardust” gesehen habt und die Möglichkeit habt, den Film zu sehen — tut dies. Kuckt nicht den Kompass an. Falls “Stardust” nicht zur Verfügung steht, nehmt euer Geld und geht Glühwein trinken.
Der Film ist eine Beleidigung jeden intelligenten Märchens. Und auf mehrere Teile ausgelegt, das aber erfährt man erst am Ende. So eine Art “Herr der Ringe” Teil 2. Dumm. Belanglos. Zeitraubend.
Wie gut dass ich meine 12call-Telefonnummer vorzeigen konnte und zwei Kinotickets für nur 120 Baht bekommen habe. Und sie haben neuerdings Pizza-Popcorn. Also Popcorn mit Pizzageschmack. Da könnte sogar irgendwelcher Denzel-Washington-Schrott laufen…
Und wenn ihr den Film sehen wollt, damit ihr am Totenbett sagen könnt, ihr habet alles gesehen, woherinnen die Exfrau von Katies Schwängerer mitspiele: sucht euch ein neues Hobby, solange noch Zeit ist.
Selten habe ich den Verlust von Zeit so schmerzhaft erfahren.
Dieser Film bekommt nur vier von fünf möglichen Sternen ;)
No more D, no more 2B
Big ist tot. Big ist ein Drittel einer vor gut fünf Jahren noch sehr erfolgreichen thailändischen Boyband namens D2B und hie? eigentlich Parnrawat Kittikorncharoen. Die Boyband hie? D2B weil sie aus Dan, Big und Beam bestand. 2 B’s und 1 D.
Big lag seit gut viereinhalb Jahren im Koma, weil er eines Nachts einen Autounfall hatte. Er fuhr mit seinem Auto in einen Kanal an der Stra?enseite, schluckte verschmutztes Wasser und litt seither an einer Bakterieninfektion.
D2B war eine der erfolgreichsten Boybands zu der Zeit. Dan und Beam firmierten später unter Dan and Beam weiter (eine meiner ersten hier gekauften CDs war von ihnen) und waren bis vor gut zwei Wochen noch aktiv. Dann verkündeten auch sie ihre Auflösung.
Big starb heute morgen , nachdem er gut ein Fünftel seines Lebens im Koma verbracht hat.
Nachfolgend ein Videos zum Song “Mai Plieng Chai” von D2B, der mir als repräsentativ genannt wurde.
Und dann hats Bumm gemacht
Am alten Haus im Dschungel hatte ich das ja öfters: es fängt an zu regnen und 5 Minuten später fällt der Strom aus. Eben durfte ich sowas nun gewisserma?en live vor Ort erleben. Es fing an zu regnen, von draussen hörte ich ein seltsames Geräusch: laut, brummend, sehr bassig. Lauter als die üblichen Schrottkarren mit kaputten Auspuff.
Ich ging auf die Terasse, genau im richtigen Augenblick, denn es gab einen ziemlich starken Blitz, eine Eplosion mit nettem Funkenschlag, einen Knall und eine Druckwelle, die etwas stärker als erwartet war (meine Fettringe vibrierten). Am Ressorteingang gegenüber ist ein Strommast in die Luft geflogen. Oder die Leitungen. Oder ein Stromkasten.
Seit Wochen schon basteln die Stromlieferanten an unserer Stra?e an den Kabeln und das Ressort hat mit häufigen Stromausfällen zu kämpfen (nicht mein Haus, hehe).
Jetzt hört man hin und wieder Puffs und Snizzles von der Einfahrt. Die Thais stehen mit Regenschirm an der Stra?e und sehen sich das Spektakel an. Die Hunde sitzen mit gesträubten Haaren in der Ecke. Ich habe noch Strom, aber vorsichtshalber alle Kabel gezogen. Der Securityguard steht im Regen auf der anderen Stra?enseite. Heldenhaft hat er noch seine zwei Vogelkäfige aus dem Feuchtstrombereich gerettet.
Thailand, Süd
Das ist ein Farbfoto. Vom Visarun neulich.
Malaysische Notizen
Malaysia ist teuer. Aus Thaisicht. Von Deutschland aus würde man wahrscheinlich über EUR1.50 teure Riesen-Cappuccini lachen. Glücklich.
Malaysisch scheint eine sehr einfache Sprache zu sein und trotzdem ähnlich dem Thai. Schule beispielsweise hei?t sekolah, das eingeschobene e würde im Thai ein a sein, das a wegfallen und schon hätte man ein Thenglisches school (sakoohl). Die Einschiebebuchstaben im Thai sind übrigens eine sehr interessante Sache: Beim Schreiben in Thai reicht es manchmal aus, nur den Konsonanten zu schreiben (ist eh schon viel Arbeit), weil dann dazwischen einfach ein a oder o gesetzt werden kann. Auf diese Art und Weise werden Sanook (snk -Freude, Spa?, Vergnügen) und Hok (hk — Sechs) gebildet. Aber ich schweife ab…
Der Islam ist die Staatsreligion in Malaysia. Frauen sollten Kopftücher tragen. Dadurch soll, so hab ich das verstanden, verhindert werden, dass sie mit ihrer Schönheit, so vorhanden, Männer betören. Dumm gelaufen nur, wenn die Frauen zwar gro?e Teile des Kopfes unter Tüchern verstecken, andere Körperteile dann aber in enge Jeans packen. Da interessieren die Haare dann auch nicht mehr.
Und zum Schluss noch Dinge, die man so wohl nur in Malaysia erleben kann:
- buddhistische Mönche bei Pizzahut essend (vor 12 Uhr)
- zwei parallel laufende Lautsprecher nebeneinander. Aus einem schallt ein Imam, aus dem anderen Eminem, Dido musikalisch vergewaltigend. Das klang in der Summe sehr interessant.
Schluss mit dem Gerenne
So. Man ist wieder vollwertiges Mitglied der ausländischen Meute in Thailand. Ein Konsulat in einer kleinen malaysischen Stadt hat ein Einsehen mit meinen chaotisch vorgelegten Papieren gehabt und mir ein buntes Visa mit Hologramm (der neueste Schrei in der Thaivisa-Szene) geklebt. Gültig für viele Einreisen innerhalb des nächsten Jahres. Ich werde versuchen, die Einreisen so niedrig zu halten wie möglich und nötig.
Kurze Aufregung gab es dann noch als man feststellte, dass von meiner Arbeitserlaubnis (bzw. deren Kopie) die zweite Seite fehlte. Ich hatte verstanden zwei Kopien von der ersten Seite. Ehem. Beim Pass wollten sie auch zwei Kopien der ID-Seite. Aber man sah wohl von Haft ab, denn ich bekam meinen Pass wie bereits erwähnt mit Stempeln und Hologramm wieder.
Nun hat unsereins also ein Non-Immigrant-B-Visa. Damit kann man arbeiten, Firmen gründen und derart Kram machen. Muss man aber nicht. Man kann auch in den Rotlichtvierteln der Insel rumtüteln und das durch nichtmonatliche Visaruns gesparte Geld, ehm, also, ehm, vertrinken. Genau.
Visaruns sind eine langweilige Sache.
Der gro?e Lauf von Malaysia (mal wieder)
Sodele… Heute geht es dann mal wieder ins schöne Malaysia — ein Visarun steht an. Ein grö?erer, nach dessen Zieleinlauf ich dann (hoffentlich/vermutlich/eventuell/wenn alles klappt) nur noch aller drei Monate kurz über die Grenze hupfen muss.
Diesmal habe ich auch sehr viel mehr Papier mit genommen. Gestempelt. Tausendfach unterschrieben. Die Thaibehörden lieben Stempel und Unterschriften.
Während ich auf Behörden und in malaysischen Shopping-Zentren rumhänge, mag der vernachlässigte Leser einen Abstecher ins Blog von Steffen und Susi-e- machen. Die beiden sind seit einigen Wochen in Malaysia. Viel interessanter ist, dass sie aus Zwickau sind, Steffen an der gleichen Hochschule wie ich studiert hat und wir nur über zwei Ecken bekannt sind. Die Welt ist klein.
Also dann… Semoga manjalani hari yang baik. Selamat tinggal!
Krathong (Vintage, 2005)
Loy Krathong (immer noch)
Noch zwei Bemerkungen zum Loy Krathong:
- Ich chatte grade mit einer Bangkoker Freundin. Auf die Frage, ob sie denn einen Krathong floaten lassen hat (stellen Sie sich das jetzt in der Rhythmik von 99 Luftballons vor — and let one floaaaaaathiiiiing), meinte sie “No I have no boyfriend, and you?”.
Es stimmt, man lässt die Krathongs mit dem Partner, Schatz, Geliebten, Gemahl oder was auch immer gerade beziehungstechnisch heranziehbar ist ins Wasser.
Ihre hinterlistige Gegenfrage habe ich ausweichend mit “I did not go either” beantwortet… :)
- Ich habe im anderen Eintrag eine Altersgruppe als Jugend bezeichnet, der ich mich bis vor Kürzerem noch zugehörig fühlte. Das mit dem Altern geht viel schneller als geplant. Ich zupfe beinahe täglich graue Haare…
Loy Krathong
Es ist mal wieder Loy Krathong. Im November, zum Vollmond, gehen buddhistische Thais eine Hindugöttin ehren und die schlechten Taten des vergangenen Jahres in einem Bananenblattboot mit vielen Blüten und Kerzen (Krathongs) die Flüsse hinunter schwimmen lassen.
Manche Thais bezeichnen den Tag sogar als Feiertag. Na ich weiss ja nicht.
Die Krathongs bestehen heutzutage grö?tenteils aus Styropor, Plastik und Metallnadeln. Dabei sind moderne Thais sehr umweltbewusst. Gerade neulich wieder unterhielten sich ein paar Leute im Seven Eleven an der Kasse (natürlich vor mir und den Verkehr auf haltend) darüber, dass 25% des Abfalls in Bangkok aus Plastikverpackungen bestehen würde und wie schlecht das wäre. Dann nahmen sie dankend ihre vier Plastiktüten (zwei für die Bierflaschen, damit die nicht durchrei?en, eine für das Eis und eine für die Zigaretten) in Empfang und stiegen in ihre mit laufendem Motor vor dem Shop stehenden Pickups (der Innenraum muss immer schön kühl sein), um um die Ecke nach Hause zu fahren.
Für die Jugend ist Loy Krathong auch ein sehr wichtiges Datum. Ich habe vor Jahren mal eine Umfrage gelesen, wann denn thailändische Mädchen so ihre Unschuld verlieren. Im Ergebnis gab es drei prominente Daten: Loy Krathong, den Valentinstag und den Geburtstag (welchen, wurde nicht gesagt).
Insofern ist verständlich, warum heute abend so viel Verkehr auf der Stra?e ist.
Ich hingegen habe mich gemütlich ins Bett gewickelt um der pünktlich zum Wochenende eingetretenen übergro?en Müdigkeit entgegenzuwirken. Ich denke (noch), dass es daran liegt, dass es so kalt ist. Den ganzen Tag lag ein schleiriger Nebel über dem Klong vor dem Haus… Gefühlte 20° Celcius. Winter. Schlaf.
Nur fürs Protokoll
Ich lebe noch. Gibt nur nichts zu berichten. Es gibt Besseres als das Leben eines Sachsen in Thailand. Zumindest für selbigen… Wenn man alles so berichten könnte wie es geschehen würde, wäre es einerseits langweilig, andererseits wortreicher.
PS: Im Kabelfernsehen kam grade der Aliens-vs.-Predator-Trailer. Es gibt ja immer noch Gründe zu leben.
2 Jahre
Der kleine Genosse im Bilde ist seit heute 2 Jahre alt. Er kam zwar erst am 1. Januar 2006 zu mir, wurde aber am 15. November 2005 geboren, der kleine Pokki. (Hundeliebhaber werden nun an zwei Händern herumrechnen und missbilligend die Köpfe schütteln, aber glaubt mir, es war die rechte Zeit, um heim zu kommen, wenn man thailändische Hunde-“Züchter”-Verhältnisse kennt.)
Er hat ne Menge erlebt, mit Soosie eine sü?e Schwester (ehm, Freundin?) und ist ein richtiger kleiner Macho geworden. Hin und wieder sitzen wir zusammen auf der Couch und freuen uns still über das Sein an sich.
Und falls ihr euch wundert, dass es kein aktuelles Photo gibt: Regenzeit — Filzfellzeit — Schlammfeldzeit.
Regenzeitfrisur
Finden Sie bitte den Regenbogen im Hintergrund…
Sonnenuntergang
Kabelfernsehen Samuistyle
Kabelfernsehen ist Fernsehen aus dem Kabel. Man zahlt 450 Baht im Monat (150 Baht mehr als für das Grundpaket bei UBC) und bekommt dafür eine Vielzahl interessanter Kanäle:
- MNet1: Ein Kanal aus dem südafrikanischen Pendant vom deutschen Bezahlfernsehen premiere (also dem premiere das ich von vor vier Jahren kenne).
- MNet Series: Ein typischer Serienkanal, auch aus Südafrika, der in 6 Stundenblöcken den ganzen Tag das gleiche Programm zeigt. Jerry Springer, Ellen, Desperate Housewives, ER, House, Al Bundy, Golden Girls, eine unlustige Comedysendung mit wei?en Afrikanern die mit hollandische Akkzenn (kann gut Afrikaans sein) betont witzig sein wollen, es aber nicht sind, Nip/Tuck, Lost und ein paar andere sonst unverkäufliche Serien.
- Zone Reality: Ein Dokukanal über dumme Verbrecher, clevere Verbrecher, Mörder die plötzlich gegen die Todesstrafe sind, Leute, die andere Leute retten, betrügen, töten oder ausbuddeln, Geisterforscher, Hogan knows best und so weiter. Also alles, was man in den dritten und vierten Programmen nicht mehr bringen könnte. Man möge es Reality-TV nennen.
- die Standardthaikanäle: Channel 3, 5, 7, 9, 11, Nation-TV (Newskanal von The Nation), TiTV (oder wie Thaksins kleiner Kanal gerade mal wieder hei?t).
- ein Comickanal auf dem 60er Jahre Comics in Thaisynchronisation kommen
- 10 öffentliche Kanäle, auf denen immer Englisch- und Französischkurse von den Folien der Vortragenden mitgeschnitten werden oder verehrte Mönche predigen.
- europäische Kanäle, RAI, das Franzosending und so weiter…
- eine Unmenge an anderswo zusammen gesammelten Kanälen, manche nützlich, manche, damit man sagen kann “mehr als 40 Programme”.
Jetzt könnte man ja meinen, da wäre nichts dran auszusetzen. Ist es auch nicht. Dummerweise nur sind gut 10 der Kanäle live aus dem Internet gestreamt. Das heisst, wenn bei MNet Freitag um 20 Uhr ein superduper Film kommt, dann kommt der um Acht Zentralafrikanischer Zeit. Das dürfte so ungefähr Europazeit sein.
Wenn dann ein kleines bisschen Regen kommt oder ein Stromausfall (soll ja hin und wieder vorkommen), dann stürzt der Router bei Samuikabel aus. Man hört ein bassiges Plopp im Fernseher, nach 20 Sekunden fängt sich alles wieder, man sieht, wie das Programm neu startet, den Kanal sucht und dann vermeldet “No Video or Audio”, weil die Internetleitung noch down ist. Nach 5 Minuten kann es weiter gehen. Das Ganze passiert in der Stunde ungefähr einmal.
Vor zwei Jahren konnte man noch regelmä?ig Windows-Fehlertöne und Bluescreens betrachten. Insofern hat sich das Programm verbessert.
50% der Kanäle sind nicht Video-Audio-synchronisiert, was relativ unangenehm ist, wenn man einen Horrorfilm sieht, überall Blut spritzt und man das “Slash! Wusch! Quiiiieck!” erst 10 Sekunden später hört.
PS: Achso, ja, die Deutsche Welle gibt es auch noch. Allerdings sprechen die dort so ein gequält deutliches Deutsch. So spricht doch niemand. Oder bin ich das nur nicht mehr gewohnt? Dort allerdings kam neulich eine sehr interessante Doku über die Geschichte von Adidas und Puma. Dass der Firmenname Adidas aus dem Namen von Firmengründer Adi Dassler gebildet wurde, wusste ich schon. Dass es Puma nur gibt, weil sich da zwei Brüder gestritten haben , wusste ich nicht (der verlinkte Wikipedia-Eintrag gibt nur die halbe Wahrheit wieder, unter anderem gibt es da NSDAP-Mitgliedschaften, Denunziationen und Lageraufenthälte, die erheblich zum Bruderzwist beitrugen). Glücklicherweise kam die Doku auf Englisch, so dass ich ungestört kucken konnte.
Neuigkeiten
Neuigkeiten von General Sonthi Boonyaratkalin :
General Sonthi Boonyaratkalin has finally clarified his political intentions, affirming that he will not be entering the political scene for now…
Ah, gut!
… ?? at least not in the December election.
Oh. Was denn nun?
“I will no longer enter politics. But if the new government invites me to join as a minister, I may think about it,” he said.
Ahso. Und wenn die PPP gewinnt? Hmm?
Reacting to reports that the People Power party is currently in the lead, Gen Sonthi reiterated that it was “up to the people to decide who wins?.
Na dann…
Miss International Queen 2007
Endlich wieder einmal eine Beauty-Queen aus Thailand. Tanyarat Jirapatpakon wurde am Sonntag zur Miss International Queen 2007 gekührt.
“Global warming is one of the most serious problems the world faces today,” she said when asked how she helps educate people on environmental issues.
“I tell them to ’think about it.’ It’s your world too,” she said.
Dass der Titel sowohl Miss als auch Queen beinhaltet, sagt eigentlich alles.
Mit Thaksin zur Registrierung
Wahlkampf Thaistyle: Surapong Towichakchaikul, ein Kandidat für die People’s Power Partei (PPP), kam zur Registrierung als Kandidat für Chiang Mai gestern mit Thaksinmaske .
PPP besteht derzeit zu 50% aus ehemaligen Mitgliedern von Thaksins inzwischen verbotener Partei Thai Rak Thai (TRT). Weil man ein gleiches Parteiprogramm hätte. Sagen sie. Wenn man dann hört, dass Thaksin mal eben aus London anruft, um einen parteiinternen Streit um die Kandidatenverteilung zwischen PPP-Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern von TRT zu beenden (das Wort schlichten kam dabei nicht vor), dann ist das eigentlich klar.
Sonthi, der nette Mann in Armeeuniform, der absolut keine Pläne hat, Premierminister der nächsten Regierung zu werden, hat sich übrigens geweigert, einen weiteren Putsch auszuschlie?en, wenn die PPP die Wahlen gewinnen sollte.
Unser Waschbecken am Mittwoch
Siehe auch hier.
Wasser im Khlong
Long live youtube.com ;) Die Qualität ist fürchterlich (youtube hat aus meinem 20MB-14Sekunden-Hochquälitäts-Video ein Handyvideo gemacht.
Verheerende Schäden
heavy downpours continued to wreak havoc on this otherwise tropical paradise
Muahahahhahahhahahhahahahahahahah.
Ich kenne ja Leute, die seit zwei Tagen mit dem Taxi auf Arbeit fahren, weil es regnet und die Mopeds an jeder zweiten Kurve im Wasser versinken. Ansonsten ist an dieser Regenzeit nichts viel anders als in den vergangenen zwei Jahren. Vor genau zwei Jahren war es schlimmer als heute, und damals wurde kein Katastrophenzustand ausgerufen.
Ich gehe mal davon aus, dass der wahre Grund für den Ausnahmezustand die Tatsache war, dass die lokalen Golfplätze überflutet wurden. Was sollen Touristen (und Staatsangestellte) schon anderes tun, als kleine Plastikbälle durch die Gegend zu schlagen…
Suratthanis Gouvernour Winai Buapradit ist übrigens ein verdammt cleverer Mann: Wenn es aufhört zu regnen, werden die ?berflutungen auch zurück gehen. Sagt er. Das kann ich nur bestätigen. Und wenn die ganze Insel nicht zubetoniert wäre und die Kanalisation mal vor der Regenzeit gereinigt werden würde, dann würde das Wasser nicht den Weg des geringsten Widerstands (die Oberfläche) gehen.
Friedlicher Verstand
Ich hatte es bereits erwähnt, Sondhi — seines Zeichens Ex-bester Freund von Thaksin Shinawatra — geht ins Kloster. Gestern (also rein technisch heute) nun war Ordination . Gegener demonstrierten, um die 100 Polizisten schützten die Szenerie, nun ist er ein buddhistischer Mönch. Man lese den Nachsatz.
He has been given the ordination name of ??Santa Jitto?, which means ??He, whose mind is at peace.?
Soso. Das mag ich fast nicht glauben.
Nachsatz: Im Buddhismus kann man “schnell mal eben” ordinieren und damit ein buddhistischer Mönch werden. Ich werde das bei Gelegenheit mal ausführlicher darstellen. Es ist auf jedem Fall einfacher ein “Geistlicher” zu werden als im Christentum. Man muss Regeln befolgen, klar, aber am Ende ist es nicht viel mehr als das Rasieren der Haare und Einhalten von Regeln. Man möge das bitte im Auge behalten, wenn man über “friedliche Proteste buddhistischer Mönche in Myanmar” berichtet.
Pink is the new yellow
Gestern wurde König Bhumibol nach längerer Krankheit aus dem Krankenhaus entlassen. Rein technisch gesehen wurde eine seiner Gehirnhälften nur mangelhaft mit Blut versorgt, so dass er einseitig gelähmt war und einige Organe wohl am Rande des Zusammenbruchs standen. So ist das nun mal mit 79 Jahren. Die Nation fieberte natürlich mit und mit seiner Entlassung gestern wurde ein glücklicher Schlusspunkt gesetzt.
Ein Zeichen für die Thais, dass Halbgötter nicht unsterblich sind, wurde allemal gesetzt.
Bei seiner Entlassung trug er Pink . Ich meinte im Office vorhin “Ojeh, pink” und bekam vom einzigen deutschsprechenden Thai als Antwort “Wieso, ist doch in derzeit” zu hören.
Die einschlägigen Gelbe-Hemden-Händler der Insel fangen schon an, auf Pink umzustellen.
Katastrophengebiet
Samui wurde heute zum Katastrophengebiet ausgerufen. Es regenete gut zwei Tage lang und die Stra?en sind überflutet. Auf dem Weg zum nächtlichen Bierkauf (1km zum 7eleven) gibt es drei ?berschwemmungsstellen und die Stra?e hat jeden Tag mehr Schlaglöcher und Risse.
Der Flugverkehr wurde teilweise eingestellt (eben gerade kam noch ein Flieger rein, die meisten Flüge für heute wurden aber abgesagt und die Fluggäste nach Surat Thani geschickt). Die Fähren fahren noch, aber nur mit halber Kapazität.
Mein Klong vorm Haus ist so voll wie nie zuvor. Die Hunde schnüffeln nur kurz an der Treppe und entscheiden sich dann, nicht Gassi zu gehen. Mal sehen, wie lange das hält.
Surat Thani provincial office sent 170 soldiers to the island to assist locals and tourists.
Ja klar, sag ich mal. Wenn das Wasser in Chaweng einen halben Meter hoch steht, kommt das Militär immer gleich, um die armen Touristen zu retten. Dass da was von Locals steht ist eher eine Beschönigung. Alles was nicht in Chaweng- und Lamai-Nähe liegt ist seit Wochen überschwemmt und niemand kommt. Wie vor <txp:permlink id=“544”>zwei Jahren <txp:permlink id=“540”>schon.
Neulich im Solo-Club I
Szene:
Solo-Club. Dancefloor hinten links. Flackernde Lichter, 160bpm mit ?bergängen aus Leftfield- und Faithless-Zitaten zwischen Default-Technoklängen. 4 Uhr morgens. Pat steht an einem Stehtisch, eine Flasche Bier in der Hand und beobachtet den Praktikanten, der eine eigenwillige Interpretation von Travoltas Luftpiecker hinlegt und sich einer aufdringlichen jungen Dame aus dem Isaan eher halbherzig zu erwehren versucht. Ein magerer junger relativ sehr unhübscher Mann südostasiatischer Herkunft mit einem Schnauzbart der wie eine beginnende Glatze aussieht tritt heran…
Sak: Hello, how are yuu?
Pat: Heh?
Sak: Hello, how are yuuuuuu?
Pat: I am fine, how about you?
Sak: Me fine too. My name is *ak
Pat: Heh? Fuck?
Sak: Haha, no, *ak!
Pat: Ehm, Phukk?
Sak: Noooo. Haha. Sak, look (entblö?t seinen Unterarm und zeigt ein Tattoo das in Frakturbuchstaben seinen Namen — “SAK” — enthüllt — das nenne ich mal Kundenservice).
Ich: Aaaah. Sak. I see.
Sak: Yes. I have big dick!
Ich: (klopfe ihm gönnerhaft auf die Schulter) Good for you my friend, good for you!
Ausklang:
Sak bemerkte mein relatives Desinteresse an an seiner Penisgrö?e und zog weiter. Er kam noch einige Male vorbei, jedes Mal etwas mehr alkoholisiert und zeigte mir verschwörerisch mit zwei Zeigefingern auf dem Holztisch die vermeintliche Gro?artigkeit (das variierte irgendwie, wenn er meinen Crotch-Blick bemerkte, verringerte sich der Abstand zwischen den Zeigefingern geringfügig). Für Thaiverhältnisse war das sicherlich über dem Durchschnitt. Ich blieb freundlich, schaffte es die ganze Zeit nicht in schallendes Lachen auszubrechen (das ist ganz schön kompliziert, wenn innen drin alles schwabbelt weil man fast platzt vor Lachen) und machte keine Zeigefingerzeichen um seinen Morgen nicht zu verderben. Er versuchte dann noch sowas wie eine Fingermassage und verschiedene andere Tricks, mit denen man willige Männer um 4 Uhr Morgens vermutlich zu weiteren Transaktionen animieren kann und gab nicht auf, bis ich den Solo-Club im Morgengrauen verlie?.
Neulich im Solo-Club
Ich habe festgestellt, dass ich es wohl nie schaffen werde, meine neuerlich wieder (nur wegen des Praktikanten) aufgeflammten Besuche in der Solo-Bar, die jetzt Solo-Club hei?t, zu beschreiben. Ich selbst muss ja eigentlich nicht mehr Nachts ausgehen und schon gar nicht in den Solo-Club.
Die Solo-Bar ist die Resterampe Chawengs (seines Zeichens Bestandteil von Soddom und Gonnorhoe, formerly known as Lamai und Chaweng). Jeder, ehm, Single beiderlei Geschlechts geht da nach um zwei Nachts hin, wenn alle anderen Clubs und Bars schlie?en müssen. Der Solo-Club schlie?t zum Sonnenaufgang und unterhält seine Gäste bei bebenden Beats und flickernden Lichtern.
Resterampe schrieb ich schon, oder?
Ich werde also hin und wieder von interessanten Unterhaltungen und Begegnungen aus der Solo-Bar berichten. Ich meine, aus dem Solo-Club berichten…
Niew am Wasserfall
Wasserfälle haben eine magische Wirkung auf Thais…
Regenbogen
Weisheit…
Suchbild mit Elephant
Wasserfall
Es lebe die Regenzeit. Die sonst eher trägen Wasserfälle der Insel sind tatsächlich mal reißend. Am Sonntag hatten wir ein Picknick am Wasserfall…
Gratis-Werbung
Neulich unterhielt ich mich mit ein paar Freunden von Bangkok Airways (jaja, die Boutique-Airline) und Thai Air Asia über den neuen A380. Der allgemeine Tenor war in etwa “die Singapore Airlines bekommt hier jede Menge kostenloser Publicity, weil sie den ersten Riesen-Airbus bekommen haben” und marketingtechnisch wäre das schon eine kleinere Katastrophe. Für die anderen Airlines.
Den Singaponesen war diese Gratis-Werbung wohl nicht genug, denn nachdem auf die wochenlangen Bildchen und Berichte aus dem Inneren des Airbusses niemand reagierte (in den einschlägigen Mailinglisten liefen schon vor über einem Monat die Bilder von den Doppel-Bett-Suiten im Jumbo auf) musste man anscheinend noch einen drauf geben, denn seit gut einer Woche heisst es nun: Sex is out on the Airbus 380’s double beds .
Und schon berichten alle darüber. Und darüber, dass die Airline Singapore Airline ist. Die mit dem ersten Airbus 380.
Und wenn man den Knopf im Türknauf reindrückt kann man durchaus anderes als nur zu essen in den Betten des Fliegers tun. Das nur am Rande.
Poli(mathema)tik
Thai Rak Thai + Thaksin = Populist Policy
Thai Rak Thai = Populist Policy — Thaksin
Populist Policy — Thaksin = PPP
Therefore:
PPP = Thai Rak Thai
Hat Veena Thoopkrajae von The Nation Online geschrieben. Muss man nur verstehen wenn man es versteht. Ich habe aber lange nicht mehr so herzhaft geschmunzelt wie eben.
Sondhi geht ins Kloster
Sondhi — Leute die vor zwei Jahren diese Seiten schon mal aus der Ferne betrachtet haben werden sich erinnern, dass das der “Medienmogul” ist, der am lautesten auf den Demonstrationen gegen Thaksin, damals seines Zeichens Premierminister von Thailand und Ex-bester Freund von Sondhi, parliert hat — Limthongkul wird in der kommenden Woche ins Kloster gehen .
Bleiben will er für einen Monat. Interessanterweise kommt er dann genau zum Endspurt des Wahlkampfes wieder raus. Ein Schelm wer da Hintergedanken bekommt. ?berhaupt finde ich seltsam, dass Sondhi nicht im Gefängnis sitzt, denn im Sommer wurde er zu 2 Jahren wegen Beleidigung gegen einen der Ex-Minister im Thaksinkabinett verurteilt. Aber sowas ist ja relativ hier in Thailand…
Bahnstreik
Die Bahn streikt. Die in Thailand . Grund: Sie soll privatisiert werden. Tausende sitzen fest und die Züge stehen in den Bahnhöfen still. Das dürfte ein bisschen unangenehmer als in Deutschland sein, denn es ist nass und heiss oder kalt (je nach Tageszeit) und die Züge kann man nicht unbedingt kuschelig nennen.
Aufräumen
In Bangkok wurde heute ein Brite festgenommen , der pornographische Bilder nackter Kinder im Internet vertrieben haben soll. Ob er sie auch missbraucht hat, wird noch ermittelt.
Au?erdem gibt es einen Haftbefehl für einen weiteren kanadischen Pädophilen , Orville Frank Mader.
Die Medienaufmerksamkeit des Falles Christopher Paul Neil hat sehr positive Auswirkungen auf die Ermittlungstätigkeit der thailändischen Polizei.
Noch da
Es gibt mich noch. Interessanterweise ist jede Regenzeit irgendwie durch Themenlosigkeit oder -monotonität gezeichnet. Es regnet. Stockflecken überall. Wei?er Schimmel an den Möbeln. Stinkende Hunde die bei jedem Gassigehen muffiger aber zufriedener werden. Wäsche, die nicht trocknet und drei Tage lang im Wohnzimmer hängt. Die Klimaanlage missbraucht um das Schlafzimmer anzuwärmen. Stromausfälle kündigen neue Regenfälle 5 Minuten vorher an. Notebooknetzteil ist immer noch kaputt. Man wartet auf die Hochsaison, nicht nur wegen der vielen Ladyboys in den einschlägigen Bars und Clubs.
Chulalongkorn Day
Aus Mangel an Zeit und Ressourcen (kaputtes Notebookstromkabel, hoffentlich) hier nur ein Hinweis auf die alten Einträge zum Chulalongkorn Day , den frei habende Thais heute feiern.
Na endlich!
Das Haus hat seinen Namen “Haus am Klong” nun endlich auch offiziell verdient. Nach den Regenfällen der vergangenen Tage (von ca. 6 Uhr Morgens bis 13 Uhr Mittags) führt der Graben, ich meine, der Klong vor dem Haus Wasser. Viel Wasser. Je nach Wetterlage ist er voll oder flach aber immerhin ein steter Strom. Nachdem die Fluten auch die ganzen Palmenblätter die von den Gärtnern im Flussbett abgelegt worden sind hinweg gespült haben ist sogar sowas wie ein kleiner Wasserfall entstanden.
Die Thais der Gegend erfreuen sich am Bangkok-Flair.
Kleiner Nachteil des Hauses: Wie meine beiden regelmä?igen Leser sich erinnern werden — ich zog um weil im alten Haus das Energielevel so flach war. Hier im neuen Haus ist der Strom stabil und stark. Wenn er denn da ist. Wir haben Energieausfälle mit jedem Regenguss. Interessanterweise hat der Begriff Regenzeit seinen Namen nicht wegen der gro?en Trockenheit verdient.
Sehr nervig.
Mein Notebook-Stromkabel hat es bei einem Gewitter heute morgen auch au?er Gefecht gesetzt. Wie gut, dass es immer irgendwelche Farangs in der Nähe gibt, die verschiedene Kabel in Kisten rumliegen haben.
Die Belgier
Jaja die Belgier!
Vergangenen Donnerstag wurden auf der Insel (Samui? Ja, Samui!) vier Belgier festgenommen , die zur meistgesuchtesten Bande Belgiens gehörten. Sie wurden (natürlich) vor den Kameras aller Kanäle vorgeführt und waren Tagesgespräch in den einschlägigen Ladybars.
Als Samui das letzte Mal im Fernsehen war, ging es um unseren kleinen Grundstücks-Skandal. Man tut was man kann…
Regensaison
2700:1
2.700 Patienten teilen sich in Thailand einen Doktor. In Deutschland sind es nur 300, in Tanzania sind es 50.000! Ich nehme an, Thailand schneidet damit trotz allem ziemlich gut ab.
(gefunden bei adsoftheworld.com )
Ringier
Man ist auf der Insel. Irgend welche Pläne oder nur Urlaub?
Mit dem Rücken an der Wand
Die Tatsache, dass der von Interpol gesuchte Pädophile Christopher Paul Neil in Thailand vermutet wird spricht für sich.
Leider.
Nu könnense wieder suchen!
So, nu könnense wieder suchen. Hammse bestimmt gar nicht gemerkt, dass man im Suchformular oben gar nicht mehr suchen konnte. Grund dafür (aber das wissen meine Leser auch ohne meine ausdrücklichen Hinweise an dieser Stelle) war die komische neue ?berschrift oben rechts die eigentlich 99% breit war und irgendwie über dem Suchfeld hing so dass man es zwar sehen konnte weil ja die komische neue ?berschrift oben rechts oben rechts hing und links kein Text war, was mit floating und absolutem Positionieren und ganz viel CSS-Magie zu tun hat und nun sieht das Getütel auch fast im Internet Explorer (wer das im IE liest ist dooooof!) so aus wie ich mir das vorstellte… damals…
Aber wie gesagt: Suche geht wieder. Da findet man wieder ganz einfach alle Einträge über die Ladyboys der Insel.
Auf eindringlichen Wunsche hin
Für die Locken-Fetischisten gibts den alten Stand in 1000 Tage Samui.
Morgenwolken
Die Erde ist eine Schale. Sag ich mal. Photobeweis oben stehend.
Die Regenzeit ist eine optimale Gelegenheit um Photos zu schießen, die nicht nur die triste blaue Himmel Photokartenromantik der Teilzeit-Samuianer bedienen. Wolken sind was Feines.
Dieses Jahr hat sich der Nord-Ost-Monsun auf einen freundlichen Morgen-Mittags-Frühnacht-Rhythmus eingepegelt. In den vergangenen Jahren konnte man das Wetter so vorhersagen, dass immer dann, wenn ich irgendwohin wollte plötzlicher Regen einsetzte. Wir werden ja sehen…
Wochenende
Ich gebe zu ich vernachlässige mein kleines Blog schändlich. Wenn ich mal was Interessantes zu schreiben habe, dann packe ich es auf eine Todo-Liste, wo ich es eine Woche später wieder finde und nach einer weiteren Woche immer noch nicht gepostet habe. Schmutzige kleine Einträge gibts wohl nicht mehr. Schade. Daher in kurzen Schnitten hier ein paar Informationen die so oder ähnlich wohl Einzug in einen der nächsten Einträge halten werden.
- Die Sache mit dem Zug der mitten durch den Maeklong-Markt fährt. In Bangkok. Mit nem Video. Wird wohl nicht gepostet, weil es alle anderen schon gemacht haben, bspw. der Rollmops .
- “Wer was auf sich hält, hält sich einen Praktikanten”. So einen Eintrag wird es mit Sicherheit geben ;)
- Die Pharmacy ist nicht mehr! (Und, Fabio, auch unsere letzte Kneipe nicht mehr, da verkauft man jetzt Babywindeln!) Habe Freitag Nacht eine intensive Analyse der Chawengener Schwulen-/Ladyboy-/Barlady-Szene gemacht. Erstere beiden überwiegen erstaunlicherweise neuerdings. Nebensaison.
- Samui? Samui!
- Ich bin zu alt für den lange-Haare-Kram. Immer wenn sie lang genug werden um länger zu werden nerven sie so übermä?ig, dass deutsche Worte mit drei Sonderzeichen nicht reichen um es zu beschreiben. Habe ihm (dem Haar) gestern eine deutliche Warnung erteilt.
Unser Waschbecken am Sonntag
Aus dem Fenster fallen
In Bangkok und anderen Farangansammlungen in Thailand fallen immer mal wieder Menschen von Dächern und aus Fenstern. Die stürzen sich nicht runter, sie werden nicht gesto?en, sie fallen. So wie mein Haus damals nicht ausgeraubt wurde sondern ich meine Sachen “verloren” habe.
Dummerweise gibt es in Bangkok viele Hochhäuser und so enden solche Fälle meistens tödlich. Wie dieser aktuelle Fall (ok, genug der Wortspiele).
Die Presse berichtet dann immer mit Genuss vom Tatort und die ?rtlichen Bild-Zeitungen bebildern das Ganze. Diesmal las ein 56jähriger Amerikaner seine Emails, rief “I’m power” und sprang. Sagt seine 56/2 Jahre alte Thaifrau.
Emails beantworte ich erst am Wochenende wieder. Andererseits: wenn ich hier aus dem Fenster falle, dann wache ich ziemlich lebendig im Gras auf…
Hundstage
Am Sonntag war es mal wieder soweit und ich habe die Hunde ins Hundespa gebracht. Gezwungenerma?en. Ihr Fell war so verfilzt, dass es mit herkömmlichen Mitteln (Kämme, Bürsten, ?le, Wasser) nicht mehr zu retten war. Ich habs gut zwei Wochen versucht, die kleinen Testobjekte haben dabei aber immer mehr Haare lassen müssen.
Also ging es Sonntag Morgen in den Hair Dog Shop. Dort angekommen betrachteten die beiden Friseusen das Malheur und unterhielten sich. “Tat phom” meinten sie, was “Haare schneiden” hei?t. Ich bin gleich eingefallen “Mai tat!!” und habe meinen treusten Hundeblick aufgelegt. Nach einigem Hin und Her hatte ich sie dann auch soweit, nicht zu schneiden.
Die nächste Hürde war der Preis. Sie wollten einfach nicht mit einem Preis rausrücken. Normalerweise zahle ich pro unverzottelten Schmutzhund 300 Baht (rund 7 Euro). Beim letzten Filz-Notfall haben sie 700 Baht pro Filzball genommen. Also plante ich jetzt (es war schlimmer als damals) 1000 Baht pro Hund ein. Die Englisch sprechende Friseuse meinte “?kkspänsiff!”. Ich sagte “Thats ok. I pay everything.” Sie meinte “Riiiiilih äkksänsiff!” ich erwiderte “Mai pen rai!” und dann sagte sie: “600 Baht.” Pause. Pause. “Each dog!”. Dann (der dumme Farang könnte das ja falsch verstehen) zeigten sie noch auf jeden Hund und sagten jeweils “600 Baht”. Ich verdrückte mir ein Grinsen und gab zu verstehen dass ich den Umfang begriffen habe und lies die Kleinen jaulend zurück.
Das war Morgens um Neun, abends um Sieben bekam ich zwei flauschig unfilzige lebhafte Fellbündel zurück. Sie wollten mir dann noch kleine Baby-Shi-Tzus andrehen, ich meinte aber, mit diesen beiden hier genug zu tun zu haben.
10 Minuten nach Ankunft zu Hause waren die Schnauzen bereits wieder verdreckt und die Zöpfe schief. Heute Morgen gabs neue Zöpfe. Ich frage mich, wie man Langhaarhunde züchten kann, die Zöpfe nicht mögen. Egal.
Ab sofort wird jeden Morgen der “Barbie — Jetzt bin ich mein eigener Friseur”-Kasten ausgepackt und Hunde entfilzt.
Meine Office-Aussicht
Sowas sehe ich nun den ganzen Tag. Auf Dauer ganz schön langweilig. Und das komische Spitzdach vorne nervt auch…
Ein Minister für die Sicherheit
General Sonthi Boonyaratkalin, ehemaliger Armeechef und Putschführer des am nächsten zurückliegenden Putsches, hat heute seinen ersten Arbeitstag als — genau — “Deputy Prime Minister in charge of security”. Also so ein kleiner thailändischer Schäuble.
Vergangene Woche wurden einige Ministerposten neu besetzt: ein kleiner Skandal erschütterte die ?bergangsregierung. Als Minister darf man an Firmen und Organisationen nur einen Anteil von maximal 5% halten. Einige (wie beispielsweise der Zensur- und Youtube-Minister) wussten nicht so genau, wie man diese Regel interpretieren solle und mussten leider gehen.
Gesagt hat er übrigens auch was, der Sonthi :
“This is not an attempt to cling to power. My good intention towards the country should not be interpreted as an attempt to cling to power. You should be able to separate the desire to cling to power and the good intention towards the country, otherwise the country will not be in peace.”
Mal sehen, was sich aus diesen klaren Worten (Hervorhebungen subjektiv von mir gesetzt) nach drei Monaten ergeben hat.
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Never rely…
So ein Visarun ist eine optimale Gelegenheit, mir in Erinnerung zu rufen, warum ich so ungern mit Farangs verkehre.
“Never rely on a Thai” murmelt der fette Mitfarang immer wieder in unbestimmten Dialekt (ich habe bis zum Ende nicht herausgefunden, woher er stammt). Die Thais von der Autowäsche haben vergesesen, die Lichter des zweiten Autos beim Parken auszuschalten, das lief die ganze Nacht und entsprechend leer ist die Batterie. Der Fahrer verlässt sich auf einen Freund der sofort zur Stelle ist und das Auto mit ein paar Kabeln freundlich lächelnd startet und los kann es gehen.
Der fette Farang erzählt von seinem alten Kühlschrank, der nach drei Tagen im Freien hinter dem Haus eines Tages (oder Nachts) einfach so gestohlen wurde. “Never rely on a Thai”. Verlass dich auf keinen Thai. Anschlie?end breitet er sich im Minibus auf anderthalb Plätzen aus und schiebt die kleine Phillipina mit seiner Leibesfülle in meine Richtung. Dann zieht er seine Sandalen aus und schiebt seine nackten Fü?e am Fahrersitz vorne durch, wo sie in den Kurven gegen die Ellenbogen des Thaifahrers sto?en.
Dem gleichen Farang kamen dann später im Hotel die Latschen abhanden, weil er sie über Nacht vor die Türe stellte — “man” mache das so in Thailand, sagt er. Morgens waren die Sandalen weg und er verärgert. “Only stupid Thai would steal them, they were old and smelly” moniert er an der Restauranttheke und “borgt” sich ein Paar zu kleiner Sandalen bei der Rezeptionistin. “Never rely on a Thai.”
Soweit ich wei? packt “man” nur seinen Müll über Nacht vor die Türe. Ich nehme mal an, dass ein freundlicher Thai vom Reinigungsdienst sich ein Herz und die Objekte in den Sondermüll mitgenommen hat.
PS: Die kleine Philippina war über 40.
Tausend Tage Samui
Gestern vor 1000 Tagen setzte ich Fuss auf die Insel und ins neue Leben. Das nur am Rande.
Königlicher Besuch in Deutschland
Ihre königliche Hoheit Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn (The Princess of Technology) wird heute Abend zu einem kurzen Besuch nach Deutschland aufbrechen. Dabei wird sie die Frankfurter Buchmesse besuchen und die Chemnitzer Technische Universität (die interessanterweise Kooperationen mit Universitäten in Thailand am Laufen hat.
Anschlie?end steht ein Besuch in Dresden an, wo es um den Wiederaufbau und Wasserreinigung gehen wird.
Wenn man sich für die genauen Flugzeiten interessiert, kann man diese dem Artikel entnehmen, der einen sü?en kleinen Titel hat: Announcement of the Bureau of the Royal Household concerning the Royal Visit of Her Royal Highness Princess Maha Chakri Sirindhorn to the Federal Republic of Germany
Thai-Food des Terrors
In London hat ein Thairestaurant neulich eine Anti-Terror-Gro?aktion ausgelöst. Der Grund? Man kochte eine scharfe So?e :
Baffled chef Chalemchai Tangjariyapoon, who had been cooking a spicy dip, was amazed to find himself at the centre of the terror scare.
“We only cook it once a year — it’s a spicy dip with extra hot chillies that are deliberately burned,” he said.
Ich frag mich gerade was sie bei getrockneten Tintenfisch oder fermentierter Fischsuppe machen würden.
Hat yai. Ole!
Sitze im Stundenhotel in Hat Yai. Sehe einen Vampirfledermaus-Film. Amazing Thailand.
Der Marsch der Mönche
Photos von den Demonstrationen der Mönche in Myanmar/Birma/Burma kann man sich bei der Democratic Voice of Burma ansehen.
König Reich
In einer (Bilder-) Liste der reichsten Monarchen (“The World’s Richest Royals”) bei Forbes.com steht König Bhumibol Adulyadej von Thailand auf Platz 5.
- Sultan Haji Hassanal Bolkiah — Brunei — 22 Milliarden USD
- Scheich Khalifa Bin Zayed Al Nahyan — UAE — 21 Milliarden USD
- König Abdullah Bin Abdulaziz — Saudi Arabien — 19 Milliarden USD
- Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum — Dubai — 16 Milliarden USD
- König Bhumibol Adulyadej — Thailand — 5 Milliarden USD
Interessant finde ich, dass er ein Monarch ist, der seinen Reichtum nicht durch den Export natürlicher Ressourcen aufgebaut hat. Die Plätze 1 bis 4 werden von Oberhäupten Erdöl und Erdgas exportierender Staaten belegt.
Man sollte solche Listen immer mit Vorsicht betrachten, denn erstens sind die Reichtümer meistens in Immobilien angelegt oder sogar “nur” vom jeweiligen Monarchen verwaltet. König Bhumibol Adulyadej gibt bspw. viel Geld aus für die Erforschung von natürlichen Ressourcen und Methoden, um das Leben in den armen Regionen seines Landes einfacher zu machen. Er kauft regelmä?ig Ländereien auf, um diese bei Hochwassergefahr von den umgebenden Flüssen fluten zu lassen und gibt bei jeder Flut reichlich Geld an die Opfer ab.
Insofern ist seine Position als fünftreichster Monarch eher symbolisch zu sehen. In der Liste der hundert reichsten Menschen bei Wikipedia taucht er mit seinen 5 Milliärdchen auch gar nicht erst auf.
Schlechte Nachrichten
Die vergangene Woche brachte einige schlechte Neuigkeiten für verwöhnte Farangs in Thailand:
- Beer Lao kommt erst 2011 . Der Grund: Bis 2011 werden Steuern aufs Bier erhoben. Man muss ja den Binnen-Markt schützen. Beer Lao ist eines der angenehmsten Biere der Region.
- Ikea hat seine Pläne für Thailand auch erstmal aufs Eis gelegt . Der Grund: Die Foreign Business Laws Thailands, die in den letzten Jahren immer restriktiver geworden sind. Die Schweden hoffen auf die Wahlen im Dezember. Wir auch, denn bis dahin muss man zum nächsten Ikea nach Singapore fliegen und die 20kg-Grenze pro Flug nicht überschreiten.
Sichtweisen
Heute berichtet der Spiegel darüber, dass in Myanmar buddhistische Mönche gegen die Junta auf die Stra?e gehen. In der Berichterstattung klingt das Ganze so, als ob das was Neues wäre. Ist es aber nicht: die Mönche demonstrieren schon seit 5 Tagen und sind der thailändischen Presse “Tagesthema”.
Ist halt noch noch niemand abgeschossen worden bisher.
Ehm, Youtube…
Ich weiss, es wird langsam einseitig hier im Blog, aber: Es gibt da ein zweiteiliges Video bei Youtube , das behauptet, Prem Tinsulanonda, der Vorsitzende des Königlichen Geheimrats, würde hinter dem Putsch vom 19. September 2006 stecken.
Ich und auch kein anderer Thai haben das Video natürlich nicht angesehen.
Der Geheimdienst hat jedenfalls bei Youtube angefragt, ob man das Video nicht für thailändische Youtube-Nutzer blocken kann. Mal sehen. Vermutlich wird man sich bei Youtube politisch korrekt verhalten und lieber wieder die ganze Website blocken lassen.
Interessant finde ich ja, dass die angeblich eingerichtete Lösung der Thais, einzelne Videoclips zu blocken aus einem Anruf des DSI bei Youtube mit anschlie?ender Abwägung der Reaktion dort besteht. Hightech.
Spitzenwechsel
General Sonthi Boonyaratglin, der freundliche Mann mit der Militäruniform der vor einem Jahr Thailand von seinem damals noch zukünftigen Profigolfer-Präsidenten befreite, hat ja nun nur eine befristete Militärlaufbahn als Armeechef, die Ende diesen Monats, ehm, endet. Also in nicht ganz 10 Tagen. Dann ist er kein Militärchef mehr. Schade.
Im vergangenen Jahr hat man viel spekuliert, was er denn so machen wird, im Ruhestand.
Er selbst sagte immer, er würde nicht in die Politik gehen. Oder er sagte, er wüsste noch nicht, was er mal machen will. Oder er sagte, er würde lieber als Sicherheitsberater in die Wirtschaft gehen, weil man als Politiker in Thailand zwar Achtung aber nicht viel Geld erhält. Oder er sagte er würde auf gar keinen Fall nicht in die Politik gehen. Oder dann vielleicht aber doch. Aber dann wieder lieber nicht. Oder er lächelte nur weise.
Die anderen (also die Presse und Leute, die ganz ganz viel Ahnung haben), meinten immer, er solle doch nach seiner Karriere als Militärchef in die Politik gehen. Oder lieber nicht. Oder gleich Ministerpräsident werden. Oder das Gesetz ändern, das seine Laufbahn zeitlich beschränkt. Oder Ministerpräsident werden. Oder besser nicht in die Politik gehen. Oder Präsident des Thailändischen Profigolfervereins werden. Beschwert haben sie sich immer, wenn er nur weise lächelte.
Nun ist das Ende nahe und alles Spekulieren ist relativ langweilig, die 10 Tage kann man ja noch warten.
Neuer Armeechef wird übrigens dieser nette Mann hier: General Anupong Paochinda. Mit seiner Ernennung hat niemand gerechnet, denn er war einmal ein Gefolgsmann der “Gegenseite”. Er besuchte und absolvierte die selbe Klasse in der Militärschule wie Thaksin Shinawatra, oben erwähnter Golfer, lies ihn dann aber fallen, als er merkte, dass der Putsch bevorstand und unterstützte als Chef der Armee in der Zentralen Region Thailands die Putschenden in Bangkok mit Personal. Er ist weniger politisch ambitioniert als andere Kandidaten und wird daher als stabilisierende Kraft angesehen.
General Saprang Kalayanamitr, der Hauptanwärter (in den Augen der Spekulierenden) auf den Posten wurde nur stellvertretender Generalsekretär im Verteidigungsministerium.
Sonthi ist sich derweil gewiss, dass der neue Armeechef keine politische oder gesellschaftliche Instabilität bringen wird. Auf die Frage was er selbst denn im wohlverdienten Ruhestand machen wird, lächelte er nur weise.
Das neueste Gerücht aber besagt , dass er stellvertretender Ministerpräsident und Sicherheitsminister (ein Posten, der extra für ihn eingerichtet wird) wird. “Angeregt” wurde das vom Verteidigungsminister Boonrawd Somtas.
Echo
Heute vor einem Jahr wurde geputscht. In Bangkok. Geändert hat sich au?er einem verjagten Profigolferpräsidenten, ein paar aufgelösten Parteien und teurerem Benzin nicht viel. Trotzdem geht es voran.
Wir werden ja sehen.
Flugzeugabsturz
In Phuket ist ein Flugzeug vom Himmel gefallen. Anscheinend hatte man schon mehrere ?berflüge gemacht und konnte dann zur Landung ansetzen. Ein starker Regenschauer setzte ein und man entschied sich, durchzustarten und abzuwarten. Dabei ist das Flugzeug in die Hügel hinter dem Flughafen gekracht und in zwei Teile gebrochen. Man hat wohl 20 Menschen heraus holen können, der Rest der 123 Passagiere ist vermutlich tot .
Die Airline 12Go hat bereits angekündigt, Kompensation zahlen zu wollen .
Für weite Teile Thailands gibt es schon seit geraumer Weile wieder regelmä?ig Wetterwarnungen — die Regenzeit setzt langsam ein.
Guten Morgen
Erdbeben
Vor Sumatra gab es wieder einmal ein Erdbeben. Sowas gab es schon einmal zu Weihnachten 2004 mit nachfolgender Tsunamiwelle. Seither wird bei jedem Erdbeben kräftig Panik geschürt.
Falls es eine Welle gibt, wird sie ab 22:08 Uhr an die thailändischen Küsten schlagen.
Falls.
Denn :
HOWEVER — IT IS NOT KNOWN THAT A TSUNAMI WAS GENERATED. THIS WATCH IS BASED ONLY ON THE EARTHQUAKE EVALUATION. AUTHORITIES IN THE REGION SHOULD TAKE APPROPRIATE ACTION IN RESPONSE TO THE POSSIBILITY OF A WIDESPREAD DESTRUCTIVE TSUNAMI.
(man beachte die schreienden Gro?buchstaben)
PS: Indonesien hat den Tsunami schon abgesagt .
Nur so als Service
Für die beherzter entlassenen Ex-Rehabilitanten unter meinen Lieblingslesern: Ungefähr hier gehts los, und dann unten immer den linken Link klicken.
Sonnenuntergang
Ich glaube die Farben würden mir fehlen… irgendwann…
Lüftungsbedürftig
Es ist mal wieder sehr warm und Pokki nimmt die ganze Kühlung aus dem Lüfter.
Ein Bier vorm Betrunkensein
War am Samstag mal wieder auf einem geselligen Beisammensein mit anderen Farangs (sowas muss man sich hin und wieder geben) und habe interessante Geschichten gehört. Einige, die jedes Vorurteil bestätigen, einige, die beweisen, dass jeder Farang in seiner eigenen kleinen Wahrnehmung gefangen sitzt und einige, die… naja, lassen wir das…
Der folgende Spruch aber kam in fast jeder Geschichte vor:
Also X. war auf dem Heimweg. Er hatte ein paar Bier getrunken, ok, aber nicht genug, um betrunken zu sein. So ein Bier vor dem Betrunken sein…
Interessanterweise enden all diese Geschichten mit dem normalen Verlauf der Evolution.
Wut
Sich an Wut zu klammern ist als ob du ein glühendes Stück Kohle hältst, um es nach Jemandem zu werfen. Du selbst bist derjenige, der sich verbrennt.
Sagt Buddha. Und der muss es ja wissen…
Das! Gro?e! Zeh!
Jawollja! Seit heute gibt es endlich einen Big C (so eine Art Tesko, nur eben grün und grö?er) auf der Trauminsel der Reichen und Individualreisenden. Von Bophut aus reichte der Stau zum heute ersehntesten Ziel der Samuianer.
Innen drin war es nicht angenehmer. Körper an Körper. Einen Vorteil hat das Ganze: Es gibt nun auf der Insel einen S&P. Das ist eine dem Vernehmen nach (soll hei?en Bangkok-Thais schwärmen davon) Kultbäckerei oder so. Eine Torte fristet ihr Dasein seither im Köhlschrank.
Wir werden ja sehen.
PS: Die Preise sind die gleichen wie im Tesko. Allerdings gibts mehr Hundefutter.
Visarun
Überlebt.
Kommt mir das nur so vor oder macht die Telefonkamera (man möge sich mal eben so ein 90er-Jahre-Telefon mit Wählscheibe und Kamera vorstellen…. Danke… Weiterlesen) im linken Drittel immer seltsame psychodelische Farben?
Tod dem Mörder. Des Tourismus willens.
Der Mörder der beiden Russinnen in Pattaya, die definitiv keine Prostituierten waren ist nun zum Tode verurteilt worden. Weil er dem Tourismus-Image der Nation geschadet hat.
The court said Anuchit’s lengthy criminal record showed he had sought to benefit himself through brutal and lawless acts, with no regard for social peace and the country’s tourism image.
So eine Exekution war in Thailand eine sehr pragmatische Veranstaltung, die allerdings ein paar buddhistische Züge verpasst bekommen hat. Man wurde an einen Pfahl gekettet, die Hände hinter dem Pfahl zum Wai (Handflächen aneinander) gebunden. In die Hand bekam man dann eine Lotusblume und vielleicht noch ein paar Räucherstäbchen. Dann wurde von hinten durch einen Vorhang in den Kopf geschossen. Wenn man nach “execution thailand” im Internet sucht, dann wird man entsprechende Photos finden.
Seit 2001 wird “human” durch Spritzen getötet. Sagen die Einen. Die Anderen sagen, es wurde noch bis 2003 mit Schusswaffe im Auftrag der Justiz getötet.
Pokki proudly presents
Unser neues Haus. Soosie schnüffelt immer noch rum . Pokki posiert schon wieder. Im Hintergrund das Haus der Hausbesitzer, dahinter die Ringroad.
Thailand vs. Vietnam II
Thailand hat übrigens das bereits erwähnte Match der Matche gewonnen .
Bilanz
Dies und das in kurzer Notiz
- 4 Liter Wasser getrunken und wieder ausgeschwitzt. Interessanterweise zieht man immer an den hei?esten Tagen um.
- 6 kg Gewicht verloren. Allerdings habe ich vorher 10 kg angefressen, so dass man das nicht wirklich als Erfolg verbuchen kann.
- Nach Vollzug 12 Stunden geschlafen.
- Ich habe zuviel Kram. Diesmal aber wurden gro?e Plastikboxen angeschafft und ich gehe davon aus, dass 50% meines Krames gleich in den Boxen bleiben wird.
- Nach Thailand kam ich mit zwei Reisetaschen. Beim ersten Mal Umziehen musste ich dreimal mit dem Moped fahren. Beim dritten Mal umziehen bin ich sieben Mal mit dem Moped gefahren. Beim vierten Mal war es eine Fahrt mit einem Pickup. Gestern zwei Fahrten mit einem Pickup und eine mit dem Moped (die Hunde mochten den Pickup von Anfang an nicht). Ich befürchte das Schlimmste für das nächste Mal.
- Notebook an den Router angeschlossen und sofort gesurft. Anschlie?end den Router versucht Heim ins Netz zu holen (192.168.42.x) und nichts ging mehr. Router mit CD neu installiert (muss man sowas überhaupt?) — die Installation begrü?t mich auf Deutsch (mein Rechner spricht nur Englisch). Nach einigem Hin und Her sitze ich nun auf der Veranda (kleiner als beim alten Haus) und surfe kabellos.
- Die Küche hat weniger Stauraum als die Alte. Dumm. Ich hab jede Menge kleiner Spielereien wie Entsafter, Reiskocher, Wasserkocher, Ding das sich dreht und Sachen zermatscht und Kochtopfwokdings.
- Hinterm Gaskocher (2 Kochstellen, gut) ist ein Fenster. Sehr gut.
- Das Bad ist sehr gro?. So groß, dass die Dusche eine separat zu bedienende Beleuchtungseinrichtung hat. Der Duschkopf in 2.20m Höhe. Im alten Haus war er auf Brusthöhe angebracht. Das Haus war wohl eher auf Thais dimensioniert.
- Fenster! Ich habe Fenster! Aus Glas! Viele! Frag mich nur, wer die alle putzen soll. Das alte Haus hatte nur Holz-Läden. Mir hatte das eigentlich gereicht. Jetzt renn ich die ganze Zeit rum und mach Fenster auf und zu um herauszufinden, was genau die optimale Luftstromstellung ist.
- Kabelfernsehen — sucks.
- Klimaanlage im Schlafzimmer. Gleich mal einen Schnupfen geholt.
- Die Hunde sind zufrieden. Pokki bepinkelt alles und Soosie beschnüffelt alles, weigert sich aber noch zu pinkeln. Die neue Treppe macht Probleme, Pokki versucht von der Seite aufzupringen und muss immer im Uhrzeigersinn ums Haus rennen, um die Treppe zu finden (auch wenn er direkt daneben steht).
- Zwei “gro?e Hunde” scheinen unsere Veranda als Nachtdomizil genutzt zu haben. Das ist nun nicht mehr ;) Pokki verjagte sie. Lautlos. Ich weiss auch nicht, warum so viele grö?ere Hunde Angst vor dem Monster haben.
- Die Ringroad ist in 20 Metern Entfernung. Mal sehen wann ich das erste Mal panisch nach meinen Hunden rennen muss, weil die Autos bekämpfen müssen.
- Hühner im trockenen Abwasserkanal neben dem Haus. Der Hahn kräht am Morgen was die Illusion des alten Hauses erhält.
- ?berhaupt. Der Abwasserkanal. Oder Klong. Sieht benutzt aus, ist aber trocken. Bin auf die Regenzeit gespannt.
Offizieller Name des Hauses: Das Haus am Klong
Laufzeiten
Werte Langzeitleser und -beobachter werden sich entsinnen, dass es Anfang des Jahres etwas länger dauerte, bis meine kleine Hütte im Internet surfen konnte. Fürs neue Haus war also eine bestehende Verbindung zum Netz der Netze Bezugsgrundlage.
Am Dienstag sagte ich der neuen Vermieterin, dass ich nur einziehe, wenn Internet funktioniert. Am Mittwoch erklärte sie mir, dass ich mal nach einen passenden Tarif suchen soll. Am Donnerstag gab ich ihr meinen Wunschtarif (mal TOT testen, TT&T war ja etwas instabil in meinen Testmonaten hier). Am Freitag rief sie an und meinte, Internet wäre bestellt. Vorhin rief sie an, dass Internet gelegt sei und funktioniere.
Morgen ziehen wir um.
Sonnenaufgang
Eine der Ansichten aus meinem Schlafzimmerfenster die mir fehlen werden. Das neue Haus wird nicht so günstig stehen…
Youtube.com immer noch ungeblockt
Youtube.com ist immer noch erreichbar. Ich hab den ganzen Tag Monty Python angekuckt und auch The Nation hat (nach der 24-Stunden-Regel) Breaking News zum Thema zu verkünden ;)
Thailand vs. Vietnam
Thailand vor! Noch ein Thooooooor!
Thailand wird gegen Vietnam spielen und die Sozialisten in Grund und Boden stampfen. Allerdings nur in der Unter-17-Jahre-Klasse. Da muss man ja nicht so lange stampfen.
Das Halbfinale der ASEAN Football Federation (AFF) steht an. Dinh Hong Vinh (der Coach der Vietnamesen) weiß schon genau, woran es noch hapert:
Even though we played well in the first half, we lost our shape in the second and that gave Laos acres of space. Obviously we have to work on the team??s tactical discipline over these next two days.
Wir werden ja sehen.
Energie
Strom ist eine feine Sache. Man kann damit Lüfter antreiben, Lampen, Kühlschränke, Computer, Fernseher, Stereoanlagen und manchmal sogar Router und Modems.
Mein kleines Haus stand vor einem Jahr einsam im Dschungel und war sofort Favorit (obwohl ich gar nicht mehr auf der Suche war).
Nun nach einem Jahr hier sieht es fast noch genauso rosig aus. Fast. Seit ein paar Monaten stellt mein Hausherr mehr und mehr Häuser fertig und schlie?t die alle an “meine” Stromleitung an. Also eine einzelne Stromleitung, an die mein Haus auch angeschlossen ist. Beim ersten Haus war das noch ok. Mit dem zweiten Haus kamen die wöchentlichen Stromausfälle. Mit dem dritten Haus begann der Router plötzlich on- und offline zu gehen — nach einer Weile fanden wir dann heraus, dass es am Stromlevel lag und nicht am Internetanbieter wie zuerst vermutet. Ich schaffte mir also eine UPS an und lebte fortan mit dem häufigen Klicken der Batterie.
Vor zwei Wochen nun wurde das vierte Haus angeschlossen und der Strom war fast nicht mehr vorhanden. Die Lampen flackerten (Epileptiker sollten fern bleiben), der Kühlschrank kühlte nicht wirklich, der Fernseher lief erstaunlicherweise, nur die UPS gab den Geist auf und wurde seither nie wieder vollständig aufgeladen. Abends dann fiel der Strom gleich komplett aus, wenn alle Häuser ihre Lampen anmachten. Am Wochenende startete nicht mal der Laptop mehr, weil die Batterie leer war und nicht neu geladen wurde.
Ich hatte mir schon eine fiese kleine Stromgewinnungsstrategie zurecht gelegt: Während der Stromausfälle schaltete ich alle elektrischen Geräte an. Kam der Strom wieder, dann nur sehr instabil, bis alle anderen Häuser all ihren Elektrokram ausschalteten. Wenn ich dann meine Lampen auch alle ausgeschaltet hatte, dann war sogar mal genügend Strom vorhanden, um meinen Router zu betreiben.
Wie auch immer: Es ist das schönste Dschungelhaus kein schönes Dschungelhaus wenn die teure Internetanbindung nur 2 Stunden am Tag funktioniert.
Und so gehen wir wieder auf die Suche nach stabilem Strom (in Verbindung mit einem netten kleinen Haus). Weiter gegen den Uhrzeigersinn auf der Ringroad entlang (immer schön weg von Soddhom und Gonorrhöe). Diesmal zwei Kilometer (oder mehr?) nach Bang Por. Man wird berichten.
Interessanterweise hat sich das Energielevel im Haus seit gestern wieder etwas erholt. Nachdem ich die Kaution fürs neue Haus hingeblättert habe… Der Fernseher hingegen hat sich erst mal verabschiedet. Läuft zwei Sekunden und schaltet sich dann in den Standby.
Arrogante kleine Union
Die Europäische Union hat nun einen Stunt geliefert , den normalerweise die Amerikaner zu liefern pflegen:
Surayud said he had been informed by Election Commission Chairman Apichart Sukhakkhanont that EC wanted t sign a memorandum of understanding with Thailand in a way that it would control, not monitor, the election.
Anscheinend hat man in der EU keine eigenen Probleme, die es zu kontrollieren gibt.
Youtube.com nicht geblockt. Wieder.
Youtube.com geht wieder. Ich hatte 24 Stunden nach dem letzten Mal glatt vergessen, Bescheid zu sagen, dass es wieder geblockt ist, aber das war es. Bis vorhin. Nun können wir wieder Youtube.com kucken.
Ich rechne mit einer ungeblockten Zeit von bis zu 48 Stunden und bin schon am ?berlegen, ob ich ein Youtube-Block-Watch-Blog aufmachen sollte.
Und unterm Weihnachtsbaum eine Regierung
Neuwahlen gibts in Thailand am 23. Dezember. Wir können uns schon mal auf Schlagzeilensuche machen.
Unterschrieben
Gestern hat Seine Majestät König Bhumibol die neue Verfassung unterschrieben . Dazu wurde sie mit jeder Menge Goldkram und handschriftlich dreimal aufs Papier gebracht. Mich würde mal interessieren, was man so bei eBay mit solchen Verfassungen erzielen kann, wenn sie erstmal durch die nächste ersetzt wurden. Das macht sich sicherlich gut an der Wand neben den 17 anderen Verfassungen , die das Land seit 1932 schon über sich ergehen lies. Die Halbwertszeit der Verfassung liegt damit bei etwas mehr als 4 Jahren.
Soi Karaoke
Mein kleiner Feldweg wurde neulich nicht nur in eine Asphaltstra?e verwandelt — zumindest zu 90% der Länge, bis zur Karaokebar und 20 Meter dahinter, das Ende wurde mit einer neuen Feldwegkreuzung versehen und am Stra?enrand baggern Bagger und Schutttransporter fahren meine Internetkabelhalterbaumstämme einmal in der Woche um. Das allerdings hat seine Vorteile, denn dann bemühen sich nackte männliche Oberkörper, neue Stämme zu suchen um mein Kabel wieder aufzurichten. Das Internetkabel.
Neulich hat sogar die Karaoke-Bar auf meiner Stra?e wieder auf gemacht. Oh, achso, hab ich das nicht erzählt? Die hat drei Wochen nach meinem letzten Eintrag zum Thema mangels Publikum und Interesse angefangen, Urlaub zu machen. Einmal war sie noch im März offen und seither war (angenehme) Stille. Vorher bekam man von leicht bekleideten Mädchen in strammer Pose auf der Bühne thailändische Liebeslieder gesungen, die vermutlich dem Tonfall und der Stimmung nach zu urteilen alle schlecht aus gingen.
Wenn man auf den einschlägigen Thaivideokanälen mal eine Testreihe fährt (ansieht), dann treffen drei der folgenden vier Punkte auf jede der erzählten Geschichten zu:
- Es geht um eine Frau und einen Mann, die sich lieben
- Einer von beiden geht in die gro?e Stadt um Geld zu verdienen
- Die Telefonate bleiben aus
- Der jeweils zurück gebliebene gibt auf oder fährt in die gro?e Stadt um den anderen zu treffen und triff ihn auch, mit einem/einer Anderen.
Liebe ist eine traurige Angelegenheit in Thailand, gesangstechnisch betrachtet.
Vor drei Wochen nun wurde die Karaoke-Bar mit einem gro?en Feuerwerk, das nun im Gedenken an jenen ehrwürdigen Tag aller zwei Tage unter dem vereinten Gejaule der caninen Streuner der Umgebung wiederholt wird, neu eröffnet. Seither hat sich einiges geändert. Leicht bekleidete Mädchen singen in strammer Pose internationale Klassiker wie “Ai wi Sawaih!” und “Mai humm”. Das Personal hat sich vervielfacht und sitzt ab Einbruch der Dunkelheit auf einer Stra?enhälfte. Auf der anderen Stra?enhälfte parken die Pickups und Mopeds. Pickups der Familienväter und Mopeds der umgebenden Jugend. Man hat eine zweigleisige Zielgruppenstrategie geplant.
Damit ist es auf der Stra?e ziemlich eng. Wenn ich dann zur Bierbeschaffung unterwegs bin, muss ich gezwungenerma?en da durch und werde in der Regel “angesprochen”. Ich dachte, nach zweidreimal dürften sie mich als Antikunden eingestuft haben, so lange reicht das Gedächtnis anscheinend aber nicht.
Sogar einen Ladyboy haben sie. Wobei, wenn ich das vom fahrenden Moped aus erkennen kann, dann ist das eher eine scheinheilige Verwandlung. Er, also sie, läuft immer telefonierend den Weg entlang und ruft mir ein tiefes “Hello” entgegen. Ich rufe “Hello” zurück und beschleunige demonstrativ um 20km/h.
Seit heute nun hängt auch ein englischsprachiges Plakat an der Ringroad-Einfahrt. “Sing a song” ist der Name der Karaoke-Bar, geöffnet ist sie von 8pm bis 2am (na super) und “all is welcome”.
Und da wir gerade bei Karaoke sind, ich will schon seit einiger Zeit auf ein Blog aus der Region verweisen, das ich gerne lese: Ngu ngon, Vietnam , was soviel wie “Gute Nacht Vietnam” heisst und aus selbigem, Vietnam, kommt. Das Blog und das Vokabular. Wer das Wortspiel erkennt, darf sich jetzt grossartig fühlen, denn an mir ist es zuerst vorbei gegangen. Es wird glücklicherweise im Blog erklärt . Das Blog wird von David beschrieben, der in Vietnam — das ist wie Thailand, nur viel sozialistischer — sein Dasein fristet. Seit gut einem Jahr bloggt er und hat in mir einen Stammleser. Wenn es also hier mal wieder nur langweiliges Genörgel und Photos mit gleichem Ausblick gibt, dann kann man drüben ruhig weiter lesen. Anfangen kann man bei seinen Erfahrungen mit dem Karaoke-Wahn der Vietnamesen . Ist nicht viel anders dort oben als hier um die Ecke…
Abendbeleuchtung
Was hier aussieht wie die Reaktion der Isaan-Bevölkerung auf das Ergebnis des Referendums vom Sonntag ist eher Bestandteil meiner Abendunterhaltung. Da wird verbrannt, was die Müllkübel hergeben.
Am Wochenende wurde die Wiese vorm Haus abgeholzt und heute pünktlich zum Sonnenuntergang wurden die Häufen in Brand gesteckt. War relativ lustig. Relativ, weil der Wind die Schwaden direkt in mein kleines Häuslein geweht hat.
Als Entschuldigung gab es dann einen Arm voll Früchte. So gefällt mir das.
The King
Diverse Mitternachtsdinner fordern Ihren Preis. Und: Ich habe ein kleines Koteletten-Experiment laufen, man möge es mir nachsehen. Ansonsten könnte das Leben nicht schöner sein.
Sonnenuntergang
Teletubby Thaistyle
Referendum: Liveupdate
Man kann das Zählen der Stimmen (die Wahllokale (eher leer, wenn ich heute daran vorbeigefahren bin) schlossen um 18 Uhr) live verfolgen. Derzeit sieht es wie ein Ja für die neue Verfassung aus. Man sagt, gegen neun Uhr kann man das Ergebnis relativ repräsentativ nennen.
Interessant finde ich die regionalen Trends. Im Norden ist man uneins, im Isaan relativ eins und im Süden einer Meinung.
Stand 19:35 Uhr
Ja: 4,804,089 Stimmen
Nein: 3,503,694 Stimmen
Ungültig: 167,234 Stimmen
Stand 20:10 Uhr
Ja: 7,560,279 Stimmen
Nein: 5,427,828 Stimmen
Ungültig: 262,258 Stimmen
Stand 22:00 Uhr
Ja: 13,123,252 Stimmen (56.6 %)
Nein: 9,605,693 Stimmen (41.5 %)
Ungültig: 441,460 Stimmen (1.9 %)
Wahlen (sozusagen)
Am Sonntag wird gewählt: In Thailand darf das Volk (erstmals per Referendum) entscheiden, ob der Entwurf einer neuen Verfassung angenommen wird oder nicht.
Wenn die Verfassung angenommen wird, dann gibt es Neuwahlen entweder am letzten Novemberwochenende (um zum Geburtstag des Königs am 5. Dezember ein funktionierendes Land und keine Wahlplakate mehr im Stra?enbild zu haben), am 30. Dezember (weil das die letzte M&oum;glichkeit wäre, das Versprechen der Putschenden, Neuwahlen noch in 2550/2007 zu haben, einzuhalten) oder am 23. Dezember (weil es erstens nicht die letzte Möglichkeit wäre, das Versprechen der Putschenden, Neuwahlen noch in 2550/2007 zu haben, einzuhalten und zweitens gute Headlines in der internationalen Presse geben würde: “Demokratisches Weihnachtsgeschenk für geschenkgebeuteltes Land” oder “Und unterm Weihnachtsbaum eine Regierung” oder so. Vergessen wir mal kurz, dass Weihnachten weder buddhistisch noch thailändisch ist).
Wenn die Verfassung allerdings nicht vom (wahlberechtigten und wählenden) Volk angenommen wird, dann, ehm, ja dann wird, ehm, es wird, ehm, man will, dann soll, also man weiss es noch nicht wirklich. (Es wird davon geredet, eine ältere Verfassung wieder herzustellen, aber nicht davon, welche.)
Wie immer halten sich die Stimmen in der Waage, was ziemlich einfach ist in Thailand. Zu “normalen” Wahlen konnte man in den vergangenen Jahren immer “für Thaksin” oder “gegen Thaksin” sein, gewonnen hat er so oder so. In diesem Referendum ist es noch viel einfacher, denn die Wähler können sich zwischen zwei Optionen entscheiden. Eine schlechter als die andere. Ja oder Nein . (Und The Nation, das englischsprachige Neuigkeitenblatt aus Bangkok, das siche gerne den Anstrich einer ungeteilten Objektivität gibt, bringt in den beiden vorherigen Links einige Argumente für die jeweilige Option an.)
Die Nein-Wähler sind grö?tenteils online aktiv und haben schöne Graphiken mit Gewehrmündungen und Schuhen die je nach Bedarf auf Köpfen, der Verfassung oder gesperrten Websiten Thaksins stehen. ?berhaupt haben die Verfassungs-Gegner für demokratisch vorgebildete Farangs wie mich eher fadenscheinige Argumente, warum man mit “Nein” wählen sollte:
- weil die Verfassung von einer Militärregierung gesponsert wird
- weil die Verfassung den Putsch im vergangenen September legitim macht (ehem, legitim ist der Putsch bereits durch das Endorsement des Königs vergangenes Jahr)
- weil die Verfassung von einer Militärregierung kommt
- weil die Verfassung bestimmte Kreise (Thaksin) ausschliesst
- weil die Verfassung von einem von der Militärregierung eingesetzten Gremium entworfen wurde
Interessanterweise habe ich noch keine inhaltlichen Kommentare der Verfassungsgegner zum Text gesehen. Diese absolute Ablehnung hinsichtlich einer Sache ohne konstruktive Gegenvorschläge ist allerdings nicht neu, das wurde zu den Neuwahlen im vergangenen Jahr genauso gehandhabt, da boykottierten einfach mal alle Thaksin-Gegner die Wahlen.
Seit einigen Wochen bekommen die thailändischen Haushalte gelbe Heftchen zugestellt, in denen der Verfassungsentwurf im Originaltext steht und teilweise auch erklärt wird. Allerdings, so sagt man, soll der Text recht unverständlich gehalten sein, so dass ihn normale Menschen nicht unbedingt verstehen können. (Hab mir sagen lassen, dass das generell der Fall mit Verfassungen ist, auch in Deutschland. Manchmal verstehen selbst die Politiker die Texte nicht, die drinnen stehen.)
Um zu wählen, muss man sich übrigens in den Wahlbezirk begeben, in dem man gemeldet ist. Das ist für die meisten Thais der Geburtsort, weil sich niemand ummeldet, wenn er/sie umzieht. Unter meinen Bekannten ist niemand der zur Wahl am Sonntag auch nur in bereisbarer Nähe zum für ihn zuständigen Wahllokal ist und wählen geht. Briefwahl scheint es in Thailand nicht zu geben.
Die Vorhersagen sind gemischt, aber man kann in etwa abschätzen, wer am Sonntag wie stimmen wird:
- Die Muslims in Thailand stimmen mit Ja
- Die Taxifahrer (hehehe) stimmen mit Ja
- Die Unterstützer Thaksins, ehemalige Abgeordnete und die ärmere Bevölkerung aus dem Issan, stimmt mit Nein
- Die Akademiker stimmen mit Nein
- Viele Leute, die nicht an ihren derzeitigen Aufenthaltsorten gemeldet sind, werden nicht abstimmen gehen.
Und so wird es auch am Sonntag wieder zu einem politischen/gesellschaftlichen Patt kommen, wie zur letzten Wahl. Allerdings: In Thailand ist es relativ egal, wie Patt man spielt, solange das Patt in eine Richtung tendiert. Ein Spiel. Und jeder, der in einem südostasiatischen Land in den nächsten 100 Jahren von Demokratie spricht und dabei das griechische Modell einer Gesellschaft meint, der ist entweder idealistisch verblendet oder hat in den USA studiert.
Der nächste Putsch kommt bestimmt. Das Referendum und die eventuell darauf folgenden Neuwahlen werden lediglich den Zeitrahmen dahin und die Gewaltbereitschaft beim nächsten Putsch beeinflussen. Thailand hat ein viel grö?eres Problem auf sich zukommen und das wird sich in den kommenden Jahren entfalten und kann dann mehr als nur eine mehr oder weniger stabile Regierung zum Zusammenbruch bringen.
Den Entwurf der Verfassung kann man bei The Nation nachlesen . Sowohl im Original als auch (für die Farangs, die nach zweieinhalb Jahren in Thailand immer noch nicht Thai lesen gelernt haben) in einer (allerdings inoffiziellen) englischen ?bersetzung.
Damit wäre dann fast schon alles zum Thema gesagt.
Schwanger. Oder auch nicht.
So. Klasse. Super.
Da hab ich nun seit gut einer Woche selbst geglaubt, dass Soosie schwanger ist, weil sie nicht nur Sex mit Pokki hatte (schamlos vor meinen Augen vorgeführt und in den vergangenen Tagen ein bisschen fett wurde sondern auch grundsätzlich die Treppe hoch fiel, wenn sie rannte und dann das:
Gestern war ich im Tierkrankenhaus für die vierteljährlichen Impfungen und die Tierärztin lachte mich aus und meinte, Soosie wäre nicht schwanger. Ein professioneller Griff an den Bauch und irgendwas in Thai-Englisch Vorgetragenes über Uterus und Plopp (bzw. er macht nicht Plopp, also ist sie nicht schwanger). Ich frag mich jetzt natürlich, wozu ich die ganzen Diskussionen in der Familie geführt habe (“Was? Das sind doch Geschwister!! Wie kannst du die beiden nur so herumhuren lassen?” oder “Was? Sex in der Familie? Wie pervers bist du nur?” und ähnliches).
Egal.
So ganz verloren ist der Fall noch nicht.
Die Tierärztin hat nämlich Soosies Impfungen geteilt. Weil Soosie ja so ein kleiner Hund ist. Da ist das viel sicherer wenn man nicht aller drei Monate alles auf einmal impft. Glaubt mir. Interessanterweise ist unser nächster Termin kurz vor dem von mir geplanten Hundewurftermin (Sex + 60 Tage. Hunde brauchen nicht so lange).
Die Tierärztin durfte als Soosie vom gro?en schwarzen Hund gebissen wurde auch die Nähte nicht entfernen.
So ganz bin ich mir also noch nicht sicher ob Soosie nun schwanger oder nicht ist. Und so ganz bin ich mir noch nicht sicher ob ich darüber froh oder nicht sein soll — wie auch immer das Ergebnis aus fällt. Die Arbeit würde ja doch an mir hängen bleiben. Und auch der “Ledige Frauen Aaaaaah Sind die sü? bist du Single wollen wir ausgehen”-Bonus.
Wir wissen mehr am 28. August. Entweder purzeln Hundebabies raus oder nicht. Ins Tierkrankenhaus geh ich erst im September. Mit oder ohne Extra-Karton. Und dann machen wir reinen Tisch. Schnippschnipp. Ich mag solche Ungewissheiten nicht.
Golfer auf der Flucht
Seine Rundreisen wird Thaksin Shinawatra, der Vorsitzende des Thailändischen Profigolfervereins, nun etwas einschränken müssen, denn es ist ein Haftbefehl auf ihn und seine Frau Pojaman ausgestellt
worden.
Heute hätte er vor dem Gericht (dem Supreme Court’s Criminal Tribunal for Political Office Holder) in Bangkok antreten müssen und hat mit (zugegebermassen erwarteter) Abwesenheit geglänzt.
England hat kein Auslieferungsabkommen mit Thailand (schon gar nicht für, hehe, politische Flüchtlinge). Schade trotzdem, denn seine Behauptungen, er wäre doch absolut unschuldig und ist auch uneingeschränkt bereit, das nachzuweisen, ist nun ein kleines bisschen unglaubwürdiger als zuvor.
Youtube…
… ist mal wieder nicht geblockt. Mal sehen wie lange.
Sirikits Geburtstag
Heute hat Königin Sirikit Geburtstag, weshalb seit Tagen wieder ihre Standbilder die Straßenränder säumen. Sie wird nun 75 Jahre alt. Über ihre Verdienste habe ich vor zwei Jahren schonmal geschrieben.
Nix Buddha.
<txp:thumbnail id=“237” style=“float:left;margin-right:10px;” /> Neulich berichtete ich über eine seltsame Buddhaerscheinung auf einem Berg im Norden Chinas. Nun stellt sich heraus, dass es nicht Buddha sondern nur ein bisschen Physik war. Auch nett.
Das Phänomen nennt sich “Broken spectre” und ist einfach erklärt:
the shadow in the middle is actually cast by the person taking the photograph at the top of the hill, the effect a rare one that goes by the name of brocken spectre. in order to create this effect you must be looking down into mist from the peak of a hill with a low sun behind you.
Ab in den Mädchensaal
Die News des Tages: Wenn man als Mann eine Sex-Wechsel-Operation über sich ergehen lässt, darf man in der Srinakharinwirot-Universität im Mädchensaal übernachten .
Allerdings: Nach der Operation verliert das ja auch jeglichen Reiz…
(Kommt halt immer drauf an, wie man News verkauft, nich wahr? Die politisch korrekte Neuigkeit lautet, dass Transvestiten nur dann im Mädchensaal schlafen dürfen, wenn sie bereits operiert sind. So gut ist das auch wieder nicht.)
Kommunikationsamputiert
Seit heute Nacht geht nun auch mein Ersatzmobilfunktelefon (ein gutes altes Siemens SL55, das eigentliche (ein Nokia 6681) fiel einem Wasserfall zum Opfer) nicht mehr. Oder besser gesagt, nachdem der Handywecker seit 1 Uhr Nachts aller halbe Stunde anfing zu klingeln und ich es ausgeschaltet habe, lässt es sich nicht mehr einschalten, weil der Button zum Bestätigen der PIN nicht mehr reagiert.
Ich bin etwas negativ erregt.
Nichtsdestotrotz: Mobilfunk ist ja Kommunikation 1.0 — Skype oder {fügen Sie hier einen datenschutzrechtlich unbedenklicheren und sowieso freicodigen und weil unter Linux laufend nicht bösen Skype-Klon ein} sind besser.
Ich werde jedenfalls den Rest des Tages Geld zusammen kratzen und mal sehen, ob es dafuer was mit Kamera, GPS, Mini-SD-Card und parallel verwendbaren Schriftentxp:gho_footnote Nokia hat mit TH und EN parallel so seine Probleme</txp:gho_footnote> zu kaufen gibt.
Geister: Phii Mae Mai
Die Thais lieben Geistergeschichten.
Die Bangkok Post berichtete heute über einen thailändischen Arbeiter, der in Taiwan im Schlaf verstorben ist . Es scheint ein Trend unter jungen Männern zu sein, an Alpträumen zu sterben. Das Nightmare Death Syndrome (Alptraum-Tod-Syndrom) ist eine der führenden Todesursachen junger Männer aus Thailand, Indonesien und Japan. Vor allem Männer aus dem Isaan seien betroffen.
Diese Todesfälle lassen sich mit dem Phii Mae Mai (?ีแม?ม?าย) erklären. Das ist der Geist einer Witwe oder geschiedenen Frau, der/die auf der Suche nach seinem/ihren Mann ist und die Seelen junger Männer aufsaugt. Um den Geist abzuwehren oder zu verwirren trägt so mancher junger Mann im Bett Makeup.
Wenn man allerdings in Taiwan unterwegs ist, könnte man in Erklärungsnöte kommen, wenn man geschminkt im Bett angetroffen wird. Dann hält Phii Mae Mai nichts mehr zurück.
Küchenkatastrophe
Heute kam es endlich zur Küchenkatastrophe. Ich wartete darauf schon länger und hatte angenommen, dass bereits meine Cordon Bleus eine Niederlage würden. Wurden sie aber nicht. Heute nun sowas wie Spirelli Bolognese. Ich erwähne hier “sowas” weil wir während der Zubereitung viermal in den 7-Eleven rannten, um potentielle Zutaten zu kaufen.
Zuerst wurde Gehacktes gekauft, die Nudeln hab ich heute Morgen schon im Tesko gefunden. Nach ein bisschen rumgehacke stellte ich fest, dass entgegen meiner Annahme keine Zwiebeln mehr da waren. Ab in den 7-Eleven. Zwiebeln gibts auf dem Markt vor dem 7-Eleven, in selbigem ein paar Bier.
Bier wurde gekühlt serviert und ich machte mich an das anräuchern der Zwiebeln. Dann das Gehackte, dann Zwiebeln und Gehacktes und dann Tomaten, fein säuberlich entkernt und im Matscher zermatscht. Dass sie eher pink als rot aussahen machte erstmal nichts, deutete aber schon auf das Unheil hin. Das Ganze köchelt vor sich hin. Abschmecken — ohjeh, schmeckt wie nichts. Irgendwie. Also ab in den 7-Eleven. Vor dem 7-Eleven gibts Kräuter und Pfefferkörner, im 7-Eleven Bier. Kräuter gemahlen, Pfeffer gemahlen, geniest und die Kräuter in die Pampe.
Schmack immer noch nach nichts, also wieder in den 7-Eleven und Saure Sahne gekauft (und Bier). Die Saure Sahne erwies sich als Joghurt, also wieder in den 7-Eleven und Kokosmilch (und Bier) geholt. Das in die Pampe geschmissen und fertig.
Am Ende ein bisschen Käse über das Ganze und mit den Nudeln serviert. Es war genie?bar, wurde mir glaubwürdig beteuert, allerdings habe ich mich vor mehr als drei Thais auf ewig als unfähiger Nudelkocher blamiert. Mit Schnitzeln wäre das nicht passiert.
Eine Insel mit viel Palmen…
Ich frag mich ja ziemlich regelmäßig, was die Leute so toll an Samui finden…
Von Bullen und Katzen
Ich werde das dumpfe Gefühl nicht los, dass die Königliche Thailändische Polizei gerade dabei ist, sich weltweit sehr sehr lächerlich macht.
Die beste ?berschrift zum Thema ist folgende: Less-than-purr-fect Thai Police To Sport Hello Kitty Armbands As Punishment und sagt eigentlich schon alles. Schlechte Polizisten müssen ab sofort eine pinke Armbinde mit Hello-Kitty-Katze tragen . 10 Armbinden gibt es in Bangkok und Polizisten, welche die Binde als Disziplinarma?nahme tragen müssen am ersten Tag im gesamten Revier arbeiten, damit sie von allen Kollegen mit Binde gesehen werden. Mal sehen, ob es ausreicht.
This new approach is intended to engender a feeling of guilt and discourage them from repeating the offence.
Mal abgesehen von der vermutlichen Urheberrechtsverletzung ist das eher lächerlich als nützlich.
City. Manchester und Publi.
Thaksin, der Shinawatra, der Präsident des Thailändischen Profigolfervereins hat mal wieder eine Party geschmissen und dafür jede Menge Briten und ein paar Thais eingeladen. Mit Musik, einem Freundschaftsspiel, das Manchester City 1:0 verloren hat und “We want Thaksin back”-T-Shirts.
Und dann hat er was gesagt . Unpolitisch natürlich denn er hat sich ja (offiziell, man verzeihe mir diesen unoffiziellen Zusatz) aus dem Politikgeschäft zurück gezogen:
The majority of Thai voters support me and I’m certain that I could win a free and fair election again. My involvement with Manchester City will show that I don’t only have the support of the majority of Thais but also from people in England.
Demnächst kauft er noch den Zwickauer FC auf (gibts den noch?), damit die Deutschen ihn (Thaksin) auch unterstützen.
PS: Und ne Fussballschule plant er (Thaksin) auch noch . Für die armen Kinder in Thailand, die zukünftigen Wähler. Was man nicht alles Nützliches mit seinem Geld so anstellen kann.
PPS: Richtig seltsam bei den ganzen Wohltaten kann dann einem vorkommen, dass Human Rights Watch der Meinung ist, Thaksin wäre ein böser Knabe . Das kann ja nun wirklich nicht sein. Die wollen bestimmt nur ein bisschen Publicity. Publi-City. Wie Manchester City. Das ist ein Wortspiel. Verstanden?
Neuigkeiten vom schwarzen Hund
Eben hat sich der grosse verrückte schwarze Hund (genau der) wieder losgerissen und versucht, den kleinen schwarzen Hund zu beissen. Der kleine schwarze Hund ist der neue Hund meiner Hausherren, schwarz, 6 Monate alt und doppelt so gro? wie Pokki. Trotzdem ist er “sowas” wie der Freund von Pokki und versucht trotz Pokkis Gekläffe und Aufregung bei Kontakt mit ihm zu spielen. Pokki rennt ihm dann hinterher und bellt und regt sich sehr auf, wackelt aber schon mal mit dem Schwanz. Der kleine schwarze Hund versteckt sich dann immer hinter Grasbüscheln und Pokki übersieht ihn. Ob absichtlich oder nicht weiss ich nicht so genau.
Jedenfalls raschelte es drau?en, dann jaulte der kleine Schwarze, dann bellte Pokki, dann kläffte Soosie (die immer kläfft wenn Pokki bellt, denn Pokki ist ja der Gro?e und der muss ja wissen, wann man bellen muss), dann bellten zwei drei andere Hunde aus der Umgebung und dann kamen sie alle angerannt. Die Hundepolizei der Umgebung. Das sind 15 gro?e Hunde, die den gro?en verrückten schwarzen Hund das letzte Mal fast tot gebissen haben. Was knabbert er auch die Tiere der Umgebung an.
Dann wird gekläfft und gefletscht und Pokki und Soosie drehen am Rad. Wie stellen uns dann auf die Veranda, ich die Hunde fest unterm Arm und beobachten das Spektakel. Der sü?e Thainachbar kommt dann schnell und versucht den gro?en verrückten schwarzen Hund an der Kette gen heimatlicher Hütte zu führen. Die Hundepolizei markiert noch ein bisschen Revier und das Spektakel ist vorbei.
Fast.
Pokki muss nun alle Palmen wieder anpinkeln, damit die anderen Hunde wissen, dass das hier sein Revier ist. Hab gleich mal Wasser nachgefüllt. Nachher wird er dann geschäftig rumrennen und alles was sich irgendwie in Pinkelhöhe über dem Boden erhebt befeuchten.
PS: Das Photo oben ist etwas älter.
Ach übrigens
Anrufe von Nummern die ich nicht kenne nehme ich nicht entgegen. Auch nicht wenn sie aus der Schweiz kommen.
Die werte Nachbarschaft
Ich habe seit gut vier Monaten einen Nachbarn.
Also Nachbarn hatte ich schon immer, die bezeichnen sich aber nicht so. Dieser Nachbar hingegen schon. Meine Hausherren, denen sein Haus auch gehört, erzählen immer begeistert, dass er Englischlehrer an der Schule in Nathon ist und aus Südafrika kommt.
Mir ist er die ersten zwei Monate durch Nicht-Existenz aufgefallen. Meine Hausherren meinten immer, dass er sich freut, mich als Nachbarn zu haben. Endlich mal jemand, mit dem man trinken kann. Gegen Trinken habe ich nichts. Trotzdem sah ich ihn nie. Dann hat er die Hausherrin mal mit Englisch beschult, was sie mit seltsamen Dialogen an mir erprobte.
Seit zwei Monaten nun fährt er häufiger am Haus vorbei und beobachtet mich lachend dabei, wie ich meine Hunde in Sicherheit bringe, weil er so schnell fährt und die beiden Kleinen in der Regel vor den Autos herumhüpfen und bellen.
Seit gut sechs Wochen kenne ich ihn dann wenigstens vokal. Seine Stimme und die seiner Freundin/Frau (Thai) schallen gut zweimal die Woche abends durch den Dschungel (sein Haus steht 100 Meter entfernt). Sie unterhalten sich über interessante Themen wie “Fuck me??? No! Fuck you!” und “I kill you bitch!”. Die Hausherren sprechen inzwischen nicht mehr so häufig über ihren neuen Mieter.
Gestern mittag nun stand seine Freundin vor dem Haus. Mit Baby. Und lud mich ein zum Dinner. Das will er schon lange mal mit mir machen. Irgendwie haben alle Farangs so ein dringendes Bedürfnis auf soziale Kontakte mit anderen Farangs. Ich könnte ganz gut ohne alles farangische leben.
Egal. Sonntag abend darf ich mit ihm speisen. Sie (die Frau/Freundin) meinte schon, es gäbe Farang-Food, er mag kein Thaifood. Ein weiteres Merkmal von dauerhaft in Thailand lebenden Farangs. Wenn man mich nun fragen würde, was denn nun genau einen Farang der ausschlie?lich mit Farangs socialised und kein Thaifood isst in Thailand macht — was sollte ich denn darauf antworten?
Candy
Es gibt ja eine Menge Leute, die sich darüber aufregen, dass ich hier so wenig schreibe. Dass ist natürlich nur subjektiv so, denn an Tagen an denen ich dann mal schreibe, kommen gleich drei oder vier Einträge auf diese Seiten, aber subjektiv geht die Welt zu Grunde.
Gut. Also erzähl ich mal, was ich so Interessantes heute gemacht habe:
Zucker in die Pfanne gehauen und schmelzen lassen.
Dann in ein kleines Töpchen laufen lassen und mit dem Löffel bewaffnet die Couch belagert. Ergebnis: Zuckerschock und verbrannte Gusche (wie die Sachsen gerne zu sagen pflegen, für Nichtsachsen: die Schnauze). Und die Idee, das Ganze doch mal mit kleinen Förmchen und Stäbchen aufzuziehen. Dann braucht man vielleicht nicht den Schraubenzieher um den Zucker aus dem Topf zu kratzen.
PS: Stimmts, manchmal ist ein Tag ohne Einträge doch besser als sowas…
Parkplatz
Irgendwas ist im Busch, mal kolonialdeutsch buchstäblich gesprochen. Seit gestern Morgen wurde gegenüber auf dem Büffelkampfplatz eine Krachmach-Anlage aufgebaut (im 24/7-Test mit Luk-Tung-Musik getestet). Seit einer guten Stunde redet einer immer einen Satz und alle jubeln, johlen, schreien, pfeiffen, schimpfen oder machen andere Geräusche. Unser Sandplatz ist voller Autos (ein Verkehrsaufkommen ungefähr 10 mal grö?er als bei Stierkampfveranstaltungen). Was das der Natur wieder an tut ;)
Entweder es ist eine Party (darauf deuten die gerösteten Gerüche und die Abwesenheit der üblichen Personen im Umkreis, die sich nur durch Beer Chang locken lassen) oder eine Demonstration (die Stimmen deuten dann schon eher auf eine thaitypische Demo hin).
Mal sehen, werd mal vorbei sehen gehen.
PS: 18:30 Uhr und schon ist alles vorbei. Das war mal wieder sehr seltsam. Sehr sehr seltsam. Mal die Informanten ansetzen was da los war…
(Un)?Block
Sagte ich neulich, Youtube.com wäre nicht mehr geblockt? Nun, ehm, das war auch so. Ungefähr 24 Stunden lang.
Asalha Puja Day
Ong Bak auf Pro7
Ich habe mir sagen lassen, dass morgen Abend mal wieder Edelsteine über Ferkel geträufelt werden. Auf Pro7 kommt um 22:00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (und Nachts 1:45 nochmal) Ong Bak .
Ong Bak war der Thaifilm des Jahres 2003. Die Geschichte ist schnell erzählt: Aus einem Dorf in Thailand wird der Kopf einer Buddhastatue gestohlen und Ting (Tony Jaa) wird nach Bangkok geschickt, um den Kopf zurück zu bringen. Was er auch macht. Mit jeder Menge Action und Rumgekämpfe. Luc Besson (ja, der) meinte mal, Tony Jaa wäre der neue Bruce Lee. Ich würde sagen, Bruce Lee hat die Welt auf Tony Jaa vorbereitet.
Tony Jaa ist ein ziemlich sü?es Stück Mann. Leider fühle ich mich derzeit aus verschiedenen Gründen nicht zu ausführlicheren Erläuterungen in der Lage, also sei nur angemerkt, dass man diesen Film zwar nicht gesehen haben muss aber sollte. Mehr darüber vielleicht später.
Nur am Rande: Alle Actionszenen wurden ohne die Seile und Kabel gedreht, mit denen Jet Li und Jackie Chan ihre “Stunts” zu drehen pflegen.
It’s gonna fuck!
Manchmal merkt man beim Betrachten von raubkopierten Filmen, dass jene sicherlich nicht die beste Qualität haben. Beispielsweise wenn man eine Hand vor der aufnehmenden Kamera sieht. Oder wenn jemand aus der ersten Reihe links mitgefilmt hat und alles leicht isometrische Dimensionen hat. Oder, wie hier, wenn die Untertitel die Englischkenntnisse des Untertitelnden offenbaren. Es ging um einen aus dem Nest fallenden Jungvogel (ich bin mir der Ironie des “Vogels” bewusst). In Shrek 3.
Disclaimer: Der Autor ruft zum Boykott von raubkopierten DVDs auf und hat selbige seit, ehm, 8 Wochen nicht gekauft. Seither geht er regelmä?ig ins Kino. Dort kann man kuscheln und das Popcorn ist verdammt lecker. Und die Subtitel sind von studierten Subtitlern geschrieben.
Die Wahrheit. Diesmal wirklich. Versprochen.
Da ist sie also — die (lange angekündigte) neue Website von und mit Thaksin Shinawatra, dem Präsidenten des Thailändischen Profigolfervereins und des britischen Premier-League Fussballvereins Manchester City. Die auf der Basis eines Content Management Systems namens vDeck (Deutsche in Thailand suchen bereits fieberhaft nach Sicherheitslücken des Systems) realisierte Website glänzt durch ein Bild, das ein Suchfeld darstellt, ein altes Bild von Thaksin (vermutete 5 Jahre alt, er sieht heutzutage etwas gehetzter aus) und einige Seiten, die nicht erreichbar sind. Die anderen Seiten sind mit langen Begründungen gefüllt, warum die aktuelle Regierung in Thailand böse ist. Gut zu wissen.
Die Bangkok Post titelt dann heute Govt to launch truethailand.com (wobei Govt eine amtliche Abkürzung für Government (Regierung) zu sein scheint). Man ist sich in der bösen Regierung durchaus der Bedrohung durch truethaksin.com bewusst:
The government is expected to launch a new website next month to counter that of former prime minister Thaksin Shinawatra. The website might be called www.truethailand.com according to Aran Wonganan, in response to Thaksin’s www.truethaksin.com , which officially opened Friday. He said the website would explain the government’s position, adding that the state previously did not have a site to counter false information from its opponents.
Dummerweise nur, und das zeigt mal wieder wie überlegt und geplant die thailändische ?bergangsregierung auf jegliche Kritik von au?en reagiert, ist truethailand.com eine italienische Website über Thailand, die seit 2001 das Netz bereichert. Die werden sich bestimmt über den Besucheranstrom freuen.
PS: Nacktbilder von Thaksin sucht man jedoch vergeblich auf der Website.
Blümchen
Kurz Geschnittenes Sechs
- Die Hacker der MICT-Website vergangene Woche konnten nach Deutschland zurück verfolgt werden . Thais in Deutschland. Tststs… Damit stehen einige meiner IM-Kontakte nun unter Generalverdacht :D
- Thailand besiegt Deutschland . Im Frauen-Volleyball. (Fügen Sie an dieser Stelle einen schmutzigen Witz zu jungen Thaifrauen (Teens vielleicht?) und Ballspielen ein.)
- Da wir schon mal beim Sport sind: Thaksin, der Präsident des Thailändischen Profigolfervereins ist nun legal Eigentümer von Manchester City , einem britischen Fussballverein, der vergangenes Jahr wohl auf Platz 15 in der Premier League rangierte. Er hat 75% des Clubs aufgekauft und der Verein wird nicht mehr an der Börse gelistet. Die Bällchen werden grö?er.
- Sermsuk Kasitipradit, ein ehemaliger Reporter bei der Bangkok Post, der auf Betreiben Thaksins abgesetzt wurde, weil er über Baumängel am neuen Flughafen Subvarnabhumi in Bangkok berichtet hat, muss nun wieder angestellt werden, das hat ein Gericht angeordnet . Seinen Verdienstausfall bekommt er auch ausgezahlt, etwas mehr als 600.000 THB für zwei Jahre.
PS: Oh Oh Oh Oh. Und übrigens!!!! youtube.com wird nicht mehr geblockt. Nach 110 Tagen und erstmal nur ohne Subdomains (jaja, sind halt alles keine Experten bei den Internetanbietern). Mal sehen wie lange…
(T)Raumschiff
Auf True Movies kommt eben dieser Bully Herbig Film wo sie Raumschiff Enterprise veralbern. Das hab ich damals irgendwie verpasst.
Entweder habe ich Deutsch verlernt oder die Deutschen reden in den Filmen immer nervend überdeutlich Deutsch. Endungen. Betont. Kein Schwein sagt heute könn-en.
Ansonsten gilt vermutlich auch für diese Art des Humors, dass es dafür einmal eine Zeit gab. Jetzt nicht mehr. Ich finds langweilig. Schade. Wie für “Switch” damals.
PS: Auf Deutsch.
Strolch
Soosie erklärt auf Shih-Tzu-Phrenia.org wie man Zöpfe macht ohne Haare zu haben.
Das berühmte Zwickauer Schnitzel-Ommelet
Vielleicht erzähle ich dazu bei Gelegenheit mal Näheres.
Harry. Das gro?e Finale
Morgen, 5:07 werden in den Buchläden Thailands die letzten Harry Potters verkauft. Dann werden wir es endlich wissen. Obwohl — eigentlich wird es eh nur um Sex gehen.
Drei Monate
Vor exakt drei Monaten wurden meine armen Hunde kahl geschoren. Heute nun gab es das erste Mal wieder Zöpfe. Ich glaube in Pokkis Augen eine kleine Träne entdeckt zu haben.
Blümchen
Sozusagen als Lebenszeichen.
Gehacktes.
Heute mittag wurde die Website des Information and Communications Technology Ministeriums gehackt . Die ärmsten. Thaksin war drauf zu sehen.
Seit gestern dürfen die Herrschaften ja nun unangemeldet mit Ausweis ausgestattet Durchsuchungen vornehmen und private Computer beschlagnahmen. Ohne Beschlüsse. Bspw. wenn man unanständige Bildchen auf der Festplatte hat. Ich hab meine Pornosammlung gleich mal verschlüsselt.
Das “Verbergen” der eigenen IP (sprich Nutzen von Proxys) ist nun auch bei Strafe verboten.
Jaja.
Sportnews
Es war ja eine Weile recht ruhig um unseren Nebenprotagonisten Thaksin Shinawatra, dem Präsidenten des Thailändischen Profigolfvereins, was grö?tenteils daran liegt, dass man ihm ständig seine Webseiten sperrt. Weshalb er nun eine neue Website einrichten will: truethaksin.com . Ein Schelm wer da an irgendein Marketing-Ding von True Corp denkt.
In Thailand läuft das mit neuen Webseiten immer so: Man bestellt die Domain, man sagt der Presse, dass man die Domain gekauft hat und fängt dann an, die Inhalte zu erstellen. Weshalb gestern Nation Multimedia über die Website berichtet hat, auf der man dann nur ein Dateiverzeichnis mit <txp:file_download_link id=“8”>dieser PDF-Datei</txp:file_download_link> betrachten konnte, in der es um das Verfahren um die Landkäufe von Pojaman Shinawatra, seiner Frau, geht. Nun prangt ein “Under construction” auf der Seite und wir können auf baldigst informative Inhalte hoffen.
Der Kauf von Manchester City scheint übrigens vollzogen zu sein, Sven-Göran Eriksson bestritt am Wochenende sein erstes Spiel als Trainer und hat von Thaksin ein bisschen Handgeld bekommen, um Fu?baller einzukaufen, was die Gerüchteküche am Köcheln hält.
Von einer moralischer Prüfung Thaksins ist keine Rede mehr.
Sunset
Wasser marsch
Gedanken zum Sonntag
Meine innere Uhr sagte mir vorhin, es sei Sonntag, man könne diesem verwaisten Weblog ja mal wieder etwas Leben ein hauchen. Nichts einfacher als das:
- Ich sitze hier in meiner Sala im Garten und surfe im Internet. Man sieht meiner kleinen Hütte gar nicht an, dass sie die Gegend mit unverkabeltem Internet verstrahlt. Aber sie tuts.
- Die Regenzeit (eine der Regenzeiten) ist da. Und so regnet es hin und wieder stark. Mit ?berschwemmungen an den üblich verdächtigen Kreuzungen und Niederungen. Immer wenn ich aus dem Tesko raus komme, regnet es. Nicht dass ich da so häufig verkehren würde wie vor zwei Jahren, als ich diesen unheilvollen Juli-Zusammenhang zwischen Tesko und Regen das erste Mal aufdeckte.
- Der Swensens im Tesko ist besser als der auf der Chawengener Beachstreet, weil unter anderem in den Shoko-Shooters Schoko-Fudge drinnen ist anstelle der labbrigen Schokoladen-Sosse. Und der Swensens im Burger King auf der Beachstreet ist nicht mehr. Schon länger. Wie andere Bemerkenswertigkeiten, die in selbigem ihre Anfänge nahmen.
- Mein Notebookmonitor ist nicht für tropische Sonnenuntergänge geeignet.
Ansonsten ist das Leben zur Zeit so interessant wie das Fernsehprogramm.
Malaysia
Drüben ist Malaysia, ich stehe direkt auf der Grenze.
Die malaysischen Grenzbeamten versuchen immer, die blonden “Chicks” im Visarun-Verband zu längeren Aufenthalten zu überreden. “Next time you stay longer”.
Sicher. Malaysia hat ein Visa on arrival von 90 Tagen. Entspricht genau der Sperrdauer in der 180-Tage-Regel für VoAs im Land der Freien.
Der neue Oldman
Morgen startet in den thailändischen Kinos der neue Gary-Oldman-Film . Ich lass mich überraschen. Irgendwie geht es um einen geheimen Orden . Ein Kammerstück von einer britischen Autorin. Robbie Coltrane soll auch wieder mit spielen… der hat ja schon öfters mit Gary im selben Film agiert.
11:30 Uhr. Erste Vorstellung. Seit Wochen kann man vorbestellen. Beim Vorbestellen vorhin waren schon drei Sitze verkauft. Ist vielleicht ein Independent Film.
Erste Zweifel
In meiner ganzen Vorfreude über die Ankunft einer gewissen gelben Familie habe ich ganz übersehen, dass ich in keinem thailändischen Kino bisher Werbung für den Film gesehen habe.
Ich befürchte das Schlimmste…
Da ist sie wieder!
Fussballgolf
Hier auf der Insel gibt es Fussballgolf. Das ist Golfen mit Fussbällen. Später mehr dazu. Nun erstmal nur der Hinweis, dass Thaksin Shinawatra, der Chef des Thailändischen Profigolfverbands nun 75% der Anteile an Manchester City, einem Fussballclub in der englischen Premier League aufkaufen konnte und damit de facto Besitzer eines Premier-League-Clubs ist .
Nichtsdestotrotz: Die “moralische Geeignetheit” (muahaha) muss noch getestet werden. Allerdings glaube ich, dass Geld da die Sichtweisen schon sehr beeinflussen kann.
Geschenke
Heute hatte ich die wahnsinnig gute Idee, meinen Hunden Tennisbälle zu kaufen. Das war Morgens gegen 10 Uhr. Seither läuft Pokki schnorchelnd mit mindestens einem Tennisball in der Gegend rum. Er versteht einfach nicht, warum die Bälle, wenn sie auf dem Boden aufschlagen schon wieder in der Luft verschwunden sind und steht da praktisch vor einem kleinen Wunder. Drei Tennisbälle haben wir, alle drei hat er für sich beansprucht. Rollt einer unter den Fernsehschrank, heult er solange, bis ich drunter krieche und den Ball wieder hole.
Soosie interessiert sich nicht so sehr fürs runde Gut. Sie ist eher metaphysisch und nitzscheanisch veranlagt.
Tag 11688
Es gibt ja nicht viele Photos, auf denen ich mich mag, aber dieses hier ist mal eines. Man müsste dem Photographen noch das Ding mit dem Focus nahe bringen…
PS: Verdammt viele Farangs im MK…
Buddha-Erscheinung
A human-shaped shadow in the middle of a rainbow halo appears on Zushan Mountain after a heavy rainfall in Qinhuangdao, North China’s Heibei Province, July 1, 2007. The vision, which many tourists believed to be the Buddha, stayed for more than an hour. via
Auch im Buddhismus gibt es Erscheinungen ;)
Mailserverspä?e
Ich weiß. Ist ein Insider…
10 Jahre
Heute vor 10 Jahren kam es zur bisher grö?ten Finanzkrise in Südostasien . In Thailand meldeten 6 Banken und 56 Finanzinstitute Konkurs an.
Auch heute kann man herrlich mit dem Thaibaht spekulieren (wieder oder noch?) und bei jeder Entscheidung hinsichtlich einzufrierender Investitionsmittel und Festschreibungen von Währungen bekommt man zu hören, dass damit nur eine Finanzkrise wie die von 1997 verhindert werden will.
Die internationale buddhistische Flagge
Es gibt eine international anerkannte Flagge für den Buddhismus , die man auch hier an buddhistischen Feiertagen in den Tempeln sieht. 1880 wurde sie von einem amerikanischen Journalisten namens Henry Steele Olcott entworfen/verbessert (da ist man sich nicht so ganz einig) und 1885 in Sri Lanka vorgestellt.
Die fünf Farben versinnbildlichen verschiedene buddhistische Konzepte:
Der sechste Streifen wird immer mit den 5 Farben dargestellt, soll aber eine Mischfarbe aus allen 5 Farben sein, was die Einheit der Buddhisten verdeutlichen soll.
Gerüchteküche
In der vergangenen Woche ging das Gerücht um, David Beckham (der hin und wieder für verschiedene Unternehmen Fu?ball spielt und eine von den Spice Girls geheiratet hat) würde “demnächst” Urlaub auf Phuket machen.
Leute mit Geld und Gelbpressenhintergrund machen auf Phuket nicht einfach Urlaub, sie schauen sich nach einem Haus um. Das zumindest meinen die Offiziellen dort, denn sie lie?en verlautbaren, dass sie ihn natürlich tatkräftig unterstützen wollen bei der Auswahl eines geeigneten Hauses. Vor ein paar Wochen hie? es, Bill Gates wolle eine künstliche Insel vor Phuket bauen. Auch ihn hätte die Stadtverwaltung gerne unterstützt, aber das relativierte sich dann, als es plötzlich irgendein griechischer Millionär war, der das auch noch vor Bali oder sonstwo machen wollte, aber man hatte Phuket mal wieder auferstanden aus den Fluten in der Presse ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit gerückt.
Nun also Beckham. Dummerweise zeigen die Photos, die diese Woche von seinem angeblichen Thailandbesuch auftauchten im Hintergrund eine Insel, die Eingeborene unter dem Namen Ko Pha Ngan kennen. Eine Insel im Golf von Thailand. Auf der anderen Seite Thailands. Ziemlich weit weg von Phuket. Ein Schnappschuss wie man ihn nur an der Nordküste Samuis schie?en könnte.
Hat er nun vor der Phototapete gepost und sich stattdessen eine schöne Woche im heimischen Schlosse gemacht?
Eine kurze Rundfrage bei den Conciergen der etwas teureren Ressorts und Hotels an der Nordküste ergab, dass kein Beckham dort abgestiegen ist, also reden sich die Leute nun auch hier fusselig. Denn wenn jemand mit viel Geld auf Samui nicht in einer der Bonzenanlagen absteigt, dann — genau — kauft er ein Haustxp:gho_footnote Manch einer wundert sich jetzt, wo man hier noch Häuser bauen könnte, aber keine Sorge, da fällt man einfach noch ein paar Palmen…</txp:gho_footnote>.
Ich lehne mich entspannt zurück und stelle nur fest, dass sich ein weiteres Puzzleteil in meiner Thaksino-Weltherrschafts-Theorie einfügt. Warum? Ist doch klar. Ein britischer Fussballer auf der gleichen Insel, auf der ein ehemaliger englischer Nationaltrainer sein Haus hat, der demnächst, bestandenen Moraltest Thaksins vorausgesetzt (muahahahahahahahah), Trainer von Manchester City wird und ein nicht unbedeutendes Kontingent an finanziellen Mitteln zur Verfügung hat um die Mannschaft zum Meister zu machen und Thaksins Kindheitstraum zu verwirklichen? Ist doch offensichtlich ;)
Mit den Waffen der Frauen
Das Bild oben sieht auf dem ersten Blick aus wie eine vom Militär organisierte Frauen-Auktion. Man wei? ja nie, was die Führung für die Moral der Truppe tut. Allerdings handelt es sich um ein Novum im Thai-Militär: Ladyboys.
Bis vor Kurzem waren Ladyboys im Militär nicht erlaubt. Bei der Musterung bekamen sie einen Stempel “mental insane” (geisteskrank) in die Papiere gestempelt und waren fortan vom Militärdienst befreit. Seit einiger Zeit gingen Schwule und Ladyboys dagegen auf die Barrikaden und siehe da, seit diesem Jahr darf (muss?) man zum Militär auch wenn man mit Maskara und Lidschatten kämpft und der Stempel wurde eingemottet. Die Musterungen dieses Jahr erhielten entsprechend viel Medienaufmerksamkeit.
Die Paradeuniformen in Thailand sind übrigens sehr farbenfroh, so dass wohl kein Ladyboy Probleme mit dem Paradieren haben dürfte.
Und weils so schön ist, hier noch ein neuer Rekrut inmitten seiner zukünftigen Kameraden.
PS: Die Bilder sind natürlich nicht von mir sondern schwirren auf den einschlägigen Mailinglisten herum (Thailand ist diesbezüglich noch ein wenig 1997), ich muss nicht zum Militär um Ladyboys zu photographieren.
Desktophintergrund für Juli 2007
Ab Juli werde ich monatlich Desktophintergründe mit Motiven aus der die schreiBBloga.de für die Desktop-Junkies unter meinen Lesern zur Verfügung stellen.
Den Anfang macht das Bild oben — ein Sonnenaufgang am Strand von Bang Por hier auf Ko Samui. Ist ein wenig unscharf, es sollte aber nicht zu epileptischen Anfällen kommen. Für zukünftige Hintergründe kann man mir gerne “Anregungen” geben.
Download
Normale Bildschirme
Exoten (muahaha)
Lizenz
Die Desktophintergründe sind unter der Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 2.0 Deutschland Lizenz frei verfügbar und können weiter gegeben werden.
Projekt Nosferatu
Nosferatu, eine Symphonie des Grauens ist meiner Meinung nach der beste Film aller Zeiten (Metropolis läuft au?er Konkurrenz). Shadow of the vampire der Zweitbeste. Und so sehe ich eben beides wieder an. Ich habe da so eine Idee unter dem Geheimnamen “Projekt Nosferatu”, die mich wohl nicht so bald verlassen wird. Relativ gesehen gibt es nun Entwicklungen, die “Projekt Nosferatu” einen neuen Anschub geben. In filmographischer Hinsicht. Nicht der ursprünglichen.
Vor gut zwei Jahren nahm ich mir vor, zu Leuten der Film-Szene Thailands Kontakte zu knüpfen. Nun bin ich soweit, dass ich ziemlich nah dran bin, an den Machern von Long Khong und Alone. Und dem Regisseur eines Filmes, der hoffentlich auch in der die schreiBBloga.de häufiger genannt werden wird.
Sorry für derart verworren verschwurbelte Gedanken. Ich bin etwas euphorisch im Moment. Zwei drei Lebensziele stehen erwartungsvoll in der Realisation. Kino ist eine feine Sache. Selbst hier. In Thailand.
But if you’re so lonely, why don’t you make some more… Vampires?
Sex! Wilder animalischer Sex!
Die vergangene Nacht war ziemlich hitzig in unserem kleinen Haus. Soosie hat es nun endlich geschafft, flügge zu werden und macht die Hunde der Umgebung verrückt. Ungefähr eine Woche blutete sie vor sich hin, nun ist sie hei?.
Pokki kontrollierte die vergangenen 10 Tage im Stundenrhythmus, ob er Soosie besteigen kann. Seit gestern nun will auch sie und macht das Pokki klar, indem sie ihn besteigt. Das ist ihm peinlich (er kuckt so sü? hilflos aus der Wäsche, wenn sie ihn bespringt). Nichtsdestotrotz versucht er auch hin und wieder aufzusteigen. Allerdings hat er erhebliche Koordinationsprobleme und kommt entweder von der Kopfseite oder rubbelt sich einen auf ihrem Rücken ab.
Soosie lässt es einige Stunden über sich ergehen und beisst dann empört zurück, worauf wir eine halbe Stunde Ruhe haben ehe es wieder von vorne los geht. Wobei, Ruhe ist relativ. Pokki liegt dann schwer atmend in der Ecke und fiept traurig.
Ich hab sie dann in der Nacht in zwei verschiedene Räume gepackt. Ein Fehler, denn geschlafen habe ich ungefähr 2 Stunden. Den Rest der Zeit haben sie sich durch den Schlitz unter der Tür einander zugeschnauft, -gejault und -gefiept. Nervige kleine Fellbündel.
Ich bin ja schon ganz froh, dass die Show nur zweimal im Jahr laufen soll…
Der Ball rollt
Wie es aussieht, hat Thaksin den Zuschlag bekommen und darf nun endlich einen Fu?ballclub der Premier League sein Eigen nennen. Manchester City . Jetzt muss er nur noch den Premier-League “Right and Proper Persons Test” bestehen. Hehehe…
Update: 81,6 Millionen Pfund hat er geboten.
Kurz Geschnittenes 5
Heute mal wieder ein paar nahezu unbeachtete Tabs. Firefox benötigt einfach zu viele Ressourcen mit jedem geöffnetem Tab…
- Sie wählen. Nach dem Putsch wurde vom Militär eine Neuwahl innerhalb eines Jahres garantiert. Demokratisch. Anfang des Jahres wurde das dann auf “Wahlen in 2550” (was unser 2007 ist) relativiert. Immernoch demokratisch. Dann gab man bekannt, dass Neuwahlen vermutlich am 16. oder 23. Dezember stattfinden. Jeder spätere Termin hätte ja wohl auch zu einem erheblichen Gesichtsverlust geführt. Nun wird klar, dass alles viel schneller geht als geplant und der Termin für die (demokratischen) Neuwahlen in Thailand steht aktuell auf dem 25. November 2550.
- Erst durfte er nicht zurück kommen, dann wollte er zurück kommen, egal was die Regierung sagt, dann sagte die Regierung, er ist willkommen zu Hause, dann sagte das Militär, es könne seine Sicherheit nicht gewährleisten, dann sagte die Regierung, wenn er mithilft, seine Vergehen aufzuklären, würde sie für seine Sicherheit garantieren. Nun ist er von der Antikorruptionskommission aufgefordert worden, zurück zu kehren. Wer? Der Vorsitzende des Profigolfervereins Thailands, Thaksin Shinawatra. Ansonsten macht er nur durch täglich ein paar Milliarden Baht Schlagzeilen, die irgendwo auf Inlandskonten gefunden und eingefroren werden. Achso, und der Kauf von Manchester City ist auch noch im Gespräch. Er scheint dann doch genug Geld uneingefroren im Ausland zu haben. Trainer soll dann eventuell Sven-Goran Eriksson, ehemaliger England-Nationaltrainer und Ko-Samui-Resident werden.
- Das Vergewaltigungs-Gesetz , oder wie auch immer man das nennen mag, ist überarbeitet worden. Bisher hiess es darin in etwa, dass Männer, die Frauen vergewaltigen mit denen sie nicht verheiratet sind, bestraft werden können. Das hat nicht nur Frauenrechtler sondern auch männliche Aktivisten auf den Plan gerufen und nun darf jeder nach einer Vergewaltigung Anzeige erstatten.
- Dramatische Entwicklungen im Reisanbau: Trockenheit tötet Thaireis. In Deutschland. Auf der Dokumenta.
- Alone, mein derzeitiger Lieblingsthaihorrorstreifen, hat einen Verleih in Nordamerika gefunden . Man kann also hoffen, dass es da mal irgendwann eine englischsprachig synchronisierte oder untertitelte DVD geben wird. Die englischen Subtitles hier in Thailand waren nicht so der Bringer. Da ging viel verloren.
- Made in USA. Oder in Thailand. Das wäre aber peinlich, also hat das US-Militär in seine in Thailand hergestellten Klamotten ein “Made in USA” einnähen lassen. Patriotisch .
- Christina Aqui…, Agullier…, hier Dings… die Blonde die nicht so gut wie das Glatzkopfpüppchen war, kommt nach Thailand . Und singt. Und trägt Designerkleidchen.
Lieblings-7eleven
Mein Lieblings-7eleven ist im Herzen Maenams. Nicht wegen der Frauen oder der Jungs. Wegen der peinlich berührten aber nicht abweisenden Blicke, wenn man nach 24 Uhr noch Bier kaufen will. Die trauen sich nicht, einem Farang dem Wunsch nach Rausch abweisend zu entgegnen. Sehr schön
(Alkohol darf in Thailand nur von 17 bis 24 Uhr und, ehm, ich glaube von 10 bis 14 Uhr verkauft werden. Nicht dass ich Bier am Morgen benötigen würde…)
Tamarinde
In meinem Garten steht ein gro?er Tamarindenbaum . Da hängen Tamarinden dran. Manchmal landen die im Pad Thai, meistens aber in kleinen Sü?igkeiten. Viel Zucker und Tamarinden. Lecker.
Interessant sind aber auch die Blätter . Die wurden mir neulich vom Hausherren mit einem aufmunternden “Gin! Aroy!” vor die Nase gehalten. Da er bei solchen Aktionen meist im Rudel auftaucht, starrten mich vier Thaigesichter erwartungsvoll an und ich stopfte mir die Blätter einfach in den Mund. Lecker. Sehr sauer und saftig. Man sollte natürlich nur die jungen grünen Blätter essen.
Seither beiss ich immer mal in den Tamarindenbaum, wenn die Hunde Gassi gehen…
Dunstwolke
Dieser Eintrag stammt vom 19. Mai. Aus irgendeinem Grund hab ich ihn aber nicht “live gestellt”. Wie schändlich…
Heute fuhr ich so nach Nachtanbruch vor mich hin auf den Ringstra?en dieser Insel und kam an einer Sextouristen-Bungalow-Farm vorbei. Solche Farmen erkenne ich leicht, habe ich doch damals in den Zeiten des Abtrittbretts in verschiedenen dieser Hausansammlungen gelebt.
Jedenfalls steht da so ein laufendes Moped mit einem Sextouristen drauf, beginnende Glatze, kleines Bäuchlein, wohlrasiert. An der Einfahrt fuhr ich in eine Wolke Eau de Toilet hinein und hinaus und konnte mich eines lauten “Ach du Schei?e” nicht erwehren.
Ich bin vielleicht 3 Meter vom Wolkenmittelpunkt vorbeigefahren und habe mich trotzdem so gefühlt wie am Tage als mir mein Jako-Flacon (jaja, der gute alte Lagerfeld) auf den Badezimmerfliesen meiner Eltern zerscholl.
Jedenfalls darf ich mich zweier Tipps für Sextouristen entledigen:
- Die Thaifrauen haben ein gutes Näslein. Wenn die Palmen im Umkreis die Blätter hängen lassen, war es eindeutig zu viel.
- Es ist Nebensaisaon. Da kriegt sogar der letzte Laufbandschrauber noch ein freudiges Isaanmädchen ab. Selbst mich jubeln sie an, wenn ich vor mich hintuckele.
Leider fängt auch Maenam langsam an, Soddom und Gonorrhoe (aka. Chaweng and Lamai) den Rang abzulaufen. Das merkt man schon an der Anzahl der Banken, die von einer vor einem Jahr auf vier heute angestiegen ist.
Vielleicht wurde meine Reaktion auf diese Wolke allerdings auch durch die frappierende ?hnlichkeit mit dem blumigen Gestank eines dieser Dali-Parfums aus den späten Neunzigern das die Haut einer meiner Exfreundinnen bevökerte hervorgerufen. Männer sollten nicht blumig duften.
Neuigkeiten aus dem 7eleven
Hin und wieder gehe ich ja auch in den 7eleven, um den Biervorrat im heimischen Kühlhaus aufzustocken. Die kleine Thai von neulich vermeidet neuerdings mich an die Theke zu bekommen. Allerdings bin ich auch eher an dem jungen Mann interessiert, der seit einigen Wochen in die Tasten der Registrierkasse hämmert. Jungs im Kundenservice von 7elevens fern der Strandstra?en sind ein Novum auf Thailands Boutique-Insel.
Irgendwie schaffte er es bisher, mich nicht abzukassieren. Gestern nun gelang es mir durch kühl kalkulierte Warteschlangenwechsel an den richtigen Zeitpunkten, ihm meinen Korb entgegen zu strecken. Sehnsüchtig erhoffte Thenglish-Konversation gabs dann aber trotzdem nicht. Er konnte nur Thai. Und so genau habe ich nicht verstanden, was er von mir wollte.
Ich habs ihm gedankt mit 117 fein säuberlich abgezählten 1Baht-Stücken (3×37 Baht fürs Chang-Trio und 6 Baht für “Beer-Ice”).
Und die Moral von der Geschichte? Eigentlich wollte ich was ganz anderes erzählen. Der Eintrag neulich brachte erstaunlich viele Rückfragen bei den mir bekannten Lesern. Was denn daran so berichtenswert wäre, wenn mich eine Thaifrau fragt, ob ich sie hei? haben will.
Also: Es ging um die Würstchen. Sie fragte mich, ob ich die Würstchen in der Microwelle erhitzt haben wolle. Wir Deutschen würden da nun in etwa folgenden Satz herumdenglischen:
“Do you want me to heat your sausage up in the microwave oven?”
Hier haben wir noch halbwegs zweideutigen Inhalt im ansonsten eher kulinarisch orientierten Servicegedanken. Ist man nun aber Thai, hat Englisch nie als Fremdsprache gelernt, sondern eher in Bars (Karaokebars, englische Lovesongs singend) und Teeniemagazinen, dann wird der Satz eher 1:1 aus dem Thai übersetzt.
Es gibt keine Vorgangsbeschreibung im Thai, das “to heat up” wird zum “hot”. Das Objekt (the sausage) befand sich in ihren kühlen Fingern und so war kein Bedarf, es explizit zu erwähnen. Im 7eleven wird alles in der Mikrowelle aufgeheizt, also muss auch dies nicht erwähnt werden. Und so ergab es sich, dass aus dem kulinarischen Satz oben ein simples mehrdeutiges
“You want me hot?”
wurde.
Gut. Ich fühle mich zwar jetzt wie jemand, der einen Witz erzählt und gleich im Anschluss daran die Pointe mit einem “verstehst du? das ist lustig weil” verschlimmbessert, aber was solls…
Thai für Jedermann I: Dies und das
Herzlich willkommen im Thaikurs der die schreiBBloga.de . Ich habe mich entschieden, meine ausgeprägte Kompetenz im Bereich der thailändischen Sprache dem geneigten Leser dieser kleinen Publikation zugänglich zu machen. Lernen auch Sie im Vorübergehen quasi essentielle Bestandteile der Kommunikation mit den Thais kennen und seien Sie morgen schon bereit, neue Freundschaften zu schlie?en, Ihren Gefühlen Druck zu verleihen und metaphysische Streitgespräche für sich zu entscheiden!
Dieser kostenlose Kurs ermöglicht Ihnen fernab vom Reiseführer-Thai Ihrer jeweilig favorisierten Reihe Gespräche mit den Eingeborenen zu führen und innerhalb wertvoller Sekunden zwischenmenschliche und monetäre Vorteile zu sichern.
Doch lassen Sie uns nicht ums Lard Na herum eiern, fangen wir an mit einer Auswahl kleinerer sprachlicher Kleinode des täglichen Gebrauchs.
Sich selbst helfen
Oftmals hat man niemanden zur Hand, wenn es eben mal irgendwo drückt. Dann behilft man sich selbst. Mit den folgenden Worten können Sie nun dieses Tatbestand auch Ihren thailändischen Freunden, Frauen oder Urlaubsfreuden gegenüber artikulieren:
??วย?ัว?อ? (sprechen Sie dies wie “schuai tduah ääng” aus)
Einen Drachen steigen lassen
Sicherlich kennen Sie das auch: Sie laufen auf der durch den Südwest-Monsun bestürmten Wiese hinterm Haus vor Freude schreiend herum, ein Seil in der Hand haltend das mit einem fragilen in den Lüften nur durch die Macht des Windes schwebend gehaltenen Gebildes verbunden ist. Nun können auch Sie Ihren Liebenden zuhause gegenüber ausdrücken, was Sie da eigentlich machen:
?ักว?าว (sprechen Sie dies wie “tschack waau” aus)
Bitte beachten Sie, dass Sie nur als Mann einen Drachen steigen lassen sollten. Frauen lassen keine Drachen steigen (siehe unten).
Fünf gegen Einen
Oftmals gibt es unfaire Situationen im Leben. Wenn es mal wieder Fünf gegen Einen hei?t, dann können auch Sie nun verlauten lassen, was gerade vor sich geht:
ห?ารุมห?ึ?? (sprechen Sie dies wie “haa rumm nünng”)
Bitte beachten Sie, dass nur Männer solch unfaire Situationen durchleben. Frauen nicht (siehe unten).
Mit einem Haken fischen
Hier kommen wir nun zu den Freizeitbeschäftigungen der Frau in der thailändischen Kultur: Sie fischen. Mit einem Haken. Falls Sie weiblich sind und gerne mit dem Haken fischen, dann nutzen Sie bitte die folgenden Silben, um Ihrer Begierde Ausdruck zu verleihen:
?ก???? (sprechen Sie dies wie “Dtock bädd”)
Bitte beachten Sie, dass Sie, falls Sie dem männlichen Geschlecht angehören, nur unter extrem seltenen Umständen (operational) mit einem Haken fischen können und diese Phrase lieber einem Mitglied des weiblichen Geschlechts überlassen.
Damit befinden wir uns am Ende unserer ersten kostenlosen Lektion im thailändischen Umgangssprachgebrauch. Bitte lesen Sie auch in der nächsten Lektion mit, wenn wir die Freuden der gemischten Behandlung behandeln.
Man kann ja mal fragen
Man hat gefragt und Bangkok hat geantwortet. Mag man meinen.
In einer Umfrage der Assumption University wurden rund 2.300 Leute in Bangkok und Umgebung (550 davon Farangs) befragt, wen sie denn gerne als neuen Ministerpräsidenten einer demokratisch gewählten Regierung haben wollen:
- 41,7% waren für Purachai Piumsomboon — der war in der Regierung Thaksins stellvertretender Premierminister und für seinen aggressiven Kampf gegen die Korruption bekannt. Glücklicherweise ist er bereits 2005 zurückgetreten, so dass ihm nun nicht der Stallgeruch des Golfervorsitzenden anhängt.
- 37,7% sprachen sich für Anand Panyarachun aus, der bereits 1991 und 1992 einmal Premierminister nach zwei (jetzt nicht lachen) Militärputschen war.
- nur 34,6% stimmten für Abhisit Vejjajiva, den Vorsitzenden der Demokratischen Partei, der vor kurzem erst vom Vorwurf der Wahlfälschung freigesprochen wurde und bei den letzten Wahlen (wenn nicht gerade mal boykottiert wurde) immer als potentieller Nachfolger Thaksins vorgestellt wurde und auch nach dem Freispruch neulich schon als zukünftiger Premierminister auftrat.
Mein persönlicher Favorit ist Abhisit, weil die beiden anderen nicht mehr wirklich aktiv in der Politik tätig sind. Das Land dürfte Fachleute benötigen, nicht Ikonen und Symbole, um aus der Schieflage heraus zu kommen.
Eine andere Umfrage, diesmal landesweit von der Suan Dusit Rajabhat Universität durchgeführt , beschäftigte sich mit Thaksin, bzw. was die Menschen nun von ihm erwarten:
- 49% erwarten von ihm, dass er mithilft, das Chaos zu beenden, das seit dem Putsch herrscht. Mit seiner Webcamansprache vom Freitag hat der dazu nicht unbedingt beigetragen.
- 33% der Befragten wünschen ihm gute Gesundheit, hehe…
- 15% wollen, dass er jegliche politische Tätigkeit aufgibt.
Naja, als Vorsitzender des Vereins Professioneller Golfer (Professional Golf Association of Thailand (PGAT)) hat er nicht unbedingt viel Zeit für politische Betätigung zur Verfügung. Aber im Sport ist es manchmal wie in der Politik: man kann seinen Job recht schnell los sein.
Meine 2 Baht
Ich bin mir nicht ganz sicher, vermute aber, der Beamte, der für die Einführung des 2Baht-Stückes verantwortlich war, muss Opfer der Todesstrafe gewesen sein. Wenn nicht — verdient hat er es.
Das 2Baht-Stück ist ein paar Millimeter grö?er als das 1Baht-Stück und unterscheidet sich vom 1Baht-Stück, ehm, durch die 2 statt der 1. Klein und unscheinbar. Alles andere sieht gleich aus. Im ersten Jahr hier wusste ich gar nicht, dass es 2Baht-Stücke gibt, bis sie dann doch mal auf dem Tisch lagen.
Die Thais und Läden hier lieben das Teil ebenso wenig. Im 7eleven vermeiden sie grundsätzlich 2Baht-Stücke. Wenn doch mal welche durch zahlungsfrohe Kunden herein kommen, darf der nächste Kunde die wieder mit heimnehmen. Dabei legen sie dann die Münzen überaus deutlich zurecht und sagen mehrfach “2Baht!”. Neulich hatte sogar jemand mit Marker kundenfreundlich eine dicke 2 auf die 2Baht-Stücke gezeichnet.
Das macht mir aber alles gar nichts aus. Mein Kleingeld kommt in die Klimperkiste und wird einzweimal im Jahr zur Bank getragen (oder in finanzschwachen Zeiten zusammen gekramt und zum Bierkauf verwendet). Viel zu schwer das Metall. Beult nur die Geldbörse aus.
Guten Morgen!
Glückliche Umstände (für manch einen weniger glücklich) lassen mich derzeit recht früh und froh dem Bett entsteigen um Photos zu nehmen von der Sonne Aufstieg an meiner neuen Lieblings-Photo-Schie?platz-Klippe.
Thaksin liebt Thailand
Heute abend (21 Uhr Bangkokzeit) wird Thaksin “über eine Webcam” mit ihn unterstützenden Demonstranten sprechen. Geblockt, zensiert, korrigiert, wie auch immer werden soll das nicht. Allerdings haben sich gleich mal die Sicherheits-Offiziellen in einer Notsitzung zusammen gesetzt.
In dieser Woche wurde übrigens auch via Laufband auf den Thaikanälen verkündet, dass kein neuer Putsch oder gar ein Gegenputsch ansteht. Ein Gerücht das erst durch diese Nachricht entstand ;)
Dann wurde mal dementiert mal bestätigt, dass er ein Haus in Hong Kong gekauft habe und sich immer noch in ?bernahme-Verhandlungen mit dem Fussballclub Manchester City befindet, trotz eingefrorener Konten.
Zero Tolerance
Hmmm… Trent kommt nach Korea . Ist ja auch hier um die Ecke. Nun stellt sich die Frage, ob ich wieder mal eine ernsthafte Planung in Erwägung ziehe oder gleich aufgebe.
Gegendarstellung
Am Freitag den 8. Juni erhielten einige (rund 400) Emailnutzer (Freunde, Verwandte, Bekannte und auch ein paar Pissnelken) weltweit eine Email, in der die Behauptung aufgestellt wurde, “Patrick Kollitsch wants to talk with you using the new Yahoo! Messenger”.
Die Redaktion möchte hierzu Folgendes darstellen:
Das ist nicht wahr. Er will sich nicht unter Verwendung des Yahoo! Messengers unterhalten. Es gibt genügend Tools, mit denen man sich convenienter unterhalten kann. Skype . Jabber . MSN .
Beim Installieren hat das dämliche Programm einfach sämtliche Adressbücher durchsucht und Mails verschickt — ohne Sicherheitsabfragen seitens der Emailprogramme. Sehr bedenklich.
Wir möchten also festhalten: Yahoo! Messenger ist ein crappiges Stück Schrottsoftware. Man kann es deinstallieren, indem man in der Systemsteuerung auf Software geht, dort den Eintrag für Yahoo! Messenger wählt und immer schön “Ja” und “Ok” klickt.
Auf die Frage, warum gerade jemand wie er Yahoo! Messenger installierte, erwiderte Patrick Kollitsch leicht errötend “Videochat. Thaifrau.” Er gelobte Besserung und wird in Zukunft Hände und Gedanken von Frauen jedweden Geschlechts lassen.
PS: Für die Statistiker — Von 400 unverlangt versandten (und empfangenen) Emails haben 24 Kontakte einen Link in der HTML-Mail angeklickt und das Programm installiert. Das sind 7%. Nur für den Fall, dass jemand wissen will, wie man Trojaner verteilen kann.
Zurück ins Königreich
Thaksin kommt zurück. Wie schön. Heute morgen lies er verkünden, dass er zurück kommen wird, egal ob die Regierung es ihm erlaubt um sich gegen die unhaltbaren Behauptungen gegen ihn zu wehren. Zwei Stunden später war der Artikel darüber bei The Nation umbenannt in “Ousted PM is welcomed back: PM and Junta’s chief”. Er darf gerne zurück kommen. Nicht weil er sich nicht drum kümmert, ob man es ihm erlaubt, sondern weil er willkommen ist, sich in seinem Korruptionsprozess zu verteidigen.
Aber zwei Stunden lang war er doch richtig reaktionär, der Präsident vom Golfverein.
Neues aus Soddom
Die vergangenen beiden Abende musste ich im Schutz der Dunkelheit häufiger nach Chaweng. Das hatte technische und Eiscreme-Gründe. Jedenfalls hatte ich wieder Gelegenheit, interessante Beobachtungen zu machen. So eine halbe Stunde auf einer Parkbank auf bzw. (wenn wir technisch genau sein wollen) an der Beachroad hat was…
- Die Koreaner sind da. Das ist immer die schönste Zeit im Jahr für Leute wie mich, wenn die Koreaner da sind. Ein Augenschmaus. Leider nur die Frauen. Ich frage mich manchmal, wie diese potthässlichen Männer an so schöne Frauen kommen. Ich kann es mir nur mit einem ?berangebot auf der weiblichen Seite und “inneren Werten” (muahah) bei den Männern erklären.
- Die Schweden sind auch da, allerdings sind alle Schwedinnen dieses Jahr fett. Irgendwas muss denen ins Wasser gemixt worden sein.
- Es ist Nebensaison, denn die Anzahl der mir angebotenen Massagen und anderen Dienstleistungen war mal wieder überproportional hoch.
- Absolute No-Can-Dos für Touristen, die sich nicht lächerlich machen wollen:
- Frauen: Die Haare zu Rasta-Zöpfen mit Holzperlen knoten lassen. Das hat den Charm einer polnischen Grenzort-Prostituierten.
- Männer: Ein fettes lautes Motobike mieten, eine Urlaubsbekanntschaft hinten drauf setzen und dann knatternd die Beachroad entlangfahren und vergessen, den Blinker auszuschalten oder wahlweise stehende Pickups nicht überholen können.
- Alle: Diese doofen Plastikschuhe kaufen, die seit diesem Jahr “in” sind. Hässliche Plastiktreter mit einer Schlaufe hinten, die hochklappbar ist (Photos folgen, wenn ich mal bei Tageslicht recherchieren kann).
- In den Buchhandlungen gibt es im Bereich “About Thailand” immer nur “Tatsachenberichte” von Ex-Prostituierten (erwachsen und Kinder) und Knastberichte von Farangs (dazu muss man mit Drogen handeln oder Menschen töten). Letztere sollen wohl die grausamen Verhältnisse in den Gefängnissen des Landes anprangern. Nichtsdestotrotz ergibt sich damit eine interessante Au?enwirkung des Landes. Sex and Crime.
Wie auch immer. Von nächtlichen Ausflügen nach Chaweng hab ich erst einmal wieder genug.
Livefrieren
Heute abend wird (mal wieder) live im Fernsehen verkündet , ob die Reichtümer von Thaksin Shinawatra, seines Zeichens Vorsitzender des Thailändischen Golfvereins, eingefroren werden sollen.
Update: Es wurde kräftig eingefroren. 5 Fälle halten die Mitglieder des Antikorruptionsausschusses als “beklagbar” (in Thailand wird immer erst festgestellt, ob man gegen jemanden klagen kann, ehe Klage erhoben wird) eingestuft (darunter der Verkauf von Shin Corp an Singapore) und 1.5 Billionen Baht auf den Konten von Thaksin und seiner Frau wurden “eingefroren”.
Thaksin wird das (neben der schlechten Propaganda die trotz allem Marketing ist, denn die Entscheidung wurde ja schlie?lich von einer Militärregierung getroffen) wenig kümmern, soll er doch damals, kurz vor dem Putsch mit einem Flugzeug voller Geldkoffer zur UNO geflogen sein. Da macht es auch nichts, wenn mal ein oder zwei Koffer abhanden kommen.
Wahrsager wissen mehr
Potjaman Shinawatra hat nicht nur den selben Nachnamen wie Thaksin Shinawatra, der Vorsitzende des Thailändischen Golfvereins, sie ist auch seine Frau. Nichtsdestotrotz sieht sie ihn derzeit seltener, weil er in Japan Interviews geben muss, auf Bali golft, sich in Russland beklauen lässt und in London daraus resultierende Visaangelegenheiten zu erledigen hat.
Sie hingegen hält sich im Land des verhaltenen Lächelns auf und reiste gestern nach Chiang Mai, wo sie einen bekannten Wahrsager traf und sich mit ihm über die Zukunft unterhielt. Nicht ihrer, der des Landes.
Der letzte Satz des Artikels hat es mir angetan: Sonthi Boonyaratkalin, der Chef des Nationalen Sicherheitskomittes und (man möge mir die populistische Wortwahl verzeihen) Juntaführer hatte beim selben Wahrsager heute einen Termin. Wäre nicht das erste Mal in den letzten 9 Monaten, dass Potjaman Termine mit Leuten hatte, die kurz darauf Termine mit Sonthi oder Premierminister Surayudh hatten.
Das ist natürlich reiner Zufall.
Neue alte Hosen
Ich sollte ein Abnehmblog aufmachen.
Ich will mich ja nicht beschweren, hat ja alles sein Gutes… Heute habe ich mal aus Hosenmangel (ich trag die Dinger immer bis sie in der Ecke stehen können und geb sie dann alle gleichzeitig in die Reinigung) eine alte Hose rausgesucht, die <txp:permlink id=“1282>aus bekannten Gründen (hab damals nicht mal den Reissverschluss zu bekommen und dann angefangen, Beutelhosen zu tragen) zwei Jahre in der Versenkung verschwunden war.
Heute nun braucht das Teil einen Gürtel. Also Sozialhilfeempfänger sollte man nicht sein, wenn man abnimmt. Dieses Wochenende werde ich nochmal die Magersucht-Reisetasche durchstöbern, nächstes Wochenende werde ich um einen ausgedehnten Shopping-Gang nicht mehr herum kommen.
Krieg auf der Terasse…
Sieht schlimmer aus als es ist. Pokki (der fettere im Bild) verliert meistens. Ich vermute aus brüderlicher Freundlichkeit.
Vom Dache…
Loch in den Bauch fragen…
So ganz ist er noch nicht fertig. Hat noch ein Loch im Bauch. Farbenfroher als vorher ist er aber allemal. Soweit ich das verstanden habe, ist das eine Darstellung des Buddhas den wir als nächste Inkarnation erwarten. Hoffnungsvolle Zeiten für alle Adipösen.
Hinterm Shirt
Die Geschichte hinter dem Shirt (aufs Bild klicken und bei flickr.com nach links und rechts weg brausen): Vor zwei Jahren bin ich hin und wieder Klamotten kaufen gegangen. Ich dachte mir so, jetzt sind wir in Thailand, da muss man schön cool sein und den Stil mal wechseln. Ich kaufte hier, ich kaufte da, immer XL und nie anprobiert. Das war ein Fehler, denn das thailändische XL ist ein deutsches M, wenn überhaupt.
Und so kam es, dass sich nun auf dem Kleiderschrank im Schlafzimmer eine Reisetasche voller Klamotten befindet, die mir alle zu klein sind. Zurückbringen war keine Option, wer wälzt sich schon fett ins Geschäft und gibt zu, dass man seine Ausma?e falsch bewertet hat.
Neulich nun fand ich Photos aus dem Jahre 2004. Mit mir drauf. Und dann glaubte sogar ich, dass ich “etwas” abgenommen hätte. Vergangenes Wochenende habe ich also mal die Reisetasche entstaubt und Klamotten getestet. Und siehe da, einige passen. Nicht alle, man muss ja noch ein Ziel vor Augen haben.
Dieses Shirt beispielsweise war der pure Horror. Man kriecht da ja von unten rein und als ich das vor zwei Jahren versuchte, blieb ich hängen (bzw. das Shirt um meine Schultern) und ich kam nicht mehr raus. Ich glaube das waren 5 Minuten bis ich mit Knacken und Krachen im Stoff und den Knochen wieder befreit auf dem Bett lag.
Wie auch immer. Nur so am Rande. Für euch Fettsäcke da draussen! So. Und jetzt erstmal ein paar Würstchen in die Pfanne hauen…
PS: Und Kontaktlinsen trage ich seit heute auch wieder. Ich muss da ein paar Autorenphotos schie?en und halbwegs interessant aussehen. Verwirrung der Massen.
PPS: Mist, da hab ich den ganzen Tag so einen Spruch vorformuliert und dann doch vergessen, ihn hinzuschreiben. Irgendwas mit “stolzgeschwellter Brust die den Bauch weniger auslandend aussehen lässt”…
Nützliches Wissen
Die Email-Nicknames meiner Thai-Kontakte im MSN-Messenger fangen alle mit N an.
Thais lieben Thailand
Thai Rak Thai (TRT, Thais lieben Thais/Thailand) wurde soeben per Gerichtsbeschluss aufgelöst. Es gilt als erwiesen, dass die Partei Wahlergebnisse gefälscht hat (unter anderem durch das bezahlte Antretenlassen von “politischen Gegnern” bei der ansonsten von den Parteien Thailands boykottierten Wahl, damit für TRT abgegebene Stimmen gezählt würden).
Die Partei wurde 1998 vom damaligen Telekommunikationsunternehmer und Multimilliardär und heutigen Vorsitzenden des Thailändischen Golfverbandes Thaksin Shinawatra und anderen gegründet worden. Sie bestand grö?tenteils aus ehemaligen Bestandteilen anderer Parteien und mit der politischen Gesamtsituation unzufriedenen Gruppierungen.
Bei der Wahl 2001 erhielt TRT von 500 verfügbaren Sitzen im Parlament 248 und hatte somit eine absolute Mehrheit. 40% der gewählten Parlamentsmitglieder waren damals politische Neulinge. TRT ging eine Koalition mit Partei der neuen Hoffnung und der Nationalen Thai-Partei ein und stellte mit 342 Stimmen die bis dahin grössten Regierungsmehrheit in der Geschichte Thailands.
Bei der Wahl 2005 erhielten sie wiederum eine Mehrheit, diesmal 60% der Stimmen und 375 Sitze.
Bei der Wahl 2006 (um deren Fälschung es heute ging) erhielten sie sogar 62% und 460 Sitze. Die restlichen Sitze blieben unbesetzt, weil die anderen Parteien die Wahl boykottierten.
Die Wahlen haben sie auf populistische Weise gewonnen, indem armen Regionen finanzielle Mittel versprochen wurden, viel Gutes für die leider zahlreiche arme Bevölkerung getan wurde und (so meinen manche) Stimmen bezahlt wurden. Geld ist immer noch eine Währung.
Der kometenhafte Aufstieg der Partei und ihres Führers nahm sein Ende am 19. September vergangenen Jahres. Seit dem Putsch ist jegliche politische Tätigkeit verboten. Heute nun wurde die Partei vom Verfassungsgericht aufgelöst. Schade eigentlich. Sie hatte einen so symbolischen Namen.
Judgement Day IV
Im Fernsehen werden gerade Anklage und Verteidigung für den Fall der Demokraten verlesen. Live auf allen Thai-Kanälen. Nur die Farangsender bringen das übliche Durcheinander.
Gerüchteweise soll Thai Rak Thai (TRT) aufgelöst und die Demokraten “verschont” werden. Das würde den Nachfolgern von TRT viel Sympathiepunkte bei der nächsten Wahl einbringen.
Das Ganze Spektakel kann man sich auch im Livestream ansehen, wenn man ein dickes Kabel hat.
Update 15:28: Dem Jubel nach zu urteilen werden die Demokraten nicht aufgelöst. Mein Dolmetscher ist eingeschlafen.
Update 17:00: Nun sagen sie, dass die Demokratische Partei tatsächlich nicht des Wahlbetruges schuldig ist. Da kann man viel drüber reden und verlesen. Vier Stunden pro Verkündung, da kann man auf das TRT-Urteil dann um neun Abends hoffen.
Update 17:45: Die Demokraten sind von allen Vorwürfen frei gesprochen worden und werden nicht aufgelöst. Es ist interessant, wieviel Gerede da drum gemacht wird. Jetzt haben alle Sender ihre greisen Analysten vor der Kamera sitzen die erzählen, dass das ja von vorneherein schon klar war und auch richtig ist und blablabla… Der Demokratenführer gibt auf Channel 11 gerade ein sehr selbstzufriedenes Interview. Ich bin gespannt, wie es TRT ergehen wird.
Update 17:50: Die Stra?enreporterinnen in Thailand sind allesamt ziemlich niedlich.
Update 22:00: Irgendwie passiert nichts. Seit halb sieben lesen die Thai-Rak-Thai-Leute Anklagen und Anklageerwiderungen vor. Die einen schneller, die anderen langsamer. Alle haben sie aber dicke Papierstapel dabei. Rein rechnerisch dürfte die Entscheidung bald verlesen werden.
Update 22:45: Die Führungsspitze von Thai Rak Thai wurde der Wahlfälschung für schuldig befunden. Interessant.
Update 22:55: Ach fast hätte ich es vergessen, die Progressive Demokratische Partei (klein, unbedeutend) wurde aufgelöst und schuldig befunden, von Thai Rak Thai für das Antreten zur Wahl bezahlt worden zu sein. Irgendwann am frühen Abend. Sieht also schlecht aus für die liebenden Thais.
Update 23:10: Im Blog des Editors von The Nation Online, Tulsathit Taptim, schreibt dieser :
At certain points, the Tribunal sounded almost sympathetic with the TRT regarding the deadlock created by the major parties’ boycott. But it’s delivering damning ruling on how such illegal activities simply meant trying to acquire parliamentary power, or power to govern the country, through a fraud.
Sehr nett. TRT musste in manchen Gegenden Gegner bezahlen, dass diese antreten, um die 20% Regel (wenn eine Liste ohne Gegner antritt, muss sie mindestens 20% der Stimmen erhalten) zu umgehen.
Update 23:15: Es hagelt gerade “guiltys” — TRT hat die Verfassung gebrochen, Wahlbetrug begangen, kleinere Parteien fürs Antreten bezahlt, die Nation beschädigt, unmoralisch gehandelt, Artikel 66 der Verfassung (ehm, welcher denn, der von 97 oder 06?) verletzt… und so weiter und so fort. Wir warten minütlich auf “is to be dissolved”.
Update 23:20: Wow. Die haben grade echt gesagt, Thaksin hätte das Parlament vergangenen Frühling aus privaten Gründen (die Steuergeschichte rund um Shin Corp.) aufgelöst und nicht wegen politscher Probleme im Land. Das ist erstaunlicherweise das erste Mal, dass er heute erwähnt wird. Glaube ich.
Update 23:25: THAI RAK THAI IST AUFGEL?ST WORDEN!!!
Update 23:35: I think they will have big problems tonight in Bangkok, sagt Neil, mein Thaiteacher. Sieht so aus.
Update 23:45: Führende Thai-Rak-Thai-Politiker einschlie?lich des Vorsitzenden des thailändischen Golfverbandes Thaksin Shinatwatra dürfen in den nächsten 5 Jahren keine politischen ?mter ausüben. Thai Rak Thai ist Geschichte. Das Spektakel zu Ende. Wir werden sehen, was die Nacht bringt.
Judgement Day III
Die Schulen in der Nähe des Verfassungsgerichts in Bangkok haben heute geschlossen und auch den Unternehmen in der thailändischen Metropole wird empfohlen, heute einen Urlaubstag einzulegen.
Gerüchte besagen, es wäre schon zu eindeutigen Abstimmungen der neun Mitglieder des Verfassungsgerichts gekommen. Aber das ist eigentlich egal, weil die Ergebnisse erst am Nachmittag verkündet werden.
Judgement Day II
Bangkok Post titelt Troops ‘protecting’ TV stations — die Anführungszeichen geben zu denken. TV-Stationen sind von Militär umstellt. Die Fernsehprogramme senden aber “normales” Abendprogramm (soweit man das normal nennen kann).
13000 Polizisten sind in der Hauptstadt unterwegs.
Irgendwo habe ich noch gelesen, dass Thai Rak Thai-Anhänger gegen eine eventuelle Auflösung mit 100 Elephanten demonstrieren wollten, aber nicht in die Hauptstadt gelassen wurden. Naja. Elephanten lassen sich eigentlich von nichts auf halten.
Ich bin wirklich gespannt. Wie auch immer “die Entscheidung” ausfallen wird, es wird Probleme geben. Glücklicherweise wird morgen endlich einmal mein Thailehrer neben mir sitzen, wenn das Urteil verkündet wird und ich werde genauer Bescheid wissen als “normalerweise”.
Judgement Day
Morgen ist “Judgement Day” in Thailand. Es wird vom obersten Gerichtshof entschieden, ob Parteien wie die Demokraten und Thai Rak Thai aufgelöst werden sollen. Angeklagt sind sie, weil sie bei der letzten Wahl, die Thaksin Shinawatra, der Vorsitzende des Golfverbandes von Thailand, mit eindeutiger Mehrheit gewonnen hatte. Anscheinend war der Gewinn nicht ganz sauber.
The Nation hat gleich mal wieder ein Special ins Web gebracht, in welchem die möglichen Ergebnisse ausgewertet werden . Es wird nicht nur entschieden werden, ob die Parteien aufgelöst werden, sondern auch, ob die bisherigen Parteispitzen ein 5jähriges Verbot von politischer Tätigkeit ausgesprochen bekommen.
Ich denke es wird zu etwas Unruhe kommen, wenn nur eine der beiden gro?en Parteien aufgelöst wird. Ansonsten sind die Vorbereitungen für die Neugründung der Nachfolgeparteien schon in der Mache und wenn sie nicht aufgelöst werden… auch gut.
Der König hat vergangene Woche eine Rede vor den Richtern des Verfassungsgerichts gehalten , in der er sagt, dass die entscheidenden Richter in einer misslichen Lage sind, denn wie auch immer sie entscheiden, eine politische Krise ist vorprogrammiert. Die Rede selbst lässt mal wieder viele Interpretationen zu, unter anderem auch die, dass der König mit den aktuellen Verhältnissen weniger zufrieden ist.
Please keep on trying to improve our country’s situation, which is not good at all this year.
Die Regierung bereitet sich auf altbekannte Weise auf die Ergebnisse vor: Sie sperrt Pro-Thaksin-Webseiten und bekräftigt, der Meinung zu sein, dass alles sicher ist und keine Unruhen zu erwarten sind.
Nach der Entscheidung soll auch der Bann auf politische Aktivitäten, der seit dem Putsch herrscht, aufgehoben werden . Mal sehen. Ich glaube das dürfte vom Ergebnis des morgigen Tages abhängen.
Wie auch immer. Der morgige Mittwoch wird ein interessanter Tag in Thailand.
Ebay und Sanook.com
Ebay und Sanook.com haben eine Partnerschaft verkündet , im Verlaufe derer sie ein Handelsportal eröffnen wollen, auf dem Privat- und Geschäftsleute im In- und Ausland handeln können.
Wenn man es in Thailand in der “Portal-Szene” zu etwas bringen will, kommt man an Sanook.com nicht vorbei. Das ist “das Internet” in Thailand. Damit hat Ebay ein Bein in der Tür. Ich kenne ein paar Portale, von denen ich ohne sie zu kennen noch nie was gehört hätte, weil sie Sanook.com schändlich (manch einer sogar trotz meiner damals jedenfalls noch gut gemeinten Hinweise) missachtet hatten. Ein kleines Werbebanner auf der Startseite ist Erfolgsgarantie für manch einen Startup.
Auch in Hinsicht auf die Websitegestaltung muss man sich dem Sanook-Stil leider unterwerfen. Es muss blinken. Es muss viele kleine Bilder geben, die man anklicken kann. Es muss eindeutig durch rote “NEW”-Buttons markiert sein, was neu ist. Ohne Lauftexte keine Kundschaft. Und am besten müssen ein paar Soap-Stars relativ unverhüllt auf der Startseite zu sehen sein.
Ebay ist clever.
Hinter der Tür
Gestern war der kleine Sohn (4) meiner Hausherren mal wieder auf Besuch und begann hysterisch zu kichern, als ich meine Kamera zückte. Auf meine Frage wie er hei?t, kicherte er nur noch mehr und antwortete nicht. Ich weiss aber, dass ich die Frage richtig gestellt habe, denn mein Thailehrer war dabei. Hehe.
Trotzdem hab ich ein paar nette Photos geschossen, die ich seinen Eltern mal bei Gelegenheit zukommen lasse. Die haben keine Kamera und nur Bilder ihrer Kinder von Schule und Vorschule — in Uniform und Schulhaarschnitt.
PS: Hab dem Hausherren gerade die Photos gegeben, der sich riesig gefreut hat. Ist ja auch ein sü?es Kind. Allerdings etwas, ehm, frei erzogen.
Thaiboys, Piraten und Popcorn
Gestern war ich mal wieder im Kino (mit einem Thaiboy, aber das ist fast schon wieder eine Geschichte für sich) und habe “Piraten der Karibik — Irgendwas mit Ende der Welt” angesehen. Wenn man den zweiten Teil nicht gesehen hat und den ersten Teil super fand, dann sollte man den dritten Teil besser nicht ansehen. Ist irgendwie so ähnlich wie die Matrix-Triologie.
Es gibt jede Menge toller Effekte, kostet ja nicht viel heutzutage, nette Dialoge und, was in den ersten beiden Filmen nicht der Fall war, seltsame psychodelische Wahnvorstellungen von Johnny Depp. Oder dem Piraten den er spielt.
Ansonsten ist die Story verworren. Und nichts für Kinder. Und am Ende zeigt Keira Kneightley meiner Meinung nach ein wenig zuviel Bein. Hat fast schon was Pornographisches. Zum Glück ist es Keira.
Ansonsten musste ich die Tickets nicht bezahlen, sonst wäre ich jetzt traurig. Oder auch nicht, denn vorher kamen die Trailer für “Die Hard IV” (es scheint das Jahr der Vieren zu sein), dem neuen Harry Potter Film und die Fantastischen Vier, die mit einem zweiten Teil aus der Reihe tanzen, dafür die Vier im Titel tragen.
Vor uns sa? eine Gro?familie, die sich immer gegenseitig auf die Sprünge helfen musste, was denn nun passierte, denn der Film kam im Original-Ton mit Thai-Untertiteln. Ich stell mir das kompliziert vor, als Erstklässler die Subtitles zu lesen und gleichzeitig der Handlung folgen zu müssen/wollen.
Und es gibt nebem dem Popcorn mit Käse-Zwiebel-Geschmack nun auch Popcorn mit scharfem Pfeffergeschmack. Und wenn man oft genug ins Kino gegangen ist, bekommt man einen Inlandsfreiflug bei Air Asia.
Sonst gibts nichts Neues.
Zufälle
Heute dachte ich beim Mopedfahren, ich muesste N. mal wieder eine Mail schreiben. N. und ich lernten uns über Skype kennen in meinem ersten Thailandjahr und wir, ehm, dateten ziemlich häufig in Bangkok. Seit über einem Jahr war dann Funkstille.
Beim Schreiben meiner Mail tüdelte dann das Handy und eine SMS von N. (die ersten seit dem Valentinstag, ein Thema für sich) kam an. Den Rest des Abends verbrachten wir dann chattend. MSN ist wieder “in” in Thailand
Zufälle gibt es…
Reflection
Thaksin bekommt einen Burger und verliert einen Koffer
Die Bangkok Post hat natürlich in der Thaksinsache den besten Titel:
Im Artikel geht es dann noch weiter mit netten Sprüchen wie dem hier:
It remained unclear whether he was awarded the degree before or after his belongings were stolen.
Eher nebenbei erfährt man, dass er mal wieder eine Klage in der Planung hat, diesmal gegen Mitglieder der ASC, das ist die Anti-Korruptions-Kommission, die ihm vermutlich demnächst eine Klage an den Hals zimmern wird.
So kann man auch mit der Heimat kommunizieren.
Wo ist Thaksin heute?
Die Frage, die täglich 3 meiner Leser beschäftigt (es lebe Google Analytics), wo hält sich Thaksin Shinawatra, der bei 50% seiner Landsmannen und der aktuellen putschenderweise an die Macht gekommenen Regierung unbeliebte Ex-Premierminister mit Fussballclubkaufgelüsten und Golfbegeisterung, auf, wird heute von der russischen Pravda beantwortet:
Dort wurde ihm der Pass geklaut und er muss nun einen neuen beantragen . Mal sehen ob er einen bekommt, hehe… Interessant dabei finde ich, dass der bei einem McDonalds-Besuch geklaute Koffer Bargeld, eine Kamera und den Pass “enthalten” haben soll — im Gesamtwert von 1.200.000 THB. Das sind runde 27241,77?. Viel Geld für eine kleine Stippvisite zur Entgegennahme eines “wissenschaftlichen” Titels.
Ich mag Russland neuerdings. Vielleicht lohnen sich ja irgendwann die 6 Jahre erzwungenen Russisch-Unterrichts doch noch.
This and that
Übrigens, es gibt mich noch. Ja, haha, da haben einige schon Hoffnungen gehabt. Ich hab viel um die Ohren. Positiverweise. Da bleiben schon mal die einen oder anderen Einträge liegen. Die kommen dann später nach.
Interessanterweise macht man mir gerade mein kleines Paradies kaputt. Der Feldweg hinterm Haus wird zu einer zweispurigen Straße zementiert, am Feldweg hinterm Sandplatz werden seit Tagen die Palmen gerodet und ebene Flächen geschaffen. Ein Bagger der beim Rückwärtsfahren piept tut selbiges (piepen) von 7 Uhr morgens bis 19 Uhr abends. Das sieht mir sehr nach Touristenhütten aus.
Zu den Hunden: Soosie ist ein Tomboy und versucht neuerdings Pokki zu besteigen, was ihm nicht allzusehr gefällt.
Ansonsten nichts Neues. Also nichts berichtenswert Neues. Also nichts, was hier berichtenswert neu wäre. In dieser kleinen Publikation.
Demnächst wieder mehr.
Neues aus dem 7eleven
Eben im 7eleven, ich packte Würstchen auf die Theke und zwischen mir und der Kassen-Thai entspann sich ein kleiner Dialog.
Sie: You want me hot?
Ich überlegte kurz, eine verdammt sophistisch ausgeklügelte Antwort zu geben um wenigstens einen Abend in der Woche etwas Freude zu haben, unterlies dies aber aufgrund der zu erwartenden Ironieresistenz der noch jungen frischen 7elevenerin, grinste traurig und meinte nur:
Ich: No, thanks.
Hinter der Theke standen 5 Thais rum, die alle unterschiedlich auf unser Gespräch reagierten. Die einen pulten zwischen den Zähnen rum, die anderen grinsten verlegen. Nur eine begann quietschend zu erklären, dass Farangs hin und wieder des Wortwitzes fröhnen und ihre Frage durchaus unterschiedlich verstanden werden kann.
Beim Hinausgehen kicherten alle dann.
Nun bin ich am ?berlegen, wer hier peinlicher berührt sein sollte…
Rechnungsstellung Thaistyle
Habe heute meine erste Online-Rechnung erhalten. Viel Geld für eine wackelige kleine Leitung in meine Hütte. Beim genaueren Hinsehen stellte ich dann fest, dass die Rechnungs-Thais mir die zwei Wochen, die ich den ganzen Tag in der Hütte auf die Strippenleger wartete, auch berechnet haben. Das wird noch Spaß geben. Mit Internet sollte man bei mir keine Scherze treiben.
Diese Publikation…
…zieht jetzt um. Keine Sorge, erstmal nur technisch gesehen. Jetzt wäre der beste Augenblick, um dumme Kommentare zu schreiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass selbige verloren gehen ist ziemlich hoch.
PS: Komisches Internet. Umzug vollzogen.
Heute vor einem Jahr…
… sagte ich zu Fu: I guess I will be fired soon. Sie meinte darauf: That good. You will be free.
War ich dann auch. Nichtsdestotrotz haben “wir” das “Spiel” dann noch 19 Tage lang durchgehalten.
Verrückt ist eben doch mehr Spaß als besorgt zu sein.
PS: Dieser Dialog wird mir auch unvergessen bleiben…
Nachbars Kind…
Das sind Damn und Khaw (schwarz und weiss), die Kinder meiner Hausherren beim Spielen. In meinem Haus. Sie kommen immer mal vorbei und bringen alles durcheinander.
Der Kleine mag Soosie ganz sehr und trägt sie wie eine Handtasche mit sich rum. Das mag sie sogar, also kann ich das zulassen. Pokki mag ihn nicht und knurrt ihn ganz ganz böse an. Ich gehe davon aus, dass es da im Januar “Vorkommnisse” gab.
Heute kamen die beiden und fütterten Pokki und Soosie mit allen (ALLEN) Leckereien, die die beiden normalerweise bekommen, wenn sie mal gehorchen. Also eher selten. Gibts halt kein normales Futter heute.
Dann spielten sie Schach. Oder sowas wie Schach. Dabei wurde viel geredet, die Steine auf die Schnittpunkte der Felder gelegt und irgendwie wurde verdoppelt oder verdreifacht, aber immer so, dass der Große gewonnen hat, der quasi im Spielverlauf die Regeln entwickelte.
Der Größe weiss, dass ich zwar Thai verstehe, nicht gut spreche, aber nicht wirklich. Der Kleine redet mich solange voll, bis ich “mai kautschai krap” (Ich versteh dich nicht Kleiner!) sage. Dann behandelt er mich wie einen Idioten.
Der Größe hat übrigens schon den Schulhaarschnitt. Irgendwann demnächst geht die Schule wieder los.
Am Ende haben Sie mir noch fasziniert dabei zugesehen, wie ich die Ameisenkolonie im Kleiderschrank vernichtet habe. Ich verwende nun Chemie. 2 Minuten und die Viecher sind Geschichte.
Fraglicher Wasserfall
Fraglicher Wasserfall. Man beachte die reißenden Strudel und die nicht enden wollende Tiefe. Mehr Bilder aus Onkel Nims Magic Garden von vor dem Sturz gibts bei flickr.com. Und morgen fahren wir wieder hin. Lange Nase zeigen und die andere Wasserfallseite ablichten.
Die Wahl der Kühe
Die heiligen Kühe haben gesprochen gefressen :
The Sacred Cows used in the Royal Ploughing Ceremony Thursday predicted that Thailand’s harvests and foods produce as well as water would be abundant.
During the ceremony, the Sacre Cows ate paddy and maize, giving a prophecy that the harvests and food produce would be abundant.
The cows also ate grass, which predicted that water would be abundant while food supply would be rich.
Soso, also keinen Likör. Schlechte Exportgeschäfte…
Ein Tag zum Pflügen
Heute ist der Tag der “Royal Ploughing Ceremony”, eine Zeremonie brahmanischer Herkunft, an dem auf dem königlichen Acker in Bangkok gepflügt und Reis gesät wird. Au?erdem werden den beiden pflügenden heiligen Kühen sieben verschiedene Güter (Reis, Mais, grüne Bohnen, Sesam, Likör(!), Wasser und Gras) vorgesetzt und die von ihnen gefressene Sorte bestimmt die Ernteergebnisse des Jahres:
If the Sacred Cows eat paddy or maize, the prophecy is that the harvests and food produce will be abundant. If they eat green bean or sesame, food produce will be abundant and the food that we eat every day will also be available throughout the country. If they drink water or eat grass, water will be abundant, while harvests, food produce and the food that we eat every day will be rich in supply. If they drink the liquor, transportation will be convenient and commerce with foreign countries will be prosperous.
Interessant, dass der Handel mit dem Ausland florieren soll, wenn die Kühe den Likör trinken. Das dürfte dann auch dieses Jahr wieder keinen Segen geben.
Auch die Kleiderwahl der die Pflügezeremonie durchführenden Priester hat Einfluss auf das kommende Jahr. Allerdings wird die durch astrologische Konstellationen beeinflusst, ist also weniger zufällig gewählt.
Das Spektakel wird von vielen Bauern beobachtet, die nach der Zeremonie auf das Feld dürfen und die eben gesäten Reiskörner wieder einsammeln. Man sagt, dass nur ein paar dieser königlichen Körner im eigenen Saatgut ausreichen, um eine reiche Ernte für das Jahr zu garantieren.
Kleine Wunder
Kleine Wunder geschehen hin und wieder und so testete ich heute mal, ob nach drei Tagen in einer luftdichten Küchendose gefüllt mit Reis meine kleinen Techtoys wieder funktionieren. Und siehe da: Die Kamera geht wohl wieder. Die Linse ist etwas schmutzig und hin und wieder bekommt die Elektronik den Focus nicht hin und weigert sich, das Photo zu schiessen.
Das Mobile bleibt tot. Kurzschluss. Sobald die Batterie eingelegt wird, blitzt der Blitz. Dauerhaft. Das ist eine heisse leuchtende Sache. Der Vorteil ist allerdings, dass ich nun endlich eine Notfall-Lampe im Haus habe.
Den von Ameisen bevölkerten Scanner habe ich übrigens auch wieder zum Funktionieren gebracht. das war aber etwas komplizierter. Das Ding ist ja nur geklebt. Das muss man sich mal vorstellen. Ich weiss gar nicht, warum die paar zusammengesteckten und -geklebten Teile damals soviel gekostet haben…
Jedenfalls wurde das Teil auseinendergenommen, den Ameisen eine würdige Dschungelbestattung geboten, ein bisschen geputzt und weiter scannt er.
Nächste Woche eröffne ich meinen kleinen Techtoy-Repair-Shop
Nacht in Ban Thai
(Anmerkung der Redaktion: Ab 19 Uhr abends ist es stockduster, weshalb das als Nachts gewertet wird. Künstlerische Freiheit!)
Die Sonne ging unter und mit ihr das Energie-Level meiner kleinen Hütte. Erst ging das Licht aus im Takt der Windstö?e, dann blieb es aus und zuckte hin und wieder. Das ganze Spektakel ging eine Stunde, dann blieb es auf immerdar aus.
Dann kam es wieder und ging wieder aus.
Dann habe ich das Licht ausgeschaltet und mich auf die Veranda gesetzt und die Nacht genossen. Gewitter (nichts Neues), Regen und Sturm.
Die nächsten vier Stunden sa? ich im Dunklen im romantischen Schein meiner Duftkerze. Allerdings ist Romantik beim Leben mit zwei Hunden relativ. Tja. Single halt. Omelet-Kochen (brät man das?) im Kerzenschein ist aber auch ein interessanter Zeitvertreib.
Vor einer halben Stunde dann hab ich mal meine Stra?e abgefahren (das hat den Vorteil, dass nun Bier im Hause ist) und festgestellt, dass da wo mein DSL Kabel rumhängen sollte ein Baum lag.
Kurz Fu angerufen und Bescheid gesagt, dass sie morgen früh mal die Hausbesitzer anrufen soll und die Lage erklären soll (es war 22:30 Uhr, da schlafen die schon). Fu hat diplomatisch wie sie ist die Hausbesitzer aus dem Bett geklingelt. 10 Minuten später hatte ich Strom, was mir von der Hausherrin im Nachthemd mitgeteilt wurde (lecker). Weitere 10 Minuten später pöttelte der Hausbesitzer mit dem Moped am Haus vorbei. Zwei Minuten später kam er zurück, packte den Nachbarn ein und fuhr wieder weg, Zwei weitere Minuten später ging das Internet wieder.
Morgen betrachten wir dann die Schäden.
Ich glaube ich mag mein Leben.
Graue Haare
Ich habe ja schon öfter graue Haare entfernt, aber derzeit haben meine Schläfen den dringenden Drang, ergrauend auf das Ablaufen meiner Zeit hinzuweisen. Ich finde das zu früh. Fu auch, weshalb sie ständig an mir rumzerrt und -ziept und dem Grauen den Kampf angesagt hat. Allerdings: Wenn ich mir die Menge so betrachte… grau könnte angenehmer als Glatze sein.
Murphys Wochenende
Am Sonntag war eine Menge los. Zuerst waren wir mit den Hunden im “Secret Garden” (500 Meter hoch, steinig, ein paar Wasserfälle, tolle Photos) spazieren. Die haben da so eine Art künstliche kleine Wasserfall-Strecke gebastelt.
Erst fiel Pokki ins Wasser. Brav und mutig wie er ist, schwamm er ein bisschen rum bis er eine Stelle fand, wo er wieder heraus kam. Das war seine erste Begegnung schwimmenderweise mit Wasser und er hat sie gut gemeistert.
Das konnte Soosie natürlich nicht auf sich sitzen lassen und so flog sie in hohen Bogen auch ins Wasser. Rausgekommen ist sie nicht von selber, nur die Vorderpfoten konnte sie ins Gestein krallen, der Rest plantschte vor sich hin, bis ich sie raus zog.
Beide waren begeistert und hatten viel Spass.
Das Wetter war gut, die Sonne schien. Wir hatten viel Spass.
Dann fiel ich ins Wasser. Ich kann auch schwimmen, kein Problem, schnell war ich wieder draussen. Schlammig. Nass. Die Kamera hab ich die ganze Zeit in der Hand gehalten, nun ist sie im Eimer. Nach 5 Minuten Zittern (hab mir den Kopf, die Hand und andere wichtige Körperteile unsanft gestö?en) nahm Fu, die das Ganze erst gar nicht mitbekommen hatte, mir Kamera und Handy ab (welches auch tropfend den Geist aufgab).
Ergebnis: Handy im Eimer (und damit einige eher wichtige Telephonnummern und die Handykamera und meine mobile Onlinemöglichkeit, die Zurück-, Links- und Rechts-Tasten von meinem alten nun Ersatzhandy funktionieren nicht mehr, damit kann man nicht mal ordentliche SMS schreiben). Kamera im Eimer (und damit die zweite einzige Möglichkeit, tolle nette schöne bunte Bilder zu schie?en). Linker Daumen kaputt (das ist der Space-Bar-Daumen, die linke Hand ist sowieso schon ein bisschen lädiert, ich kann die beiden kleinen Finger der Hand schlecht verwenden, weil sie immer einschlafen), Knie gematscht (nicht sehr schlimm, kann es nur nicht mehr biegen und es anzufassen wird mit hämmernd stummen Schmerzen nicht unter 5 Minuten bestraft), Fuss gematscht (naja, kennen wir auch irgendwie schon) und dann noch das mit dem Selbstbewusstsein (gleich nach dem Plantschen kamen rund 50 in Insel-Safari-Jeeps angefahrene Touristen und die fanden natürlich seltsam, dass ich schlammig nass mit blutiger Hand und zwei ebenfalls nassen Hunden da rum stand).
Wie auch immer. Wer glaubt, dass damit das unschöne Wochenende vorbei war, hat sich geirrt, denn wenn Murphy zuschlägt, dann richtig. Die Auslese: Gewitter (das stärkste seit ich auf der Insel bin) von 15 bis 22 Uhr, Blitzeinschlag neben dem Haus, diverse Stromausfälle, kaputter Router, kein Internet bis heute Nachmittag, anschliessend kein Internet, weil die gesamte Insel vom Netz gegangen ist.
Im Augenblick ist das Schicksal eher ruhig. Ich bewege mich nicht viel und versuche mir nicht allzuviele Blö?en zu geben. Angriffsflächen.
PS: Der “Secret Garden” ist natürlich ein ganz nettes Plätzchen, was Seltenheitswert auf Samui hat. Mal sehen, ob ich davon ein paar Bilder hochlade.
PPS: Das ist schon das zweite Erlebnis in meinem Leben, bei dem ich das nicht unbestimmte Gefühl habe, meine überzähligen Pfunde (Kilogramme, um ehrlich zu sein), hätten Schlimmeres verhindert.
Krönung
Wochenende
Kein SEX!!!
Heute beim Hunde-Arzt unseres Vertrauens:
Erstens gibts ne neue ?rztin, die total sü? ist und mich ein wenig durcheinander gebracht hat. Fu hat witzigerweise sofort auf “Ey I girlfriend him” geschaltet, was ich als Bestätigung ihrer Saccharizität empfand.
Zweitens und viel wichtiger: Soosie ist noch nicht geschlechtsreif. Das klingt seltsam, ist es auch. Ich habe überall gelesen, dass Shih-Tzu-Ladies mit 9 Monaten “bereit” sind und alle Hunde der Umgebung sind sehr interessiert an ihr. Soosie ist nun schon 12 Monate alt.
Neulich hockten die Thaimänner der Umgebung, ich und Soosie im Kies und alle überprüften Soosies Hinterteil. Die meinten, Soosie wäre soweit und wir sollten jetzt endlich Nachwuchs produzierentxp:gho_footnote Da sind Thais sehr unemotionell, ein Shih-Tzu-Baby bringt auf Samui derzeit 7500 THB, was umgerechnet 170 Euro sind und mehr als zwei Drittel meiner Monatsmiete. Schwangere Shih-Tzu-Damen werden regelmä?ig gestohlen.</txp:gho_footnote>
Ich rezitierte die lange vorbereitete Zeile: “No SEX in my house” (eine durchaus wahre Aussage) und alle lachten. Mein Hausherr aber war der Meinung, Soosie wäre schon aktiv gewesen.
So. Nun habe ich also einen Spätzünder im Hause. Pokki wei? allerdings auch noch nicht so recht, was er mit einer Erektion anstellen soll.
Das ist die Krönung
Heute ist übrigens ein Feiertag in Thailand: Coronation Day . Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich das übersetzen soll, denn unter einer Krönung stelle ich mir eine Zeremonie vor, bei der jemand einer Person die Krone aufs Haupt setzt und diese damit zum König erhöht. Bei Bhumibol war das anders, der hat sich die Krone selbst aufgesetzt. Ich gehe mal davon aus, dass das was damit zu tun hat, dass er ein Halbgott ist und man ihn nicht anfassen darf oder gar die Hände über ihn erheben darf.
Dummerweise ist das wiedermal ein so sensibles Thema, dass man darüber nichts im Internet findet. Den Thais die ich hier kenne ist der Feiertag übrigens ziemlich egal. Da ist der Geburtstag des Königs (am 5. Dezember) schon wichtiger. Oder Songkran. Oder der zusätzliche ersatzfreie Tag am Montag.
PS: Nur falls sich jetzt jemand wundert, warum man vergangenes Jahr das 60järige Thronjubiläum feierte, König Bhumibol Adulyadej aber erst am 5. Mai 1950 gekrönt wurde — das ist ganz einfach: Ananda Mahidol, Rama VIII, starb am 9. Juni 1946. An diesem Tag begann die Regierungszeit von Rama IX, Seiner Majestät König Bhumibol Adulyadejs, der sich damals noch in Lausanne, der Schweiz, aufhielt. Man studierte. Die Krönung wurde dann durchgeführt, als er zurück ins Land der Freien kam.
Wortklaubereien
Heute fragte eine mir bekannte Thaifrau (ja, die):
Sie: Pat! What is the name of you website? Why you say “die” there?
Ich bekam ganz plötzlich erhöhten Blutdruck. Und dann ging es los: Erst musste ich Blogs erklären (war eine der sanook.com-Thais), dann Schreibblockade, dann Artikel (und nicht englische Verben), dann Wortspiele und dann das ganze Ding zusammen gesetzt. Ihre Reaktion:
Sie: Aha. Hmm. That funny heh?
Ich habe ihre dann bestätigt, dass ich das zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt lustig fand. Und war ganz froh, nicht auch noch die Sache mit dem .de erklären zu müssen.
Dummerweise hatte sie einen wissensdurstigen Tag:
Sie: How about Pokki-Website ?
Das war schon komplizierter. Um ihr dann gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen, sagte ich ihr dann noch, dass kollitsch.de in direktem Zusammenhang mit meinem Nachnamen steht. Das war ziemlich einfach.
PS: Sapazupzip heisst soviel wie Mitreden, Diskutieren.
Sapazupzip!!!
sapazupzip.com will/soll/wird die Antwort der thailändischen Regierung auf die überall aufpoppenden Websites gegen die Regierung sein. Jeder darf dort seine Meinung zur Regierung ablegen. Die Regierung darf Beiträge löschen.
Jetzt muss ich nur noch herausfinden, was Sapazupzip heisst.
Dezensur?
Youtube ist wieder erreichbar. Zumindest aus dem TT&T-Netz und mit www am Anfang. Nach Meinung einiger Freunde ist das aus Versehen passiert. Die Leute bei TOT sind nicht ganz begnadet bei der Konfiguration ihrer Blacklisten. Ich habe vor, mich dort zu bewerben…
PS: Bin sogar noch eingeloggt. Interessant…
Schauer
Sagte ich schon, dass es derzeit häufiger regnet? Achso, ja. Gerade geht wieder ein kleiner Schauer runter. Mein Feldweg hinterm Haus ist ein rei?ender Strom. Wenn es nicht regnet (war heute mal mit dem Moped zum Bankautomaten gefahren (unverrichteterdings)) dann ist der Weg ein schlammiger von tiefen wassergefüllten Schlaglöchern übersäter Erlebnisparcours.
Mein Hausherr kam eben lachend am Haus vorbei gelaufen und meinte nur “ab naam” (duschen). Hab ihn gar nicht erkannt so nass.
Es blitzt und kracht gleichzeitig (das hab ich lange nicht erlebt, normalerweise blitzt es nur, oder es donnert). So einen andauernden Regen mit Gewittern gabs das letzte Mal im November 2005.
Hinterm Haus, jenseits der Buckelpiste, gibts nun einen See mit nächtlichem Krötenchor. Vor dem Haus tummeln sich abends die Insekten im Licht und die Hunde — gelangweilt.
Die Regenzeit beginnt übrigens im September.
Morgen mach ich mal eine Rundfahrt, wie unser neues Abwassersystem klar kommt. Die Hälfte des Geldes wurde ja für bunte leere Fusswege in Lamai ausgegeben. Ein paar Bilder von vergangenen Flutzeiten gibts wie immer bei Flickr.com.
Regen
Yeah. Endlich wieder mal Regen. Eines meiner Lieblingsthemen . Seit 5 Tagen regnet es durchgehend. Mal ein bisschen, mal sehr, mal richtig viel. Es ist richtig nass.
Südthailand wird von Fluten heimgesucht , Bangkok bereitet sich vor. Für heute ist der schwerste Sturm seit 46 Jahren angekündigt .
Und das Dach ist dicht.
Die Hunde stinken nicht, weil sie nicht wirklich nass werden können mit ihrem kurzen Fell.
Ich muss nicht durch die Gegend fahren und werde auch nicht nass.
Langweilig.
Geburtstagskind
Soosie hat heute ihren ersten Geburtstag. Sie hat eine Menge erlebt und ist vom schwarzen verrückten Hund gebissen worden.
Sie ist ein bisschen langsamer als Pokki, ein bisschen kleiner als Pokki, gehorcht nicht immer beim ersten Mal, rennt am liebsten weg und ist mit der Spielerziehung noch nicht so weit. Pokki hat zu seinem ersten Geburtstag schon die Eiskrem gebracht, Soosie spielt am liebsten noch mit Händen, in die sie beißt. Dafür sieht sie kahlgeschoren süßer aus als Pokki.
Mal sehen, was das nächste Jahr so bringt…
Endlich: Thaksin ist Präsident!
Thaksin Shinawatra, für meine seltener lesenden Leser: der war mal Ministerpräsident in Thailand, ist endlich wieder Präsident. Der Präsident der PGA Thailand . Das ist die Professionelle Golfervereinigung Thailands.
Thaksin sei ein Golfer, der kein Interesse daran hätte, in die Politik zurück zu kehren. Außerdem scheint er ein hübsches Sümmchen gezahlt zu haben.
Golf spielen kann er ja.
Sonthi war darüber erstaunt :
He said the nomination was caused by some individual groups who have problems with their thinking process and should be admitted for mental consulting.
Außerdem scheint Thaksin beim Bieten um Manchester City ganz gut da zu stehen .
Soso. Ein Leben für den Sport nach dem Leben für, ehm, Thailand.
Paradorn und Natalie
Natalie Glebova war mal Miss Universum und arbeitet derzeit als Brauereipferd und Appetizer in Thailand. Paradorn Srichaphan ist ein ehemals ziemlich erfolgreicher Tennis-Spieler, der es schon mal bis auf Platz neun der Weltrangliste gebracht hat und als einer der erfolgreichsten Thais gehandelt wird, derzeit aber eher durch Ausfälle in frühen Runden glänzt.
Zeit also für die beiden, das Leben danach zu beginnen und ins Regenbogenpresselicht zu rücken. Wie macht man das am Besten? Genau: sie verlobten sich. Am vergangenen Dienstag machten beide monatelangem Rumoren in den Foren und Skandalblättchen ein Ende und verlobten sich medienwirksam in einem Krungtheper Hotel.
Then the couple told the crowd that they became engaged on Songkran night during a dinner in Bali. Paradorn said he got down on his knees when he asked for Natalie’s hand. In return, Natalie responded with no hesitation: “Yes, yes, yes, yes!”
Sogar ein wackeliges übersteuertes Video gibt es von der zeremoniellen Verlobungspressekonferenzzurschaustellung .
Neben dem ฿3Mio. teuren Verlobungsring bekam Natalie von ihren zukünftigen Schwiegereltern noch ein Collier und Diamantenohrringe (฿16Mio.), die Paradorn ihr mühselig um und in Hals und Ohren stopfen durfte.
Natalie hat nun auch einen Nickname bekommen (Thais sprechen sich nie mit dem Namen im Ausweis an): “Piang Fah” (engl. “high as the sky”). Die Schwiegertochter aller Thais soll sie werden, so wünscht es sich der Paradorn.
Mit Genuss beschreibt The Nation im Webspecial Paradorns bisherige Liebschaften (oder was man ihm gerne als Liebschaft nachsagt) und bemerkt süffisant, dass Natalie sich nicht allzu sicher sein sollte. Der Sack ist erst zugebunden, wenn sie verheiratet sind (und selbst das hat in Thailand zuweilen nicht viel zu sagen).
Die Hochzeit soll im November oder Dezember stattfinden.
Er hat es getan
Thaksin Shinawatra hat am Freitag £108.000.000 für den britischen Fußballclub Manchester City geboten. Davon wurde ja schon vor einer Woche gemunkelt. Vielleicht bekommt man damit ja ein Dauer-Visum für Großbritanien?
Jedenfalls liefert er sich derzeit einen Bieterwettstreit mit einem Typen namens Ray Ranson .
Das Leben im Dschungel II
Das Leben im Dschungel bringt manchmal weniger nette ?berraschungen mit sich. Wie beispielsweise das Ameisennest im Scanner.
Hab ihn kurz in die Sonne gestellt und die Ameisen zum Verlassen aufgefordert. Einige sind schnell verschwunden, der Großteil ist aber erstickt oder verbrannt oder was auch immer. Das ist mir aber inzwischen egal. Ameisen müssen nicht in meinem Haus leben.
Neulich waren sie noch in der Tripod-Tasche.
Kurz Geschnittenes IV
Es ist mal wieder Zeit die Tabs aufzuräumen, die es nicht in eigene kleine Einträge geschafft haben.
- Hin und wieder gibt es ja Gerüchte, man wolle die Amtszeit von General Sonthi Boonyaratglin, unter anderem Putschführer, verlängern, damit er Thailand bis zur nächsten Wahl “begleiten” kann. Premierminister Surayudh hat das nun ausgeschlossen . Schade. Ein Gerücht zu Sonthis Zukunft weniger. Wenn er allerdings kein Armeeführer ist, könnte er dann nicht eventuell, vielleicht, er hat ja Zeit, man weiß ja noch gar nicht, wer der nächste Premierminister werden wird…
- Sternchen auf der Zahnbürste : wenn Zahnbürsten nun Sternchen haben, sind sie gut genug für thailändisce Münder. Ich selbst bin ja vivider Nutzer von Colgates 360degree-Bürste (eine Schande, dass ich für diese Zeile kein Geld bekomme) — seit langer Zeit mal eine Bürste ohne den Tomatenkratz-Biegeknubbel hinter dem Griff. Der Rubbel-Belag für die Zunge bringt mich regelmäßig zum Würgen… Was man nicht alles tut für die Beißerchen…
- Thaksin, für die weniger regelmässigen meiner Leser: der war mal Premierminister, hat Interesse an einem Fussballclub . Wieder in England (Liverpool, Fulham und die Wolverhampton Wanderers waren schon auf seiner Liste) sei nun Manchester City sein Begehr. Mal sehen ob er Glück hat. Sein Töchterchen lebt ja schon in London und ist total “down to earth”, sagen ihre Freunde. Sie lädt sie sogar nach Hause ein und lässt ihre Bediensteten für sie kochen .
- Die ersten Kritiken am Entwurf der neuen Verfassung Thailands tauchen auf: Sie sei zu sehr darauf zugeschnitzt, Zeiten wie die Thaksin-Ära zu verhindern und achtet weniger auf die eigentlichen Probleme oder ist zu ungenau an bestimmten Stellen. Naja. Ist ja nur ein Entwurf.
- Der Chef vom DSI, dem Inlandsgeheimdienst, wurde versetzt , weil er angeblich zu unentschlossen war, bestimmte Fälle aus der Thaksinzeit aufzuarbeiten. Er war wohl zu bekannt mit bestimmten Leuten…
- Das Wetter: warm …
Reden über Zensur
Heute Nachmittag findet in Bangkok ein “Seminar” statt, auf dem über Zensur im zeitgenössischen Kino und andere aktuelle Themen gesprochen werden wird.
The seminar will be held at HOUSE RCA rama 9 theatre on Monday 23rd, at 4 PM.
Speakers include Apichatpong Weerasatetakul, Prachya Pinkeaw (director of Ong Bak), Pantham Tongsang (Syndroms’s producer), Chalida Uabumrungjit (Thai Film Foundation) and Kraisak Choonhawan.
Moderated by filmmaker Pimpaka Toweera.
Hin und wieder sehe ich Gründe, nicht froh über meine Insellage zu sein.
Die Petition gegen Zensur im Thaifilm läuft immer noch (mit Dank an den Rollmops ).
Apichatpong will seinen Film Sang sattawat (Syndromes and a century) nicht schneiden, was wohl dazu führen wird, dass der Film in Thailand nicht anlaufen wird. Die Szenen die bemängelt wurden sind relativ unspektakulär: Ein die Schwester küssender Arzt, Alkohol im Büro, ein Gitarre spielender Mönch. Das Problem für die Zensoren liegt in dem Verfall der Werte, der damit dargestellt werden soll.
Walsichtung
Meine Quellen berichten, im Angthon National Park (das Inselparadies hier um die Ecke) würde ein Wal mit Walbaby sein Wesen treiben. Genauer gesagt gibt es Sichtungen bei Ko Tao. Da Babies nur mit Müttern rumschwimmen ist es natürlich ein Walweibchen.
Mal sehen ob ich an Bilder oder Unhörensagenberichte komme.
Irgendwie dachte ich immer, Wale würden nur in kühleren Gewässern schwimmen.
That life
Hach. Gibt doch nichts Besseres als bei einer gemütlichen Kokosnuss und im Gespräch mit netten Menschen (oder auch nur einem) am Strand zu sitzen, der Sonne beim Sinken zuzusehen und festzustellen, dass man die Memorykarte von der Kamera im Computer vergessen hat. Daher nur ein Handyphoto. Es zeigt aber schon ganz gut, was viele heute verpasst haben.
Kommunikation
Eben. Telefon klingelt, ich kuck aufs Display, ein Name steht drauf, ich heb ab:
Ich: Hi , how are you?
Sie: Hi Pat. I am fine. Why didn’t you take my call? I called you two times…
Ich: denke, ich könnte jetzt in längere Ausführungen verfallen und erklären, dass es Anrufer gibt, auf deren cold calls ich mich seelisch erst vorbereiten muss, lasse das aber und verfalle auf die übliche Taktik Ehm, I was sleeping.
Sie: Yeah, I was sleeping too and just woke up to call you. What are you doing?
Ich: Ooch, nothing particular. Playing with the dogs. Doing nothing…
Sie: Me too. We need to meet. I want to meet you and talk with you, hehe…
Ich: Ehm. Ok. And when?
Sie: Today, later. I call you back, ok?
Ich: Ok.
Sie: Ok. I call you, byebye.
Ich: Ok, and i call you too, I mean, I take your call. Bye.
Klick.
PS: Ich stehe auf Englisch mit dickem russischen Akzent.
Sexualkunde
Heute habe ich dem kleinen Sohn meiner Hausherren (5 Jahre alt) Sexualkundeunterricht gegeben. Ehe man das jetzt falsch versteht, seien mir einige Erläuterungen dazu erlaubt.
Meine Hausherren haben zwei Kinder. Einen fünfjährigen und einen siebenjährigen Sohn. Wenn den beiden langweilig ist (das kommt vor und zur Zeit kommt es häufiger vor, weil Schulferien sind), dann sieht man sie erst in einiger Entfernung des Hauses spielen, dann etwas näher, dann auf dem Weg vorm Haus, dann unter dem Haus, dann auf der Treppe und dann sind sie da. Alles wird angefasst, alles wird verschoben. Sie reden Thai mit mir als ob ich es verstehen würde und spielen mit den Hunden. Am liebsten aber spielen sie mit der Hunde Quietschetierchen.
Seit die Hunde kahl sind kommen sie täglich, auch heute morgen wieder. Der Kleine hebt dann Soosie hoch und pieckst Pokki an. Heute kuckte er pl&oum;tzlich Soosie unter den Schwanz (was ohne Fell einfacher ist). Dann lachte er und sagte etwas mit “klein” zu seinem Bruder. Der fing an hysterisch zu kichern und sagte ihm, dass Soosie kein Junge ist. Er fing dann an, noch interessierter Untersuchungen anzustellen und Soosie zieht jetzt immer den Schwanz ein, wenn er in der Nähe ist.
Jetzt weiss er also das mit den Mädchen. Ein früher Start.
Thailands Tierwelt
Hier vertreten durch die Glubschäugige Hundehaus-Schildkröte, Cryptodira Testudinoidae Geoemydidae Plastica, die so nur noch in begrenzten Lebensräumen auf Samui im Dschungeldickicht von Ban Thai zu finden ist.
Kikiat.
Don’t you know
It’s always the same.
Staatsreligion
Hab ich schon erzählt, dass es Leute gibt, die den Buddhismus in der neuen Verfassung als Staatsreligion verankern wollen ? Nein? Gut. Also es gibt da Leute, die den Buddhismus in der neuen Verfassung als Staatsreligion verankern wollen.
Das ist schon seltsam. Das erste, was “man” über den Buddhismus lernt ist, dass es keine Religion sondern eine Weltanschauung ist.
Womit sich das Thema schon erledigt hätte.
Amen, um mal mit anderen Weltreligionen zu sprechen (jenen, die keine Weltanschauung sondern Dogma sind).
Friseurgeschichten
Gestern war ich beim Friseur. Die Hunde auch, aber das ist eine andere Geschichte.
Ich habe einen Stamm-Haar-Shop hier um die Ecke, geführt von einer etwas älteren (aber nicht zu alten) Thai, die ein wenig Englisch spricht. Dann gibt es noch wechselnde junge meist recht ansehnliche Friseusinnen, welche die Kleinarbeit (föhnen, waschen, maniküren, massieren usw.) machen.
Normalerweise geh ich da rein, die Chefin sieht mich schon von Weitem, fängt mich ab, packt mich in einen Stuhl, fragt was ich will (“short” sag ich immer, ende aber meistens mit einem braven Jungenschnitt der nach europäischem Verständnis mittellang ist) und schnippelt los.
Diesmal betrat ich frohen Mutes den Shop und die Chefin war nicht da. Dafür drei kleine Friseusinnen, die sich mit sich selbst (also ihren Haaren) beschäftigten. Bei meinem Anblick wurden ihre Augen größ (im Sinne von Schrecken). Ich hab ja schon mal gehört, dass Thai-Friseusen Angst vor Farangs haben, weil die sich immer beschweren und von ihren Fransenschnitten nicht so begeistert sind, habe es am eigenen Leib noch nie erlebt.
Nun also ich. Mein wohlartikuliert hervorgestossenes “Sawadee Krap” half nicht viel. Ich sagte “yaak tat phom” (Ich will einen Haarschnitt), sie reagierten aber nicht. Ich stand im Shop wie ein Geist und sie berieten mich verbal ignorierend aber ständig betrachtend (“kann es uns hören? oh, jetzt hat es sich bewegt.”), was zu tun sei. Nach einer kleinen Weile griff sich dann eine der Friseusen-Thais ein Herz und ein Mobile und rief jemanden an. Die Chefin.
5 Minuten später war alles wie immer. Die Chefin kam, wir trieben ein wenig Gossip, sie packte mich in einen Stuhl, fragte mich, was ich will (“short” sagte ich, sie frug “short?”, ich sagte “short”, sie sagte “but is short”, ich sagte “make it half of it”, sie sagte “that really short”, ich sagte “I know”) und fing an zu schnippeln. Es fielen Haare und am Ende sagte sie “now really short” und die Friseusinnen im Hintergrund murmelten was von “handsome man” und nahmen Handyphotos (was ich natürlich nicht bemerkte).
Ich gehe gerne zum Friseur.
Friseurgeschichten
Gestern waren die Hunde beim Friseur. Ich auch, aber das ist eine andere Geschichte.
Samui ist von der Trockenzeit heimgesucht. Hitze, wenig Wind und jede Menge Sonne. Die letzte Woche verbrachten die Hunde größtenteils unter der Couch hechelnd und relativ unbewegt. Wenn sie sich mal bewegten, dann nur um rauszulaufen und den nächst besten Distelbusch zu besuchen. Man muss sich das ungefähr wie Weizen oder Roggen vorstellen, nur anstelle der Körner kleine Disteln. Die verfangen sich dann im Fell, werden versucht durch Beißen zum Abfallen bewegt zu werden, was die Sache natürlich verschlimmert. Am Ende kommen auf 10 Minuten Draußen rum rennen 1 Stunde Distel-Nothilfe. Von dem ganzen Kleinviehkram der sich im Fell verstecken kann mal ganz zu schweigen.
Jedenfall entschloss ich mich schweren Herzens, den Fellbündeln eine Rasur verpassen zu lassen. Als ich die Geschirre (wir Shih-Tzu-Halter schwören auf Geschirre an Stelle von Halsbändern) aus packte, waren die Beiden sehr begeistert. Geschirre, das heißt Moped fahren und es gibt nichts Schöneres als sich den Wind um die Schnauze wehen und die Ohrlappen im Fahrtwind flappern zu lassen. Leider wissen sie auch, dass es dann meistens zum Arzt (iiih, böse Spritzen) oder Hair-Dog-Shop (argh, andere Hunde und Wasser von oben und unten) geht. Trotzdem. Wind und Moped toppt alles.
Am Shop angekommen konnten Pokki und Soosie nicht schnell genug hinein kommen. Drinnen waren die Käfige an der Wand aufgebaut und der Deckenlüfter blies die Hunde in selbigen (mehrere Shih-tzi und ein Pudel) an. Normalerweise sind sie hinten versteckt, es gibt aber keine Klimaanlage und an heißen Tagen ist es dort wohl sehr warm.
Die Hunde bellten, die Friseuse kam, fragte “shower?” ich sagte “yes and cut”. Sie bekam große Augen (im Sinne von Schrecken). Dann fragte sie “cut?” ich sagte “yes. cut!” sie griff Pokki ins Fell, streichelte ihn ein wenig und fragte wieder “cut?”. Mir wurde plötzlich klar, dass die Strategie darauf hinaus lief, mir ein schlechtes Gewissen zu machen und ich wechselte auf Thai und sprach “tat phom tsching tsching” (ja, wirklich schneiden). Die zweite Friseuse kam, wurde von meinem Vorhaben unterrichtet und fragte mich “cut?”. Ich versuchte auf Englisch die Sache mit den Disteln, der Hitze und den Insekten zu erklären und glaube, zumindest die Disteln verständlich gemacht zu haben, denn plötzlich sagte eine der beiden “aah. cut!”.
Als nächstes ging es um die Länge. Ich wollte auf so zwei bis drei Zentimeter hinaus, damit sie trotzdem noch wuschelig und als Aufreißwerkzeug funktionsfähig sind, das wurde aber abgeschmettert. Sie zeigten auf einen kleinen Shih-Tzu mit ganz kurzem braunen Fell. Nach einigem Verhandeln gab ich mich geschlagen, sie fragten noch mal “cut?”, ich sagte “cut!”, die Hunde wurden abgeführt und ich nach Hause geschickt.
Das war um neun morgens. Um zwöf begann ich die beiden zu vermissen. Um drei riefen sie (der Hair-Dog-Shop) an, dass die Hunde fertig sind (“pokki kap soosie finish now” — das kann missverstanden werden). Im Shop angekommen kamen mir die beiden in den gestrigen Photos zu sehenden Wesen entgegen gelaufen. Ich habe ziemlich lange gelacht und überlegt, ob sie süß oder lächerlich aussehen.
Den beiden scheint es zu gefallen. Sie sind aktiver (die Zeit die ich sonst mit Bürsten verbrachte verbringe ich nun doppelt mit Spielen) und müssen sich nicht ständig befellen lassen. Pokki steht auf nackte Shih-Tzus, denn seit gestern versucht er Soosie ständig zu besteigen. Das lässt mich aber relativ kalt, denn ohne Haare im Blickfeld kann man sehr gut erkennen, dass das nur Trockenübungen sind. Er vermutet den Zielpunkt seines Begehrens auf Soosies Rücken. Hehe. Dummer kleiner kahler Hund.
Clever
Armee Chef Sonthi Boonyaratkalin beweist hin und wieder, dass er nicht dumm ist. Diesmal hat er ein “Angebot” der USA ausgeschlagen , Thailand bei der Behebung der Konflikte im Süden helfen zu lassen.
Haha… No remorse!
Einen langen selbstbezogenen Eintrag schreiben, schnell noch einen Kommentar zu aktuellen südkoreanischen Themen schreiben, das Ganze löschen und nichtssagende drei Zeilen schreiben. Posten. Schlafen gehen.
Ich brauche dringend wieder ein Blog. Einen Blog. Den Blog. Quasi.
Wir waren (alle drei) beim Friseur
Erster Entwurf der neuen Verfassung
Der erste Entwurf der neuen Verfassung Thailands wurde heute vorgestellt. Mal sehen, was drinnen steht, die Übersetzung wird nicht lange auf sich warten lassen.
Der Entwurf darf nun diskutiert werden und soll dann entsprechend der Anregungen angepasst werden. Im Juli soll es dann ein öffentliches Referendum geben, das die Verfassung entweder annehmen oder ablehnen wird. In ersten Fall würde es Neuwahlen entweder am 23. oder 16. Dezember geben, in letzten Fall neue Probleme.
Hier. Photo!
Mangels Interesse an meinem Blog (meinerseits, ja, solche Phasen gibt es) hier ein Photo. Das bin ich. Kuckt mich an. Die Haare sind wieder viel zu lang. Ich gedenke ein kleines Experiment, ehm, anzustellen.
Das sind diese durch parasoziologische Stränge getränkten Reallife-Phasen. Vergeht auch wieder. Kurze Sätze. Viele Punkte. Nur das Gelb des Hauses bleibt.
Nächstes Wochenende wird der Entwurf der neuen Verfassung vorgestellt. Für Thailand. Dann liest man sich sicher wieder.
Zensur – Paranoid?
Ein Film, der international geachtet wird (ein Preis aus Hong Kong, Eröffnungsfilm des Internationalen Filmfestivals von Venedig) wird in Thailand nicht in die Kinos kommen. Es ist ein thailändischer Film. Es wird von einem “Board” verlangt, dass 4 Szenen geschnitten werden:
The scenes the board found objectionable show a young monk playing a guitar, a group of doctors drinking whisky in a hospital basement, a doctor kissing his girlfriend in a hospital locker room, and two monks playing with a radio-controlled flying saucer.
Der Film: Saeng Satawat (Syndromes and a Century)
Der Regisseur: Apichatpong Weerasethakul
Das ist Zensur , die mir Sorgen bereitet.
PS: Die Zensurgründe .
Kurz Geschnittenes 3
Es ist mal wieder Zeit, die Bookmarks der News abzugrasen, die es nicht in einen eigenen Eintrag geschafft haben:
- Oliver Jufer, der Schweizer, der wegen des Übermalens von 5 Königsplakaten zu 10 Jahren Haft verurteilt wurde, ist frei und zurück in seiner Heimat . Wobei ich nicht so genau weiß, ob er das nach 10 Jahren in Thailand noch als Heimat bezeichnen wird. König Bhumibol Adulyadej hat ihn wie erwartet begnadigt .
- Thaksin hingegen wird nicht wegen Majestätsbeleidigung angeklagt. Was nicht ausdrückt, dass er den König nicht beleidigt hätte, wie man den Kommentaren in den Abend-News entnehmen konnte ;)
- Der Foreign Business Act wurde überarbeitet . Bisher galt ein Unternehmen als “Foreign Business”, wenn in deb Stimmen/Anteilen an der Firma mehr als 50% der Stimmen von Ausländern gehalten wurden. Das wurde teilweise abgeschafft. Ob das den Rückgang ausländischer Investitionen in den letzten Jahren aufhält, wird sich zeigen.
- Ein englischer Diplomat führte (mit viel Tamtam auf der Startseite angekündigt) ein Blog bei The Nation Online. Er stellte Photos von sich online, ein Kommentator schrieb, dass er ihn in Soi Cowboy, einem der Rotlichtbezirke Bangkoks in Begleitung einer “2 Dollar Hure” (ich zitiere das mal nur) gesehen hat. Inzwischen gibts das Blog nicht mehr. Aber viel Häme von den anderen Medien .
- Die eher unglaubliche Entführung eines Amerikaners, die ich vor gut einem Jahr als Kurzgeschichte gelesen habe (Link folgt sobald ich ihn wieder finde), fand dieses Jahr im April in Realität statt. Kein Scherz .
Songkran
Wir befinden uns mitten im Songkran, dem thailändischen Jahreswechsel. Das offizielle Neujahr in Thailand ist seit 1941 der gleiche Tag, der im gregorianischen Kalender das Neujahr darstellt, der 1. Januar. Das ist nicht der richtige Gregorianische Jahresanfang, sondern der Jahresanfang des Suriyakati-Kalenders, den man auch als gregorianischen Kalender Thailands bezeichnet. Gezählt wird allerdings vom Todestag Gautama Buddhas, 543 v. Chr. an, so dass wir nun das Jahr 2550 haben.
Songkran ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne in das Tierkreiszeichen des Widders, im indischen Tierkreis Mesha-Rasi, eintritt. Songkran ist wie viele andere Begriffe aus dem Sanskrit entlehnt und bedeutet soviel wie “Bewegen” oder “Wechseln”, also der Wechsel der Sonne in einen neuen Tierkreis.
Das genaue Datum des “großen Songkrantages”, des Tages, an dem die Sonne wechselt, wird von den königlichen Astrologen berechnet. Dieses Jahr fällt er auf heute, Samstag, 14. April. Das ist leider kein gutes Zeichen, denn fällt der große Songkrantag auf einen Samstag, muss man mit Missernten, Konflikten und teuren Gütern rechnen. Die offizielle Bekanntgabe des großen Songkrantages findet in Zeiten des Internets auf einer (nicht zensierten) Webseite statt.
Songkran besteht theoretisch aus den drei Tagen zwischen dem 13. und 15. April. Vielerorts fängt man aber schon ein paar Tage eher mit dem Feiern an (siehe Photos von meiner Nacht in Hat Yai ) und zieht die Feiern bis zum 17. April hin.
Bereits am Vorabend des ersten Songkrantages ist Frühjahrsputz angesagt. Man will nicht mit dem Schmutz des alten Jahres in das neue Jahr gehen. Am 13. April feiert man Wuan Mahasongkran, den letzten Tag des Jahres. Man geht ins Kloster und opfert den Mönchen Reis (mehr als sonst), Süsskram und andere Sachen. Der Abt und die Buddhafiguren des Klosters werden nachmittags rituell gereinigt, indem man sie mit Wasser übergie?t. Auch die älteren Familienmitglieder werden derart geehrt. Der 13. April ist gleichzeitig der National Elderly Day Am 14. April ist Wuan Nao, der Tag zwischen den Jahren oder “Der Tag nach dem Ende des letzten Tages”. Am 15. April, Wuan Talueng Sok, feiert man den eigentlichen Neujahrstag.
Eine andere Tradition ist, am großen Songkrantag neun Tempel zu besuchen, was ich dieses Jahr aus technischen Gründen unterlassen habe.
Dass die “traditionalen Wasserschlachten” eine leichte Übertreibung der Tradition ist, Wasser über die Hände der Älteren und der Mönche zu gießen, macht den Kämpfern allerdings keine Sorge.
Weshalb Songkran außerhalb Thailands als “das Wasserfestival” bekannt ist. In eher traditionell orientierten Familien ist es ein Fest, an dem man die Eltern und Großeltern ehrt . Man braucht sich also nicht wundern, wenn rund um Songkran die Zeitungen voll mit Berichten über geriatrische Fakten wie bspw. der Tatsache, dass jeder 5. ältere Thai allein lebt (ein Zeichen für den Verfall der Familienwerte). In Bangkok dürfen an den drei Songkrantagen alle Thais über 60 Jahre gratis mit dem Skytrain fahren .
Das Leben im Dschungel
Das Leben im Dschungel bringt manchmal weniger nette Überraschungen mit sich. Wie beispielsweise das Ameisennest in der Tripod-Tasche. Jetzt gibt es viele ersoffene Ameisen, hunderte heimatlose Ameisen und eine vernichtete zukünftige Generation.
Neulich habe ich sie schon aus meiner CD-Sammlung verjagt. Eier zwischen CD-Rohlingen ist entscheidendes Kriterium um selbige (die Rohlinge) unbrauchbar zu machen. Mal sehen, wo sie beim nächsten Mal landen.
Zensur – Zwischenstand
In kurz:
- Youtube.com ist immer noch gesperrt
- Pantips politisches Forum war für kurze Zeit geblockt (Selbstzensur)
- Die Techniker von true (unter anderem Internetanbieter) sind genauso doof wie die bei der Zensurbehörde und zensierten ein paar Stunden lang das halbe Internet.
Unter Verwendung mehrerer Fachbegriffe:
Youtube wurde wie bereits geschrieben vor gut zwei Wochen wegen eines König Bhumibol Adulyadej beleidigenden Videos vollständig geblockt. Das Informationsministerium hat vorher versucht, Google dazu zu bewegen, das Video zu löschen, die haben es unter Verweis auf viel beleidigendere Videos über Bush verweigert. Youtube hat Integrität . Die Techniker von ICT, der Online-Zensurbehörde wissen nicht, wie sie einzelne Seiten blockieren sollen. Google bietet nun an, Thailand über die Möglichkeit des Blockens einzelner Seiten zu unterichten . Vermutlich bemerken sie dann doch einen leichten Rückgang des Besucherstroms, denn Youtube ist recht beliebt im Thinternet und ICT nimmt gerne mal ein paar Websites als Colateral Damage mit. Das ganze Hin und Her wird hier und da diskutiert, bewertet, kommentiert. Ich selbst finde es einfach nur schade, denn es zeigt mir wieder einmal, dass hin und wieder einige einzelne Webseiten doch recht monopolistisch am Markt bestehen. Das meine ich weniger in Hinsicht auf Macht, mehr in Hinsicht auf die 50% leeren Einträge in meinem Feedreader.
Inzwischen sind weitere Clips aufgetaucht und Youtube wird wohl nicht so bald freigegeben werden.
Pantip.com ist Thailands Forum. Das kann man so absolut sagen, denn es gibt in Thailand Sanook.com und Pantip.com. Ersteres ist Thailands Internet. Wenn ich einen Thai mit meinem Notebook online gehen lasse, ergibt sich regelmäßig der folgende Dialog:
Er: Where is internet?
Ich: Thats the internet, you have to give an URL.
Er: But that is empty. Internet have pictures.
Ich: No, Websites have pictures.
Er: But where to search for Websites?
Ich: tippe google.com ein
Er: But that not Internet. That Google for farang.
Ich: habe die Glühbirne überm Kopf und tippe sanook.com ein, drei Popups, vier blinkende Ads an der Seite, zwei Halbnackte Popstars, ein Politikerbildchen, blinkende Links, Javanavigation, Geräusche bei Mausbewegung usw.
Er: Yeah. That internet!
Pantip.com wiederum ist Thailands Online-Treffpunkt. Viele nennen die Foren dort Chatrooms, es gibt aber Chatrooms und Foren (wir Farangs unterteilen das gerne). Jedenfalls wurde vergangenes Wochenende plötzlich das Politische Forum bei Pantip.com gesperrt. Nach ein paar Tagen wurde es nach “Gesprächen mit dem ICT” wieder entsperrt und es ergab sich, dass die Sperrung von den Webmastern des Forums gesetzt wurde und nicht von der Zensurbehörde. Es sollen wohl Einträge aufgetaucht sein, welche die öffentliche Sicherheit gefährden (was auf Deutsch heisst, dass jemand Einträge geschrieben hat, die Prem Tinsanulonda, den Chef des königlichen Geheimrats, und die Monarchie selbst beleidigen).
Die Webmaster haben das Forum prophylaktisch gesperrt, um einer Vollsperrung wie im Youtube-Fall zu entgehen. Inzwischen ist alles entsperrt und das Forum wird von zusätzlich eingestellten Moderatoren überwacht.
Zuletzt dann wäre noch der Glitch zu erwähnen. Am Mittwoch war plötzlich das halbe Internet gesperrt. Aber nicht für alle. Nach einer kleinen Weile stellte sich heraus, dass die Techniker von true die Blockliste der Zensurbehörde falsch implementiert haben.
Das Interessante an der ganzen Sache ist, dass damit die technische Realisierung der Blocks klarer erkennbar ist. MCIT hat eine Blockliste, die von den Providern implementiert werden muss. Ich habe mich schon eine Weile lang gewundert, warum ich bei Youtube entweder Timeouts oder eine Policy-Meldung angezeigt bekomme, während andere den berühmten grünen Bildschirm sehen. Den zeigt man mir nur, wenn ich die Existenzgrundlage des Internets zu besuchen versuche.
Die Nachricht bei Youtube lautet:
Access Denied (policy_denied)
Your system policy has denied access to the requested URL.
For assistance, contact your network support team.
Ich denke, ich werde bei Gelegenheit mal mein Netzwerksupportteam anrufen und hören, was sie zu erzählen haben.
PS: Pantip.com ist übrigens die Website, auf der Thailänder Anleitungen finden können, wie man geblockte Websites trotzdem besuchen kann. Die werden nicht geblockt.
Verw-irr-ung
Ich könnte gut ohne diese ganze Chemie leben. Andererseits… was wäre es (das Leben) ohne die Wendungen? Langweilig? Vieleicht sowohl mit als auch ohne…
Loftið leikur við lakið sveipar frið
Ljósið lýsir þér læðis farið er
Tunglið tekur við tælir hugans mið
Máninn mænir á myrkur far þú frá
drauma mína sá drungalegur fer
Dagur risinn er myrkur margur er
Meiðir sér aleinn er
The air plays with, the sheet covers peace The light lights you, tiptoed gone it is The moon takes over, seduces the mind The moon gazes on, darknes you be gone A fabric drawn away, my dreams it saw, creapy goes, Day has risen, darkness, many are Hurts it self, alone he is
It’s this time of the year again
Der gro?e Lauf von Malaysia
Bin gerade wieder am Vorbereiten meines Visaruns. Diesmal passt der Name “Run” wirklich. Innerhalb von 40 Stunden fahre ich nach Malaysia, lass mich be-visa-en und komme wieder zurück. Man wird das (Connectivität voraus gesetzt) in meinem Photostream beobachten können.
Heiratstermine
Fu war heute auf der Hochzeit einer Freundin (ich nicht, denn ich musste arbeiten, das ist ein Thema für sich, kein Kommentar).
In Thailand ist es so, dass die Mönche, die die Hochzeit abhalten, bestimmen, wann die Zeremonie statt findet. Normalerweise ist das in den Morgenstunden, denn nach 12 Uhr Mittags dürfen Mönche nicht mehr essen, und ohne bewirtet zu werden ist so eine Hochzeit nur halb so viel Spass (für alle Beteiligten).
Interessantweise wurde besagte Hochzeit für 16:45 anberaumt. Da mag man sich so seine Gedanken machen. Vielleicht war einer der Gründe, dass der Gemahl ein Farang aus der Schweiz ist und bis ungefähr 16 Uhr zu arbeiten hatte (wie seine Gäste). Ich frage mich, ob es eine monetäre Grenze gibt für derartige Zeitgestaltungen.
Darmkrebs oder Putsch?
Heute morgen munkelte man vom Gegenputsch. Wieder einmal. Bestätigend kam diesmal hinzu, dass Premierminister Surayudh unerwartet alle Termine für heute absagte. Alle beteiligten Parteien waren schnell wieder am Bestätigen, dass von Gegenputsch keine Rede sein kann und Surayudh auch definitiv nicht zurück tritt oder vom Nationalen Sicherheitskomitee wegen schlechter Leistungen und Uneinsichtigkeit hinsichtlich des vom Komitee geforderten Ausnahmezustands wegen der Gegendemonstrationen eingesackt wurde.
Am Ende war es “nur” eine “Routineuntersuchung” Surayudhs, die spontan angesetzt wurde. Es geht ihm gut, sagen die behandelnden Ärzte. Er muss aber zur Beobachtung des Verdauungstraktes bis Donnerstag im Krankenhaus bleiben.
Eine Umfrage bringt dann auch noch ans Tageslicht, dass 32% der Befragten finden, dass Surayudh keine Besserung der Situation im Lande brachte, 30% der Meinung sind, alles hat sich verschlimmert und nur 17% eine Verbesserung verspüren.
Seltsame Vorkommnisse. Aber alles ist in Ordnung. Und von Gegenputsch kann einfach keine Rede sein.
10 Jahre
The Nation Online würdigt Dave Winer , den selbsternannten Erfinder des Bloggens (weltweit, in Deutschland wars der Wellenbereiter).
Nun habe ich alles gesehen. Ich lege mich zurück und kehre dem Internet einen Rücken zu.
Kinoabend
Ich kam grade aus dem Kino heim. Einige Premieren für mich, im Inselkino war ich noch nie. “Alone” ist besser als erhofft, man sollte den Film sehen, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Auf der Heimfahrt sind wir dann fast noch erschossen worden (Dramatisierung des Autors). Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll.
Totgesagte leben länger
Spaß im 7eleven
Eine 211 Baht-Rechnung mit neun 20 Baht-Scheinen und einem 50 Baht-Schein bezahlt. Die Schlange 5 Minuten lang aufgehalten. Sie war zwar ziemlich süß (die Kassen-Thai), aber im 7eleven ist Schönheit umgekehrt proportional zu Geschwindigkeit und (ich hör schon die Complaints) Intelligenz.
Das war ein sehr amüsantes Intermezzo.
Das nächste Mal zahl ich mit zwei verschiedenen Prepaid-Karten.
Alone
Mein neuer Lieblingshorrorfilm heißt “Alone” und berichtet vom Leben eines ehemaligen siamesischen Zwillings. Der Film stammt von den selben Regisseuren, die mich schon mit “The Shutter” die Stummschalttaste der Fernbedienung beim Filmkucken nutzen lassen haben. Das passierte bisher nie. Und am Wochenende sehe ich mir “Alone” an. Allein. Im Kino.
Allein
In Bangkok wurde das erste Mal eine Trennung von Siamesischen Zwillingen vorgenommen, die am Herzen verbunden waren und heute, 50 Tage nach der Operation, noch leben.
Würde Youtube funktionieren (für uns Thais) dann würde ich diesen Eintrag mit dem Trailer von Alone garnieren, meinem neuen Lieblings-Thai-Movie.
44 Sekunden
Youtube.com wird immer noch auf den thailändischen Internetleitungen geblockt. Jetzt merkt man beim morgendlichen Feedreader-Abgrasen, wieviele Blogs ihre “Inhalte” über Youtube beziehen. Inzwischen werden auch immer mehr Informationen zu den Vorgängen hinter den Kulissen bekannt.
Der 44 Sekunden lange Clip, der Thailands Internet-Zensur-Behörde ICT Youtube.com blocken ließ, soll inzwischen vom Benutzer, der ihn dort hochgeladen hat, gelöscht worden sein. Seine IP ist in den USA registriert. Trotzdem wird der Blocktxp:footnote der Block, das Blog, damit das endlich mal klar ist</txp:footnote> weiter aufrecht erhalten, weil wohl noch zwei Standbilder auf der Website kursieren sollen.
Im Film sollen nackte Frauenfüße auf dem Bild des Königs zu sehen und Bilder des Monarchen mit Comic-Augen versehen worden sein. Jeder der sich mit dem Status der Königsfamilie beschäftigt hat, kann klar erkennen, dass es beleidigend gemeint ist. Die Füße gelten hier als tiefstes, niederwertigstes Körperteil. Man zeigt nicht mit Füßen auf Personen, im Tempel werden die Füße immer weg von Statuen und Mönchen gehalten, wenn man sitzt oder kniet. Man steigt auch nicht über Personen weg, wenn es mal eng ist.
Die Thais mit denen ich mich zum Problem unterhalten habe, lassen sich in zwei Gruppen teilen: eine, die den Clip gesehen hat und äußerst wütend über den Hersteller ist und eine, die den Clip nicht gesehen hat, aber aufgrund der Informationen zum Clip äußerst wütend über den Hersteller ist. Ich selbst habe nur das Standbild gesehen und dachte mir schon, dass das nicht jedem gefallen wird.
Allerdings, wie auch immer man über den betreffenden Clip denken mag: die Frage, warum man nicht diesen einzelnen Clip blockt und stattdessen die gesamte Webseite unerreichbar macht, muss sich das ICT stellen lassen. Die Aktionen der Behörde machen keinen technisch ausgeklügelten Eindruck und sind eher Anlass zu Witzeleien unter meinen Freunden hier. Vor einigen Jahren soll sogar schon der komplette Google-Cache geblockt worden sein, weil dort alte Kopien der Webseiten zu finden waren.
Auf der anderen Seite: Kommunikationsminister Sitthichai Pookaiyaudom sagte, dass er bei YouTube/Google um die Löschung des Clips gebeten hat und zur Antwort bekommen hat, dass sie den Clip nicht löschen werden, über Bush würden noch viel schlimmere Clips kursieren, die sie nicht löschen.
Da fällt mir nicht viel mehr ein, höchstens irgendwas mit “sozialer Kompetenz”, “gesellschaftlicher Verantwortung” und “regionaler Einfühlsamkeit”. Google hat sich damit keine Freunde auf dem IT-Markt in Thailand gemacht. Aber ich nehme auch nicht an, dass sie hier irgendwelche Pläne hätten. Regierungsanfragen aus China beantwortet man dort sicherlich mit größerer Freundlichkeit.
Update: Inzwischen ist der Useraccount auch gelöscht worden. Das Video wurde von gut 66000 Usern gesehen und bekam zuletzt 953 Kommentare, die meisten davon waren gegen das Video gerichtet.
Ordination V
Ordination IV
Ordination III
Ordination II
Ordination
Agathe?
Soll ich sie Agathe nennen?
Ich habe ein klitzekleines Problem mit einer Maus. Klein. Grauschwarz. Langer Schwanz. Vielleicht 5 Zentimeter lang, ohne Schwanz. Mit sinds 15.
Als ich im Februar zurück kam, lief sie eines Tages durchs “Wohnzimmer” (wir Kenner nennen den 3×3m-Raum gerne Wohnzimmer). Ich sagte ein paar Tage später Fu, dass ich eine Maus habe, sie sagte nur “Yes. I know.” Die Hunde schauten ihr (der Maus) auch hinterher, als ob sie schon recht vertraut wären.
Jetzt bin also ich der einzige, der keine Maus im Haus will.
Ich habe sie Agathe genannt. Darf ich sie töten? Ich würde mich schlecht fühlen. Nichtsdestotrotz stiehlt sie das Hundefutter und legt es hinter dem Fernseher ab. Und durch das Loch im Fernsehschrank hat sie sich auch schon gequält und auf die Raub-CD-Sammlung gepinkelt.
Irgendwie warte ich noch auf kleine Baby-Mäuse.
Es ist wieder soweit
Als gestern vormittag ein Marktschreier-Pickup den Feldweg entlang kam, dachte ich mir schon, dass es wieder soweit wäre. 50 Meter vor meinem Haus schalteten sie das Band, das bis dahin auf Thai vor sich hin schrie, quietschend und rückkoppelnd aus und ein alter Mann begann auf Thanglish (ein Service nur für mich, denn niemand sonst in meiner Ecke hier versteht kein Thai) zu verkünden:
Baffallowfaitingg! Buffalowfaitingg! The champ of thee champions (das haben Sie von den Thai-Boxern geklaut). Come to see Buffallow! Fighting! One Million Baht Money! Buffalow!!!
50 Meter weit weg schalteten sie wieder das Thaiband auf. Ich war gewarnt.
Die ganze Zeremonie hatten wir ja im vergangenen Jahr schon. Erst hört man freudiges Schreien, dann hört man panisches Schreien, dann hört man hämmernde Hufen, dann sieht man einen dunklen Rücken durch den Dschungel galoppieren, dann kommen die jagenden Mopeds, dann die fliehenden Zuschauer. Das läuft <txp:permlink id=“866”>jedes <txp:permlink id=“876”>Mal nach dem gleichen Schema ab.
Heute nun kam der Protagonist des Kampfes direkt am Haus vorbei, schnaufte kurz die Hunde an, die erregt vor sich hin kläfften und bahnte sich dann hinter dem Haus einen Weg in den (abgebrannten) Dschungel, nur um 10 Meter weiter wieder heraus zu kommen. Jetzt gerade laufen sie auf der Straße 50 Meter weiter hinter ihm her.
Buffalow-Fighting. Großartig.
Youtube.com geblockt
Youtube ist in Thailand geblockt. Die einen sagen “mal wieder”, die anderen “diesmal wirklich”. Grund dafür soll ein den König beleidigendes Video sein. Die glücklicheren unter den Internetusern Thailands bekommen die Blockseite des MICT angezeigt, ich bekomme nur Timeouts. Der “Trick” vom letzten Mal mit dem Weglassen von www am Anfang oder dem Aufruf der IPs von Youtube funktioniert dieses Mal nicht.
Eigentlich schade, denn ich bastel an einer Serie mit Videoclips. Abhängig zu sein ist nicht schön.
Kurz Geschnittenes II
Dienstags sitzt das Kabinett in Bangkok beim Kaffee und beschließt dies und das. Heute unter anderem Folgendes:
- Songkran wird einen Tag länger! Seit 2001 gibt es eine gesetzliche Regelung in Thailand, die es erlaubt den ersten Werktag nach einem Feiertag der auf ein Wochenende fällt arbeitsfrei zu stellen. Auf diese Art und Weise gab es in den vergangenen Jahren zu Songkran (das Thailändische Neujahr, das von 13. bis 15. April gefeiert wird) 5 freie Tage, weil es ganz gut um ein Wochenende herum passte. Diese freien Tage werden von den meisten Thais genutzt, um die Familien zu besuchen. Dieses Jahr nun hätte es nur 4 freie Tage gegeben, weil gleich zwei Songkran-Tage auf das Wochenende fielen. Das kann nicht gut sein, schon gar nicht in Hinsicht auf die innere Wiedervereinigung (reconciliation) des Landes und so gibt es dieses Jahr einen weiteren freien Tag am 17. April .
- Aber nicht nur das Volk soll vom Kabinett beschwichtigt werden, auch die Putschführer müssen auf andere Gedanken gebracht werden, weshalb sie und 423 andere höhere Militärs eine Gehaltserhöhung von 30% erhalten. “The CNS said previously these personnel deserved the new pay rate as they had worked hard and had not a break, even on public holidays.”
- Nur nebenbei möchte ich bemerken, dass es Risse im sowieso gespannten Verhältnis zwischen dem Militär und der Regierung gibt. Sonthi beschwert sich regelmäßig, dass Surayudh zu lasch mit Gegenbewegungen umgeht. Nachdem Surayudh sich vergangenen Freitag geweigert hat, den Notstand auszurufen, damit das Militär beruhigend auf die Gegendemonstranten einwirken konnte, soll Eiszeit herrschen. Das gab es allerdings schon häufiger, genauso wie die Gegenputschgerüchte, die sich hartnäckig halten.
- Ebenfalls im Sinne der oft zitierten inneren Wiedervereinigung des Landes verlangt ein Geschichtswissenschaftler nun, Thailand in der neuen Verfassung wieder als Siam zu bezeichnen , Thailand als Name (was übersetzt “das Land der Freien” bedeutet) sei 1939 aus rassistischen Gründen eingeführt worden.
- Der Mörder des kleinen Jungen auf Samui wurde gefasst und verleugnet jegliche Schuld . Die Familie stammte übrigens aus Österreich und nicht Australien, wie bisher berichtet. Austria und Australia klingt für Thaiohren ziemlich ähnlich.
- Die Mitglieder der ehemaligen People’s Alliance for Democracy (PAD) beraten, ob sie wieder ‘auferstehen’ sollen . Nach dem Putsch haben sie sich aufgelöst, weil ihr Hauptziel, Thaksin von den Hebeln der Macht weg zu befördern, erreicht war. Inzwischen hinterfragen aber auch sie die Erfolge der Regierung. Dass ihr ehemaliges Gründungsmitglied der Medienmogul Sondhi Limthongkul vergangene Woche zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil er ein Mitglied der Thai-Rak-Thai-Partei beleidigte, hat damit nichts zu tun.
- Wie gesagt, fahren viele Thais über Songkran zu ihren Familien. Die Tage rund um das Thailändische Neujahr sind leider auch die unfallreichsten im Jahr. Dieses Jahr gab es bereits heute schon einen ersten schweren Unfall. Ein Pickup mit 25 (!!!) Arbeitern auf dem Weg nach Si Sa Ket überschlug sich , weil ein Reifen platzte. 9 Tote und 18 Schwerverletzte sind das Resultat. Da überlegt man sich zweimal, ob man sich für Freunde freuen kann, die über Songkran nach Hause fahren wollen.
Es blüht im Garten
Sex? Nein danke!
Das wars. Nun ist Schluss mit lustig.
Gestern “peakte” der Hormonspiegel einer bisher unbefruchteten 5jährigen Panda-Dame im Chiang Maier Zoo. Der Panda-Herr Chuang Chuang, seit gut einer Woche mit Panda-Porno bedröhnt, wurde mit ihr im gleichen Käfig eingesperrt — doch nichts passierte.
Entweder war er durch die Filme bereits gesättigt oder er findet Lin Hui nicht sonderlich erregend, denn alles blieb kalt im airconditionierten Liebesnest.
Heute nun wurden ihm recht unzeremoniell 3 Portionen Sperma entnommen, die Lin Hui eingepflanzt werden sollen. Man ist sich zu 80% sicher, dass sie davon schwanger werden soll ;)
Ansätze
Ich habe ein paar “Erklärungen” zu den Headerbildern hier in der die schreiBBloga.de auf eine Extraseite gepackt. Die Headerbilder in der die schreiBBloga.de .
Polarbär
Grade in den News von Channel 3 (der englischsprachigen Synchronisation):
… and now before a short break … this is a music-video with a little polarbear … the name skips me right now … but he seems to be cute … and I don’t understand the language …
Sex. Nun aber!
Von Chuang Chuang, dem armen zum Sex gezwungenen Panda-Männchen des Chiang Maier Zoos habe ich bereits berichtet.
Nun wirds eng für ihn, nun muss er ran. In den vergangenen Monaten wurde das Bärchen auf eine Diät gesetzt. Pandaweibchen werden nur einmal im Jahr für ungefahrt 12 bis 25 Tage lang “hei?”, die optimale Zeit für das Zeugen von Nachwuchs ist nur zwei bis sieben Tage lang. Diese Brunftzeit liegt zwischen März und Mai. Das ist schon ein bisschen kompliziert, wenn man so punktgenau bereit stehen muss.
Glücklicherweise (oder dummerweise?) ist Chuang Chuang der einzige männliche Panda im Zoo, so dass Lin Hui, die einzige Dame, nicht viel Auswahl hat. Wir werden sehen, ob es gelingt, Pandas in Gefangenschaft zu züchten.
In der Zwischenzeit kann man sich auf der Website der Pandas ein wenig umsehen und -hören.
10 Jahre Gefängnis für 5 übermalte Plakate
Den König zu beleidigen ist strafbar in Thailand, ich schrieb das schon mehrfach. Auf Majestätsbeleidigung stehen zwischen 3 und 15 Jahren Gefängnisstrafe. Dabei kann man sowohl versteckte Bemerkungen wie die Thaksins, dass man ihn mit Wimpeln mit dem Königssymbol begrü?te um ihn zu täuschen, als Beleidigung werten als auch offensichtliche Aktivitäten wie das ?bermalen der allgegenwärtigen Königsbilder im öffentlichen Raum.
Ein Schweizer, Oliver Rudolf Jufer, wurde nun zu 10 Jahren Haft verurteilt, weil er am 5. Dezember vergangenen Jahres genau Letzteres tat. Er übermalte 5 Plakate die in Chiang Mai zur Zelebration des Geburtstags seiner Majestät König König Bhumibol Adulyadejs aufgestellt waren mit schwarzer Farbe. Was genau er gemalt hat, wird man nie erfahren, weil selbst die Darstellung als Majestätsbeleidung gewertet werden kann (zu Thaksins Zeiten ein bewährtes Mittel, um unliebsame Medien ruhig zu stellen). Die thailändische Presse berichtete über das Verfahren fast gar nicht und wenn, dann zitierte man ausländische Medien.
Ursprünglich wurde Lufer zu 20 Jahren verurteilt, die Haftstrafe aber halbiert, weil er geständig war. Au?erdem sagte er, dass er zum Zeitpunkt der Aktion betrunken war. In den vergangenen 10 Jahren wurde kein Ausländer wegen Majestätsbeleidigung verurteilt, einige jedoch des Landes verwiesen. Man geht davon aus, dass er mindestens 1 Jahr in der Haft verbringen wird, dann ein Königliches Pardon erhält und ebenfalls ausgewiesen wird.
Ich persönlich habe ehrlich gesagt weniger Mitleid mit ihm. Wenn man wie er mehr als 10 Jahre in Thailand lebt, sollte man auch im betrunkenen Zustand sehr gut beurteilen können, was man sich mit dem ?bermalen von Königsplakaten einhandelt.
Ein Gutes wird der Prozess, über den man in Deutschland in den einschlägigen Medien berichten wird, haben: Neben den Regeln “nimm keinen Stein aus der Türkei mit” und “fische nicht in iranischen Grenzgebieten” wird die Regel “beleidige nicht das Königshaus in Thailand” sich in den Köpfen der Bildzeitungsleser fest setzen. Man sollte noch “renne nicht mit nacktem Oberkörper weiter als 10 Meter vom Strand herum” aufnehmen.
Kurz Geschnittenes
Hin und wieder wurde ich in den vergangenen Tagen gefragt, warum ich denn “nichts mehr” schreibe. Seltsam. So kommt mir das nicht vor. Dummerweise schreibe ich eine Menge, was (noch) nicht online zu lesen ist oder weniger für dieses kleine Internet-Tagebuch geeignet (oder gedacht) ist. Nichtsdestotrotz haben sich einige Nachrichten und/oder News angehäuft, die ich keinem interessierten Leser vorenthalten will, ehe sie unaktuell oder aktualisiert werden. Auf auf nun zum fröhlichen Kurzgeschnittenen:
Privater Kram:
- Wir haben die “Hei?e Saison”. Von März bis Mai ist es relativ warm. 3 Uhr Nachts ist es jetzt noch 30 Grad. Die vergangenen Jahre habe ich das wohl nicht so mit bekommen, weil ich mein Leben (in sonnenbeleuchteten Zeiten) in klimatisierten Büros und Schlafzimmern verbracht habe.
- Ich träume wieder. Also besser als zuvor. Es waren ein paar traumlose oder langweilige Fakt-Traum-Monate, nun ist es wieder phantasievoller Unfug. Beispiele? Heute Nacht: Ich obduziere eine Frauenleiche die sich mit mir über Kafka zu unterhalten beginnt. Ich liebe Kafka. Sie findet, er sei ein verwöhntes Vatersöhnchen. Ich kann das anhand der “Die Verwandlung” und des “Der Prozess” widerlegen. Nachdem Sie versteht kommt es zu nicht-familien-blog-tauglichen Handlungen. Gestern Nacht: Ich gehe eine Anhöhe hinauf. Als ich oben bin, sehe ich in der Ferne eine Rakete mit Google-Logo und jede Menge Schaulustiger. Man fragt mich, ob ich drau?en zu sehen will (beim ersten Start eines Google-Satelliten) oder lieber aus dem Schaltzentrum. Ich entscheide mich für letzteres und wundere mich den Rest des Traumes, warum, denn von drau?en hätte ich viel schönere Bilder schie?en können. Vorgestern Nacht: Ich organisiere eine “Essen mit Spezialgast” für meine Waisenkindergruppe. Diesmal soll Saddam Hussein kommen. Er ruft zwei Stunden vorher an und entschuldigt sich auf Französisch, dass er nur per Liveschaltung auf einem Bildschirm über einen Computer (anscheinend hat er nicht viel Ahnung von Computern) dabei sein kann, weil er noch andere Verpflichtungen hat. Dann kommt der Bildschirm (und Saddam) und die Kinder stellen ihm Fragen wie “Warum hast du einen Schnautzbart?” und so.
Die gute alte Politik:
- Khunying Pojaman Shinawatra, die Ehefrau Thaksin Shinawatras, ihr Bruder Bhanapot Damapong und ihr Privatsekretär Kanjanapa Honghern wurden wegen Steuerflucht angeklagt und gegen 5 Millionen Baht Kaution (pro Person) vorerst in die Freiheit entlassen. Nach einer Verurteilung stehen bis zu 14 Jahre in den Gefängnissen Thailands an.
- Thaksin selbst ist Mittelpunkt einer offiziellen Untersuchung zu 6 Fällen von Majestätsbeleidigung, einer Straftat im Königreich, die pro Beleidigung mit drei bis fünfzehn Jahren Gefängnis geahndet wird.
- Auf Sanam Luang in Bangkok (dem inoffiziellen offiziellem Demonstrationsort für alle, die gegen die jeweils regierenden Mächte sind) wird nun jeden Freitag gegen die (derzeit regierende) Regierung demonstriert . Organisiert werden diese Demonstrationen von PTV, einer Satellitensenderkette die angeblich von Thaksin finanziert und organisiert werden soll und es noch nicht geschafft hat, zu senden, aus technischen Gründen.
- Thai Rak Thai (die ehemalige Regierungspartei Thaksins) will jedes Mitglied bestrafen , das an den Demonstrationen von PTV teil nimmt. Man versucht derzeit, eine moeglichst reine Weste zu haben, da im Prozess um die gekauften Stimmen bei der Wahl (die Thaksin bekannterma?en im Erdrutsch gewonnen hatte) die Auflösung immer noch in einer dunklen Wolke über der Partei hängt.
- Und dann hängt noch die Möglichkeit des Ausnahmezustands über den PTV-Demonstrationen. Personen könnten bis zu 30 Tage ohne Anklage festgenommen werden. Die Börsen reagieren sensibel, das Nationale Sicherheitskommitee sagt, da ist nichts geplant. Trotzdem wird einiges an Truppen aufgefahren.
- Prem Tinsulanonda, der Präsident des Geheimrats seiner Majestät König Bhumibols, hat sich wieder einmal zu Wort gemeldet und gesagt, dass er nicht hinter dem Putsch steckt. Wie man das macht? Indem man sich von der “Junta” distanziert . Surayudh springt ihm bei und bemerkt, dass er keine Rolle gespielt hat.
- Auch Gen Sonthi Boonyaratglin, der Chef der “Militärjunta” hat hin und wieder Interessantes von sich gegeben. Er will seine Amtszeit als Militärchef, die im September ausläuft, nicht verlängern und hat auch keine Ambitionen auf den Posten des Premierministers, der ein kleines bisschen später frei wird. Au?erdem will er auch keine Amnestie für die Putschführer in der neuen Verfassung verankern. Interessanterweise sagte er aber auch zwei Wochen vor dem Putsch noch, dass kein Putsch bevor steht. Wir können also gespannt sein.
- Das Militär (bzw. dessen Führung) wird jedes Jahr umstrukturiert. Aktuell sind grö?tenteils Mitglieder einer Kadettenklasse 9 an die Macht gekommen . Diese Personen werden den nächsten Militär-Chef “wählen”.
- Die “Buddhistische Karen Armee” Myanmars hat kurzzeitig zwei Grenzpolizisten Thailands festgenommen, weil Thailand angeblich die “Katholische Karen Armee” Myanmars unterstützt. Die beiden sind inzwischen wieder frei , trotzdem: durch solche Meldungen geraten extreme Probleme im Nordosten ans Licht.
- Die Sache mit den Bomben im Januar: Man hat mal wieder Haftbefehle ausgestellt , Verdächtige verhaftet und die Haftbefehle zurück genommen .
In der Sparte Gesellschaft haben wir folgende Neuigkeiten:
- Der “alte” Flughafen von Bangkok, Don Muang, wurde vergangenes Wochenende für Inlandsflüge wieder geöffnet . Wie auch immer, nach Samui kommt man anscheinend immer noch über Suvarnabhumi. Nichtsdestotrotz: Bangkok hat nun zwei Flughäfen, was die Stadt ungemein aufwertet.
- Benzin wird um 0.4 Baht teurer beginnend morgen früh. Mein Tank ist voll. Dafür habe ich bereits das zwölfte Mal einen platten Reifen mit dem aktuellen Moped. Fürchterlich.
- In Mae Hong Son und Chiang Mai wurde kurzzeitig Katastrophenalarm ausgerufen. Wegen Qualm. In Myanmar (oder Birma oder Burma oder wie es gerade wieder hei?t) brennen die Wälder und qualmen Thailands Norden zu. Es wurde sogar verboten, auf privaten Grundstücken Müll zu verbrennen, was allerdings nichts zur Linderung beiträgt.
Kommen wir zum Boulevardbereich:
- Ein Taxi-Fahrer hat erst eine ehemalige Lebensgefährtin und ihre Tochter und dann seinen eigenen Sohn umgebracht und dann sich selbst . Wobei das noch nicht so ganz erwiesen ist. Er soll noch mehr Leute umgebracht haben. Massenmörder, die über längere Zeit “unterwegs” sind, sind eher selten in Thailand.
- Eine 18jährige hat ein Kind bekommen. Vater sollte ursprünglich ein Rockstarsein. Der ist es nicht, wird aber trotzdem wegen Vergewaltigung verurteilt , weil er wohl Sex mit ihr hatte.
- In Saraburi wurde einer Karaoke-Sängerin von einem betrunkenen Polizisten der Arm abgeschnitten . Weil sie nicht an seinem Tisch sitzen wollte.
- Saraburi ist auch sonst häufiger in den News: Ein Bus der Transport Co., der Firma die in Thailand das Busnetz betreibt, geriet in Brand . 30 Insassen starben und 31 wurden teilweise schwer verletzt. Die Busse müssen trotzdem nur aller 7 Jahre von offizieller Seite gewartet werden.
- Schulferien! Mehr tote Kinder — On average, these causes account for about 98 child deaths a month but the figure reaches 116 in March, 132 in April and 118 in May," he said.
Das wars. Der ToDo-Ordner ist abgearbeitet. Zwei ganz normale Wochen in Thailand.
(E.)T.S. phone home
The Nation sucht nach Bildunterschriften für dieses Photo.
Ole, Ole, Oleole…
Auf True Visions Super Action, einem Kanal auf dem normalerweise Golf, Synchronschwimmen und Wrestling kommt, kam gerade Fu?ball. Die Thailand Premier League. Fu?ball wurde damals von Thaksin als Brot-und-Spiele-Strategie eingeführt und UBC hat sie alle, die deutschen, italienischen, spanischen, britischen und thailändischen Ligen. Es spielte die KrungThai-Bank (jepp) gegen ein Armeebatallion (jepp). Auf der Tribüne saßen etwa 40 Zuschauer, zwei Arbeiter tauschten regelmä?ig Werbeplakate am Spielrand aus. Beim Austauschen waiten sich die Spieler gegenseitig. Die Spieler rannten entweder alle gleichzeitig auf den Ball zu oder sie sahen ihm nur hinterher und lie?en ihn eher in der Luft als auf dem Feld herum fligen und das ganze Spiel hatte etwas von diesem Fu?ballspiel der südamerikanischen Liga auf US-Tournee in Springfield bei den Simpsons. In der 80ten Minute fiel das erste Tor. Von KrungThai. Interessanterweise kein Thai. Nach 90 Minuten wurden noch 3 Minuten zu gegeben, damit auch das Militär ein Tor schie?en konnte. Klappte aber nicht. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die KrungThai-Bank nun Tabellenführer nach einem atemberaubenden Spiel voller Spass und Action. Aber sü? sind sie, die Fu?baller.
Entzug
Die Hunde haben sich heute besprungen. Also bitte ohne jeden Nebengedanken hier, ja?!? Frontal und mit Pfotengeplänkel. Das sah nicht nur sü? aus, ich dachte auch die ganze Zeit, das sollte man jetzt mal photographieren.
Meine Kamera ist in Surat Thani.
Im Garten blüht eine Orchideenpflanze. Sie hat bläuliche ganz ganz kleine Blüten, kleiner als ein kleiner Fingernagel. Winzig quasi.
Meine Kamera ist in Surat Thani.
Im 7eleven verkaufen sie jetzt Heineken im 10 Liter Fass.
Meine Kamera ist in Surat Thani.
Die Ferkel vom Nachbarn (eines habe ich Knut getauft) hatten heute ersten Auslauf. Kleine schwarze sü?e Gesellen.
Meine Kamera ist in Surat Thani.
Im abgebrannten Gebüsch hinterm Haus blühen die Passionsblumen, oder was das ist (bin halt kein Botaniker).
Meine Kamera ist in Surat Thani.
Soosie hat eine vorbeilaufende Hündin in den Bauch gebissen, weil die nicht mit ihr spielen wollte.
Meine Kamera ist in Surat Thani. Das macht in diesem Fall aber nichts, weil ich sowieso damit beschäftigt war, meine Hunde vor eventuellen Kriegsverletzungen zu schützen.
Eine grüne Raupe mit roten und wei?en Streifen hat sich an meiner Tonne verpuppt.
Und meine Kamera ist in Surat Thani.
Da macht man sich schon Gedanken, ob das ein guter Tausch war. Bin gespannt, was ich am Montag für Bilder drauf finde. Die (hoffentlich) zukünftige Verwandschaft bekommt den Kopf geschoren.
Krungthep Alaaf!
Unter dem Titel “Besser spät als nie” stellte die Deutsche Botschaft zu Bangkok im letzten Newsletter (jede Botschaft, die was auf sich hält verschickt regelmä?ig fette PDF-Dokumente als Newsletter, natürlich Opt-In, man ist ja kein Spammer) schon den Fasching vor. Sie schreiben da “Offiziel[l] ist die närrische Zeit schon zu Ende, aber echte Fasching[s]-Enthusiasten kümmert das wenig.” — ich mag das bezweifeln.
Nichtsdestotrotz ist der Fasching nun da. Auf UBC wird nun stündlich im “Public Service”-Bereich (eine als Gutmenschenaktion getarnte Werbesparte im Billigstbereich) der “Deutsche Fasching” angekündigt. Heute Abend ist es soweit. Die einen schreiben von gemütlicher, die anderen von stimmungsvoller Musik. Das beste Kostüm wird natürlich auch gekürt.
Und ab morgen fangen wir dann an, das deutsche termintreue Image wieder aufzubauen.
Naja. Was solls. Es kommen auch das ganze Jahr Weihnachtsfilme im Fernsehen. Da kann man Fasching ruhig auch mal zu Ostern feiern.
Vogelgrippe
Mukdahan (an der Grenze zu Laos) ist zur Disease-Outbreak-Zone erklärt worden, weil mal wieder ein toter Truthahn mit Vogelgrippe diagnostiziert wurde. Das passiert häufiger, entpuppt sich meistens als Fehlalarm, aber manchmal eben nicht. Rein präventiv werden erstmal wieder hunderte Geflügel getötet.
Als ich im Januar aus Laos wieder kam, war auch gerade mal wieder eine Epidemie im Gange, die später keine mehr war, aber medienwirksam zu einem “Testlauf” der Kontrollmechanismen erklärt wurde. An der Grenze zwischen Savannakhet und Mukdahan, auf der Brücke der Freundschaft 2, sa? auf der Laos-Seite ein alter Mann unter einem Sonnenschirm mit einem Pumpbehälter, um die ankommenden Autos zu desinfizieren und rauchte eine Zigarette nach der anderen.
Banalitäten
Hab mich heute beim Rasieren fatal geschnitten. Ich sehe so aus den Augenwinkeln den Rasierer auf die Augen zu trudeln (womit ich beschäftigt war, mag der Leser nur erahnen), rei? den Kopf noch so rum und schon hab ich einen Dreierkratzer (raten Sie das Rasierermodell) unterm Auge, da wo gar keine Barthaare wachsen. Das glaubt mir wieder keiner, dass es nur ein Badezimmerunfall war.
Dann war das Wasser plötzlich alle. Grund: Die Leitungen um das Haus herum sind undicht. Nun haben die Pflanzen einen Swimming-Pool und ich schlechte Laune. Aber auch das fixen die Thais der Gegend ganz schnell mit einem gro?en Pflasterstein.
Au?erdem hatte ich das Notebook einfach mal in den Schrank geräumt. Dass ich nun diesen Eintrag schreibe zeigt eigentlich nur, wie langweilig es ohne ständiges Mailping, Instant Messenger Tüdelüh und Reader-Updates ist. Man könnte fast meinen ich wäre Single.
Gestern hatte mein bester Freund Geburtstag und ich habe das nicht vergessen. Es gibt da eine lange Historie von vergessenen Geburtstagen, nachzuzahlenden Geschenksendungen und falsch gemerkten Geburtsdaten und so weiter. Diesmal habe ich es dank OpenBC (nein, wir hei?en jetzt Xing) und Skype nicht vergessen. Dafür hatte ich meine bisherige Gedankenstütze vergessen: St. Patrick’s Day. Er hat einen Tag vor dem St. Patrick’s Day Geburtstag (nicht nach).
Eben fiel mir dann noch ein, dass heute St. Patrick’s Day ist und ich habe einen gewissen Alkoholvorrat herbei geschafft und werde nun eine Testreihe zu den Nebenwirkungen kontinuierlichen Chang-Nachschubs fahren.
Und die Hunde: das ist so eine Sache. Ich habe das dumpfe Gefühl, die haben da was am Laufen. Können gar nicht voneinander lassen die beiden.
Achso, ein Vogel ist auch noch ins Haus gelaufen und wollte sich dann nicht mehr rausjagen lassen und hat reichlich Federn gelassen, ehe ich ihn expatriiert hatte.
Feuer hinterm Haus
Die großen Ereignisse finden immer ohne mich statt. Eben kam ich aus dem Tesko zurück und die Büsche hinterm Haus brennen lichterloh. Die Straße 5 Meter weiter ist voller Aschefussel, es qualmt und knackt.
Am Haus angekommen jaulen die Hunde vor sich hin, weil alle Fenster offen sind — 33 Grad, ein bisschen Lüftung muss ja sein. Dummerweise war die Lüftung in diesem Fall Qualm. Also liess ich sie schnell raus und sie gingen, sich das Feuer aus der Nähe zu betrachten.
Mein Hausherr war auch schon in Aktion und löschte mit dem Gartenschlauch (und meinem Wasser. Was für ein Glück, dass das gratis ist). Er war ziemlich wütend, sofern man sein Stirnrunzeln so deuten kann. Gefühle artikuliert er lieber subtil.
Wir haben da zwei Thesen. Die erste ist die von einem Thai, der seinen Müll verbrannte, was ausser Kontrolle geriet. Das ist aber eher unwahrscheinlich, weil hier alle am Abend ihren Kram verbrennen. Die andere These ist schon wahrscheinlicher: Große Trockenheit seit Wochen, Hitze und eine achtlos weg geworfene Chipstüte dürften ausreichen, um das Stroh zum Brennen zu bekommen.
Vertrauen Sie mir.
Von der Hantel zerschmettert
Eines der Hauptmerkmale des thailändischen Sensationsjournalismus ist die komplette Namensangabe der Opfer aller Straftaten und Morde. Und so bekommen wir auch heute wieder den vollen Namen eines deutschen Studenten mitgeteilt, der in seinem Apartment gestern ermordet worden ist . Neulich erfuhren die Eltern eines australischen Englischlehrers erst durch das Internet vom Tod ihres Sohnes. Sehr praktisch.
Ich glaube auch der Satz “Neighbors told police that miep lived by himself but had male friends coming over to his place almost every night…” wird Neuigkeiten für seine Familie mit sich bringen.
Glücklicherweise hat es The Nation nicht so mit Photos, sonst würden wir uns sicherlich einige blutrote Photos ansehen dürfen. Obwohl: auf einer der Mailinglisten werden sie wohl unweigerlich erscheinen.
Gebet
Grade besprang mich eine Gottesanbeterin. Ich glaube so laut hab ich im Leben nicht geschrien.
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Unruhe
Ich überlege häufiger, ob ich was über Anschläge im Süden Thailands schreiben soll. Ich dachte auch schon über einen Google-Maps-Mashup mit den Orten der Anschläge nach, verwarf das dann aber als zu zynisch. Man könnte täglich darüer schreiben und ich werde bei Gelegenheit einen lägeren Eintrag zur Geschichte der Unruhen schreiben (liegt wie immer im Entwürfe-Ordner herum).
Trotzdem zwei Sätze zum Thema:
1: General Sonthi hat letzte Woche verkündet, dass sich die Lage im Süden verbessert hat.
2: Heute morgen wurde ein Minivan von Maskierten aufgehalten und die 9 Insassen durch Kopfschuss getötet, darunter zwei Kinder.
Mord und Totschlag, Thaistyle
Gestern wurde in Nathon ein kleiner Junge umgebracht und seine Mutter schwer verletzt . Die Nachricht lief durch die Nachbarschaft, wurde wohl kurz auf TiTV gezeigt und jeder versuchte, es mir zu erklären, verstanden habe ich aber am Ende nur, dass ein Fünfjähriger tot ist und seine Mutter schwer verletzt. Die restlichen Familienmitglieder leben zur Zeit in Australien. Von Mord wusste ich auch nichts, denn so wie ich das verstanden habe, ist das Haus zusammen gebrochen (stürmisch war es ja). Ich sehe schon, ich muss langsam mal “Thai für Kriminelle” lernen. Dann müsste ich brechen nicht mit ein- oder zusammen- in Verbindung bringen müssen. Die englischen News sind immer sehr langsam.
Was war geschehen? Kurz nach Mitternacht wurde in das Haus der Familie in Lipa Noi eingebrochen. Der Einbrecher attackierte die Mutter, der kleine Junge kam dazu, rief um Hilfe und wurde umgebracht. Seine Mutter wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Es gibt zwei Theorien, eine von einem Ex-Freund aus Ko Phangan, der zugunsten eines Australiers verlassen wurde und sie zurückgewinnen wollte und die andere von über <txp:baht value=“200000”/> Schulden bei einem Bauhandel.
Morde geschehen in Thailand häufiger aus Leidenschaft oder wegen Schulden. Auf Samui gab es 2006 rund 3 Morde pro Monat. Im Fernsehen sieht man das allerdings nur, wenn man viel Blut zeigen kann.
Königlicher Besuch in Deutschland
Heute fliegt Her Royal Highness Princess Soamsawali , die Ehefrau des Kronprinzen auf einen offiziellen Besuch nach Deutschland . Unter anderem wird sie verschiedene Ausstellungen besuchen und eröffnen und jede Menge Bayern treffen.
Für die Thais in Deutschland wird es am 19. März eine Audienz geben.
Visarun (light)
Heute war ich mein Visa im Immigration Office in Nathon verlängern. Jedes Mal wenn ich dort an komme, ist der Empfangsraum anders angeordnet und die Abläufe sind geändert. Die einzige Konstante ist diese überaus niedliche Thai in der Uniform die immer persönlich meine Unterlagen entgegen nimmt.
Der Chef persönlich hat heute wichtig eine Unterschrift in meinen Pass gepackt. Als er sah, dass ich über Laos ins Land kam hat er seinen Schnörkel ganz schnell drunter gesetzt und ich war fertig. Vor mir war ein Frankreich-Farang, der 10 Minuten lang befragt wurde, warum er so oft auf Visarun in Malaysia war.
Eine interessante Information habe ich noch: wenn ich auf ein Konto 800000 THB einzahle und einen Beleg dafür vorzeige, dann bekomme ich ein Jahresvisum.
So, also dann mal los: Wenn mir jeder meiner Leser einen Euro zukommen lässt und alle Leser die mir Visafragen per Mail schicken 100 Euro, dann habe ich das Jahresvisum so gut wie in der Tasche.
Wider dem Suffe
Heute wurde nun das lange und heftig diskutierte Alkoholgesetz verabschiedet .
Der Alkoholverbrauch soll kontrolliert und gesteuert werden (wie denn bitte?), das Mindestalter für den Erwerb von Alkohol wird auf 20 Jahre fest gelegt und im Umkreis von Tempeln, Schulen und Universitäten darf kein Alkohol ausgeschenkt und verkauft werden.
Von Alkoholwerbeverbot ist keine Rede mehr.
Elektronischer Fortschritt
Im Januar gab es die ersten Anzeichen , dass tatsächlich dieses Jahr ein königliches Dekret unterschrieben werden soll, das den elektronischen Geldverkehr in Thailand einführt und regelt.
Es war tatsächlich bisher nicht möglich, Geld von einer Bank in Thailand auf eine andere Bank zu überweisen. Man durfte es auf Bank 1 abheben, zur zweiten Bank tragen und dort einzahlen. Zum Bezahlen der Wasser- und Energierechnungen muss man bisher zum Anbieter gehen und das Bar bezahlen oder es fuhren Einsammler in der Gegend rum. 7eleven hat auch einen Rechnungsbezahlservice, der immer zur Schlangenbildung an der Kasse führt, weil jede Menge Unterschriften geleistet werden müssen und Papier bedruckt werden will.
Das soll nun alles besser werden. Beginnend im April wird die National Inter-Bank Transaction-Management Exchange (National ITMX) von der National ITMX Company betrieben in drei Schritten die elektronischen Zahlungswege erweitern.
Schritt 1: SMART (small and medium amount retail transaction) — wird direkte Zahlungen zwischen den Banken erlauben. Rechnungen bezahlen wird somit viel einfacher. Das ganze soll zuerst für die Zahlung über Telephon oder Internet eingerichtet werden.
Schritt 2: Errichtung eines Sicherheitssystems für diese Transaktionen.
Schritt 3: Bis zum Ende des Jahres werden die bestehenden ATM-Maschinen umgerüstet, um die neuen Zahlungsarten anzubieten.
Schöne neue Welt. Eine eigene Regierungskommission haben sie auch schon eingerichtet ;)
YouTube geblockt – oder nicht
Von Freitag auf Samstag war YouTube von Thailand aus nicht erreichbar. Das sagen verschiedene Weblogs und Boards und sogar BoingBoing greift das Thema auf .
Erstens: Die Thais sind nicht dumm. Man konnte die ganze Zeit über verschiedene IPs auf die Seite gelangen und ohne www am Anfang der URL auch. Wenn die Behörden hier zensieren, dann richtig.
Zweitens: Ich konnte YouTube die ganze Zeit erreichen und habe jede Menge Nine Inch Nails Videos gesehen.
Drittens: Schon die ganze Woche hatte ich Probleme, auf Blogs zuzugreifen, die bei WordPress.com gehostet waren. Subdomains dort waren einfach nicht abrufbar. Die Hauptseite selbst war sichtbar, ohne Stylesheets allerdings.
Ehe wir hier also von Zensur, Blocken und anderem Kram sprechen, stelle ich einfach mal fest, dass die “Techniker” vom “Zwangsproxy” in Bangkok einfach nur Mist gebaut haben. (Alle Anfragen ans Web werden durch zwei IPs in Bangkok geleitet wo bestimmte Seiten geblockt werden können).
Thaksin-Interviews werden nicht mehr geblockt, sie werden mit Reaktionen torpediert. Ob man nun seinen ehemaligen Finanzminister als Regierungsberater einstellt oder seine Frau der Steuerhinterziehung anklagt. Seine Interviews blockieren will man nicht mehr.
Eine Liste der geblockten Webseiten (Stand 11.Januar) kann man übrigens bei FACT — Freedom against censorship in Thailand downloaden. Falls man gerne Pornoseiten absurft, dann ist das eine sehr ergiebige URL-Quelle — au?erhalb Thailands.
Seit dem Putsch sind übrigens 500% mehr Webseiten geblockt worden.
Karl
Karl lebt in meinem Haus. Ich habe versucht, ihn raus zu schmeissen, aber wie das mit den Karls dieser Welt so ist, jedes Mal war er nach ein paar Stunden wieder da. Tagsüber sitzt er in einer oberen Ecke in der Küche oder im Wohnzimmer und harrt der Dinge, die da kommen mögen.
Nachts kommt er raus und frisst den Hunden die Leckerlis weg und springt in der Gegend rum. Ich stehe schon gar nicht mehr auf, wenn Nachts irgendwas im Wohnzimmer durch die Gegend fliegt, weil es meist nur der Frosch war, der irgendwas durch Sprunggewalt beseite stie?.
Siamesischer Horror
Hin und wieder hat man ja Ideen, die etwas ausgefallener sind. Wie wäre es bspw. mit einem Horrorfilm, in dem siamesische Zwillinge getrennt werden, einer der beiden stirbt und fortan der andere Zwilling alleine durch eine immer seltsamere Welt gehen und mit dem Rache suchenden Geist seines Zwillings leben muss?
Die Macher meines ersten Lieblingsthaihorrormovies ““The Shutter”:http://www.siamzone.com/movie/m/2254” hatten diese Idee. Der Film hei?t ““Alone”:http://www.dedicate-ltd.com/image/alone.html”, den Trailer gibts hier und am 29. März kommt der Film in die Lichtfilmsäle des Königreiches.
iTV wird nicht abgeschaltet
Erstmal .
iTV wird jetzt vom “Public Relations Department” (das sind die Leute, die auch Channel 11 “machen”) verwaltet und 0:00 Uhr eben wurde es plötzlich in TiTV umbenannt. Sogar ein neues Symbol haben sie. Wie es aussieht, haben sie entweder eine Gnadenfrist bekommen oder dürfen erstmal unbefristet weiter senden.
Um 0:00 Uhr herum war der Redaktionsraum plötzlich sehr voll von sentimentalen Thais, abgeschaltet wurde aber nicht. Es machte kurz Plopp und TiTV tauchte unten rechts auf.
Me now.
Hallo Lenin!
Ich fass es nicht. Auf UBC (ach nein, wir hei?en True visions now) kommt “Goodbye Lenin”. Auf Deutsch. Gewohnt bin ich auf dem Moviekanal nur Japanisch, Englisch, Französisch und Spanisch. Das ist das erste Mal, dass ein deutscher Film kommt (den ich dazu auch noch nicht mal gesehen habe).
Gleich mal kucken.
Nichtsdestostrotz sprechen die so ein komisches überdeutliches Deutsch mit allen Wortendungen und so bemühten Dialekten. Ich glaub ich schalt auf die Thaisynchronisation um.
iTV wird abgeschaltet
iTV, Thaksins Ex-Fernsehsender, muss am 7. März um 0:00 Uhr abgeschaltet werden . Das beschloss das Kabinett heute. Man konnte Schulden in Höhe von von 100 Milliarden Bahttxp:gho_footnote sorry, “billion” im Englischen ist doch eine Milliarde, oder?</txp:gho_footnote> nicht bezahlen und bis geklärt wurde, wie es weiter gehen soll wird dem Sender die Lizenz entzogen.
Ich lasse diese Tatsache, die von den meisten Medien heute als “Die böse vom Militär installierte Regierung schlie?t den einzigen freien Fernsehkanal und unterdrückt wieder einmal die Meinungsfreiheit im vom Putsch erschütterten Thailand”-Geschichte erstmal so stehen und berichte später über die Hintergründe.
Botschaftsschreiben
Hin und wieder verschickt die Deutsche Botschaft™ in Bangkok ein Marketingblättchen als PDF, in welchem erzählt wird, was der Botschafter Hr. Doktor Brümmer so in den letzten Wochen gemacht hat.
Heute zum Beispiel erfährt der gespannte Leser, dass er einen Kleinbus (Marke unbekannt) an die “Crime against Child, Juvenile and Woman Suppression Division” CCSD übergeben hat. Am Ende des Eintrag steht dann folgender Absatz:
Auch wer als Deutscher im Ausland sexuellen Missbrauch an Kindern begeht, ist nach deutschem Recht strafbar. Deutschland erfüllt damit die Verpflichtungen internationaler Vereinbarungen, die Kinder und Jugendliche weltweit vor Missbrauch und sexueller Ausbeutung schützen sollen.
Soso. Da verlangt man von “uns Deutschen”, ja man zwingt uns geradezu, Kinderschänder zu verachten (mal abgesehen davon, dass Taten, nicht Personen strafbar sind, oder?).
Super. Bestimmt zwingt man uns bald auch noch Mörder, Touristen und Soziologen zu verachten. Ich sage: Raus aus internationalen Vereinen, die sowas von uns fordern.
Ich gehe nicht davon aus, dass der Kleinbus was mit dem toten deutschen Pädophilen und einem Gesicht, das man als Nation wahren muss, zu tun hat — allerdings habe ich das dumpfe Gefühl, dass aus der Deutschen Botschaft in Bangkok nur solches verschwurbeltes Geschreibe kommt. Ein paar Anregungen:
“Deutschland beteiligt sich an internationalen Programmen zur Bekämpfung des Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen und deren sexueller Ausbeutung”
“Als Deutsche Vertretung in Thailand verurteilen auch wir jegliche Form des Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen und deren sexueller Ausbeutung”
Aller guten Dinge sind Vier
Ich mag es gar nicht laut sagen, könnte ja gleich wieder aus gehen, aber ich habe jetzt DSL in der Hütte. Zwei Lampen leuchten, zwei Lampen blinken.
Der Weg hierhin war hart, auch heute wieder. Der Service und der Manager riefen beide an im Laufe des Nachmittags und fragten, ob die Lampen leuchten. Was sie nicht taten. Dann wiederholte sich mehrmals das Spiel mit dem Kabel in der Gegend rum stecken und dem Abfragen der Lämpchen.
Ich murmelte immer nur vor mich hin, das Signal liege nicht an und lies Fu den verbalen Kram machen. Und wieder habe ich das Thaiwort für “Blinken” vergessen. Aber lustig klingt es.
Zwischen den ganzen Anrufen war auf einmal das Signal da und Skype ging online. Das dauerte 2 Minuten und das Signal war wieder weg.
Am Ende wurde kollektiv festgestellt, dass das Signal nicht anliege und es wurde ein Team von TT&T geschickt. Die kamen tatsächlich und steckten Kabel in der Gegend rum. Wunderten sich, dass kein Signal anliegt und telefonierten wieder.
Nach einer Weile sagten sie dann, dass das Signal morgen aufgeschaltet wird. Fu sagte “Wirklich?” und der junge Mann (Fu nannte ihn Nong, also war er ziemlich jung) sagte ja. Sie schwafelten noch ein wenig und er ging. Fu rief ihm hinterher “wirklich? morgen?” und er rief zurück ja. Das Auto startete, fuhr aber nicht weg, weil der Kleine einen Anruf bekam. Der Motor ging wieder aus und er kam zurück.
Er loggte sich auf dem Router ein (Fu war ganz begeistert, dass man das kann, da hab ich eine Möglichkeit verpasst, den coolen IT-Dödel zu spielen, denn auf dem Router hab ich schon seit Tagen rumgeschraubt) und “richtete” alles ein (nicht dass ich das schon gemacht hätte, egal).
Dann sagte er, dass wir morgen Mittag Internet haben. Fu rief ihm hinterher “Wirklich? Morgen mittag?” und er rief zurück ja.
Das war die seltsamste Kommunikation zwischen Thais seit langem.
Jedenfall fuhr der Service von dannen, Fu und ich wir gingen Essen und der Service rief an, wir sollten doch mal die Lampen checken. Also nichts wie nach Hause und Lampen angekuckt: Kein Signal. Er rief wieder an und fragte, wie es aussieht, es ergab sich ein Dialog wie in der IBM-Werbung damals (“Druckt er? Nein. Und jetzt? Druckt nicht. Und Jetzt? War die Lampe.”) und plötzlich war das Signal da. Und ging nicht mehr weg.
Seither sitzen wir anbetend vor den Lämpchen und überlegen, was wir nun mit dem ganzen Internet anstellen sollen. Asmodeus ist nun die 192.168.1.42 — wie es sich gehört für mein kleines Heimnetzwerk.
Gleich mal kucken, was sich auf den Pornoseiten so alles geändert hat…
Jetzt hab ich 7 Telefonnummern und 4 “Freunde” mehr, die ich bei bestimmten Problemen anrufen kann. So hat jede Wartezeit in Thailand ihr Gutes.
Heute also wurde fristgerecht das Internet geliefert. Ab nächstes Jahr feiern wir jeden 4. März den DSL-Tag. Und nun werde ich DSL nie wieder auf diesen Seiten erwähnen. Vermutlich.
Makha Bucha Day
Gestern war Makha Bucha Day. Neun Monate nach Buddhas Erleuchtung am Vollmondtag des dritten Monats des Mondjahres (da braucht man mehr als zehn Finger um das Datum zu errechnen) begaben sich verschiedene Ereignisse:
- 1250 Anhänger, Buddhas Schüler (Arhantas, erleuchtet und von ihm ordiniert), versammelten sich ohne Absprache um Buddha
- Buddha hielt eine Predigt, in der er die Grundlagen des Buddhismuses legte, Ovadhapatimokha genannt.
Damit ist dieser Tag einer der drei wichtigsten buddhistischen Feiertage im Theravada-Buddhismus.
Am Makha Bucha Tag führen Buddhisten vier Verrichtungen durch:
- Tham Bon: Man geht in den Tempel, hört einer Predigt zu, spendet Geld usw.
- Rub Sil: Man trinkt keinen Alkohol und tut nichts Unmoralisches (was mal seltsamerweise sowieso nie machen sollte).
- Tuk Bard: Mönche werden am Vormittag verköstigt. Im Tempel in Choeng Mon gestern war ein mehrere Tische langes Buffet aufgebaut.
- Vien Tien: Man nimmt an der abendlichen Kerzenprozession teil. Dabei prozessiert man mit Kerzen dreimal im Uhrzeigersinn um die Uposatha-Halle, das Hauptgebäude des Tempels herum.
Da es bei den vergangenen Feiertagen in diesem Jahr, sowohl zu Silvester/Neujahr und dem chinesischen Neujahr zu Anschlägen gekommen ist, wurde auch diesmal vor Anschlägen gewarnt und die Sicherheit aufgestockt . Abgesehen von den “normales” Anschlägen im Süden gab es aber keine.
Ovadhapatimokha und der achtfache Pfad
Der Achtfache Pfad stellt die Grundlagen im Buddhismus dar und besteht aus folgenden Elementen:
- Rechte Ansicht (Samma Ditthi)
- Rechtes Denken (Samma Sankappo)
- Rechte Rede (Samma Vaca)
- Rechte Handlung (Samma Kammanto)
- Rechter Lebenserwerb (Samma Ajivo)
- Rechte Anstrengung (Samma Vayamo)
- Rechte Achtsamkeit (Samma Sati)
- Rechte Konzentration (Samma Samadhi)
Ovadhapatimokha wird die dreistufige Darstellung der Lehren Buddhas genannt, die eine kompaktere Version des Achtfachen Pfades darstellt.
- Die Weisheit (Panna): Hierunter fallen Rechte Ansicht sowie Rechtes Denken.
- Die Ethik (Sila): Hierunter fallen Rechte Rede, Rechte Handlung sowie Rechter Lebenserwerb.
- Die Sammlung (Samadhi): Hierunter fallen Rechte Anstrengung, Rechte Achtsamkeit sowie Rechte Konzentration.
(Dieser Eintrag wird noch erweitert)
Der gro?e Tag (zweiter und dritter Versuch)
Regelmässige Leser dieser kleinen Publikation werden sich erinnern, dass ich anstrebe, aus meiner kleinen Hütte mit den Hunden gemeinsam ins Internet zu gehen. Schneller als bisher mit dem 5kB-Mobilemodem. DSL ist eine gute Sache (wir Kenner nennen es hier ADSL2+) und überall verfügbar. Nur nicht in meiner Hütte.
Zum Donnerstag nun ward mir das Internet ganz bestimmt verkündet. Und kam nicht. Gestern nun kamen die Kabelleger wieder. Gleich am Morgen fuhren sie auf und rauchten erstmal eine. Dann machte man sich ans Kabellegen. Das dauerte den ganzen Vormittag und kurz vor Nachmittag wickelten sie dann ein dickes schwarzes Kabel um den Baum hinterm Haus, schoben es mir ins Dach hinein und nebem dem UBC-Kabel wieder heraus. Schnipp schnipp. Schraub Schraub. Fertig.
Es waren 4 Männer, einer arbeitete und die anderen drei spielten mit den Hunden und fütterten sie mit Erdnüssen. Sie rauchten noch ein bisschen und unterhielten sich mit der Hausbesitzerin.
Als sie weg waren, kam sie zu mir und fing an, sich mit mir zu unterhalten. ?ber ein Websiteprojekt, was wir laufen haben, über die Pflanzen im Garten und dass die Hunde gerne spielen. Mir wurde mulmig zumute. Nach einer Weile sagte sie dann “Internet” und legte eine lange Pause ein. Ich liess mich zu einer triumphierenden Geste hinrei?en. Sie sprach dann “come tomorrow”.
Super.
Ich packte meinen Kram ein, klaubte die letzten Baht aus der Sofaritze und wandelte wieder ins klimatisierte Internetcafe.
Heute nun schaltete ich meinen kleinen Router ein und schaute gebannt auf die grünen Lämpchen. Eine leuchtete. Power. Eine blinkte. Test. Gut. Blink blink. Dann hörte sie auf zu blinken und eine andere Lampe fing an zu blinken. Status. Sehr schön. Dann tat sich nichts mehr. Nachmittags riefen wir dann beim Support an und fragten, was nun ist mit Internet und so.
Der Support stellte viele kluge Fragen und lies sich genau erklären, welche Lampen blinken und welche nicht. Das Thaiwort für Blinken forderte mir immer ein bisschen Kraft ab, nicht laut los zu lachen. Allerdings hab ich es schon wieder vergessen. Jedenfalls sagte der Support dann, dass ich blöd sei, ich müsse ja das Kabel auch in den Computer stecken (ohne auf die nicht leuchtende Lampe bei Line einzugehen).
Ich steckte das Notebook an und legte (als braver Windowsuser) die Installations-CD ein. In Thailand muss man DSL installieren. Nach vielen bunten Bildern welches Kabel wohl in welche Buchse gesteckt würde kam die Abfrage eines Zuganges. Username und Passwort. Davon hab ich in Verbindung mit DSL noch nie was gehört. Also bin ich wieder zu den Hausbesitzern und wir haben in den Papieren gekramt. Ganz klein stand dann irgendwo ein Zugang. Der wurde eingetippt und das Programm checkte, ob alles in Ordnung sei.
War es nicht. Fehlermeldung: Es liegt kein DSL-Signal an. Fu rief wieder bei der Servicestelle an, dass kein Signal anliege (wie ich bereits einmal erklärt habe). Es wurden wieder die Lämpchen abgefragt (Lämpchen sind wichtig in Thailand) und Kabel in der Gegend rumgesteckt. Anschlie?end diagnostizierte der Support mich abermals als blöd und meinte, dass da gar kein Signal anliege.
Gut. Oder auch nicht. Denn anscheinend hat der DSL-Anbieter mit den Leitungen nichts zu tun. Wir riefen also beim Signalfreischalter an und der sagte uns, ja klar. Das können wir machen. In sieben Tagen. Fu wurde bleich und geschäftig und sprach recht häufig von “Farang” und “tham ngan” (langnasiger Europäer und Arbeit) und legte dann relativ wütend auf.
Es wurde sich mit dem Hausbesitzer beraten und sie riefen dann den Kabelleger an. Das ist die dritte Partei im Spiel. Der kam dann sofort, sagte irgendwas von “lööm” (vergessen) und prüfte die Kabel. Die waren alle in Ordnung, also rief er einen Manager bei TT&T an und diskutierte lange mit ihm. Auch dieser sprach wieder von einer 7-Tage-Frist. Anschlie?end wurde eine andere wichtige Person angerufen, eine Zigarette geraucht und der TT&T-Manager rief bei uns an und sagte, dass morgen (am Sonntag) mein Signal freigeschaltet wird. Wir dürfen ihn gerne morgen anrufen und uns absichern, dass alles in Ordnung ist.
Den Rest des Abends muss ich übrigens mit so einer komischen Musical-Zeile im Kopf verbringen, wo eine Göre in nervigem Tone ständig “Tomorrow, Tomorrow!!!” singt.
?brigens: Morgen hab ich hier DSL.
Charlie
Hier kommt grade auf UBC (ach nein, wir heißen ja jetzt true visions) ein Charlie-Chaplin-Film. Schwarz Weiss. Mit französischen Einlagen. Logischerweise kommt sowas nur Nachts. Aber keine Sorge, ich bleib wach und kuck mir das an…
PS: Mir fällt grade ein, dass ich meinem besten Freund seit über einem Jahr einen Eintrag über die 5 Filme, die mich definitiv zum Heulen bringen, verprochen habe. Chaplin (der Film namens) ist dabei.
Der Mörder
Und wieder hat Lt-General Assawin Khwanmuang zugeschlagen und einen Farang-Mord schnell und einfach aufgeklärt.
Es wurde ein Mann verhaftet , der nach längerem Verhör gestanden hat, die beiden Russinnen in Pattaya umgebracht zu haben. Er hat bereits eine Polizeiakte mit mehreren ?berfällen. Nun soll es also doch ein Raub gewesen sein.
Der ganzen Sache voraus gegangen ist die Einbeziehung eines ““Game-Show-Gewinners”:http://www.cdnn.info/news/travel/t070228.html”, der anhand der ?berwachungskamerabilder die Marke des Mopeds erkannt hat — eine Honda Wave (das hätte ich auch gekonnt, jedes zweite Moped hier ist — eine Honda Wave) und ein Fahndungsphoto heute Nachmittag.
Da fällt gar nicht weiter ins Gewicht, dass noch heute Morgen ein Raubüberfall kategorisch ausgeschlossen wurde. Weil nichts geraubt wurde.
Die Spur der beiden russischen Männer , mit denen die Toten sich kurz vor dem Mord getroffen hatten, wird somit nicht weiterverfolgt. Auch nicht die Spur der Bandenkriege zwischen Thai- und Russenmafia. Auch nicht die Spur eines angeblich mit dem gleichen Flug gekommenen Killers. Wir haben ja einen geständigen Täter.
Der gro?e Tag
Es sieht so aus, als ob ich tatsächlich heute Abend das weltweite Internetz aus meiner kleinen Hütte heraus besuchen kann.
Gestern waren auf einmal viele halbnackte muskulöse Thaiboys um mein Haus herum damit beschäftigt, Masten aufzustellen. Ganz im Stil meines Hauses waren das abgeschälte Baumstämme. Der Grundstücksbesitzer muss die Masten auf seinem eigenen Grund selbst aufstellen. Das waren also noch keine TT&T-Leute.
Eben nun kam die Hausbesitzerin vorbei und meinte auf Thai und mit vielen Worten, was ich seltsamerweise verstanden habe, dass sie angerufen hätten und nicht wüssten, um welche Uhrzeit sie heute kämen. Im gleichen Moment fuhr ein Pickup auf den Sandplatz mit vielen Metallpfählen.
Und eben ziehen hier Regenwolken auf.
Ich warte also gespannt.
[Update 16:30] Punkt 16 Uhr stand ein Telecom-Pickup im Garten. Der Motor läuft seither und die Hausbesitzerin quatscht mit den zwei Typen. Hin und wieder wird telefoniert. Entweder warten sie auf den Sonnenuntergang oder darauf, dass der dicke Farang ausrastet.
[Update 16:35] Jetzt sind es drei Monteure und der Pickup ist um einen Meter nach vorne gefahren.
[Update 16:55] Ich sitze im Internetcaffee… Alles klar. Sie haben nicht genug Kabel. Anscheinend wissen Sie auch erst seit eben, wohin sie Kabel legen sollen. Ich lächelte und fuhr von dannen.
Pridiyathorn ist zurück getreten
Eben ist der stellvertretende Premierminister und Finanzminister der ?bergangsregierung Pridiyathorn Devakula zurück getreten .
Er hatte ja schon während der Somkid-Geschichte mit Rücktritt gedroht. Als Grund gibt er nun unüberwindbare Differenzen hinsichtlich der Finanzpolitik mit dem Premierminister Surayud an und erwähnt die Somkid-Sache auch noch einmal. Er sagt, dass die Regierung von bestimmten Medien beeinflusst werde und in derem Sinne handelt.
Als Reaktion auf den Rücktritt sind gleich einmal die lokalen Aktienindizes in Aufregung und befinden sich im freien Fall.
Pridiyathorn war ursprünglich sogar für das Amt des Premierministers im Gespräch.
Venusfliegenfalle
Die Herren im Bild oben werden aller zwei Monate lobend in verschiedenen Zeitungen erwähnt. Erst schrieb man, dass sie Vertragsverhandlungen mit Sony aufnehmen wollen, dann schrieb man, dass sie Vertragsverhandlungen aufgenommen haben (mit Sony) und dann hatten sie tatsächlich einen Plattenvertrag (mit Sony) unterschrieben.
Herren? Nun, ja, Herren. In früheren Berichten schrieb man immer, es handele sich um der Welt einzige Ladyboy-Band. In den letzten Berichten hei?t es dann schon, es wäre die erste Transgender-Band der Welt, weshalb ich annehme, dass es sich bei “Venusflytrap” inzwischen um eine gemischtgeschlechtliche Band handelt.
Im Dezember ist ihr Album raus gekommen. “Visa for love”.
Die Band hat sogar schon ihre eigene MySpace-Seite (mit jeder Menge Material) und eine offizielle Seite bei Sony Thailand (wenn deren Server mal nicht gerade ausgefallen ist).
Pattayas Normalität
Hin und wieder befinden sich unter den täglichen durch unnatürliche Ursachen getöteten Personen in Thailand Ausländer. Darunter ein amerikanischer Teenager, der sich zwischen zwei Wagen eines Zuges in Ermangelung einer Klimaanlage heraus lehnte, um sich abzukühlen und dann bei voller Fahrt von einem in die Strecke hängendem Hindernis herunter gerissen wurde (Stichwort “freak accident”) oder ein Sachsen-Anhaltiner, der wegen Pädophilie festgenommen wurde und nach einigen Tagen mit aufgeschnittenen Pulsadern in seiner Zelle aufgefunden wurde — als Todesursache wurde allerdings ein in den Mund gestopfter Sockenballen ermittelt, an welchem er erstickte.
Bei solchen Fällen reagieren die Medien, Politiker und die Polizei im Lande immer sehr sensibel und sind bemüht, die Fälle schnell zu lösen und “Schuldige” zu präsentieren (siehe auch die schnelle “Auflösung” des Mordes im New Hut vergangenen Januar).
Am Wochenende nun wurden in Pattaya (wo eigentlich regelmä?ig Farangs auf verschiedene Art und Weise umkommen — einer der Gründe, warum ich da noch nie war) zwei russische Touristinnen erschossen .
Sie reisten am 16. Februar mit einer russischen Reisegruppe ein, setzten sich ab und sind seither auf eigene Faus in Pattaya unterwegs gewesen. Dort sind sie durch einen Streit mit einem lokalen Liegestuhlvermieter aufgefallen (welcher als erster Verdächtiger herhalten durfte) und wurden dann Samstag morgen tot in ihren Liegestühlen aufgefunden. Der Parkplatzwächter eines benachbarten Ressort hatte Schüsse gehört. Vor dem Mord wurden sie zuletzt in einer Bar gesehen, wo sie sich mit zwei russischen Männern unterhalten haben (die als zweite Verdächtige herhalten durften). Der Mord wurde von einer ?berwachungskamera aufgezeichnet, allerdings ist der Täter nicht zu erkennen. Er ist relativ gro? und hat eine Figur, welche die Polizei zuerst zu der Aussage hinrei?en lie?, es könne ein ausländischer Täter sein, denn die Statur passt nicht zu einem Thai.
Alles in allem tappt die Polizei allerdings im Dunkeln. Man hat jede Menge Beweismittel, aber keinen greifbaren Täter, kein greifbares Motiv. Lt-General Assawin Khwanmuang (der auch schon im New-Hut-Mord für eine schnelle “Aufklärung” sorgte, ist auch hier wieder am Werke, allerdings wenig erfolgreich bisher. Die Gerüchteküche brodelt — es ist die Rede von russischen Bandenkriegen, die beiden Frauen sollen Prostituierte gewesen sein (eine Behauptung die inzwischen zurück genommen wurde). Der aktuelle Verdächtige ist ein Tourguide, der ohne Tourguide-Lizenz arbeitete und seit dem Mord verschwunden ist .
Pattaya ist wie gesagt bekannt für seine blühende Sex-Industrie und eine hohe Kriminalitätsrate. Dieser Mord kommt vielen Kritikern nun sehr recht, um ein Aufräumen Pattayas zu fordern. Pattaya ist als Hochburg ausländischer Krimineller bekannt. Von russischen Gangs ist die Rede.
Hier auf Samui haben “die Russen” nie einen Bein auf den Boden bekommen. Es gibt Berichte, nach denen russische Banden im Inselsüden versucht haben, heimisch zu werden. Allerdings haben drei einheimische Familien alle zwielichtigen Geschäfte in der Hand und regeln alle grö?eren Probleme per Auftragskiller. Diebe werden meist schnell gefasst (was nicht bedeutet, dass das Diebesgut wieder beim Bestohlenen landet), Insassen des Inselgefängnisses, denen ein Ausbruch gelingt, sterben meist auf der Flucht.
PS: Falls sich jemand über die Anführungszeichen um die Auflösung des Mordes im New Hut wundert: so ganz klar ist bis heute nicht, ob das Geständnis der beiden Täter echt oder gekauft ist. Den Imageschaden hat die schnelle Lösung des Falles aber gering gehalten.
Sarah Brightman
UBC (oh, ah, warte, es hei?t jetzt true Visions) ist sowas wie premiere für Arme. Also das premiere von vor drei Jahren, was Anderes kenne ich ja nicht. Auf thematischen Spartenkanälen werden nette “Hitserien” aus allen möglichen Ländern (nur nicht Deutschland, was uns das wohl zu sagen hat) je nach Paket verschlüsselt oder unverschlüsselt ohne Werbeunterbrechung dreimal täglich ausgestrahlt, nur um dann die verbleibende Zeit bis zur nächsten vollen Stunde mit Eigenwerbung zu füllen. Darüber (UBC (oh, ah, warte, es hei?t jetzt true Visions)) wollte ich schon länger mal schreiben. Jaja. Die Zeit. Die normalen Thaikanäle gibt es natürlich auch noch.
Jedenfalls: Wenn die Folge einer Serie auf true Visions series nur 35 Minuten lang ist, dann bleiben 25 Minuten für Trailer der anderen Kanäle (“Abenteuer Leben” — eine amerikanische Miniserie über Spermien die ein Ei befruchten das sich dann in aufregenden Animationen zum Baby entwickelt, was wiederum von Einspielern eines weiblichen thailändischen Leinwandstars unterbrochen wird, der anscheinend kurz vor dem Ploppen steht, Videos der “akademy fantasia”-Stars und Verständnisheischtrailer von UBC, was jetzt true Visions heisst — mit Clown und Luftballon).
Leider gibt es häufig nicht soviele Trailer, wie es Zeit gibt und so strahlt man eine Folge von “Jukebox”, einem normalerweise 10 Minuten langen Lückenfüller aus, in dem erst das Entstehen eines Videos dokumentiert wird, nur um dann das Video selbst zu zeigen. Hin und wieder kommt der geneigte Fernsehbetrachter mangels Zeitmangels dann in den eher fragwürdigen Genuss einer Spezialausgabe mit Sarah Brightman. Da wird dann kein Video erklärt, sondern 10 Minuten lang erzählt, wie sie von ihren einfachen Anfängen (einem Popvideo in den späten Achtzigern in Stretchhose) über “den Guinness-Rekord für die meisten in Deutschland verkauften Singles aller Zeiten” (ist das ein aktueller Anspruch?) zu so seltsamen Poptechnoklassik-Stücken wo sie Kolloraturen in seltsamen Kostümen singt und mit gro?en Augen an der Kamera vorbei sieht (wie Orlando in der filmischen Ringtriologie). Ich finde ja, mit bestimmten Knochenstrukturen am Schädel sollte man gewisse Kamerawinkel und “Gesichtsausdrücke” vermeiden oder verbieten.
Jedenfalls wird da kräftig geprotzt mit ihren ganzen Erfolgen und dass sie ja ein ganz normaler Mensch ist (sie sitzt in Trainingshose im Studio und iss ein Bagel) und überhaupt ganz total super toll und hoch singt und man bringt Ausschnitte aus Konzerten wo sie Songs singt, die normalerweise von den drei Tenören gesungen werden (das habe ich früher auch gemacht).
Mit dem Titelsong aus dem “Phantom of the opera” in einem Video das von der Bildqualität und Ausführung an die späten Achtziger erinnert endet das Ganze dann immer.
Mein dringender Appell an alle amerikanischen, britischen, französischen, australischen und tschechischen Hitserien: Bitte, macht eure Folgen mindestens 41 Minuten lang. Dann hat Sarah keine Chance mehr, meinen Morgen zu, ehm, bereichern und sich den Thais in Verbindung mit Deutschland einzuprägen. Dann bringt man nämlich kürzere Videos von Thaistars und der Dings… hier Hotelerbin… Paris Hilton… auch nicht intelligent (in der Aussage) oder schön aber kürzer.
Hin und wieder wünscht man sich einen kleinen Putsch herbei. Da gibts wenigsten Trailer mit Inhalten im Fernsehen zu sehen.
PS: So. Und nun mal Butter bei die Fische — Wer hat “Time to say Good-Bye” in der CD-Sammlung? Das ist ein prioritäres Ausschlusskriterium hier…
Terminplanung (Thaistyle)
Ende Dezember 2006 (vergangenes Jahr quasitxp:gho_footnote Mit Grüßen</txp:gho_footnote>):
Ich: I need an online-connection in my house next year. Is this possible?
Hausbesitzer: Yes. Yes. I check it with the company…
…
Anfang Januar:
Ich: How about my internet-connection?
Er: Yes. Yes. We can make it but it will cost 1000 Baht.
Ich: Ok, no problem.
…
Mitte Januar:
Ich: When is my connection ready? I need internet to work…
Er: Middle of february they say
…
Mitte Februar (um genau zu sein am 17. Februar, ich wusste nicht genau, wo in Thailand die Mitte eines nicht schaltjahrigen Februars liegt):
Ich: How about my internet?
Er: Yes. Yes. End of next week you have…
…
Ende der nächsten Woche (also vergangenes Wochenende):
Ich: Internet?
Er: Yes. I don’t know when. But you have to pay 3900 Baht now.
(Eine Stunde später hatte ich einen Router, keine Leitung, im Hause stehen.)
…
Gestern:
Ich: I will have to move if I don’t get internet until the end of the month. I cannot work.
Er: Yes. Yes. I check with the company.
…
Heute:
Er: Internet will come Thursday.
(Donnerstag ist meiner Rechnung nach der nächste Monat.)
…
Hätte ich ein Geisterhaus, ich würde glatt ein paar Räucherstäbchen anzünden. In 48 Stunden wissen wir mehr.
Bauernopfer?
In den vergangenen Tagen konnten wir Zeuge eines seltsamen politischen Schachzuges werden, der anscheinend nach hinten los gegangen ist.
Mit Somkid Jatusripitak wurde ein ehemaliger Finanz- und stellvertretender Premierminister der Thaksinocray Ära als Sprecher der Kampagne zur Verbreitung und Bekanntmachung der sog. Sufficiency Economy verplichtet.
Surayud’s naming of Somkid as the chairman of the International Economic Coordination Committee came as a big surprise. In this fresh role, Somkid will become an official spokesman of the Surayud government in charge of propagating the sufficiency theory to the international community. He is also expected to mount road shows to explain the merits of the sufficiency theory to foreign governments, agencies and investors. [The Nation ]
Somkid war zwar nicht unbedingt ein Freund Thaksins und hat einige Regelungen und personelle Entscheidungen getroffen, die Thaksin nicht gefielen, hat aber unter anderem die Liberalisierung des Marktes für Großunternehmen und die populistischen Strategien zur Wählergewinnung von Thai Rak Thai entwickelt. Er wird als Hauptverfechter der Thaksinomics genannt, Thaksins Strategie, mit der er Thailand zu einem der wirtschaftlich stärksten Ländern in Südostasien machte. Vor dem Stillstand.
Es war nicht ganz klar, ob das nun nur ein Propaganda-Schritt Surayuds gegen Thaksin war (“Schaut her, selbst seine damaligen Mitstreiter unterstützen uns”) oder ob Somkid mit dem Herzen die Sufficiency-Theorie unterstützt, die eigentlich das genaue Gegenteil der Thaksinomics-Theorie ist.
Es gab gleich zu Beginn Gerüchte, dass der stellvertretende Premierminister und aktueller Finanzminister Pridiyathorn Devakula sehr gegen Somkids Ernennung war, und gegenüber Surayudh bereits mit seinem Rücktritt gedroht hatte. Als dann auch noch die PAD (Peoples Alliance for Democracy — die Vereinigung, die schon 2005 angefangen hatte, gegen Thaksin zu demonstrieren und eigentlich ihre Auflösung bekannt gegeben hatte, nachdem Thaksin seiner Ämter enthoben war) Somkids Rücktritt forderte , konnte Somkid nicht mehr viel machen und ist nun nach ein paar Tagen in seiner neuen Position zurück getreten . Das Kommitee wurde auch aufgelöst.
Das Ganze Hin und Her ist wieder mal ein gutes Beispiel für überhastete Entscheidungen, halb durchdachte Strategien und unbedachte Äußerungen. Aber auch gute Ideen scheitern zur Zeit an der schier unüberwindbaren Masse an Meinungen und Gruppierungen, die alle verschiedenen Interessen nach gehen, aber genügend Einfluss haben, um die Dinge ins Wanken zu bringen.
Publiziert
Ich dachte ja immer, dass meine Buchstabenspielereien zuerst eines Tages gedruckt werden würden. Dem scheint nicht so zu sein. Bilder sind gewünscht. Bitte gerne.
Ich darf in den nächsten Tagen sü?e Shih-Tzu-Bilder zusammenstellen, damit sie in einen Kalender kommen. Fein fein. Damit haben wir die Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke für dieses Jahr auch schon mal abgehakt ;)
Ferkel
Die Sau beim Nachbarn wirft grad Baby-Schweine. Es ist ein Geschreie als ob sie alle abgeschlachtet werden. Und der gro?e schwarze Hund jault auch die ganze Zeit. Das werden wieder ein paar unruhige Nächte im Revier.
Hundeleben
Links von der Veranda weg jault gerade der angeschnallte Gro?e Schwarze Hund vor sich hin. Hat sich vermutlich wieder so lange um seinen Pfosten gedreht, bis er nur noch stehen kann und die Leine zu kurz ist.
Soosie kuckt kurz hin, ihr Auge zuckt. Pokki legt sich auf Wachposition. Nach einer kleinen Weile ist wieder Ruhe und die beiden können sich mit Schildkröten und Babykokosnüssen beschäftigen.
Ich kämme Soosie jeden Tag eine Stunde lang und hoffe, dass der Filz um die Wunden endlich mal raus kommt. Macht ja keinen Sinn, sie zu duschen, solange da fette Matte herrscht. Sie stinkt ein bisschen nach Fisch, weil sie um die Ecke Fischabfälle im Gras gefunden hat.
Die Nähte sind raus, der Bauch ein bisschen blau und wenn jemand zu sieht oder hört, dann jault sie ein bisschen, wenn ich sie berühre. Die Aufmerksamkeit gefällt ihr. Man findet die Bisse nur, wenn man nach Knoten im Fell sucht.
Mit ihren Haaren muss ich mir auch was überlegen. Sie sind in einer unmöglichen Länge. Zu kurz für haltbare Zöpfe. Zu lang für eine offene Mähne.
Urlaub auf Samui
Jana Simon schreibt in der ZEIT online über Samui, wie sich alles “ein kleines bisschen” veränderte in den vergangenen 10 Jahren und (natürlich) über die Sextouristen:
Zu Weihnachten sehe ich sie im Restaurant. Der Mann telefoniert ausgiebig am Handy in seiner Landessprache. Die Thailänderin hat ihr Kind mitgebracht und isst stumm ihre Königsgarnelen. Unterhalten können sie sich meist nicht viel, die gemeinsame Sprache fehlt. In den Buchläden der Insel gibt es Erfahrungsberichte von Männern aus dem Westen, die sich in Thailänderinnen verliebt haben. Die Geschichten enden alle gleich, die Thai-Frau betrügt ihn, und der Mann kehrt entweder reumütig in seine Heimat zurück oder verliebt sich in die nächste Thai.
Das Problem mit diesen “Erfahrungsberichten” ist übrigens, dass diese Männer diese Frauen immer in Bars kennen lernen. Das kann gar nicht gut enden. Aber dazu später mal mehr.
Gong Xi Fa Chi
Das Jahr des goldenen Schweins beginnt. Kann gar nicht besser gehen…
Valentinstag Samuistyle
Gestern wurde ich Zeuge einer seltsamen Veranstaltung.
Gruppen von Samuianern gingen jeweils 2km die Ringstrasse entlang, trugen Fahnen und vorne weg fuhr ein Auto das Parolen aus Lautsprechern verlauten ließ. Was sie da verkündeten hab ich nicht ergründen können. Es waren immer Gruppen von Schülern, Schülerinnen, Soldaten oder Polizisten. Fein geschlechtsgetrennt.
Das Ganze ging wohl den ganzen Vormittag lang. Ich konnte das nur von Ban Thai bis zum Tesko mit verfolgen. Man hat ja so seine Besorgungen am Valentinstag zu machen.
Hinterher fuhr immer ein Krankenwagen.
Wenn es eine Valentinstagsaktion war, dann war es ein großes Opfer der Beteiligten, denn kein Thai würde freiwillig mehr als 100 Meter laufen. Selbst zum Eiswagen an der Straße fährt man mit dem Moped. 2km Laufen ist eine Meisterleistung.
Valentinstag Thaistyle
Eigentlich wollte ich ja einen grö?eren Eintrag zu dem ganzen Valentinstag-Trara schreiben, das jedes Jahr in Thailand stattfindet, aber irgendwie ist selbiger fast schon wieder vorbei. Also nur ganz kurz und zusammenfassend:
Ich durfte in den vergangenen zwei Jahren bereits feststellen, dass die Medien in den zwei Wochen vor dem Valentinstag geradezu hysterisch werden. Die Zeitungen berichten zuerst über neue Erkenntnisse zum sexuellen Verhalten “der Jugend”, nur um dann Wertediskussionen los zu treten, in Panik zu geraten, vor überteuerten Rosen zu warnen und das Wort Sex in gro?en Buchstaben auf die Titelseiten zu packen.
Grund hierfür ist wohl eine mehrere Jahre alte Studie eines Sexualforschers, der festgestellt haben will, dass Thailands Teens das erste Mal Sex an drei bestimmten Daten im Jahr haben: Ihrem Geburtstag (welchem wird nicht verraten), Loy Kratong und dem Valentinstag.
Vergangenes Jahr bspw. wurde festgestellt, dass der durchschnittliche Thai mit 16 Jahren viel zu früh Sex hat. Mit 20 ist man hier im Alter, in welchem man den Zeitpunkt selbst bestimmen darf.
Dieses Jahr nun führte ein Institut in Bangkok eine Umfrage durch, bei der herauskam, dass von 8 Teens, die online Bekanntschaften geschlossen und diese auch getroffen haben, eine dieser acht Personen Sex mit diesem Bekannten hatte. Das führte dann zu Schlagzeilen wie “Jeder Achte Teen hat Sex mit Fremden” und ?hnlichem. Jeder sechste dieser acht Teens hat sogar schon mal Sexseiten besucht!!!
Die Regierung brachte die “10 Gebote der Liebe” heraus, darunter so zeitlose Perlen wie:
- Liebe nur einen mit ganzem Herzen
- Liebe mit Geduld, auf dass du nicht vorzeitig schwanger wirst.
Wahre Liebe hat mit Sex nichts zu tun, sagt die Regierung.
Fazit: Heute ist eine Sondereinheit von 90 Polizisten in der Hauptstadt unterwegs, die eng umschlungene Gestalten auseinander rei?en wird und “Underage Kissing” ist verboten. Ab 22 Uhr haben Teenager strikte Ausgangssperre in Bangkok. Nur Heute. Nur am Valentinstag. An anderen Tagen sind Thailands Teens moralstark, haben keinen Sex, gehen nicht online, spielen Scrabble. Und die internationalen Medien haben endlich mal wieder eine amüsante Geschichte über Thailand zu berichten. Ganz ohne Bomben, geköpften Buddhisten, Thaksin oder Sextouristen.
Fälscherin
Gestern kam Fu mit einem Packen uralter Passphotos an und wollte das aktuellste (ungefähr 5 Jahre alt) eingescannt haben, damit sie davon neue Passphotos machen lassen kann. Man muss ja sparen, meinte sie.
Ich scannte das Photo ein (sie steht extrem geschminkt mit bösem Blick vor einer wei?en Wand und trägt einen schwarzen Talar mit orangenen Streifen). Passphotos müssen in Thailand wohl immer den Status, Rang oder Abschluss anzeigen und alle, die eine universitäre Ausbildung genossen haben, tragen auf den Passphotos Talar.
So. Ich war fertig mit dem Scannen und ging ins Schlafzimmer, um einen Rohling zu holen (wir führen immer stundenlange Diskussionen, weil ich einen ganzen Rohling für ihre 1MB-Geschichten verschwenden darf). Als ich zurück kam, sass sie am Computer und photoshoppte am Bild herum. Ich meinte so, vergiss es, ich brenn dir doch keine Fälschung, was machst du da eigentlich, ist deine Haut nicht wei? genug oder was soll das?
Bei genauerer Betrachtung stellte ich dann fest, dass sie die orangenen Streifen pink gefärbt hat. Ziemlich stümperhaft sogar. Nach eingehender Diskussion (ich weigerte mich, eine Fälschung zu brennen, da bin ich prinzipientreu) stellte sich heraus, dass sie für ein solches Passphoto nach Surat Thani gehen müsste, weil man hier auf der Insel mangels Universität derartig gepinkte Talare nicht hat, sie aber auf ihrem Passphoto ihren neuesten Abschluss haben will. Auf die Frage, warum sie denn nicht bei einem ihrer ständigen Besuche in Surat die Photos machen lassen hat, bekam ich eines der berühmtem “kikiat” (zu faul, keine Lust) zu hören.
Schön und gut, das Ende der Geschichte war, dass ich ihr das Photo brennen sollte. Sie ging mit den Hunden Gassi und ich brannte ihr das Original und die Fälschung auf die CD (nicht ohne die Fälschung vorher fake-fu.jpg zu nennen).
Als ich fertig war und sie zurück kam, meinte sie ganz gelassen: Siehst du, war doch ganz einfach. Ich grinste nur.
Bin gespannt, wie sie reagierenn wird, wenn sie den Schnurrbart und die schwarzen Augenbrauen sieht. Ich kann nämlich auch photoshoppen.
Werbehölle
Liebe Werber, besonders diejenigen unter Ihnen (also unter im Sinne einer Schnittmenge, nicht körperlich unter Ihnen, ich mag nicht annehmen, dass es sowas wie eine Reklamecouch unter Ihnen (auch dies Schnittmenge) gibt) die ungewünschte Werbe-Emails versenden (per Email (also elektronisch), sozusagen),
Bitte beachten Sie in Zukunft, dass Sie wenn Sie mir ungewünschte Werbe-Emails schicken (per Email (also elektronisch), sozusagen), die relavante URL ohne Rechtschreibefehler in der Email verewigen. Man könnte sich sonst eine Blöße geben. Intellektuell. Also mit Intelligenz. Himel noch einz.
Grü?e
Unerwünscht in Ihrer Spamdatenbank sitzender Emailnutzer.
PS: Nein, Ihr aktuellster Eintrag ist mir auch als Blogfreund zuwider, uninteressant, schlecht beworben und abgrundtief dumm. Und wenn Sie mich kennen würden, so wie Sie es vorgeben zu tun, dann wüssten Sie ob meiner geringschätzigen Meinung der Deutschen Blogosphäre gegenüber (wenngleich ich mir auch nicht ganz sicher bin, ob Sie mich aus eben diesem Grund beschreiben).
PPS: Sollte noch eine Mail mit richtiger Rechschreibung kommen verklag ich dich, du SAU!
Der Tag des schwarzen Hundes
Es gibt diese Tage, da merkt man schon beim Aufwachen, dass sie als schwarze Tage in die Jahresabschlusswertung eingehen werden.
Der Samstag war so ein Tag. Er begann damit, dass meine Augen beim Aufwachen nur zu 50% öffnen konnte, eines war einfach so zugeschwollen. Einfach so ist nicht ganz richtig, ich hatte schon seit 2 Tagen das Gefühl, dass da eine Erkältung an die Türen klopft, nun war sie also da.
Das war aber nicht das einzige Zeichen drohenden Ungemachs: Gleich nach dem Duschen zerriss beim Anlegen mein oranges “Long live the king”-Armband. Seit Anfang letzten Jahres trug ich das durchgehend. Eigentlich sollte das Rei?en ein Grund zur Freude sein, denn damit wäre Thaksins Behauptung, er kann das Band nicht mehr tragen, weil es “durch häufige Benutzung gerissen” sei (wenige Wochen vor seinem folgenschweren UN-Besuch) nun ziemlich definitiv widerlegt. Andererseits fühlt sich der Arm nun relativ nackt an, und die einzigen Gummiarmbandalternativen sind derzeit schwarzgoldene (Promotion für den hoch gehandelten “King Naresuan”-Movie) oder pinke (für die Tierheilsarmee).
Als dann Soosie noch begann, mein kleines Gipsbuddhaamulett anzuknabbern — ziemlich erfolgreich -, war es sowieso zu spät.
Das Ungemach begann dann am Nachmittag. Bis dahin konnte ich kraft Fiebers und Müdigkeit Hunde und Laune im Bett halten. Irgendwann aber müssen sie nun einmal raus und so öffneten sich die Tore des Schutzwalles und die Hunde strömten nach draussen.
Draussen angekommen wurde nach langem Beschnüffeln Unverändertheit festgestellt und wir lie?en uns auf der Veranda nieder.
Plötzlich kam eine Thaifrau vorbei spaziert. Soosie tat das, was sie immer tut: hin rennen und Hallo sagen ohne auf meine Manii-Rufe zu achten. Dummerweise war die Thaifrau eher furchtsam und zog sich kreischend zurück. Ich rief noch, dass Soosie nicht bei?e, was sie nicht sehr beruhigte, und machte mich auf den Weg, um Soosie weg zu fangen. Pokki nahm das zum Anlass, auch hin zu rennen, was sie noch mehr panisch machte.
Sie begann schreiend eine Palme hoch zu klettern. Die Frau. Nicht Soosie.
Pokki und Soosie standen um die Palme herum und beobachteten sie fasziniert bei ihrem Treiben. Ich war bis auf 2 Meter heran, als vom Nachbarhof der schwarze Hund angeschossen kam.
Der gro?e schwarze Hund ist eine kranke verrückte Töle, die den ganzen Tag entweder bellt oder jault, aber normalerweise an der Leine hängt. Schafft sie (die Töle) es mal, sich los zu rei?en oder loszubei?en, dann rennt sie in der Gegend rum und fällt alle Hunde an, die ihr in den Weg kommen. In der Regel kommt dann innerhalb von Sekunden der gro?e braune Hund an (ja, genau dieser) und nach einer Weile bekämpfen sich dann runde 10 Hunde auf dem Sandplatz.
Der gro?e braune Hund war aber nicht mehr gesehen worden, seit ich wieder auf der Insel bin. Der Hausherr meint: “He gone away. With the lady. For Sek.” — Man möge das nach Bedarf interpretieren.
Der gro?e schwarze Hund sprang galant über mein hastig ausgestrecktes Bein, schnappte sich Soosie, die wie ein überraschtes Kaninchen nur quiecken konnte und rannte von dannen. Ich sah in Gedanken Soosie schon das letzte Mal lebend und hinterher. Ein paar Mal konnte ich das Vieh (schwarz) treten, aber er rannte immer weiter und au?erhalb meiner Reichweite herum, Soosie fest im Biss, die immernoch zappelte und quieckte. Soweit, so gut — gut im Sinne von “Was quieckt kann nicht tot sein”.
Pokki rannte im Abstand von drei Metern hinter mir her und kläffte alle Beteiligten an. Ich nahm mir einen Felsbrocken und warf ihm dem Hund auf den Rücken, was ihm ein geringschätziges Schnauffen entlockte, aber hinsichtlich der Kieferstellung nichts bewirkte.
Inzwischen hatten wir schon einige Zuschauer angezogen und mein Hausherr kam gerannt. Er hatte die ganze Szenerie von der Hausbaustelle ein paar Meter weit weg mitbekommen und brachte Verstärkung in Form einiger muskulöser Bauburschen und dicker Bauholzbretter mit. Das erste Brett zersplitterte gleich beim ersten Aufprall, nach einigen weiteren Schlägen fiel Soosie dann zu Boden, rappelte sich auf und schlängelte sich wimmern langsam am Boden entlang in Richtung Haus.
Der Hund rannte fort, dummerweise stand ihm nun Pokki im Weg. Ich hätte ihm nach unseren bisherigen Erfahrungen mit bösen Hunden ein bisschen mehr strategischen Sinn zugetraut. Jedenfalls schnappte ihn der Köter sich, schleuderte ihn herum und nach ein paar weiteren Sekunden wimmerte auch Pokki sich dem Haus entgegen.
Der schwarze Hund verschwand, verfolgt von der Armee des Hausherren, der noch ein paar Bretter auf seinem Rücken zerschlug.
Am Haus angekommen sa? Soosie in der einen dunklen Ecke des Hauses und Pokki kauerte in der anderen. Beide jaulten jämmerlich auf, als sie mich sahen. Dabei hatte ich versucht, den Stein so unauffällig wie nur möglich zu werfen.
Pokki bekam ich zuerst in die Hände, nach genauerer Untersuchung fand ich glücklicherweise keine Wunde. Er wurde ja auch “nur” in der Gegend rumgeschleudert und hatte diesbezüglich bereits Vorerfahrungen. Au?er einem angeknacksten Selbstbewusstsein also erstmal keine bleibenden Verletzungen.
Soosie zu untersuchen war schon etwas schwerer, weil sie die ganze Zeit jaulte. Eine Fahrt ins Tierkrankenhaus war also vorprogrammiert. Gefunden habe ich ein gro?es rundes Loch in der Haut, durch das ziemlich viel Blut gelaufen kam. Ich versuchte dann, ihr das Geschirr und die Leine anzulegen, was ziemlich kompliziert war, weil ich vor mich hin zitterte. In meiner Autobiographie werde ich eines Tages schreiben, dass ich fiebrig war und Schüttelfrost hatte. In Wahrheit aber war ich so wütend, dass ich einige Zeit keinen klaren Gedanken fassen konnte. Die Hausherrin legte das Geschirr und die Leine dann an und stand noch ziemlich betreten in der Gegend rum, bis es mir gelang mit Soosie auf dem Moped gen Animal Hospital zu fahren. Pokki war zum ersten Mal seit langem zufrieden, im Haus eingeschlossen zu werden. Auf dem Moped zitterte ich dann weiter vor mich hin. Diesmal aber war es ein Fieberschub. Sehr angenehm.
Im Krankenhaus angekommen sa?en jede Menge Hundebabies in der Warteschlange. Februar scheint ein recht reproduktiver Monat zu sein. Soosie hatte sich seit der Abfahrt vom Haus nicht mehr bewegt und klemmte wie ein Muff auf meinem Arm. Auf dem Operationstisch hatten wir einige Mühe, sie herunter zu klauben.
Dummerweise war nur die Assistentin des Tierarztes da. Eine Zeit lang nahm ich an, dass beide eine gleiche Ausbildung genossen haben. Eines Tages aber, als Pokki seinen vom braunen Hund gebrochenen Kiefer behandeln lassen musste, war nur sie da und reagierte ganz panisch als ich die Zahnspange nachrichten lassen wollte. Wir mussten dann eine Stunde auf den “echten” Doktor warten, der das Ganze in 5 Minuten erledigte. Spritzen setzen darf sie aber schon.
Sie untersuchte Soosie auf Wunden und fand ein weiteres kleineres Bissloch unterhalb des Beines. Soosie wurde rasiert (glücklicherweise oder leider nur an den Wunden) und sie begann, mit metallischen Gegenständen in der Wunde herum zu stochern. Mir war dabei nicht sehr wohl. Jedenfalls stellte sie fest, dass da wohl noch einige innere Verletzungen seien. Ich wurde raus geschickt und durfte draussen auf Soosie warten.
Die Zeit zog sich hin und nach gut drei?ig Minuten standen jede Menge Hunde und eine schwangere Katze in der Warteschlange und bebellten sich gegenseitig. Mir war bei der Dauer auch nicht sehr wohl zumute.
Glücklicherweise bekam ich dann die kleine Soosie halbwegs geflickt zurück. Sie haben nur die bereits gefundenen zwei Bisse behandeln müssen. Eine davon wurde genäht, die andere muss offen bleiben, um die Luft aus dem Körper entweichen zu lassen, weil durch das Hin- und Herschleudern wohl ein Gro?teil der Haut vom Fleisch gerissen wurde. Klingt schlimmer als es ist, sagte man mir, versorgte mich mit verschiedenen sü?en Heilflüssigkeiten, die ich Soosie in den nächsten Tagen verabreichen darf und dem Hinweis, dass sie drei verschiedene Spritzen verpasst bekommen hat und vermutlich in den nächsten Stunden viel schlafen würde.
Zu Hause angekommen verzog Soosie sich in der Hundewohlfühlecke, in der schon Pokki sa?. Beide waren noch reichlich verstört, das legte sich aber nach ein paar Stunden wieder. Bis zum Abend verhielten sie sich dann wieder wie die normalen kleinen Bälger, die sie sind. Nur wenn jemand am Haus vorbei kam, beäugten sie ihn kritisch, anstatt gleich los zu laufen. Mir solls recht sein.
Dass Soosie was aus der ganzen Geschichte gelernt hat, zeigte sich schon beim allabendlichen Kampf der beiden. Normalerweise verbei?t sie sich in Pokkis Ohrbehaarung und lässt sich mit schleifen, nun verbiss sie sich in Pokkis Nacken. Cleveres Mädchen.
Heute nun braucht Soosie eine kleine Weile, bis sie die Treppen hochgedackelt kommt. Auch Pokki bewegt sich etwas bedächtiger von der Stelle. Wenn der gro?e schwarze Hund beim Nachbarn bellt (er hat inzwischen vom Hausherren eine neue dicke lange Eisenkette verpasst bekommen, sehr gegen den Willen der Nachbarn, aber die können nicht viel machen, er ist nun mal der Landlord in der Gegend), zuckt Soosies Auge wie das des kleinen Eishörnchen aus “Ice Age” wenn der Eisberg im Hintergrund knackt. Das ist allerdings nur lustig, wenn man die ganze Vorgeschichte au?er Acht lässt.
Soosie hat ziemlich starke Schmerzen, wenn man sie nur leicht an der Seite berührt. Auch der Bauch wird so langsam blau. Sieht ganz nach einem weiteren Tierarzbesuch aus. Pokki leckt Soosies Wunden, nachdem ich sie mit Betadine (Thailands Iod-Lösung) abgerieben habe und bewacht das Haus akribisch. Die Hausherren kommen die ganze Zeit vorbei und bringen Leckereien für die Hunde mit.
Ich habe immer noch Fieber und habe die letzten drei Tage im Bett verbracht. Wenn ich nicht grade mit den Hunden draussen war. Gassi gehen. Oder ins Krankenhaus.
Buddhaamulette, Gummiringe und geschwollene Augen können nicht lügen. Glaubt mir.
Phii Patrick
Gestern kam Fu (nach langer Zeit mal wieder) vorbei, schaute mir kurz in mein Auge und meinte dann, wenn sie das gewusst hätte, wäre sie nicht vorbei gekommen. In meinem Auge wohnt ein böser Geist und alle, die mir ins Auge sehen, bekomme ihn auch.
Na schön. Gute Aussichten.
Phii Pop
The Nation berichtet über einen Ritus, der an zwei Frauen im tiefsten Isaan durchgeführt wurde, weil man annimmt, dass sie von bösen Geistern besessen seien. Es gab im Ort wohl vier “mysteriöse Todesfälle” (65- bis 80-jährige, die eigentlich ganz normalen Todesarten wie Herzinfarkten und Schlaganfällen erlagen), was für die Haushalte des Ortes Grund genug war, um <txp:baht value=“35000”/> (rund 800 Euro) zu sammeln, um einen Exorzismus durchzuführen.
Pii Pop (?ี?อ?), der hier zugegen weilende Geist, ist ein sehr böser Geist, der Menschen befallen kann und sich dann von ihren Innereien ernährt. In der Nacht kann er seinen Wirtskörper verlassen und frisst dann die Innereien anderer Menschen und Tierblut.
Die Legenden erzählen von einem Prinzen, der durch Magie in der Lage war, sich in einen Tierkörper zu versetzen. Eines Tages, der Prinz war wieder einmal in einem anderen Körper unterwegs, versetzte sich sein Diener, der ihn belauscht hatte in den Körper des Prinzen, der nun nicht mehr zurückkehren konnte. Dieser versetzte sich nun in den Körper eines Vogels, flog zu seiner Frau und erzählte ihr, in welch misslicher Lage er war. Sie liess den Körper des Sklaven zerstören und überredete den Diener im Körper des Prinzen, sich in einen Tierkörper zu versetzen. Dieser tat das, der echte Prinz kam zurück in seinen Körper und der Diener muss fortan mangels eigenem Körper durch fremde Körper wandeln und sich von deren Innereien ernähren.
Pii Pop kann durch einen Mo Wisa (Zauberdoktor) ausgetrieben werden. Der Doktor führt dabei einen Wirbel-Tanz aus und saugt den Pii Pop durch einen solchen Wirbel aus dem Körper des Opfers. Diese Zauberdoktoren sind übrigens mit Vorsicht zu genie?en, denn sie sind in der Lage, ihre Fähigkeiten sowohl für gute, als auch für schlechte Zwecke zu missbrauchen.
Bei den katholischen Missionaren in Laos ist der Phii Pop übrigens der Grund, warum sie ihre Missionierungsbestrebungen dort grö?tenteils als fehlgeschlagen ansehen: Anfang des vergangenen Jahrhunderts, als es noch auf die Anzahl der missionierten Wilden und nicht so sehr auf die Verbreitung des Glaubens ankam, lie?en sich schweizer Missionare mit Ausgestö?enen namens Pii Pop ein, Leute die sich gut missionieren lie?en. Das gibt ihnen selbst heute noch einen negativen Anstrich.
Selbst Thaksin — für die weniger regelmä?igen Leser dieser kleinen Publikation: der ehemals demokratisch gewählte Premierminister des Königreiches — wurde schon einmal beschuldigt, ein Pii Pop zu sein. Eine Beschuldigung, die er mit einem seiner berühmten Zivilprozesse beantwortete.
Medizinisch gesehen ist Phii Pop nichts anderes als eine Form der Hysterie . Dem stehen die “echten” Mediziner allerdings relativ hilflos gegenüber, denn gegen den Geisterglauben in Thailand kann man mit wissenschaftlichen Methoden recht wenig ausrichten.
Wochenende
Eine SMS, die in etwa mein bisheriges Wochenende beschreibt (selbst die Tatsache, dass ich sowas per SMS schreiben musste, trägt zum Wochenende bei):
“Pokki and Soosie got bitten. Pokki is ok/shocked. Soosie has big wounds. We were at the hospital, just came back. I have fever and cough and my eye is swollen.”
Mehr später.
Warum die Thais so häufig lügen
Heute mal ein kleiner sprachwissenschaftlicher Witz: Warum lügen Thais so häufig?
Englisch: right, rice, light, lie, like, lice, life, ripe, rhyme, line, ride, rite, rife, rise, wry, lime, rye
Thenglisch: lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, lie, … stiwpid langwit!!
Liebes Internet-Tagebuch…
Heute habe ich einen TT&T-Truck auf meiner Auffahrt gesehen. Bekomm ich jetzt DSL? Das wär ja schön. Ich hab mir nämlich bereits eine fette Erkältung im Internetcafe eingefangen. Die schalten die Klimaanlage immer so kalt, wenn ich komme. Mehr Fett, mehr Kühlung. Seltsame Logik…
Die Urlaubsschweden von um die Ecke (ein junger Mann namens Matthias, von Fu innig ob seiner blonden Haare geliebt, und seine schwarzhaarige magersüchtige Freundin (“aaah suay maak maak”)) liefen heute am Haus vorbei und plötzlich sprang “er” in die Luft und rannte davon. Nach einer Weile kamen sie wieder und er erklärte mir, dass da eine Schlange war. Jaja. Man kann halt nur mutig sein oder gut aussehen. Ich lass mich in weiblicher Begleitung grundsätzlich von wilden Tieren anfallen.
Und dann habe ich meine Telefonsoftware von 5.7.4 auf 6.3.0 upgedated.
Interessant!
Als ich vergangene Woche wieder nach Hause kam, war erstens der Garten voller Orchideen gepflanzt und zweitens stand ein kleines Kanu im Garten, voller Wasser und Fische.
Pokki trinkt die Brühe und Soosie hat ihren ersten Kontakt mit lebenden Fischen… Viel Spass.
Blogfarm 07
… ist vorbei …
Missing 25 Years After Taking Wrong Bus
Busfahren in Thailand ist ja bekanntermaßen ein Abenteuer der besonderen Art:
Jaeyaena Beuraheng, a 76-year-old woman from Malaysia, has been reunited with her family 25 years after she got on the wrong bus, local reports said. Ms. Jaeyaena, who cannot speak, read or write Thai and speaks only Yawi, a dialect also spoken by Muslims in southern Thailand, where she was bound, ended up in Bangkok, 750 miles north. She boarded another bus, thinking she was heading south, only to end up in Chiang Mai, farther north. She eked out a living as a beggar for five years before being arrested in 1987 and put into a homeless center. She was thought to be mute, until last month when three students from her province came to work at the center and spoke her language.
Ehm . Ja. Das klingt irgendwie genau so glaubwürdig wie die Geschichte von dem Zirkus-Zwerg, der aus Versehen von einem Nilpferd verschlückt wurde. Wahlweise im Isaan oder in Chiang Mai.
PS: Auch die Nation berichtet über den Fall .
PPS: Mir fällt gerade ein, dass ich auf meiner Fahrt nach Savannakhet auch in einem Bus saß, der nur in Thai beschriftet war. Ich wusste die ganze Zeit nicht, wo ich hin fahre und kuckte immer Straßenschilder an, ob mir bekannte Namen drauf stehen. Hinterher habe ich dann auf der Landkarte gekuckt und festgestellt, dass ich einmal um den Isaan herum gefahren bin. Auch nett.
The beginning of the end
Jaja. Jahr Null . Kommt gleich nach Neunundneunzig.
Zurück
?brigens bin ich wieder da. Auf meiner Insel. Zuhause (da wo ich Miete zahle).
Als ich die Tür zu meinem Haus auf machte, kam mir Soosie entgegen gerannt und lies eine halbe Stunde nicht mehr ab von mir. Sie beisst gerne, wenn sie ihre Zuneigung ausdrücken will und meine Hand ist nun zerkratzt von ihren scharfen Zähnchen. Pokki sah mich kurz an, rannte ins Haus und brachte die Quietscheeiskrem an und lies mich werfen. Auch eine halbe Stunde lang. Dann erst befreute er mich.
Die beiden hatten vermutlich eine harte Zeit. Einerseits wurden sie verhätschelt und bekamen Reis mit Gemüse extra gekocht und immer Futter vor die Nase gestellt, wenn sie hungrig waren. Andererseits scheint Soosie geschlagen worden zu sein, denn sie reagiert schon recht verschreckt auf “Angriffe” von oben.
Pokki sieht kleiner aus als vorher. Soosie hat ihren zweiten Wachstumschub ohne meine Aufmerksamkeit erlebt und ist fast genau so gross wie Pokki.
Beide stanken und waren verfilzt. Fu meint nun, sie könnten ruhig kurz geschnitten werden. Ehe sie verantworlich war, fand sie die langen Haare süss. Nun wei? sie also, dass das Gefussel Arbeit macht. Ich aber bin der Meinung, dass die langen Haare besser aussehen, wenn ich die Hunde in der Gegend rum schleppe. Muss ja imponieren. Blabla….
Ich habe die beiden Filz-Flocken einfach ins Hunde-Spa gebracht und ein paar Tausender locker gemacht. Nun riechen Sie wieder gut und der Gro?teil der Filzknäuel ist auch ausgekämmt.
Ich habe ihnen das ganze Wochenende lang neue Spielsachen gekauft. Eine Handpuppe (die schon fast zerkaut ist). Einen Plastik-Ball, in dem ein Ball ist, in dem ein Ball ist in dem ein Ball ist in dem eine Metallkugel ist. Pokki hat einen Flashback in seine ersten Monate gehabt und jault immer, wenn er mit dem Ball spielt. Er mag ihn mehr als die Eiskrem.
Soosie hat sieben Turtles (Schildkroeten?) aus Plastik bekommen. Eigentlich beide, nur Pokki mag sie nicht. Soosie schon. Die Viecher sind überall verteilt und ständig quietscht es, wenn man sich fussig fortbewegt.
Und in der Ecke habe ich mit neuen flauschigen Kissen eine Hundekuschelecke eingerichtet, die recht frequentiert wird.
Wenn ich weg gehe und das Haus zuschlie?en will, dann wollen sie mich nicht gehen lassen. Dass ich nur dann länger weg bin, wenn ich gro?en schwarzen Seesack mit nehme, begreifen Sie noch nicht.
Ich glaube, das nächste Mal (bei längerer Abwesenheit) nehme ich sie mit. Kann gut sein, dass sie wichtiger als alles andere sind. War recht langweilig, nicht um sechs aus dem Bett gefiept zu werden.
Wie auch immer.
Fast alles ist wieder “normal”.
Schwarzes Schaf
Polizeichef General Kowit Watana wurde gegangen . Womit erwiesen wäre, dass fröhliches Mitputschen nicht vor Opferrollen schützt. Er stolperte über Misserfolg bei der Aufklärung der Silvesteranschläge in Bangkok. Interessanterweise wurde gerade in den letzten Tagen öfters mal verkündet, dass man nun reelle Spuren habe. Anscheinend überzeugte das nicht.
Krieg
Man spielt gerade Fussball. Thailand hat eine Weile 1:0 geführt, nun hat Singapore ein Tor geschossen. Noch 5 Minuten zu spielen. Ich finde ja Fussball eher uninteressant. Aber dieses Spiel (oder besser diese Länderkombination) bricht dann doch einigen Streit vom Zaun.
Unter anderem haben viele Singaporer Fans wegen der Ereignisse am Mittwoch unter Hinweis auf ihre Sicherheit ihre Karten zurück gegeben. Das war auch ganz gut so, denn die Veranstalter des Endspiels haben vergessen, Limits beim Verkauf der Tickets für heute zu setzen, so dass Schwarzhändler jeweils Hunderte Karten gekauft haben und für das “einfache” Volk nicht mehr viel übrig blieb (außer einfach mal demonstrieren zu gehen).
Nun jedenfalls kämpft man.
Update: Es blieb beim 1:1 und damit ist Singapore ASEAN Football Champion. Ich hab zwar keine Ahnung, aber so richtig fair haben die nicht gespielt. Oder darf man beim Fussball am Shirt gezogen werden, wenn man den Ball hat?
Das Tor der Thais war jedenfalls richtig nett an zu sehen. Über einige Köpfe und Ecken rein ins Netz. Für gut 5 Minuten hat man hier in der Gegend nur Toben und jaulende Hunde gehört. Das Singapore-Tor war Durchschnitt.
So. Damit endet das kurze Intermezzo des Ballsport auf diesen Seiten.
Zen
Eben flog eine Mücke an mir vorbei. Ich klatschte mit den Händen, eher automatisch. Als ich die Hände wieder auseinander nahm, klebte die Mücke an der Hand. Ich dachte “Das ist Zen.”, dann dachte ich “Das kann kein Zen sein, wenn die Mücke tot ist.”, dann bewegte sich die Mücke plötzlich, flog davon und ich dachte “Das ist Zen.”
Undiplomatischer Ballwechsel
Singapore gegen Thailand war gestern angesagt bei den ASEAN Football Championships und es kam zum Eklat .
Nachdem Die Singaporer™ neulich Thaksin von ihrem stellvertretenden Premier empfangen lie?en, wurde nun in der neuntletzten Minute des Spieles beim Stand von 1:1 ein Strafstro? gegen Thailand entschieden, weil Niweat Siriwong einen dieser Singaporer gefault haben soll.
Die Thais verschwanden aus Protest für 15 Minuten in der Kabine, lie?en sich dann doch noch zum Weiterspielen überreden und verloren (zum ersten Mal seit 30 Jahren) gegen den Stadtstaat mit 2:1.
Am Sonntag wird es im Bangkok zum Rückspiel kommen.
Diplomatisches Wischelwaschel
Der amerikanische Botschafter zu Bangkok , Mr. Ralph Boyce, hat vergangenen Mittwoch einen Webchat abgehalten (Transkript ), in dem er zu aktuellen Themen Stellung nahm. Dabei erfährt man unter anderem, dass sein Lieblingsaufenthaltsort zu Hause mit einem Buch oder einem Video ist, er das CNN-Thaksin-Interview neulich nicht sehen konnte, weil auch bei ihm UBC die ?bertragung abgebrochen hat (und er natürlich über keine anderen Wege verfügt, um an das Interview heran zu kommen) und dass sowohl die US- als auch die Regierung Thailands die Unruhen in den Südprovonzen als inländisches Problem ansehen.
Ein nettes webchattiges Beieinander also. (Ich finde die Zeitstempel im Transkript interessant.)
Anders schon reagierte der Deutsche Botschafter zu Bangkok, Hr. Dr Christoph Bruemmer auf sein mangelndes Au?enwerbungsprofil. Der musste sich zu einem Leserbrief von Kulkumut Singhara Na Ayudhya, Generaldirektor des Büros für Europäische Angelegenheiten (grins) am Thailändischen Au?enministerium, äu?ern und brachte in verschwurbelten Schachtelsätzen etwa Folgendes zum Ausdruck: Heute ist ein schöner Tag und bringt gefälligst ans Tageslicht, wo unsere Tsunamimillionen verschwunden sind. Und wir mögen euch ja schon noch…
?brigens treffen sich die Thailand-Botschafter der Staaten der europäischen Union während der Ratspräsidentschaft Deutschlands monatlich in der Deutschen Botschaft zu Bangkok , um, ehm, europäische Dinge zu diskutieren. Gemeinsamer Standpunkt und so.
PS: Wie hie? eigentlich dieser Politiker in der Harald-Schmidt-Show?
Wechsel
Monatswechsel ist Ortswechsel. Nur diesmal wieder. Wenn ich den Bus in Bangkok finde. Die 5eleven rückwärts. Busbahnhofsgeruch schnuppern. Fähre (langweilig, aber vieleicht mit photogenen Sonnenaufgang). Zurück auf der Insel. Banking. Moped holen, heim und den Hunden mitteilen, dass ich sie das nächste Mal auf jeden Fall mit nehmen werde.
PS: Böse Zungen mögen nun behaupten, dass ich die Insel nur deshalb herbei sehne, weil meine Hausbesitzer am 1. Januar, zwei Stunden bevor ich die Insel verlassen habe, mit Neujahrsgrüßen und einer Kiste Chang-Beer vorbei kamen, die nun neben dem Kühlschrank ein argwöhnisch beschnüffeltes Dasein fristet. Dem ist nicht so. Wirklich.
Krachender Tagesbeginn
In Bangkoks Norden wurden heute Nacht zwei ?bungsgranaten abgefeuert . Man geht von Chaoten aus, allerdings bietet sich genügend Stoff für Verschwörungstheorien, weil eine Granate in die Mauer der Büros der Daily News und eine in den Parkplatz eines naheliegenden Hotels einschlug.
In einer Nebennote, unbeachtet, in den News in drei Zeilen abgehandelt: Die Verdächtigen der Bombenanschläge am 1. Januar, die man vor einiger Zeit festnahm, sind alle mangels Beweisen wieder freigelassen worden. Nur gegen einen wird wegen unlizensierten Waffenbesitzes ermittelt.
In einer weiteren Nebennote: CNS-Chef Sonthi Boonyaratglin will sich mit Polizeichef Kowit Wattana treffen , den er für die Ermittlungen zu den Neujahrsbomben in Bangkok verantwortlich macht. Die Verdächtigen wurden festgenommen nachdem Sonthi sagte, dass Kowit verantwortlich ist.
Was man daraus zusammen konstruieren kann, ist Interpretationssache ;)
Risse im Goldenen Land
Suvarnabhumi, der relativ neue Flughafen Bangkoktxp:gho_footnote relativ neu, weil er eigentlich schon über 50 Jahre alt ist, wenn man den ersten Spatenstich mit zählt</txp:gho_footnote>, zeigt leider schon wieder Ermüdungserscheinungen. Risse auf Landebahnen und Zulieferbrücken.
Das ist für viele eine neue dramatische Entwicklung.
Manch einer jedoch, wie bspw. Sermsuk Kasitipradit, hat das schon vor 2 Jahren gewusst und berichtet. Sermsuk wurde damals auf Betreiben Thaksins von seinem Arbeitgeber Bangkok Post erst versetzt und dann entlassen — weil er mit seinem Bericht auch noch das das Land beschädigte. Das ist der selbe Thaksin, der noch vor gut zwei Wochen forderte, die Pressefreiheit in Thailand nicht mehr einzuschränken.
Jedenfalls wissen nun nicht mehr nur eingeweihte Zeitungsleser, sondern auch die gro?e ?ffentlichkeit und die Verwaltung des Flughafens, dass es nicht unerhebliche Mängel auf Suvarnabhumi gibt. Vergangene Woche wurden dann einige Landebahnen gesperrt und der Flugverkehr so stark eingeschränkt, dass manche Flüge bis zu 6 Stunden Verspätung hatten. Einige Flüge mussten sogar zum Betanken und Parken auf den Militärflughafen U Tapao in der Nähe von Rayong umgeleitet werden.
Nachdem schon im Dezember einige Stimmen laut wurden, den Inlandsflugbetrieb wieder nach Don Muang, dem alten Flughafen Bangkoks, zurück zu verlegen (Thai Air hatte das bereits beschlossen), wird das nun eine Zwangsnotfalllösung.
Rund 60 Tage wird die Verwaltung benötigen, dann ist Don Muang wieder im Betrieb, wenn das von der Regierung abgenickt wird. Mich erinnert das an einen Abend im Januar auf den Weg nach Laos: Der Bus fuhr am alten Flughafen vorbei, hell erleuchtet, menschenleer, die Leuchtschrift “Airport” leuchtete nur am “port”, das “Air” blinkte einsam vor sich hin.
Einige Leute finden es gut, dass Don Muang resurrektet wird. Dann hat Bangkok “so wie andere internationale Gro?städte” nämlich auch endlich zwei Flughäfen.
Will man also zukünftig nach Samui, so wird man in Suvanabhumi landen, eine nette Fahrt quer durchs Verkehrschaos von Krungthep machen dürfen, dann in Don Muang einchecken und auf die Insel fliegen. Da hat man doch viel mehr von der Bangkok-Tangierung und der Begriff “Anschlussflug” bekommt eine ganz neue Bedeutung.
Der gro?e Haustiertest
Liebes Tagebuch! Heute hatte ich mal wieder eine Frau auf dem Scho? sitzen. Sie trug ein rotes Kleid und sa? so rum und hin und wieder nahm sie meine Zettel mit den Passwörtern und zerknüllte die oder patschte auf dem Notebook herum. Eine ordentliche Unterhaltung war mit ihr nicht zu führen. Hand-Augen-Koordination war fast nicht vorhanden. Irgendwie hatte ich das anders in Erinnerung. Als dann auch noch ihre Speicheldrüse zur ?berproduktion ansetzte war meine anfängliche Faszination komplett verschwunden…
Das müssen wir aber nochmal umformulieren. Ich durfte ja in den vergangenen 4 Wochen einen direkten Vergleich zwischen meiner gewohnten Umgebung mit 8 und 14-monatigen Hunden und dem Januar-Biotop mit einem 5 Monate alten kleinen Menschen (im folgenden das Baby genannt) anstellen. Dabei habe ich so einige Vor- und Nachteile der jeweiligen Lebensart feststellen können. Falls Sie also vor der Entscheidung “Hund oder Baby?” stehen, lesen Sie ungestüm weiter!
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Haare: Meine Hunde hatten mit 5 Monaten schon jede Menge Haare. ?berall! Das Baby hat eine eher selektive Auswahl an Haaren am vorderen Ende. Allerdings fallen dem Baby auch nicht so viele Haare aus und in der Gegend rum. Hunde:0.5 — Baby:0.5
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Fortbewegung: Meine Hunde konnten mit 5 Monaten bereits eigenständig das Haus verlassen (siehe 3.) und in der Gegend rum laufen. Das Baby muss von Ort A nach Ort B getragen werden und liegt ansonsten herum. Der anfängliche Nachteil des Babies verwandelt sich in einen Vorteil, wenn man gerne die Hoheit über den Aufenthaltsort des jeweiligen Vergleichsobjektes bestimmen will. Hunde:1 — Baby:1
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Stoffwechselendprodukte (bzw. deren Entledigung): Beide Hunde sind mit 5 Monaten zu 90% in der Lage gewesen, durch entsprechende Geräuchentwicklung, Blicke oder das eigenständige Verlassen des Hauses ihren Geschäften nach zu gehen oder Idealbedingungen für den Nachgang zu erzeugen. Das Baby erzeugt zwar auch Laute, entleert sich aber zu 100% an Ort und Stelle und muss reinigend und verpackend behandelt werden. Hunde:2 — Baby:1
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Unterhaltungswert: Das Baby will unterhalten werden. Lässt man es alleine rumliegen, so wird es unzufrieden und lässt sich das durch Verlautbarungen anmerken. Die Hunde unterhalten sich selbst und sind stets ein Quell an Frohsinn. Hunde:3 — Baby:1
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Essen: Das Baby nimmt die ganze Zeit verschiedene Nahrungsmittel zu sich. Dabei muss es vom Speisengeber gehalten und der Nahrung durch Gumminippel zugeführt werden. Die Hunde fressen selbständig. Hunde:4 — Baby:1
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Frauen aufrei?en: Geht man mit den Hunden eine belebte Stra?e entlang, so drehen sich auffallend viele Frauen um, betätscheln die Hunde, sagen “dududu” und “dadada” und sind gar nicht mehr los zu kriegen. Geht man mit Baby eine solche Stra?e entlang geschieht das gleiche. Allerdings sind die Frauen bei den Hunden jünger. Hunde:5 — Baby:1
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Verwendung von Papier: Bekommen die Hunde ein Blatt Papier in ihre Gewalt, so zerfetzen sie es und verteilen es im ganzen Zugriffsbereich gleichmä?ig. Das Baby zerknüllt das Papier nur. Hunde:5 — Baby:2 (ich habe mehr Papier rumliegen, dessen Aufschriften eventuell noch benötigt werden)
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Gespräche: Weder Hunde noch das Baby sind in der Lage, eine geordnete Diskussion zur Heisenbergschen Unschärferelation oder zur Fibonacci-Folge zu führen. 0 Punkte für beide Objekte.
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Weggeworfene Objekte: Wirft man ein mit den Augen fassbares Objekt mit der Hand fort, so springen die Hunde dem Objekt nach und bringen es zurück. Das Baby ist nicht in der Lage, dem geworfenen Objekt zu folgen und schaut recht dumm auf die Hand, in der sich das Objekt zuvor befand. Hunde:6 — Baby:2
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Aufenthaltsdauer: (Kleine) Hunde haben eine Lebensdauer von unter Nichteinbeziehung äu?erer Einflüsse runden 16 Jahren. Das Baby wird weitaus länger leben. Auch hier konnte ich keinen Punkt vergeben.
Damit kommen wir zur Abschluss: Hunde:6 — Baby:2 — ein klares Ergebnis.
Disclaimer: Ich hatte zuerst darüber nachgedacht, diesen Eintrag “der gro?e Familienmitgliedsanschaffungstest” zu nennen, das hätte aber das Design gesprengt ;)
Aquariumsbesuch – Thaistyle
Laos. Savannakhet.
Geometrie
Laos, Oh Laos…
Naja. Eigentlich wollte ich ja einen ausführlichen Eintrag über Leben und Sein in Laos schreiben. Dummerweise bin ich viel zu faul, um die ganzen verteilten Notizen zu einem verständlichen Kauderwelsch zusammen zu fassen. Also habe ich die Bilder jetzt erstmal zu flickr.com geladen, ein kleines Set gepackt und erzähle vielleicht irgendwann einmal von Kevin, Rahim, Peter, dem alten Mann, dem kleinen Mädchen, Sonnenuntergängen, verfallenen Kolonialgebäuden, Details und Urnen in Tempeln, dem Dinosaurier-Museum und und und…
Not sell Tabacco!
Die Lehre unethischer Regierungen
General Prem Tinsulanonda, der Vorsitzende des Geheimrats (Privy Council) Seiner Majestät König Bhumibol Adulyadejs, spricht erstens nur öffentlich, wenn es gehört werden soll und zweitens nur indirekt und in Bildern. Das habe ich ja schon erzählt. Durch seine Nähe zum König geht man im Allgemeinen davon aus, dass was er sagt auch die Meinung des Königs ist. Ein praktisches Instrument.
Diese Woche nun hat er eine Rede gehalten, in der er ethische Werte hoch hält und über die Lehren unethischer Regierungen sprach.
Die Art und Weise, wie er Thaksin, der mal wieder eine Demokratisierung des Landes gefordert hat, zurecht weist, ohne seinen Namen zu nennen oder ihn überhaupt zu erwähnen ist eine der Fähigkeiten, die vielen jungen Thais und den Medien hier heutzutage verloren gegangen ist. Wenn man sich mal mit den Älteren unterhält, bemerkt man schnell eine sehr subtile, indirekt und höchst freundlich vorgetragene Art und Weise, Kritik vorzutragen.
Beispiel: Fu sagt zu mir “I can take care of the dogs if you want to go to take a shower now”. Was in etwa bedeutet: “Du stinkst!”.
Prem jedenfalls hat Folgendes gesagt:
If government leaders failed to embrace ethics, the country would be in grave danger regardless of the progress achieved from technology and globalisation…
Kurz und schmerzlos
Heute wurde das Kriegsrecht in den 41 Provinzen wo es noch nicht oder nur teilweise aufgehoben war wieder aufgehoben.
General Sonthi lies das beinahe beiläufig in seinem Interview mit dem CNN fallen. Ebenso wie den gut gemeinten Tipp an Thaksin, das Land zu lieben, wo auch immer er sich gerade aufhalte .
San Luang Dia
Immigrant
Bloggen in Thailand – Na Endlich!
MSN hat gestern laut verkündet , dass sie ab heute einen auf thailändische Verhältnisse und Sprache zugeschnittenen Weblog-Service anbieten wollen. Sie haben schon eine Weile unter th.msn.com ein Thailand-Portal laufen und bringen nun den Segen des Bloggens nach Thailand.
Moment. Bringen? Also ich glaube der Weblog-Markt in Thailand (so es einen gibt/gab) ist voll. Es gibt drei vier Blogging-Portale (dazu später mal mehr) und jede Menge Webseiten und Communities, die ihren Mitgliedern kostenlose Blogs anbieten. Das liegt grö?tenteils daran, dass selbst hochseriöse Regierungsseiten mit frei verfügbaren PHP-Skripten wie PhpNuke, Joomla und Typo3 betrieben werden, wo man nur im Backend ein Häkchen setzen muss, um Mitgliederblogs einzuschalten.
“Thais just love MSN” sagt Grant Watts, der Generalmanager für MSN and Windows Live in Südostasien. Auch das kann man schnell wiederlegen, wenn man mal ein paar Kontakte in der IM-Liste oder der Blogroll hatte. Thais haben MSN bis ungefähr Mitte des vergangenen Jahres geliebt. Dann kamen ein paar Viren über den Messenger von MSN und sehr schnell sind die meisten zu Yahoo abgewandert. Vergangenes Jahr war meine MSN-Buddyliste voller Thais, nun habe ich noch zwei Einträge darin, die ich auch seit Monaten nicht online gesehen habe.
Es gibt regelmässig massive Nutzerwanderungen. Diesmal war es von MSN zu Yahoo. Richtig müsste es also hei?en: “Thais just love Yahoo. At the moment.”
Die Live-Blogs meiner Bekannten sind auch alle tot.
Da scheint mir mal wieder jemand vor einigen Monaten eine nach damaliger Datenlage gute Idee gehabt und dann mehr als ein Jahr mit dem Planen und Brainstormen (je nach Definition) verbracht zu haben. So kommt man “heute” nicht mehr weit.
PS: Was wäre ein Onlineartikel über irgendwas in Thailand ohne Erwähnung der relevanten Schlagworte Putsch, Bangkok, Bomben? Nichts. Also auch hier schnell noch ein paar Worte zum Thema:
The military coup on September 19th meant that Messenger traffic reached an all-time high for Thailand as people scrambled to learn of what was happened when local news channels and cable TV fell silent.
Mopedschlüsselpostlaufzeit
Nur fürs Protokoll: Wenn man innerhalb Thailands einen Mopedschlüssel (Modell Honda, klobig, sperrig) in einem normalen Briefumschlag versendet (bspw. weil Thais absolut unzuverlässig sind, was Terminangaben und -absprachen betrifft und beim Schlafen das Mobiltelefon ausschalten und man dann den Hausschlüssel für den befreundeten Hundebabysitter beim Hausbesitzer abgeben muss, dann schnell mit dem Moped voll bepackt zum Busbahnhof fahren und es dort am Stra?enrand stehen lassen muss und dann natürlich den Schlüssel nicht wie vereinbart auf dem Tisch liegen lassen kann), dann kostet das 7 Baht (ohne Zuschläge) und der Brief hat eine ungefähre Laufzeit von 13 Tagen bis er am Ziel ankommt.
Stellt man nach einer Woche fest, dass der Schlüssel noch nicht in der näheren Umgebung des einsam abgestellten Motorrollers eingetroffen ist, kostet es nocheinmal 100 Baht, die man einem der Thais zukommen lässt, die um das Moped herumwuseln, um hin und wieder nach selbigen zu “schauen”.
San Luang Dia
<txp:smallmap lat=“12.675684” lng=“101.070533” width=“200” height=“200” zoom=“18” /> Am Wochenende habe ich mal die hiesige Chinesenschrein-Szene aufgemischt. In Ban Chang gibt es drei sehr schöne Tempel (die ich alle nicht besucht habe) und einige chinesische Schreine. San Luang Dia ist ein kleiner Schrein, an dem am Samstag und Sonntag ein Fest gefeiert wurde.
Am Samstag kamen zum Sonnenuntergang einige buddhistische Mönche und die Leute haben ihren Segen erbeten. Sonntag Abend dann fand ein kleines Tempelfest statt. Man brachte Essen zum Schrein und zündete Rächerstäbchen an (auch ich — je drei vor drei Statuen, je eines links und rechts neben die Tür, drei in das Essen (Räucherstäbchen und Cola haben den selben Effekt wie Mentos und Cola) und den Rest (das waren bei mir 10, da muss sich also jemand verzählt haben) dann im Schrein selber vor die Buddhafiguren). Das Essen wurde eine Zeit lang stehen gelassen und dann wieder eingesammelt und nach Hause genommen. Anschlie?end wurde gegessen (viel), gesungen (laut und falsch) und auf einer Leinwand Filme gezeigt.
Das Essen hatte übrigens eine gute Wirkung, denn mir wurde versichert, dass ich durch meine Taten im Tempel mit dem Essen die Verhei?ung auf ein langes Leben zu mir genommen habe. Das darf als Drohung angesehen werden.
Ein paar Photos habe ich auch schon zu flickr.com hochgeladen.
PS: Chinesische Schreine animieren mich immer zu Hochkant-Photos (vermutlich wegen der sich hoch schlängelnden Schlangen). Das mag ich eigentlich so gar nicht.
Investitionsruine
Regen
Eben regnet es das erste Mal seit ich in Rayong bin. Womit mir einfällt, was mir fehlt. Das Rauschen des Regens wenn die Tropfen aufs Dach fallen. Das Gurgeln wenn sie sich zu einem Strom in der Dachziegelecke verbinden, das Plätschern wenn das Wasser unten auf Die komische grüne Farnpflanze mit den gro?en Blättern™ aufschlägt und der miefige Geruch meiner beiden kleinen, wenn sie mal wieder im Regen raus mussten. Ich zähle die Tage.
Auf Samui hat man schon zwei Monsune erleben dürfen seit ich weg bin…
PS: Uh! Oh! Gewitter! Nice. Fast wie auf der Insel. Für ganz Thailand ist heute Nacht viel Wasser von oben angesagt.
Bombenleger?
Gestern wurden in Bangkok und Umgebung rund 15 Personen, darunter hohe Militärs, festgenommen . Es hatte schon seit einigen Tagen den Anschein gehabt, als ob man eine “heiße Spur ” habe, denn viele Leute haben viel gesagt, aber eigentlich gar nichts. So ganz sicher ist man sich nicht, ob das was mit den Neujahrsanschlägen zu tun hat, denn unter anderem werden sie nach ihren Alibis für die Zeit der angeblich gegen Thaksin geplanten Anschläge gefragt.
Interpretationsansätze bietet das viele…
Wie man richtig forscht
Ein Forscherteam aus Harvard war neulich für eine Woche in Thailand, hat mit 20 Thais gesprochen und dann wissenschaftlich korrekt evaluiert, dass die Meinungsfreiheit in Thailand freier sein könnte. Ich würde gerne wissen, was sie bei 30 Thais und 2 Wochen Aufenthalt ermittelt hätten…
Sex. Oder auch nicht.
Der Premierminister hat der Jugend Thailands ja angeraten, mit dem Sex zu warten, bis sie im richtigen Alter dafür ist. Wenn man allerdings ein Panda ist und keine Lust auf Sex hat, dann wird man in Thailand gezwungen oder “angeregt”, dem freudigen Treiben zu fröhnen.
Der Zoo in Chiang Mai hat zwei Pandabären, seit 2003 für 10 Jahre von einem Zoo in China geborgt. Chuang Chuang ist ein Männchen und Lin Hui ein Weibchen. Nun sähe es doch super progressiv und wissenschaftlich erfolgreich aus, wenn die beiden hier in Thailand kleine Babybärchen werfen würden. Dummerweise nur wollen sie nicht.
Seit gut einem Jahr hört und liest man immer wieder über die beiden armen Zölibaten und die vergeblichen Versuche Chuang Chuang erregt Lin Hui besteigen zu lassen.
Pandas haben keinen sonderlich großen Sexdrang. (An dieser Stelle müsste jetzt ein Tränendrüsensatz a la “weshalb sie vom Aussterben bedroht sind” kommen, ich nehme aber an, es gibt andere Gründe dafür.) Vergangenes Jahr wurden sie mit großem Brimborium verheiratet, hatten aber in der Hochzeitnacht offenbar keinerlei menschlich logisch auf Hochzeiten folgende Gelüste. Auch eine Trennung beider Bären für einige Zeit wurde eher mit stoischer Freude angenommen. Neulich nun sollte Chuang Chuang mit Tierpornostxp:gho_footnote
Türklingel: Klingelt
Panda-Dame: Leckt sich gerade die Tatzen. Sie schreitet zur Tür und öffnet.
Vor der Tür steht ein Panda-Herr mit einem Werkzeugkoffer in der Hand.
Panda-Herr: Hallo, ich soll hier ein Rohr verlegen…
Panda-Dame: Ja, kommen Sie ruhig herein, die Waschmaschine steht im Schlafzimmer!
Panda-Herr: Eine schöne Höhle haben Sie da!
Panda-Dame: Ja, aber es ist immer so einsam und kalt in der Nacht!
Sie gehen in die Schlafhöhle, da liegt Stroh in der Ecke.
Panda-Herr: Ja, was ist das denn?
Panda-Dame: Das war schon hier als ich eingezogen bin.
Panda-Herr: Na dann lassen Sie uns das mal testen…
Kamera zoomt ins Schwarze.
</txp:gho_footnote> angeheizt werden. Ob er die auch sehen durfte, weiß ich nicht.
Geholfen scheint das alles nicht zu haben, denn nun denkt man daran, ihn auf eine Diät zu setzen , denn mit 140kg sei er wohl zu schwer für die 115kg Grazie Lin Hui.
Bin gespannt was sie in den folgenden 6 Jahren noch erleiden müssen.
Perle am Golf von Thailand
Hin und wieder wurde ich in den vergangenen Tagen gefragt, warum ich nichts über Rayong, meinen Aufenthaltsort im Januar, schreiben würde.
Das liegt unter anderem daran, dass ich in Ban Chang bin und Rayong nur die Provinzhauptstadt. Aber von hier gibt es auch nicht viel zu berichten.
Nun, Rayong glänzt vor allem durch einen einzigen Absatz in den einschlägigen deutsch- und englischsprachigen Reiseführern, in welchem beschrieben wird, dass man durch Rayong muss, um nach Ko Samet, einer Backpackerinsel im Golf von Thailand, zu gelangen.
Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Es ist eine industrialisierte Gegend, deren News etwa so lauten: Pollution puts Bt140-bn plan at risk . Es gibt einen Tesko und einen Big C — zentrale Treffpunkte am Wochenende.
Der Bus nach Bangkok fährt aller halbe Stunde und ist immer voll.
Das wars auch schon. Rayong. Man muss schon ein Stück weit laufen, um was Schönes zu sehen. Dazu nachher mehr.
PS: Hab mich in Laos mit einem älteren Thai unterhalten, der meinte, viele junge Thais würden für drei vier Jahre nach Rayong gehen, um Geld zu verdienen und dann zurück nach Hause oder Bangkok gehen, um da Geschäfte vom Ersparten zu öffnen.
Wo ist Thaksin?
Kein Tag vergeht, ohne dass hier im Blog nicht jemand mit dem Suchbegriff “Wo ist Thaksin” aufschlägt. Also möchte ich meiner Funktion als Bildungmagazin nachkommen und euch mal erzählen, wo Thaksin im Januar bisher überall war.
Ins neue Jahr rutschte er in New York. Dort feierte er mit seiner Frau, die anschließend nach London flog, wo sie noch heute auf ihn warten wüdre, wenn sie nicht in Thailand vor dem Korruptionsausschuss Rede und Antwort stehen müsste. Er selbst flog nach Hong Kong, wo er bis zum Elften des Monats (relativ ruhig, bis auf ein Fax, er wäre ja schön blöd, wenn er in Bangkok Bomben legen würde und man solle doch bittesehr mal die Separatisten im Süden fragen) verblieb.
In China hat er ein Apartment gekauft und die meiste Zeit der letzten Monate verbracht. Angeblich haben ihn Mitarbeiter der Königlichen Thailändischen Botschaft in Peking unterstützt was in der Aufforderung an alle Botschaften bei der Rücknahme seines Passes resultierte, ihm keine VIP-Behandlung angedeihen zu lassen.
_Hier müssen wir der geschichtlichen Vollständigkeit halber kurz anfügen, dass in den ersten zwei Wochen des Monats Januar recht wenig über Khun Thaksins Everydaylife zu erfahren war. Eine gewisse Sättigung der Massen war erreicht, man hatte explosivere Probleme als sich mit dem Treiben eines zwangspensionierten demokratisch gewählten Politikers zu beschäftigen. Das öffentliche Interesse wurde allerdings schnell wieder geweckt, als ein weniger wichtiges Mitglied des revolutionären Komitees, ehm, des, wie heißt er doch wieder… des National Security Councils vor die Kameras trat und in etwa sagte, die Medien sollen bitte nicht mehr über Thaksin berichten. Das gab ein wenig Aufregung und fortan wurde man wieder über Thaksins aktuelle Schlipsfarbe informiert.
Am Folgetag trat Sonthi vor die Kameras und sagte, dass das NSC nicht verbietet, dass über Thaksin berichtet wird, man würde sich aber mit den Berichtern zusammen setzen wollen und prüfen, ob das, was berichtet wurde, die Wahrheit ist und die Nationale Sicherheit irgendwie davon beeinflusst wird.
Diese Berichtserstattungserlaubnis kam gerade rechtzeitig, denn nun wurde auch Herr Thaksin etwas aktiver. Wir erinnern uns, er ist in Hong Kong. Weiter gehts…
Am 12. Januar flog Thaksin Shinawatra nach Singapore. Reisezweck (O-Ton Thaksin): “Well you know I travelled here to play golf. And some old friends.” Freundliche Medien haben im zweiten Satz noch ein meet eingefügt, aber ohne das “treffen” klingt der Satz viel verständlicher, finde ich.
Thaksin hat in Singapore den Aussenminister S Jayakumar, der gleichzeitig stellvertender Premierminister ist, getroffen, angeblich privat .
Seither geht es zwischen Singapore und Thailand eher kühl her, denn vor dem Treffen wurde die Regierung in Singapore mehrfach darauf hingewiesen, dass und wie man ein Treffen zwischen Thaksin und Regierungsmitgliedern Singapores interpretieren würde. Am Dienstag (16. Januar) hat Thailand alle Treffen auf höchsten Ebenen zwischen den beiden Staaten auf unbestimmte Zeit abgesagt. (64% der Thais unterstützen diesen Schritt ausdrücklich .)
Thaksin gab in Singapore die ersten beiden Interviews seit seinem Aufenthalt bei der UNO in New York am 19. September für internationale Medien (CNN und die Asian Financial Times (?)). Beide wurden in Thailand geblockt (freiwillig, angeblich) aber ausgiebig diskutiert und auf den einschlägigen Mailinglisten verbreitet. Er forderte die Thailändische Regierung unter anderem auf, die Pressefreiheit nicht mehr einzuschränken und zur Demokratie zurück zu kehren. Außerdem erwähnte er erneut, dass er nicht sehr intelligent wäre, in Bangkok etwas durch das Zünden von Bomben ändern zu wollen. Ich stimme ihm da zu.
Klingt fast so, als sei er geläutert worden: Zu seiner Amtszeit gab es ständig Meldungen über Zivilprozesse, die er gegen Journalisten anstrengte, einmal gab er einen Monat lang keine Pressekonferenzen mehr, weil Merkur ungünstig stand, davor hatte er ein Zeichen mitgebracht, das er in die Luft hielt, wenn jemand eine (wie er fand) dumme Frage stellte.
Nun also ist er ein guter Mensch geworden.
Nach erfolgter Mission in Singapore kehrte er am Donnerstag nach Hong Kong zurück, aber nur für einen Tag, um eine US-Lobbyisten-Vereinigung namens Barbour Griffith and Rogers zu verpflichten , für ihn in den USA rum zu lobbyieren.
Donnerstag Nacht landete er schon in Tokio , wo er bis zum kommenden Dienstag bleiben wird. Dort will er einen Vortrage halten und weitere Interviews geben. Die Regierung in Tokio will sich nicht mit ihm treffen um die Beziehungen zu Thailand nicht zu gefährden.
_Wo ist Thaksin? Heute ist er in Tokio, doch wo wird er morgen sein? Wird er nach London zurück kehren um seine Frau wieder zu sehen und endlich einmal einen richtigen Pass zu beantragen? Wird er nach Thailand kommen um in den Warteschlangen an den Toiletten Subvarnabhumis zu stehen? Fliegt er nach Kenia um sein Hotel zu auditieren?
Der Autor dieser unbedeutenden Publikation weiß es nicht. Was wir aber wissen ist, dass es immer genügend Medien und Kleinstdarsteller geben wird, die uns darüber informieren werden — jetzt wo es offiziell erlaubt ist.
Seien Sie auch nächste Woche wieder dabei, wenn es heißt: Wo ist Thaksin?
Raupe. Hungrig.
Laob
Dann war da noch das
Ich bin übrigens wieder “da” (seit gut drei Stunden). In meinem Januar-Heim. Also nicht zuhause aber so halb. Bericht folgt. Ich versuche das diesmal ein bisschen angenehmer lesbar aufzuarbeiten. Gebt mir eine Woche.
Laos: Passgeschichten
Heute Morgen war ich dann auf dem Konsulat hier in Savannkhet. Das war eine Sache von 20 Minuten. Dummerweise hat Murphy auch hier zugeschlagen, denn ab heute geben sie die erteilten Visa definitiv erst am Folgetag Nachmittags aus. Bisher, so erzählten es die Spatzentxp:gho_footnote die etwas kleiner aber dafür fetter sind</txp:gho_footnote> von den Dächern, war es bei entsprechend niedriger Antragszahl bereits am gleichen Tag möglich. Aber wie das so ist mit den Spatzen und den Dächern: jeder kann es hören, weshalb ich auch nicht den Trick für den Süden verrate.
Glücklicherweise traf ich auf einen Briten, der einen der Beamten dort genauer kennt und nach einigem Hin und Her haben wir uns vor der Konsulatspforte heute Abend verabredet. Wenn das funktioniert — ich glaubs erst wenn ich den Pass in der Hand hab — kann ich eine weitere Telefonnummer in mein kleines Schwarzes Buch eintragen. Damit darf ich morgen früh schon wieder ins Königreich zurück und meine Theorie testen, es gäbe eine direkte Busstrecke von Rayong in den Nordosten.
Den Rest des Tages verbringe ich mit meiner neuen Gesprächstherapie. Ich bin ja ein Menschenhasser. Wenn mich nur jemand freundlich genug ankuckt kuck ich möglichst verschlossen zurück, er/sie könnte ja ein Gespräch anfangen. Das mache ich seit gestern nicht mehr, weil ich ja auch für meine spätere telephonseelsorgerische Tätigkeit mit den Leuten sprechen muss. Den Morgen habe ich mit entspannten Einzel-Gesprächen mit einem Japaner, einem Thai und einem Briten (obigen) gehabt. Und wenn man nur lang genug an der gleichen Stelle steht, kommen auch weitere Gespräche zustande. Gestern hat ein _ur_alter Laote mit verfaulten Füssen glatt angefangen, mir Französisch beizubringen.
PS: Dummerweise hab ich alle Photos von gestern gelöscht, weil die dämliche Canon-Kamera (A620 oder so) in Hinsicht auf Usability DAS LETZTE IST!!!txp:gho_footnote Nur nicht zugeben, dass ich statt cancel erase gelesen habe und die gegenüberliegende Wahlmöglichkeit gar nicht angesehen habe, ehe ich sie klickte. Aber wieso gibt es auf diesem Teil auch kein Menü wo mir angezeigt wird, wieviel Platz ich noch habe?</txp:gho_footnote> Das musste mal gesagt werden. Wackelige aktuelle Mobiltelephonphotos gibt es dafür im Seitenkopf. Der Thaimobilfunk reicht bis ungefähr 500 Meter übers Ufer in Laos hinein und mein Bett ist nur 20 Meter vom Mekhong entfernt.
PPS: Die Spacetaste geht immer noch nicht.
Laos: Savannakhet
- Internet haben sie
- Die Nacht war von Ungewissheit geplagt, in welchen Bus sie mich gesteckt haben. Da stand alles Mögliche drauf, nur keine romanischen Schriftzeichen.
- Freundschaftsbrücke 2 = nett.
- Wetter = eiskalt am Morgen und nun sehr heiß
- Absteige: sag ich lieber nicht. Ist aber in Laufnähe zum Königlichen Thailändischen Konsulat.
- Internetcafe: Das erste Mal in einem Internetkaffee. Die Spacetaste hängt und die Windowstasten fehlen. Anbindung langsam. GMail wird nicht geladen. Kein Skype. Mal sehen wie sie hier reagieren, wenn ich Porno-Seiten lade…
- Savannakhet: Die Reiseführer sagten verschlafen. Ich sage verfallen.
- Rechtsverkehr. Sie fahren aber wo sie wollen.
Für die Fandungsphotos
Nur für den Fall, dass ich abhanden komme… Hier ein nettes Bildchen von “Ich” für die Plakate und Milchtüten…
Busfahren in Bangkok
Lustig finde ich übrigens die Bustickets für den Krungtheper Nahverkehr. Das sind so kleine Schnippsel mit einem Nominalwert (bspw. THB 20) die dann ringsherum an aufgedruckten Nummern eingerissen werden um das auf bspw. THB 15 zu relativieren (oder zu addieren?).
Die Kassiererin läuft mit einer metallenen Rolle durch den Bus und klappert dabei immer mit dem Kleingeld in selbiger. Man versucht ihr dann zu erklären, wo man hin will (mich verstehen sie dabei nie gleich) und sie rei?t ein wenig am Ticket herum und sammelt das Geld ein.
Schwarz fahren gibt es in Bangkok übrigens nicht, denn wenn die Kassiererin den Fahrgast übersieht, dann ist es ihre Schuld, nicht die des Zahlers.
Touristen
Hin Da Hin Yai auf Ko Samui. Immer wieder eine Freude, da hin zu gehen…
5eleven: Der wahre Fünf-Elfer
Ich habe das dumpfe Gefühl, dass ich mit meiner Reisebeschreibung ins industrielle Rayong ungefähr so lange brauche, wie ich hier sein werde. Also werde ich mal schnell die Geschichte vom echten Fünf-Elfer erzählen, ehe ich das noch vergesse. Man ist ja nicht mehr allzu jung.
Wenn man am Busbahnhof in Bangkok ankommt, dann befindet man sich nicht an dem Busbahnhof sondern an einem von mindestens dreien. Ich kenne den südlichen, den östlichen und den nordöstlichen Busbahnhof. Am Neuen Flughafen in Subvarnabhumi gibt es auch noch einen. Und sicherlich im Norden oder Nordwesten noch einen oder zwei. Jeder dieser Bahnhöfe führt in ebendiese Richtungen aus Bangkok hinweg. Ich hatte also vermutet, dass ich von meinem Ankunftsbahnhof nicht nach Rayong kommen würde. Warum auch. Direktverbindungen ist was für Knotenpunktfetischisten.
Also fragte ich kurz eine der netten “Nakhon Si Thammarat” schreienden Damen im Busterminal (wenn Busse nahe am Abfahrtstermin sind, wird es immer sehr laut), wie ich denn nach Rayong kommen würde. Sie meinte “not here”, ich meinte “Yes, I know. I think I have to go to Erkamai, Southern Terminal?”, sie schrie was auf Thai zu jemanden rüber, er schrie zurück und sie sprach “5eleven!!! Haa Sip Et!” und beachtete mich fortan un. (Haa Sip Et hei?t auch fünf elf.)
5eleven. 7eleven. 9eleven. Irgendwie haben sie was mit Zahlenkombinationen.
Ich machte mich erstmal zu einem 7eleven auf und kaufte ein Wasser (7 Baht, in Samui würde man schon mal 20 dafür hinlegen dürfen). Irgendwie mache ich das immer, wenn ich in Bangkok ankomme. Wasser kaufen. Irgendwo hinstellen und erstmal Nase, Augen und Ohren an das Chaos gewöhnen. Man wird in der Regel pro Minute von zwei Taxifahrern angequatscht, wo man hin will. Ich sagte dann immer “Ha Sipp Et” und sie sagten “Ah Haa Sipp Et” und liessen mich stehen. Nach einer Weile sagte einer dann “Ah, Erkamai. Tii nii haa sip et!” und zeigte mir auch noch die Haltestelle (die sich genau vor meiner Nase befand).
Freundlich sind sie ja, die Taxifahrer. Aber es nervt trotzdem, wenn sie einem förmlich die Tasche klauen wollen und erklären, dass das Taxi Aircondition hat. “Bus not have. Bus hot!” — das sagen sie früh um Sieben bei 23 Grad in der Morgensonne.
Jedenfalls kam dann auch schon eine 5eleven und fuhr weg. Ohne mich. Sie blieb mitten auf der Strasse stehen, links und rechts davon Taxis und am Strassenrand noch ein Bus. So schnell wie sie kam und ging hatte ich noch nicht einmal den Seesack angehoben. Die zweite 5eleven wartete etwas kürzer und so kam ich sogar bis zum Stra?enrand, ehe sie wieder fort fuhr.
Inzwischen gesellte sich ein weiterer Farang zu mir, der auch auf die 5eleven wartete und wir betrachteten uns mit dem abschätzenden (nicht -igen) Blick des Deutschsprachlers, der nicht genau weiss, ob er einen Sprachgenossen vor sich hat weil beide versuchen möglichst akzentfrei zu sprechen und es dann eben beim Englischen belassen. Mit ihm zusammen verpasste ich den dritten Bus — dieser fuhr uns vor der Nase weg. Inzwischen hatte ich bereits festgestellt, dass die 5eleven-Busse immer Orange sind. (Vier Jahre deutsches Ingenieurstudium haben in mir die Fähigkeit erwachen lassen, Situationen und Systeme analytisch zu betrachten und auf Schwachstellen zu durchsuchen.) Die Schwachstelle lautet hier: Berührung. Hat man seinen Finger am Bus, fährt er nur langsam weiter und man kommt rein. Bus Nummer 4 ward dann geentert.
Die Kassiererin des Busses warf uns dann an der nächsten Haltestelle mit den wahrhaft informativen Worten “No! Express!” wieder raus. Ob es nun der Express-Bus war, den ich nehmen sollte oder der Express-Bus war, den ich nicht nehmen sollte wei? ich bis heute nicht.
Wir (der Farang war immer noch in der Nähe) warteten einfach auf die nächste 5eleven und enterten sie (nach einer Weile hat man Routine darin). Dort nahm man mir 20 Baht ab (das muss man sich mal vorstellen: mit einem Taxi wäre ich um diese Zeit unter 300 Baht ohne Highwaygebühren nicht weit gekommen) und ich lies mich erwartungsfroh in einen Schalensitz sinken. Ich habe es dann sogar noch geschafft, der Kassiererin das Versprechen abzuringen mir mitzuteilen wann ich aussteigen muss.
Der Bus wurde von einer Frau gefahren, die wie ein Mann fuhr. An Haltestellen hielt er (der Bus) grundsätzlich nicht sondern rollte langsam weiter. Wenn ein Farang (wir waren inzwischen zu dritt) aussteigen musste, schrie die Kassiererin “Farang bai” nach vorne (“Der Farang geht!”) und wenn der letzte Fu? sich vom Trittbrett abhob ein “Bai”. Bei mir war es genauso. Die Thais mussten während der Fahrt abspringen.
Vorher aber konnte ich einige Stationen lang (ungefähr 20 Minuten rasanter Fahrt) die idyllische Morgenruhe Bangkoks genie?en und Schauplätze jüngerer thailändischer Geschichte vorbei rasen sehen.
Aus dem Bus geworfen dachte ich zuerst, an der falschen Haltestelle abgesetzt worden zu sein, weil weit und breit kein Busterminal zu sehen war. Nach ein wenig Suchen aber fand sich dann ziemlich versteckt um zwei Ecken ein Terminal, das genau wie das südliche aussah sowie weniger Busse, mehr Militär und eine Route nach Rayong aufwies. Nach wenigen Minuten sank ich in die flauschigen Sitze eines leeren akklimatisierten Busses und hoffte, gen Rayong zu fahren.
Womit wir (also ich und die regelmä?igen Leser dieser kleinen Publikation) uns an der Stelle befinden, wo es hier weiter geht. Ich wollte schon immer mal einen Link mit dem Text hier haben.
Dies und das
Irgendwie viel zu viel zu tun “auf Arbeit”…
- Ich bin nun seit zwei Jahren in Thailand. Hab ich glatt verpasst. Im Januar 2005 setzte ich Fu? auf Land und Insel. Eigentlich ein guter Zeitpunkt, um chaotisch rumzureflektieren. Das erspare ich euch aber.
- Der alte Krungtheper Flughafen wird wieder für den lokalen Flugverkehr auf machen weil der Neue immer noch nicht richtig fertig ist. Als vergangene Woche Thaksin im Land vermutet wurde kamen schnell die Witze in der Art “Stimmt, ich habe ihn in einer Warteschlange vor den öffentlichen Toiletten in Subvarnabhumi gesehen”. Muahaha…
- Für ausländische Firmen wird die Firmengründung weiter erschwert, denn nun müssen mindestens 50% des Kapitals von den thailändischen Teilhabern kommen. Hehehehehehehehehe…
- Aus meiner Lieblingsserie “Das erste Mal”: Ich habe nun ein Exchange-Postfach und nutze das mit Outlook. Da kann man ja ne Menge Unfug mit treiben, Aufgaben verteilen, Leute nudgentxp:gho_footnote anstupsen?</txp:gho_footnote> und Kategorien für allen möglichen Kram verteilen. Nur Kontaktkarten nach Kategorie farblich einfärben — das geht irgendwie nicht. Microsoft hats wohl nicht so mit Farbe.
- XP-Rechner mit Alzheimer: Ich habe zwei Rechner im Netzwerk, die einfach nicht die lmhosts lesen wollen. Alle Microsoft-Support-Tipps (“Beachten Sie, dass Sie die Datei nur mit Notepad oder dem DOS-Editor bearbeiten und am Ende eine Leerzeile einfügen”) sind recht sinnlos. Naja. Nörgeln nur im Hinterkopf. Aber es ist schon gut, dass es unter anderen (nennen wir sie mal) Betriebssystemen Tools gibt, die ihre eigenen Configs vor dem Starten durchtesten und Fehler melden.
- Morgen starte ich eine kleine Reise nach Laos. Auf eigene Faust, ohne Reiseleitung. Nur mit kleinen blauen Karteikarten wo ich mir die Ortsnamen phonetisch und romanisch und in Thai drauf schreiben werde. Mal sehen, ob wir uns wieder lesen.
Samui im Fernsehen
Eben kam Samui im Fernsehen. Ihr wisst schon, die kleine Insel im Golf von Thailand. Viele Touristen sagen ihre Reisen ab, weil es hohe Wellen gibt. Na super. Es gibt ja auch nur Wasser auf Koh Samui. Passenderweise hat man den Bericht mit Bildern von halbnackt am Strand röstenden Farangs versetzt. Mich erklären meine Bekannten auf der Insel immer für verrückt, weil “you farang, you have to go beach and swim”.
Neulich sagte ich zu einer Freundin, ich müsse noch schnell zum Strand. Woraufhin sie meinte, das ist gut, dass ich endlich mal ein bisschen Sport treibe. Dass ich nur den letzten Sonnenuntergang photographieren wollte, hat sie mir nicht geglaubt.
Jedenfalls braucht man die Insel nur ein mal für ein paar Tage zu verlassen, um sich auf ihr wieder wohlzufühlen. Therapie geglückt würde ich sagen. Jetzt nur noch die letzten Wochen überstehen…
Grün
Sagte ich schon, dass ich mein Haus mag? Außen hat es ein leichtes Gelb und innen ein leichtes Grün. Optimale Farben. Nicht so lieblos dahingeklatschtes BraunGelb und Pinke Gardinen wie im “alten” Haus. Eigentlich habe ich gar keine Gardinen…
Wird Zeit, dass ich wieder heim komme…
Thaksins roter Pass ist weg.
Man erinnere sich bitte mal: Im November hatte man überlegt, wie man es anstellt, dem Thaksin Shinawatra, im September ungnädig in Abwesenheit hinweg geputschter Ex-Premierminister, seinen Diplomatenpass abzunehmen. Er reiste in der Welt herum, selbst Anfang der Woche hatte man noch erzählt, er wäre in Thailand gesehen worden.
Alle ehemaligen Premierminister vor Thaksin durften ihren diplomatischen Pass behalten, auch wenn sie vom Thron geputscht worden.
Nun ist er weg. Der Pass. Und der seiner Frau auch gleich mit. Oder um es genauer zu sagen, die diplomatischen Pässe sind ungültig erklärt worden. Das war es dann wohl mit dem Alterssitz in London, dort bekommen undiplomatisch reisende Thais nur ein 30-Tage-Visum.
Mein Bild
Mein Bild hab ich mir zu Weihnachten 2005 geschenkt. Für normale Touristen kostet so eine billige Dali-Kopie 7000 Baht, ich hab Fu vorgeschickt und es für 1500 Baht und 500 Baht für den Rahmen (irgendwie mussten sie dann noch Geld herausschlagen) bekommen. Dann fing es an zu regnen und ich bin mit dem Moped im Regen heim gefahren und Fu mit dem Bild im Taxi.
Dann stand das Bild 7 Monate verpackt in der Gegend rum. Dann bin ich umgezogen und die neuen Hausbesitzer erlaubten mir “ein” Bild aufzuhängen.
Ein langer Weg für Mein Bild™. Aber es hängt nun und ich habe es genau im Blickfeld den ganzen Tag. Sehr schön. Irgendwie habe ich schon jeden Quadratzentimeter einmal photographiert.
Man beachte wie gut sich die Farben des Hauses mit dem Bild ergänzen. Ich mag mein Bild.
Zerrissene Familie
Ich vermisse meine Hunde. Und sie vermissen mich. Und Fu vermisst mich auch, aber nur, weil sie auf die Hunde aufpassen muss und endlich mal merkt, dass das mehr Arbeit ist als nur einen Hund auf dem Arm zu tragen und von allen bequatscht zu werden, was das doch für ein sü?er kleiner Kerl ist.
Pokki hat gerade eine Dusche über sich ergehen lassen. Und wenn man genauer sucht (Klick aufs Bild lädt flickr und dann ist ein Kasten drum), dann sieht man auch Soosie, die schon genau wei?, dass sie bald geduscht wird.
Murphy im Quadrat
So. Mal angenommen es kündigt sich an, dass man nach einem halben Jahr 5kB mit den mobiltelefonischen Modem endlich wieder mit einer ADSL-Internetleitung am onlinen Leben teilhaben darf — was würde denn dann frei nach Murphy geschehen?
Möglichkeit 1: Ein Erdbeben zerstört Tiefseekabel und der Traffic aus China wird über Thailand geleitet.
Möglichkeit 2: Die DSL-Leitung gibt den Geist auf.
Da ist es eigentlich klar, dass beides eintritt, wenn es um mich geht, oder? Letzte Woche leitete man Dienstag und Mittwoch plötzlich die Chinesen über Thailand — jede zweite aufgerufene Website brachte ein Timeout. Am Donnerstag haben sie den Traffic dann auf ein Highspeedkabel zwischen Bangkok und Frankreich geschaltet. Sehr schön. Dummerweise geht seither das DSL nicht mehr. Aller 5 Minuten bricht die Verbindung ab und am Wochenende war es ganz tot.
Sehr schön. Schon mal ein Viertel meiner “Ausbildungszeit” vergammelt. (Allerdings wei? ich jetzt auch, dass zwei Türme auf einer Linie gewinnbringend sein können und ein Läufer alleine nichts nützt.)
PS: Die Typen von TOT (der Telefongesellschaft) sind grade hier und ja auch ganz sü?. Auf der Insel war das nicht so…
Bombendrohungen in Bangkok
Die Tage seit dem Jahreswechsel sind gefüllt mit Bombendrohungen. Nahezu keine Stunde ohne erneuten Bombenalarm. Einkaufszentren, Schulen, Redaktionen… nicht nur in Bangkok. Entweder reagieren Leute verängstigt auf offen stehende öffentliche Telephone oder einsam herumstehende Taschen oder Leute stellen tatsächlich Taschen mit herausstehenden Drähten irgendwo hin oder rufen an, um zu erklären, dass sie Bomben deponiert hätten. Hysterie und Vandalentum halten sich somit die Waage. “Echte” Anschläge au?er den seit zwei Jahren beinahe täglich geschehenden im Süden gab es aber seither nicht. Die Behörden wachsam.
Das kleine “Gibt es einen erneuten Putsch”-Fiasko von Donnerstag-Abend will das CNStxp:gho_footnote Council for National Security</txp:gho_footnote> nun mit Vorabmeldungen an die ?ffentlichkeit umgehen. Für die kommende Zeit erwarten jedenfalls sowohl die Regierung als auch das CNS weitere Versuche, die ?ffentliche Ordnung zu stören und Chaos zu säen.
Nun frage nicht nur ich mich, wer denn nun hinter den Anschlägen steckt.
Da gibt es (meiner Meinung nach) 4 verschiedene Möglichkeiten:
- Die Separatisten im Süden. Die benutzen schon seit langem durch Mobiltelefone gezündete selbstgebastelte Bomben. Allerdings sollen die in Bangkok verwendeten Bomben anderer Bauart gewesen sein. Mal ganz abgesehen davon, dass sich ein anderes Datum als geschichts- und bedeutungsträchtigeres angeboten hat.
- Thaksins “Alte Macht-Riege”. Das ist eine Theorie, die gleich am Silvesterabend die Runde machte und dem Redaktionsgebäude von The Nation sogar eine Bombendrohung einbrachte . Angeblich sollen Geheimdienstmitarbeiter gesagt haben, dass Thaksin und Mitglieder seiner alten Regierung hinter den Anschlägen stecken. Das (ich nenne es mal) Gerücht hält sich weiterhin. Thaksin hat gefaxt, dass er es nicht war sondern die Muslims im Süden (bzw. eine Vereinigung die die Unabhängigkeit des Südens anstrebt), die darauf hin erklärt haben, dass sie es nicht waren.
- Chaoten die ein wenig Unruhe stiften wollen.
- Das Militär. Eine neuere Theorie besagt, dass das Militär dahinter steckt. Entweder die Putschisten vom September, dann um ihre Macht zu stärken und ungeliebte Gegner vorerst mundtot zu machen (man sagt, Sonthi und Premierminister Surayud haben unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich der Behandlung Thaksins und seines Vermögens) oder eine Gruppe von Militärs, die innerhalb des Militärs gegen Sonthi und die Militärführung arbeitet. Interessanterweise hat der Verteidigungsminister neulich gesagt, die Täter tragen eine Militäruniform .
So. Wer war es also? Ich bezweifle, dass man das irgendwann aufklären wird, würde aber mal stark auf die alten oder neuen Mächtigen tippen. Oder welche, die es gerne mal wären. Man erwartet jedenfalls weitere Anschläge .
PS: Die Thais, mit denen ich mich so unterhalten habe, meinen alle, Thaksin steckt dahinter.
Ohne Worte
(Dieses Bild habe ich aufgenommen im September. Es gibt es noch mehr lustige Photos in dieser Art, die ich bei fehlenden Themen posten werde. Hin Da Hin Yai ist immer ein springender Quell an Motiven… )
Man munkelt
Gestern war mal wieder so ein Tag , wo man die ganze Zeit lesen und hören konnte, es würde vom Militär ein Putsch gegen die ?bergangsregierung geplant.
Als Grund wurde angegeben, dass das Militär nicht zufrieden mit der Behandlung von Thaksin war, die Regierung ginge zu lasch mit ihm um. Au?erdem gab es auffällig viele Truppenbewegungen in Bangkok. Man hat nun kleine Teams zur Sicherung gefährdeter Plätze und Bereiche über die Stadt verteilt.
Bis zu Abend schaukelte sich die Stimmung dann so weit hoch, dass das Militär eine Resolution vorlesen lies, dass es keinen Putsch plane und über die Militärführer wurde berichtet, dass sie Golfen waren. Sehr beruhigend.
69 Millionen SMS-Nachrichten
Zwischen Silvester und Neujahr wurden in Thailands drei gro?en Mobilfunknetzen 69 Millionen SMSse verschickt . Das hat das Netz natürlich in die Knie gezwungen. Ich habe noch gestern morgen (3. Januar) SMSse vom 31. Dezember bekommen.
5eleven: Rüsselaufwärts, einmal durch Bangkok und dann runter
So. Am Montag machte ich mich also frohgemut auf, um die kleine Insel (die mit den Palmen) gen Norden zu verlassen. Im Prinzip führen alle Wege in Thailand erstmal nach Bangkok, ehe man irgendwo anders hin kommt. Wenn man nicht gerade lokale Attraktionen bereisen will. Wollte ich nicht, also ab in den Bus nach Bangkok. Ich wurde in den 2.Klasse-Bus gesteckt weil ich irgendwie mein Ticket zu spät gelöst habe (der Bankautomat hat mir 2000 Baht gestohlen, als das Internet gestört war, Schweinerei, allerdings war mir dann auch lieb, dass ich nur in den 530er Bus durfte und nicht in den 850er Bus — bahtmä?ig gesehen). Da wird man auch 2ter Klasse behandelt. Au?er einer filzigen Decke gegen die Klimaanlagenerkältung gabs nichts. ?ber mir im Gang war ein gro?es schwarzes Loch. Die Fähre war auch so verrostet, dass ich mir das erste Mal Gedanken machte, ob ich in Zukunft nicht andere Wege, derartige Inseln zu verlassen wählen sollte.
Auf der Stra?e hinter Chumphon wurden wir an einer Polizeisperrung nachts um zwei 90 Minuten lang angehalten und durchsucht. Das Gepäck im Kofferraum wurde komplett ausgeleert (dankeschön) und innen kamen sie mit Schnellfeuerwaffen (sowas wollte ich schon immer mal schreiben, irgendwie sah das wie kleinen russischen Waffen mit Holzgriff aus) und haben alle Gepäckstücke durchsucht, nur nicht meinen Rucksack. In selbigen befand sich mein Notebook und mir wäre das verdächtig vorgekommen. Trotzdem sind sie meinem Paket einfach nicht in die Quere gekommen.
Terroristen-Regel Nr. 1: Seien Sie ein Farang, dann können Sie Ihren Sprengstoff im Notebook nach Bangkok einführen!
Die ganzen VIP-Busse wurden in der ganzen Zeit durchgewunken.
Terroristen-Regel Nr. 2: Investieren Sie 300 Baht mehr und fahren Sie mit dem VIP-Bus ins zu beanschlagende Gebiet!
In der Zeit in der sie uns kontrolliert haben kam auch ein Kamerateam und hat die medienwirksam aufgestellten Polizisten bei der schwei?treibenden Arbeit gefilmt. Dann fuhren schnell mal 5 Polizeiwagen mit Sirene und Blinklicht die Stra?e rauf und wieder runter und alle waren glücklich. Die Polizisten, die nichts zu tun hatten, spielten mit ihren Lampen rum, testeten wer den Längsten hatte. Strahl. Lichtstrahl. Viel Spä?. Mitten in der Nacht. Wegen dieser Kontrolle stand ich auch erst gegen halb Sieben in Bangkok auf dem südlichen Busterminal.
Dann noch schnell quer durch Bangkok und runter nach Rayong.
Wirklich? Erzähl ich morgen…
Senior Service Supervisor
Ich habe schon einen Benutzer unter einem Exchange-Server eingerichtet, Rechte für einen Ordner vergeben, jede Menge Kram gebackuppt und einen Barcodefont installiert. Alles ein click-and-point-Spiel. Für Den Kunden™ aber sieht es so aus, als ob ich ein Halbgott mit goldenen Notebooktasten bin.
Jaja… Windows…
5eleven: Statusmeldung
Soso… Ich sitze hier in Bangkok im Bus nach Rayong. Wie ich hergekommen bin ist eine eigene längere Geschichte. Jedenfalls ist Bangkok immer noch so dreckig und verstopft wie bei meinem letzten Besuch Ende 2005. Was? 2005? Ich bin kein einziges Mal im letzten Jahr in Krungthep gewesen? Sehr interessant. Das sollte sich ändern, hehe…
Es ist schweinekalt hier. Hab mich in meine dicke Winterjacke gehüllt. Das wünscht man seinem schlimmsten Feind nicht (vielleicht einem oder zweien). höchstens 22 Grad oder so.
Und ich habe meinen “Guten Vorsätzen” (muahahaha…) noch einen weiteren hinzugefügt: Thai schreiben lernen. Thai lesen lernen. Die billigen Busse sind alle nicht in romanisiert ausgeschrieben. Und ein klein bisschen mehr Sprechen sollte auch drinnen sein.
Man liest sich.
PS: Auf dem Busbahnhof laufen Soldaten mit Maschinengewehren herum. Ich fühle mich schrecklich sicher.
Feuerwerk
Schräg aus dem Schlafzimmerfenster gelehnt photographiert. die 3/4 rechts und unten sind voller Sträucher und Palmen ;)
Die 8 bleibt aktuell
Interessant an meinen Logs finde ich zwei hohe Ausschläge zu Weihnachten und Silvester bei den Suchenden nach Informationen zur Acht hinter der Null. Vermutlich stellen alleinreisende Männer beim weihnachtlichen und jahreswechselnden Drang ihren Lieben in Thailand was zu wünschen plötzlich fest, dass selbige nicht mehr erreichbar sind. Nicht nur eine oder zwei, das wäre eine normale Rate, kann ja sein, dass sie einen willigen Faranglebensabschnittgefährten gefunden haben oder gar “nach Hause” gegangen sind und das Leben “danach” begonnen haben, nein alle 10 sind nicht mehr erreichbar. Da muss doch was faul sein. Also schnell mal Google angeschmissen und nach “nummern in thailand” suchen.
Wie schön, wenn man dann liest, dass man nur eine 8 einschieben muss. Kann man gleich beruhigt den nächsten Urlaub planen…
Auf ein Neues.
Gesundes neues Jahr euch da draußen, drüben, unten und oben. Wir schreiben das Jahr 2550 buddhistischer Zeitrechnung. Es wird ein gutes Jahr. Ein bombiges Jahr. Glaubt mir.
Meine Kamera hat zwar einen Extra-Modus für Feuerwerke, hier sieht man aber nichts davon. Man hört sie nur krachen.
Die Alte-Macht-Clique
Man ist in Bangkok ziemlich schnell mit dem Finden der Schuldigen der Bombenanschläge von heute Abend und hat die “Old-Power-Clique ” ausgemacht. Thai Rak Thai hat gleich darauf geantwortet und gesagt, dass sie nicht dahinter stecken und es ebensogut die Militanten aus dem Süden sein können. Getretene Hunde bellen.
Sonthi schickt unterdessen seine Soldaten wieder nach Bangkok .
Interessant am Old-Power-Clique-Artikel ist der letzte Absatz: Premierminister Surayud hat die Anschläge erwartet. Falls sich jetzt jemand fragt, warum die ?ffentlichkeit nicht gewarnt wurde: Sie wurde Anfang der Woche gewarnt. Grö?ere Zusammenkünfte wie der Countdown zum Neuen Jahr wurden aber nicht abgesagt und die Leute aufgefordert, Menschenmassen zu meiden. Das ist ein typischer Fall des Verhinderns von Gesichtsverlust.
Das Gesicht zu verlieren ist das Schlimmste, was einem Thai passieren kann. Hätte Surayud mehr getan als nur vor den Anschlägen zu warnen, dann hätte er indirekt zugeben müssen, die allgemeine Sicherheit nicht im Griff zu haben. So stand er bereit um sofort nach den Anschlägen alles nur Erdenkliche zu tun, um die Täter zu finden und das Volk zu beruhigen. Ein starker Mann. Gesicht gewahrt.
PS: Die Bomben von Bangkok haben keine ?hnlichkeit zu den im Süden verwendeten Brandsätzen und Bomben. Sie wurden nicht per Mobilfunk gezündet und sind aus anderer Zusammensetzung.
PPS: Wow. Sie sagen tatsächlich, dass Thaksin hinter den Bomben steckt .
Bomben in Bangkok
Bisher 7 Bomben (das war vor wenigen Minuten noch nur 4) wurden vor einer Stunde in Bangkok simultan gezündet . Getötet wurden 2 Menschen, verletzt mehr als 20.
Ehrlich gesagt habe ich “richtige” Anschläge in Bangkok schon seit Langem erwartet. Nun wei? man zwar noch nicht, ob es Gegner des Putsches sind oder Militante Muslims aus dem Süden. Interessant ist, dass die meisten Bomben in Einkaufzentren hoch gingen.
Update: Der König ist auf allen Kanälen und verliest etwas. Ob es eine reguläre Neujahrsansprache ist oder was mit den Anschlägen zu tun hat wei? ich nicht, weil der Dolmetscher mal wieder nicht hier ist…
Update 2: Die Ansprache war die Neujahrsansprache. Der Countdown zum neuen Jahr wurde abgesagt und die Polizei empfiehlt den Leuten zu Hause zu bleiben und Menschenansammlungen zu vermeiden.
The last sunset
Stellen Sie sich hier ein Photo vom letzten Sonnenuntergang an meinem Lieblingsstrand vor.
Wenn ich etwas nicht leiden kann, dann sind das fehlgeschlagenen Gro?aktionen wie das eben: Ich fahre generalstabsmä?ig geplant mit Stativ und Digitalkamera an den Strand um ein Photo vom Sonnenuntergang zu schiessen (sogar frische Batterien habe ich eingepasst, weil genau immer an diesem Strand die Akkus leer sind) und die dumme Sonne geht gar nicht im Meer sondern hinter den Bergen unter. Bin mir ziemlich sicher, dass das noch nie passiert ist. Allerdings habe ich den Strand auch noch nie im Dezember sonnenuntergangstechnisch binär gebannt.
Also gleich noch ein Vorsatz fürs neue Jahr: Wenn ich photographische Pläne habe die Himmelskörper für die optimale Realisation benötigen, kucke ich vorher erst im Stellarium nach, ob die auch sichtbar und in richtiger Position sind.
Big Buddha bspw. sollte man morgens bis 9 Uhr besucht haben, solange hat er die Sonne im Gesicht. dann ist das Licht fürchterlich. Abends gegen 18 Uhr ist dann nochmal eine gute Zeit, wenn die Sonne genau hinter dem Koloss steht.
Anyway. Es wird schönere Strände geben.
Vor guten Sätzen
Das Jahr hat in unserer Zeitzone noch gute 8.5 Stunden zu leben, weshalb es an der Zeit ist, mal über die “Guten Vorsätze” und deren Einhaltung im vergangenen Jahr und im kommenden Jahr zu reflektieren. Soviele Vorsätze hatte ich ja nicht.
Eigentlich wollte ich den Alkohol aufgeben. Das habe ich gut einen Monat durchgehalten. Auch im kommenden Jahr werde ich mal einen abstinenten Monat einlegen. Das macht sich immer gut. Ansonsten ist so ein Vorsatz ziemlicher Unfug.
Ein zweiter Vorsatz war, mindestens 20 Kilogramm zu verlieren. Da ich einige Kilo zuviel habe, mag man annehmen, das wäre ein leichtes Unterfangen. War es aber nicht. Ich pendelte in der Gegend rum und stand mal auf 120 und mal auf 105 (bin ein Gemütsfresser). Weshalb ich auch diesen Vorsatz relativiert habe und “für die kommende Zeit” einen Wert unterhalb von 100 Kilogramm anstreben und so tun wollte, als ob auch 10 Kilo Gewichtsverlust eine gute Sache wäre.
Nun ergab es sich aber, dass ich heute morgen beim 7eleven auf der Waage stand und da einen zweistelligen Wert vor dem Komma erblickte. Womit ich mir erlauben darf den Vorsatz als erfüllt zu deklarieren. Zwar kann man 99.9kg schnell auf 100 aufrunden. Es ist aber weniger als 100.
Ein dritter Vorsatz war, dieses Jahr keine Liebesbeziehungen zu beenden. Mit einer Rate von 2 war mir 2005 dann doch zu turbulent. Diesen Vorsatz habe ich eingehalten (auch wenn es manchmal schwer war).
Kommen wir zu den Vorsätzen fürs neue Jahr — die nahezu gleichen wie im alten Jahr:
- 90 kg und einen Lebenswandel/Ernährungsstil entwickeln, der dieses Gewicht hält.
- Sport treiben. Man muss ja irgendwie die ganzen Hautlappen in Muskeln verwandeln.
- keine Liebesbeziehung beenden
Das nächste Neujahr ist im Februar. Dann können wir ja mal wieder checken, wie es steht.
Ansonsten finde ich gute Vorsätze fürs neue Jahr übrigens Unfug. Wir haben hier dreimal Neujahr. Muss man da dreimal Vorsätze fassen oder verfallen die vom letzten Neujahr dann beim nächsten Neujahr? So gesehen hätte ich den Alkoholvorsatz vergangenes Jahr ja eingehalten ;)
Ausgeraucht
Man wird in nächster Zeit häufiger Schilder in Thailand sehen, die eine durchgestrichene Zigarette zeign und die folgenden Worte: “??ร???สู??ุหรี? ??ื?อ???วย?า??????าร?ระ?ำ??อ?ห?าม??ย??หมาย” (Bitte nicht rauchen, da es gegen das Gesetz ist). Sind sie nicht höflich, die Thais?
Vergangene Woche hat das Gesundheitsministerium mal wieder einen Rausch neue Gesetze und Verordnungen zu erlassen gehabt und unter anderem Anti-Alkohol-Kampagnen angekündigt (dazu später mal mehr) und eben dieses Rauchverbot an öffentlichen Plätzen erlassen.
?ffentliche Raucher können mit Strafen bis zu 2000"/> belegt werden und Betreiber öffentlicher Plätze mit bis zu 20000 THB, wenn sie keine Verbotsschilder aufhängen.
Es gibt sogar eine Telefonnummer (02-590-3342) unter der man Raucher denunzieren kann. Man bräuchte sich nur mal im IT-Complex in Lamai vor die Türe zu setzen und schon hätte man ein paar Anrufe zu tätigen ;)
Neujahr und Unfälle
Neujahr und Unfälle sind ein Thema, das in Thailand sehr häufig in einem Satz gesagt wird. Sowohl zu Songkran als auch zum gregorianischen Jahreswechsel passieren die mit Abstand häufigsten Unfälle, meistens durch Alkohol am Steuer verursacht.
Dieses Jahr ist es nicht anders: 109 Tote und 1300 Verletzte. Und das sind nur die Zahlen der ersten beiden Tage (Donnerstag und Freitag) der eine Woche lang dauernden “Jahreswechsel-Feiern”.
Wer nicht muss, vermeidet es in dieser Zeit zu reisen. Ich muss.
Gomorrha light
Mit Maenam geht es auch den Bach hinunter — sextechnisch.
Als ich vor gut einem Jahr hier her gezogen bin, gab es an der Ringroad drei Ladybars und eine Karaoke-Bar (mal die Seitenstra?en und den Strand au?en vor gelassen). In den Ladybars kann man als Farang Bier trinken und willige Sexarbeiterinnen abschleppen. In den Karaoke-Bars läuft das gleiche Schema mit Karaoke statt Bier und Thais als Kunden ab.
Inzwischen hat sich das vervielfacht. Aus der Dreier-Ladybar-Strecke (die Kneipen waren alle an der selben Stelle) ist eine richtige kleine Farm geworden, die sich gegenseitig mit lauter Musik bekriegen. Die Frauen haben selten was zu tun, weshalb man als Single-Mann auf einem Moped grundsätzlich quer über die Stra?e angemacht wird. Dummerweise sind das aber alles Frauen, die in Chaweng und Lamai kein gutes Geschäft mehr machen können. Sowohl vom Aussehen als auch vom Verbrauchtheitsgrad. Die Kunden hier sind aber glückliche Abnehmer, hat man das Gefühl.
Sowohl auf der Zufahrtsstra?e zu meinem letzten Haus als auch auf der zum jetzigen hat man nur kurze Zeit nach meinem Einzug ins jeweilige Haus eine Karaoke-Bar aufgemacht. Ich wage Zusammenhänge mit meinem Zuzug zu bestreiten. Man hört dann bis gegen 0 Uhr Nacht schief singene Thaifrauen vor sich hin karaokisieren. Dabei singen sie immer die gleichen Lieder.
Die Karaoke-Bar auf meiner aktuellen Zufahrtsstra?e hat sogar sowas wie einen Stra?enstrich. Da stehen dann die Frauen die Nacht durch am Stra?enrand und versuchen Augen- und mehr Kontakt zu bekommen. Neben die Bar hat man ein langes Haus mit mehreren Räumen gebaut, das Nachts stundenweise genutzt werden kann.
Unterschiede zwischen den Sexarbeitern für Farangs und Thais gibts auch: erstere tragen lieber Schwarz und haben dunklere Haut, die Frauen für die Thais streben immer noch nach wei?er Haut und tragen Kleidung, die ich auf den Stra?enstrichen polnischer Grenzorte vermute. Leder in wei? oder Neonfarben, Stiefel bis zum Knie und einen Gürtel als Rock.
Wird Zeit, dass ich mir ein neues Haus suchetxp:gho_footnote Was eine Art Ankündigung ist…</txp:gho_footnote>. Mal im Süd-Westen der Insel suchen. Dann habe ich aber auch alle Gegenden hier schon durch.
Harn Raksajit
Gestern wurde Harn Raksajit, den viele Thais als Nane Ae kennen, zu 100 Jahren Haft verurteilt . Harn lernte in Kambodscha schwarze Magie (Thais glauben, dass Kambodscha ein Land voll von schwarzer Magie und Geistern ist) und war in den vergangenen Jahren mehrfach in Erscheinung getreten.
1994 wurde er verhaftet, aber gegen Geldzahlungen wieder frei gelassen, weil er behauptet hatte, Menschen gegen Messerstiche unverwundbar machen zu können und das nach einer Beschwörung durch Messerstich beweisen wollte. Vermutlich war er aber beim Sprechen der Beschwörungsformel abgelenkt, denn er verwundete den Beschwörten schwer.
Harn Raksajit war 1995 schon einmal zu einem Jahr Haft und 6 Jahren Berufsverbot verurteil worden, als er ein totgeborenes Baby geröstet hat, um einen mächtigen Geist namens Kumarn Tong zu erzeugen. Das Ganze wurde von einem Fernsehteam gefilmt, aber nie veröffentlicht. ?berhaupt betrieb er im Wat Nong Rakam in Saraburi einen florierenden Handel mit Amuletten und magischen Säften. Nach diesem Vorfall wurde er aus dem Wat verstossen (defrocked).
Phii Kumarn Tong ist ein mächtiger Geist, der seinem Besitzer befähigt, suggestiv auf andere einzuwirken. Dazu muss man den Geist allerdings täglich füttern und hegen und pflegen. Nane Ae hat diesen Geist erzeugt, indem er das tote Baby geröstet hat und das dabei austretende ? aufgefangen hat. Gegenstände die damit bestrichen werden enthalten dann den Geist. Wendet man das ?l bei Menschen an, dann verliebt ein Mann oder eine Frau sich in die Person, die einen Tropfen des ?ls unbemerkt auf die Stirn des “Opfers” streichen kann.
In letzter Zeit geriet er häufiger mit seiner Schule ins Scheinwerferlicht (sogar in deutschen Medien ), in der er Beschwörungssprüche für Unverwundbarkeit und Liebestränke zubereiten lehrte.
Gestern nun wurde er verurteilt, weil er Liebeszauber an Frauen praktizierte und sie zwang, mit ihm Sex zu haben um, wie er ihnen sagte, den Zauber mächtiger und haltbarer zu machen.
Ein bisschen erinnern mich die Geschichten, die man sich über Nane Ae erzählt an Long Khong. Die beiden bösen Gestalten im Film produzieren genau die selben Beschwörungen, Tränke und “Zaubereien”. Bis auf den Sex, denn ein guter Horrorfilm braucht keinen Sex.
Man hats im Gebein…
Ich habe neuerdings immer so seltsame arthrithisch-rheumatische Anfälle in meinem linken Bein. So richtig weh tuts nicht aber es fühlt sich auch nicht fröhlich an. Die Muskeln pochen als ob das Bein verdreht ist, egal wie und wohin ich es richte. Winkel ich das Bein an, tut das Knie weh, strecke ich es aus sinds die Muskeln. Das Wetter ists. Gestern bspw. regnete es mal wieder, das wusste ich schon vor dem Aufstehen… Das Ganze geht dann einzwei Tage, dann beruhigt sich alles wieder.
Ich frage mich jetzt, ob das normal ist, wenn man alt wird. Denn falls ja, ist das eine sehr sehr nervige Angelegenheit. Ich schiebs immer noch auf meinen niedrigen Couchtisch, an dem ich arbeite, wenn das Notebook nicht auf dem Scho? vor sich hin wärmt.
Ich sehe schon, wird Zeit, dass ich mal wieder an einem Arbeitstisch in normaler Höhe (REFA-normiert) arbeitetxp:gho_footnote Was eine Art Ankündigung ist…</txp:gho_footnote>.
Mayagüez
Der an Weihnachten verstorbene ehemalige US-Präsident Gerald Rudolph Ford wird in Thailand vor allem mit einer Sache in Verbindung gebracht: dem Mayagüez-Vorfall . Eine Gruppe kambodschanischer Roter Khmer kaperte ein amerikanisches Handelsschiff und hielt die Besatzung gefangen.
Ford hat daraufhin seine Truppen geschickt, die in einem (im Gro?en und Ganzen aus fehlgeschlagenen Kleinstaktionen bestehenden) Einsatz die Geiseln befreiten. Dabei landeten die Truppen in thailändischen Gewässern und nutzten eine Marine-Basis als Koordinationsstelle — entgegen eines ausdrücklichen Verbots seitens Thailands.
Da fällt mir nicht viel mehr dazu ein. Nur dass die Thai-Amerikanischen Beziehungen nichtsdestotrotz sehr gut sind. US-Firmen dürfen freier ex- und importieren als andere, US-Staatsbürger dürfen ohne Einschränkungen Firmen gründen.
Schmutzige Wäsche
In den vergangenen Wochen wurde immer mehr schmutzige Wäsche in der thailändischen Politik gewaschen. “Politische Aktivisten” wissen ganz schön viel und haben festgestellt: Sonthi soll zwei Ehefrauen haben und Surayud staatliche Eisenbahnwagen als Gartenhaus und geschütztes Waldgebiet als Grundstück gekauft haben. Das alles wird schön rei?erisch mit Rücktrittsforderungen garniert.
Das Verbot politischer Versammlungen bleibt weiterhin bestehen. Also kann man davon ausgehen, dass die politisch Untätigen auch weiterhin Anschuldigungen ausgraben werden.
Die Drei
Fu hat zwei Freundinnen. Zusammen nennen sie sich “Die Drei”. Man reist umher, man trifft sich häufiger. Man geht aus. Alle drei arbeiten und leben sie in verschiedenen Provinzen Thailands. Für Weihnachten 2004 haben sie sich auf Samui verabredet. Fu arbeitet hier. Die eine Freundin kommt, die andere muss einen Tag länger arbeiten, in der Nähe von Phuket.
Einen Tag später spült eine Riesenwelle tausende Menschenleben ins Jenseits. Fu’s Freundin wurde nie gefunden.
“Its like war. Everyone knows someone who died.”
Internet (fast richtig) tot. Grund: Erdbeben
Tatsächlich . Ich habe das tote Internet wegen eines Erdbebens ja zuerst für einen Witz gehalten. Anscheinend sind aber jede Menge Tiefseekabel zerstört und man kommt nicht oder nur schleichend auf die Server in Taiwan, USA usw. — das soll rund drei Wochen anhalten.
Angeblich sollen die Leitungen nur verdünnt worden sein, ich bekomme mit meiner Handy-Modem-Leitung allerdings nur Time-Outs.
Warum bittesehr gibt es in Zeiten da man allen möglichen Kram ins All schie?t immer noch Tiefseeleitungen die wenn sie von Monsterkraken zerfressen werden alles lahm legen? Und warum sind die meisten Seiten, die ich nutze in den USA gehostet? Das muss sich ändern! Und warum ist Google so super cool, super gross und super reich, hat aber nur Server in den USA?
Ich sehe schon. Wird Zeit, dass ich wieder eine ordentliche Leitung bekomme.txp:gho_footnote Was eine Art Ankündigung ist…</txp:gho_footnote>
Internet (fast) tot. Grund: Erdbeben.
Ziemlich lustig finde ich, dass man aus Thailand die Westliche Hemispäre (sprich das “neue” Europa, die Kriegstreiber) nicht erreichen kann, weil ein Erdbeben einen Router (zer|ge)stört hat . Manche Probleme löst Mutter Natur halt auf unkonventionelle Weise.
Chilling
Schnee in Thailand
Keine Sorge, es hat noch nicht geschneit. Es ist aber seit ungefähr einer Woche sehr kalt. In den Bergen im Norden ist es 2 bis 4 Grad Celsius kalt, in Bangkok 18 bis 22 und hier auf der Insel haben wir gemütliche 26 bis 28 Grad. Das letzte Mal lag am 8. Januar 1955 Schnee in Thailand — in Chiang Mai.
Oshare Kobo
“Oshare Kobo” ist der Hammer. Das läuft hier auf UBC als “Fashionable Living” und ist so eine Art MacGyver für japanische Hausfrauen.
Heute bspw. konnte man die beiden Moderatorinnen mit einer Frau bestaunen, die Plüschhunde zum hinstellen bastelt. Neulich haben sie mir beigebracht, wie ich meine Nägel lackieren kann, ohne dass die Farbe nach einem Tag an den Rändern ausbröckelt. das hätte ich mal vor zehn Jahren wissen sollen. Das beste bisher war ein Mann der seine Pollunder (anders kann man die Dinger nicht nennen) selbst gestrickt hat. Pink mit Blümchen und so nem Kram. Die Maschen waren dann so weit gestrickt, dass er mit verschiedenfarbigen T-Shirts unter dem Pullover supertolle Farbeffekte erzeugen konnte.
Gut waren aber auch die Kissen die mit Geschenkband zu kleinen Blumenfeldern wurden. Wenn mir mal gar nichts einfällt verschenke ich Kissen mit Geschenkbandblümchen.
Eine der Moderatorinnen sieht manchmal aus wie die japanische Version von Bjork wenn sie seitliche Doppeldutts trägt und ist (für mein Verständnis von japanischen Verhältnissen) verdammt gross.
Und wie sie immer “hai hai” sagen oder “ooooooooooooh” fluestern (manchmal in einer Frequenz von 5mal pro Mminute) wenn etwas besonders einfach tolles gezeigt wird. Einfach süss. Vielleicht sollte ich mal ein Jahr in Japan zubringen.
Eine kleine Weihnachtsgeschichte
“I don’t like to loose” sag ich und ziehe einen Holzklotz. Ein seltsames Holzspiel mit Klötzen die man aufstapelt und dann unten Klötze zieht, diese oben drauf legt und das möglichst so, dass der Stapel umfällt, wenn man nicht selbst “dran” ist. Der Holzklotz landet leicht schräg auf einem anderen und ich hoffe im Stillen, nicht noch einmal ziehen zu müssen. “What are you doing tonight?” fragt Gig mich. Ich erkläre ihr leicht errötend, dass man(n) das missverstehen kann, wenn man(n) als Farang von einer Thaifrau gefragt wird und sie lässt sich erklären warum. Als ich fertig bin meint sie nur nachdenklich “Ah, that explains a lot” und zieht den nächsten Stein. Hochkant landet er auf der Spitze des Turmes.
Fu zieht einen Stein und sagt, dass ich immer nur Thai sprechen will und sie nicht Deutsch lernen lasse. Ihr Stein landet in der Mitte. Schön sicher. Schön stabil. Ich ziehe einen Stein ganz unten, so dass der Turm auf sieben einzelnen gekreuzten Steinen steht und beginne meinen Monolog über die Sinnlosigkeit des Deutsch-Lernens wenn man nicht mal richtig Englisch sprechen kann und mit Englisch mehr Leute erreicht als mit Deutsch. Mein Stein landet hochkant auf dem anderen hochkantenen Stein. Gig zieht einen Stein und meint, sie könne einen Deutschen Satz: “Ick Benn een rechter Nick Leb Herr”. Die folgenden drei Runden versuche ich zu ergründen, was sie da versucht zu sagen. Sie meint, es bedeutet, dass sie etwas nicht gerne macht. Wir einigen uns darauf, dass es das bedeuten könnte, sie vermutlich aber etwas missverstanden haben könne. Meine Eigenschaft als deutscher Staatsbürger verleiht meiner professionellen Meinung hier Gewicht. Der hochkantene Stapel Holzklötze ist inzwischen bei 4 Steinen angelangt und ich beginne eine leicht schräge und instabile Steinkombination, da ich wie bereits erwänter ein schlechter Looser bin. Der Turm fällt unter Gigs Worten “By the way I am single” und Fingern.
Gig ist müde und will nach Hause fahren. Fu geht mit ihr. Ich kuck sie nur an und sage nichts. Nach 10 Minuten klingelt das Telefon, Fu ist dran. “tomorrow christmas we come to cook”. Ich versteh sie nicht und sag nur “aha”. Aus dem Hintergrund ertönt Gigs Stimme “Tomorrow christmas. We come to cook not tomorrow!” Ich verstehe sie nicht und sage nur “aha”. Fu fragt “you understand? kautschai mai kah?” Ich sag nur “Kautschai”. (Es macht wenig Sinn, in solchen Situationen verstehen zu wollen, worum es geht. Ich bin davon ausgegangen, dass sie beide irgendwann in den nächsten 24 Stunden zum Kochen vorbei kommen werden.)
5 Minuten später stehen sie mit vollen Beuteln vor der Tür und wir fangen an zu kochen. Omelett, Larb Moo (so eine Art Gehacktes scharf gewürzt angebraten mit Grünkram und viel Fettschwarte), Geng Stellen-Sie-sich-hier-einen-unverständlichen-Namen-vor (Ein gelbes Curry mit ich glaube viele Pfefferkörner darin entdeckt zu haben. Kann aber auch was anderes gewesen sein. Gelb war es.), Grünkram der mit viel Knoblauch angebraten wurde, Gemüse, Reis, Nam Prik (scharfer Dipp) und geeister Zucker mit Tee.
Wir sitzen darnieder und essen. Die Frauen unterhalten sich und ich schnappe Fetzen wie “khaow chop” und “khaow gin” auf. Interessanterweise braucht Fu nur mit mindestens einem Thai und mir zusammen zu sitzen und schon bin ich Gesprächsmittelpunkt. “Er isst sogar Som Tham”. Ich pack mir ein bisschen Curry auf den Reis und Gig sagt erstaunt, “Oh, you can eat curry?!?” ich sage ja und esse. Ich nehme Larb Moo zu mir und Gig registriert auch dies mit begeisterter Ekstase. Als ich dann auch noch den Grünkram esse, stellt sie fest, dass sie einen Freund wie mich will. “I have no boyfriend now, you know?” sagt sie. Ich kuck Fu an, die möglichst unbeteiligt zu schauen versucht. Wir hatten da in den vergangenen Wochen so einige Diskussionen über meine Qualitäten als Boyfriend und “alles Thailändische essen” war da nicht im Anforderungsprofil enthalten. Gig sagt, das ist gut, das mag “die Familie”, wenn man als Farang alles essen kann. “Ah, the family, I see” sag ich und Fu versucht noch viel unbeteiligter zu kucken. Auch diese war eher in anderen Zusammenhängen in langwierigen Verhandlungen abgeklärt worden.
Gig ist wieder müde und beide fahren von dannen. Ich räume den Tisch ab. Ich wasche ab. Das Handy macht Ping, eine SMS kommt an.
“I love you too. Fu.”
Merry Christmas
Weihnachten Thaistyle
Gestern fragte Lowlander in den Kommentaren, wie denn in Thailand Weihnachten gefeiert würde. Die Antwort darauf ist einfach: Gar nicht.
Zwar sind die Thais Weltmeister im Aufnehmen fremder Feste und Bräuche, aber Weihnachten hat es noch nicht geschafft. Neujahr ist der nächste offizielle Feiertag, die restlichen Tage sind “ganz normale” Tage. Aus diesem Grund schreiben Reiseunternehmen auch unter Thailand, Sonne, Strand ein “entfliehen Sie dem Weihnachtsstress”. (Kleiner Hinweis am Rande: Das mit der Sonne könnte zur Zeit nicht ganz stimmen.)
Trotz allem kann man in Gegenden touristischer Konzentration ein gewisses weihnachliches Stimmungsmachen entdecken. Soweit ich weiß servieren einige Restaurants speziell an Weihnachten europäische und amerikanische Weihnachtsgerichte (tote Flügelviecher). Und die Ladyboys auf der Beachstreet tragen neben den engen kleinen Höschen auch Weihnachtsmannmützen, je nach Laune mit blinkenden Accessoires oder ohne. Um die Ecke in der heißen Pfanne tragen sie auch Mützen, allerdings voll bekleidet.
Im Tesko haben sie auch schon seit vier Wochen Kekse und Blinkkram rumliegen. Da gleichzeitig aber auch noch der König Geburtstag hatte und seit 60 Jahren auf dem Thron verweilt mischte sich das Rot-Weiß diesmal eher mit Gold-Gelb.
Aber generell gesehen feiern wir kein Weihnachten.
Sturm und Wellengang
Ich habe vorhin schnell nochmal mein Lieblingsgeisterhaus photographiert, ehe es von den Wellen weggeschwemmt wird. Interessanterweise ist es im Norden der Insel (Bang Por, Ban Thai, Maenam) stürmischer als im Westen (Nathon), wo von überfluteten Stra?en die Rede ist. Es sind eher Wellen die gegen die Mauer der Strandstra?e in Nathon schlagen und dann die Stra?e etwas nass machen.
Ein paar Männer die am Pier aufräumten erzählten mir gelassen, dass das Wetter gut zum Müll wegsammeln ist, weil das Wasser den ganzen Dreck und Schrott an den Strand spült.
Die Fähre fuhr auch, nur die Fischerboote blieben lieber im Hafen. Wobei auch das wieder relativ ist, denn entlang der Stra?e haben sie (gegen 12 Uhr) die Netze geflickt, was bedeutet, dass sie bereits wieder heim gekommen sind.
Aber, um zu meinem Lieblingsgeisterhaus zurück zu kommen (warum es mein Lieblingsgeisterhaus ist? Es ist aus schwarzem oder sehr dunklem Holz gebaut, ich habe es noch nie geschafft, ein Photo zu schiessen, auf dem man das Haus erkennt.) — es sieht so aus, als ob es bei weiterem Wellengang nicht mehr stehen bleiben wird. Normalerweise ist es vom Sand fest verpackt. Dass es auf Stielen steht, habe ich noch nie gesehen.
Monsoon
In Surat Thani ist heute (mal wieder) ein Monsun eingefallen. Der Kleine hat keinen (medial nennenswerten) Namen, aber einige Küstengebiete auf dem Festland überschwemmt und (angeblich) auch Nathon nass werden lassen. Das letzte Mal wurde der Fährbetrieb nicht eingestellt. Diesmal schon.
Auf unserer Seite der Insel merkt man vom schlechten Wetter der letzten Tage nicht viel. Sehr starker Wind geht um das Haus herum und er kann sich nicht entscheiden, aus welcher Richtung er kommt. Eine Windboe hat Soosie von der Veranda befördert. Sie wollte aber sowieso Gassi gehen, also tat sie so, als ob sie sowieso runtergelaufen wäre.
Wir leben in einer sehr günstigen Ecke am Bergrand (Hügelrand). Die Wolken hüpfen über uns hinweg und regnen anderswo ab. Ich kann vom Schlafzimmer aus mein altes Haus sehen, da regnet es immer. Sehr lustig.
9 Prozent
In den drei südlichen Provinzen Pattani, Yala und Narathiwat sterben neun von 100 Frauen bei der Geburt ihres Kindes . Diese Rate ist höher als in den ärmsten Entwicklungsländern. Was zuerst so klingt, als ob die Unruhen etwas damit zu tun haben könnten (und erstaunlicherweise ist der Artikel bei der Nation auch mit dem Photo eines niedergebrannten Hauses garniert) hat etwas mit dem Islam zu tun.
Die Frauen lassen sich nicht von männlichen Doktoren behandeln und in den Krankenhäusern werden keine Frauen als Doktor eingesetzt. Stattdessen geht man dann zu Hebammen oder lässt sie ins Haus kommen. Hygiene wird dabei nicht unbedingt gro? geschrieben. Geburtskontrolle ist auch verboten.
Tiefe Schärfe
Die Koreaner (die Guten, die im Süden, nicht die mit den Atombomben) sind wirklich einsame Spitze in Hinsicht auf supercoole Special Effects in Seifenopern. Ich sehe mir gerade “young yae’s golden days” an (keine Ahnung wie der tatsächliche Titel ist, aber im Grunde geht es wie immer um eine Frau und zwei Männer, wie in den Thaisoaps) und da kam innerhalb von einer halben Stunde dreimal der gleiche total bahnbrechende Effekt (asiatische Soaps haben immer ein Hauptthema pro Folge, trenn sich jemand, dann brauchen die mitunter eine ganze Folge lang): Der Mann steht hinten, die Frau vorne. Wir sehen nur die Köpfe der beiden. Und immer wenn jemand spricht, dann zoomt die Kamera die Tiefenschärfe auf den Kopf. Natürlich dürfen sie die Köpfe dabei nicht bewegen, sonst klappt die Automatikschärfe nicht mehr. Wenn die dann 10 Minuten lang quatschen hat man viel Zeit, das zu studieren, wenn man kein Koreanisch spricht.
PS: Die kleine Yae ist ziemlich nett (anzuschauen).
Dunkle Ecken in Bangkok
Eine Radiostation in Bangkok hat eine Liste der gefährlichsten Ecken Bangkoks heraus gebracht. Darunter sind:
- Lat Phrao 21 in Chatuchak — Raubüberfälle und Morde. Der Markt in Chatuchak ist regelmässig in den Abend-News mit Bandenüberfällen. Mal sehen wann er aus den einschlägigen Touristenführern fliegt.
- Soi Wat Makok, Rajvithi Road in der Nähe des Victory Monuments — Drogen, Raubüberfälle, sexuelle ?bergriffe
- Soi Charansanitwong 89 und Soi Vimutayaram, Bang Phlat — Drogendealer, -abhängige und Banden
- Charansanitwong 37, Bangkok Noi — Diebstähle und sexuelle ?bergriffe
- und andere
Die Liste hat Vor- und Nachteile. Zum einen wissen wir nun, wohin wir gehen müssen um zu Hause mit “ich wurde im Urlaub vergewaltigt und ermordet”-Berichten auftrumpfen zu können (eigentlich genügt da schon ein einsamer Spaziergang zu Neujahr am Strand von Lamai aus Samui) und wo man Drogen kaufen kann. Au?erdem wissen die News-Teams der relevanten Sender, wo sie Einheiten stationär aufbauen können um das Programm zu bereichern (im Nachtprogramm wird nichts ausgepixelt). Andererseits werden die organisierteren Elemente an eben diesen Stellen nun andere Sois (die Nebenstra?en) beleben.
Schwarzer Dienstag
Nun nennt man den heutigen Tag schon “Schwarzer Dienstag”. In rei?erischen Betitulierungen sind sie gut, die Thais.
Jedenfalls hat die Entscheidung der Bank of Thailand von heute Morgen nun schon 800 Milliarden Baht Verlust gebracht (der Börsenindex SET ist um runde 15% gefallen) und die Börsen in der Regionen verzeichnen auch Rückgänge. Für morgen erwartet man weitere Stürze. Ich hingegen erwarte eine erneute überhastete Regulierungsaktion des Finanzministeriums. Wenn man bedenkt dass der Typ (Finanzminister Pridiyathorn Devakula) mal heißer Anwärter auf den Interims-Premier-Posten war… Tststs…
Fu hat heute abend eine Party mit allen Bankangestellten der Ayudhya-Bank auf der Insel. Die scheinen wirklich allen Grund zum Feiern zu haben…
Finanzkrise?
Es hat ein wenig den Anschein einer Wirtschaftskrise, was in der Finanzwelt Thailands so abgeht derzeit. Der Wechselkurs zwischen Baht und Dollar stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit 9 Jahren und viele verglichen den Höhenflug bereits reisserisch mit eben jener Finanzkrise 1997. Seit Wochen wurde die Bank of Thailand (was man wohl mit der Zentralbank vergleichen kann) aufgefordert Gegenma?nahmen einzuleiten.
Das haben sie heute getan. Mit für Laien wie mich erstaunlich drastischen Mitteln:
Die Banken wurden aufgefordert von allen Investitionen und ins Land gebrachten Geldmittel über 20.000 US$ 30% sofort einzufrieren und erst nach einem Jahr freizugeben. Zieht man das Geld in den ersten drei bis sechs Monaten wieder ab, verliert man die eingefrorenen Finanzmittel, danach “nur” die Hälfte davon.
Als Reaktion darauf gingen die Indizes an der thailändischen Börse auf Tauchkurs und der Handel wurde vorläufig eingestellt. Man spricht von 500 Milliarden Baht Verlust .
Für Leute die Dollar in Baht umtauschen wollen, hat das ganze natürlich Vorteile, weil der Kurs “fällt”, man also mehr Baht für den Dollar bekommt.
PS: Sie (die Bank of Thailand) geben jedenfalls schon mal zu, dass die Kurse und Indizes unerwartet stark gefallen sind .
Erdbebenzone Nordthailand
In und um Chiang Mai herum wackelt öfters mal die Erde. Letzte Woche gab es ein (auf der Richterskala) grösseres Erdbeben, heute morgen eines mit einer Stärke von 2.7 .
Die Menschen sind daran gewöhnt und es wird meistens “nur” von Rissen in den Wänden berichtet. Trotzdem gibt es zu denken…
Urinal im Damenklo
Eine Schule in Chiang Mai hat jetzt ein Urinal auf der Mädchentoilette aufgehängt.
Was zuerst nach seltsamen Anschauungsunterricht im täglichen Leben klingt hat einen ganz pragmatischen Grund: Das Urinal ist für die Katoeys (Ladyboys) die auf diese Schule gehen und grundsätzlich nicht bei den Jungs vorbeischauen wollen.
Ich bin gespannt wann man die Katoeytoilette einführt… und wie das Symbol dafür aussehen wird…
Grenzverkehr
Am Samstag hab ich mal nachgesehen, ob an der Grenze zu Malaysia alles in Ordnung ist. Glaubt man den Medienberichten , ist dem nicht so. Da haben doch tatsächlich ein paar Thais einen armen malayischen Grenzbeamten beim Mittagsspaziergang jenseits der Grenze verprügelt, weil der einem der Thais die Einreise verweigert hat.
Dabei ist das so einfach. Ich habe noch nie gesehen, dass da jemand aufgehalten wird, wenn er einfach so durch läuft. Man hat dann eben nur keinen Stempel im Pass und sicherlich grössere Probleme, falls man dann doch einmal kontrolliert wird.
Auch das mit den Grenzbeamten, die im jeweiligen Nachbarland spazieren gehen kann ich bestätigen. Man sieht immer malayische Beamte (in voller Montur und Bewaffnung) auf der Thaiseite spazieren und mit den (unverhüllten) Frauen schäkern und Thais (mit leerem Pistolenhalfter) in Malaysia.
?berhaupt, die Grenze ist nur eine politische, die Familien in den grenznahen Gebieten sind bereits vermischt.
Bei der Einreise in Malaysia bekommt man als Deutscher übrigens genauso wie in Thailand ein Visa on Arrival. Das allerdings hat eine Gültigkeit von 90 Tagen (in Thailand sind es nur 30 Tage).
90 Tage. Soso. Ein Schelm wer da zu rechnen beginnt.
Auch das ist Methinee
Fahren wir fort in unserer Methinee-Kingpayom-Woche. Hier sehen wir sie einmal ungeschminkt und dessous-los.
PS: Jaja. Ich weiß. Sie spielte die Hauptrolle im Film “Cholesterol Tirak” und wurde dafür aufgefettet .
Metinee Kingpayoms Dessous
Der obige Bildmittelpunkt heisst Methinee Kingpayom und war 1992 (also vor 14 Jahren) einmal Miss Thailand und einige Zeit lang ein Supermodel. Methinee Kingpayom wird nun jedenfalls ihre eigene Dessouskollektion heraus bringen (weil Kylie Minogue, Elle Macpherson und Elizabeth Hurley das auch machen und Superstars sind).
Der Dessousmarkt in Thailand ist übrigens noch sehr jungfräulich und soll gro?es Potential haben.
Wenn man in Thailand mal Miss Thailand war, dann verläuft der weitere Lebensweg immer in sehr klaren Spuren: Man ist eine Zeit lang Model, dann ist man eine Zeit lang “Botschafter” für irgendwas (die alte Miss World Natalie Glebova spielt Botschafterin einer bekannten Biermarke in Thailand), dann spielt man in Thaisoaps mit. Wenn man Glück hat (dazu später mehr) darf man auch ein paar Kinofilme drehen.
Neulich sitzen Fu und ich vor dem Fernseher und eine dieser unerträglichen “Sie liebt ihn nicht, er sie aber doch, dann haben sie einen Unfall und sie liebt ihn, er hat aber inzwischen eine andere und liebt sie nicht mehr, dann kommt der dritte und raubt die Firma eines der Väter aus und am Ende sind alle glücklich und er heiratet sie (warum wei? man nicht)"-Thaisoaps lief auf Channel 3. Plötzlich sagt Fu: “Ah. Beautiful woman. She was Miss Thailand in 1990ies.”
Ich sag bei solchen Sprüchen dann immer “Hmmmm.” um zu verhindern zugeben zu müssen, dass ich die Frau so absolut gar nicht attraktiv finde und mir dann wieder sagen lassen zu müssen ich wäre ein verrückter Mann, schliesslich sei sie Miss Thailand gewesen und das heisst schon mal was. Diesmal jedoch sagte sie “Oh, and this is Miss Thailand from 80ies.” und nach einer Weile “And this too Miss Thailand!”.
Dummerweise begann ich an dieser Stelle laut zu lachen und konnte nur noch ein “So you need to be Miss Thailand to get a job in a Thaisoap?” loswerden ehe das Kissen flog.
(Später kam noch eine “ganz ganz alte” Miss Thailand. Der konnte man wenigstens ansehen, dass sie mal hübsch war.)
?bergangsverfassungs-Feiertag
Heute feiert Thailand den Tag der (?bergangs-, sie haben ja keine richtige Verfassung derzeit) Verfassung. Das ist der thailändische Nationalfeiertag und ich tippe mal darauf, dass er nach Fertigstellung der neuen Verfassung im nächsten Jahr verschoben werden wird. Mal sehen.
Jedenfalls ist das ganz praktisch endlich mal wieder einen anstrakten Feiertag zu haben. In den vergangenen 10 Tagen wurde der Geburtstag des Königs gefeiert, als ob es die letzte Gelegenheit zu einem solchen sei und ab nächster Woche werden nochmal die Festivitäten zum 60ten Thronjubiläum aufflammen (Vater Bush hat sich angesagt und wird sicherlich demokratisch mahnende Worte von sich geben). Ab 1. Januar dann feiern wir übrigens ein Jahr lang den 80. Geburtstag seiner Majestät König Bhumibol Aduljadeys.
Ich entsinne mich schwach auch letzten Dezember vor lauter Feiern zu nichts gekommen zu sein.
Das Wetter (hehe)
Auf den Party- und Tauchinseln der Umgebung sitzen bis zu 5000 Touristen fest . Allerdings ist von “Unwetter” nichts zu spüren hier. Es regnete seit gestern Morgen runde 24 Stunden. Das wars dann aber auch schon.
Durain-Update
Also es regnet. Mehr als zuvor aber das kennen wir ja schon. Interessanterweise können sich die Meterologischen ?mter nicht entscheiden, ob der Sturm (so wie es im Augenblick aussieht ist es nur noch ein Stürmchen) nun Durain oder Durian heisst.
Es tropft aus dem Dach und die Hunde stinken weil sie ständig feucht werden (ich renne den ganzen Morgen schon mit dem Fön herum) — dass es unter dem Haus trocken ist, weshalb ich sie genau dahin setze, begreifen sie leider nicht.
Ansonsten ist alles wie immer. Unser Governor Niwat macht ein bisschen Panik (man könnte ja Geld los schlagen) und allein lebende Farangs haben einen ausreichenden Vorrat an Grüntee und Nudelsuppe im Regal. Wäre nur schön wenn Telefonnetz und Kabelfernsehen nicht ständig ausfallen würden, in den Stunden wenn Strom da ist…
Viagra, Cialis und Weight-Loss-Drugs
Da spammt mir grade jemand das Blog voll (manuell) mit Viagra- und Cialis-Werbung (jeder weiss doch, dass Cialis das bessere Viagra ist, warum werben die überhaupt noch mit den blauen Pillchen?) und anderem Quatsch zu. Also nicht wundern.
Ich persönlich brauche den Kram nicht per Internet zu kaufen, denn einerseits lebe ich strikt abstinent und andererseits kann man den Kram auf der Insel kaufen, wie ich bereits in diesem Vintage-Eintrag berichtete.
Wir warten auf Durain
Siehe Titel . Ich finde immer wieder interessant, dass das schlechte Wetter immer aus China kommt.
Engel und Dämonen
Ich recherchiere zur Zeit ein wenig für ein paar Einträge herum und habe gerade festgestellt, dass der Klassifikatortxp:gho_footnote ein Wort das man im Thai immer in Verbindung mit der Anzahl von Objekten verwenden muss, so in der Art “zwei Blatt Papier”, wobei Blatt der Klassifikator für Papier ist</txp:gho_footnote> für Engel und Dämonen identisch ist. <txp:thai title="??" phonetic=“dtohn” >Klassifikator für Engel und Dämonen.</txp:thai>. Ist also alles das Gleiche.
The Klintonn is in Muang Thai
Ziemlich viel Geblubber wird gerade um den Ehemann der zukünftigen US-Präsidentin gemacht, der in Thailand herumreist. Unter anderem hat er der Regierung schon gesagt, dass sie ihre Versprechen einhalten soll (welche genau, hat er nicht gesagt, aber dafür gibts ja auch keine Vorlagen) und vom Tsunami betroffene Zonen und Menschen besucht und dabei in Kameras gelächelt oder betroffen gekuckt.
Sehr gut. Weiter so.
Lautmalerisch nächtliche Selbstgespräche
Ich versuche ja seit langem, in meinem kleinen Blog sowas wie eine Lautschrift für die Aussprache der Thaizeichen einzubauen. Nun habe ich tatsächlich endlich die (Achtung Technogelaber) Unicode-Zeichen für die Töne gefunden (bzw. die Zeichen, die man für die Töne verwenden kann). Das Dumme ist nur, dass sie die Unicodezeichen) in den meisten Schriftarten nicht vorhanden sind und in manchen (ich würde mal sagen) falsch implementiert sind. Auf meinem Rechner kann man das hier ganz gut ansehen:
àèìòù
áéíóú
ȃȇȋȏȗ
ăĕĭŏŭ
In der ersten Reihe ist ein aufsteigender Strich, in der zweiten ein fallender, in der dritten ein oberer Bogen, in der vierten ein unterer Bogen und alle sind genau über jeweiligen dem Vokal (in manchen Schriften sind sie irgendwohin verschoben, nur nicht drüber.
Das nächste Problem: Phonetische Zeichen sind in den meisten Fonts so gestaltet, dass man sie mit “normalen” Buchstaben nur nutzen kann, wenn selbige fett dargestellt sind, womit sich das folgende Beispiel ergibt:
dɜɜm bia!
Was lautschriftlich genau das bedeutet, was ich jetzt machen werde: Bier trinken.
Update: Hmm. Die ersten beiden Zeilen sehen anders aus als ausserhalb des schreibblogaden-Designs. Schöner Mist.
Baum gepflanzt
So langsam füllt sich meine Liste der “Dinge, die ich noch erledigen muss bevor ich sterbe” mit Haken. Es gibt da eine Kokosnuss, die zwei Monate auf meiner Veranda lag und einen langen Spross entwickelte. Heute nun schaufelte ich ein Loch am Rande “meines” Grundstückes, packte die Nuss hinein und das ausgeschaufelte Etwas wieder darüber. Dann noch etwas Wasser drauf und Pokki pinkelte die kleine Palme rituell an. Fertig. Es gibt Photos, die ich nur noch hochladen muss.
Baum (Palme) gepflanzt ✔
Das Nächste? Heiraten. Kinder.
Flickrset: Rainseason
Kriegsrechtsaufhebung II
Wenn der König das entsprechende Gesetz unterzeichnet, dann wird in den nächsten Tagen in gut 50% der Provinzen Thailands das Kriegsrecht aufgehoben.
In den folgenden Provinzen bleibt das Kriegsrecht aktiv : Kanchanaburi, Kamphaengphet, Khonkaen, Chanthaburi, Chiang Rai, Chiang Mai, Chaiyaphum, Trat, Tak, Narathiwat, Nakhon Ratchasima, Nan, Buri Ram, Prachub Khiri Khan, Pattani, Payao, Phitsanulok, Phetchaburi, Mae Hong Son, Maha Sarakham, Yala, Ratchaburi, Roi Et, Ranong, Loei, Si Sa Ket, Satun, Songkhla, Sa Kaew, Surin, Nongbualamphu, Udorn Thani, Uttaradit, Ubon Ratchathani, Amnatcharoen. (In den kursiven Provinzen bleiben nur einige Bereiche unter Kriegsrecht.)
Für die Provinzen Chiang Mai, Kamphaeng Phet, Buri Ram and Khon Kaen wird ein aktiver Thai-Rak-Thai-Untergrund als Grund angegeben, im Süden gibt es auch weiterhin die Unruhen (man sagt, muslimische Extremisten hätten ein Kopfgeld auf Surayudh und Sonthi ausgeschrieben ) und in den anderen Provinzen geht es grö?tenteils um illegalen Grenzverkehr und den Kampf gegen die Drogen (beispielsweise in Surin, wo sich die Situation rapide verschlechtert ).
Auf der Karte sieht es dann folgendermassen aus:
<txp:artikelmap w=“520” h=“400”/>
Legende: (rot) Kriegsrecht (gelb) teilweises Kriegsrecht (grün) “Normalität”
Tanken Twentyfourseven
Vom 1. Dezember an dürfen die Tankstellen (wieder) rund um die Uhr öffnen . Seit ich auf der Insel bin waren sie immer nur bis gegen 21 Uhr geöffnet, was mich mehr als einmal benzinlos vor geschlossenen Toren (Ok, es waren Rollabsperrungen, keine Tore) stehen ließ. In Lamai hat man die Tankstelle sogar ein paar Mal freundlich lächelnd vor meiner Nase zu gemacht.
Das alles machte nichts, denn Benzin bekommt man hier überall am Straßenrand.
Nun dürfen die Tankstellen also wieder 24/7 (welche Regierung hat schon den Begriff “24/7” in offiziellen Verlautbarungen?) geöffnet sein, sagt Energieminister Piyasvasti Amranand. Die Begründung für die geänderten Öffnungszeiten (offiziell mussten Tankstellen spätestens 22 Uhr schließen) war das Energiesparen. Nun hat man aber festgestellt, dass dadurch keine Energie gespart wurde.
Tanken rund um die Uhr. Das Paradies wird ein Stückchen paradiesischer.
Multipler Sklerose-Sex
Eigentlich müsste der Titel in etwa lauten “Sex wenn man mit Multipler Sklerose lebt” oder so, das ist mir aber zu lang.
Jedenfalls gibt es da diese kleine PDF-Broschüre (168kB, englisch) von der Multiplen Sklerose Gesellschaft Kanadas zur Verbesserung des Sexuallebens wenn man mit Multipler Sklerose lebt. Das Dokument ist eher textlich gehalten, die Bilder zeigen immer nur Leutchen, die sich an den Händen haltentxp:footnote Ich möchte an dieser Stelle kurz meinen minderjährigen Lesern mitteilen, dass man vom Händchen halten nicht schwanger werden kann. Hast du also mit deiner Freundin Händchen gehalten und sie bringt am nächsten Tag ein Baby vorbei, dann ist es nicht von dir!</txp:footnote>.
Im Großen und Ganzen ist die Broschüre aber auch guter Lesestoff für jeden. Die MSler haben wohl die gleichen Probleme wie jedermann, hören aber gerne, dass es an MS liegt (siehe S.22).
Den Link fand ich in Sex! — dem Blog, das ich immer noch nur lese, um mein Schwedisch zu verbessern.
Kriegsrechtsaufhebung
Der Verteidigungsminister General Boonrawd Somtas hat vergangene Woche bestätigt, dass im Dezember das Kriegsrecht aufgehoben werden soll. Oder auch nicht. Mal sehen.
In mindestens sieben Provinzen soll es weiter bestehen bleiben. Drei der Provinzen sind die Unruheprovinzen Yala, Narathiwat und Pattani im Süden, wo auch schon vor dem Putsch das Kriegsrecht bestand. Die vier anderen Provinzen sind Chiang Mai und Chiang Rai sowie Buri Ram und Surin, wo politische Aktivisten Gruppen um ehemalige Minister und sehr gute Freunde Thaksins gebildet haben (sollen). Diese Gruppen waren auch nach dem Putsch weiterhin aktiv und es wird ihnen nachgesagt, sie hätten auch jetzt noch gute Kontakte zu Thaksin (<txp:gho_permalink id=“1019”>der in Hong Kong verweilt</txp:gho_permalink>).
Das genaue Datum ist wie die Zahl der Provinzen, in denen das Kriegsrecht aufrecht erhalten bleibt noch recht diffus. Boonrawd sagte, dass auch noch weitere Provinzen im Süden in Frage kommen (was ziemlich konvenient ist, denn vor dem Putsch hätte man keine weiteren Provinzen wegen der Unruhen im Süden unter Kriegsrecht stellen können).
Es gibt auch noch Ideen, Grenzprovinzen grundsätzlich für eine Weile unter Kriegsrecht zu belassen und andere Provinzen nach und nach in die (kriegsrechttechnische) Normalität zurück zu holen.
Wir sehen also, dass im Prinzip noch nichts fest steht, der Gesundheitsminister mit seinen Alkoholwerbeverbotspressekonferenzen ein bisschen zu dominant in den vergangenen Wochen war.
Wetterfreuden
Vor 5 Minuten schien die Sonne, eine Wolke hing über den Bergen, wir tollten bei 32 Grad auf dem Hunderennplatz herum und planten einen Ausflug ins WLAN.
Jetzt regnet es in Sturzbächen. Die Sonne scheint immer noch.
Fu noi.
?ั?หวั?ว???อ?ะ?ิ?ึ??ั? ??�????ี??ั??ิ?ึ???อ
Die Ameisen
Diesmal zwei Ameisen die eine Biene abschleppen. Hehehehe.
PS: Jaja, ich weiss…
Die Ameise
Eine kleine Ameise. In einer, ehm, Blüte. oder so. Phantasiemodus ausgeschaltet.
Wie man seine Ehefrau auswählt
(eine buddhistische Geschichte)
Ein junger Mann geht zu einem Mönch und fragt ihn: “Wie finde ich Liebe?” Der Mönch denkt nach für einen Augenblick und sagt dann “Komm, ich zeige es dir.” Sie gehen zu einem Maisfeld und er sagt: “Gehe durch das Feld und such den besten Maiskolben aus, den du findest. Allerdings darfst du nicht zurück gehen. Ich treffe dich am anderen Ende.” Der junge Mann wundert sich, das klingt recht einfach und geht los.
Am Rand des Feldes sind die Maiskolben klein und von schlechter Qualität, also geht er weiter. Später sieht er bessere Kolben, er geht aber weiter, denn sie werden grö?er und besser als zuvor mit jedem Schritt den er geht. Dann jedoch werden sie wieder kleiner und er stellt fest, dass er eher einen Maiskolben hätte pflücken sollen. Er kommt am Rande an und trifft auf den Mönch der sagt “So ist das mit der Liebe. Wenn du zu wählerisch bist, verpasst du sie vielleicht ganz.”
“Ja gut, aber wie finde ich nun eine Frau, die ich heiraten kann?” fragt der junge Mann. “Ah, eine Ehefrau.” sagt der Mönch. “Das ist ein bisschen anders, lass es mich dir zeigen.” Der Mönch nimmt den jungen Mann bei der Hand und führt ihn in einen Apfelhain. “Geh durch den Garten und such dir einen Apfel aus. Wenn du einen Apfel gewählt hast, dann komm sofort und ohne Verzug zu mir zurück, ohne dich umzudrehen.”
Der junge Man geht durch den Garten, wählt einen Apfel, nicht zu gross, nicht zu klein und kehrt zum Mönch zurück.
“Siehst du” sagt der Mönch, “so ist das eine Ehefrau zu finden. Die Liebe hat dir gezeigt, dass du nicht allzu wählerisch sein darfst, wenn es darum geht eine Frau fürs Leben zu finden.
Unser Album gib uns aller vier Jahre
Trent has been posting sporadic blog updates in the Spiral about the progress of the new NIN album.
Ihr privates kleines Stück Trauminsel
Kommse rein, kommse her, hier gibts noch was für den Euro!!!
Ich geh jetzt übrigens unter die Property-Fuzzies hier auf Samui! Die Mutter des Manns meiner Hausbesitzerin (ja, so relativierend müsssen wir das erwähnen), die neuerdings immer irgendwelche junge hübsche Thaifrauen vorbeischleppt, hat einen Flecken Land auf Samui, den sie verkaufen will. Einen (1) Rai in Bang Por (das ist weit hinter Maenam und Ban Thai kurz vor dem Berg der uns von Nathon trennt) auf der inseligen Seite der Mainroad (also kein Meerblick). Das Land ist mit 5 oder 6 Bungalows bebaut (so genau konnte ich das nicht ermitteln).
Und! Stellen Sie sich vor, keine 20 Millionen Baht, keine 19 Millionen Baht, keine 18einhalbmillionenBaht, nein, sage und schreibe nur mickrige 18 Millionen Baht wollen für dieses Stück Paradies abseits des Sextouristen-Trubels gezahlt werden!!!!
Man mag sich jetzt fragen, warum sie zu mir kommt, um das Grundstück zu verkaufen. Nicht so ich. Achtzehn Millionen Baht ist ein hübsches Summchen, aber nicht viel für samuianische Verhältnisse. Das Grundstück ist fern jeder touristischen Aktivität und ich vermute, die Bungalows darauf stammen aus einer verspekulierten Hoffnung auf urlaubende Farangs.
Wenn ich 18 Millionen Baht hätte, würde ich die Buden abreisen und meine eigene kleine gläserne Villa drauf errichten.
Jedenfalls: Das ist ein ernsthaftes Angebot. 18 Millionen Baht. 1 Rai. Auf Ko Samui. Ich geh ehrlich gesagt davon aus, dass sich niemand interessiert. Aber falls doch, melden.
Zum Rai und Landbesitz für Farangs in Thailand habe ich bereits einen Eintrag in den Tiefen dieser Seiten verborgen: <txp:gho_permalink id=“691”>Landkauf und -besitz für Ausländer</txp:gho_permalink>.
PS: Das eigentlich Lustige ist, wie sie (die Mutter des Manns meiner Hausbesitzerin) es mir mitteilte. Ich war gerade damit beschäftigt, mich mit Khun Dtoh, meinem regelmässig vorbeikommenden Thai-Freund zu unterhalten und ihm einen Satz auf Englisch beizubringen. Wir haben so eine Art Abkommen: Er lernt mir Thai und ich lerne ihm Englisch. Er kommt dann immer und will sich vorbereitete Sätze beibringen lassen.
Diesmal war es “Mal angenommen ich wäre Single würdest du dann mit mir ausgehen?”. Ich war gerade beim “Single” und HausbesitzerinsMannsMutter kam und sprach 5 Minuten mich ignorierend mit Khun Dtoh und verschwand wieder. Und dann hat er mir das Verkaufsangebot auf den Notizblock zitiert. Wort für Wort mit dem Wörterbuch. Er spricht nicht wirklich Englisch. Weshalb ich auch nicht wei?, ob es 5 oder 6 Bungalows sind.
Keanu Reeves (der thailändische) ist tot
Vor einer Woche ist Apichart Puapimon gestorben . Man nennt ihn hier den Keanu Reeves Thailands, weil er die gleiche Frisur hatte, die Keanu Reeves im Film “Speed” getragen hat.
Er hat in einigen Thaisoaps mitgewirkt (Apichart, nicht Keanu) und ist auch mir aus qualvollen Soapabenden ein Begriff. Nun ist er tot — das Asthma hat ihn dahingerafft.
Wie man im Bild oben sieht ist die ?hnlichkeit wirklich frappierend. Ich hätte ihn glatt mit Keanu angesprochen, wenn er im Tesko an mir vorbeigelaufen wäre und gefragt, warum er diesen Matrix-Quatsch mitgemacht hat.
PS: Einen direkten Vergleich des thailändischen Hagrids mit dem Original gibt es übrigens in <txp:gho_permalink id=“135”>diesem uralten Eintrag</txp:gho_permalink>. Inzwischen sagte Fu mir nach, ich sähe aus wie Harry Potter. Man hat hier nicht viele Vergleichsmöglichkeiten scheint mir. Jedenfalls nenne ich sie seither Dobby.
Thaksin auf Reisen (immer noch)
Thaksin Shinawatra (für meine weniger häufigeren Leser: das ist der ehemalige Ministerpräsident des Königsreiches) reist immer noch in der Gegend rum. Heute nun ist er aus Bali (wo er sich zu rekreationalen Zwecken aufhielt) zurück nach Hong Kong gereist, um dort mit seiner Frau Khunying Pojamarn deren Geburtstag zu feiern.
Wir beobachten das mit Interesse und machen uns so unsere Gedanken.
Die Regierung in Bangkok macht sich auch so ihre Gedanken und überlegt, ob sie Thaksin seinen Diplomatenpass wegnehmen soll . Rechtlich gesehen dürfen alle ehemaligen Premierminister, auch wenn ihre Amtszeit durch einen Putsch beendet wurde, ihren Diplomatenpass behalten. Au?enminister Nitya Phibulsonggram prüft derzeit, ob man Thaksin den Pass abnehmen kann (was ich nur wegen seines Namens erwähne).
PS: Sorry, ich will das nochmal gesondert erwähnen: Auch wenn in Thailand durch einen Putsch seine Amtszeit beendete darf er weiterhin mit dem Diplomatenpass in der Gegend rumreisen. Dass man den Teilsatz “auch wenn … durch einen Putsch seine Amtszeit beendet wurde” verwenden kann — das ist nur in Thailand möglich.
Thaksin auf Reisen (wieder)
Thaksin reist mal wieder. <txp:gho_permalink id=“1007”>Nachdem er in China gesichtet wurde</txp:gho_permalink>, sah man ihn vergangene Woche beim Händchenhalten und Shopping mit seiner Frau in Hong Kong und nun macht er Urlaub auf Bali . Hat ganz den Anschein, als ob er in London nicht so gerne gesehen wird wie er es gerne haben würde.
Vielleicht spekuliert er ja auch auf eine baldige Heimkehr ins Königreich. Man munkelt seit Tagen, dass das Kriegsrecht bald aufgehoben werden soll .
Namen
Super . Der Islam gefällt mir immer besser, denn “Islam-Gelehrte [haben] festgestellt, dass jeder Mensch das Recht habe, seinen Namen zu ändern, falls er ihm nicht gefallen sollte”.
Hier in Thailand sind Namen nur Schaum. Man hatte immer nur einen einzigen Namen. Irgendwann Anfang vergangenen Jahrhunderts mussten dann plötzlich alle einen Familiennamen einführen. Damit erklären sich die vielen Familiennamen mit Ortsbezug die es in Thailand gibt. Die meisten haben sich nämlich einfach ihren Ortsnamen als Familiennamen gewählt. Oder ihren Berufsnamen. Oder ein Wort das Glück bringen soll.
Fu zum Beispiel hiess am Anfang ihres Lebens Uraiwan Funoi. Oder Ulaiwan, je nach Sprecher. Das bedeutet Gold und wenn Gold mal nicht ein glücksbringendes Wort ist, dann weiss ich ja nicht…
Jedenfalls brachte ihr Ulaiwan kein Glück und sie wechselte ihren Vornamen vor rund 2 Jahren in Warissaya (oder wie ihr Ausweis sagt “Waritzaya”). Nun heisst sie Warissaya Funoi. Neulich eröffnete sie mir, dass ihr Funoi nicht mehr gefällt und sie ihren Nachnamen ändern will. Auf meine Frage was es denn sein solle meinte sie, das müsse sie noch überlegen. Da fällt mir immer “Folangie” ein, wie auch immer man das schreiben mag.
Ich hab ihr gesagt, dass ich sie von nun an nur noch Schnurzelchen nennen werde.
Abgesehen vom “amtlichen” Namen auf dem Pass gibt es noch den Spitznamen, was der inoffiziell offizielle Name in Thailand ist. Fragt man bspw. irgendjemanden in Fu’s Bank nach Warissaya Funoi, dann wird man sie nicht finden. Mit “Fu” schon.
Mich nennt man hier nur noch Pat, was damit zusammen hängt, dass T-R für Thais nicht aussprechbar ist. Meine Hausbesitzerin ruft mich immer mit Pettiiiisss, was auch ganz lustig ist.
Moons Papierbaum
Ein kleines Mädchen namens Moon erhielt eines Tages von einem vorbeiziehenden Mann voller Magie eine gefaltete Papierblume. Er erzählte ihr, dass, wenn sie die Blume pflanzen und pflegen würde, eines Tages ein wunderschöner Baum voller Blüten daraus wachsen würde. Sie pflanzte die Papierblume und kümmerte sich um sie Jahr für Jahr. Sie ignorierte die Dorfbewohner, die sie auslachten und sagten, dass es nur eine Papierblume sei. Und nichts geschah.
Einige Jahre später erwachte sie und fand ihre Blume gewachsen in einen unvorstellbar schönen Baum voller Blüten. Jederman aus der Gegend kam, um den Baum zu bewundern.
Einige Dorfbewohner lachten trotz allem noch und sagten, dass es nur ein Papierbaum und er nicht real sei. Das Mädchen lächelte und antwortete, dass sie weiss, dass der Baum nicht echt sei, es ihr aber egal ist, weil es der wunderschönste Baum sei, den sie in ihrem Leben gesehen habe.
(eine traditionelle thailändische Erzählung, gefunden in einer Abhandlung über Ladyboys)
Server locked II
Die erste Lektion der Woche lautet übrigens, dass unbezahlte Rechnungen immer zu irgendwelchen Gegenaktionen führen. Weshalb irgendwann in dieser Woche mein kleiner Server gesperrt wurde. Das alles war nur halb so schlimm, denn ich hatte bereits längere Zeit vor, auf einen anderen Server umzuziehen. Schlimm war, dass dieses “lange” nun recht kurzfristig ein “jetzt gleich” wurde. Nun jedenfalls sind nun (nach rund 5 Tagen panischen Rumladens) so gut wie alle Seiten wieder online und alle glücklich und mehr oder weniger zufrieden und um das Bezahlen von Rechnungen brauche ich mir (erstmal) keine Gedanken mehr zu machen.
Die zweite Lektion der Woche lautet, dass Backups auch back-ge-uppt werden sollten (ok, das habe ich brav nächtlich gemacht), und wenn man das schon brav nächtlich macht, die Backups auch auf einem anderen Server sein sollten, auf den man Zugriff hat, wenn man den auf den eigenen verliert. Und da meine Backups gemütlich auf meinem gesperrten Server schlummern, sehen wir auf verschiedenen Seiten des grauen Universums nun recht unaktuelle Inhalte. Die von irgendeinem Backup von vor vier oder fünf Wochen. Aber kein Problem, war eh nie relevant.
Die dritte Lektion der Woche lautet, nicht jeder Server hat PHP 5. Ich bin nicht sehr verwundert aber ein bisschen überrascht und wie immer unvorbereitet, denn einige meiner Skripte laufen unter PHP 5 — weshalb man nun wieder keine Photos und Maps auf diesen Seiten sieht. Für eine kleine Weile.
Die vierte Lektion dreht sich um Umlaute, Unicode und MySQL. Das tu ich euch nicht an.
Die fünfte Lektion müsste ich noch lernen. Sind ja noch ein paar Stunden für diese Woche.
Vielen Dank für Mitleids- und Vermissensbekundungen. Ihr habt diese Woche eine Menge verpasst. Stierkampf um die Ecke, Fu, die wieder da ist, Pokki der inzwischen ein Jahr alt ist, Soosie hat zwei Zahnreihen die der Arzt nicht rausnehmen will und es regnet. Na gut. Es regnet seit Wochen. So neu ist das nun auch wieder nicht.
Hund mit Quietsche-Eiskrem
Pokki ist diese Woche ein Jahr alt geworden. Er hat schon jede Menge Fell angelegt (nur noch 2 cm vom Boden entfernt, wenn es schön gekämmt wird), was ihn nicht hindert, in Pfützen und frisch geschnittenem Gras zu spielen. In seinem ersten Jahr hat er jede Menge erlebt, wurde einmal gebissen und hat auch sonst jede Menge Unfug getrieben. Mal sehen, was das zweite Jahr so her gibt.
Server locked
Kinder! Wenn wir erst mal erwachsen sind, werden wir am Lagerfeuer sitzen und über die ganze Geschichte lachen. Bis dahin bemühen wir uns um Schadensbegrenzung und kucken derweil das schöne Headerbildchen an.
Somchai Neelaphaijit ist tot
Der seit 12. März 2004 vermisste Menschenrechtsanwalt Somchai Neelaphaijit ist tot, wie Attaporn Yaisawang, der Sprecher des Oberstaatsanwaltes heute mitteilte. Man habe Beweise für seinen Tod vom Department of Special Investigation (DSI) erhalten .
Somchai war der Vorsitzende der Vereinigung Muslimischer Rechtsanwälte Thailands und stellvertretender Vorsitzender des Menschenrechtskommitees der Law Society of Thailand. Nach der Verhängung des Kriegsrechts in den südlichen Provinzen trat er als Kritiker der Regierung auf, sammelte mehr als 50.000 Unterschriften um eine Beendigung des Kriegsrechts zu fordern und vertrat Moslems, die verdächtigt wurden in ein Militärcamp in Narathiwat eingebrochen zu sein, 5 Soldaten getötet und mehr als 300 Waffen gestohlen zu haben.
Kurz nachdem er öffentlich kritisierte, dass seine Mandanten von Polizisten misshandelt und gefoltert worden sein sollen, verschwand er.
Mit seinem Verschwinden wurde der Konflikt im Süden überregional wahrgenommen und eine internationale Diskussion über die Menschenrechtspraktiken Thailands ausgelöst.
In der Zeit die ich bewusst mit Thailand und seiner Politik, Gesellschaft und Kultur verbracht habe wurde regelmässig aller zwei drei Monate Flüsse und Seen nach seinen ?berresten abgesucht und Untersuchungskommissionen versprochen, die seinen Fall aufklären sollten. Thaksin erklärte sein Verschwinden mit persönlichen und finanziellen Problemen mit Gläubigern. Eine Zeit lang hielt sich die Theorie, dass er von Polizisten misshandelt und getötet worden sein soll.
Im Januar diesen Jahres teilte Thaksin dann mit, dass Somchai von Regierungsangehörigen in Ratchaburi ermordet wurde und die Auflösung des Falles innerhalb eines Monats erfolgen sollte . Kurz zuvor wurden Polizisten freigesprochen, die seiner Ermordung verdächtigt wurden.
Heute wurden in Ratchaburi auf einer Müllkippe vermutlich menschliche Knochen gefunden , die man nun auf DNS-Spuren Somchais untersuchen lassen will.
Weitere Informationen zum Fall Somchai findet man auf der Webseite der Asian Human Rights Commission .
Thaksin auf Reisen
Thaksin Shinawatra (für die weniger regelmä?ig lesenden Besucher, der ehemalige Premierminister Thailands) ist am Dienstag nach China geflogen. Warum, wird sich der geneigte Leser da fragen. Die Antwort ist so trivial wie auch interessant für alle Hobby-Verschwörungstheoretiker: Surayud, der aktuelle Premierminister befand sich bis Donnerstag eben da und hielt Verhandlungen mit der chinesischen Regierung ab. Interessanterweise hat er Thaksin nicht empfangen wollen , Weshalb Thaksin nun natürlich erklären muss, er war nur zum Urlauben und Golfspielen in China.
Noch am Anfang der Woche hat seine Frau sich mit Prem Tinsulanonda getroffen und Verhandlungen hinter verschlossenen Tueren geführt. Prem ist der Vorsitzende des Geheimrates des Königs und wird von manchen als treibende Kraft hinter dem Putsch verstanden — er hat Sonthi vergangenes Jahr gegen starken Widerstand seitens Thaksins bei der Wahl zum Armeechef unterstützt und durchgesetzt. Dass Thaksins Frau sich mit ihm und nicht mit Mitgliedern der Regierung trifft soll diese These erhärten.
Prem hat noch kurz vor dem Putsch verschlüsselte Warnungen (“die Armee ist das Pferd, nicht der Reiter, aber Pferde können ihre Reiter abwerfen”) abgegeben. Sonst sagt er nicht viel.
Derweil gibt es Berichte, dass Thaksin sich über Chiang Mai (wohl eher Chiang Khong) ins Land “schleichen” wollte. “Sneak into the country” — ein sehr schöne Floskel. Surayud hat mehr als einmal betont, dass Thaksin dem Land fernbleiben sollte, solange das Kriegsrecht noch aufrecht erhalten wird.
1.3 Millionen Baht
Zwei bewaffnete Räuber haben heute einen 7eleven in Bangkok ausgeraubt und sage und schreibe 1.3 Millionen Baht erbeutet. Das muss man sich mal vorstellen. Um so viel Geld zu horten muss man 35.000 Flaschen Chang-Bier verkaufen.
Entspannung am Abend
Sleepy Hollow auf Thai. Ich bin schon gespannt, wie man Johnny Depps “Because” auf Thai übersetzen wird.
Ichabod Crane: [the decapitated corpse of Masbath has been found] You have moved the body.
Dr. Thomas Lancaster: I did.
Ichabod Crane: You must never move the body!
Dr. Thomas Lancaster: Why not?
Ichabod Crane: Because…
PS: Jemand bei UBC ist Burton-Fan. Es kommt auch noch Mars Attacks in der Rotation.
Update: Tuk aow bpai. Das ist ja nicht gerade berauschend.
Thailandwetter
Ich habe endlich eines meiner vielen lange rumliegenden Notizzettelprojekte zu Ende gebracht und eine Sektion Thailand-Wetter eingerichtet. Hier kann man auf einer Google-Map aktuelle Wetterdaten aus Thailand einsehen. Das Skript zum Ermitteln der Wetterdaten hatte ich schon länger fertig (früher gab es Wetterdaten von Ko Samui in der Seitenleiste). Die Skripte zum Erstellen von Google-Maps habe ich seit einigen Wochen in verschiedenen Projekten unter den Fingern gehabt (bspw. in der Twittermap ). Somit war alles da um das Ganze gestern abend lokal zusammen zu stampfen und heute schnell hochzuladen.
Die Map ist wie gesagt von Google, die Wetterdaten sind von Yahoo (bspw. Ko Samuis Wetter bei Yahoo Weather .), die Icons sind von jschreiber.com (leider sind nicht alle Wetterlagen vorrätig, dem Sonnenicon ist daher Zweifel entgegenzubringen). Das Ganze habe ich gleich in ein Wettermap-Textpattern-Plugin gegossen, das nicht frei verfügbar ist.
Damit ergibt sich ein Mashup mit dem aktuellen Wetter in Thailand.
Es wäre kein “echter Patrick” ohne Todo-Liste: Die Icons sind noch ein wenig fehlplatziert und die Daten manchmal fehlerhaft.
Templatespielereien III: CSS-Geschraube
In den letzten Tagen (und Nächten) habe ich ein wenig am CSS geschraubt. Der Titel gefällt mir noch nicht ganz (sowohl von der Aussage als auch von der Schrift und Farbe her) und da einige Bereiche noch nicht ganz fertig sind wird da auch noch Nacharbeit notwendig sein, wenn sie eingerichtet sind (schwammig genug formuliert?).
Headerbild
Das Bild im Header wird sich regelmäßig ändern (irgendwie muss man den Nichtnewsfeedbesuchern ja einen Mehrwert bieten). Damit ergeben sich Probleme mit dem Titel und dem Subtitel (beide noch unformatiert). Sowohl in Farbe als auch Positionierung. Die einfachste Methode wäre sicherlich, das direkt in der Graphik einzubinden und die Schrift im Markup auszublenden. Mal sehen.
Schriften
Die Header haben eine andere Schriftart (Century Gothic ff.) als der Rest des Textes (Verdana ff.). Leider sieht das ‘S’ im Header fürchterlich aus, vor allem, wenn es mal doppelt auftritt.
Farben
Es ist ein graues Set geworden. von #000 bis #777 sind alle Grautöne vorhanden. Einzige Farbe ist Orange (#f60). Das Weiß an manchen Stellen wird vermutlich noch verschwinden. Die Hauptfarbtupfer werden durch das Headerbild entstehen, hoffe ich.
Alles in allem sieht es hier langsam so aus wie auf grauhirn.org. Naja.
Knastaufstand (Thaistyle)
Drei Orte gibt es in Thailand, in denen man sich als Farang nicht gerne aufhalten möchte. Einer dieser Orte ist eines der Thai-Gefängnisse. Sie sind in der Regel überfüllt, unhygienisch und von unausgebildetem Personal bestückt das gegen Bezahlung Vergünstigungen erlaubt und bei Zahlungsunfähigkeit schon mal lebenserhaltende Hilfsleistungen vergisst oder verlangsamt. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man nach einem von fünf Aufenthalten hinter Gittern nicht lebend das Gelände verlässt.
Oft gelingt es Gefangenen zu flüchten. Hin und wieder kommt es auch zu Aufständen. Ungefähr zweimal im Monat liest man von Knastrevolten irgendwo in Thailand. Gestern bspw. in Surrathani. Die Gefangenen schlossen zuerst die Wärter aus, dann die Tore mit einer dicken Kette, liefen im Knastgarten herum, genossen die Sonne und unterhielten sich durch Löcher in der Mauer mit interessierten Anwohnern und der Presse.
Irgendwann wurde es dann der Polizei zu bunt und sie bereitete dem Treiben ein medienwirksames Ende. Die Kette ums Tor wurde mit einem Bolzenschneider gelöst, dann durfte die Kamera rein und sich aufs Tor aufstellen um die einschreitenden Beamten zu filmen. Die Gefangenen durften sich eng aneinander nur mit Hosen bekleidet auf den Boden legen und filmen und fotographieren lassen — die heldenhaften Beamten dahinter aufgereiht.
An der Situation hinter Gittern ändert sich durch solche Aufstände selten etwas. Die Beamten werden versetzt. Untersuchungen werden versprochen. Irgendwann gibt es dann nur noch die Photos von auf dem Boden liegenden Gefangenen.
Hier auf der Insel gibt es übrigens auch ein Provinzgefängnis. Neu dazu gebaut wurde ein Gerichtshof. Im August entkam ein Gefangener, der dann zwei Tage quer über die Insel gejagt und schliesslich hier um die Ecke, als er sich gegen seine Gefangennahme widersetzte, erschossen wurde. Seither spukt sein Geist in den Bergen zwischen Bang Por und Nathon und Fu hat mir verboten, dort Photos zu schiessen (einer der beiden Aussichtspunkte an der Ringroad ist in der Nähe).
Farbkompromiss
Es nörgelten zu viele über meine wirklich schönen und sorgfältig ausgewählten Farben. Also hab ich das mal geändert. Natürlich nicht hier ;)
Die nächsten Änderungen werden die Typographie (nur noch Erklärungen, mit den Schriftarten bin ich soweit zufrieden) und eben das Farbset dran kommen.
Außerdem werde ich, wenn mal ein regenfreier Tag ansteht mich ins WLAN einklinken und ein paar Bilder hochladen. Für den Header.
Modemhölle
Jeder, der mir heute eine 6.4MB große Email an meine Hauptadresse geschickt hat, möge im nächsten Leben mit 5Kbit-Handymodemanbindung nicht unter zwei Jahren bestraft werden.
Templatespielereien II: Genereller Templateaufbau
Ich benutze zur Realisierung meiner Layouts seit einiger Zeit die Layout-Gala von Alessandro Fulciniti {.vcard.n.url} (wünscht ihr euch nicht auch manchmal, ihr wäret Italiener?). Mit einem einzigen XHTML-Gerüst kann man laut Layout-Gala 40 verschiedene Layouts realisieren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es damit weitaus mehr sein könnten, die vorgestellten reichen aber vollkommen aus.
Genereller Seitenaufbau
Das nachfolgende Schaubildchen zeigt den generellen Aufbau der Seite.
Da wird sich im Vergleich zur Ur-Version nicht viel ändern. Neu ist der Inhaltsbereich am Fuß der Seite. Durch die Einbindung der Bilder von flickr.com bin ich gezwungen, eine fixe Breite für die Inhaltsspalte zu verwenden. Womit die Sache auch schon auf Nummer 37 aus der Layoutgala festgelegt ist. Das ist wie bei der Auswahl eines Nummern-Girls.
Damit sieht das Template folgendermaßen aus:
Nebenbemerkung: Es gab ja mal Zeiten, da man für Bildschirmauflösungen um die 800×600 Pixel gepixelt hat. Die Zeit dürfte vorbei sein, wie man an folgendem Diagramm leicht erkennen kann, weshalb ich mit 900 Pixeln Breite arbeite. Damit kann man einerseits größere Schriften benutzen ohne gedrückt auszusehen und andererseits bekommt die Seitenspalte mehr Platz eingeräumt.
Templatespielereien I: TXP-Grundlagen
Textpattern besteht aus Templatesicht aus vier Komponenten: Sektionen (sections), Seiten (pages), Bausteinen (forms) und den Stylesheets. Ich persönlich bevorzuge es die Stylesheets nicht über TXP zu verwalten sondern habe sie als Dateien abgelegt. Damit kann der Server zum einen schneller darauf zugreifen (minimal, ich weiß), zum anderen kann ich per Skript bestimmte Pfade anpassen oder mit PHP und Variablen arbeiten. Das Stylesheetsystem von TXP parst weder TXP-Tags, noch ist es per Plugins erweiterbar.
Sektionen
Sektionen kann man am besten mit Website-Bereichen vergleichen. Ein ein einfaches Blog kann bspw. in TXP aus den Sektionen weblog, archiv und kontakt bestehen. Jede Sektion kann durch ein eigenes Template (eine Seite) individuell angepasst werden. Ebenso kann separat je Sektion festgelegt werden, ob die Inhalte dieser Sektion in den Feeds verfügbar sein sollen und durchsuchbar sein sollen.
Man könnte mit dem Sektionsprinzip theoretisch eine eigene Website pro Sektion erstellen. Ich habe mal für eine Unternehmensseite die internationalisierten Versionen per Sektion realisiert. Re(De)Signation ist so eine Sektion, die unabhängig von den anderen Bereichen der die schreiBBloga.de läuft und ein kleines bisschen anders aussieht.
Die Sektionen gehören auch zum Inhaltssystem von Textpattern. Man kann einzelne Artikel jeweils einer Sektion zuordnen. Da jeder Artikel auch noch zwei Kategorien zugewiesen werden kann ergibt sich so die Möglichkeit zu einem zweidimensionalen Systematisierungsprinzip der Inhalte. Das allerdings wäre ein Web1.0-Prinzip. Heutzutage taggt man. Dazu später mehr.
Seiten
Seiten sind die Templates für die jeweiligen Sektionen. Es gibt ein default-Template mit dem man unter Zuhilfenahme konditioneller Tags die ganze Website gestalten könnte. Ich bevorzuge hier eine Seite pro Sektion. Das ist übersichtlicher.
Bausteine
Die Bausteine sind die kleinsten Einheiten des Templatesystems. Unter anderem kann man das Aussehen der Artikel individuell bestimmen, die funktionalen Bereiche wie bspw. Kommentarsystem und Darstellung anpassen und häufig verwendete Elemente wiederverwertbar ablegen.
Tags
Die Tags sind die Steinchen, die Textpattern am Laufen halten. Man kann die systeminternen Tags per Plugin um eigene Tags erweitern.
Damit wäre auch schon alles gesagt zu den Möglichkeiten Textpatterns in Bezug auf die Templates. Ich finde das System sehr flexibel und bin noch nie in meinen Bedürfnissen an seine Grenzen gestossen. Aber genug der Basics. Nachher gehts ans Eingemachte: Das Grundlayout.
in der die schreiBBloga.de
Hier in der die schreiBBloga.de habe ich wie gesagt pro Sektion ein Seitentemplate. Header (inklusive Titel) und Footer (inklusive Seitenspalte) der Seite werden per Baustein in jedem Template erzeugt. Aktuell habe ich einen Baustein für Artikel, in der alten Version war es so, dass ich einen Artikelbaustein pro Sektion hatte (was auch nicht viel mehr war). Die Inhalte der Seitenleiste waren plugingeneriert. Ich habe eine Menge eigener Tags durch Plugins inplementiert, was ich auch in der neuen Version weitgehend beibehalten will.
Experiment Demokratie
Zur Zeit kann man in Thailand recht gut nachvollziehen, warum es “Experiment Demokratie” heisst, wenn man von thailändischer Demokratie spricht. Damit meine ich nicht die Übergangsregierung und die Arbeiten an der neuen Verfassung die meiner unwissenden Meinung nach sehr gut und schnell voran gehen. Ich meine die “kleineren Geschichten” wie die (lasst es uns mal) Alkoholikerbestimmungen (nennen).
Kurz nach dem Putsch forderten Universitäten alkoholfreie Zonen rund um Schulen und Universitäten.
Kurz darauf wurden die aktuellen Unfallstatistiken veröffentlicht. Haupttodesursache dabei Alkohol am Steuer.
Kurz darauf gab der neue Gesundheitsminister bekannt, dass Alkohol rund um Universitäten, Wats, Regierungsgebäuden und Schulen verboten sein wird (kein Verkauf, kein Ausschank), das “drinking age” (das Alter ab dem man sich grundlos besaufen kann) sollte auf 25 Jahre hochgesetzt werden. Die Zur-Schau-Stellung von Alkohol sollte verboten werden. Werbung für Alkohol in Funk und Fernsehen sollte verboten werden. Ein klassischer Crackdown on <Fügen Sie hier das Crackdown-Subjekt Ihrer Wahl ein>.
Kurz darauf wurde bekannt gegeben, dass die neuen Regelungen am 5. Dezember, dem Geburtstag von König Bhumibol Adulyadej zu Ehren seines 60. Thronjubiläms in Kraft treten würden.
Kurz darauf wurden die neuen Bestimmungen von der Regierung abgelehnt und ans Gesundheitsministerium zurück delegiert, man solle sich da nochmal Gedanken darüber machen.
Heute nun wurde das “drinking age” auf 20 Jahre festgelegt.
Experiment Demokratie.
Textpattern
Textpattern ist die Antwort die ich immer gebe, wenn mich jemand fragt, was ich ihm/ihr empfehlen würde, um eine Website zu gestalten. Allerdings nicht, ohne gleich den Zusatz zu bringen, dass es vermutlich für den Fragestellenden weniger geeignet ist, “weil man schon wissen sollte, was man tut”. Eigentlich kann ich textpattern niemandem empfehlen. Ich habe das schon zweimal empfohlen und bin damit jedes mal auf die Nase gefallen, größtenteils weil die Personen, denen ich das empfehle weder Kreativität noch Kenntnisse von HTML, CSS und so weiter hatten.
Man muss schon wissen, was es mit Tags auf sich hat, mit Attributen und Stylesheets und all dem Kram. Das, was Txp (wie wir Liebhaber es gerne nennen wollen) in der Standardinstallation mit sich bringt ist mehr als zum Heulen. Und es geht noch weiter: Die Entwickler haben alle keine Ahnung von Projektmanagement. Da kann es schon mal passieren, dass in einer Version 4.0.4 Änderungen an den Parametern einer Backendseite vorkommen, die eigentlich eine mittlere neue Nummer (4.1.0) erfordern. Von den Bugfixen einer Minimalversion (Version 4.0.5 mit Bugfixen für 4.0.4 ist bereits angekündigt) ganz zu schweigen. Es darf irgendwie nicht angehen, dass man Plugins für ein kleineres Update von Textpattern neu schreiben muss.
Wie auch immer. Textpattern ist das System meiner Wahl fü verschiedene kleinere Webprojekte (eigentlich alle meine Webseiten). Auch die schreiBBloga.de läuft auf Textpattern. Die 4.0.3 war in der alten Version, mit dem “Update” habe ich auch gleich die 4.0.4 installiert.
Textpattern ist ein sehr flexibles Content Management System. Man könnte theoretisch beliebig viele Webseiten mit einer Installation implementieren. Durch das Sektions-Prinzip hat man die Möglichkeit, verscbiedene Bereiche komplett von anderen abzutrennen (bspw. die Re(De)Signation ist eine Sektion, die in den anderen Bereichen der die schreiBBloga.de nicht auftaucht). Txp ist durch das Pluginsystem sehr flexibel erweiterbar (wie wir noch sehen werden). Das Template-System hat seine Ecken und Kanten, ist aber auch “ganz nett”.
Und bevor ich jetzt noch auf ein anderes CMS umsteige lassen wir die Ausführungen zu Textpattern erst mal sein ;)
Gus Gus: Purple
Mehr sag ich jetzt nicht.
Die ersten kleinen ?nderungen
Zu den ersten kleinen Änderungen mag ich gar nicht viel erzählen. Das Thema lautet: Hauptsache es sieht erstmal anders aus. Das Layout wird sich noch ändern, die Farben erst recht. Neu ist ein Plugin das die kommenden 10 Thai-Feiertage in der Seitenleiste anzeigt und eine andere Form der “letzten Kommentare” in selbiger Seitenleiste. Beides werde ich demnächst mal beleuchten.
Strohwittwer
Ab morgen bin ich sowas wie ein Strohwittwer. Fu zieht es für drei Wochen gen Bangkok (ihr wisst schon, die Stadt der Engelmenschen) um noch mehr über Kreditwesen und all den Kram zu lernen. Da werde ich dann viel Zeit für meine kleine Website haben.
Wenn sie wieder kommt (zeitlich gesehen, nicht kausal, da hab ich keine Sorgen), kann es gut sein, dass sie in eine andere Bank aufs Festland versetzt wird um vielen armen Thais reiche Kredite anzudrehen. Der durchschnittliche Thai hat 150.000 Baht Kreditschulden habe ich vergangene Woche lernen dürfen. Die meisten Thais haben aber viel mehr durch die Finanzkrise von 1997.
Wenn Sie versetzt wird, werde ich ihr folgen, denn das, was ich so mache (nichts) kann ich glücklicherweise von überall aus machen und irgendwie wollte ich die Insel schon immer mal in Richtung “echtes Thailand” dauerhaft verlassen. Drückt mal die Daumen.
Sie hat sich übrigens tränenreich von den Hunden verabschiedet und mich mit einem schnellen “Bye” vor ihrer Tür bedacht. Naja. Thaistyle halt.
Chulalongkorn Day
Heute ist übrigens Chulalongkorn-Day. Hätte ich fast vergessen. Man hat ja nicht mehr frei als Nicht-Angestellter an solchen Tagen. Über die Bedeutung des Tages habe ich vor einem Jahr schonmal unter dem bemerkenswerten Titel “<txp:gho_permalink id=“439”>Chulalongkorn Day</txp:gho_permalink>” geschrieben. Im Prinzip ist es der Todestag des fünften Rama (König Bhumibol Adulyadey ist der neunte Rama). Es steckt aber weitaus mehr dahinter.
Übrigens hat Chulalongkorn die Insel zweimal besucht. Unter anderem hat er eine Visite im Napralarn-Tempel abgehalten, dem Tempel den ich gestern besuchte.
Re(De)Signation
Ihr wolltet es so. In der Re(De)Signation werde ich über die Umbauten berichten. Hier auf der Startseite wird man ausser dem verhauenen Design nicht viel merken. Im Feed landen die Einträge aus der Re(De)Signation auch. Außerdem gibts noch einen eigenen Feed für alle, die kein Interesse am Thaikram haben.
Was ist denn nun schon wieder los?
Hier in der Re(De)Signation werde ich über die lange Zeit herausgeschobenen Umstrukturierungsarbeiten berichten. Es wird dabei sehr technisch und stark textpatternbezogen zu gehen. In der rechten Spalte kann man sich die jeweiligen Änderungen im Screenshot ansehen.
Ich will damit vor allem dokumentieren, dass Textpattern sehr flexibel und einfach angepasst werden kann. Dazu später mehr. Nebenbei hat das Ganze den Sinn, dass ich endlich mal ein Redesign über die Bühne kriege — das Problem bei solchen Sachen ist meistens die Zeit, die man für private Projekte nicht hat. Man sitzt dann schon mal einen Monat an einem Design und mag es am Ende nicht mehr — alles umsonst. Diesmal werde ich den harten Weg gehen. Am lebenden Patienten.
Was man erwarten kann:
- Ein Redesign. Leichter und heller als bisher.
- Eine Umstrukturierung. Ich will mehr statische Inhalte anbieten. Informationen die sich nicht verändern und in einem Weblog schnell aus den aktuellen Seiten verschwinden.
- Massive subjektive Meinungsmache in Hinsicht auf Webdesign und Programmierung.
Was man bereits mal gehört haben sollte:
- XHTML 1.1 und CSS. Ich werde nicht erzählen, worin sich XHTML von HTML und XHTML 1.1 von XHTML 1.0 unterscheiden. Und noch weniger mag ich Diskussionen über Tabellen-Layouts führen (wenngleich das gleich in einem der ersten Einträge thematisiert werden dürfte).
- PHP — das aber nur, wenn genauer verstehen will, was ich in den Textpattern-Plugins so produziere.
Ich mag Kommentare. Das nur am Rande.
Gebt mir Feedback
(Feedback ist ein nettes denglisches Wort für Rückmeldungen)
Ich bin immer noch am Hadern (<txp:gho_permalink id=“985”>wie eben</txp:gho_permalink>) über das lange überfällige Re-Design dieser regelmässigen Onlinepublikation. Es stehen ein paar Erweiterungen an, ein neues Design, ein paar integrierte Muff-3.0-Tools…
650 Tage sind genug für “das hier”.
Ich habe da ja die hirnrissige Idee, das LIVE zu machen. sozusagen am lebenden Kandidaten (aka Weblog).
Eventbloggen ist mein Metier.
Habt ihr da was dagegen? (ich weiss, das ist eine sehr scheinheilige Frage, denn ich gebe nicht unbedingt etwas auf “eure Wünsche”™. Sagen wir, wenn bis morgen abend keine (überzeugende) gegenteilige Meldung kommt schiebe ich das “neue” (huestel) Design einfach drauf und bastel online weiter. Was online ist, kann man nicht mehr verbergen.
Im REdeSign-blog wird es dann die Erklärungen zu den Techniken, dem Textpattern-Kram, den verwendeten Kram und all dem Technogelaber geben, wegen dessen ihr mich lieben (bruahahahaha) gelernt habt.
Und ich verspreche, dass die relevanten Einträge über Sein und Sin(n) in Thailand per ATOM-Feed immer lesbar sein werden…
Weihnachten
Alle die zu Weihnachten (oder zu einer der jeweilig ausliefernden Post genehmen Terminlage) eine Mix-CD mit Musik und ausdruckbarem Booklet und solchem Kram haben wollen, von mir, melden sich jetzt über eine der Kontaktmöglichkeiten, die man unter kollitsch.de lesen kann. Ich behalte mir vor, Leute, die ich nicht mag, zu ignorieren und Leute, die ich mag, die sich aber nicht melden einfach mit zu beschicken. Und eventuell wirds eine MP3-CD, weil es einfach zuviel Klänge für 80 Minuten geben könnte. Und ich behalte mir vor, gar keine Kollektion zu erstellen wenn ihr Ignoranten keine Begeisterung heuchelt. Und wer sich über das mit den Ignoranten aufregt kriegt auch nichts. Wenn ich es mir genauer überlege sollten wir das gleich ganz lassen.
Lektion des Tages
Wenn ich im Wat Napralarn bin, sind die Batterien des Photoapparates grundsätzlich leer. Das war heute so und jedes Mal, wenn ich da war bisher. Dann muss immer das Wackelhandy herhalten.
Morgen geh ich hin mit Ersatzbatterien.
Ich mag meine Website (nicht so ganz)
Der Hauptgrund, warum es in den vergangenen Tagen eher weniger Einträge gab ist der: Ich habe, <txp:gho_permalink id=“602”>mal wieder</txp:gho_permalink>, mich an einem neuen Design versucht. Das ist nun schon das dritte Mal seit dem letzten Wechsel und das dritte Mal beginne ich es zu hassen, ungefaehr 48 Stunden nachdem das Design steht und ich nur noch die Inhalte konvertieren und die neuen Funktionen einbauen müsste.
Diesmal was komisches mit Orange, Sonnenuntergang und mehr weiß hinten und vorne. Das viele Braun hier ist mir schon lange zu schwer. Eine andere Schriftart, grössere Schrift. Ich mags aber schon nicht mehr.
Es ist seltsam. Bei meinen eigenen Projekten bin ich “designerisch” farbenblind. Crap würde ich es nennen. Naja… Mal sehen wann ich den nächsten Versuch starte. Ich hoffe mal, dass der grössere Teil meiner Stamm-Leser eh über einen Feedreader vorbei kommt.
PS: mal ganz abgesehen davon, dass der Bedarf nach einem (teil)statischen Bereich steigt, bestimmte Bereiche fast nicht besucht werden, die Map jede Menge neuer Funktionen mächtig sein wird, Flickr und del.icio.us enger integriert werden wollen… ich frag mich, warum das Design immer an erster Stelle steht… bla…
Zwangsvegetarismus
Tag drei meines Zwangsvegetarismusses.
Die Erkenntnisse:
Erstens: Es gibt Eis für Vegetarier. Fu hat heute beim wöchentlichen Sävennsäns-Besuch die Eiskrem nach Vegetarier-Regeln zusammen stellen (oder rollen) lassen. Ergebnis: Eine Kugel Kürbiseis, dem Geschmack nach zu urteilen, eine Kugel Zuckereis mit Himbeeranteilen. Darüber geschnippseltes Obst in Zuckersirup. Darüber Erdbeer-Konfitüre. Ich hab gefragt ob ich da nicht noch Zucker drüber streuen darf, wurde aber nicht verstanden.
Zweitens: Warum die chinesischstämmigen Thais trotz Vegetarier-Festivals nicht dünner werden: Zucker. Sie produzieren Tofu-Kopien von allem, was ihnen lieb ist, aber normalerweise aus Tieren stammt (Tofu-Würstchen, Tofu-Fleischscheiben, Tofu-Innereien) und legen das in Zuckerwasser ein. Das wird dann mit Reis gegessen. Hinterher noch ein bisschen “regulären” Zucker: Khanom.
Drittens: Ich bin heimlich, still und leise zur veganen Variante verdonnert worden. Keine Eier, kein Fisch, keine Schlagsahne auf obigem Eis. Sie wollte mir fast noch den Kaffee verbieten (weil er eine Droge ist: “You cannot sleep after you drink coffee”). Hab ich aber erfolgreich Protest eingelegt. Den Weißer darf ich auch nur benutzen, weil er ohne Milch produziert wird. Aha. Mein Kaffeeweißer besteht aus Sojamehl. Meine Lieblingsreissuppe hat Fleischbällchen drinnen. Meine Lieblingsnudelsuppe auch.
Dann haben wir heute eine vegetarische Kühlschrankfüllung für die nächsten Tage eingekauft. Vegetarische Schweinseinlage für Reis (muaahahaha, der ganze Tesko hat sich nach mir umgedreht). Vegetarische Tom-Yum-Suppe. Pflanzenöl, Currypaste aus der Dose.
Das hat Potential für eine traditionelle Karfreitagsgeschichte. Mein Vater erzählt immer Karfreitags von einem ehemaligen Arbeitskollegen, der eine Polin geheiratet hat und Karfreitag kein Fleisch essen darf und sich darüber beschwert. Das ist so eine jährlich wiederkehrende Geschichte, bei deren Auftreten man kurz ausatmet und sich dann entscheidet, einfach zu nicken, bis es vorbei ist.
Ich werde die Festivalsstory jedes Jahr zum Ramadan erzählen. “Damals, mein erstes Vegetarian, ich durfte ja fast nichts essen… nur Grünkram… und Zucker…”
Vegetarisch
Vor einer Woche überraschte mich Fu mit der Ankündigung, dass ich ab dem 20. Oktober kein totes Tier mehr essen darf. Ich grinste und sagte jaja. Heute Nacht nun kam eine SMS “so now is the vegetarian festival and you eat sausage no more!”.
Das Vegetarian Festival findet immer im neunten lunaren Monat des chinesischen Kalenders (im Prinzip vom 20. bis zum 30. Oktober) statt und ist eher eines der chinesischen Geisterfester als ein buddhistisches. Man hält eine vegetarische oder sogar vegane Diät ein, um sich zu reinigen und dadurch Verdienste für die nächste Inkarnation zu sammeln. In den chinesischen Schreinen werden heilige Rituale durchgeführt.
Was man als Tourist vermutlich als Vegetarian Festival kennenzulernen bekommt ist die Varianten auf Phuket mit täglichen Prozessionen bei denen die Ma Song genannten Gläubigen im schlimmsten Fall mit Metallstäben in den Wangen herum laufen.
Die 10 Regeln, die man bei der Teilnahme am Festival einhalten muss, sind die folgenden:
- körperliche Reinlichkeit während des Festivals
- Küchengeräte müssen sauber gehalten werden und dürfen nicht von Leuten benutzt werden, die nicht am Festival teilnehmen.
- weiße Kleidung ist zu tragen.
- gutes Benehmen, körperlich und geistig
- kein Fleisch essen
- kein Sex
- kein Alkohol
- Trauernde sollten am Festival nicht teilnehmen.
- Schwangere sollten keinen Ritualen beiwohnen.
- Frauen mit Periode sollten keinen Ritualen beiwohnen.
Leider gibt es keinen Grund für mich, nicht teilzunehmen.
Lauf! Solange du kannst!
Alle die nun erraten, was für eine Information hinter dieser Überschrift steckt, erhalten ein Bienchen. Die Antworten auf die häufigsten Fragen zu diesem Thema lauten übrigens “Ja”, “Ja”, “Nein”, “Eventuell”, “Das sind ja faktisch nur 29 Tage”, “Weil sie erst ab Oktober zählen” und “Das weiß allein der Wind”.
Wir lesen uns wieder. Ganz sicher. Bin gespannt von wo aus.
Updates
Die Nachrichten der vergangenen Tage:
- Die Fluten und Überschwemmungen verdrängen alle anderen Tagesnews. Viele Provinzen im Norden und in Zentralthailand stehen unter Wasser. Die Staudämme sind übervoll. Bisher sind 49 Provinzen über 2 Millionen Einwohner betroffen, von denen manche schon seit zwei Monaten mit Toilettenbooten leben müssen. Es gibt bereits 40 Tode und erste Seuchenfälle. Es wird wohl noch bis Ende November weitergehen.
- In Nakhon Sawan steht das Wasser so hoch wie seit 60 Jahren nicht und der Chao Phraya fliesst mit der höchsten Geschwindigkeit seit 60 Jahren gen Bangkok, das bereits mit Überflutungen zu kämpfen hat .
- Der König hat dem Royal Irrigation Department (RID) erlaubt, verschiedene seiner Grundstücke zu fluten , um die Lage zu lindern. Das brachte einige andere Landbesitzer dazu, es ihm gleich zu tun . Bei den Thais, die ich kenne löst das Bewunderung aus und bestätigt einmal wieder, was für ein guter König er ist. Da bleibt ein bisschen unbeachtet, dass dieses Land seit 8 Jahren genau diesem Vorgehen dient: Wasser aus den Flüsses ablassen, um den Pegel zu senken und saisonale Fluten einzudämmen.
- Die Thailandpost hat ein Spendenkonto für die Flutopfer eingerichtet.
- Das Gemüse wird teurer . Gründe hierfür sind natürlich vor allem die Fluten aber auch das ab dem 20. Oktober stattfindende 10tägige Vegetarian Festival.
- Premierminister Surayud hat derweil direkt mit Thaksin telefoniert und ihm mitgeteilt, dass er zwar gerne wieder “nach Hause” kommen darf, das aber erst nach Aufhebung des Kriegsrechts machen sollte. Der Außenminister sagt das gleiche, betont aber auch , dass er Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit hat, wenn Thaksin Shinawatra vor der Kriegsrechtaufhebung wieder kommt.
- Das Alles könnte aber unnötige Aufregung sein, denn Thaksin macht angeblich erste Anstalten, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für England zu bekommen. Damit wäre er nicht der erste Ex-Politiker oder “Firmenbesitzer”, der in London ein gemütliches Exil erhält. Das Gerücht über 114 aus dem Land geschmuggelte Koffer mit Besitztümern hält sich.
- Die Regierung Thailands will demnächst ein Whitebook veröffentlichen, in dem sie die Hintergründe des Putsches genauer erklären will.
- Thai Rak Thai (TRT) hat einen neuen Führer .: Chaturon Chaisaeng, einer der ehemaligen stellvertretenden Premierminister.
- Der Gesundheitsminister hat am zweiten Amtstag gleich mal die Alkoholwerbung verboten und das Mindesalter für den Alkoholkauf auf 25 Jahre heraufgesetzt. Das Verbot tritt am 5.Dezember, dem Geburtstag des Königs, in Kraft . Weiterhin wird ein Alkohol-Bann rund um Wats, Schulen, Universitäten und Regierungsgebäude eingerichtet. Außerdem müssen Alkoholflaschen nun mit Warnmeldungen bedruckt werden. Das alles nützt recht wenig, sagen die Kritiker , denn betrunkene Fahrer sind das größere Problem.
- Politische Versammlungen sind seit heute wieder erlaubt — Demonstrationen bleiben weiterhin verboten.
Vorbereitung
Nahezu der ganze Rest des Landes steht unter Wasser. — in Samui beginnt die Regenzeit immer etwas später. Koh Samui District Chief Decha Kangsanant (?าย???า ?ั?ส?ั???) (das ist sowas wie der Inselbürgermeister) hat jedenfalls verkündet , dass die Insel vorbereitet ist.
Nachdem man einige Millionen in die Reinigung und Reparatur der Abwasserkanäle gesteckt hat (in den vergangenen Wochen war Bophut und Lamai eine ständige Seitenstreifenbaustelle) denkt man, dass das Wasser diesmal besser abfliessen dürfte als zum Jahreswechsel vergangenen Jahres.
?berschwemmungen kann man dieses Jahr konvenient per Telefon direkt an den Chef schicken: über 077-421-345 (Festnetz) oder 08-19687854 (Mobil).
Kälterekord
Heute morgen zeigte das Thermometer 25 Grad. Es war eiskalt. Ich wäre ja gerne noch im warmen Bett geblieben aber die Hunde wollten raus. Winter ist blöd.
Das Kabinett des Surayud
Das Kabinett von General Surayud Chulanont steht und ist vom König bestätigt worden.
- Finanzminister und stellvertretender Premierminister (Deputy Prime Minister and Finance Minister): MR Pridiyathorn Devakula — Präsident der Bank of Thailand. Man munkelt, dass nur die Garantie auf den Posten des stellvertretenden Premiers ihn dazu bringen konnte, den Posten als Chef der Zentralbank Thailands aufzugeben.
- stellvertretender Finanzminister (Deputy Finance Minister): Sommai Phasee (nachträglich ernannt )
- Gewerbeminister und stellvertretender Premierminister (Deputy Prime Minister and Industry Minister): Kosit Panpiemras — der Vorstandsvorsitzende der Bangkok Bank und ehemaliger stellvertretender Landwirtschaftsminister im Kabinett von Anand Panyarachun.
- Kanzleiministerin des Premierministers (PM’s Office Minister): Kunying Tipawadee Meksawan
- Kanzleiminister des Premierministers (PM’s Office Minister): Thirapat Serirangsan
- Kanzleiministetr des Premierministers (PM’s Office Minister): Prasith Kowilaiku (nachträglich ernannt )
- Verteidigungsminister (Defence Minister): General Boonrawd Somtat — Armeestabschef im Ruhestand und Mitglied der Offiziersklasse von Surayud.
- Außenminister (Foreign Minister): Nitya Pibulsonggram
- Stellvertretender Außenminister (Deputy Foreign Minister): Chaowanit Kongsiri
- Tourismus- und Sportminister (Tourism and Sports Minister): Suwit Yodmanee
- Minister für soziale Entwicklung und Sicherung (Social Development and Human Security Minister): Paibool Watanasiritham
- Landwirtschaftsminister (Agriculture and Agricultural Cooperatives Minister): Theera Sutabu
- Stellvertretender Landwirtschaftsminister (Deputy Agriculture and Agricultural Cooperatives Minister): Rungruang Issararangkura
- Verkehrsminister (Transport Minister): Admiral Thira Haocharoen
- Stellvertretender Verkehrsminister (Deputy Transport Minister): Sansern Wongcha-um
- Minister für Naturressourcen und Entwicklung (Natural Resource and Environment Minister): Kasem Sanitwong na Ayutthaya
- Minister für Information und Kommunikationstechnologien (Information and Communication Technology Minister): Sitthichai Pokai-udom
- Handelsminister (Commerce Minister): Krirkkrai Jirapaet — ehemaliger dauerhafter Sekretär des Handelsministeriums.
- Energieminister (Energy Minister): Piyasvasti Amranand — ehemaliger Generalsekretär des Energiepolitikbüros
- Innenminister (Interior Minister): Aree Wongaraya — er ist häufiger in Gesprächen zur Lage in den südlichen Provinzen aufgetaucht und wird sich hauptsächlich mit der Stabilisierung der Lage beschäftigen.
- Stellvertretender Innenminister (Deputy Interior Minister): Banyat Chansena
- Justizminister (Justice Minister): Charnchai Likitjitta
- Arbeitsminister (Labour Minister): Apai Chanthanajulaka
- Kulturministerin (Culture Minister): Khunying Khaisri Sri-aroon — ehemalige Rektorin der Silpakorn Universität
- Wissenschafts- und Technologieminister (Science and Technology Minister): Prof. Dr. Yongyuth Yuthawongse
- Bildungsminister (Education Minister): Wijit Srisa-arn — er war vorher bereits dauerhafter Staatssekretär für universitäre Angelegenheiten.
- Gesundheitsminister (Public Health Minister): Doktor Mongkol Na Songkhla
- Stellvertretender Gewerbeminister (Deputy Industry Minister): Piyabutr Cholwicharn
Updates
Die Ereignisse der letzten Tage
- Heute Morgen/Nacht um eins wurde das Kabinett des Premierministers verkündet.
- Am Donnerstag hat der Oberste Gerichtshof beschlossen, dass man Shin Corp, der an die Singaporer Holding Themasek verkauften Firma der Familie Shinawatra, mal genauer auf die Finger sehen sollte . Unter anderem sollen die Telekommunikations-Konzessionen des Unternehmens geprüft und widerrufen werden (verlangt ein Professor in einem Verfahren gegen drei Nationale Behörden). Das würde im “Ernstfall” dann auch AIS, den größten Mobilfunkanbieter des Landes und iTV, “Thaksins Fernsehsender” und betreffen.
- Seit man Shin Corp genauer überprüft merkt man, dass Singapore einen Premierminister hat, denn dieser betont auf einmal, wie sehr er auf Surayud vertraut und dass der Shin Corp Deal mit Singapore der Beziehung zwischen Thailand und Singapore zuträglich ist . Die Aktien der Firma haben so ihre Probleme . Alles in allem wird Lee (der Premier vom Stadtstaat) aber belächelt . Thaksins Thailand war Singapores stärkster Verbündeter in Südostasien.
- Der Süden Thailands hat wie jedes Jahr wieder einmal mit Rauchschwaden aus Indonesien zu tun. Dort gibt es jedes Jahr Waldbrände deren Rauch nach Thailand weht.
- Surakiart hat seine Kandidatur für den Posten des UNO-Generalsekretär zurück gezogen . Damit hat er sein Gesicht gewahrt, eine Chance hatte er von Anfang an nicht gehabt.
- Die Universitäten Thailands fordern alkoholfreie Zonen (keine Bars, kein Alkoholverkauf) im Umkreis von 500 Metern um die Universitätsgelände.
- Ein Thai Air Asia-Flieger musste am Freitag nach Bangkok zurück kehren. Man wollte nach Narathiwat fliegen, verlor aber Teile des Flügels . Das Flugzeug wurde repariert und man flog dann doch noch los. “They noticed that the mechanics fixing the plane’s wing didn’t look too confident”. ;)
- Die Chinesen begrüßen den Coup , weil die Amerikaner ihn verurteilen. Inzwischen sagen diese, dass die “Forderung” nach einer Beendigung des Kriegsrechts bis Ende dieser Woche nicht als Ultimatum zu verstehen war.
- Thai Rak Thai schlendert dem Untergang entwegen, weil niemand die Führung übernehmen will . Heute will man sich dann Gedanken über einen neuen Parteivorstand machen.
- Den 20. Oktober sollten wir uns vormerken. Dann können wir interessante Dinge über die Besitzverhältnisse der Thai Rak Thai-Oberen in den vergangene 5 Jahren überlesen .
- In Pattaya ist zwar alles preiswerter als auf Samui, allerdings ist es auch gefährlicher, Sexdienstleistungen abzulehnen.
Sex in Bophut
Ich habe gerade festgestellt, dass die meisten Suchenden mit einschlägigen Suchbegriffen in der Mitte des vergangenen Jahres™ landen. Dem muss natürlich entgegengewirkt werden.
Und so folgt nun meine persönliche Einschätzung der Lage für alle, die nach “sex bophut ko samui” suchen:
Also Bophut ist extrem ungeeignet fü Abenteuer der sexuellen Art. Es gab da mal eine Karaokebar, die ist aber seit zwei Monaten dem Erdboden gleich gemacht. In Fishermans Village selbst ist Sex nicht so sehr angesagt. Bophut ist also schlecht für schnelle Schleimhautkontakte.
Allerdings gibt es Songtheaws nach Chaweng die aller 20 Minuten von Bophut aus fahren. In Chaweng findet man immer willige, ehm, Dienstleisterinnen und Dienstleister. Wenn man älter ist, kann man auch auf halber Strecke in Bang Rak aussteigen. Da ist das Rentnersextouristenparadies. Nicht zu laute Musik und die Thaifrauen können notfalls auch mal lauter sprechen, wenn man das Hörgerät vergessen hat (mal von der Alterskurzsichtigkeit ganz zu schweigen).
In der anderen Richtung liegt Maenam. Über dessen Verfall werde ich demnächst mal referieren.
Im Arsch
(Ich wollte schon immer mal so eine Überschrift haben. Allerdings genüge ich hier nur meiner Chronistenpflicht (auch den wollte ich schon immer mal bringen) als Investigativjournalist von der Wurzel und verweise auf einen Artikel)
Den hier: Blutegel im Anus .
PS: Die letzte Blutegelnachricht gab es in der Nation am 29. Januar 2005: Leech removed from man??s throat . Interessant wo die Viecher überall so rum kommen.
Ein Fort-Schritt
Eben habe ich Fu eine Emailadresse eingerichtet. Das ging etwa so:
Sie: Okay. I now need a address with Hotmail.
Ich: We don’t like Hotmail. We like maybe Yahoo, but sure we like Gmail.
Sie: But can I have a address with Jmail?
Ich: Gmail. Yes you can.
Sie: beschäftigt sich zwei Stunden mit anderen Themen
Ich: What about your emailaddress?
Sie: Yes. Do you finish it already?
Ich: Ehm. I have an address. You want one.
Sie: Yes of course. Can you make it now?
Ich: Yes of course. Entscheide mich gegen Eigeninitiativediskussionen und tippe die URL ein und warte. Und warte
Sie: Are you finished now?
Ich: Wait.
Sie: Ok.
Ich: Ok. What address do you like? You can have everything @gmail.com
Sie: fu@gmail.com !
Ich: Ehm. You can have nearly everything. They want at least 6 letters.
Sie: funoi@gmail.com !
Ich: Six. Not five. Six. Thats one more. Hok. Mai haa.
Sie: Ok. findet endlich eine 6buchstabige Adresse, die auch verfuegbar ist
Ich: Ok. Now we need a password.
Sie: fu1234
Ich: kuck sie ungläubig an
Sie: Ok. fu12345.
Ich: Ehm. hier folgt nun ein langer Vortrag über Passwörter und Sicherheit und Logik und mein Drei-Passwort-Modell. Am Ende entscheidet sie sich für ein interessantes Passwort mit Zahlen anstelle von Buchstaben (bspw. 0 für o und 1 für i und l). Google meint, es sei ein sehr starkes Passwort. Soso.
Ich habe mich dann noch schnell im Hintergrund in meinen eigenen Account eingeloggt und ihr eine Chatnachricht geschickt. Das hat sie beeindruckt. Email mit Chat.
So. Wieder einen Menschen ins Internet gebracht. Jeden Tag eine gute Tat.
Forderungen
Wir brauchen mehr Päpste ohne graue Haare!
Zitat des Tages
“Wenn ich kein Familienblog sein wöllte hätte ich ein paar nette Photos…”
Blogfarm N0ll.7ieben – Bekräftigung
<txp:gho_permalink id=“968”>Ich sage nur Auml</txp:gho_permalink>! Es gibt bereits erste Vortragsanmeldungen und Besucher, die die Konferenz besuchen werden (was anders soll man als Besucher auch machen).
Ich werde in den nächsten Tagen dann das Konferenzblog und -wiki aufsetzen. Die Blogfarm wird das Ereignis 2007 auf der Boutique-Insel!
Was ich (nicht) vermisse
Was ich vermisse:
- Klopse (Mammastyle)
- Sauerbraten (Mammastyle)txp:gho_footnote Obwohl ich in Maenam einen Noodle-Shop kenne, dessen Nudelsuppe wie der Sauerbraten schmeckt…</txp:gho_footnote>
- Köstritzer Schwarzbier
- Jever (Lime, normal, Schwarz)
- Glennmorangie im Portweinfass gereifttxp:gho_footnote Ich bin mir fast definitiv sicher, dass man den auf Suvarnabhumi bekommt (dem neuen Flughafen in Krungthep, der wohl auf der nächsten Tourismus-BKK-Abhakliste steht).</txp:gho_footnote>
- Straßenbahnfahren
- gehaltvolle Gespräche in irischen Pubs
- die Personen mit denen man selbige halten kann
Was ich nicht vermisse:
- alles andere, vor allem die unbedingte Kompliziertheit des Lebens.
(Sie lasen einen halbfertigen Eintrag der so seit 2 Monaten im Entwurfsordner lag und sich zwischen “raus und blamieren” und “Mülltonne” zu entscheiden hatte. Man sollte es doch den Einträgen nicht überlassen …)
Blogfarm N0ll.7ieben
So. Dann versteht mich mal nicht falsch. Es ist wirklich nicht sehr langweilig hier und ich habe auch ein gerütteltes Maß an touristischen Tätigkeiten durchzuführen. Nichtsdestotrotz finde ich, es ist Zeit, dass auch ich mal eine Blog-Konferenz abhalte. Thailand ist viel zu wenig vertreten in internationalen Konferenzen. Und irgendwie haben all die internationalen Konferenzen nicht ganz den Standard, den ich von einer Blogkonferenz erwarte. Ich habe daher die blogfarm ins Leben gerufen, die im Februar kommenden Jahres in Version null.sieben stattfinden wird.
Es geht um Blogs, das tägliche Leben und alles, was man so online los werden kann. Vermutlich wird es zum Frühstück Brötchen geben und ich erwarte eine Reihe internationaler Gäste. Es soll da ein paar sehr gute Vorträge und Workshops geben. Ich persönlich werde eine Vortrag namens “Semi-news from the twilight-zone” halten und einen Workshop zur Suchmaschinenoptimierung von Weblogs.
Man darf sich gerne melden. In den nächsten Wochen werde ich dann mal die Konferenzseite um ein Konferenzblog (gaaaaanz wichtig!) ergänzen und das genauere Programm bekannt geben. Wenn alles klappt haben wir gewichtige Sponsoren wie die Krungsri-Bank und die Siam City Bank of Samui.
Merkt euch schon mal den Februar vor.
Thaksin zieht sich zurück
Thaksin hat heute seiner Partei gefaxt , dass er vom Amt des Vorsitzenden der von ihm 1999 gegründeten Partei Thai Rak Thai zurückzieht. Die Schuld für die Spaltung im Lande hat er der Peoples Alliance for Democracy gegeben. Er empfiehlt der übrig gebliebenen Parteiführung, zurück zu treten.
Vollschlank. Fett weg.
Seit einigen Wochen nervt mich Fu mit Sprüchen a la “You can go to fitness” und so. Ich gebe ja zu, dass ich auf Photos etwas mehr Platz wegnehme, aber “Fitness” ist Sport und der ist Mord. Ich grinse also weise und antworte meistens nicht. Die verpasst mir dann irgendwelche chinesischen Kräuter in Wasser aufgelöst und Pillchen die ich vor dem Schlafen gehen nehmen muss und pieckst mir ständig in die Schwarte.
Das kann schon nervig sein.
Gestern sind wir dann in der Pharmacy auf die Waage gestiegen.
Seitdem ist Ruhe.
Warum?
Ich habe seit wir uns kennen 10 Kilogramm abgenommen und sie hat seit wir uns kennen 5 Kilogramm zugenommen.
Ich habe ihr dann vorhin mal in die Seite gepieckst und gesagt “Maybe you should go to make the fitness?”.
Trotz allem (na? gemerkt wie ich mein Lieblingswort “nichtsdestotrotz” vermieden habe?) wiegt sie immer noch weniger als die Hälfte meiner Selbst.
Eine königliche Bloggerin
Ziemlich viel Buzz (yeah! Schlagworte! Für die älteren unter meinen Lesern, es handelt sich um ein Wort für “Rumor, Begeisterung”) machten die Medien des Landes in den vergangenen Tagen über Ihre Königliche Hoheit Prinzessing Maha Chakri Sirindhorn, die ein Blog führen soll. Leider relativiert sich das alles und aus dem Blog ist ein Eintrag geworden, der zudem noch aus einem einzelnen Absatz besteht.
Nichtsdestotrotz ist das, was sie zu bloggen hat, relevant:
We have witnessed in this past century that English has become a global language without much understanding of the process. Nor can we say that we really know the extent of its influence and status as the global language. But, we can be sure of one thing: English can be used as a key to better understanding. As English is used and understood globally, we should be able to communicate, learn and understand each other better. Through English, then, we can make this world more knowledgeable and more understanding.
Mehr aus ihrer Feder konnte ich im Konferenzblog der Future Perfect Konferenz leider nicht finden.
Prinzessin Princess Maha Chakri Sirindhorn hat übrigens meinen höchsten Respekt unter den Königskindern (sagt man das so?). Sie wird hier “Prinzessin der Technologie” oder einfach nur “meine Prinzessin” (O-Ton Fu) genannt. Man sieht sie immer mit einem Schreibblog, in dem sie eifrig Notizen macht.
Dass sie ihre Diplome, Doktortitel und andere akademische Würden nicht aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur königlichen Familie hat, zeigen ihre Positionen in den jährlichen Prüfungsstatistiken thailandweit von 1967 (ihrer 7. Klasse) und 1972 (ihrer 12. Klasse) — Nummer 1.
Viele Thais präferieren sie sogar vor dem Kronprinz Maha Vajiralongkorn.
Um zum Thema Blog zurück zu kommen: Ich finde, es wäre wirklich eine Bereicherung, ein Blog von ihr zu lesen. Sie würde eine Menge zu sagen zu haben, zu gesellschaftlichen und Entwicklungs-Themen — und die Menschen würden sie “lesen”.
Massenflucht
<txp:gho_permalink id=“962”>Eben noch berichtete ich</txp:gho_permalink>, dass Surakiart aus Thai Rak Thai ausgetreten ist. Die Meldungen über Austritte allerdings explodierten in den letzten Stunden:
- Sonthaya leads 20 members out of Thai Rak Thai
- Somsak leads 100 members to resign from Thai Rak Thai — Somsak Thepsuthin ist der Führer der “Wang Nam Yom”-Fraktion von Thai Rak Thai die schon zu Regierungszeiten Thaksins sehr thaksinkritisch war und einen anderen Premierminister forderte.
- Suranand leaves Thai Rak Thai — Suranand Vejjajiva war der Sprecher von Thai Rak Thai.
Die Vermutungen laufen dahingehend, dass das Verfahren um gekaufte Wahlantritte kleinerer Parteien in der Neuwahl vom Frühjahr (ich habe im Juni <txp:gho_permalink id=“769”>mehrfach</txp:gho_permalink> <txp:gho_permalink id=“746”>darüber</txp:gho_permalink> <txp:gho_permalink id=“777”>berichtet</txp:gho_permalink>) für Thai Rak Thai nun doch auf eine Verurteilung hinauslaufen wird und Mitglieder der Partei fünf Jahre keine politische Tätigkeit mehr ausführen dürfen.
PS: Interessant, wie viele Politikernamen heute mit einem S anfangen. Das ist doch glatt Stoff für eine neue Verschwörungstheorie…
Geburtstagskinder
Eine Eigenschaft, die meine Oma, die nicht geputscht hat, und Sonthi Boonyaratkalin, der den Militärputsch angeführt hat, teilen ist, dass sie beide heute ihren Geburtstag feiern. Meine Oma bereiste die irdischen Gefilde aber eher als Sonthi, der nun erst 60 Jahre alt ist, deshalb gratuliere ich ihr und nicht ihm.
Thai Rak Thai verliert Mitglieder
Thai Rak Thai, die Partei Thaksins, verliert seit dem Putsch immer mehr Mitglieder. Heute wurde nun bekannt, dass bereits am 24. September, am Tag 4 des Putsches, Surakiart Sathirathai ““ausgetreten”:http://www.nationmultimedia.com/breakingnews/read.php?newsid=30015178” ist.
Surakiart ist immer noch der offizielle Kandidat Thailands im Kampf um die Position des UNO-Generalsekretärs später in diesem Jahr. Allerdings sinken seine <txp:gho_permalink id=“802”>schon vor dem Putsch recht geringen Chancen</txp:gho_permalink> seit selbigem <txp:gho_permalink id=“950”>rapide</txp:gho_permalink>. Ich spekuliere mal, dass man ihn zum Auftritt aufgefordert hat, damit das CNS ihn bei seiner Kandidatur unterstützt.
Die Parteioberen selbst stehen vor vermuteten Scherben. So genau wissen sie es selber noch nicht. Es kann sein, dass gegen die Partei ein Auflöseverfahren angestrebt wird. Oder auch nicht. Man weiß auch nicht, ob man in der kommenden Wahl antreten darf oder will. Oder eben auch nicht. In sich gespalten war die Partei schon vorher, und es ist zu erwarten, dass sich zumindest die “Wang Nam Yom”-Fraktion unter Wichai Chaichitwanitchakul als Partei neu formiert.
Derzeit jedoch lohnt sich jegliche Spekulation nicht, denn die Neugründung von Parteien ist ebenso wie politische Betätigung jeglicher Art noch immer verboten.
PS: Nichtsdestotrotz finde ich es interessant, wie schnell einige hier “ihre Partei” verlassen haben. Es zeigt sich nun, wer aus eigennützigen Gründen loyal ist und wer seine Meinung in der Ausrichtung der Partei abgebildet sieht.
Neue Visabestimmungen seit 1. Oktober
Seit gestern gelten ja nun <txp:gho_permalink id=“939”>die neuen Visabestimmungen</txp:gho_permalink>. Leise und heimlich hat die Regierung Ende vergangener Woche noch schnell ein paar weitere kleine Änderungen nachgeschoben:
Das Non Immigrant B-Visa (das Visa, das man benötigt, um eine Arbeitsgenehmigung zu erhalten um im Königreich zu arbeiten) wird nur noch mit gültigem Arbeitsvertrag verlängert. Bisher war es so, dass ein Empfehlungsschreiben des zukünftigen Arbeitgebers ausreichte. Das allerdings konnte man auch mit einem Fake-Schreiben von Agenturen, die im ganzen Land verstreut sind, erreichen. An der Grenze und bei den Behörden fragt dann niemand nach der Arbeitserlaubnis, wenn man mit Non Immigrant B-Visa im Lande ist.
Die Firma muss außerdem nachweisen, dass alle Gehälter für den einzustellenden oder angestellten Farang auf dem Konto für ein Jahr im Voraus verfügbar sind. Der Kontostand darf dabei nicht unter 1 Million Baht liegen.
ARC => CDRM => CDR => CNS
Das CDR, das vorher ARC hieß und sich zwischendurch auch mal CDRM nannte, heißt nun CNS.
- ARC = Administrative Reform Committee under the Constitutional Monarchy
- CDRM = <txp:gho_permalink id=“922”>Council for Democratic Reforms under the Constitutional Monarchy</txp:gho_permalink>
- CDR = <txp:gho_permalink id=“950”>Council for Democratic Reforms</txp:gho_permalink>
- CNS = Council for National Security
Diese dritte Namensänderung scheint nun permanent zu sein. Das CNS wird dem Premierminister der Übergangsregierung als Beratergremium zur Seite stehen.
Updates
Die Ereignisse der letzten Tage
- Der König hat die Übergangsverfassung unterzeichnet . Unter anderem wird damit den Putschenden eine Amnestie gewährt.
- Premierminister Surayud Chulanont will sein Kabinett in einer Woche vorstellen.
- Vier Thaksin nahestehende Politiker, der ehemalige stellvertretende Premierminister Chidchai Wannasathit, der ehemalige Justizminister Newin Chidchop, der ehemalige Umweltminister (? Natural Resources Minister) Yongyuth Tiyapairat und der ehemalige Generalsekretär Prommin Lertsuridet, wurden freigelassen .
- Der Polizeichef Kowit Watana ist der Ernennungszeremonie Surayuds ferngeblieben . Man munkelt, er wollte damit gegen Einschränkungen seiner Rechte seit Samstag demonstrieren.
- Drei Verdächtige im Fall des “geplanten Attentats auf Thaksin” sind auf Kaution freigelassen worden. Im Trubel des Putsches sind zwar allerhand Untersuchungsakten abhanden gekommen, es wird aber verschärft ermittelt, um die Sache zu einem Ende zu bringen.
- Im Nordosten gab es mehrere Brandanschläge gegen Schulen . Es wird davon ausgegangen, dass die Feuer von Coup-Gegnern gelegt worden.
- Die USA verhängen Sanktionen gegen Thailand . Unter anderem wollen sie keine Kriegsspielchen mehr mit der Königlichen Thailändischen Armee durchführen. Schade. Mal sehen ob Thailand jetzt die Verhandlungen zu den zwischen beiden Staaten bestehenden Freihandelsabkommen abbricht oder die Bestimmung, dass amerikanische Staatsbüger hier ohne große Aufwände Firmen gründen können, kassiert.
- Die jährliche Umstrukturierung des Militärs (military reshuffle) ist nun offiziell. Unter anderem wurden einige Offiziere die am Putsch beteiligt waren befördert.
Photos für _mich_
Thais lieben Photos mit Leuten drauf (vorzugsweise sie selbst in Posen vor Orten und Plätzen die sie besucht haben), Essen (Thaifood, volle Teller, halbvolle Teller und Teller nachdem sie geleert wurden) oder einer Kombination aus beidem (alle Essenden vor leeren Tellern). Die Photos müssen unbedingt einen Zeitstempel im Bild tragen, damit man auch noch Jahre später weiss, wann die Photos geschossen wurden.
Mit meinen Photos — Farben, Dächern, Wassertropfen auf verschiedenen lebenden und nicht lebenden Materialien, Tempeln ohne posenden Personen davor und halben Köpfen können sie nicht viel anfangen. Fu hat zu Beginn immer leise gelächelt bis wir mal einen Riesenkrach hatten, weil sie im Butterflygarden (wie der Name sagt ein Garten mit vielen Schmetterlingen) ständig vor die Linse hüpfte und ich die Orchideen mal ohne Thaifrau photographieren wollte. Nach einem klärenden Gespräch haben wir dann eine Trip-Photo-Rate von 1:1 Patrick-Style vereinbart.
Dass sie immer noch ein leichtes mentales Lächeln aufträgt merkt man jetzt nur noch daran, dass sie, wenn sie mal die Digicam ihres Freundes in die Hand bekommt Photos ohne Menschen schiesst und dann “This I made for you!” beim Vorführen sagt.
Jetzt muss ich ihr nur noch beibringen diese unerträglichen Zeitstempel unten im Bild auszublenden.
Premierminister ernannt
Surayud wurde eben zum Premierminister ernannt und hat auch schon eine Pressekonferenz gehalten, auf der ein Typ von Al Jazeera dümmlich auf Englisch fragte, ob er sich denn für einen besseren Präsidenten (jupp) als den demokratisch gewählten Thaksin hält.
Dummerweise habe ich derzeit nicht die Gewalt über mein Notebook, die gute Fu macht einen “Report” (das sind schriftliche Hausarbeiten fürs Studium, die sie in der Regel bis auf die letzten paar Tage hinauszögert.
Ich werde berichten (über den Premierminister, die Erforschung der Zufriedenheit von Hotelgästen im Inselgewerbe ist erstmal nicht so interessant).
Geldgeister
Irgendwer lädt meine Callingcard ständig mit kleineren Beträgen auf. Neulich 25 Baht, eben 69 Baht. Kann man das nicht bitte auch mit meinem Konto machen?
?bergangs-Premierminister Thailands
Der Premierminister der zivilen Übergangsregierung steht fest. Das wussten wir ja schon. Verkündet werden sollte er erst am Sonntag. Dummerweise kann einem schon mal was rausrutschen, wenn Kameras und Scheinwerfer auf einen gerichtet sind und so sagte Auditor General Jaruvan Maintaka gestern “aus Versehen”: “Yes, definitely, Gen. Surayud is the prime minister. He is the suitable person.” Später wurde es auch von Admiral Sathiraphan Keyanont, dem stellvertretenden Vorsitzenden des CDR, bestätigt.
General Surayud Chulanont , Mitglied des Geheimrats des Königs (eine Art Ältestengremium), wird der nächste Premierminister des Königreichs.
Das Nachrichtenbüro der Regierung hat es auch bereits bestätigt , offiziell verkündet werden soll der Name aber trotzdem erst am Sonntag — man hat ja ein Gesicht zu wahren.
Wasser. Viel Wasser.
Zwei Wochen lang sagte man, Bangkok ist nicht von Überschwemmungen bedroht. Zwei Wochen lang sagte man, es könnte sein, dass Bangkok überschwemmt wird. Zwei Wochen lang sagte man, man bereite Bangkok darauf vor, von den Fluten heimgesucht zu werden. Seit gestern sagt man, es werden Fluten erwartet. Heute nun sind sie da. Die Fluten.
Viel Lärm um nichts. Der Norden ist seit Wochen überflutet. Der Süden auch. Suratthani leidet unter Erdrutschen. Nun hat also auch Bangkok ein Flutproblem.
Regenzeit.
Farang-Chat
[00:58:46] A says: nong, lek, ding, fuk
[00:58:53] A says: nadda war meine
[00:58:53] B says: lek
[00:59:01] A says: hmm. klingelt nicht
[01:00:08] A says: ah kung
[01:00:20] B says: ah ja
[01:00:24] B says: wer war lek?
[01:00:36] A says: keine ahnung. so heisst doch jede zweite frau in den bars
1/23
Übrigens, es hat ja den Anschein, <txp:gho_permalink id=“877”>dass man mir nicht glaubt</txp:gho_permalink>. Ich habe bisher eine Postkarte erhalten. <txp:gho_permalink id=“454”>Das mit den Kommentaren damals</txp:gho_permalink> habe ich auch ernst gemeint und das Ergebnis konsequent befolgt.
Ich möchte dieses Forum noch einmal nutzen um zu erklären, dass ich <txp:gho_permalink id=“877”>es</txp:gho_permalink> ernst meine. Bisher ist eine einzige Postkarte angekommen. Nach rund 10 Tagen Postlaufzeit. Die Adresse stimmt also.
Mehr sag ich nicht.
Sagte ich schon, dass bisher nur eine Postkarte angekommen ist?
Militärfernsehprogramm
Das Militär unterbricht übrigens immer noch ständig das Programm auf den Thaikanälen. Heute bspw. verkündeten sie mitten in Fu’s Lieblingsthaisoap, dass ein paar Bestimmungen, die der scheidende Thaksin von sich gegeben hat, ungütig sind. Das normale Programm wird dafür nicht gestoppt. Verpasst das Volk eben, was Naraks fieser Gegenspielerins Mutter so von sich gibt wenn diese ihren nicht ganz so geheimen oder familiär ungeliebten Freund zufällig beim Parken trifft.
Ich finde interessant, welchen Verschleiß an Sprechern die Generäle haben. Es gibt nahezu jeden Tag einen anderen Sprecher. Nur die Frau mit den Locken tritt immer wieder auf. Zur Zeit haben sie für die offiziellen Sachen einen der Sprecher der allabendlichen “Was hat die Königsfamilie heute gemacht”-Sendung verdonnert. Wäre schade, wenn auch der vor der goldenen Gardine verschwinden würde.
(Stellen Sie sich hier einen Verbalwitz über militärisch korrekt exekutierte versprechende Sprecher vor.)
Updates
Die Ereignisse der letzten Stunden
- Das CDRM (Council for Democratic Reform under Constitutional Monarchy) heißt nun CDR , weil das M suggestiert, dass die Kommission eine Verbindung zur Monarchie hat.
- Die Miss Universe von 2005, Natalie Glebova, hat eine Workpermit bekommen. Die Ex-Schönheitskönigin läuft nun für eine Bierbrauerei Werbung. Vorher sah man sie auf Nudelsuppenverpackungen.
- Die USA würden gerne Surin Pitsuwan, den früheren Außenminister Thailands, als UNO-Generalsekretär sehen. Surin ist “moderater” Muslim und sei in der internationalen Staatengemeinschaft anerkannt. Surakiart Sathirathai, der Kandidat Thailands für den Posten, hat weiterhin die Unterstützung des CDR.
- Ein weiterer Kandidat für den Posten des Premierministers ist General Surayud Chulanont, ein Mitglied des Geheimrats des Königs.
- Das CDR hat sich übrigens bereits für einen neuen Premierminister entschieden . Verkündet wird dieser jedoch erst am Sonntag, nachdem General Sonthi eine Audienz beim König hatte. Fest steht aber, dass er nicht aus dem Militär stammen wird, weil Admiral Satirapan Keyanon sagte, der neue Premierminister würde keine Uniform tragen. (Ob nicht mehr oder niemals bisher ist damit nicht gesagt ;)
?bergangsverfassung und Premierministerkandidaten
Es wurde heute ein erster Entwurf der Übergangsverfassung vorgelegt. Leider haben alle englischen Quellen keine oder nur zusammenfassende Inhalte (wie der Link der Nation hier). Sobald ich den kompletten Text gefunden habe, versuche ich mich mal als Übersetzer.
Außerdem wurde festgelegt, dass der Premierminister der zivilen Übergangsregierung am Sonntag verkündet werden soll. Es gab die ganze vergangene Woche immer mal wieder Gerüchte, wer es denn sein könnte und die folgenden drei Kandidaten waren im Gespräch:
- strong>Akrathorn Chularat, der Präsident des Supreme Administrative Court (oberstes Verwaltungsgericht)
- strong>Pridiyathorn Devakula, der Governor der Bank of Thailand
- strong>Supachai Panitchpakdi, ehemaliger Generaldirektor der UNO Handels- und Entwicklungskonferenz — und der einzige Kandidat, der heute, nach mehreren Dementi, zugegeben hat, dass das CDRM ihn angesprochen hat und er sich Bedenkzeit ausgebeten hat.
Das CDRM hat derweil seine Website zerschossen .
Regensaison
Regensaison nervt. Hab die Hunde heute geduscht und geschrubbt weil sie schlammig waren und eine Stunde später waren sie wieder schlammig. Jetzt gibts Veranda-Arrest bis das eingetrocknet ist und dann wird nur gebürstet für die nächsten 2 Wochen. Irgendwann dürfte der Dreck auch ihnen dann auf die Nerven gehen und sie verknüpfen Ursache und Reaktion endlich mal.
Updates
Die Ereignisse der letzten Stunden
- Die zweite Protestaktion von Bangkoker Studenten und Akademikern wurde Sonntag abend durchgeführt. Die einzige bemerkenswerte Sache ist ein Plakat, das die Abkürzung des CDRM mit “Council of Demented and Ridiculous Military” übersetzt.
- Das CDRM hat bekannt gegeben, dass ‘gute’ Projekte aus der Thaksinzeit nicht gestoppt werden . Darunter fallen die 30 Baht Gesundheitsversorgung (man kann für 30 Baht zum Arzt gehen) und Projekte, welche kleinere Orte finanziell unterstützen, wie der National Fund for Villages and Urban Communities (1 Million Baht für jedes Dorf, das diese Summe beantragt) und der Small, Medium and Large Fund.
- Es wurde eine Telephonhotline des CDRM eingerichtet, um die Fragen der Bevökerung zu beantworten. Unter 02-2802360 kann man Fragen zu aktuellen Ereignissen stellen und Anregungen geben.
- Sirichoke Sopha von den Demokraten hat das CDRM aufgefordert, die Untersuchungen in einem Mordfall zu beschleunigen. Vor zwei Jahren wurde Kornthep Wiriya, ein Hauptbelastungszeuge in einem Prozess um Steuerhinterziehung von rund 100 Millionen Baht der Shin Satellite, einer Firma deren Hauptanteilseigner die Familie Thaksin war, in Chiang Rai erschossen.
- Regierungsangestellte sind aufgefordert worden, vorerst auf Reisen zu verzichten.
- Anscheinend darf man derzeit nicht in Gruppen von mehr als 5 Personen reisen. Eine Reisegruppe von 100 Lehrern im Norden wurde aufgehalten und zurückgeschickt . Wäre interessant zu wissen, was das für Visaruns bedeutet ;)
- Der gesamte Vorstand von MCOT (Betreiber von Channel 9) ist zurückgetreten und hat die volle Verantwortung für den “19. September Vorfall” übernommen. Der Fernsehsender Channel 9 hat am Abend des 19. September eine Ansprache von Thaksin ausgestrahlt, in der dieser den Ausnahmezustand ausruft und Sonthi absetzt.
- Sonthi hat erklärt , dass Thaksin gerne jederzeit wieder ins Land kommen kann, aber sicherlich einsieht, dass das im Augenblick keine sehr gute Idee ist ;)
- Derweil redet Lieutnant General Winai Phattiyakul, einer der Generäle hinter dem Putsch, den Coup als Politischen Wechsel schön.
- Yeah! Das Verkaufsverbot auf Alkohol an Geburtstagen der königlichen Familie ist aufgehoben worden . Jetzt bleibt nur noch an Wahltagen ein Verkaufsverbot von 18 Uhr des Vorabends bis 18 Uhr am Wahltag bestehen.
Kurz vor Nachher
Fortsetzung folgt…
Man, 46, sucht…
Eine Anzeige am schwarzen Brett von Tesco Lotus in Chaweng. Ein Mann im Alter von 46 Jahren sucht nach einer Frau, die mit ihm ihre Zeit verbringen will. Sie sollte zwischen 18 und 29 Jahren alt sein und erhält pro Monat 8000 bis 10000 Baht. Mehr mag ich nicht schreiben.
Mit dem Tarif sollte er mal im Isaan suchen gehen.
Vorher
Fortsetzung folgt…
Updates
Die Ereignisse der letzten Stunden
- Die Militärregierung hat noch einmal wiederholt , speziell vor Politikern in den nördlichen Provinzen, dass alle politischen Aktivitäten verboten sind. Das finde ich sehr inkonsequent, denn wenn sich dann tatsächlich mal Leute “politisch versammeln”, <txp:gho_permalink id=“938”>greifen sie nicht ein</txp:gho_permalink>. Das wirkt nicht sehr überzeugend.
- Das Finanzjahr für die Haushalte der Nation (Staat, Provinzen und so weiter) beginnt am 1. Oktober. Bis zum Putsch hatten die Verwaltungen Angst, es könnte zuwenige oder gar keine Budgets verteilt werden, weil es keine entscheidungsfähige Regierung gab, seit dem Putsch haben sie Angst, dass die Militärregierung, die nun dafür zuständig ist, es verzögert oder einen extrem niedrigen Haushalt ansetzt. Es gibt aber Berichte , dass die Haushalte bereits diese Woche entschieden werden sollen.
- Das NCCC, die National Counter Corruption Commission arbeitet mit Hochdruck. Sie sagen, dass mehr als zehntausend Korruptionsfälle im Zusammenhang mit der abgesetzen Regierung untersucht werden müssen und dabei vorerst Fälle mit Mitgliedern der ehemaligen Regierung bevorzugt bearbeitet werden. Ein aktueller Fall, dessen Ergebniss man in den nächsten Tagen erwartet, beschäftigt sich mit Unregelmäßigkeiten beim Kauf von Sicherheitsscannern für den morgen eröffnenden Suvarnabhumi Airport.
- Die 23. Mitteilung des CDRM hat es in sich: Es wurde ein Kontrollausschuß eingesetzt die ausschließlich die Machenschaften der abgesetzten Regierung untersuchen soll. Sie wird die Besittümer von Familienmitgliedern prüfen und die Praktiken der Politiker bei der Vergabe verschiedener Projekte untersuchen. Sie ist berechtigt, Besitztümer einzufrieren. In einem Zeitrahmen von einem Jahr müssen alle Fälle geprüft sein. Nicht abgeschlossene Fälle gehen danach zurück an die NCCC.
- Die Mitglieder der abgesetzten Regierung müssen bis zum 18. Oktober ihre Vermögensverhältnisse offen legen.
- Propaganda-Umfrage : Die Royal Thai Airforce hat eine Umfrage im Größraum Bangkok durchgeführt und nach den Erwartungen der Bürger in die zu bildende Übergangsregierung gefragt: 44% hatten keine Vorstellungen, 23.4% wollten Ehrlichkeit, 11.7% eine faire Regierung und 7.1% sagten, dass die neue Regierung sich auf die Entwicklung Thailands konzentrieren solle.
- Das CDRM erlaubt Organisationen wie dem National Economic and Social Advisory Council, der National Human Rights Commission, der National Broadcasting Commission und der National Telecommunications Commission weiterhin ihre bisherigen Tätigkeiten auszuführen .
- Es wird heute kein neuer Premierminister verkündet . Das wird in einem Rutsch mit der Einsetzung der neuen Regierung geschehen. Das ist für Dienstag nächster Woche (zwei Wochen nach dem Putsch) angekündigt.
- Heute abend wird es wieder eine Zusammenkunft ausländischer Botschafter und Diplomaten mit dem CDRM geben um über die aktuellen Vorgänge zu informieren.
- Thaksins Ehefrau hat Bangkok in Richtung London verlassen . <txp:gho_permalink id=“938”>Diesmal wirklich</txp:gho_permalink> ;)
Updates
Die Ereignisse der letzten Stunden
- Die in Myanmar festsitzenden Ausländer und Thais wurden gestern Mittag nach Thailand zurück gelassen.
- Die Panzer am Royal Plaze sind abgezogen worden . An weiteren “wichtigen strategischen Plätzen” bleiben weiterhin Panzer stehen und das Militär bleibt sowohl in Bangkok als auch in Chiang Mai in den Straßen präsent.
- Heute abend soll wieder eine Aktion des “zivilen Ungehorsams” stattfinden. Es werden 50 Personen erwartet, die eine politische Vorlesung (“Why we must resist the coup”) auf dem Rasen der Thammasat University halten wollen.
- Die 22. Mitteilung des CDRM verbietet die Tätigkeit politischer Organisationen (sowohl für als auch gegen den Coup).
- Die The Thai Journalists Association und die The Broadcast Journalists Association haben eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, die im Prinzip nichts anderes sagt als das CDRM seit rund einer Woche sagt.
- Suvarnabhumi, der neue Mega-Airport von Bangkok, wird morgen planmäßig eröffentlicht . Eine Zeremonie wird es erst geben, wenn der König sie genehmigt.
- Das Gerücht, Thaksin hätte Besitztümer ausser Landes geschafft, hält sich .
- Es wurde eine Untersuchungskommission gebildet, die die Vergabe von Projekten überprüfen soll. Bangkok hat unter anderem einen Skandal bei dem die Auftragsvergabe für den Kauf von Firetrucks mit einigen Geldflüssen verbunden gewesen sein soll.
- Bei ABC gibt es eine nette Reportage über die Gegenputsch-Gerüchte . Aus Chiang Mai. Thaksins Heimat.
- Für heute wird die Vorstellung einer Übergangsverfassung und die Benennung eines Premierministers erwartet, unter denen die zivile Übergangsregierung gebildet werden soll.
Lüstling. Flittchen.
Eben kuck ich am Monitor vorbei weil es verdammt ruhig in den Augenwinkeln war. Die beiden Hunde kämpften bis grade noch vor sich hin. Ich kuck so und seh Soosie mit hochgestrecktem Hinterteil, Pokki steht über ihr (ihr wisst schon wie) eine Pfote auf ihrem Rücken, die andere bleibt in der Luft stehen, als er mich kucken sieht.
Ich seh ihn an. Er sieht mich an. Er nimmt die Pfote runter. Ich kucke immer noch. Soosie nimmt den Hintern runter. Er setzt neben sie und schnauft. Beide kucken mich an. Gespannte Stille. Die kleinen Ferkel wissen genau, was Sache ist.
Super. Ich dachte, das gibt es erst in 4 Monaten. Und überhaupt. Wir erziehen die beiden ja als Brüderchen und Schwesterchen. Wo beginnt bei Hunden eigentlich der Inzest?
Und jetzt? Windeln, damit der Zugang erschwert wird? Ich mag ihnen ja ungern die Freude nehmen, aber viereinhalb Monate finde ich wirklich zu jung für die erste Runde.
Helmpflicht
Wenn man als Urlauber auf die schöne Insel Ko Samui kommt, mag man meinen in Thailand herrsche keine Helmpflicht. Halbnackte Touristen rauschen unbehelmt auf ihren Rollern in der Gegend rum. Thais ebenso. Tut sie aber. Herrschen. Es besteht Helmpflicht für alle motorisierten Zweiräder.
Wenn man ein Moped mietet, bekommt man in den seltensten Fällen auch einen Helm dazu und wenn, dann ist dieser nicht sonderlich vertrauenserweckend. Da lässt man ihn schon gerne mal in der Urlaubshütte liegen. Dumm nur, wenn man dann in eine der eher seltenen aber durchaus auftretenden Kontrollen kommt. Dann darf man nämlich zwischen 300 und 600 Baht blechen und je nach Laune und Crackdown-Lust der Polizisten ein paar Stunden aufs Revier und sich ein Buch mit Leichen ankucken, die kurz vor Entstehen der Photos ein Moped helmlos gegen verschiedene andere Verkehrsteilnehmer oder Randbepflanzungen gefahren haben.
Bei mir ist das immer so: Ich fahre einzwei Wochen jede kleinste Strecke mit Helm. Dann vergesse ich ein paar Wochen in zunehmenden Maße den Helm bis ich wieder ohne fahre. Das geht dann solange bis ich auf der Straße sehe, was so ein LKW oder einfach nur der Asphalt aus einem Menschenschädel machen kann. So wie eben.txp:gho_footnote Interessanterweise hatte ich einen Helm auf als ich an der heutigen Matschkopfleiche vorbeifuhr. Anscheinend steigt die Lernkurve bei ausreichend anschaulichem Material.</txp:gho_footnote> Dann fahr ich wieder mit Helm. Einzwei Wochen.
Neue Visabestimmungen ab 1. Oktober
Thailand hat die Visabestimmungen geändert. Diese Meldung erzeugte ein kleines bisschen Unruhe, auch ich bin gefragt worden, ob mich das irgendwie betrifft. Tut es, dazu am Ende mehr. Zuerst einmal, was sich denn geändert hat und warum (wobei sich die Informationen in der Regel auf die drei deutschsprachigen Länder beziehen).
Welche Visaarten gibt es?
Es gibt drei Haupt-Visa-Arten, mit denen man in Thailand leben kann.
Das “visa on arrival” (VoA), Einreisevisum, das man automatisch bekommen kann, wenn man in Thailand ankommt. Das Visa hat eine Gültigkeit von 30 Tagen und wird bei Wiedereinreise erneuert. Bis zum 1. Oktober ist es durch Aus- und Wiedereinreise unbegrenzt erneuerbar. Visarun.
Das “tourist visa”, Touristenvisum, das man bei Botschaften und Konsulaten außerhalb Thailands beantragen kann. Man kann mit diesem Visa 60 Tage im Lande bleiben und mit einem Antrag bei einem der Immigrationsbüros um 30 Tage verlängern. Eine Spezialform dieses Visas ist das “tourist visa 90days” das zur wiederholten Einreise innerhalb von 90 Tagen mit einer Aufenthaltsdauer von 60 + 30 Tagen wie eben beschrieben berechtigt. Damit kann man bis zu 180 Tage mit einem Visarun und zwei Verlängerungen im Immigrationsbüro bleiben. Anschliessend muss ein neues Visa beantragt werden.
Die beiden eben genannten Visa berechtigen nicht zur Antreten einer Arbeitsstelle in Thailand. Will man eine Arbeitserlaubnis bekommen, dann muss man ein “non immigrant visa” beantragen. Dieses Visa berechtigt zu einem Aufenthalt von 90 Tagen im Königreich und man kann es einmal um 60 Tage verlängern. Es gibt das Visa mit einmaliger Einreiseerlaubnis und als Visa mit Einreiseberechtigung für ein Jahr. Ich bspw. bin nach Thailand mit einem “Non Immigrant Visa Kategorie B” mit Einreiseberechtigung für ein Jahr gekommen. Nach dem Ende der Aufenthaltsdauer muss man das Land verlassen, kann aber im Gültigkeitszeitraum des Visa wieder einreisen. Visarun. Wird der Pass geklaut, ist das Visa weg, wie ich erfahren habe ;] und man befindet sich als Tourist im Lande.
Das Non Immigrant Visa erhält man in Botschaften und Konsulaten außerhalb Thailands, allerdings nicht in Botschaften der Staaten die eine direkte Grenze mit Thailand haben.
Die folgenden Klassen des Non Immigrant Visa gibt es derzeit:
- B: Business
- D: Diplomaten und Botschaftsangestellte
- ED: Lehrer, Professoren
- EX: Expertenvisa
- F: Offizielle Missionen (den Unterschied zu D kenne ich leider nicht)
- IM: Investorenvisa, für Ausländer, die ihre Firma unter dem BOI eröffnen wollen oder bestimmte Geldmengen ins Land bringen (siehe unten)
- M: Massenmedien und Pressevertreter
- O: andere Gruppen (bspw. offizielle Einladungen, Ruhestand usw.)
- R: Missionare
- RS: Forschung und Bildung
- S: Teilnahme an Sportevents
Alle Non Immigrant Visa haben in ihrer “Normalausführung” eine Aufenthaltsdauer von 90 Tagen was für einige Dauerresidenten Visaruns aller 3 Monate mit sich bringt, auch wenn sie hier nicht arbeiten und keine Touristen sind. Es gibt die Möglichkeit, die Visa so zu beantragen, dass man anstatt des Visaruns einen Spaziergang ins Immigration Office macht und sich regelmässig meldet. Mein drittes Visum mit der Arbeitsgenehmigung beispielsweise mit dem ich mit bis Juni hier aufgehalten habe war sowas. Das Immigrationoffice von Samui ist an der ersten Kreuzung südlich von Nathon.
Nur mit dem Non Immigrant B Visa kann man meines Wissens nach eine Arbeitserlaubnis beantragen. Die Arbeitserlaubnis ist immer mit dem Visa gekoppelt. Ohne Visa keine Arbeitserlaubnis. Das gibt dann einmal im Jahr ein paar Behördengänge.
Es gibt einige andere Visa, die allerdings sind nur interessant, wenn man mit einer/m Thai verheiratet ist (dazu nächstes Jahr mehr) oder sich zur Ruhe setzt. Ich habe auch von Farangs gehört, die in den 70er Jahren Firmen aufgebaut haben und heute mehr als 1000 Angestellte haben und dafür soetwas wie eine Ehrenbürgerschaft mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung bekommen haben. Aber mal immer langsam, das kann später angegangen werden.
Was genau hat sich denn nun geändert?
Zuerst einmal wurde eines der Non Immigrant IM Visa abgeschafft. Man konnte 3 Millionen Baht investieren (in Fonds, Condominiums usw.) und dafür eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Dieses Visa wurde vor rund drei Wochen abgeschafft.
Vor gut 2 Wochen dann begannen Gerüchte die Runde zu machen, das Touristenvisum sei abgeschafft. Nach ein paar panischen Tagen auf den einschlägigen Webboards kamen die ersten Presseberichte (alle aus dem Ausland), dass ein Angestellter (!!!) der Immigrationsbehörden am Sonntag (!!!) vor zwei Wochen erklärt hätte, die Einreisevisa wären ab 1. Oktober nur noch 3 Mal in Folge erteilbar. Vergangene Woche dann kam auch die offizielle Erklärung.
Es wurde folgendes geändert: Ab 1. Oktober wird das VoA nur noch ausgestellt, wenn man in den vergangenen 90 Tagen maximal 2 Einreisestempel im Pass hat. Hat man drei Stempel im Pass, dann bekommt man kein VoA mehr ausgestellt für 90 Tage. Oder um es genau und offiziell auszudrücken:
- According the Article 13 (3) of the Ministerial Regulation which stipulated the criterions, practices and conditions regarding the verification, exception and the changes in the visa requirements B.E. 2545 (2002) dated on 16th August B.E. 2545 (2002), within six months period, the holder of passport or substitutive documents which issued by any country that is approved by the Minister of the Interior, under the approval of the Cabinet, to enter to temporarily stay in Thailand for tourism purpose, shall be permitted to enter Thailand several times. Each permitted time shall not be exceeding 30 days period, and the total period shall not be exceeding 90 days from the first day that the passport holder arrived in Thailand.
Klar? Man kann also von 180 Tagen 90 mit einem VoA in Thailand verbringen. Die Immigrationsbüros haben diese Bekanntmachungen ausgehängt. Mit dem Touristenvisum haben diese Bestimmungen übrigens nichts zu tun.
Ich habe vor zwei Tagen gelesen, dass ein Offizieller gesagt hat, man beginnt am 1. Oktober mit dem Zählen, die Farangs brauchen sich also erstmal keine Gedanken zu machen. Falls das so ist kann man mit dem VoA noch bis Ende Dezember dauerhaft hier bleiben. Allerdings finde ich diesen Satz in keinem der gesammelten Links wieder. Wunschdenken, nehme ich mal an.
Und warum wurden die Bestimmungen verschärft?
Im Fall des Investmentvisas ist es ganz einfach. Es gibt ein anderes Investmentvisa: Der Investor kann mindestens 10 Millionen Baht (um die 220.000 EUR) für mindestens 10 Jahre im Lande anlegen, per Investor mindestens 8 Millionen Baht, Ehegatten erhalten ein Visa für weitere 6 Millionen Baht, unverheiratete Kinder unter 21 Jahren für 2 Millionen Baht. Das bringt Thailand mehr Investitionsmasse als das 3 Millionen Visa.
Im Falle des VoA ist es schon etwas komplizierter. Wenn man aber die Berichterstattung der letzten Monate überwacht hat, bekommt man eine leichte Ahnung. John Kerr, der selbsternannte amerikanische Kindermörder wurde in Thailand verhaftet und die Medien schrieben, dass er sich hier mit VoA und Visaruns aufhielt. Ein Engländer der seine Frau und seine Kinder umgebracht hat wird in Thailand verhaftet — auf einem Visarun . Pädophile aus Australien? Hier mit VoA. Viagradealer aus Deutschland? Hier mit VoA. Schlagzeilen über Thailand in den vergangenen Monate lauteten unter anderem “sanctuary for foreing criminals”. Die Änderungen der Visabestimmungen sind ein erster Schritt zur Wahrung des Gesichts. Das ist sehr wichtig in Thailand.
Da man beim VoA nicht in einer Botschaft oder in einem Konsulat ein Visa beantragt, kann auch nicht genauer überprüft werden, wer da das Land mit einem vermutlich gültigen Pass betritt. Erst wenn internationale Haftbefehle ausgestellt werden, wissen die Grenzbeamten, wen sie vor sich haben und können die Einreise verweigern.
Durch den Putsch wird sich übrigens nichts an den Visaregelungen ändern, denn es geht hier wirklich darum, unerwünschten Subjekten die Einreise zu verweigern.
Und ich?
Ehm, also zugegebenermaßen befinde ich mich derzeit als Tourist im Lande. Allerdings arbeite ich seit Juni auch nicht, was man vor allem an meinem Kontostand (zweistelliger Bahtbereich) sieht. Ich suche immer noch nach einem Job, denn selbständig machen wollte ich mich nach meinen Erfahrungen in Deutschland nicht mehr. Zwar kann man die Möglichkeiten hier nicht mit Deutschland vergleichen und mit 400 Euro im Monat fürstlich leben, man merkt aber gerade an solchen kurzfristigen Anordnungen, dass sich alles ganz schnell ändern kann.
Es gibt zwei Projekte die noch in den Ideenphasen stecken und mich bewegen könnten, hier eine Firma aufzumachen.
Je nach Zählbeginn der Verordnung (ich habe bereits 4 VoA-Stempel im Pass) werde ich Ende Oktober oder Ende Dezember einen größeren Visarun bspw. nach Singapore machen und mir je nach finanziellen Möglichkeiten entweder ein Touristenvisum mit Doppeleinreise oder ein Jahres Non Immigrant B Visa verschaffen. Mit letzterem kann ich dann eine Arbeitserlaubnis beantragen. Ich werde berichten.
Und nochmal nachtreten
Wenn also die Welt schreibt , dass 40.000 deutsche Dauertouristen zornig sind, dann handelt es sich bei diesen um Kriminelle. Leute die dauerhaft in Thailand bleiben wollen haben die Möglichkeit, bei Botschaften und Konsulaten Visa zu beantragen. Die beiden Gründe für eine Verweigerung dieser Visa sind mangelnde Finanzen oder eine kriminelle Vorgeschichte. Aber an dem Artikel ist ja auch die Hälfte komplett falsch. Also denken wir nicht weiter darüber nach.
Fast vergessen
Ich soll ja auch noch meine eigene Meinung zu den neuen Regelungen sagen: Ich bin ziemlich angepisst, aber nur, weil das Geld grade alle ist und die Regelungen der preiswertesten Variante des Hierbleibens einen Riegel vorschieben. Ansonsten finde ich es sehr in Ordnung, dass man versucht, das Visasystem in Thailand in Ordnung zu bringen. Ich bin da ganz pragmatisch und hab auch nichts dagegen, dass es mir schwerer gemacht wird, hier zu bleiben. Einerseits kann man es als Ehre ansehen, hier zu leben, andererseits gibts weniger “unerwünschte Subjekte” im Lande. Und ich habe einige jener kennen lernen dürfen in den vergangene 21 Monaten.
Updates
Die Ereignisse der letzten Stunden
- Man zensiert kräftig in der Gegend herum. Das merkt man aber nur, wenn man verschiedene Thaiforen als RSS-Feed abonniert hat und dann 50% der Einträge verschwinden, ehe man die Seite eine Stunde später aufrufen will.
- Die Überreichung der Ernennungsurkunde des Königs für die Militärregierung hat einen seltsamen Beigeschmack. Bisher habe ich noch keine offiziellen Bilder des Königs gesehen, in denen er auf den Putsch eingeht. Eine Meldung am Dienstag sagte, dass die Militärs Nachts eine Audienz hatten. Am Mittwoch sagte das CDRM, dass der König hinter ihnen steht, am Freitag überreichte ein Mitglied des CDRM General Sonthi die Bestätigungsurkunde. Den König selbst sieht man nicht. Die restlichen Mitglieder der Königsfamilie zeigen Business as usual in der abendlichen “Was hat die Königsfamilie heute gemacht”-Sendung.
- Das CDRM verbietet das Abhören von Telephonleitungen . Warum nur?
- Nicolas Cage dreht gerade einen Film namens “Bangkok Dangerous” in Bangkok. Die einen Berichte sagen, dass er weiter filmt und der Putsch keinen Einfluss auf die Filmarbeit hat, andere Berichte sagen, dass die Filmcrew heimgeschickt wurde.
- Es werden weiterhin Thaksins “Begünstigte” festgenommen.
- Der Polizeichef Kowit Wattana (Mitglied des CDRM) hat die volle Befehlsgewalt über die Polizeikräfte erhalten, nachdem diese von Politikern gesäubert wurden . Die National Police Commission (NPC) wurde bisher von Thaksin geleitet. Ein Gesetz schrieb vor, dass der Premierminister die Kommission führt.
- Die putschkritische Seite 19sep.org ist auf Befehl des Informationsministeriums geschlossen worden, allerdings nur für 10 Tage. Wir können also gespannt sein, was man anschließend dort zu lesen bekommt.
- Der angekündigte Gegenprotest fiel recht leise aus. Manche Quellen sprechen von 10 Demonstranten , später von 30, am Ende einigte man sich auf rund 100 . Das Militär hat nicht eingegriffen sondern die Demonstranten gefilmt.
- Thaksins Frau, eine seiner Töchter und der Sohn haben Thailand nie verlassen . Das wurde nur als Gerücht gestreut, um ihren derzeitigen Aufenthaltsort zu verschleiern. Damit dürfte sich auch das Gerücht von den ins Ausland transportierten Besitztümern eher falsch sein.
- Thaksin selbst residiert in einem Haus von Harrods-besitzer Mohamed Al-Fayed (55 Park Lane, London W1 ). Die beiden sind Freunde.
- Am Freitag wurde die Anti-Korruptions-Kommission (National Counter Corruption Commission, NCCC) neu eingesetzt, die sich ab Montag mit den “außerordentlich hohen” Besitztümern Thaksins und seiner Regierungsmitglieder beschäftigen wird.
- Neben der Militärregierung unterstützt auch die ASEAN, die Vereinigung der Südostasiatischen Länder weiterhin Surakiart Sathirathai in seinem Wahlkampf um den Posten als nächsten UNO-Generalsekretär .
- Der Inlandsgeheimdienst hat einen neuen Chef bekommen , Lt-General Vaipot Srinuan. Die Mitarbeiter sind nicht glücklich mit dieser Entscheidung, weil er kein Zivilist ist.
- Burma (Birma, Myanmar, je nach Regierung) hat die rund 100 gestrandeten Touristen und Thais nach Thailand zurückkehren lassen. Die Grenze bleibt weiterhin geschlossen.
- Das CDRM hat bekannt gegeben , dass es gegen ausländische Medien vorgehen wird, die nicht respektvoll über die Königsfamilie berichten. 15 Jahre Gefängnisaufenthalt stehen auf Majestätsbeleidung in Thailand.
Offizielle Website der Militärregierung
Das CDRM hat nun eine offizielle Website online, auf der unter anderem die Statements der Kommission (wenn ich das richtig sehe sind wir bei Nummer 20 angelangt) veröffentlicht werden. Die Informationen der englischen Version sind leider drei Tage alt.
15 verängstigte Farangs in einem klapperigen Bus
Mein gestriger Visarun war mal wieder einer der langweiligsten und gleichzeitig unterhaltsamsten. Langweilig sind sie immer, weil man jedes Mal anderthalb Stunden auf der Fähre sitzt und schläft um dann 4 Stunden im Bus zu sitzen und zu schlafen, kurz zu hoppen, 4 Stunden im Bus zu sitzen und zu schlafen und dann wieder 90 Minuten auf der Fähre verbringt und versucht nicht zu schlafen. Mein Hirn läuft dann derart auf Sparflamme, dass ich sogar an den Soaps auf Channel 7 interessiert sein kann, die auf der Fähre gezeigt werden. Gestern versuchte da ein verfluchtes Mädchen eine Stunde lang einem anderen Mädchen einen Ring abzunehmen, der dieses schützte. Das war verdammt aufregend…
Jedenfalls war die Mischung der Farangs diesmal sehr bunt. Ich fang mal auf der erfreulicheren Seite an: 2 asiatische Pärchen. Einmal Japaner, beide recht süß, die sich laut genug unterhielten um mich auf die Idee zu bringen, doch mal wieder eine Sprache zu lernen. Dann zwei Koreaner, die meine These von den schönen Frauen und den hässlichen nervenden Männern in Südkorea wieder untermauerte. Dann einige der typischen nicht einordenbaren Farangs die keinen Ton herausbringen und ein Franzose der aussieht wie der Sohn von Nipp und Tuck nachdem er die Transe verkloppt hat.
Und dann gab es einen Italiener der ein Paradebeispiel dafür abgeben musste, wie uninformiert man nur sein kann. Beim Abholen kam er in Boxershorts und Hawaiihemd ganz panisch und außer Atem angelaufen und erzählte eine haarsträubende Story wie kompliziert doch alles sei. Er sei seit drei Monaten in Thailand (!!!) und man sagte ihm, er müsse sein Visa verlängern. Dann hat er in Bangkok angerufen, die haben ihm aber nur gesagt, dass er auf einen Visarun müsse und er wisse ja gar nicht, was das sei und dann hat man ihm gesagt, er muss nach Myanmar. Da ist er in eines der Reisebüros gegangen und hat gefragt ob die nach Myanmar fahren und die haben ihm erklärt, dass Myanmars Grenze geschlossen sei weil sowas wie Krieg in Bangkok stattfindet (“They have something like war in Bangkok” sagte er doch tatsächlich) ob wir da was drüber wissen… Er schrie dann auch ständig auf, wenn neben dem Pickup ein Moped eine Fehlzündung hatte. Er sollte bloggen.
Der Bus auf dem Festland befindet sich auch in den letzten Lebenstagen. Zweimal hielt der Fahrer an, nahm einen großen Kanister und füllte an verschiedenen Öffnungen Öl nach und schraubte herum. Weshalb wir auch die 5pm-Fähre nach Hause verpasst haben (nicht dass ich mit der Malaysia-Tour jemals die 5pm geschafft habe, aber man kann ja Hoffnung erzeugen).
Die Grenze zu Malaysia selber war entgegen der Berichte der Medien über einen drastisch zurückgegangenen Tourismus und Grenzgängeraktivität im Süden übervoll und gut besucht (besser als beim letzten Mal). Viele der anderen Farangs waren auch sehr schlecht über die neuen Visabestimmungen informiert (dazu nachher mehr) und hatten ihr volles Gepäck dabei, für den Fall der Fälle (die neuen Visaregelungen gelten ab 1. Oktober). Der Nipp-Tuck-Franzose kam mit Tränen in den Augen zurück, so froh war er, dass sie ihn wieder reingelassen haben.
Wer mehr über das aufregende Leben verängstigter Farangs in Zeiten des Putsches erfahren will, kann sich mal diesen Bericht durchlesen (bis zum Ende) versuchen, dabei ernst zu bleiben. Dann weiss man, wie ich mich gestern zwischen 4 Uhr morgens und 8 Uhr abends gefühlt habe.
Ich bin schon ganz froh, wenn ich wieder ein ordentliches Jahresvisum in der Tasche habe.
Visarun (mal wieder)
Morgen fahr ich zur Butterfahrt nach Malaysia. Die Grenze zu Myanmar (mein präferiertes Borderrun-Ziel) ist immer noch geschlossen und um die 100 Farangs sitzen in Myanmar fest.
Und mir fiel auch wieder ein, warum ich Myanmar vorziehe. Der Pick-Up-Pickup nach Malaysia fährt morgens von Nathon aus im Uhrzeigersinn um die Insel um die Farangs einzupacken. Da ist meine Ecke als erstes dran und ich darf kurz nach Vier an der Straße stehen. Geht es hingegen nach Myanmar dann werde ich kurz vor Fünf aufgepickt. Das sind zwar nur um die 50 Minuten Unterschied, der ist aber gefühlt viel größer.
PS: Die News werde ich mit dem Mobile überwachen. Schöne neue Technowelt. Früher hab ich immer gemotzt, dass ich Handies nur zum Telephonieren benutze.
Englischsprachige Newsquellen aus Thailand
Die folgenden englischsprachigen nationalen Newsseiten kann ich empfehlen, wenn es darum geht, einen halbwegs ausführlichen aktuellen Bericht aus Thailand zu bekommen. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass alle Medien aufgefordert sind, putschkritische Berichterstattung zu zensieren.
Unter ict.go.th soll eine Webseite erreichbar sein, die aktuelle Meldungen des CDRM bringt und von der Armee direkt geführt wird. Ich habe die Seite bisher nicht aufrufen können. Der Fehler “Server not found” kommt derzeit bei allen zensierten Seiten. Eventuell ist auch einfach nur der Link falsch (warum sollten sie sich selbst zensieren?). Ich bin noch auf der Suche.
Das National News Bureau ist die offizielle Newssite der Regierung und eigentlich immer ein verlässlicher Lieferant aktueller Neuigkeiten gewesen. Seit dem Putsch sind sie mit der Veröffentlichung der Meldungen sehr langsam aus verständlichen Gründen. Man kann die Seite aber nutzen, um herauszubekommen, welche der vielen Meldungen der letzten Tage offiziell sind und welche eher Gerüchte und Meinungen.
The Nation Online ist die Onlinezeitung der Nation, einer der zwei großen englischsprachigen Tageszeitungen in Thailand. Sie haben eine sehr aktive aktuelle Berichterstattung, die manchmal etwas zu euphorisch und extrem thaksinkritisch ist. Das war sie auch in der Zeit vor dem Putsch.
Die Bangkok Post Online ist der Onlineableger der zweiten großen englischsprachigen Tageszeitung Thailands. Sie waren immer etwas thaksinfreundlicher als The Nation, kritische Meldungen gab es aber auch hier immer. Leider haben sie keine permanent erreichbaren Links und kein Archiv für ihre Meldungen nur ein seltsames Archiv aus dem man die Volltexte der aktuellen Meldungen beginnend von gestern mit Anmeldung lesen kann (siehe Kommentar 1 ) und irgendwie macht der Stil und die Frequenz ihrer Meldungen derzeit auf mich den Eindruck, dass sie nicht sehr zufrieden mit der aktuellen Situation sind ;]
TNA English News (Thai News Agency) ist eine Newssite von MCOT, einer Mediengruppe die an UBC und anderen Radio- und Fernseh-Sendern (Channel 9) und Sendergruppen beteiligt ist und einige Zeitungen betreibt. Die News hier sind meistens sehr gut recherchiert und ausführlich, aber leider auch recht spät online. Es geht größtenteils um finanzielle Belange und Businessthemen.
Updates
Die Ereignisse der letzten Stunden
- Sonthi hat von Seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej die Beglaubigungsurkunde als Führer der Militärregierung erhalten. Dazu wurde um 12 Uhr eine auf allen (thailändischen) Sendern übertragene Zeremonie durchgeführt.
- In Chiang Mai sind heute morgen die ersten Militärkonvois eingetroffen. Das war zu erwarten weil hier Thaksins Heimat und sein Wahlbezirk ist. Sowohl der Bürgermeister als auch der Gouvernor von Chiang Mai sind mit Thaksin verwandt.
- In Bangkok werden heute von 9 bis 15 Uhr die Einheiten ausgetauscht .
- Parkranger, die von Yongyuth Tiyapairat, dem ehemaligen Umweltminister und Vertrauten Thaksins, befehligt werden, wurden entwaffnet .
- Die Reshuffle-Liste — ein Gerüchtegarant der letzten Monate — wird vorerst nicht dem König zur Bewilligung übergeben . Es handelt sich dabei um einen regelmäßigen Vorgang, bei dem militärische Führungsposten umbesetzt werden. Soweit ich das verstehe wird das einmal jährlich durchgeführt und wurde regelmäßig von Thaksin benutzt, um Freunde aus der Zeit seiner Militärausbildung an wichtige Posten kommen zu lassen. Der letzte Reshuffle wurde außergewöhnlich früh dieses Jahr gestartet und es wird gemunkelt, Thaksin habe damit Sonthi jegliche Macht nehmen wollen. Die Liste wurde Anfang dieser Woche fertig gestellt und hätte nur noch vom König unterschrieben werden müssen.
- Eine Gruppe namens “Oxford Initiative”, Thaistudenten aus Oxford, hat sich gegen den Putsch ausgesprochen . Gleichzeitig sagen sie aber, dass die Meinung über den Putsch unter den thailändischen Studenten in Oxford sehr geteilt ist: “There are three kinds of Thai students at Oxford at the moment. The first group are optimistic students who wish Thailand should have resolved its crisis constructively and democratically. The second group are disappointed with the state of Thai politics in general and the way the Thai military tore apart the People’s Constitution, in particular. The third group follow the mainstream. Students in the UK are relatively quiet at the moment because they lack avenues to voice their views given the tense political climate.'
- Die News auf Channel 9 haben die zweite Hälfte vom “Song of life” von Leftfield als Schlußmelodie.
Anti-Putsch-Bewegung
Um 07:18 Uhr: Es soll unter 19sep.org eine Antiputschwebsite geben. Von hier aus ist sie nicht erreichbar (Server nicht gefunden). Es wird Zeit die einschlägigen Tools zu installieren.
Update um 11:00 Uhr: Nun ist die Seite erreichbar, hat aber keinen Inhalt und keine Fehlerseite. Bin gespannt was wir heute Abend lesen können.
Update um 13:45 Uhr:
Die Seite musste auf Forderung des Kommunikationsministeriums geschlossen werden. Es gibt eine Online-Petition die das CDRM auffordert die Zensur einzustellen und nicht gegen Demonstranten vor zu gehen.
Gleichzeitig ruft die Gruppe zu einer Demonstration heute Abend 18 Uhr am Siam Paragon Center auf. Da scheint die Gewalt schon vorprogrammiert.
Interessanterweise wird die Gruppe von Thongchai Winichakul, einem thailändischen Professor von der University of Wisconsin-Madison, USA vertreten.
Ich finde auch, dass es keine Zensur geben darf und Gegner des Putsches frei reden dürfen sollten. Allerdings ist der offene Aufruf zu Gegendemonstrationen im vollen Wissen, dass gegen politische Meinungsäußerungen von mehr als 5 Leuten gleichzeitig vorgegangen werden soll, nicht sonderlich subtil. Ich bin gespannt, ob Thongchai in Thailand ist oder aus den Staaten heraus propagiert. Und ich bin gespannt ob das Militär das Gebiet vorher absperrt oder die Lage eskalieren lässt. Vielleicht bleiben sie aber auch ruhig. Das wäre dann eher ein Sieg für das Militär.
Sonthi Boonyaratglin
Schulfrei
Heute morgen halb neun standen plötzlich die beiden Kinder meiner Hausbesitzer vor der Tür und fingen an, mit Pokki und Soosie zu spielen. Das kommt häufiger vor, allerdings nicht unter der Woche und nicht halb neun. Da sind sie normalerweise in der Schule. Der Kleine (3) macht irgendeine Art Vorschule — er hat mir von meinem Thaialphabetplakat die Namen der Buchstaben vorgelesen — und der Große (8?) ist in der normalen Schule.
Sie spielten vor sich hin und ich fragte den Großen dann “Mai bpai tii wongwian wuan nii?” Was heißen sollte ob sie denn nicht in die Schule gehen heute. Bei wongwian war ich mir nicht so ganz einig, ob das das Wort für “Schule” war und da das Wort für Hotel ähnlich klingt, murmelte ich es einfach undeutlich vor mich hin. Er meinte dann “mai bpai. biiiiit!!” Dann folgte ein Redeschwall aus dem ich nur Rattaphrahaan verstanden habe, das Wort für Putsch.
Die Schulen auf Samui (oder zumindest die von Maenam und Ban Thai) sind also noch geschlossen.
Jetzt eben sind die Kinder am Haus vorbeigezogen und haben mit Kondomen gespielt, die mit Wasser gefüllt waren. Soso. Ist also überall das Gleiche.
Updates
Die Ereignisse der letzten Stunden
- Die Website von Thai Rak Thai ist offline. Entweder zensiert, dann ist sie nur von Thailand aus nicht erreichbar, oder komplett vom Internet genommen.
- Das CDRM hat einen neuen Geheimdienstchef , Lt Gen Waipoj Srinual, der bisher im Inlandsgeheimdienst tätig war, eingesetzt.
- Eine Umfrage in ganz Thailand (durchgeführt von der Suan Dusit Universität) bringt ein (für mich) interessantes Ergebnis. 84% der Thais unterstützen den Putsch, auf dem Land 86% und in Bangkok 82%. Ich hätte es genau anders herum und weiter auseinander vermutet. Nur 5% der Befragten denken, dass sich die politische Situation im Lande durch den Putsch verschlechtern wird, wärend 75% eine Verbesserung erwarten.
- Die Bangkok Post berichtet , dass Thaksin in London an einer Exilregierung arbeitet.
- Heute abend soll eine Gegendemonstration der Organisation “19 September Network against Coup d’Etat” (das sind die Leute, die 19sep.org ins Leben gerufen haben) stattfinden. “Peaceful gathering” nennen sie das. Ich glaube aber, dass es vom CDRM als politische Veranstaltung angesehen werden wird.
Hinter den Kulissen
In der The Nation kann man einen Bericht über die Vorgänge am Dienstag hinter den Kulissen lesen. Das ist zwar ein subjektiver Bericht ohne jegliche Beweise, klingt aber sehr interessant. Vor allem die Behauptung es würde Gewalt bei der Demonstration erzeugt werden klingt sehr glaubwürdig. Es gab solche Vorfälle schon eher. Es blieb aber immer gewaltlos, weil die PAD ausdrücklich auf Gewalt verzichten wollte.
(Thanong Khanthong, der Autor dieses Artikels ist der Editor von The Nation.)
The General Sonthi camp learned that during the PAD rally, Yongyuth Tiyapairat and Newin Chidchob were planning to rally their supporters to create an ugly scene at the Royal Plaza. During the ensuing commotion, there would be human casualties. Thaksin would then have stepped in and declared a state of emergency, placing the country under martial law.
…
Once the situation was under his complete control, Thaksin had planned to fly back yesterday in order to declare victory over anti-democratic elements in society. He had a military reshuffle list in hand that would have further consolidated his control over the military. With that accomplished, everything would have been easy. Virtually all institutions in the country would have been under his directive.
…
Thaksin’s wife Khunying Pojaman Shinawatra was supposed to take a 12am flight to Singapore on Tuesday night. She quickly changed her flight to 9pm. Well, Gen Sonthi had to let her off the hook.
Twenty-five minutes later, knowing that his wife was safely on an aircraft bound for Singapore, Thaksin read out his state of emergency address from his New York hotel room, effectively sacking General Sonthi.
But an hour later, General Sonthi declared a counter-coup to overthrow the Thaksin regime and tear up the Constitution.
Weitere Gegenputschgerüchte
Es gibt immer noch Gerüchte über die Möglichkeit eines Gegenputsches.
Sources said the Military Council for Political Reform, as the generals are calling themselves, were not fully at ease because some of ousted Prime Minister Thaksin Shinawatra’s key ministers were gathering at air force bases.
The group included Defense Minister General Thammarak Issarangkura Na Ayutthaya, Air Chief Marshall Kongsak Vantana and Police General Jumpol Manmai, who is the head of the National Intelligence Agency.
[via The Nation
Myanmar hat die Grenze geschlossen
Ooops. Und, ehm, falls mir Fäkalsprache erlaubt sei, ehm, Shit!!! Ich muss am Wochenende auf einen Visarun. Und Myanmar hat die Grenzen geschlossen.
Das sieht herb nach Malaysia aus. Morgen also ist großer Visainformationstag in der die schreiBBloga.de .
Ehm, und was ich noch sagen wollte…
Ehm. Eigentlich wollte ich gar nichts sagen. Denn eigentlich ist mir die Meinung anderer relativ egal. Aber wenn die Volksfront von Judäa das Administrative Reform Council eine korrekte Betitelung als The Council for Democratic Reform under Constitutional Monarchy fordern darf dann kann auch ich nicht zurück stehen.
Ein kleiner Hinweis am Rande. Ehm. Achtung, hier kommt er: die schreiBBloga.de. Merkt ihr was? Wenn man das am Stück ausspricht, dann klingt das wie “die Schreibblockade”. Das ist wenn man nicht weiß, was man schreiben soll. Mit dem g statt des ck wird ein Wortspiel daraus. Quasi lustig. Fand ich im Dezember 2004.
Mich würde dann doch interessieren, was sich manche Verlinker denken, wenn sie auf ein Blog (datt is ein Tagebuch, kein Blog) namens schreibbloga (oder gar die.schreibbloga) verweisen. Dass es sich um eine Transkription aus dem Thailändischen handelt? Nene… so gut konnte ich kein Thai, bevor ich hier her kam. Das Ding heisst wirklich “die schreiBBloga.de”. Gerne verlinkbar mit “Wie ich auf der die schreiBBloga.de lesen durfte putscht man mal wieder in Thailand”.
Und jetzt noch die Beschwichtigung, dass mir das eigentlich wirklich egal ist. Ich bin nur kurios, wie man auf die unge.de.te Version kommen mag.
Die Ruhe nach dem Sturm. Die Ruhe vor dem Sturm.
Der vor zwei Tagen durchgeführte bisher gewaltlose Putsch scheint “vorbei” zu sein. Zumindest die latente Bedrohung von gewaltsamen Gegenreaktionen durch Bevölkerungsteile, die der alten Regierung zugeneigt waren, ist gebannt. Die Reaktion des Königs auf den Putsch wird auch von Thaksins Befürwortern anerkannt. Wie öfters erwähnt waren das genau 50% der Bevölkerung. Vor allem die sehr armen Menschen im Isaan und andern nördlichen Regionen haben von Thaksins Regierung (zu Beginn der Thaksin-Zeitrechnung) sehr profitiert und befürchten nun herbe Rückschläge. Aber was der König sagt ist Gesetz und alle Thais respektieren das. Man hört aber wenig aus den ärmeren Gebieten. Falls Gegendemonstrationen stattfinden wird das nicht in den News gebracht. Man hört auch wenig Meinungen aus Regionen weiter weg von Bangkok. Ich glaube, dass hier Information unterdrückt wird.
Der Tag verlief ruhig. Zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass die Informationsflüsse, die in den 24 Stunden nach dem Putsch sehr sprudelten, abebbten. Der vermutliche Grund dafür (das ist jetzt nur meine Spekulation) war wohl die Forderung des CDRM, keine den Putsch schädigenden Meldungen zu veröffentlichen und die Meinungsbekundungen zu zensieren. Inzwischen gibt es aber wieder Informationen in Massen.
Gerüchte gab es in den vergangenen 48 Stunden viele. Gegengerüchte auch. Über Gegenputsche, Thaksins Pläne, plötzliche massive Geldflüsse am Dienstag Nachmittag, die “wahren” Hintermänner des Putsches. Die Lage ist aber ruhig. Und Gerüchte sind immer gute Gesprächsthemen.
Es darf also davon ausgegangen werden, dass es auch in der nun folgenden Übergangsphase keine Gewalt geben wird. Nur 2 der 20 Putsche, die in den vergangenen 80 Jahren Thailands Gesellschaft erschüttert haben, sind blutig ausgegangen. Trotzdem: Diesen Putsch als lapidar oder geringe Bedrohung hin zu stellen (wie einige Farangs hierzulande in ihren “Blogs” zu verkünden meinen müssen) zeugt von extrem niedriger Intelligenz, sowohl emotional als auch intellektuell. Viele Menschen sind extrem unsicher und verängstigt, was die Zukunft angeht. Persönliche Sicherheit und Stabilität ist einer der Eckpfeiler der thailändischen Gesellschaft.
Auch Thaksin sollte nicht unterschätzt werden. Er ist nur verwundet, nicht besiegt. Und Geld regiert immer noch die Welt. Auch hier.
20 Putsche in rund 80 Jahren? Es wird wohl in 4 Jahren wieder eine solche Eintragsflut in meinem kleinen unbedeutenden Blog geben. Ich bin gespannt wie es weiter geht. Aber alle die sich um mich Sorgen gemacht haben können nun wieder ruhig schlafen. Wirklich.
Lärmverschmutzung
Normalerweise hab ich ja einen Ordner, in dem Einträge “wo geschrieben und nicht veröffentlicht weil grad nicht passend” abgelegt werden und in dem ich dann alte Perlen finde, die ich löschen kann weil sie völlig veraltet sind. Das folgende Teil will ich euch aber nicht vorenthalten. Kurz vor seiner Fertigstellung wurden am Dienstag die Fernsehsender abgeschaltet. Seither ist es eher ruhig hier.
a) Seit einer Woche holzt man etwa 50 Meter weit entfernt Palmen ab um dringend benötigten Raum für Gebäude zur touristischen Verwendung zu schaffen.
b) Die Nachbarn mit der Kokosnussfarm haben vor zwei Wochen Hühner (rund 10) und Hähne (drei) angeschafft, die gerne um unser Haus herum scharren und krähen.
c) Die Nachbarn mit der Kokosnuss- und Geflügelfarm haben vergangenen Freitag Schweine angeschafft, die ständig quiecken, als ob sie abgeschlachtet werden.
d) Zwei Thais mit nacktem Oberkörper mähen Rasen seit Samstag. Mit einem Rasenkantenschneider.
e) Seit Montag wird unsere Straße asphaltiert. Ein Bagger fährt hin und her und macht alles platt.
f) Ungefähr 30 Meter entfernt wird ein Holzhaus gebaut. Dazu sägt man den ganzen Tag Holz und hämmert herum.
g) Im Baum vor meinem Haus nisten zwei Vogelfamilien. Erst bekriegten sie sich in Revierkämpfen und nun tschilpen die hungrigen Kücken den ganzen Tag.
a bis g erzeugt einen solchen Geräuschteppich, dass ich abends, wenn alle schlafen und nur die Zikaden draussen ihr Unwesen treiben, Kopfschmerzen bekomme, weil meine Trommelfelle nicht mehr vibrieren. Es stört nicht wirklich. Aber man gewöhnt sich so sehr daran, dass Stille unangenehm wird.
Updates
Die Ereignisse der letzten Stunden
- Das ARC heißt jetzt CDRM. Das “The Council for Democratic Reform under Constitutional Monarchy” will bei seinem vollen Namen oder als CDRM abgekürzt genannt werden. Man will damit vermeiden mit Gremien verglichen zu werden, die vorherige Putsche durchführten, beispielsweise dem “National Peace-keeping Council” von 1992 (einer der beiden Putsche die bisher blutig endeten). Außerdem sollen Medien auf Sensationsberichte über den Putsch “verzichten”. (Bin ich Medium? Schreib ich sensationell?)
- Parteien dürfen weiterhin bestehen, aber keine Veranstaltungen durchführen. Neue Parteien dürfen “zu einem zukünftigen Zeitpunkt” wieder registriert werden.
- Zensur ! Wie bereits berichtet wird kräftig zensiert. Unter anderem sollen alle Medien ihre Messageboards nach provokativen Kommentaren überwachen und SMS-Laufbänder unter den Fernsehsendern ausschalten. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich es halten soll. Mein Blog liegt auf einem deutschen Server. Das Schlimmste was also passieren kann ist, dass es hier geblockt wird. Trotzdem versuche ich mich mit Gerüchten über die wahren Hintermänner des Putsches zurück zu halten.
- Thaksin nimmt in London “seine verdiente Auszeit” und fordert baldige Neuwahlen.
- Der ehemalige stellvertretende Premierminister Surakiart Sathriathai hat sich beim CDRM bedankt für die Unterstützung bei seiner Kandidatur um den Posten des UNO-Generalsekretärs. Ich finde das immer noch recht seltsam, denn er ist der einzige aus der alten Regierung, der irgendwie unterstützt wird. Der Rest wurde vorerst verhaftet oder ist untergetaucht.
- Im Nordwesten hat man rund 300 Community-Radiostationen auf Anweisung des CDRM geschlossen . Als Begründung hat man angegeben, Thaksin keine Möglichkeit zur Aussendung von Ansprachen zu geben. Die Aktion wurde nicht wohlwollend aufgenommen und es gab Aufrufe zu Pro — Thaksin — Demonstrationen kurz vor der Abschaltung.
- Die PAD (The People’s Alliance for Democracy, die Organisation, die hinter den regelmäßigen Massendemonstrationen gegen Thaksin stand) ist heute aufgelöst worden, weil sie ihre Ziele (Entmachtung Thaksins) erreicht hat.
- Ein aus New York kommende Flugzeug der Thai-Airways wurde von Militär durchsucht . Unter anderem saßen an Bord 20 Mitglieder der alten Regierung.
- Das CDRM hat verschiedene Leute angesprochen, ob sie in der zukünftigen Interims-Regierung (angepeilt ist eine zivile Regierung in zwei Wochen) mit zu arbeiten.
- Und nun eine Meldung die vor allem meine weiblichen Leser tief treffen wird: Robbie Williams hat sein Konzert in Bangkok abgesagt.
- Ich durfte einen Gastbeitrag für das Travelblog schreiben: Zur Lage in Thailand — das ist größtenteils ein Remix der Meldungen hier. Web 2.0ler mögen das Mashup nennen.
Spannungen
Die offiziellen Meldungen behaupten, dass Panzer abgezogen werden und die Lage entspannt ist. Allerdings häufen sich die Hinweise, dass die Armeeführung durchaus nicht entspannt ist und weiter Militär nach Bangkok zieht. Es geht das Gerücht von einem in Planung befindlichen Gegenputsch um.
Das ARC hat die Medienvertreter nochmal darauf hingewiesen, ihre Berichterstattung angemessen zu halten und zu zensieren. Viele Thaisender haben Laufbänder am unteren Rand auf denen SMSse, die an die Redaktionen geschickt werden können, angezeigt werden. Die Möglichkeit der Meinungsäußerung darf nicht mehr angeboten werden.
Einige Bekannte mit Webseiten aus und über Thailand berichten über Logeinträge mit Besuchern vom Ministry of information and communication technology (der Internetbehörde, auch gerne Internetzensurbehörde genannt). Webseiten die innerhalb Thailands gesperrt sind, werden auf diese Seite weiter geleitet. Es handelt sich hierbei größtenteils um Pornoseiten, aber auch um das Königshaus kritisierende Seiten.
Das Internet scheint immer noch relativ instabil. Heute morgen und jetzt gerade sind thailändische Webseiten nicht erreichbar.
Strategie
Das ARC behält seine Strategie, wichtige und eventuell Aufruhr erzeugende Erlässe in der Nacht zu präsentieren, bei. Einerseits bekommen so weniger Menschen mit, was passiert und die Wahrscheinlichkeit für Aufruhr sink und andererseits bekommen jene, die die Erlasse betreffen es schwerer mit.
Seit gestern Abend wurden viele Mitglieder der ehemaligen Regierung verhaftet oder wurden auf die Fahndungslisten gesetzt. Interessanterweise ist auch das ein reichlich selektiver Vorgang. Surakiart, der Stellvertreter Thaksins, bleibt weiterhin im Rennen um den UNO-Generalsekretärsposten.
Die Redaktionen der englischsprachigen Zeitungen jedenfalls scheinen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auch kollektiv wach geblieben zu sein, denn heute Nacht sind die (englischsprachigen) News spärlich gestreut.
Zitat des Tages
People upset by the coup were TV addicts cut off from all their programmes, including UBC.
[via The Nation
Die Stimmung am Abend
Bei der abendlichen Mopedrundfahrt ist mir aufgefallen, was mir schon am Nachmittag zu denken gegeben hat (ich hab es aber vergessen zu schreiben): Keine Polizeipräsenz!
Ich finde das bedenklich. Normalerweise findet man auf der Beachroad in Chaweng immer Polizisten, welche die üblichen Taschendiebe beobachten und Sicherheit simulieren sollen und auf der Ringroad die Pickups der Polizei und Motoradpolizisten. Zur Zeit ist niemand zu sehen. Selbst der Checkpoint in Bophut ist leer. Einbrecher dürften heute optimale Ergebnisse einfahren.
Das ARC hat zwar angewiesen, dass Polizei und Militär in den Kasernen bleiben soll um keinen Aufruhr zu erzeugen, aber der Status Quo sollte doch erhalten bleiben, finde ich.
Ansonsten ist es sehr ruhig in meiner Ecke der Insel. Die Karaokebars in Maenam sind stumm. Die drei Ladybars in der Nähe der Ayudhya-Bank, die sich normalerweise gegenseitig mit Techno beschallen sind stumm. Die kleinen Bars der Thais sind stumm.
Hier und da sieht man Thais zusammen sitzen und sich leise unterhalten. Ich finde es lustig, dass es meistens genau 6 Thais sind. Wollen sie das Kriegsrecht austesten? Erlaubt sind nur Menschenansammlungen von 5 Personen. Normalerweise geht es bei solchen Gelegenheiten recht laut her. Die Restaurant sind leer. Die Bediensteten sitzen zusammen und unterhalten sich.
Alle drehen sich nach mir um, wenn ich vorbei fahre. Ob es am fast nicht mehr existierenden Verkehr liegt oder daran, dass ich mir selbst schon wie ein Spanner vorkomme weiß ich nicht. In den Ladybars sitzen die Ladies und jubeln mir zu. Ob sie feiern oder es eine Einladung sein soll weiß ich nicht.
Eine gespenstige Stille ist das. Selbst die Frösche und Zikaden scheinen verstummt zu sein.
Und immer noch sieht man nahezu keine Farangs.
Updates
Die Ereignisse der vergangenen Stunden:
- Ich war zuerst ein wenig verwundert über die prognostizierten Neuwahlen erst im Oktober nächsten Jahres. Aber eigentlich ist es logisch: Bis dahin muss eine neue Verfassung geschaffen werden auf deren Grundlage gewählt werden kann.
- Es ist mehr Militär in Bangkok aufgelaufen. 10 weitere Panzer und 100 Soldaten aus Phechabun
- Surapol Kiartchaiyakorn von Thai Rak Thai wird in Chiang Mai verhaftet. Deputy Police Commissioner-General Pol Col Priewphan Damapong, der Schwager von Thaksin meldet sich freiwillig. Thawee Kraikupti von Thai Rak Thai demonstriert in Bangkok gegen den Putsch und wird abgeführt. Gegen weitere frühere Funktionäre werden Haftbefehle erteilt. Das steht im krassen Widerspruch zu einer Äußerung Sonthis heute morgen, dass die Mitglieder der alten Regierung unbehelligt bleiben.
- Die Angaben zu Thaksins Plänen widersprechen sich, klingen aber interessant. Er soll das Exil in London in Erwägung ziehen. Das ist plausibel, weil er seit einiger Zeit dort Landbesitz hat. Dieses Ziel war schon bei früheren Auslandsreisen Gerücht. Manche Berichte sagen, dass seine Besitztümer in Thailand eingefroren sind, andere, dass dem nicht so ist. Gerüchte von gestern sagen, dass die Besitztümer bereits zum Wochenbeginn das Land verlassen haben.
- Das öffentliche Leben soll morgen normal weiter gehen. Banken, Schulen und öffentliche Einrichtungen werden ihren Betrieb wieder aufnehmen.
- Die eben gewählte Wahlkommission wurde gemeinsam mit der Verfassung wieder aufgelöst.
- Sonthi bestätigt, dass seit zwei Tagen der Putsch definitiv geplant wurde, vorher wurden geheime Gespräche diesbezüglich geführt.
- Thaksin meldet sich auf der Abreise nach London mit folgenden denkwürdigen Sätzen: “I didn’t expect that this will happen. I came here as prime minister but left as an unemployed man. That’s fine that no one gives me job. I volunteered to work but the didn’t want to give me job, so it’s fine.” Seine Frau bleibt vorerst in Singapore. Von seinem Sohn, der verhaftet worden sein soll, hört man nichts Neues, seine Töchter, die sich in Bangkok aufgehalten haben sollen, sind “verschollen”.
- Der König bestätigt Sonthi als Vorsitzenden des ARC.
- Das Fernsehprogramm auf den Thaikanälen wird weiterhin regelmäßig für Mitteilungen des ARC unterbrochen.
- Das ARC unterstützt <txp:gho_permalink id=“802”>Surakiarts Kandidatur für den Posten als UNO-Generalsekretär</txp:gho_permalink>.
In eigener Sache
Wer die Seiten hier im Feedreader liest sollte eventuell mal online vorbei kommen und checken, ob ihm was entgangen ist. Ich glaube ich habe mehr Output produziert als der Feed halten kann. Allerdings habe ich die Feeds jetzt auch erst einmal auf 15 Items hochgeschraubt. Einfach mal checken. Und dabei die schöne Tapete bestaunen ;)
Der König bestätigt Sonthi als ARC-Präsident
Wow. Das ging aber schnell. Der König hat Sonthi als ARC-Präsidenten bestätigt und damit indirekt dem Putsch seinen Segen gegeben.
Gerüchte
Der Gouvernor der Bank of Thailand Pridayadhorn Devakula soll der kommende Premierminister werden . Oder auch nicht .
Derweil sind weitere Soldaten auf dem Weg nach Bangkok und in zwei Wochen soll eine zivile Regierung eingesetzt sein . Neuwahlen sollen im Oktober nächsten Jahres möglich sein.
Der Putsch – Samui-Style
Das mit dem Schlafen hat nicht funktioniert, also habe ich mich kurzentschlossen auf eine Rundreise durch den nordöstlichen Teil Samuis gemacht (Bophut, Bang Rak, Airport, Chaweng und über Bophut zurück) und ein paar Leute befragt, die mir über den Weg liefen. Anschließend musste ich noch Soosie duschen, weil sie ihre fäkale Phase aktiv ausüben und ihre Nase in die Häufen anderer Hunde stecken musste. Buchstäblich. Nun aber wieder zum Tagesthema.
Stellen Sie sich vor, man putscht. In Thailand. Die Armee übernimmt die Macht und ruft einen Feiertag aus, um die öffentliche Ordnung zu erhalten und Unruhen zu vermeiden. Ich setze mich gelassen und totesmutig auf der kleinen Insel Samui im Golf von Thailand auf mein Moped und beginne, den Putsch zu suchen.
Dem ungeübten Auge könnte entgehen, dass wir putschen (ich nutze hier das kollegiale wir mal aus rein rhetorischen Gründen). Wenn man aber eine Weile auf der Insel gelebt und den Rhythmus und die Leute kennen gelernt hat, dann sieht man sehr wohl den Putsch in den vielen kleinen Details die das Bild und den Tag von anderen unterscheiden.
Was mir zuerst auffällt ist der starke Verkehr. Ganz Samui scheint auf den Beinen zu sein — der thailändische Teil. Ein verkehrstechnisch gesehen gefühlter später Sonntagnachmittag. Trotzdem vermisse ich die Touristenscharen. Die Straßenränder an den Ressorts stehen voller Mopeds. Ein paar Minibusse fahren herum.
Viele Thais tragen ihre gelben Hemden. Normalerweise werden diese nur noch Montags getragen, dem Geburts-Tag seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej. Ich vermute, dass sie damit ihrer Unterstützung für die Putschisten Ausdruck verleihen wollen. Die Banken sind geschlossen. Die Bank von Ayudhya hat in die Fenster ihrer Filialen große Schilder mit dem Symbol des 60. Thronjubiläums gestellt. Andere Banken haben Zettel mit dem Symbol an die Türe geklebt. Eine ungesprochene Absprache hat über Nacht eben dieses Zeichen zum Symbol des Putsches gemacht. Vermutlich weil die ganze Nacht die Propagandavideos zum Jubiläum liefen.
In Bang Rak bemerke ich die ersten Anzeichen einer sinkenden Konjunktur: eine Ladybar-Lady will mir einen großen orangenen Luftballon andrehen. Normalerweise ignorieren sie mich hier aus Altersgründen. Ich lehne dankend ab (orange mag ich nicht). Die meisten Bars sind untypisch leer in Bang Rak, dem Vergnügungszentrum für die senileren unter den Sextouristen.
Ich fahre weiter. Am Airport ist gerade ein Flieger aus Bangkok angekommen und die Touristen sehen ein wenig angespannt aus. Allerdings glaube ich mich erinnern zu können, dass ich auch angespannt ausgesehen haben muss als ich auf die Insel kam. Es ist heftiger Verkehr. Ich frage einen Trillerpfeifen-Wächter an der Ausfahrt ob denn heute irgendetwas anders sei als sonst, verlassende Touristen, weniger Ankommende? Mai tschai ruft er. Same same every day.
Ich fahre weiter, nehme die Abkürzung nach Chaweng. Hier ist es verhältnismässig ruhig. Wenige Tourisen auf den Straßen, die meisten davon Koreaner (wo kriegen diese süßen Frauen nur immer diese extrem häßlichen Männer her?) und europäische Tweens/Thirtees. Nach einer Weile registriere ich, was anders ist: Die Touristen sind alle korrekt gekleidet. Keine freien Oberkörper. Keine Tangabikinis. Es scheinen sich nur die Touristen herauszutrauen, die sich vor ihrer Reise mit der Kultur und der aktuellen Situation Thailands beschäftigt haben. Die Ballermann- und Strandtouristen glauben den Warnungen der Auslandsämter. Ein Plus für den Putsch. Ein Minus für die Gewerbe auf der Insel.
Der Preis für das VIP-Ticket nach Bangkok ist auf 350 Baht (um die 7 Euro) gesunken. Gestern Morgen war er bei 641 Baht.
In den Fernsehern der Bars sehe ich die Sprecherin von heute Nacht weitere Ankündigungen machen und entscheide mich für die Heimfahrt. Vorher muss ich noch an der Tankstelle vorbei (dieser Tank ist immer dann leer, wenn ich weder Geld noch Zeit und Lust zum Tanken habe). Der Tankboy lächelt mich an und fragt “You hear about what army make in Bangkok?” Ich sage “Yes. And what do you think about it?” Er denkt eine kleine Weile nach und sagt dann “Is good. Thaksin not do good for Thailand. Now he gone and everything good.” Er ist höchstens 15 Jahre alt. Erstaunlich gutes Englisch denke ich mir. Die Frau in der Schlange hinter mir fragt mich, ob ich den Coup gut finde. Meine Meinung ist zu ausführlich und kompliziert um es ihr auf die Schnelle zu sagen, also verlasse ich mich auf ein “I think it will be a better future for Thailand.” Sie meint, sie mag den Putsch nicht, weil heute keine Kunden kamen. Aber sie glaube auch, dass es gut für Thailand ist. Und mai pen rai, dass keine Kunden heute kommen. Oder morgen. Bald kommen sie wieder. Das war bisher immer so. Sie arbeitet in einem Massagesalon.
Ich fahre nach Hause. Der Verkehr ist dicht. In Maenam hat es einen Unfall gegeben. Ein Truck ist auf einen kleinen neuen weißen Honda aufgefahren. Der Honda hat noch das rote Nummernschild für Neuwagen. Die Besitzer werden sich ganz sicher lange an diesen Tag erinnern.
Zuhause angekommen finde ich meine Hausbesitzer arbeitend im Garten. Sie sprechen zu schlecht Englisch und ich zu schlecht Thai um über den Putsch zu reden. Wir verabreden uns auf Abends, wenn Fu da ist. Sie lächeln und sind entspannt.
Ein Tag wie jeder andere für die Insel. Und doch ist alles anders. Der Unterschied liegt in den Details. Und darin, dass ich mal wieder die Sonnencreme vergessen habe. Nun bin ich rot und kann keine Miene verziehen ohne dass das Leder knarrt.
Informationskrise
Fu hat sich entschieden, den freien Tag in der Bank schlafend zu verbringen. Ich meinte daraufhin, dass ich eigentlich auf sie warte, damit sie mir die Mitteilungen und Nachrichten übersetzt. Das kanzelte sie mit einem “You can use the internet” ab und lachte. Wenigstens habe ich dann eine Ausrede wenn sie heute abend fragt, warum ich immer noch keinen Job habe.
Hmmm.
Hab ihr grade ne SMS geschrieben, dass ich nachher nach Bangkok reisen will um das Ganze vor Ort zu beobachten.
PS: Erst mal zwei Stündchen schlafen. Die Nacht war kurz. Eigentlich inexistent mit einer Stunde Schlaf.
Update um 14:30 Uhr: Verdammt, sie ist zu clever. Ihre Antwort lautet “You can go. Go!!! :P”. Ich versuchs mal mit der “die Hunde vermissen dich”-Masche
Updates
- Ein Freund in Bangkok wohnt an Rama 9 (das dürfte eine der Schnellstraßen sein) und sagt vor seinem Building steht ein Panzer und bewaffnetes Militär. Der Pizzadienst geht ein und aus und niemand traut sich nach draussen.
- Sondhi Limthongkul (Thaksins Busenfeind) hat den Coup gut geheißen und die für heute Abend angesetzte Demonstration abgesagt.
- Es hagelt Mitteilungen und das Programm der Thaikanäle wird ständig unterbrochen:
- Nr. 5: Schüler und Studenten sind eingeladen, am Reformprozess teilzunehmen und Vorschläge für Reformen an die Kommission zu senden.
- Nr. 6: Das ARC (jetzt heisst es Administrative Reform Council) teilt den Farmern mit, dass ihre Probleme beachtet würden und sie nicht demonstrieren sollen (die Farmer sind Thaksins Wähler).
- Nr. 7: Politische Menschenansammlungen von mehr als 5 Personen sind verboten.
- Nr. 8: Das ARC wird alle Abkommen mit anderen Staaten und der UNO einhalten.
- Nr. 9: Es werden drastische Massnahmen gegen Händler angekündigt, die Waren horden.
- Nr. 10: Das ARC will mit den Massenmedien zusammenarbeiten um eine korrekte ausführliche Berichterstattung über die aktuellen Vorgänge zu ermöglichen.
- Nr. 11: Die Posten innerhalb des ARC werden wie folgt verteilt:
- Supreme Commander Gen Ruangroj Mahasaranon — chief adviser of the ARC
- Army Commander-in-Chief Gen Sonthi Boonyaratglin — chief of the ARC
- Navy Commander-in-Chief Adm Sathiraphan Keyanon — first deputy chief of ARC
- Air Force Commander-in-Chief ACM Chalit Pookpasuk — second deputy chief of ARC
- Police Commissioner-General Pol Lt Gen Kowit Wattana — third deputy chief of the ARC
- National Security Council secretary-general Gen Winai Phatthiyakul — secretary-general of the ARC
- Es wurde eine Anweisung vorgelesen, dass gegen jegliche falsche Berichterstattung vorgegangen wird. Weiterhin sollen alle Informationen zensiert werden, welche die Arbeit des ARC behindern könnten.
Die Statements der Administrative Reform Group
Leaders of Thailand’s military coup have released a series of statements. The initial statement and communiques 1 to 4 were read out on army television and a sixth statement appeared in English on the website of The Nation newspaper. The texts of the four statements follow:
INITIAL STATEMENT
Now the Administrative Reform Group under the Democratic System with the King as the Head of State, comprising commanders of the armed forces and the National Police Bureau, has gained, without any resistance, full control of the situation in Bangkok Metropolis and nearby provinces.
For the sake of maintaining peace and order in the country, people are asked to render their co-operation. We apologise for the inconvenience.
‘No intention to rule’
There has been social division like never before. Each side has been trying to conquer another with all possible means and the situation tends to intensify with growing doubts on the administration amid widespread reported corruption.
State units and independent organisations have been politically meddled [with], not able to deliver their services as specified in the Constitution.
The administration is also usually bordering on “lest majest” [as published] actions against the revered King. Despite attempts from social units for compromises, there is no way to end the conflicts.
The revolution body thus needs to seize power. We have no intention to rule but to return the power to the people as soon as possible, to preserve peace and honour the King who is the most revered to all Thais.
COMMUNIQUE NO 1
It has been clear that the administration of the country’s affairs by the current caretaker government has created conflicts and division, and sowed discord among the people of the nation.
It is unprecedented in the history of the Thai nation that groups were determined to win through ways and means.
The trend is getting more violent every passing day.
The majority of the people are suspicious of extensive corruption and malfeasance practices among the bureaucracy.
Independent agencies and organisations have been dominated by politics and unable to fulfil the objectives as stipulated in the constitution of the Kingdom of Thailand.
Consequently, political activities have encountered numerous problems and obstacles.
Frequently, the dignity of the Thai people’s king was affected.
The efforts exerted by several sectors of society to alleviate the situation have failed to bring an end to the conflict.
It is necessary for the Administrative Reform Group under the Democratic System with the King as the Head of State, comprising commanders of the armed forces and the National Police Bureau, to seize national administrative power from now on.
In so doing, the Administrative Reform Group under the Democratic System with the King as the Head of State wishes to reaffirm that it has no intention to become the administrators of the country.
The administrative power under the democratic system with the king as the head of the state will be returned to the Thai people as quickly as possible in order to maintain peace and order and preserve national stability, as well as to uphold the beloved institution of the monarchy of all the Thai people.
COMMUNIQUE NO 2
All military and police personnel are ordered to report themselves to their respective commanding officers.
All forces’ movements from their barracks are strictly prohibited without orders from the Administrative Reform Group under the Democratic System with the King as the Head of State.
COMMUNIQUE NO 3
The Administrative Reform Group Under the Democratic System with the King as the Head of State has successfully seized the administrative power of the country.
To maintain peace and order, the Reform Group henceforth announces that:
-
The Constitution of Thailand of BE 2540 (1997) is terminated.
-
The Senate, the House of Representatives, the Cabinet, and the Constitutional Court are terminated along with the Constitution.
-
The Privy Councillors are to continue in office.
-
All the courts except the Constitutional Court are to continue to operate as normal according to the law and the announcement of the Reform Group.
COMMUNIQUE NO 4
In compliance with some laws that prescribe the duties and authority of the prime minister and the ministers, the leader of the Administrative Reform Group under the Democratic System with the King as the Head of State Reform Group has issued the following orders:
-
During the period in which the office of the prime minister is vacant, all the executive powers and duties that the law prescribed to a prime minister or the cabinet shall be delegated to the leader of the Reform Group and to those whom the leader of the Administrative Reform Group shall assign them.
-
During the period in which the offices of the ministers are vacant, all the executive powers and duties prescribed by law to each and every minister shall be delegated to the permanent secretary of that respective ministry, except when otherwise ordered by the leader of the Administrative Reform Group.
Freunde
Mit meinen Freunden in Bangkok habe ich noch nicht sprechen können. Allerdings durfte ich gestern eine Freundin von Fu auf der Insel herumführen (Single, süß, aber leider des Englischen äußerst unmächtig) und Nachmittags zum Bus nach Bangkok bringen. Erste Telephonkontakte bringen aber keine spektakulären Neuigkeiten. Alles normal, ein paar Panzer aber das kennt sie schon von früher und sie hat sich in den nächstbesten Bus nach Phrae gesetzt.
Gmail sucks. Manchmal.
So toll ich Gmail auch finde, dass es alle Mails aus allen meinen Blogs in den Spamordner schickt finde ich sehr aussagekräftig. Heißt das jetzt, dass meine Server-IP irgendwo blackgelistet ist?
Erster Schritt in die Normalität
Um 9:21 Uhr hat das Administrative Reform Committee under the Constitutional Monarchy eine Fernsehansprache gehalten. Das war für mich ein sehr ambivalenter Augenblick, der aber schnell wieder vorbei war. Meine Notizen dazu:
- koepfe konkave
- fuenf offizielle die starr nach vorne schauen
- sonthi liest nochmal vor, was die ganze nacht gesagt wurde
Es war ungefähr so: 5 Sekunden lang starrten 5 hohe Militärs (gemessen an der Anzahl der Orden und Bänder an der Uniform), ich nehme an es war die drei Chefs von Marine, Luftwaffe und Bodenstreitkräften, der Polizeichef und Sonthi, geradeaus. Sie waren so angeordnet, dass ihre Köpfe eine leichte Konkave bildeten. Dann las Sonthi in der Mitte eine Erklärung vor die, soweit ich das verstanden habe, genau das wiederholte, was die ganze Nacht schon verlesen wurde, dass Thaksin abgesetzt sei, die Regierung aufgelöst sei, das Parlament aufgeloest sei, Sonthi für einige Zeit das Land führen wird, die Verfassung von 1997 zurückgenommen sei und der König als Staatsoberhaupt anerkannt werde. Die 4 Militärs um Sonthi herum starrten weiter geradeaus.
Das ganze dauerte zwei Minuten. Anschließend nahmen alle Thaisender ihr normales Programm wieder auf — einige wirklich “Normales” wie Kochsendungen und Berichte über die gestern zu Ende gegangenen Suphanburi-Games, andere mit Sonderberichterstattungen. Nach 5 Minuten kamen auch die ganzen ausländischen Sender wieder “on air”.
PS: Als um neun nichts passierte dachte ich schon, man würde “uns” gar nicht informieren. Hab aber vergessen oder nicht angenommen, dass folgende Theorie auch auf Putsche zutrifft: Terminangaben in Thailand sind relativ. Sehr relativ.
Der Morgen danach – Zum Putsch in Thailand
(Die Dinge entwickeln sich so schnell, dass keine Zeit für die Qualitätskontrolle und Verlinkung bleibt. Ich werde im Laufe des Tages diesen Eintrag noch mit Links versehen.)
Das Militär in Thailand hat gestern Abend geputscht. Das habe ich schon lange erwartet. Eigentlich war die Stimmung bereits im Dezember so angespitzt, dass viele von Putsch sprachen. Es passierte aber nichts. Dann verkaufte Thaksin und seine Familie seine Anteile an seiner Company steuerfrei nach Singapore und die Stimmung drehte sich gegen ihn. Er löste das Parlament auf, sprach ein paar Tage von “Rücktritt” (was die PAD (peoples allicance for democracy, Thaksins Gegner) beruhigte und von weiteren Demonstrationen abhielt, später aber in eine “Pause” umgewandelt wurde) und setzte Neuwahlen an.
Seine Gegner beruhigten sich ein wenig. Die Wahlen wurden durchgeführt (boykottiert von Thaksins Gegnern), Thaksin kam zurück und riss das Ruder wieder an sich, man fing wieder an, gegen Thaksin zu demonstrieren. Dann wurde das 60. Inthronisationsjahr von König Bhumibol gefeiert und alle hatten sich lieb. Es wurden Neuwahlen angesetzt, die Wahlkommission abgesetzt und die Demonstrationen gegen Thaksin wieder aufgenommen. Im Grunde ging es seinen Gegnern die ganze Zeit darum, dass Thaksin sich aus der Politik zurück ziehe.
Dann wurde der König operiert und alle hatten sich wieder lieb. Dann schrieb Thaksin einen Brief an verschiedene Staatsführer, dass undemokratische Kräfte gegen ihn operieren würden und er ja nur versucht, die Demokratie im Lande aufrecht zu erhalten. Zuletzt verging kein Tag ohne dass ihn nicht jemand zum Rücktritt aufgerufen hat. Vergangene Woche dann verlies er Thailand für eine kleine Weltrundreise. Gestern wollte er eine Kabinettssitzung per Webcam halten (sehr progressiv) ?? die Armeeführung “verpasste” die Sitzung .
Gegen Abend dann lag was in der Luft. Ich war gegen 21 Uhr abends mit dem Moped unterwegs und mit mir jede Menge Thais. Das ist ungewöhnlich für einen Dienstagabend. Der 7eleven war so voll wie nie zuvor, an beiden Kassen mindestens 10 Thais (und ich). Zuhause wieder angekommen dauerte es nur eine halbe Stunde bis ich eine SMS von meiner Quelle bekam: “Tomorrow will be happen something with THAKSIN and his government. This night we will see.” Eine halbe Stunde später: “Now every channel of Thailand stop everything. They have just musik for the king.”
Tatsächlich waren alle Sender “ausgefallen” und die Thaisender zeigten alle die gleichen Bilder. Dass ein Putsch bevorstand oder bereit geputscht wurde konnte man schon daran erkennen, dass der Armeekanal (Channel 5) alles ein paar Sekunden eher in besserer Qualität zeigte. Selbst iTV (“Thaksins Kanal”) war gleichgeschaltet.
Man konnte dann in diversen Foren und Online-News lesen, dass die Armee alle TV-Stationen besetzt hatte. Channel 9 gelang es noch, eine Ansprache von Thaksin aus New York per Telephon zu senden in der dieser den Ausnahmezustand erklärte und dass er morgen zurück kehren wird um dem Putsch ein Ende zu setzen. Der Chef von Channel 9 wurde dann festgenommen und seither senden alle Sender das Gleiche. Im Augenblick (Mittwoch, 8 Uhr morgens) senden nur Channel 11 (der News-Sender der Regierung) und iTV ein anderes Programm. Auf Channel 11 kommt eine englischsprachige Automobilsendung und auf iTV aktuelle Berichterstattung. Leider ohne zweite Tonspur (normalerweise gibt es für alle Thainewssendungen immer eine englischsprachige Synchronisation, wo man wenigstens teilweise noch mitbekommen hat, was die Redakteure erzählen, je nach Fähigkeiten des Übersetzers).
Das Mobilfunknetz wurde dann auch irgendwann abgeschaltet.
Um 23 Uhr wurde dann eine Rede verlesen. Armeechef General Sonthi Boonyaratkalin (ส??ิ ?ุ?ยรั??ลิ?) als Vorsitzender der Administrativen Reformkommission unter konstitutioneller Monarchie (Administrative Reform Committee under the Constitutional Monarchy — ARCM) übt nun die ?mter und Funktionen des Premierministers und des Kabinetts aus. Er hat in den Ministerien Sekretäre eingesetzt, welche die Aufgaben der Minister ausüben. Die Minister selbst sind abgesetzt und grö?tenteils verhaftet worden oder au?er Landes geblieben. Thaksins Familie ist abgetaucht, seine Frau bereits am Montag nach Singapore ausgereist, sein Sohn, so lauten Gerüchte, wurde am Flughafen verhaftet und seine beiden Töchter sind verschwunden. Der König wird als Staatsoberhaupt anerkannt.
Die Armee verhängte das Kriegsrecht über das Land. In Bangkok sind an strategisch wichtigen Punkten Panzer aufgefahren. Das aber eher nur als Symbole als zum direkten Einsatz. Die Panzer sind von Schaulustigen umringt und werden fotographiert. Die Soldaten unterhalten sich gelassen mit den Leuten.
Es folgten drei weitere Mitteilungen des ARCM. Unter anderem wurde der heutige Mittwoch zum Feiertag erklärt. Daher sind die Banken geschlossen, womit verhindert wird, dass nun überschnelle Geldtransfers aus dem Land heraus getätigt werden. Andererseits kommen viele Thais nur mit ihrer Familie in Kontakt und es wird schwerer für manche, ein klareres Bild von der Situation zu erhalten. Ich vermute, dass man heute auch keinen Alkohol verkaufen wird. Gemerkt habe ich davon noch nichts, als ich kurz vor Sieben vorhin bei 7eleven war. Allerdings darf sowieso erst ab 11 Uhr Alkohol verkauft werden.
In einigen Thai-Foren schreiben panische Farangs, dass sie kein Geld mehr an den Automaten bekommen und die Interims-Regierung ihre Konten eingefroren hat. Daran erkennt man ganz gut, dass mit ein bisschen Nicht-Information sehr gut Panik geschürt werden kann. Ich denke eher, sehr viele Farangs haben ihr Geld abgehoben und die Automaten sind einfach nur leer. Da die Banken heute geschlossen bleiben wird es wohl erst am Donnerstag wieder möglich sein, Geld abzuheben.
Ich glaube, dass man die Fernsehsender blockiert um Thaksin keine Möglichkeit zur Äußerung zu geben. Er ist komplett blockiert. Seine Rede vor der UNO um 4 Uhr morgens wurde von der UNO abgesagt (auch wenn er propagieren lässt, dass er selbst entschieden habe, nicht zu sprechen, um schneller zurück zu kommen) — das Internet wurde nicht “abgeschaltet”.
Das ist nicht der erste Putsch in Thailands kurzer Geschichte der Demokratie. Da diesmal jedoch ein Muslim (Sonthi ist der erste Muslim an der Spitze der Armee) geputscht hat, wird man das sicherlich als Grund ansehen, das zu problematisieren. Bisher jedoch hat jeder Putsch in Thailand zu einer positiven Änderung oder Entwicklung der Demokratie hier geführt.
Ich persönlich bin der Meinung, dass dieser Putsch eine gute Wendung in der thailändischen Demokratie bringen wird. Das, was Thaksin in den letzten Jahren veranstaltet hat, war weder demokratisch noch gut für das thailändische Volk. Und ich rede hier nicht von all den guten Taten, Projekten und Geldgaben für die arme Bevölkerung. Hitler hat auch Gutes getan. Und das ist nicht mein Vergleich, das ist ein Vergleich, der schon seit Monaten von Presse, Thaksingegnern und nationalen Politikwissenschaftlern verwendet wird.
Dass er seine Macht und die Medien missbrauchte um Falschinformationen zu verbreiten habe ich mehr als einmal in den Kommentaren hier und Kontaktmails gesehen. Außerhalb Thailands besteht eine gewisse Unwissenheit über die tatsächlichen Zustände und Vorgänge hier. Innerhalb von Thailand hat er seine Fans nur noch innerhalb der armen Bevölkerung.
Heute um neun Uhr morgens wird es eine Sitzung des ARCM mit Offiziellen und ausländischen Diplomaten in Bangkok geben, auf der die weitere Politik des ARCM erklärt wird.
Das Internet funktioniert (langsam, aber das ist normal bei derartigen “Vorfällen”). Der Mobilfunk funktioniert, zumindest habe ich ein paar SMS gegen 5 Uhr morgens bekommen und konnte eben eine SMS absetzen. Ich hoffe bis 9 Uhr jemanden zum Übersetzen hier zu haben.
The Administrative Reform Committee under the Constitutional Monarchy apologizes for inconvenience.
Me too.
Update um 8:30 Uhr: Alle Fernsehsender brachten eben eine Mitteilung des ARCM, dass um 9:00 Uhr eine Sitzung stattfinden wird. Ich habe immer noch keinen Kontakt zu jemandem, der mir das übersetzen kann, aber ich nehme an, dass man es auf allen Thaikanälen senden wird. Außerdem wurden eben alle Fernsehsender wieder freigegeben und strahlen entweder das normale Programm (ausländische Kanäle) oder die Königsvideos (Thaikanäle) aus.
Update um 8:50 Uhr: Alle Kanäle sind wieder off oder gleichgeschaltet. Schade. Auf UBC Movie Hits kam “The Cell”
Update um 9:10 Uhr: Es ist nach neun Uhr. Es wird aber nichts übertragen.
Update um 9:21 Uhr: Es geht los!
Und Tschü?!
“At 2am, The Nation was informed by the Thai military that all telecommunication and internet connections in the country would be shut down in two hours?? time.”
(Thaksin sollte jetzt (4am Bangkokzeit) eine Rede bei der UNO halten. Die wollen ihn aber nicht mehr anhören, weil er kein rechtmäßiges Staatsoberhaupt mehr ist. Mal sehen ob wir abgeschnitten werden.)
Feiertag
Der Mittwoch wurde soeben zum Feiertag erklärt. Das heisst unter anderem, dass die Banken und die Börse geschlossen sind.
They told top civil servants, leaders of state enterprises, and university presidents around Bangkok to meet at military headquarters at 9am “to learn about the new policy,” the statement said. [via The Nation
Dies und das
- der Thaibaht ist auf den niedrigsten Stand seit Jahren gefallen (danke! wirklich! ich hab grade ein paar Dollar für die nächste Monatsmiete ueberwiesen)
- Internet fällt sukzessive aus
- Fernsehen ist gleich- oder ausgeschaltet
- Mobilfunk ist tot.
- aller 20 Minuten eine Ansprache im Fernsehen, meistens eine Frau die was vorliest, dass man ruhig bleiben soll, manchmal ein äterer Mann der die Nachrichten des Demokratischen Komittees vorliest, hin und wieder Bilder einer fahrenden Limousine.
- Gerüchte über einen Gegenputsch
- UBC (TV) weiß zwar, was jetzt laufen würde, hat aber kein Signal.
- Newssites aus Thailand sind von Thailand aus geblockt (über Proxy erreichbar)
- Stellvertretender Premierminister Chidchai Wannasathit ist verhaftet worden, Thaksin, sein Stellvertreter Surakiart Sathirathai und Aussenminister Kantathi Suphamongkol sind in New York.
- es geht das Gerücht um, Thaksins Sohn sei am Verlassen des Landes gehindert worden.
- Thaksin hält seine UN-Rede nun doch nicht (würde ihm noch jemand zuhören?)
Third announcement of the Administrative Reform Committee under the Constitutional Monarchy
The Administrative Reform Committee under the Constitutional Monarchy revoked the 1997 constitution following a power seizure yesterday.
In its third announcement, the committee also terminated the Senate, the House of Representatives, the cabinet and the Constitutional Court. Privy councilors remain in office and continue doing their duties, it said.
All courts other than the Constitutional Court still have the power to work on legal proceedings, according to the announcement.
[via National News Bureau
Live
Im Fernsehen sieht man eine Limousinenkolonne in Bangkok fahren. Dann wieder der König. Ich glaube jetzt rächt sich, dass wir nie Thai zu lesen gelernt haben.
Mobilfunk ist tot. Ich erreiche niemanden.
Die Quellen
Channel 5 ist der Kanal der Stunde. Der Militärkanal. Dort läuft das Originalband, das auf allen anderen Kanälen mit ein paar Sekunden Verzögerung kommt. Der Chef von Channel 9 (Thaksintreu) soll “abgeführt” worden sein, nachdem man einen Internetbroadcast von Thaksin aus New York brachte, in dem er den Ausnahmezustand erklärte. Er will morgen zurück kehren um hier aufzuräumen. Sagt er.
Andere Quellen sprechen davon, dass seine Besitztümer bereits ausser Landes geschafft sind. Ich bezweifle, dass er zurück kommt. Ein bisschen Hoffnung ist das aber auch. Wir werden sehen. Jedenfalls dürfte es problematisch für ihn werden, in einem von der Armee besetzten Bangkok frei zu landen.
Statement from the military reformist
The following is the statement from the military reform council.
There has been social division like never before. Each side has been trying to conquer another with all possible means and the situation tends to intensify with growing doubts on the administration amid widespread reported corruption.
State units and independent organisations have been politically meddled, not able to deliver their services as specified in the Constitution.
The administration is also usually bordering on “lest majest” actions against the revered King. Despite attempts from social units for compromises, there is no way to end the conflicts.
The revolution body thus needs to seize power. We have no intention to rule but to return the power to the people as soon as possible, to preserve peace and honour the King who is the most revered to all Thais.
[via The Nation
Das ist die Nachricht, die eben auf allen Sendern verlesen wurde.
Declaration of state of emergency in Thailand
The following is a statement by the Administrative Reform Committee under the Constitutional Monarchy.
As from this moment on, the Administrative Reform Committee under the Constitutional Monarchy, comprising the commanders-in-chief of the three Armed Forces and the Royal Thai Police, has now taken control of Bangkok and its peripheral areas, and there has been no obstruction.
In order to maintain peace and order in the country, members of the public are requested to render cooperation. The Administrative Reform Committee under the Constitutional Monarchy apologizes for inconvenience.
[via National News Bureau
Klopfen
Irgendwas ist im Busch. Die TV-Sender bringen entweder nur noch den König (die Thaisender, Propagandavideos die ich noch nie gesehen habe und alle 8 Sender bringen das gleiche, zeitgleich) oder nichts (alle anderen). Kurz vorher sms-te mir die Quelle noch, morgen passiere “etwas Großes” mit Thaksin.
Ich tippe auf einen Toten oder den lange erwarteten Putsch.
Update [1:20 morgens]: Eine Frau liest was vor. Thaksin ist entmachtet. Die Armee hat geputscht.
Update [1:25]: Der Spiegel sagt Sonthi Boonyaratkalin habe geputscht . Die Ansprache auf den Thaisendern ist vorbei. Meine Thaiquellen schlafen alle. Mann mann mann!
Update [1:30]: Der Spiegel meint, sie spielen auf den Fernsehsendern Musik die im Zusammenhang mit bisherigen Putschen gebracht wird. Dem ist nicht so. Das ist die 60-Jahre-Inthronisations-VCD. Dieses Jahr gabs noch keinen Putsch.
Neues vom Hunde
Heute hat man Pokki die Zahnspange (ich nenn es immer Draht ums Gebiss, denn mehr war es nicht wirklich) abgenommen. Er ist ganz zufrieden mit sich und (haltet euch fest) wir müssen erst in zwei Monaten wieder ins Hundekrankenhaus (dann bekommt Soosie ihre Dreimonatsspritzen). Alles in allem ist die “Hundebiss”-Episode also ausgestanden.
Und, was wir neulich feststellten, Pokki hat sogar Pigmente um sein linkes Auge bekommen. Er hatte immer nur weiße Haare dort und pinke Haut, die oft entzündet war. Nun hat er einen leichten schwarzen Lidschatten und die Haut wird besser.
Es geht bergauf.
Amnesty International verdammt die Anschläge von Hat Yai
Amnesty International verdammt die Anschläge von Hat Yai . Damit heißen sie ja implizit die bisherigen Anschläge gut, oder?
Aber mal ehrlich. Diese nennen wir es mal Organisation macht ja auch nur die Klappe auf, wenn genügend Scheinwerfer aufgebaut wurden. Sie haben zum Konflikt im Süden Thailands schonmal was gesagt: Als ein populärer Menschenrechtsanwalt auf ungeklärte Art und Weise verschwunden ist. Er verteidigte Muslims. Noch heute werden regelmäßig Flüsse und Kanäle nach ihm durchsucht. Da kritisierten sie auch. Nun also wieder. War zu erwarten.
und noch so ein gelöschter politisch korrekter Absatz
Hmmm… Laos? Kambodscha? Malaysia? Die Finnen haben dort letzte Woche ein Büro eröffnet…
Bomben in Hat Yai
Bei den Bombenanschlägen in Hat Yai gestern ist ein Farang, ein Kanadier , getötet worden. Endlich. Sag ich mal ganz zynisch. Jetzt kann sich die Regierung nicht mehr hinter einem nur “nationalem” kleinen Problem verstecken. Und die internationale Presse wird sich vielleicht auch etwas intensiver mit den Problemen beschäftigen die in den verganenen zweieinhalb Jahren (?) bereits 1700 Tote gefordert haben.
Crackdown on the Eight-Story
(Crackdown ist ein Schlagwort das gerne in englischsprachigen thailändischen Medien benutzt wird um Schlagzeilen zu machen, wenn es eigentlich nichts zu sagen gibt. Ich werde das mal häufiger verwenden.)
Ich wurde in den letzten Tagen häufiger zu genaueren Angaben hinsichtlich der neuen Ziffer in den Mobiltelefonnummern gefragt. Das ist derzeit der Spitzenreiter in meinen Referern von den Suchmaschinen. Und wenn die Leute sogar schon per SMS (mit korrekt eingefügter 8) anfragen ist es Zeit, dieses Thema wieder aufzugreifen.
- <txp:gho_permalink id=“743”>Warum wieso weshalb?</txp:gho_permalink>
- <txp:gho_permalink id=“823”>Nummernspiele</txp:gho_permalink>
- <txp:gho_permalink id=“844”>Das kleine Programm für echte Cellulars</txp:gho_permalink>
Den thailändischen Mobilfunkanbietern gehen die Nummern aus, weshalb zwischen die Null und die bisherige Vorwahl der Mobilfunknummern eine Acht gepackt wurde. Hier nochmal die Zusammenfassung der bisherigen Anfragen (ich sollte Gebühren verlangen).
- Seit dem ersten September und bis zum 31. November kann man alle Telefonnummern mit und ohne eingefügter 8 anrufen.
- Irgendwann vor dem 31. November wird man beginnen bei Nummern ohne eingefügter Acht eine Textansage vor der Verbindung zu hören bekommen, dass diese Nummern nicht mehr funktionieren werden.
- Man kann in die Telephonshops gehen und die Thainummern im Adressbuch auf die neue Nummer aktualisieren lassen wenn man zu viele Kontakte hat um das manuell zu machen.
- Für moderne Mobiles gibt es <txp:gho_permalink id=“844”>Tools</txp:gho_permalink>, um die Nummern zu aktualisieren.
- Man muss nicht in die Telephonshops gehen um die SIM-Karte aktualisieren zu lassen. Technisch gesehen meldet man sich mit der SIM-Karte mit einer ID im Netz an die erst im Netz zur Telephonnummer wird. Das Erkennen der Rufnummer für eingehende Anrufe funktioniert also automatisch (im Netz). Ich bin derzeit bspw. unter beiden Versionen erreichbar.
Und wenn man jetzt immer noch nicht weiß, was zu tun ist, macht man es einfach wie die meisten Thais, die ich kenne: Man kauft eine neue SIM-Karte mit neuer Rufnummer. Da steht die Acht schon zwischen der Null und der Vorwahl. Eigentlich kein Wunder, dass die Nummern ausgehen, oder?
Damit wäre dann aber wirklich alles zu den neuen Mobilfunknummern in Thailand gesagt.
Bad News
Schlechte Neuigkeiten (am Wochenende nur Rumours und nun von Auslandsmedien bestätigt) bringen in mir immer den Drang zu intensivstem Hausputz. Ich geh dann morgen mal wieder online. Oder so.
Der Tag der gebissenen Hunde II
Manchmal kommt mir Pokkis Leben wie eine kleine Thaisoap vor. Vor gut einer Stunde (pünktlich 30 Minuten nachdem die Tierklinik für den Rest des Wochenendes geschlossen hat) wurde Pokki gebissen. Mal wieder. Diesmal von einem Insekt (vermuten wir).
Zuerst kotzte er alles aus, was er heute am Tage zu sich genommen hat. Das war eine Menge. Dann begann er mit dem Kopf am Boden zu scharren. Seine linke Gesichtshälfte wurde sehr pink und schwoll an und er scharrte weiter. Wir haben ihm dann einen kalten Umschlag gemacht was aber nicht half. In der Zwischenzeit durchsuchte ich das Haus nach Übeltätern. Wir tippten auf einen Gecko der seit einigen Tagen im Dach wohnt. Der war aber nirgendwo zu sehen.
Als weiterer Übeltäter kam eine Wespe in Frage. Ich versuchte, Pokki ins Maul zu sehen ohne ihm den Kiefer zu brechen. Jetzt wusste ich zwar, dass der Kiefer tatsächlich wieder zusammen gewachsen ist, habe aber nichts gefunden. Mir fiel auf, dass er auf der Seite ohne Schwellung recht empfindlich war und wir checkten das Maul da. Und siehe da, in der Unterlippe steckte ein Stachel. Mit Reiben gings er nicht raus. Mit dem Umschlag auch nicht. Mit Pinzette kam man nicht ran, denn selbst mit 4 Händen festgehalten zuckte er zurück sobald man in die Nähe kam.
Schön dumm. Wir haben es jetzt erstmal aufgegeben den Stachel rauszubekommen. Im Hospital ist niemand mehr und eine Notrufnummer gibts nicht. Pokki schabt sich an allen rauhen Stellen und lässt niemanden ran.
Ich freu mich schon auf die Nacht.
Der Tag der gebissenen Hunde
Heute war das Hundekrankenhaus voller gebissener Hunde. Da relativiert sich “Pokki’s Leiden” ein wenig. Ein Labrador der in den Nacken gebissen wurde, ein pudelähnlicher Hund (muss ein Hund gewesen sein, es hat gebellt) und ein kleiner Shih Tzu.
Der Shih Tzu war kleiner als Pokki, etwa halb so schwer aber schon 2 Jahre alt. Ich hab ja in den letzten Wochen häufiger Shih Tzus auf Bildern gesehen und angefangen mir einzubilden, dass Pokki etwas groß geraten ist. Soosie wird noch größer. Beide werden sie aber immer noch kleiner sein als der Shih Tzu, den wir mal in Chaweng gesehen haben. 15kg schwer und rund einen Meter lang. Sieht aus wie ein Shih Tzu. Nur eben ein kleines bisschen groß
Jedenfalls war der Shih Tzu im Hospital hundsmiserabel zugerichtet. Keine Stelle seines kleinen Körpers war ungebissen, das Fell hing in Fetzen herum. Er konnte kaum stehen und atmen, weil er in einen Pressverband eingewickelt war. Seine Besitzer gaben ihm immer einen Schubs, damit er sich hinsetzte. Ein Auge war milchig und weil sie ihm auch noch am Fell der Schnauze beschnitten hatten sah er aus wie ein kleiner Geist. Ich hätte nicht erwartet, dass seine Besitzer (beides Thai) ihn ins Krankenhaus bringen. Die meisten können sich das leider nicht leisten. Sie haben ihn auch nie gekauft sondern “am Straßenrand” gefunden. Da kommt mir Fleur wieder in den Sinn. Sie wird wohl auch am Straßenrand gefunden worden sein.
Pokkis Schnauze verheilt angeblich sehr gut und eventuell wird ihm nächste Woche der Kupferdraht herausgenommen. Ich glaub es erst, wenn ich es sehe. Durch den Fremdkörper zwischen Schnauze und Zähnen sieht er immer noch reichlich derangiert aus und hat auch Probleme mit dem Naselecken und Gähnen.
Finland
Thaksin ist heute nach Finland geflogen . Finland. Hehetxp:gho_footnote Ich gebe zu, das ist fast ein Insiderinsider. Aber lustig allemal. Nach Thaksin und Finland müsst ihr schon selbst googeln suchen. Und nicht vergessen Finland richtig zu schreiben.</txp:gho_footnote>.
Der Beschützer Film
Zum “<txp:gho_permalink id=“882”>Protector</txp:gho_permalink>” gibts sogar eine süße multimediale Website .
Die Wahlkommission
Gestern wurde die neue Election Commission gewählt. Für die Bekanntgabe der Ergebnisse wurde sogar meine Thaisoap unterbrochen:
Die gewählten Kommissionäre:
- Apichart Sukhakkanon, chief justice of the Environment Division of the Supreme Court
- Somchai Jung-prasert, chief of the Supreme Court judges’ quorum
- Prapan Naikowit, deputy attorney-general
- Sumet Oupanisakorn, senior judge of the Southern Bangkok Criminal Court
- Sodsri Satayathum, senior Supreme Court judge and the only female nomimee
Drei offene Thaksingegner wurden nicht gewählt. Und wenn ich das richtig sehe, haben wir hier das erste Mal eine Frau in der Kommission.
Panikmache
Ca. 300 Thais sind im letzten Monat aus dem Süden in unsere Provinz gezogen. Heute steht in der The Nation Online :
Surat Thani governor Wichit Wichaisarn said the people apparently fled violence in their to live with their relatives and work in Surat Thani.
They have gradually moved in since early September.
Surat Than police chief Pol Maj Gen Worwet Winitnejyanon said police are keeping a close watch on this group of people just in case because Surat Thani is a tourist destination province.
Ich lass das mal so stehen. Die Attentate haben sich in den vergangenen Monaten verstärkt und sie sind organisierter geworden.
Mein Tag
Was meinen Tag “machte” war die Suchanfrage was gibt es im Netz wenn man überhaupt nichts zu tun hat — offensichtlich die schreiBBloga.de
Natalia
Der vorletzte aus Samui weggezogene Open-BC-Club-Samui-Gründer hat übrigens eine bloggende Tocher . Seit dem 5. August.
GPS!
Ich suche schon seit einiger Zeit nach einem GPS-Receiver oder wie man die Dinger heutzutage nennen mag. Mir schwebt da eine Karte mit den genauen Standorten der Wats auf Samui vor. Nicht dieses angenäherte Gepunkte das ich da mal vor einiger Zeit zusammen geschustert habe.
Auch für andere Projekte würde sich das lohnen.
Dummerweise geben auch die einschlägigen einheimischen Verzeichnisse wie Siam-Dir keine Informationen her, wie man auf Samui an solch technischen Schnick-Schnack ran kommt. Ich hab also mal auf Ebay gesucht. Da findet man jede Menge GPS-Geräte. Nur: Ich habe erstens noch nie Post oder Pakete hier empfangen und ich müsste für die Lieferung nochmal fast genausoviel wie den eigentlichen Gerätepreis blechen.
Alles sehr ungünstig.
Sieht also recht streng nach einem Bangkok-Besuch aus. Irgendwie war ich dieses Jahr noch gar nicht in der Stadt der Engelmenschen. Da könnte man mehrere Fliegen mit einem Schmetterlingsnetz fangen.
Pilzsuppe
Tom yum goong wird doch tatsächlich demnächst in den USA unter dem Titel “The protector” anlaufen. Das hätte ich dem Streifen dann doch nicht zugetraut.
Tom yum goong ist eine süßsaure Kokoscremesuppe mit Pilzen. Oder der Name eines Elephanten, der bei einem Festival inklusive seines Kindes entführt wird. Die beiden Hüter der Elephanten, Vater und Sohn, versuchen die Täter zu hindern, dabei wird der Vater erschossen. Zurück bleibt, ein klassisches Setting für diverse Martial Arts Filme, der Sohn der sich nun schlagend und tretend auf die Suche nach den beiden Elephanten macht.
Der Film strotzt nur so vor Action. Vergangenes Jahr hat er in den einheimischen Kinos sämtliche ausländischen Filme verdrängt. Ich selbst hab ihn leider nur auf VCD gesehen, in Thai. Es war mir ein Vergnügen. Manche Stellen fand ich emotional sehr bedrängend (unter anderem wird ein australischer buddhistischer Tempel kurz und klein geschlagen) und es gibt viele Szenen, die man wohl für europäische Kinos schneiden wird (oder er kommt als P18 oder wie man das gerade mal wieder nennt raus).
Falls ihr die Möglichkeit habt “The protector” zu sehen, tut es euch an.
Auf meiner VCD ist nach dem Film ein Special, wo man zu sehen kann, wie sie eine der Szenen im Film drehen: Kham (Tony Jaa ), der Protector oder Elephantenhüter, wie ich ihn mal auf Deutsch nennen würde, kloppt sich durch drei vier Etagen eines Vergnügungs- und Gastronomie-Etablissements (jaja, genau diese Vergnügungen) rauf um oben dann dem Oberschurken gegenüber zu stehen. Eine Szene die um die 5 Minuten dauert und in einem Schuss gedreht wurde. Man kann sich das in der Doku ungefähr 10 mal ankucken und am Ende fast jede Bewegung auswendig mitausführen. Ich glaube die Doku hat dem Schauspieler mehr Respekt als der ganze Film eingebracht. Zumindest von mir.
PS: Ich merke gerade, dass ich hundsmiserable Filmkritiken schreibe. Das sollte ich üben. Ich räum mal in meiner VCD-Sammlung rum und bringe euch noch ein paar nette Filme näher.
PPS: Total nebensächlich: Tony Jaa ist in Surin geboren. Ich kenne ein paar Leute aus Surin. Hach ist die Welt klein ;)
Scherben
(Hier mal ein Beispiel für einen Eintrag den ich <txp:gho_permalink id=“872”>in meinem deutschsprachigen Technoblog</txp:gho_permalink> schreiben würde, hehe…)
Der Spiegel hat ein neues Layout. Also Online. Keine Tabellen mehr und irgendwie sieht das ganze farblich leichter aus. Kann allerdings auch daran liegen, dass es gerade keine aggressivfarbene Hintergrund-Werbung gibt.
Jedenfalls finde ich die Seite verschlimmbessert. Das werden mehr und mehr Kästen. Die Themenbereiche haben nun links einen größeren Teaser und rechts eine Liste der aktuellen Artikel. Vorher war das untereinander. Ich habs mir noch nicht mit dem Handy angekuckt (ich lese immer Spiegel, wenn ich auf der Fähre sitze), aber ich befürchte, dass sich das Layout schlecht macht, mobil gesehen.
Und bevor jetzt jemand kommt und mir erklärt, dass es doch Spiegel Mobil gibt: Das ist noch viel schlimmer zu nutzen: Man bekommt aus jedem Ressort eine (EINE!) Schlagzeile und muss sich für ausfühliche Ressortlisten auf Einzelseiten durch klicken. Ich will News lesen, nicht rumklicken.
PS: Sehr lustig dass auch im Spiegelforum zum Relaunch schon nach kürzester Zeit ein Kommentar a la “ich dachte zuerst mein Browser hat das Stylesheet nicht richtig geladen und habe nochmal Reload geklickt aber das blieb und ihr habt ja ein neues Design!!!” kam. Das ist der Grund warum ich hier keine Relaunches mache.
(So, jetzt wisst ihr, warum ich noch ein weiteres Blog brauche.)
Runner Up für den Titel: 7 Jahre Pech.
Die Tesko-These
Als ich eben Tesko verlies,txp:gho_footnote Na K. aus Z.? ist das ein nettes Komma?</txp:gho_footnote> fiel mir ein, dass es letztes Jahr in der Regenzeit immer regnete, wenn ich Tesko verlassen wollte. Denn es regnete.
Glücklicherweise hat sich einiges getan seither, es gibt jede Menge neuer Shops und ein Kino (das ich noch nie besucht habe, aus Prinzip, sie haben mit Tom Cruise eröffnet) und man kann die Zeit bis zum Trocknen nützlich verbringen.
Blitzer. Nun auch hier.
Im ländlichen Thailand sind vergangenen Monat die ersten stationären Blitzer aufgetaucht und sorgen für heftigste Diskussionen (größtenteils in der Art, dass man verwundert ist, dass so etwas möglich ist). In Bangkok dürfte es derartiges schon länger geben, zumindest 5 Rotlicht-Blitzer haben sie dort bereits. Weitere werden im kommenden Jahr errichtet .
Schwere Zeiten für Verkehrsteilnehmer.
5000
Um die 5000 Thais begehen jedes Jahr Selbstmord . Mal abgesehen von dem leichten Rechenfehler mit den zwei Leuten pro Stunde finde ich an diesem Artikel interessant, auf welche Art und Weise man hier zu scheiden pflegt:
… 59% of those people hung themselves, 29% used toxic chemicals, 5% used guns and the rest used sharp-pointed objects or jumped to death. Most of the people who committed suicide were aged 60 and older, followed by those between 35 and 39 years old and 15 and 24 years old, Dr. Prach said. Causes of suicide included family and relationship problems and stress, he said.
Nichtsdestotrotz wächst die Bevölkerung in Thailand weiterhin an. Auf tausend Thais kommen im Jahr runde 14 Geburten und nur 7 Todesfälle.
Am 10. September ist internationaler Suizidpräventionstag. Wenn ich das mal richtig übersetzt habe.
Deutschblogospärisch?
Mich hat neulich tatsächlich jemand gefragt, ob ich mich noch der Deutschen Blogosphäre™ zugehörig fühle.
Nein.
Ich krieg auch keine dümmlichen Guerillia-Marketings-Aktions-Briefe oder so (soviel dürfte das doch nicht kosten, oder?). Andererseits weiß ich auch nicht, ob ich in so einer mainstreamigen Aktion einbezogen sein will.
Anyway.
Ich hab mir eine tolle Eigenguerillainversmarketingaktion ausgedacht: Wenn ich bis zum 31. Oktober 2006 nicht mindestens 23 handschriftlich verfasste Postkarten von verschiedenen Leuten mit Blog bei mir eingehen höre ich zum 1. November auf mit dem Bloggen unter die schreiBBloga.de.
Das ist doch mal was.
Das Ziel ist leicht erreichbar, sogar die dümmsten Google-Sucher finden meine Adresse. Die Sender werden hier erwähnt, erhalten eventuell eine Postkarte zurück und bekommen einen Link von einer PageRank5-Seite.
So. Und jetzt schreibt mir nur keine Postkarten. Ich will endlich aufhören müssen.
[Update 22:30] Oh, fast hätt ich es vergessen. Ihr solltet schon Postkartenlaufzeiten von rund drei Wochen einplanen.
Noch einen Tag
“Neung wuan, then finish” sagte mir eben mein Landlord als wir uns über die täglich durch den Vorgarten gallopierenden Büffel unterhielten. Letzten Mittwoch gab es wohl Verletzte so dass am Donnerstag das Gebüffel verboten war. Ab Freitag dann liefen sie aber wieder vorbei am Haus. Ich habe so langsam aber sicher das Gefühl, dass es bei diesen Büffelkämpfen darum geht, welcher Büffel als erster die Absperrung durchbricht.
Für alle, die auf dem Bild wie ich auch nichts erkennen können: rechts von der im Weg stehenden Palme sieht man zwei Büffelrücken durch die Pampa rasen und links von der Palme die Staubspur, die sie hinterlassen.
Irgendwas müssen sie an der Kampfarena geändert haben, denn die Tage nach vergangenem Mittwoch liefen sie nur noch rechts am Haus in der Entfernung wie im Photo vorbei. Allerdings ist 50 Meter weiter auch schon die Ringroad.
Nächtliche Kommentare
Wenn man ein “Weblog” hat und Einträge schreibt, muss man damit leben, dass bei eingeschalter Kommentarfunktion auch Kommentare eingehen. In der die schreiBBloga.de sind das in der Regel Hundeliebhaber, die kommentieren ;) Ich habe durch die Kommentare und Kontaktformularemails in den vergangenen 20 Monaten viele sehr nette Menschen kennen gelernt.
Manchmal allerdings gibt es hier Kommentare die tief in die verbale Kloschössel gegriffen sind, spammen oder mich kritisieren. Da gehe ich meistens sehr pragmatisch vor (glaube ich).
Bei Spam wird nur die URL gelöscht oder der Text so verändert, dass man mir nichts vorwerfen kann. Ansonsten finde ich es eher lustig und bezeichnend für die Stichwort-Qualität hier, wenn mal ein Kommentar von einem Swingerclub eingeht.
Dumme und nichtssagende Kommentare lasse ich auch stehen. Wenn die Leute sich blamieren müssen sollen sie das doch auch. Ich glaube ein paar Kommentatoren hier würden den Unfug den sie mal verzapft haben gerne verschwinden lassen.
Ich habe in der ganzen Zeit hier (20 Monate) nur drei Kommentare gelöscht. Zweimal wurden Kommentatoren oder ich (bei einem Kommentar konnte ich nicht ganz herausfinden, wer gemeint war) beleidigt und das ist mir zu flach. Einmal kam ein einzelner Satz mit 10 Worten die derart majestätsbeleidigend (ich rede hier von König Bhumibol) waren, dass ich das weder für mich noch für das Internet stehen lassen konnte. Alle drei dieser Kommentare waren anonym, so dass ich den Kommentatoren auch keine Möglichkeit geben konnte, dazu irgendwas Relevantes zu sagen.
Aber wie gesagt, in der Regel bleibt alles stehen.
Dann und wann kommt harsche Kritik an mir, meinen Ansichten und meiner Schreibweise, in der Regel meistens zu Einträgen über Thaksin. Ich antworte dann per Privatmail und immer hat sich bisher daraus ein interessanter Dialog ergeben, der dazu führte, dass die Kommentatoren erstens mehr aus meinem Weblog lesen und zweitens ihre Meinung relativierten oder ganz änderten.
Das Hauptproblem ist wohl, dass viele Leute nach Stichwörtern googlen und dann einen einzelnen Eintrag aus der die schreiBBloga.de geliefert bekommen und diesen einzelnen Eintrag her nehmen, um das ganze Blog zu bewerten. Das kann man dann schon in den Logs sehen. Einmal rein per Google, kommentieren und wieder raus. In den meisten meiner Mails auf solche Kommentare schreibe ich dann, dass mein Blog mitnichten aus allgemeingültigen Einzeleinträgen besteht, die alles zum betreffenden Thema sagen, sondern eher als Puzzle zu sehen ist.
Beispiel gefällig?
Heute Nacht suchte ein/e Thai namens Waeota Khaemkasem von Berlin aus bei Google nach dienstaeltester monarch der welt (beachten Sie bitte das ae an Stelle des ä) und landete auf zwei meiner Seiten. Ein patenter Monarch war das erste der Suchergebnisse aus meinem Blog und Nächtliche Zeremonien der zweite. Ich erwähne das nur, um fest zu stellen, dass der subjektive Eindruck entsteht, es würde hier systematisch nach Betroll barem gesucht.
Es wurde erst der patente Monarch und dann die nächtlichen Zeremonien gelesen. Auf letzteren Eintrag kommentierte Waeota dann auf eine wie ich finde recht eigentümliche Art und Weise . Ich würde wenn er/sie es nicht selbst von sich behaupten würde meinen, es mit einem Deutschen zu tun zu haben, nicht mit einem Thai. Später hat er/sie dann noch die Kategorie In Thailand läuft das anders gelesen. Ob die Lektüre das Meinungsbild geändert hat weiß ich nicht, das macht aber auch nichts, denn der Kommentar war schon gesendet.
Eigentlich hätte ich nun wieder konditioniert eine Privatmail raus geschickt und alles so sein lassen wie es ist. Ich finde aber, das wäre ein Fehler. Es dürfte häufiger in diesem Blog der Eindruck entstehen, dass ich auf Kritik nicht reagiere. Also werde ich ab sofort meine Antwort sowohl als Mail (wenn ich eine funktionierende Emailadresse angegeben bekomme) und als Kommentar abgeben .
Ich verstehe, dass es Leute gibt, die die Funktion und Arbeitsweise einer Suchmaschine falsch verstehen. Ich verstehe auch, dass es Leute gibt, die die Kommentarfunktion eines Blogs oder Blogs als solche falsch verstehen. Aber es gehört schon viel dazu jemanden zu kritisieren und derartig beleidigend anzugehen (keine Sorge, meine kleine Seele ist nicht verletzt, es geht um die Intention, nicht die Wirkung) wie es hier Waeota Khaemkasem beispielsweise macht. Mir ist egal, was die Leute von mir und meinen Ansichten denken. Zum Einen kann man mich mit online abgegebenen Äußerungen nicht beleidigen (höchstens amüsieren) und zum Anderen kenne ich das Internet und seine Benutzer gut genug um zu wissen, dass die Kommentatoren nicht das Gesamtbild sehen, wenn sie da von sich geben, was sie da von sich geben. Ich finde aber, dass jeder, der sich auf diese Art und Weise auf einer Webseite äußert die er/sie das erste Mal besucht keinen guten Stil zeigt.
Und ob er/sie (Waeota Khaemkasem) Thai ist, steht auch noch als Frage im Raum. Es deutet nicht nur die Sprache, das Verhalten und Satzstruktur darauf hin, dass dem nicht so ist.
PS: Zwei Dinge die ich heute machen werde: 1. Das Kontaktformular ausblenden, wenn die Besucher von Google kommen. 2. Einen Disclaimer vor das Kommentarformular packen und Hinweise, dass ich erstens Thai lerne und spreche und man zweitens mehr als nur ein oder zwei Einträge gelesen haben sollte ehe man sich äußern will.
<°)))o><
Neuigkeiten aus Lamai
Heute abend hab ich mal eine Sonnenuntergangsrundreise um die Insel gemacht. Dabei kam ich das erste Mal seit Anfang Juni auch wieder in Lamai vorbei und hab die Beachstreet abgefahren. Im Folgenden möchte ich kurz schreiben, was es Neues in und aus Lamai gibt.
Nichts.
Canines Update
Gestern war mal wieder Hunde-Krankenhaus-Tag. Samstags müssen wir immer zum Arzt. Soosie aller zwei Wochen um die ganzen Impfungen zu bekommen, die ein Welpe so über sich ergehen lassen muss und Pokki jede Woche um den Draht ums Gebiss nach zu ziehen.
Angeblich heilt Pokkis Gebiss gut. Ich kann das schwer beurteilen, denke aber, dass es immer noch bedenklich locker ist. Wenigstens hat er keine Schmerzen und bellt die ganze Zeit. Womit wir schon bei einem Problem wären: Er bellt. Alles was auf 2 Meter ans Haus heran kommt wird angebellt. Das ist ziemlich nervig, wenn man Gespräche führen will. Maul zuhalten geht nicht wegen der Spange und weg schließen erzeugt nur noch mehr Krach. Ich bin gerade dabei, die Suchmaschinen nach “Hundepsychologie” abzuklappern.
Soosie fängt derweil an Hautprobleme zu bekommen. Shih Tzus haben durch ihre Verzüchtung meist generell Probleme mit den Atemwegen und der Haut. Pokki schnauft zuweilen ein bisschen und schnarcht nachts und seine Haut ist relativ gut, seit er kein Hühnchen mehr bekommt. Soosie hingegen hat bei Aufregung eine knackende Atmung und sieht meist unter dem Fell aus, als ob sie Opfer von Moskitoschwärmen war. Da wird noch viel Pfege auf uns zu kommen.
Pokkis Spange bleibt noch mindestens 3 Wochen drinnen, was für alle Hunde im Haus Reissuppe und für mich eine erhöhte Gassifrequenz bedeutet. Die Brühe rinnt nur so durch die kleinen Körper.
Ach ja, Pokki sieht manchmal nach dem Bürsten tatsächlich schon wie ein kleiner Shih-Tzu aus. Allerdings gelingt mir kein Photo ehe es nicht schon wieder ruiniert ist. Soosie hat eine Vorliebe für die Haargummis und er selbst wälzt sich erstmal auf den Fliesen um den trendy Strubbellook wieder her zu stellen.
Lange. Weile.
Ich bin am Überlegen, ob ich noch ein weiteres Blog einrichte um auf Deutsch über Blogs, das Web und den ganzen Technokram zu schreiben oder ob ich einfach in meinem derzeitigen Technoblog (muahaha) grauhirn.org anfange mehrsprachig zu schreiben. Ich hätte ja eine Menge zu erzählen was auf Englisch sehr lange braucht um ausformuliert zu werden und daher eher versandet.
Erkenntnis des Tages
Sonnenaufgangsphotographie an Stellen die nach Osten durch Berge verstellt sind lohnt nicht.
Der Tag der Acht
So, seit heute muss man eine 8 zwischen die Null und die Mobilvorwahl bei Mobilnummern setzen. Ich habe (denke ich) die ganzen Nummern bei mir getauscht.
Ich mag da gar nicht viel drumrum schreiben, die Archive geben genug Informationen her:
- <txp:gho_permalink id=“743”>Warum wieso weshalb?</txp:gho_permalink>
- <txp:gho_permalink id=“823”>Nummernspiele</txp:gho_permalink>
- <txp:gho_permalink id=“844”>Das kleine Programm für echte Cellulars</txp:gho_permalink>
Sorgen braucht sich niemand zu machen, denn man kann bis zum 1. Dezember noch mit der alten Nummer telefonieren. Beim Testen fiel mir dann auch noch auf, dass ich immer noch die alte Nummer als Rufnummer übertrage. So richtig gewechselt haben sie das also noch nicht.
Um an das 10Digits-Programm zu kommen kann man übrigens als User von DTAC auch die *7099 anrufen oder eine SMS an 7099 schicken und bekommt das Programm dann als WAP-Push geliefert. Als AIS-User kann man mit *184# eine URL anfordern, unter der man ein Programm zum Konvertieren herunterladen kann. Das allerdings scheint es für mein “Endusergerät” nicht zu geben. Macht nichts. Das DTAC-Tool funktioniert ganz gut.
Und wer kein Problem mit Datenschutz hat und seine ganzen Ladies im Handy aktualisiert haben will ohne selbst Hand anlegen zu müssen kann auch in einen der an jeder Ecke geöffneten Telefonshops gehen und dort seine Datenbank updaten lassen.
Hundeleben.
Manchmal fragt man mich ja, was ich den ganzen Tag so treibe. Nun, gestern zum Beispiel verbrachte ich vier Stunden damit, Pokkis Beine zu entfilzen. Er hat inzwischen sehr lange Haare und ihm ist sehr langweilig, weil ich ihm seine ganzen Beißspielzeuge nicht geben darf. Weshalb er seine Beine ableckt. Wenn man das nur lang genug macht verfilzt das alles. Im Sinne von Filz. Also eine richtig dicke Matte.
Ich habe also pro Bein eine Stunde investieren müssen, habe ihm wenig Freude bereitet und jede Menge Fellbüschel ausgerissen. Es muss doch sowas wie Conditioner für Hunde geben, oder?
Heute hab ich dann wieder entfilzt, diesmal aber nur eine Stunde. Eventuell sollte ich wirklich einzwei Stunden am Tag mit Bürsten und Kämmen zubringen. Das wäre dann wirklich ein Argument für eine Hunderasur.
Die restliche Zeit der vergangenen Tage habe ich mit Shih-Tzu-Phrenia.org zugebracht. Die Seite hat erstaunlich viel Interesse in den 6 Monaten ihrer Existenz erzeugt und generiert mehr Kontaktemails als diese Seite hier — dabei war sie einfach so mal eben dahingeworfen, man hat ältere Einträge nicht gefunden und alles war ein bisschen holperig. Jedenfalls habe ich ein bisschen am System getweakt, nun können Pokki und Soosie gemeinsam berichten. Dann hab ich Flickr enger eingebunden, del.icio.us auch, eine Hundewelt-Map (monatelang Pokkis Freunden aus aller Welt versprochen) eingerichtet und im Design ein bisschen aufgeräumt. Achja, Tags!! Die Site hat jetzt Tags. Der letzte Schrei. Ich habs mal Topics genannt. Mehr Ideen stehen auf der Karteikarte und dürften irgendwann realisiert werden.
Ihr solltet euch wirklich auch einen Shih Tzu zulegen!
Lady? Boy!
Heute hab ich mal wieder den Häretiker gegeben und eine Frage in den Raum geworfen:
Wie ist das denn mit den Ladyboys?
Im Buddhismus ist es ja so, dass Männer die Mönche berühren dürfen und Frauen nicht. Was also ist denn nun mit Ladyboys und Transvestiten?
Die Antwort war thailändisch pragmatisch wie immer. Männer sind solange Männer bis sie keine Männer mehr sind. Ist also nichts endgültig dürfen sie die Mönche auch anfassen, egal ob sie geschminkt und in Frauenkleidern herumlaufen oder nicht.
Hätte ich mir auch selbst denken können.
Bomben
Vor 90 Minuten gab es wieder mal koordinierte Anschläge im Süden. Diesmal auf acht Banken in Yala darunter auch die Bank of Ayutthaya.
Ausbrecher
Mal wieder mein <txp:gho_permalink id=“860”>dieswöchiges</txp:gho_permalink> Lieblingsthema <txp:gho_permalink id=“861”>Stierkampf</txp:gho_permalink>. Nach den beiden Ausbrechern am Montag hatte ich irgendwie angenommen, man würde es sein lassen mit den Stierkämpfen oder für eine sicherere Umgebung sorgen. Es blieb eine Annahme.
Gestern blieb alles entspannt und gelassen und man hörte nur kurz einmal einen unitarischen völkischen Aufschrei. An allen Ecken hatten sich halbnackte muskulöse Thaiburschen mit Mopeds postiert um eventuell ausbrechende Bullen nieder zu ringen. Es brach nur niemand. Fu meinte dann ja die passen da jetzt schon auf das ist schon alles gut.
Heute war selbst meine Soi zum Parkplatz mutiert. Die halbe Insel war da. Und diesmal gabs einen fußballartigen Aufschrei, der ungefähr eine halbe Minute hielt. Dann rutschte die freudige Stimmung des Lärms in Schmerzensschreie. Und wieder hörte ich das Trampeln der Stiere und sie galoppierten auf der anderen Seite des Hauses vorbei (diesmal hab ich ein Foto, Stierrücken im Gras, lädt grad noch hoch ;). Einen haben sie nach 10 Minuten eingefangen. Den anderen nach einer Stunde.
Nachdem die Stiere ausbrechen sieht man immer jede Menge Thais auf Mopeds, Songtheaws, Fahrrädern und Pickups eilig von dannen fahren. Der Staub legt sich eine Stunde lang nicht. Könnte ja die Polizei kommen. Wobei, eher nicht. Heute hab ich zwei Polizisten unter den die Szenerie Verlassenden gesehen.
Wenn die Wahrscheinlichkeit niedergetrampelt zu werden nicht so hoch wäre würde ich ja mal spannen gehen…
Auswandern
Dümmliche Kommentare im Spiegel zu und von Auswanderern. Auch ich saß eines Morgens vor einem Convenience-Laden im Hamburger Flughafen und mir war irgendwie klar, nie wieder zurück zu kommen. Im Sinne von Miete zahlen. Nichtsdestotrotz: wie dumm muss man sein, sich im Spiegel verbal zu entblößen und Sprüche wie “Man wird Sie immer als Ausländer erkennen, sei es an Ihren blonden Haaren, Ihrem Akzent oder Ihren Gesten” (in Trinidad!!!) abzulassen.
Mann mann mann… Kleingeist bleibt Kleingeist. Selbst in Trinidad. Oder Thailand.
Mopednews
So. Ich glaube ich habe mich so langsam mit <txp:gho_permalink id=“856”>meinem neuen Behindertengefährt</txp:gho_permalink> abgefunden. Meine Füße zucken nicht mehr unkontrolliert, wenn es Gänge zu schalten gibt (weil es keine Gänge zu schalten gibt) und auch die Sache mit den Bremsen wird langsam klar. Vorne links ist Vollbremsung und vorne rechts Abbremsen. Einziges Manko ist, dass kein Körbchen am Moped ist, denn Pokki mag die Stellfläche nicht allzusehr.
Es hat wohl ziemlich viel PS denn beim Testfahren heute war ich plötzlich weit über 80 km/h. Und morgen teste ich mal die Berge zwischen Ban Thai und Nathon.
Ich ertappe mich manchmal dabei so eine Position einzunehmen die Rentner auf ihren Einkaufsmobilen einnehmen. Knie parallel zueinander und Beine rechtwinklig aufgestellt. Blick starr nach vorn und Rücken gerade. Fehlen bloß noch die Gehhilfen und der Rolli auf dem Rücksitz. Demnächst kauf ich mir dann einen Strohhut und einen weißen Schal.
Ich arbeite daran.
Ideenlos
Ganz schön langweilig, was man im Netz so unter schreibblo(g(g)?|ck)a(de)?(.de)? findet. Mag ich gar nicht verlinken. Aber irgendwie heißen plötzlich alle Blogs schreibblogade in den verschiedensten Schreibweisen. Wenn es nicht so schwer wäre Freund Guugel und Konsorten auf meine Spuren zu bringen würde ich lieber heute als alsbald Domain und Namen wechseln.
PS: Ich weiß: die nächste blogbezogene Programm- oder Titelidee lass ich mir patentieren oder als Marke eintragen… So macht man das heute…
Unschuldig unschuldig.
Mister John Karr hat die kleine JonBenet Ramsey nicht umgebracht. Er hat es zwar behauptet aber irgendwie bin ich froh, <txp:gho_permalink id=“841”>damals schon mutmaßlich geschrieben zu haben</txp:gho_permalink>, denn bereits nach einigen Stunden meldeten sich die ersten Stimmen, dass er ein ziemlich seltsam aufmerksamkeitsbedürftiger Zeitgenosse sei. Er hat mit einem Kriminalistikprofessor Briefwechsel geführt woraufhin dieser die Briefe ans FBI weiter gegeben hat, weil er (Karr) mehr und mehr Behauptungen und Lügengerüste aufbaute.
Er wurde hier mit viel Tammtamm verhaftet, durfte eine Live-Pressekonferenz geben, seine “Abreise” (ohne Handschellen, Businessclass und Champagner) wurde live übertragen, seine Ankunft in den USA in allen News diskutiert.
Nun ist er unschuldig . Mutmaßlich. Ein kleiner Wichtigtuer. Dafür gibts doch bestimmt auch schon einen Fachbegriff — Leute die sich aus Aufmerksamkeitsgründen selbst belasten.
Jedenfalls hat die Geschlechtsumwandlungsklinik in Bangkok bei der er vorstellig war genügend Publicity für die nächsten zwei Jahre gesammelt und die Polizei hat endlich mal Grund, alle ausländischen Sprachlehrer genauer zu durchleuchten (er hat sich bei mehreren Schulen als Sprachlehrer beworben). Und Fox meinte sogar verkündigen zu müssen, dass alle Männer, die Bangkok besuchen, pädophil sind. Ich war 5 mal in Bangkok.
Allerdings, genauer betrachtet: Er hat einen Gratisflug nach Hause bekommen und wird bestimmt auch noch jede Menge Geld bekommen, weil man ihn so ungerecht behandelt hat, denn:
“We are deeply distressed by the fact that they took this man and dragged him here from Bangkok, Thailand with no forensic evidence confirming the allegations against him, and no supporting factors leading to a presumption that he did anything wrong,” Temin said. [via The Nation ]
Eigentlich ganz raffiniert. Ich muss mal recherchieren, welche Mordfälle in Deutschland gut dokumentiert und ungeklärt sind. Ich will mal wieder “heim kommen” und checken, ob es dort immer noch so deprimierend ist wie bisher und hab gerade kein Geld für die Flüge.
Nichtsdestotrotz bleibt es eine Tatsache, dass man als Verbrecher in Thailand gut aufgehoben ist.
Dann halt heute…
Sie lernen irgendwie nicht. Gerade füllt sich die Wiese hinten wieder mit Büffelkampffreunden. Gleich mal die Hunde wegsperren. Diesmal hab ich die Kamera bei der Hand, wenn sie rennen…
Satiahkambbph
Heute am späten Nachmittag hörte man zuerst aus der Umgebung meines Hauses eine Stimmenansammlung als ob 200 Meter entfernt eine öffentliche Übertragung eines Fussballspiels stattfand. Das währte nicht lange. Es kam zu einer Volumenerruption a la Golden Goal und dann verschiedenes Geschrei. Wenige Sekunden später galloppierten zwei schwarze Stierbullen in Hochgeschwindigkeit vorbei (ich war grad Gassi gehen mit den Hunden und konnte grade noch so Pokki an mich reißen um ihn an der Verfolgung zu hindern) in Richtung der Ringroad.
Die Thais um die Ecke hatten für heute illegale Stierkämpfe angesetzt. Die Absperrungen waren offensichtlich nur mangelhaft.
Nach einer halben Stunde führte man einen der Bullen an meinem Haus vorbei zurück, den anderen zwei Stunden später.
Illegal und Spass dabei.
Es war zwei Stunden ziemlich staubig in der Gegend von den ganzen panisch abgefahrenen Autos auf der Sandpiste hinterm Haus. Ich hab viel gelacht. Schade, dass ich die Stiere nicht photographieren konnte.
Sonnenuntergang
Electricity!
Ich sag mal, mit steigender Zahl der Visarünne sinkt die Qualität selbiger. Mehr morgen.
Ja wo laufen sie denn?
Um sich in Thailand aufhalten zu dürfen muss man entweder thailändischer Staatsbürger sein (ein für geborene Europäer mehrere Millionen Euro schweres Unterfangen) oder ein Visum besitzen. Dabei gibt es mehrere Arten von Visa.
- Das Touristenvisum:
Wenn man in Thailand einreist ohne ein von einer Thaibotschaft ausgestelltes Visum zu besitzen, erhält man ein Touristenvisum. Für die meisten Nationalitäten bedeutet das 30 Tage Aufenthaltsrechttxp:gho_footnote wobei der erste Tag von 0 Uhr zählt und der letzte bis 24 Uhr, was dann rein faktisch irgendwo bei 29 Tagen endet</txp:gho_footnote>, für einige “kritische Staaten nur 15 Tage (ich glaube darunter sind einige ehemalige russische Staaten und Afghanistan) und für drei oder vier aktuelle Kriegsstaaten gibt es ohne Botschafts-Visa keine Einreise.
Nach dreißig Tagen muss man dann ausreisen. Will man länger im Land bleiben, steht entweder ein Visarun an — man fährt mal eben ins Ausland, läuft um die Grenzbuden und fährt wieder heim — oder man geht ins Immigration-Office und verlängert sein Visum. Die Verlängerung kann man einmalig und je nach Laune des jeweiligen Beamten für 15 oder 30 Tage bekommen. Die 30 Tage-Verlängerung kostet 2000 Baht, ein Visarun 1600 Baht. Alles klar? Allerdings verliert man bei letzterem einen ganzen Tag, wenn man auf Koh Samui lebt. Von Bangkok aus kann man innerhalb von 8 Stunden gemütlich nach Kambodscha und zurück fahren (Staus in Krungthep nicht mitgerechnet).
- Non Immigrant Visa:
Es gibt jede Menge Non Immigrant Visa, ich hatte eine Zeit lang Non Immigrant Visa Type B für Business, dann gibts welche für Investoren, für Sportler und Wissenschaftler die zu Veranstaltungen kommen und so weiter. Je nach Art des Visums muss man dann aller 3 Monate den Visarun machen oder kann sich im Immigration-Office melden.
So ein Visa bekommt man nur unter Einreichung jeder Menge Dokumente bei einer “Überseebotschaft” Thailandstxp:gho_footnote Diese Definition heißt nicht viel mehr als dass ein Land zwischen Thailand und dem Botschaftsland sein muss. Weshalb ich damals nach Singapore geflogen bin.</txp:gho_footnote> und mit Schreiben einer Firma oder eines Auftraggebers in Thailand.
Die besten Non Immigrant Visa sind die für Diplomaten und Reporter, die können bis zu 6 Monate oder länger ohne Meldepflicht ausgestellt werden. Allerdings muss man dafür eben Diplomat oder Reporter sein.
- weitere Arten:
Es gibt eine Visa-Art wo man ein Jahr Aufenthaltsrecht hat, wenn man mit einem Thai verheiratet ist. Allerdings habe ich darüber nur diffuse Sachen gehört. Weitere Visa gibts für viel Geld (fünf- bis siebenstellige Dollarbeträge) und für verdiente Personen, die bereits sehr lange im Lande leben und gut gehende Firmen haben, die viele Thais einstellen oder Quasimonopole darstellen.
- Und ich?
Also ich bin <txp:gho_permalink id=“1”>im letzten Januar</txp:gho_permalink> mit einem Non-Immigrant-Visa B eingereist, musste dann <txp:gho_permalink id=“143”>im April einen Visarun machen</txp:gho_permalink> (nach drei Monaten), weil sowohl Behörden als auch Dokumentenlieferanten sehr malerisch mahlten, im Mai hat man mir unter anderem meinen Pass geklaut, ich meine, man hat ihn mir verloren und ich musste mangels Visum wieder einen Visarun machen, <txp:gho_permalink id=“296”>nach Singapore</txp:gho_permalink>, um ein neues Non Immigrant B Visum zu bekommen — das alte Visum war zwar ein Jahr lang gültig (für Dreimonmatsphasen mit Visarun) aber eben im alten Pass und nicht übertragbar. Das brauchte ich, um dann am 31. August (!!!) <txp:gho_permalink id=“353”>die Arbeitserlaubnis und das Spezialvisum</txp:gho_permalink> zu bekommen, mit dem ich mich nur aller drei Monate melden musste. Das war nur bis Ende Juni diesen Jahres befristet und wurde mangels Anstellung nicht verlängert. Und so reise ich <txp:gho_permalink id=“780”>seit Juni</txp:gho_permalink> regelmäßig aller 4 Wochen ins Ausland.
- Und Andere?
Ich kenne Leute die machen seit Jahrzehnten monatlich einen Visarun. Andere ziehen in die Nähe der Grenze, um nicht einen ganzen Tag beim Rennen zu verlieren. Ein Non Immigrant Visa ist aber das erstrebenswerteste. Damit kann man unter anderem als Ausländer eine Arbeitserlaubnis bekommen, was der erste Schritt für die Unternehmensgründung hier ist.
- Die Industrie
Hier auf Samui gibts einige Reiseunternehmen, die Tagesreisen nach Myanmar und Malaysia anbieten. Die erste Fähre am Morgen (6:00 Uhr) wird genommen, dann vier Stunden Busfahrt, eine Stunde Grenzgänge, vier Stunden Busfahrt und wieder Fähre. Man verliert einen ganzen Tag, hat aber sein Visum.
- Und wenn mal nicht?
Wenn man seine Aufenthaltsdauer überschreitet kostet das 500 Baht per Tag und maximal 20000 Baht. Man riskiert allerdings mit steigenden “schwarzen Tagen” die Ausweisung und ein 99 jähriges Einreiseverbot. Und wenn man wie einer der komischen Blaublüter aus Europa neulich an seinem Visum rummanipuliert kommt man in den Knast und muss nach dem Verfahren um die 6000 Baht zahlen (etwa 120 Euro). Wenn man nicht vorher im Knast stirbt.
Noch Fragen, Herr Kiesow ??
Automatisch
Version 1:
Ich fahre seit heute (wieder) ein Automatik-Moped. Es hat virginide 90 Kilometer auf dem Buckel und ist dementsprechend noch sehr lernfähig und formbar, was die Leistung entspricht. Nur wer cool ist, fährt automatisch.
Version 2:
Pokki ist zu groß für den Mopedkorb geworden, also musste eines mit Bodenfläche für ihn her. Dummerweise gibts das nur als Automatik-Moped. Ich hab leichte Probleme meine Füße ruhig zu halten wenn mein Kopf der Meinung ist, schalten zu müssen. Und das mit dem Bremsen ist auch so eine Sache. Die eine Bremse bremst sehr hart und die andere leicht. Bisher hab ich glaube ich größtenteils mit dem Fuss gebremst. Wenigstens haben die Reifen wieder Profil ;)
Pluto: Und er bleibt doch ein Planet!
Ich finde ja, dass man Wissenschaftlern jegliches Stimmrecht entziehen sollte. “Seit gestern ist Pluto nur noch ein Zwerg-Planet und kein “richtiger Planet mehr . Warum? Weil Wissenschaftler erst diskutiert haben, die Definition eines Planeten zu ändern und dann nur ein paar davon (um die 400) über eine wissenschaftlich allgemeingültige Definition abgestimmt haben. Dummerweise haben größtenteils die Falschen abgestimmt.
Die thailändische Schulkommission will noch ein bisschen warten bis sie die Schulbücher ändert.
Die Definition für einen Planeten ist jetzt übrigens irgendwas mit Himmelskörpern die sich all ihrer “debris” im Orbit entledigt haben.
Bombt den Mond weg! Sonst leben wir nur noch auf einem Heimatzwergplaneten!
Recherche
Ich finde es erstaunlich, wie viele meiner Besucher über den Suchterm Patrick Kollitsch auf die die schreiBBloga.de kommen. Das nenn ich mal Suchmaschinenoptimierung.
Terminvereinbarung Thaistyle
Montag:
Khun Dthoh: So we have exercise of band on tuesday, ok?
Ich: Oh, tommorrow? Ok.
Khun Dthoh: No. Tuesday! Monday Wednesday Tuesday Saturday…
Ich: Ehm. Monday Tuesday Wednesday Thursday Friday…
Khun Dthoh: Oh, Ok. On Wednesday.
Mittwoch:
Nichts
Donnerstag (eben gerade):
Khun Dthoh: Ehm, we want to apologize because they cut energy in Lamai and you maybe waited for us today the whole day…
Ich: No, I waited yesterday the whole day…
Gemeint hat er die ganze Zeit “wuan parühat” was Donnerstag ist. Hätte er es mal gesagt. Hat er aber nicht. Weil er, wie alle Thais wichtige Dinge sofort versucht auf Englisch zu sagen. Selbst wenn er diese Sprache nicht annähernd sprechen kann. Aber es ist wichtig für den Farang, also spricht man seine Sprache.
Wir haben jetzt vereinbart dass er alles erst einmal auf Thai sagt ehe er es mir bequem machen will…
Service. SMS.
Hi Patrick, I just want to remide your visa will be expire on 28 Aug. Visa quick have trip on 27 Aug. Look forward for you to joy us again. <txp:gho_permalink id=“824”>Kita</txp:gho_permalink>
Ok. Of course. Und wie ich euch befreuen werde.
Bewegt
Hab ich eigentlich schon mal erzählt, dass wir umgezogen sind? Nein? Gut. Also hier ist sie, die Story von wo wie wir umgezogen sind.
Am Freitag vor drei Wochen klingelte mein kleines Mobiltelefon. Das tut es relativ selten also nahm ich mal ab, um zu hören, was es denn zu hören gäbe. Eine weibliche Thaistimme brabbelte auf mich ein und ich verstand so etwas wie “baan khun mod leau” was “Dein Haus ist fertig” bedeuten dürfte. Ich war mir nicht bewusst unter die Häuslebauer gegangen zu sein also murmelte ich etwas wie “bo don yen wuan nii” zurück und hoffte, dass es als “ich ruf heute abend wieder an” verstanden würde. Abends liess ich das Ganze dann Fu klären und es stellte sich heraus, dass tatsächlich “mein” Haus fertig gestellt wurde. Vor rund einem Jahr war ich auf der Suche nach netten Häusern und anderen Wohngelegenheiten in der Gegend (bevor ich mich auf die andere Seite der Insel konzentriert habe) und war auch hier einmal vorbei gekommen. Es wurde gerade ein sehr sehr schönes Holzhaus im Thaistyle fertiggestellt und ich fragte natürlich, ob ein armer Farang das mieten dürfte. Das ging aber nicht, weil es das Haus einer jungen Familie war. Ich habe denen dann meine Nummer gegeben, weil sie meinten, sie würden eventuell noch ein Haus bauen.
Wir fuhren also Freitag kurz vor Sonnenuntergang zur Hausbesichtigung und fanden ein wunderschön geschnittenes Haus mitten im Dschungel vor. Etwas 2km von meinem “alten” Haus auf der Ringroad entfernt. Die Sonne ging unter und ich sagte, ich nehms. Sonntag kamen wir nochmal und schauten das Ganze im Tageslicht an und es gefiel mir noch viel mehr. der Mann der Hausbesitzerin muss wohl Gärtner sein, denn rings um das Haus sind verschiedene Palmen gepflanzt und jede Menge Orchideenpflanzen in alten Baumstämmen versteckt. Selbst jetzt kommt er noch alle paar Tage vorbei mit neuen Pflanzen. Das wird ein netter Garten.
Jedenfalls bin ich dann vor zwei Wochen umgezogen und habs bisher keinen Tag bereut. Ich bin in einer kleinen Thaicommunity gelandet und der einzige Farang hier. Das hat ein wenig Exotenstatus, aber ich glaube die Aufregung hat sich inzwischen gelegt. Ich habe jede Menge Leute kennen gelernt und bin zum Englischlehrer aufgestiegen. Jeden Abend kommt Khun Dthoh vorbei und lernt einen neuen Satz. Khun Dthoh wohnt um die Ecke. Der Mann ist fast einen eigenen Eintrag wert. Mal sehen. Die Kinder von den Hausbesitzern kommen auch gerne vorbei, weil mein Fernseher immer läuft und ihre Hunde nicht so wuschelig sind. Wenn ich dann mal irgendwas auf Thai sage brabbeln sie mich zu als ob ich alles verstehen würde. Wenn am Haus irgendwas nicht funktioniert kommt ein ziemlich kleiner Thai und kriecht unters Dach oder in irgendwelche Ecken um es zu richten.
Ständig kommt jemand vorbei um zu quatschen (ein Umstand der mir als notorischen Einsiedler am Anfang sehr zu schaffen gemacht hat) oder frisch geerntete Früchte oder Gemüse zu bringen. Mein Haus ist ein Traum und die Hunde fühlen sich wohl, <txp:gho_permalink id=“838”>wenn sie nicht gerade von Killerbestien zerfleischt werden</txp:gho_permalink>.
Ich kenne jede Menge neuer Leute, deren Namen ich alle noch lernen muss, Khun Chang, Khun Ooy, Khun Lek, Khun Aum und das hässliche kleine haarlose Baby. Da bin ich ja schon froh, dass die Kinder der Hausbesitzerin schwarz und weiß heißen. Sii Damn und Sii Khauw. Ist leicht zu merken und wenn man sie beide vor sich stehen hat auch verständlich.
Die Vermieter sind ziemlich jung für meine bisherigen Vermietererfahrungen, haben wie gesagt zwei Kinder und sind meiner Meinung nach aus dem Süden Thailands (weil sie “mai phrüüh” statt “mai bpen rai” sagen) und somit die ersten Vermieter, die nicht chinesischer Abstammung sind. Dazu später mal mehr.
Die Gegend ist sehr leise und grün. Jede Menge Palmen, direkt am Berg, Natur pur. Am Abend des ersten Tages im neuen Haus standen plötzlich 9 (Neun) Thaihunde vor der Tür. Da war mir als Hundehasser dann schon mulmig zu Mute. Aber das war wohl eine einmalige Begrüßungsaktion der Hunde der Gegend für Soosie und Pokki. Man sieht sonst nicht mehr als drei Hunde gleichzeitig. Trotzdem bellt sich Pokki heiser.
Und die 2 Kilometer Abstand zum alten Haus haben sich auf 500 Meter relativiert wenn man direkt durch den Dschungel fährt. Ist ja doch eine kleine Insel und die Ringroad fährt nur einen großen Bogen von Ban Maenam nach Ban Thai.
Als ich vom Haus am Berg nach Maenam gezogen bin, musste ich dreimal mit dem Moped hin und her fahren um all meinen Kram ins Haus zu bringen. Diesmal kam ein Pickup der mehr als gefüllt nur einmal fahren musste. Ich hab ne Menge Kram angesammelt.
Naja…
Diagnostiziert
Da hab ich den gestrigen Tag nun die ganze Zeit darauf gewartet, <txp:gho_permalink id=“850”>Thaksins Diagnose</txp:gho_permalink> zu hören — nichts. Vermutlich war sie so niederschmetternd dass sie eine Geheimstufe bekommen hat.
Dafür hat man heute mit großem Brimborium einen Lieutnant festgenommen, der einen Wagen mit explosivem Material in der Nähe von Thaksins Villa gefahren hat. Am Anfang hieß es eine Autobombe wurde entschärft — das relativierte sich aber im Verlauf des Tages und nun war es nur noch Sprengstoff.
Am Dienstag wurde auf Thaksins Villa geschossen. 10 Minuten nachdem er sie verlassen hat, zeitiger als sonst. Der Sicherheitsbeamte der als Täter festgenommen wurde sagt aber, wenn er auf Thaksin schießen würde dann würde er auch treffen.
Und dann meinte Thaksin noch, vor 2 Wochen wäre ein weiterer Anschlag auf ihn vereitelt worden.
Diese ganzen Anschlagsbedrohungen sind ziemlich stüperhaft ausgeführt. Seit Monaten kommt es immer mal wieder zu Bedrohungen die dann mediengewaltig ausgebreitet werden. Diesmal muss Thaksin leider ein paar Termine absagen.
Würde mich nicht wundern, wenn auch er solche Bedrohungen zu nutzen wüsste um seine Positionen zu stärken. Wir werden es sehen.
Thaksin auf der Couch
Chula to perform psychoanalysis on Thaksin
A group of Chulalongkorn University academics will invite a psychiatrist to perform a psychoanalysis on caretaker Prime Minister Thaksin Shinawatra during a seminar on Wednesday.
The group announced Tuesday that the seminar would be held from 4 to 6 pm on Wednesday.
Two psychiatrists — Doctor Ronachai Wongsakol of Ramathibodi Hospital and Doctor Kasem Tantipalachiwa — would perform an psychoanalysis on the caretaker prime minister.
Senator Doctor Nirand Pithakwatchara would also be invited to talk about Thaksin’s political tactics during the seminar. [via The Nation ]
hehe… heheheh… ich tippe mal auf Psychoanalyse als Wissenschaft, nicht als Therapie ;) Wir werden “Bindung” und “Aversion” hören.
Das ist aber Glaube
Heute druckste Fu den ganzen Abend herum und rückte dann nach einer Weile heraus, mit ihrem Buddha-Anhänger. Von ihrem Bruder geschenkt, gefertigt in einem Wat in Phrae und glücksbringend. “You know that!”. Ein von meinem schrägen Humor unantastbares Symbol.
Er wurde mir mit dreifachem “sa buddhasa”-Vers und einigen anderen Pali-Sprüchen umgehängt und ich bekam noch einige Befehle mit auf den Weg. Nicht abnehmen, beim Duschen nach hinten drehen, nichts Unanständiges anstellen.
Mir soll er Aufträge bringen. Was man halt so als Glück bezeichnen könnte.
Auf der Heimfahrt kippte sie zuerst mit ihrem Moped um. Dann stand sie 5 Minuten an der Einmündung zur Ringroad und kam “aus Verkehrsgründen” nicht auf die Ringroad. Ich wartete derweil auf selbiger und sie. Als nächstes stieß sie fast mit einem Mülltruck zusammen. Als sie anschließend auf ihre Soi einbiegen wollte rutsche sie mit lautem Knall durch eine der Lücken in den die Straßenränder füllenden Kanalisationsabdeckungen und verließ ihren Mopedsitz ein zweites Mal unfreiwillig.
Ich hab ihr den Buddha zurück gegeben.
Vorfreude
Hab mich grade beim vorfreudig Grinsen erwischt. Dann kurz über das Grinsen nachgedacht. Dann gedacht, dass Schadenfreude vorfristig auch als Vorfreude gedeutet werden kann. Dann wieder gegrinst. Wird nicht wieder vorkommen. Hehe. Glaub mir.txp:gho_footnote Frag nicht!</txp:gho_footnote>txp:gho_footnote Und ich muss noch eine Kategorie “dümmliche nichtssagende Fluffigkeitsankündigungen mit Befindlichkeitsanzeige” einrichten.</txp:gho_footnote>txp:gho_footnote Oooooy. Moonspell. Manch einer würde es als Rückfall bezeichnen.</txp:gho_footnote>
Grü?e aus der (amerikanischen) Realität
Zone Reality ist ein lustiger kleiner britischer Sender der seinen Weg ins thailändische Kabelnetz gefunden hat. Wenn nicht achtziger Jahre 911-Serien kommen dann kann man sehen wie sich Cowboys die Hoden beim Bullriding ruinieren, Drogenhändler verdeckte Ermittler vor versteckter Kamera verkloppen, kleine Idioten in einem Überlaufbecken bei Regen Skateboard fahren und fast ertrinken, Operationen am offenen Herzen fast schief gehen und fanatische Hundebesitzer in Kanalrohren feststecken, weil sie ihren Lieblingen hinterherkraulen und vom Umfang das Rohr bei weitem übertreffen.
Alles in allem also die Sorte “Reality”-Serien die man sich bei RTL2 ankucken kann. Die meisten Serien sind aus den achtziger Jahren und größtenteils aus den USA. Lustig ist auch die Eigenwerbung: Man hört Hillbilly-Musik und sieht ein paar Warnschilder in der Art “Nicht Schwimmen, bissige Krokodile” und “Bitte Bären nicht füttern”. Dann weiße Schrift auf schwarzem Grund (nicht gesprochen): “10 Millionen Amerikaner cannot read. We salute them all.” Bester britischer Humor.
Eine dieser interessanten Sendungen ist “Cheaters” (stellen Sie sich das C als große Lupe vor). In dieser Sendung lassen zukünftige Ex-Partner ihre zukünftigen Ex-Partner beschnüffeln und wenn man den Beweis für dessen Fremdgehen hat (meistens durch eine versteckte Kamera in der alle erregenden Körperteile ausgepixelt sind und man trotzdem noch die Stellung erkennen kann) gehen ein zwei Kamerateams, die verletzte Seele und ein schmieriger Moderator zum Cheater, möglichst während dieser in Aktion auf der versteckten Kamera zu sehen ist und “konfrontieren” sie mit Fragen wie “Haben Sie beim Sex an ihren Partner und seine Gefühle gedacht?”, “Womit hab ich das verdient?” und so weiter. Tiefste Schublade. Interessanterweise sind alle “Kunden” von Cheaters am Ende immer sehr geschockt, dass ihr Partner tatsächlich fremd geht.
Jedenfalls trifft dieser Sender die thailändische Schaulust mitten ins Herz. Leider ist zu erwarten, dass auch dieser Sender irgendwann wieder aus dem Programm verschwindet. Die Farangsender haben hier eine Rotation von ungefähr einem Monat. Zur Zeit gibt es noch zwei premiere-artige Programme einer Sendergruppe namens M-Net aus Südafrika. Das ist allerdings irgendwie über Internet mit gecrackter Software geladen, denn regelmäßig wird die Verbindung gekappt oder man sieht nette Windows-XP-Fehlermeldungen. Trotzdem ein Leckerbissen denn man kann Serien wie “House” oder “Grey’s Anatomy” sehen. Wie gesagt. Für eine Weile…
Neues vom Hunde
Gestern war Pokkis großer Tag. Wir fuhren morgens wieder ins Krankenhaus, er wurde eingehend begutachtet und wir wurden wieder weg geschickt. Ohne Pokki. Der Kleine musste dort bleiben und ich durfte ihn abends wieder abholen. Er war bis unter den Zopf mit Beruhigungsmitteln zugepumpt und begrüßte mich nur mit den Augen. Der Arzt hat ihm einen Kupferdraht um das Gebiss gewickelt. Jetzt sieht er aus wie ein Teenager mit Zahnspange und klingt auch so.
Er war so sehr zugedröhnt, dass er beim Gassi gehen umgekippt ist, ohne mit dem Pinkeln aufzuhöhren. Das war nur beim Zukucken lustig. Jedenfalls geht es ihm wieder gut genug, dass er jeden Hund anbellt, der vorbei kommt. Mal sehen, ob er aus seiner Erfahrung gelernt hat. Reissuppe gibts jedenfalls noch für einige Zeit.
Aus 9 mach 10
Dass es in Thailand <txp:gho_permalink id=“743”>eine acht mehr in den Mobiltelefonnummern</txp:gho_permalink> geben wird, habe ich mehrfach erwähnt. Zum ersten September nun wird umgeschaltet und alle Nummern bekommen gleich hinter der 0 eine 8 verpasst. Aus meiner leicht zu merkenden 078979350 wird eine 0878979350, das wird schon schön kompliziert.
Wer nun wie ich um die 300 Kontakte im Telefonbuch stehen hat, sieht sich einer gewissen Aufgabe gegenüber: In allen Nummern eine 8 einfügen.
Da ist es sehr praktisch, wenn man wie ich ein unter Symbian laufendes Telefon hat, denn DTAC (eine der Telcos Thailands) bietet ein nettes Programm an, welches die Kontakte durchscannt und die Ziffer einfügt. 10 Digits nennt es sich und es passt sogar auf, dass keine Nicht-Thainummern umgewandelt werden.
Jetzt kann der September wirklich kommen.
Cool sein
Ich lese den Spiegel nur noch über Handy. Mit Opera Mini.txp:gho_footnote Und im Thailotto hab ich nicht mal annähernd gewonnen. Keine einzige Zahl gleich.</txp:gho_footnote>
Update im Hundekrieg
Die braune Terror-Töle hat grade den netten schwarzen Hund von der Kokosnussfarm nebenan gebissen. Jetzt ist er fällig. Er braucht nur auf hundert Meter heranzukommen und schon drehen Pokki und Soosie durch, bellen, jaulen (Pokki bellt immer nur ganz kurz, macht sich nicht so gut mit zwei Unterkiefern) und knurren. Selbst Soosie die eigentlich nur spielbellen kann.
Die Hausbesitzerin kam gerade vorbei um sich nach Pokkis Befinden zu erkundigen und brachte die Killer-Maschine mit. Ein Fehler, sag ich mal, wir haben zwei Sätze wechseln können und waren dann mit Hunde beruhigen beschäftigt.
Mord lohnt nicht
Die News sind heute voll der Nachrichten über den gefassten mutmaßlichen Mörder von JonBenet Ramsey. Ich entsinne mich darüber vor Jahren einmal einen Bericht gesehen zu haben mit Filmen und Photos von ihr wo sie puppenhaft zurecht gemacht über den Laufsteg dackelte und “glücklich” war.
Nun jedenfalls hat man mit John Mark Karr einen Verdächtigen gefasst. Mord lohnt also nicht. Vor allem nicht, wenn man in Thailand untertauchen will. Auch Deutschland hat ein Auslieferungsabkommen mit Thailand für Mordverdächtige. Mit anderen Straftaten im Nacken kann man hier allerdings gut untertauchen.
Reissuppe
So. Reissuppe also für Pokki. Das trifft sich gut weil ich häufiger mal Reissuppe im Topf habe. Dabei handelt es sich aber nicht um irgendwas wohlschmeckendes mit Reis, es ist einfach nur Reis mit besonders viel Wasser. In der Regel gibt es dann dazu verschiedene Gerichte (Grünkram und tote Tiere) die man in die Suppe tunken kann auf dass der Geschmack komme.
Pokki mag Reis eigentlich. Reissuppe aber nicht. Es kann auch sein, dass er überhaupt nicht hungrig ist oder er noch von der Schmerzzpritze betütelt ist. Die Reissuppe steht unangetastet in der Ecke.
Unangetastet? Nicht wirklich. Soosie scheint Reissuppe zu mögen.
PS: Ah, der gute alte Putzfimmeltrick. Beide Hunde können es nicht ausstehen, wenn das Futter auf dem Fussboden liegt und fressen die Gegend um die Schalen immer akribisch sauber. Sehr gut. Ich sitze jetzt mit Löffel neben der Schale und unterziehe ihn einer Bodenfütterung ;)
Lesungsanregung: Der Mirus
Der Mirus . Der Johannes . Einer der wenigen, die mich korrekt verlinken: mit die schreiBBloga.de — da stimmt jeder Buchstabe, jedes Zeichen, jede Kapitalisation.
Wenn Ich also mal wieder ein paar Tage lang nichts schreibe, dann könnt ihr ruhig mal sein meines lapidaren Blogges ebenbürtiges triviales Weblog anklicken.
Eines Tages fand er mich recht dämlich und in die Scheiße greifend als ich in der Ur-Schreibblogade über den Penner der den Euro — Grand — Price — Visions — Sing — Bewerb für die ARD dokumentieren durfte durch den Kaffee zog (gerechtfertigt, wie ich auch heute noch finde). Ich mochte ihn aber schon vorher. Irgendwas verband ihn mit Zwickau. Kann das sein?
Er hat ein paar Katzen, anscheinend noch keine Hunde und einen kaputten Rechner. Und er lebt in Köln.
Das alles reicht für mich, ihn gerne und regelmäßig zu lesen. Und was für mich gut ist, sollte für euch auch lesenswert sein, oder?
Also! Klicken !
PS: Ja ich weiß, der Mirus ist so thailandaffin wie George Bush. Trotzdem.
Rassenhass
Heute wurde Pokki von einem Thaihund (Maa thai, grosser brauner Hund™) übel gebissen. In einem Augenblick unterhielten sie sich schnüffelnd, schwanzwedelnd — im anderen biss der Köter ihn frontal ins Gesicht, wedelte ihn herum, dann in den Nacken und wedelte wieder bis ich dazu kam und ihm auf den Rücken schlug. Das half nicht viel, aber irgendwie kam Pokki nach einer Weile los und schleifte sich mit eingekniffenem Schwanz und bitterlich jaulend zurück ins Haus, während ich den Braunen am Halsband in Schach hielt.
Mein Hausbesitzer und Eigentümer des Hundes war nur ein paar Meter entfernt und kam sofort und verprügelte ihn nach Strich und Faden. Hier ist man nicht so zimperlich mit seinen Hausgenossen. Zu diesem Zeitpunkt fand ich das ein bisschen hart dem Hund gegenüber, schließlich hat er nur nach Instinkt gehandelt.
Eine erste Bestandsaufnahme des verängstigten Bündels ergab einen Kratzer unter der Schnauze, einen überm Auge, ein blutiges Auge und eine blutige Nase. Das fand ich nicht sehr schlimm, ein bisschen Desinfektionsmittel drauf und ein bisschen geknuddelt und alles war gut. Nach gut 2 Stunden wagte Pokki sich wieder aus dem Haus. Ein Thaihund kam vorbei, er bellte einmal und fing an zu jaulen und verkroch sich wieder in der Wohlfühlecke.
Ich nahm ihn dann noch einmal genauer unter die Lupe und raste dann ins Tierkrankenhaus. Beim Kraulen fühlte sich sein Unterkiefer recht losgelöst an. Im Krankenhaus bekam er dann erstmal ein paar Spritzen gegen den Schock und die Schmerzen und nach dem Röntgen kam recht schnell heraus, dass weitaus mehr kaputt im kleinen Fellbündel ist als angenommen.
Sein Unterkiefer ist auf einer Seite gebrochen. Der Arzt erklärte mir groß und breit dass es beim Shih-Tzu etwas komplizierter ist sowas zu fixen weil die Schnauze doch recht kurz ist und er das noch nie gemacht hat. Aber alles kein Problem. Durch den Bruch ist sein Unterkiefer mit den großen Zähnen verschoben und beim Bellen oder Fressen beißt er sich selbst — was ein sehr schmerzhaftes Erlebnis ist und mit viel Blut verbunden ist. Das heißt dann die nächsten Tage jede Menge Reissuppe für Pokki.
Dann kam ein Satz der mir das Herz ein bisschen kälter werden lies: “But thats not the injury I worry about”.
Beim Zubeißen muss der grosse braune Hund™ das linke Auge (überm Augenlid hat er eine Wunde) ins Gehirn gedrückt haben. So richtig hab ich das vor Schreck nicht verstanden aber Hunde haben wohl zwischen Augenhöhle und Gehirn nur ein bisschen Knorpel oder Haut oder gar nichts. Jedenfalls ist auf dem Röntgenbild eine Delle im Hirn zu sehen und das keine unernst zu nehmende Sache.
Das ist schwerwiegender als der gebrochene Unterkiefer und Pokki muss es die nächsten Tage etwas ruhiger angehen. Er bekommt jede Menge Medikamente eingeflösst und darf nur Reissuppe essen. Am Samstag wird dann wieder geröngt und entschieden, ob die Schwellung/Delle am/im Hirn soweit geheilt ist, dass man den Unterkiefer richten kann. In Nebensätzen hat der Arzt dann noch verlauten lassen, dass auch das eine Premiere für ihn ist, weil die Shih-Tzu-Schnautze recht kurz ist und der Kiefer genau hinter dem letzten Zahn gebrochen ist.
Jetzt liegt Pokki betäubt in der Wohlfühlecke und Soosie neben ihm. Das Auge unterlief immer mehr blut im Verlauf der Zeit und er sieht ziemlich bedropst aus. Wenigstens spürt er gerade mal keinen Schmerz. Allerdings reagiert er auch auf nichts. Kuckt traurig seine geliebte Quietsch-Eiscreme an und schnauft dann und wann. Das Hundeverbellen hat Soosie übernommen. Ist nicht ganz glaubwürdig aber Pokki weiß es zu würdigen, denke ich. Ich sitze rum und mach mir so meine Gedanken über zubeißende Hundekiefern. Ist schon ok, dass es Pokki getroffen hat. Soosies Schädel ist viel weicher und sie wäre jetzt tot.
Kein schöner Tag.
PS: Die eigentliche Neuigkeit ist ja, dass wir umgezogen sind. In ein nettes Haus im Dschungel. Mit vielen Hunden ringsrum. Was ich bis heute als Vorteil ansah und auch war. Das muss aber warten. Erstmal die Familie fixen.
PPS: Ich sitze also hier und mach mir so meine Gedanken was das so werden soll mit großen Hunden und meinen kleinen Fellbündeln und irgendwie fällt im Gedankenrausch immer wieder “Kinderersatz”. Also — ich plane das Kinderkriegen gerade wieder aus. Kann zuviel schief gehen und wenn mich das bei meinen Fellschnuffeln schon so sehr mitnimmt, dann will ich nicht wirklich “echte” Kinder haben.
PPPS: Man mag es nicht glauben, aber alle tierischen Behandlungen in Thailand die nicht der Seuchenfreihaltung oder Nichtweiterverpflanzbarkeit von Hunden dienen sind extrem teuer wie ich heute feststellen durfte. Wohlgemeinte Spenden zur Wiederherstellung eine glücklichen Pokkis werden daher diesmal nicht abgewiesen.
CSNSTS
Mit dem CSNSTS (Civil Society Network to Stop the Thaksin System) gibt es seit heute eine weitere Organisation (Partei?) neben der PAD die zwar keine Ideen für die Zukunft hat, selbige aber ohne Thaksin gestalten will. Das ist löblich. Die Society hat eine Website unter stoptaksin.com laufentxp:gho_footnote Man wird auf ein Blog bei 2bangkok.com weitergeleitet. Ich weiss es jetzt nicht genau, bin mir aber ziemlich sicher, unter dieser Domain mal eine ausführliche Dokumentation zum schwarzen Mai gelesen zu haben.</txp:gho_footnote> Das wäre dann endlich mal ein Thaksin-Gegner ohne den Geruch eines ehemaligen Thaksin-Freundes.
4 mal Zweimonatsregel widerlegt.
… and counting …
The King has left the building
König Bhumibol Adulyadei verlässt gerade das Krankenhaus mit Liveübertragung auf allen Kanälen. Man versteht die Reporter nicht mehr so laut ist es. Die obligatorische Kamera hat er dabei. Nahezu alle seine Kinder sind auch anwesend.
Die Kolonne: 4 Militärpickups, 15 cremefarbene Mercedi und BMWs und dann nochmal 4 Militärpickups einspurig. Dann mehrspurig jede Menge Polizei in Wagen und auf Motorädern.
Vor 2 Wochen wurde er an der Wirbelsäule operiert und seither berichteten die News beinahe rund um die Uhr vom Krankenhaus in Bangkok.
Liv Tyler
… is ja doch ne Schnecke. (kuck grade die thailändische Originalversion vom Herrn der Ringe)
PS: Gleich danach Star Wars III (neu oder alt? Ich weiss nicht.)
Myanmar
Lause!
Mein Headset sollte eigentlich ganz guten Sound “rüberbringen”. Dummerweise ist alles recht leise. Ich dachte immer, man kann das irgendwie boosten aber anscheinend nicht. Oder mein Notebook ist für Rentner. Jedenfalls is nich mit lauter Dschungelmusik im Kopf. Kann man sowas nicht per Software verstärken?
Früher, ja früher war alles besser…
PS: Eine kleine fast inexistente Wahrscheinlichkeit besteht, dass ich bereits teilweise taub bin. Das wäre schade.
PPS: Für die Langsamdenker (solls ja geben): Der Titel stammt aus Laut und Leise.
Vor dem Regen ist nach dem Regen
Die Provinzverwaltung in Suratthani hat 50.000.000 Baht locker gemacht, um auf der Insel ein wenig Flutprävention zu betreiben.
Mr. Decha said the money will be used to dig tunnels under edges of roads in Bophud (??อ?ุ?) Beach and Lamai (ละ?ม) Beach, which are areas that experience recurring floods. There will also be a radar installation to detect storms from China, which would allow the sending of warnings to people before the storm approaches. Work regarding this is currently in the coordination phase, among related agencies. via National News Bureau
Das ganze erinnert mich an viele Projekte, die ich in den letzten 10 Jahren beobachten durfte. Die Regenzeit ist genau jetzt. Also macht man jetzt Geld locker. Sehr nützlich und sehr präventiv. Man kann nur froh sein, dass es diesmal auf Samui nicht allzusehr regnet. Am Wochenende war ich auf dem Festland und habe manchmal vor Regen nichts gesehen. Das war ein bisschen wie bei Forest Gump.
Naja. Wenigstens wird es Wirkung zeigen im Dezember und (eventuell) in der nächsten Regenzeit. Wenn das Geld nicht vorher in irgendwelchen auf die Schnelle gebaggerten dunklen Kanälen verschwindet.
Direct Market Thailand
Man kann mit den Worten Thailand Direct Market zur Zeit kräftig Besucher anlocken. Deshalb erwähne ich das mal kurz. Bei Direct Market Thailand handelt es sich soweit ich das in Erfahrung bringen konnte (grins) um eine neue Online-Plattform des Handelsministeriums auf dem man, genau, handeln kann. Unter anderem soll der Onlinehandel durch ein einheitliches System das von den Händlern nicht erst teuer erkauft und einprogrammiert werden muss erleichtert werden. Da das alles unter der Aufsicht der Behörden stattfindet wird es ein Zertifikat und eine bevorzugte Behandlung in steuerrechtlichen Belangen geben.
Man findet aber (noch) nichts online. Der Link folgt somit später. Etwas Ähnliches gibt es bereits für eine Ansammlung von IT-Unternehmen auf Phuket .
Explosiv
Im Süden gab es heute mal wieder eine koordinierte Bombenattacke. Zwischen 70 und 100 Bomben wurden in den drei südlichen Provinzen gezündet. Dabei wurden zwei bis drei Polizisten getötet. So genau weiss man das noch nicht, weil informatives Chaos herrscht.
(Update: Das Chaos lichtet sich und es handelt sich wohl um Teenager mit Brandsätzen (70 bis 100) und eine Bombe an einer Eisenbahnstrecke, die drei Polizisten tötete und 6 weitere Personen verletzte. Beide “Aktionen” haben nichts miteinander zu tun, auch wenn die Teenager immer noch als militante Muslims bezeichnet werden.)
Man merkt das hier meistens daran, dass das Mobilfunknetz ausfällt bzw. ausgeschaltet wird. Die meisten Bomben werden über Mobiltelefone gezündet. Eigentlich müsten “sie” nur die drei Südprovinzen blocken, aber ohne Komplettausfall geht das wohl nicht.
Inzwischen gibt es eine für Militär und Sonderbehörden frei verfügbare Datenbank aller Adressen der Telefonanschlüsse “im Süden”. Dass sie auch hier die Abgrenzung der Anschlüsse in den Unruheprovinzen von den anderen Provinzen wo Datenschutz gelten sollte nicht geschafft haben, las ich erst in ein zwei Berichten als Nebensatz. Aber im Kampf gegen den Terror darf man schon mal ein Auge zudrücken.
Leonardo
Der Spruch des Tages geht für mich heute an Fu, sie meinte eben:
I like Leonardo Da Vinci very much. He was very clever and invented a lot. But — lange Pause — he was gay!!! Why do all clever man have to be gay???
Ich hab sie dann sehr sehr lange angesehen und lass das mal so stehen.
Chang Noi II
Das ist der Mistkäfer (Nachts auf der Flucht).
Kommunikation
Zwei Begegnungen die ich heute hatte.
Zuerst die Reiseleiterin meines Visaruns heute (ich war mal wieder in Birma/Burma/Myanmar) nach der Hälfte der Reise:
Sie: Now I know where I remember you from. I thought the whole time I know you.
Ich: Yes. I thought too I know you but then I thought it is quite lame to say something like that to a woman.
Sie: You are the lonely guy in the big office at the IT-Complex with the computer!!!
Es stellte sich heraus, dass sie eine der kleinen Schnecken beim Rechtsanwalt gegenüber war. Ich hab ihr dann erstmal erklärt, dass das Büro nun ganz leer steht (man hat so seine Quellen) ich nicht mehr in Lamai verkehre und was ich nun so mache, außer Visarennen. Das gab dann zwei potentielle Aufträge.
Dann fand ich eben im 7eleven einen 20 Bahtschein auf dem Fussboden und hab ihn dem Kassierer gegeben. Der hat erst gar nicht verstanden was ich wollte, er hatte doch schon mein Geld. Als er es dann verstanden hat zeigte er den 20 Bahtschein im ganzen Laden herum und erzählte, dass der Farang ihn abgegeben hat.
Leider hab ich nicht verstanden ob es ein “Der dumme Farang da gibt den Schein hier ab” oder ein “Wow der gibt den Schein ab und behält ihn nicht” war. Aber (Tränendrüse an) wenn dann in 10 Minuten irgendsoein trauriges kleines Mädel rein kommt und seine 20 Baht sucht haben sie einen Schein. Und wenn sie ihn ihr geben sind alle glücklich und ich habe Gutes getan. Und wenn nicht, egal. Ich brauch das Geld nicht. Sollen andere ihr Gewissen damit belasten.
Rufnummernverteilung in Thailand
Die folgende Tabelle zeigt die aktuelle Rufnummernverteilung im Mobilfunk in Thailand:
<th>
von
</th>
<th>
bis
</th>
<th>
Anbieter
</th>
<th>
Nummern
</th>
<td>
0000000
</td>
<td>
9999999
</td>
<td>
AIS
</td>
<td>
9999999
</td>
<td>
1000000
</td>
<td>
1499999
</td>
<td>
DPC
</td>
<td>
499999
</td>
<td>
1700000
</td>
<td>
1999999
</td>
<td>
AIS
</td>
<td>
299999
</td>
<td>
2000000
</td>
<td>
2009999
</td>
<td>
ACeS
</td>
<td>
9999
</td>
<td>
2050000
</td>
<td>
2099999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
49999
</td>
<td>
2400000
</td>
<td>
2449999
</td>
<td>
DPC
</td>
<td>
49999
</td>
<td>
2500000
</td>
<td>
2999999
</td>
<td>
AIS
</td>
<td>
499999
</td>
<td>
3000000
</td>
<td>
3099999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
99999
</td>
<td>
3100000
</td>
<td>
3399999
</td>
<td>
DPC
</td>
<td>
299999
</td>
<td>
3400000
</td>
<td>
3499999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
99999
</td>
<td>
3500000
</td>
<td>
3519999
</td>
<td>
Hutch
</td>
<td>
19999
</td>
<td>
3540000
</td>
<td>
3549999
</td>
<td>
Hutch
</td>
<td>
9999
</td>
<td>
3560000
</td>
<td>
3569999
</td>
<td>
Hutch
</td>
<td>
9999
</td>
<td>
3600000
</td>
<td>
3899999
</td>
<td>
AIS
</td>
<td>
299999
</td>
<td>
3900000
</td>
<td>
4999999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
1099999
</td>
<td>
5000000
</td>
<td>
5299999
</td>
<td>
DPC
</td>
<td>
299999
</td>
<td>
5300000
</td>
<td>
6099999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
799999
</td>
<td>
6100000
</td>
<td>
6109999
</td>
<td>
DPC
</td>
<td>
9999
</td>
<td>
6110000
</td>
<td>
6169999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
59999
</td>
<td>
6170000
</td>
<td>
6179999
</td>
<td>
DPC
</td>
<td>
9999
</td>
<td>
6180000
</td>
<td>
6239999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
59999
</td>
<td>
6240000
</td>
<td>
6249999
</td>
<td>
DPC
</td>
<td>
9999
</td>
<td>
6250000
</td>
<td>
6299999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
49999
</td>
<td>
6300000
</td>
<td>
6309999
</td>
<td>
DPC
</td>
<td>
9999
</td>
<td>
6310000
</td>
<td>
6559999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
249999
</td>
<td>
6560000
</td>
<td>
6569999
</td>
<td>
DPC
</td>
<td>
9999
</td>
<td>
6570000
</td>
<td>
6999999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
429999
</td>
<td>
7000000
</td>
<td>
7099999
</td>
<td>
AIS
</td>
<td>
99999
</td>
<td>
7100000
</td>
<td>
7199999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
99999
</td>
<td>
7200000
</td>
<td>
9999999
</td>
<td>
AIS
</td>
<td>
2799999
</td>
<td>
0000000
</td>
<td>
0999999
</td>
<td>
Orange
</td>
<td>
999999
</td>
<td>
7000000
</td>
<td>
7099999
</td>
<td>
AIS
</td>
<td>
99999
</td>
<td>
0000000
</td>
<td>
2999999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
2999999
</td>
<td>
0000000
</td>
<td>
2979999
</td>
<td>
AIS
</td>
<td>
2979999
</td>
<td>
2980000
</td>
<td>
3999999
</td>
<td>
Hutch
</td>
<td>
1019999
</td>
<td>
4000000
</td>
<td>
7499999
</td>
<td>
Orange
</td>
<td>
3499999
</td>
<td>
7500000
</td>
<td>
9999999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
2499999
</td>
<td>
0000000
</td>
<td>
2999999
</td>
<td>
AIS
</td>
<td>
2999999
</td>
<td>
8000000
</td>
<td>
9999999
</td>
<td>
AIS
</td>
<td>
1999999
</td>
<td>
0000000
</td>
<td>
0999999
</td>
<td>
AIS
</td>
<td>
999999
</td>
<td>
1000000
</td>
<td>
1999999
</td>
<td>
Orange
</td>
<td>
999999
</td>
<td>
2000000
</td>
<td>
2999999
</td>
<td>
AIS
</td>
<td>
999999
</td>
<td>
3000000
</td>
<td>
3999999
</td>
<td>
Thaimobile 1900
</td>
<td>
999999
</td>
<td>
4000000
</td>
<td>
4999999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
999999
</td>
<td>
5000000
</td>
<td>
5999999
</td>
<td>
AIS
</td>
<td>
999999
</td>
<td>
6000000
</td>
<td>
7999999
</td>
<td>
DTAC
</td>
<td>
1999999
</td>
<td>
8000000
</td>
<td>
9999999
</td>
<td>
AIS
</td>
<td>
1999999
</td>
Das summiert sich dann etwa so:
<td>
27.079.986
</td>
<td>
11.599.985
</td>
<td>
5.499.997
</td>
<td>
1.199.991
</td>
<td>
1.059.996
</td>
<td>
999.999
</td>
<td>
9.999
</td>
<td>
<strong>47449953</strong>
</td>
Wenn man alle 64 Millionen und die paar Farangs die sich hier ein Mobiltelefon zulegen bedienen will muss man tatsächlich ein paar neue (Vorwahl-)Nummern einführen.
Im Mobilfunk Thailands sehe ich ein nicht unerhebliches Potential, sowohl in der Entwicklung bestehender Strukturen als auch der Einführung neuer Dienste.
Mobiles Bezahlen (MPay) beispielsweise wurde vergangenes Jahr eingeführt. Wenn man nun im Juli und August sein Guthaben (die meisten Thais haben Guthabenkarten statt eines Festvertrages) via MPay auffüllt bekommt man 5% zurückerstattet. Das werden die allzeits klammen Teenager sich nicht zweimal sagen lassen.
SMS ist auch weit verbreitet und viele Thais kommunizieren ausschließlich über SMS miteinander. Ich habe bspw. 200 SMS für 150 Baht im Monat (runde 3 Euro) zur Verfügung und brauche das Kontingent immer auf.
Gewinnspiele und Wettbewerbe in der Art von “Deutschland sucht den Superstar” werden hier ausschließlich über SMS entschieden.
Wie gesagt. Ich hab da einige Ideen mit Mobilfunk im Kopf. Mal sehen was sich da machen lässt. Man kommt in Thailand einfacher an Entscheidungsträger in derartigen Firmen heran und kann auch schon mal eine kleine Aktion platzieren ohne viel investieren zu müssen.
PS: Orange heißt inzwischen True Mobile und betreibt massiv Werbung und Kundenacquisition. Manches davon fragwürdig wie die Wahl zum Thaimale 2006, die nur per Orange-Mobilnummer per SMS abgestimmt werden konnte, anderes vermutlich wirksamer wie die Beilage von SIM-Karten mit Guthaben in Teenmagazine und andere Zeitschriften.
Businessideen I: Blogging
Jupp. Genau. Ich habe tatsächlich eine Weile überlegt, hier in Thailand ein Blogportal aufzuziehen. Portalsoftware gibt es ja genügend und zu den Entwicklern einiger dieser Softwaren habe ich direkte Kontakte, Übersetzer auch. So hätte man die Übersetzung ins Thai und den ganzen Internationalisierungskram, der bei Thai ein kleines bisschen komplizierter ist als nur bei Russisch oder Umlautdeutsch ganz gut koordiniert über die Bühne bringen können. Es gibt ein paar Serverfarmen in Bangkok, die auch gut angebunden sind (sie versorgen den größten Teil der Region mit Servern).
Diese Idee habe ich allerdings wieder verworfen™.
Die Gründe warum eine solche Idee zum Scheitern verurteilt ist sind mannigfaltig. Unter anderem ist Windows in diesem Lande zu stark verbreitet. Das klingt unzusammenhängend aber wenn man die Thais mal am Computer beobachtet merkt man es: Sie nutzen das, was man ihnen vorsetzt. Alle Thais die ich kenne haben einen MSN-Account. Alle Thais die ich kenne haben ein “Weblog” bei MSN-Spaces. Alle Thais die ich kenne wissen nicht, was ein Browser ist. Ok, 5 Thais habe ich schon bekehrt, belehrt und sie kucken mich nicht mehr ausdruckslos an, wenn ich frage, welchen Browser sie verwenden — ein Thai davon nutzt inzwischen sogar einen anderen Browser als den mitgelieferten von Windows.
Auf meine Frage ob sie denn ein Blog aufmachen wollen antworten alle, sie haben schon eins bei MSN-Spaces. Kuckt man sich das dann an verliert man alle Hoffnung. Einen hab ich zu Blogger.com konvertiert.
Gleich nach Microsoft kommt Yahoo. Ein paar User wissen, dass Microsoft “böse” ist und wechseln daher. Allerdings wird nicht evaluiert, was am Markt verfügbar ist, sondern gleich zu Yahoo gewechselt. Warum sollte man prüfen, wenn alle es so machen? Diese festgefahrenen Strukturen zu durchbrechen dürfte schwer bis unmöglich sein. Wenn man sich also “den Markt” betrachtet, dann ist ein reines Bloghosting-Projekt zum Scheitern verurteil.
Ein anderer Vorbehalt den ich gegen Blogs derzeit habe ist, dass diese “Technologie” ja nun nicht gerade die Spitze der Online-Evolution darstellt. Ich finde man kann den Schritt Blog in Thailand auslassen und gleich zu Multimedia-Sites aufsteigen. Mit Kamera- und onlinefähigen Handy sind die meisten ausgerüstet.
PS: Die Mac-Thais sind genauso. Ich kenne leider nur einen, was die ganze Sache sehr verpauschalisiert, allerdings benutzt auch der nur die mitgelieferten Tools (“Browser? Wo seh ich denn, wie der heißt?”).
Chang Noi
Seit vier Monaten lebt unter dem Haus ein, ehm, Hirschkäfer oder sowas. Jedenfalls ein fetter Käfer mit Horn vorne drauf (ok, Hirschkäfer haben bestimmt zwei Hörner also ist es ein, ehm, Nashornkäfer). Der fliegt dann Abends aller zwei Wochen gegen die Türe und versucht sich Einlass zu verschaffen. Fu hat ihn liebevoll Chang Noi (kleiner Elefant) getauft was mich nicht daran hindert, ihn wenn er es denn mal bis nach drinnen geschaft hat ganz unmonströs durchs Fenster wieder nach draussen zu befördern.
Wenn Pokki ihn auf der Veranda antrifft, dann spielt er ein bisschen mit ihm rum, versucht ihn zu fressen und spuckt ihn dann kleinlaut wieder aus.
In den letzten Monaten ist Chang Noi von 2cm Länge auf 5cm gewachsen. Eigentlich müsste er jetzt Chang Yai heissen. Das liegt mir aber nicht so ;)
Jedenfalls war er heute wieder auf der Veranda und Pokki versuchte ihn wieder zu fressen. Er spuckte ihn aus und lief über ihn drüber und dabei geschah es: Chang Noi klammerte sich an seinem edelsten Teil fest. Das muss er lange geübt haben denn das hat er ganz professionell durchgeführt.
Pokki bekam plötzlich einen sehr verwirrten Blick und fing dann an, sich um sich selbst zu drehen und unter sein Fell zu schauen. Es zwickte wohl ein wenig. Wenn ich ihm zu Hilfe kommen wollte lief er schamerfüllt davon. Dass er seinen Schwanz so weit zwischen die Beine nehmen kann wusste ich gar nicht.
Jedenfalls hab ich ihn dann nach einer Minute Jagd festsetzen können und vom kleinen Parasiten befreien können. Pokki weiß nun, was seine schwächste Stelle ist.
PS: Dafür hat er heute wieder eine neue Instinkt-Premiere hingelegt und nach dem Häufchen mit Unmengen gescharrtem Sandes um sich geworfen. So langsam wird ein Hund aus ihm.
Referenzmarketing
Ich hab da so eine Theorie was das Gewinnen von Kunden betrifft. Ich nenne es gerne Referenzmarketing. Dass ich nicht gut Kunden anquatschen <txp:gho_permalink id=“817”>kann hab ich schon gesagt</txp:gho_permalink>. Inzwischen hab ich aber heute bspw. 520% meines bisherigen Stundenlohnes (der wie erwähnt eher mickrig war) erreicht — rein aus Freundlichkeit (und der Tatsache, dass ich die Situation nach einigen Minuten ausreichend analysiert und von mir lösbar deklariert hatte). Damit verbunden einige Empfehlungen und ein größerer Auftrag Ende des Jahres. Gut, es waren nur 4 Stunden aber für manchen ist das genügend um einen halben Monat zu überleben. Das gibt mir zu denken.
Sieht klar nach Variante 2 aus.
Um die Ecke I: Die Autobastler
Um die Ecke gibt es eine Autowerkstatt voller junger Thais. Die stehen gegen drei Nachmittags auf und fangen dann an, Autos in Stereoanlagen umzuwandeln. Es wummert den ganzen Nachmittag. Manchmal auch Abends. Manchmal auch Nachts. Manchmal lassen sie auch nur einfach aus Spaß mal eben einen Auspuff ausbrennen. Das röhrt dann ca. 30 Sekunden lang (mehr brauchen sie nicht) und alle Scheiben klirren. Ich warte noch auf den ersten Sprung.
Und ein Gegenmittel hab ich auch schon. Rammstein. Allerdings hab ich keine so gute Stereoanlage. Und 100 Meter Luftlinie wollen erstmal überwunden werden.
Nakadia
Nakadia ist eine laut Pressetext aus Ko Samui stammende DJing die durch die Welt jettet und wahnsinnig erfolgreich ist.
It has been only 4 years since nakadia changed the catwalk with vinyls and decks. Since then she has developed into one of the most successful female DJs touring the world. Many things have happened in only such a short time and the entire industry is stunned by the unique development of Thai DJ Nakadia. What started more as a hobby out of the love for music seems to be one of the most incredible DJ careers in history now. [aus ihrer Biographie ]
Irgendwie kennt sie hier niemand. Macht aber nichts, solange es gut klingt was sie da zusammenscherbelt.
Und was den Catwalk betrifft: Ich habe da Photos gesehen, die auf einem nicht öffentlichen Catwalk geschossen wurden.
Wie es (vermutlich) weiter gehen wird
Sagen Sie möglichst neutral “So, ab heute trennen sich unsere Wege”
Ich bin jetzt seit acht Wochen “arbeitslos”. Das klingt irgendwie kürzer als es sich manchmal anfühlt. Andererseits ist es eine ausreichend lange Zeit, um endlich mal auf die Reihe zu bekommen, wie es weitergehen soll. “Ich habe da verschiedene Ansätze” sprach der Autor entspannt gelassen und lehnte sich zurück.
<txp:gho_permalink id=“546”>Ich wurde schon im Dezember vergangenen Jahres auf unschöne Art und Weise darauf aufmerksam gemacht</txp:gho_permalink>, dass mein Arbeitsplatz beim Ex-Arbeitgeber nicht von Dauer sein würde und durchaus launenabhängig sowie interpretationsbedürftig war und fing bereits da an, zu überlegen, wie es im vergleichbaren Falle weiter gehen würde. Die Zeit mit den Praktikant(inn)en war nochmal ganz schön (bis auf die letzten beiden Tage, nicht wahr?), dann gings mit Hochgeschwindigkeit bergab. Der erwähnte vergleichbare Fall trat dann (mit identisch schematischem und verbalem (“So, ab heute trennen sich unsere Wege”) Vorgehen) am 1. Juni ein.
Ich war weder verwundert noch geschockt noch sonderlich überrascht und hatte bereits genug angespart um in kein Loch zu fallen. Ein bisschen musste ich mir das Grinsen verkneifen, aber das muss(te) ich mir eigentlich immer. Ich genoss zwei Wochen des gepflegten Alkoholismusses (das lässt das Gesicht so unschön aufschwellen, ein Grund mehr fürs Abgewöhnen) und begann dann die Situation zu sondieren.
Die Leute mit denen ich mich diesbezüglich unterhalten habe waren zum größten Teil interessanterweise erleichtert für mich, vor allem wenn sie die Berichte des vorangegangenen anderthalben Jahres mit verfolgt hatten. Meine Eltern waren (und sind) natürlich äußerst besorgt — das finde ich aber normal in einer Generation die durch die Wende sowohl in existentielle als auch familiäre Krisen geschleudert wurdetxp:gho_footnote Mir fällt gerade auf, dass man das missverstehen könnte, also mal klarer, deutlicher: Ich kenne niemanden, der nach der Wende nicht arbeitslos wurde und komplett neu anfangen musste und selbst heute noch irgendwie sich abmühen muss, um “durchzukommen”.</txp:gho_footnote>. Lustig fand ich die häufiger auftretende Frage, ob ich denn nun nach Island auswandern würde, wie ich es immer geplant hatte. Ich kann euch beruhigen, das habe ich immer erst mit dem Alter von 50 geplant und es irgendwie in den letzten zwei Jahren mehr und mehr ausgeblendet und gerade jetzt vergessen. Irgendwie bin ich hier hängen geblieben und kann mir (derzeit) nicht vorstellen, “weg”txp:gho_footnote aus Asien</txp:gho_footnote> zu gehen.
Nun aber zur eigentlichen Frage: Wie geht es weiter? Grundsätzlich gibt es da zwei Möglichkeiten.
Variante 1: Angestellt
Mein weiterer präferierter Schaffensweg (hehe, siehe Variante 2) wäre eine Festanstellung als Projektingenieur oder Prozessingenieur. Man mag es kaum glauben aber ich bin durchaus Diplom-Ingenieur (EffHah) für Industrial Management and Engineering. Interessanterweise habe ich mich gleich nach meinem Diplom im IT-Bereich selbständig gemacht und eher im Bereich Qualitätssicherung (für Dräger in Lübeck) und Webdevelopment (für verschiedene Hamburger Unternehmen, hehe) gearbeitet. Es entwickelte sich immer mehr weg vom Ingenieurwesen hin zu verschiedenen IT-Projekten. Wer mich online aus der Zeit zwischen 1997 und 2003 kennt weiß, was ich alles gemacht habe. In den vergangenen 2 Jahren war ich dann Programmierer (in Thailand durch den farbigen Titel Senior Development Engineer geschmückt) und meine projektplanerischen und prozessoptimierenden Fähigkeiten wurden eher unterdrückt, totgelabert und fehlinterpretiert.
Nicht nur deshalb will ich eher im Projektmanagement tätig sein. Ich habe in den letzten 10 Jahren in zuweilen weltweit operierenden Firmen mit erleben dürfen, was die jeweils Managenden als Projektmanagement verkauft haben und genügend optimierbare Ansätze gefunden.
Gerade in den letzten Wochen liest man immer wieder, dass in Thailand qualifiziertes Ingenieur-Personal gesucht wird. Es gibt auch bei jeder halbwegs auflagenstarken Zeitung mit Webauftritt immer ein Projekt in der Art von Stepstone wo man sich als arbeitssuchend oder -bietend anmelden kann. Das bin ich. Es gibt auch jede Menge Stellenausschreibungen die auf mein Profil und meine Wünsche zugeschnitten sind — mich mag nur niemand (ja, bedauert mich mal alle). Das Problem beim thailändischen Bewerbungswesen ist, dass man weder eine Nachricht bekommt, dass eine Bewerbung eingegangen ist noch eine Nachricht, wenn der potentielle Arbeitgeber sich für einen anderen entschieden hat. Das merkt man meistens erst, wenn die ursprüngliche Annonce verschwunden ist. Es ist ein recht unkommunikatives Genre.
Das allerdings ist auf beiden Seiten einer Bewerbung so. Ich habe auch beim Ex-Arbeitgeber feststellen dürfen, dass einige Bewerber bereits auf eine (mehr oder weniger) kurzfristig auf ihre Meldung geschickte Nachricht nicht mehr gemeldet haben (das ist allerdings Hörensagen, diesbezüglich gibt es Mehrmeinungen).
Man kann jedenfalls davon ausgehen, dass wenn ich mich auf eine Stelle bewerbe und ein Thai sich auf die gleiche Stelle bewirbt eben jener bevorzugt eingestellt wird weil er als Ingenieur rund 1/3 meiner Personalkosten verursacht (mal die ganzen Kosten für Arbeitsvisa und -erlaubnis nicht mit eingerechnet).
Das ist also eine denkbar ungünstige Situation.
Variante 2: Selbständig machen
Ich wollte ja nach meiner unerfolgreichen Selbständigkeit in Deutschland eigentlich kein eigenes Unternehmen mehr sein. Irgendwie fehlt mir das Zeug zu einem guten Verkäufer und als Selbständiger muss man genau das können, um an Aufträge, Arbeit und das damit verbundene Geld zu kommen. Um ein optimales Privatunternehmen zu werden bräuchte ich einen Partner, der sich um die Auftragsbeschaffung kümmern würde und auch schon mal unverschämte Forderungen stellen kann. Ich bin zu brav für “sowas”.
Für die selbständige Existenz bin ich also denkbar ungeeignet. Dazu kommen die ganzen rechtlichen Ecken und Kanten als Ausländer in Thailand. Um ein Unternehmen zu gründen das einen Farang einstellen kann muss man mindestens 2 Millionen Baht (40.000 Euro) pro Farang investieren. Das Geld muss nur wärend der Unternehmensgründung im Land und auf dem Geschäftskonto sein ;) Allerdings konnte ich mit dem mickrigen Mindestgehalt der letzten Jahre bei Weitem nicht so viel sparen. Es gibt allerdings eine Lücke im System (Achtung Sarkasmus): Ein Unternehmen mit mindestens 100 Thaimitarbeitern muss keine 2 Millionen Baht Grundkapital haben um einen Farang zu beschäftigen (und das benötigte Visa und die Arbeitserlaubnis zu beantragen). Dann kann man auch eine “normale” Firma mit 50.000 Baht Eigenkapital (rund 1000 Euro) sein. Dummerweise komme ich auf höchstens 50 Thais die ich in eine Firma stecken kann.
Es sieht also nicht gut aus, was eine Gründung im Lande betrifft. Nichtsdestotrotz gibt es noch die Möglichkeit in Thailand Dauerurlaub zu machen und Aufträge aus Deutschland (und “anderswo”) zu bearbeiten und in Deutschland Steuern zu zahlen.
Und was denn nun?
Ich werde sehen wie meine verschiedenen kleinen Bestrebungen voran gehen. Solange das Geld noch nicht alle ist brauche ich nicht panisch zu werden. Eine Anstellung wäre fein. Ich würde dafür sogar samt Hunden und Freundin nach Bangkok oder Hong Kong auswandern. Es deutet aber schon irgendwie auf Selbständigkeit hin. Leider. Sage ich heute. In ein paar Jahren sag ich vielleicht Zum Glück. Oder gar nichts mehr.
In den nächsten Tagen werde ich mal einige “Geschäftsideen” vorstellen, die ich in den vergangenen Wochen aufgestellt und wieder verworfen habe. Jetzt Thai sein wäre gut…
Hausbau Thaistyle
Gerade saß ich im Cafe und genoss eine Latte als beim Hausbau gegenüber der Beton-Truck kam. Ein Kranwagen mit Betonbehälter war schon da, die Säulen sollten aus dem dritten Stockwerk heraus gegossen werden .
Der Fahrer (so um die 35 Jahre alt) stieg erstmal aus und schob mein Moped beiseite. Dann wendete er umständlich und fuhr mit Vollgas an die im Photo dargestellte Stelle heran.
Die Bauarbeiter kamen gerannt (einige sprangen erstmal lachend vom Gerüst) und fingen an, ihn einzuweisen. Dann fuhr er mit Vollgas gegen den Holzpfahl in der Mitte des Bildes. Er rollte zurück und man betrachtete sich lachend das angestellte Unheil. Kein Problem war die abschließende Analyse und er bestieg sein Führerhaus wieder um mit Vollgas rückwärts diesmal genauer in die Richtung des Kranbetonbehälters zu fahren. Das gelang ihm auch und er hing mit zwei Rädern auf dem Behälter und in der Luft. Der angehängte Kran schwankte bedenklich.
Man betrachtete sich das Ganze und lachte. Dann hebelte man den Truck wieder aus seiner misslichen Lage heraus. Anschließend fuhr er erneut mit voller Geschwindigkeit an seinen Bestimmungsort heran und hielt “genau richtig”.
Man begann mit der Entnahme des Betons (sehr lauf, das Cafe leerte sich urplötzlich) und der Fahrer des Betontrucks stand in der Gegend herum und versuchte nicht weiter aufzufallen.
Ich schätze mal, dass mehr als die Hälfte der Fahrer hier nicht wirklich Auto geschweige denn Laster fahren kann. Den Führerschein bekommt man hier nach einer Art theoretischen Prüfung mit anschliessender Praxisprüfung. Die besteht aus einer Slalomfahrt mit einem Fahrzeug. Das Fahrzeug kann ein Fahrrad sein. Fahrschule selbst gibt es nicht.
PS: Ich erwähne mal nicht, dass sie den Behälter dann auch noch zu früh auf gemacht haben und der ganze Beton vor das Haus geklatscht ist.
PPS: Rechts im Bild übrigens die Polizeistation, hehe.
Video-Skype jetzt auch für Mac
Jetzt gibt es Skype auch für Macs (teure stylische Computer für die Kürzeren) mit Video-Calling . Endlich können auch die Mac-User einander beim Lügen und Nase reiben zusehen. Schöne bunte Zukunft.
40 grad ++
(der Titel is Copyright my Pappa)
Ich hab mir sagen lassen bei einem Großteil meiner Leser ist es jetzt schweinewarm. Kähhähhähhäääh. Das habt ihr davon. Warum sprüht ihr euch auch soviel Lack ins Haar?
Wir haben hier das ganze Jahr durch angenehme 34° Celsius. Und das ist auch gut so.
Viel Spaß beim Braten!
Die Schlagzeilen der vergangenen 6 Stunden
(mal nur die von The Nation Online)
- Three EC commissioners convicted, get four-year imprisonment
- Council of State says 3 EC members’ status no longer valid
- Prinya insists three EC commissioners’ status still valid
- Thaksin believes new EC to be appointed in one month (was wäre das Tagesthema ohne Thaksinkommentar?)
- Fight erupts between supporters, opponents of EC (was wäre eine thaksinkritische Entscheidung ohne Gewalt zwischen seinen Fürsprechern und allen anderen?)
- EC commissioners sent to Bangkok Remand Prison
- EC Commissioners arrive at Bangkok Remand Prison
- Supreme Court wait for Senate speaker’s request for starting EC selection
- Supreme Court to start EC selection process on Wednesday
Um es kurz und knapp zu machen: Die drei verbliebenen Köpfe der Wahlkommission wurden heute zu vier Jahren Gefängnis verurteilt weil sie das Wahlgesetz gebrochen haben. Unter anderem wurde ihnen vorgeworfen Thai Rak Thai (Thaksins Partei) bevorzugt behandelt zu haben.
Vasana Puemlarp, Prinya Nakchadtree und Virachai Naewboonnien waren in den vergangenen Wochen und Monaten stark in der Kritik und haben sich mehrfach geweigert zurück zu treten. Zwei weitere Kommissionäre sind von Auslandsurlauben nicht zurück gekommen. Dass die drei verbliebenen nun 4 Jahre hinter Gitter gehen dürfen ist ein überraschendes Ergebnis. Manch einer dachte, dass es mit einer symbolischen Strafe (schon ein Tag Gefängnis hätte ausgereicht, um die Wahlkommission neu besetzen zu lassen) ausgehen wird.
Damit ist das unrühmliche Kapitel Wiederwahl vom 2. April zwar nicht abgeschlossen, aber die 50% der Thais die gegen Thaksin stimmten sind erstmal zufrieden.
Das Urteil kann vor dem höchsten Gericht Thailands noch angefochten werden (das machen sie auch), sie werden aber nicht auf Kaution freigelassen, was ein deutliches Zeichen sein dürfte.
Man darf gespannt sein, wer nun in die Wahlkommission gewählt wird. 5 Posten sind durch den Supreme Court zu besetzen. Mich würde mal interessieren, wie die derzeitige care takende Regierung darauf Einfluss nehmen kann.
Männer
[00:39] GrauMeister: ich kuck jetzt bei wikipedia nach. thomas mann war ein typ der sich selbst umgebracht hat und der sohn von dem mann aus luebeck war.
PS: Ach Gottchen. Der hat sich nicht umgebracht. Seine Tochter hats. Und er war der Bruder vom Heinrich. Mist. Irgendein Männlicher Mann hat sich aber doch wohl selbst umgebracht, oder?
PPS: Hah!!! Hier!!! Dings!!! Klaus !!! Yeah! Ich sollte Literatur lehren!
Bophut ist rote Dengue-Zone
In Bophut (5 km von Maenam entfernt) ist dieses Jahr (in den letzten 6 Wochen) eine extreme Häufung an Dengue-Fieber zu verzeichnen gewesen, sagt der Chef vom Bangkok-International-Hospital hier auf der Insel. Der muss es ja wissen.
Ich dachte immer, dass Dengue nur durch Moskitos übertragen werden kann, aber anscheinend sind auch die Slums durch ihre Verschmutzung arg risikobehaftet.
Mathematik im täglichen Leben
- Die Geschwindigkeit und Freundlichkeit der weiblichen Bedienungen bei 7eleven ist umgekehrt proportional zu deren Gewicht.
- Die Wahrscheinlichkeit, dass männliche 7eleven-Mitarbeiter dem männlichen Geschlecht zugeneigt sind steigt gegen Chaweng an.
- Die Pickelanzahl ist pro Filiale gleich verteilt. Je weniger Mitarbeiter im Verkaufsraum umso gebirgiger die Gesichter.
- Die Wahrscheinlichkeit einen Thai im 7eleven anzutreffen der Emmroihasipp (M150) kauft ist 1.
Der älteste Tempel in Samui
Damit hab ich 30 der 31 Tempel auf Samui gefunden. Wenn ich alle gefunden habe gehe ich weg hier. Das ist ein Versprechen.
The dogfather
Man wünschte mehr Shih-Tzu-Content.
Raubbau II
Unsertxp:gho_footnote Ko Samui</txp:gho_footnote> eigener kleiner <txp:gho_permalink id=“797”>Raubbau-Skandal</txp:gho_permalink> hat seine Wellen geschlagen und ist nun fast wieder eingeschlafen.
Es wurden ein paar Thais und ein Farang mediengerecht festgenommen (alles vermutliche Mitglieder einer Motoradbande), zwei weitere Farangs sind auf der Flucht und haben, wenn sie halbwegs intelligent sind, Thailand verlassen. Die Beamten die die Verkäufe erlaubt und unterschrieben haben werden leise in andere Behörden versetzt.
Die verkauften Grundstücke auf dem nicht verkäuflichen Boden bleiben bei ihren derzeitigen Eigentümern, die nun jede Menge Auflagen bekommen werden, unter anderem Naturschutz-Vorschriften und jede Menge Sonderabgaben. Verkaufen dürfen sie das Land nicht und zurück geben werden sie es nicht, denn die Lage ist phantastisch. Man hat einen Rundumblick um die gesamte Insel. Dafür dürften manche “Touristen” viel Geld zahlen. Seit gestern leuchtet auch mein Raubbau-Schloß auf dem Berg hinterm Haus wieder. Eine Woche lang war es dunkel dort.
Auch auf die Grundstückspreise hat der Skandal keinen Einfluss. Das legal zu erwerbende Land auf Samui ist immer noch heiß gefragt und solange es Flächen gibt die sich verkaufen lassen werden diese auch verkauft.
Dass Samui langsam aber sicher zugebaut wird und schon lange keine paradiesische Insel mehr ist habe ich schon öfters geschrieben. Man kann kein Photo schießen ohne nicht irgendeine Baustelle oder jede Menge Stromkabel im Bild zu habentxp:gho_footnote Jaja, ich weiß: Microaufnahme einstellen ein paar Meter weit weg gehen und die das Objekt der Begierde umgebenden Unschönheiten verschwinden in der Unschärfe.</txp:gho_footnote>. Inzwischen gibt es allerdings einige Bestrebung seitens der Provinzverwaltung, wenigstens einige Landstriche hier wieder natürlich aussehen zu lassen. Dafür hat die Regierung und die Provinzverwaltung 78,5 Millionen Baht locker gemacht.
Unter anderem will man entlang des Piers in Nathon (das ist der Ort an dem man mit der Fähre vom Festland aus an kommt) in einen Park umwandeln. Das Projekt läuft schon seit einigen Monaten und war ein wenig umstritten (es gab wohl Landenteignungen und die Bewohner Nathons wurden nicht informiert über die Pläne) — inzwischen ziehen aber alle an einem Strang.
PS: Auf Koh Phang Ngan jedoch will man nun keine Grundstücke mehr an Ausländer verkaufen . Das ist auch gut sotxp:gho_footnote Das hätte man sowieso nicht gedurft, höchstens Leasen geht, siehe <txp:gho_permalink id=“691”>Landkauf und -besitz für Ausländer in Thailand</txp:gho_permalink> (heute um ein paar Fakten upgedated). Man muss mindestens 40 Millionen Baht investieren, um 1 Rai Land für Wohnzwecke zu leasen. Und man muss inzwischen (seit 15. Mai 2006) die Quellen des Geldes nachweisen, ehe man Land kaufen kann und bei jedem Landkauf werden die Eigentümer einer solchen Firma geprüft. Stille Teilhaber dürften damit schnell auffallen und einen Landkauf verhindern.</txp:gho_footnote>.
PPS: Fu hätte mal fast für einen der drei Farangs gearbeitet. Er wollte wohl ein Gratis-Property-Magazin aufziehen wie man es hier an jeder Ecke hinterhergeworfen bekommt.
Neuwahlen! Wirklich!
Seine Majestät König Bhumibol Adulyadej hat heute ein königliches Dekret unterschrieben, auf dass am 15. Oktober Neuwahlen in Thailand seien.
So.
Jetzt mal kurz den Verschwörungsgenerator anschmeißen: Er hat dazu seit Wochen die Möglichkeit gehabt. Macht es aber heute, nach einer Operation an der Wirbelsäule gestern abend von fünf bis neun, welche die gesamte Bevökerung in Panik versetzt hat. Die Wats waren überfüllt und allerortens war man um ihn besorgt. Es geht im aber zunehmend besser. Nun erst unterschreibt er die Neuwahlen.
Hmm.
Und schon geht der Verschwörungsgenerator wieder aus.
Hey! Wir haben Neuwahlen im Oktober. Oktober erinnert mich irgendwie an die SED.
Kein Erdbeben!
Kein Erdbeben nirgendwotxp:gho_footnote Ich bin mir der falschen Semantik durchaus bewusst, wollte aber unbedingt mal sowas machen mit einem Satz da wo es doppelt falsch negiert ist.</txp:gho_footnote>. Trotzdem hats gewackelt. Kein Laster ist nicht vorbeigefahrentxp:gho_footnote Ja ich weiß, aber es macht doch sooo viel Spaß!</txp:gho_footnote>. Was noch sein könnte ist, dass die Autostereoanlagenbauer um die Ecke ein neues System getestet haben. Manchmal bauen die Verstärker in die Auspuffanlagen ein, dass es klingt als ob man sein Ohr an das Auspuffende eines Formel1-Wagens hält (abzüglich der Verbrennungs-Schmerzen). Und dies hier war nur so ein Rütteln im Boden, eine Vibration. Die Risse und panische Hunde hab ich aber als Beweis.
Ein Erdbeben?
Nur fürs Protokoll: Falls es eben gerade in der (geographischen) Nähe ein Erdbeben gab, dann hab ich das gespürt. Der Boden hat gewackelt, die Wände haben neue Risse, die Hunde sind schreiend nach draußen gerannt.
Kein Support aus den USA
Demnächst (man verwende einen möglichst schwammigen Begriff, wenn man das genaue Datum nicht kennt) wird ein neuer UN-Generalsekretär gewählt.
Auch Thailand hat einen Kandidaten im Rennen, Dr. Surakiart Sathirathai, seines Zeichens unter Anderem care takender stellvertretender Ministerpräsident, care takender Kulturminister und stellvertretender Parteichef von Thai Rak Thai. Das wäre der erste UN-Generalsekretär aus Asien. Selbst Thaksin unterstützte ihn wortgewaltig.
Als vor einigen Wochen die USA dann “signalisierten”, dass sie einen asiatischen Kandidaten unterstützen wollen, war ganz Thailand (ganz Thailand? naja, vielleicht die politisch interessierten Thais) freudig erregt.
Dummerweise haben die USA (und auch das schnöde Germany) einen Kandidaten aus Indien abgenickt . Ja, Indien liegt auch irgendwo in Asien.
Nun mag man sich wundern, warum ich diesen Eintrag ohne ein schlechtes Wort über Thaksin schreibe. Ganz einfach, für den Schachzug Surakiart als Kandidat zu erwählen bewundere ich ihn sogar. Es wird gemunkelt, dass die Kräfte innerhalb von Thai Rak Thai die gegen ihren Parteiführer arbeiten von Surakiart angeführt werden. Unter anderem trafen sich am Sonntag sieben Kabinetsmitglieder zum Gespräch, woraufhin Thaksin gleich panisch eine “geheime” Notsitzung einberufen hat.
Mit Surakiart auf einem Posten weit weg von den Hebeln die Thailand bewegen hätte Thaksin einen seiner mächtigsten Gegner kalt gestellt. Sun Tsu in Vollendung. Das scheint ja nun nicht geklappt zu haben.
Ausnahmezustand verlängert
Heute wurde der Ausnahmezustand in den drei südlichen Unruheprovinzen um weitere drei Monate verlängert . Das war zu erwarten, daher nur diese Randnotiz.
Komm lass uns News machen
Gestern gab es ein Seebeben in der Nähe von Indonesien. Das ist nichts Außergewöhnliches. Es bebt hier öfters mal. Diesmal allerdings wurde eine Welle ausgelöst die an der Küste von Java aufschlug und mehr als 200 Menschen tötete.
Die News gestern abend lauteten so:
“Thailand Monday remained unscathed from a powerful earthquake, which sent deadly two-metre-high wave to Indonesia’s Java Island.” [The Nation ]
Inzwischen sind die Berichte zum Thema weniger skandalträchtig und nüchterner . Leider gibt es (noch?) keine Berichte, was das neu installierte und hoch gelobte Warnsystem geleistet hat. Ich denke, es hat versagt.
Die Insel Java ist sehr ungünstig gelegen in Bezug auf die Gebiete, in denen die See- und Erdbeben regelmäßig auftreten.
Die Thaisoap (Vorspiel)
Ich: Boah! Thats boring! She cries since 20 minutes and they play that stupid song all the time. We know now that she is unhappy. They can make a sequel where she is crying. What happens? She cries and cries. Thats so boring my brain hurts! Argh!
Warizaya: (empört) Feeling!!! Pat!!! (Pause) Feeling!!!
Morgen dann mehr zum Thema Thaisoap.
PS: Die hat wirklich eine halbe Stunde lang geheult.
Raubbau
Am Mittwoch konnte man im Staatsfernsehen in den Nachrichten einen längeren Bericht über Samui sehen. Unter anderem wurden Erdrutsche, kahle Stellen auf den Bergen und zwei Gebäude auf dem Gipfel des Berges hinter meinem Haus gezeigt. Seit rund einem Monat denke ich im Dunkeln immer, ein Flugzeug kommt über den Hügel geflogen, es ist aber nur ebendieses Haus, das festlich beleuchtet wird.
Sonst ist der Berg/Hügel (467m hoch, was sagt man da?) dunkel. Das ist auch gut so, denn das Gebiet ist Schutzgebiet. Waldschutz und Wasserschutz. Wenn ich das richtig verstanden habe. 34,000 Rai (1 Rai = 1.600 qm) von den 150,000 Rai die Samui an Grundfläche hat ist geschützer Wald. Trotzdem ist es Leuten gelungen, Grundstücke dort zu erwerben. Größtenteils unter der Vergabe von Geschenken an Ministerialbeamte. Es sind sowohl lokale als auch ausländische Property-Companies in den kleinen Skandal verwickelt. Da diese aber “mit nationalen Politikern Golf spielten”, haben sich wohl die lokalen Behörden gefürchtet, dagegen vorzugehen. Hierarchie ist immer noch das Wichtigste.
Interessant finde ich dabei die Tatsache, dass es auf Samui 280 Firmen (259 ausländische und 21 Thaifirmen) gibt, die sich mit Landerschließung und -handel beschäftigen.
Inzwischen hat man festgestellt, dass das nicht das einzige Grundstück ist, das illegal einen Besitzer bekommen hat. Gestern morgen flog der Umweltminister mit einem Hubschrauber das Gebiet ab (ich den Hubschrauber beim Gassi gehen knattern gesehen und mich gewundert, seit wann sie Rundflüge anbieten) und stellte dabei fest, dass auch noch Palmen und Bäume illegal gefällt wurden.
Nun werden alle Eigentumsverhältnisse auf Samui und Phang Ngan geprüft. Harte Zeiten für die Eigentümer. Und für die Beamten in den entsprechenden Behörden. Denn die werden auch gleich noch geprüft. Irgendjemand muss das ja abgenickt haben.
Mehr dazu in den News:
- Land ownership on Samui being checked
- DSI to examine Samui land development scam
- Findings reveal less than half of land legally bought
- Land ownership on Samui to be probed: Yongyuth
Sex
Der Wasserbüffel-Bulle auf der Wiese neben meinem Haus ist rollig und muh-schreit den ganzen Tag herum. Die Wasserbüffel-Kuh auf der Wiese hinter dem Haus ist auch rollig und antwortet das Schreien des Bullen.
Pokki rennt den ganzen Tag auf der Veranda von einem Ende zum anderen und bellt beide an.
Stille Post
In den News machen derzeit zwei Briefe die Runde. Einmal ein Schreiben vom Care takenden Premierminister Thaksin Shinawatra an Bush und einmal dessen Antwort darauf.
Thaksins Brief an Bush (Hervorhebungen von mir)
Office of the Prime Minister,
Government House,
Bangkok.
23 June B.E. 2549 (2006)
Dear Mr President,
I write to you on the basis of my high personal regard for your leadership to explain the current political situation in Thailand, where I recently assumed responsibilities as caretaker Prime Minister. It is my goal to prepare the best possible democratic path for the next government following new national elections this fall.
There has been a threat to democracy in Thailand since early this year. Key democratic institutions, such as elections and their observance of Constitutional limitation on government, have been repeatedly undermined by interest that depend on creating chaos and mounting street demonstrations in Bangkok as a means to acquire political power that they cannot gain through winning elections. Having failed to provoke violence and disorder, my opponents are now attempting various extra Constitutional tactics to co-opt the will of the people. If our democratic institutions prove strong over the next several months, these too will be unsuccessful.
On April 2, my Party, Thai Rak Thai, won a convincing majority in countrywide elections. Having led Thailand’s government for over five years and won decisive victories in two previous national elections, I was confident of strong popular support and the voters confirmed the view. My political opponents because they know they would again lose, boycotted the April elections and left the political situation in Thailand in deadlock. With the imminent celebration of the 60th Anniversary of our King’s coronation, I would not responsibly allow this political stalemate the mar this historic occasion. In order to restore calm so that preparations for the royal celebration could proceed, I stopped aside to take a leave of absence, assigning my Deputy Prime Minister with acting executive responsibilities.
In keeping with their independent status, Thai courts have since annulled the April elections on technical considerations and ruled that a new national vote be scheduled, probably in mid October. Most objective observers believe that my Party will again receive the people’s mandate to form a government. In the meantime, I could not allow my country to drift without leadership. Our ongoing war on terror must be prosecuted, our economy must be managed, and the basic functions of government must be carried out. For these reasons, I have heeded the calls of many Thais — both within my Party and among the oppositions as well — to resume an active role as caretaker Prime Minister.
During this period, I want to assure you that I will take steps to help got the country ready for free and fair elections, and to work to shift the national debate from one that is emotionally charged to one that reasonably discusses the central questions of Thailand’s future, including whether the country’s political governance will be decided through the ballot box or in the street. The answer to that question, Mr President, will have an important impact on the future course of democracy in Asia. I know that your agree with me that the rule of law and Constitutional order in Thailand and in Asia more broadly must prevail over demagoguery and mob action.
Finally, Mr President, please accept my enduring confidence that the relationship between Thailand and the United States, based on shared democratic values and vital national interests, will only grow in the months and years ahead.
Yours sincerely,
(Thaksin Shinawatra)
Prime Minister of Thailand
Der Bush hat ihm darauf 10 Tage später (grins) geantwortet.
THE WHITE HOUSE
WASHINGTON
July 3, 2006
His Excellency
Thaksin Shinawatra
Prime Minister of the Kingdom of Thailand
Bangkok
Mr. Prime Minister
Thank you for your letter, and your optimism about the road ahead in Thailand. The United States has watched events in your country with some concern, and as an ally and a friend it is my sincere hope that all parties can find a way forward that respects the great achievement of Thai democracy and sees a fully vested government up and running in Bangkok as soon as possible.
Our two nations’ friendship remains strong, and I appreciate your assurance that our good cooperation on issues of vital importance to us both will continue, Free and open political systems can be unpredictable, but the Thai people are resilient and Thai democracy is strong, and I know that your country will emerge from the current situation with a renewed focus on that which makes Thailand great.
Sincerely,
George W. Bush
Ziemlich nichts sagend und, ehem, diplomatisch.
Nun geht es natürlich heiß her in der Öffentlichkeit, denn einerseits hat Thaksin wieder ein mal von seinen Gegnern geredet ohne sie zu benennen (zuletzt bei der <txp:gho_permalink id=“779”>Rede neulich</txp:gho_permalink> in der er sagte “ein Mann mit Charisma außerhalb der Konstitution” arbeite im Hintergrund gegen ihn. Für diese Behauptung hat er bereits eine Klage wegen Majestätsbeleidigung am Hals). Andererseits ist das wieder ein Beispiel dafür, wie er die Mittel die ihm als Premier zur Verfügung stehen nutzt um das Ausland zu desinformieren.
Die meisten Medien im Lande gehen davon aus, dass im Oktober keine Wahlen stattfinden werden da Thaksin das zu verhindern weiß (auch in seiner Rede: “Ob die Wahlen überhaupt stattfinden steht noch gar nicht fest.”). Die PADtxp:gho_footnote Peoples Alliance for Democracy</txp:gho_footnote> hat innerhalb von drei Tagen beschlossen, dass sie ihre Demonstrationen gegen Thaksin wieder aufnimmt (Montag), nicht vor Regierungsgebäuden demonstrieren will, um gewaltsame Unruhen zu verhindern (Dienstag) und lieber doch nicht demonstriert (Mittwoch), weil sie die Situation nicht in den Griff bekommen können.
Einige thailändische Analysten verkünden schon, dass es Aufstände geben wird (seit 1933 gab es Änderungen in der Staatspolitik immer im Zusammenhang mit Unruhen und Militäreingriffen. Allerdings hat Thaksin alle wichtigen Militärposten mit seinen Freunden besetzt . Wie das ausgehen wird, kann man sich also schon denken.
Inzwischen wird Thaksin mit dem Tode bedroht (“meine Gegner haben Geld in einen Topf geworfen um einen ausländischen Killer anzuheuern”) und mit massivem Militäraufgebot bewacht. Das hält ihn nicht davon ab, sich vor hunderte von Kameras und Mikrofonen zu stellen und Entscheidungen zu verkünden und dass er nicht furchtsam ist. Allerdings hat sein Oberkörper an Umfang etwas zugenommen und er läuft nicht mehr im offenen Hemd herum sondern im komplett geschlossenen Anzug, da scheint dann doch eine schusssichere Weste drunter zu stecken.
In einer Nebennote: Der Seine Majestät König Bhumipol ist diese Woche beim Joggen gestürzt und hat sich eine Rippe geprellt und einige Blessuren davon getragen. Nichts Schlimmes sagen die Palastquellen. Die PAD hat allerdings das als Grund genommen, um erstmal nicht zu demonstrieren, damit er sich nicht aufregen muss, sagen sie.
Allerdings hat das alles nichts zu sagen. Demonstriert werden soll am Freitag und bis dahin kann es noch dreiviermal vorkommen, dass die Stimmung hochkocht oder jemand irgendwas entscheidet oder doch demonstriert oder nicht wird. Wir werden es sehen.
Das Interessante an der Situation für mich ist, dass man das Ganze immer noch als Demokratie bezeichnet.
Urlaubsgefahren
Thailand steht bei den Briten an der ersten Position wenn es um Un-, Über- und andere ungünstige Fälle geht die im Urlaub auftreten können.
British tourists heading to Thailand face the highest risk of suffering traffic accidents, theft or food poisoning, a survey has said. [via BBC ]
Ich weiß gar nicht, was die haben. Bei mir wurde seit über einem Jahr nicht mehr eingebrochen. Allerdings bin ich auch nicht im Urlaub hier…
Neuigkeiten aus dem Tierhaus
- Soosie hat die Tradition eingeführt, nahe des Futters zu schlafen. Könnte ja außerplanmässig was kommen.
- Pokki spritzt 4 Palmen und einen Blumentopf auf seiner täglichen “Ich bin jetzt ein Mann”-Tour an und fällt beim Beinchen heben auch fast nicht mehr um.
- Soosie wiegt wieder 1100 Gramm, ist aber noch zu leicht für ihr Alter und darf zweimal am Tag fressen.
- Pokki bekommt weiterhin pinke Schleifchen mit Herzchen in den Zopf gebunden — dafür beginnt sein Haar endlich zu wachsen, an manchen Tagen sieht er sogar ganz angenehm aus.
- Soosie pinkelt nachts erst und schreit dann, dass sie raus will. Es wurde daher ein Käfig angeschafft den sie aufgrund einer Auffangschale gerne bepinkeln kann.
- Ins Haus hat sie seither nicht mehr gepinkelt.
- Mein Schlaf nachts wurde nach ausgiebigen Verhandlungen von 3,5 auf 4,5 Stunden erhöht. Länger hält die Kleine es nicht ohne Spielen aus. Pokki ist ziemlich genervt und beteiligt sich nicht am frühmorgendlichen Spiel.
Brand
Klasse. 5 Wochen die Sonne gemieden und fast wieder weiß geworden und dann _ein_mal raus zum Hundeimpfen — rot. Wird Zeit, dass die Regenzeit kommt.
Und wieder Samui
Ich hatte “Samui ” ja <txp:gho_permalink id=“419”>bereits einmal</txp:gho_permalink> erwähnt. Nichtsdestotrotz darf ich sie nochmal erwähnen. Erwähnte ich schonmal, dass ich auf (Südost)Asiatinnen stehe? Lecker lecker.
Erleuchtung
Neulich gingen innerhalb einer Woche zwei meiner drei “Außenlampen” kaputt. Da sich niemand anderes dafür interessierte dachte ich mir, als Ingenieur kriegst du das sicher auch selbst hin. Ich bin ja fürchterlich clever (stellen Sie sich hier einen vollschlanken Autoren vor der sich mit dem rechten Zeigefinger gegen die rechte Augenbraue tippt) und weil sich meine Energierechnung im letzten Monat verdreifacht hat weil ich von zu Hause aus arbeite kaufte ich drei Energiesparglühbirnen mit je 8 Watt, was laut Packung 60 Watt entsprechen sollte. Philips. Deutsche Qualität. Ich bestieg heute morgen also todesmutig die Verandabrüstung, entschraubte die Laternenhüllen, wechselte die Glühbirnen und verschraubte alles wieder. Dem Ingenieur ist nichts zu schör. Beobachtet wurde ich von einigen Thais die lustige Bemerkungen zum dicken Farang (farang uan sanook maak mai krap) machten und meine Probleme mit dem Lösen einer der Birnen kommentierten. Ich lies mir nichts anmerken und vollendete die Mission projektplangemäß.
Jetzt leuchtet mein Haus mit 8 energiespar-Watt. Das ist ungefähr das Dreifache des bisherigen Nachtlichtes um mein Haus herum wie ich nach der Installation feststellen durfte. Auf meiner Veranda ist Tageslicht.
Ich habe mich entschieden mir nichts anmerken zu lassen und so zu tun, also ob das mein Plan war.
Wie man qualitativ hochwertige DVDs in Thailizenz erwirbt
In unserer kleinen Reihe “How to survive in Thailand” heute ein Ratgeber zum Thema DVDs. Man kann auf jeder Beachstreet der Insel DVDs in Massen kaufen. In der Regel kosten die 100 Baht pro Stück (rund 2 Euro), bestehen aber auch nur aus dem Inlet für die DVD-Hülle und der DVD selber. In der Hochsaison kann man “10 DVDs für den Preis von 9”-Rabatte heraus handeln.
Von den DVDs selber gibt es meistens drei Qualitäts-Versionen, je nach Alter des Filmes.
Ist der Film gerade erst heraus gekommen, kann man davon ausgehen, dass es sich um einen schlecht aus dem Vorführraum heraus abgefilmten Streifen handelt. Das Bild ist blaustichig. Die Soundqualität ist hundsmiserabel, in einigen Filmen hört man dem Vorführer beim Entschleimen der krebsbefallenen Lungen zu (es scheint immer der selbe zu sein) und die Klimaanlage geht ständig an und aus — dann kann man den Filmton ganz vergessen. Ist der Film eine Komödie, kann man die Zuschauer lachen hören (in Thailand wird gerne während des Filmes gelacht, gesprochen, gegessen, getelefoniert), ists ein Horrorstreifen, kreischen die Frauen ständig. Der Beginn des Filmes fehlt in der Regel und irgendwie schafft die Kamera es im Verlaufe des Filmes ständig nach links oder rechts zu kippen oder sich auf unscharf zu stellen. Manchmal sieht man Schattenrisse von Köpfen im Bild. Ich nenne diese Version gerne die Klimaanlagenversion. Das ist kein Vergnügen.
Ist der Film ein paar Wochen alt kommt eine zweite Version auf DVD heraus die eine qualitativ hochwertigere Version des Filmes beinhaltet die meistens irgendwo aus dem Netz gezogen wurde oder aus einer Version stammt, die Synchronisationsfirmen zur Verfügung gestellt wurden oder eine Version für Vertriebe oder Wettbewerbskomitees ist. Hier allerdings kann es passieren, dass die DVD nach 10 Minuten stecken bleibt, weil sie schlecht gebrannt ist oder am Film herumgeschnippelt wurde und entscheidende Szenen fehlen. Im schlimmsten Fall sieht man aller 10 Minuten “for your consideration” quer über den Film gedruckt.
Es vergehen ein paar weitere Wochen und die offiziellen DVD-Versionen der Filme kommen heraus. Thailändische Filme kommen meistens zeitgleich mit der Kinoversion auf DVD heraus. Internationale Filme brauchen zwei bis drei Monate. Die Kopien die es von diesen DVDs gibt sind vollwertige DVDs für den asiatischen Markt mit mehreren Sprachversionen, korrekten Untertiteln und Klasse Sound. In der Regel werden 1000 DVDs produziert, 100 davon werden teuer in Boxen verkauft und der Rest landet in den Movieshops am Straßenrand.
Die beiden ersten Versionen eines Filmes haben neben der schlechten Qualität auch noch das zusätzliche Risiko einer schlecht gebrannten DVD die entweder 90 Minuten lang rumruckelt oder ganz stehen bleibt oder bei der die Tonspur bis zu 5 Sekunden hinter oder vor dem Bild her ist.
Wie nun aber erkennt man die bessere Version im DVD-Shop? Ganz einfach. Am Cover. Die Klimaanlagenversion hat meistens ein Cover bei dem sich ein Raubkopierer künstlerisch zu schaffen gemacht und seine eigenen Vorstellungen eines Covers mit aus dem Internet heruntergeladenen Promobildchen verwirklicht hat. Die Netzversion hat dann meistens die tatsächlichen Filmplakate abgedruckt. Auf beiden der eben genannten Versionen steht auf der Inlet-Rückseite als Sprachversion Thai Stereo und Englisch Dolby Surround drauf und als Filmlänge 97 Minuten ;) Die dritte Version hat die Hülle mit dem offiziellen DVD-Design und korrekten Angaben zum Film. Man muss also nur kurz zu amazon.com gehen und mal nachschauen, welche Version man möchte.
Wenn man die Händler nach einem Film fragt und eine DVD in die Hand gedrückt bekommt ist es immer empfehlenswert an der Stelle an der er gekramt hat zu prüfen, ob es mehrere Versionen gibt. In 50% der Fälle wollen die Leute die alten Versionen los kriegen.
Die Frage nach der Legalität möchte ich mal so beantworten: Ich kann die ersten beiden Versionen nicht nur aus qualitativen Gründen nicht empfehlen. Bei der offiziellen DVD-Kopie weiß ich nicht, ob es die normale Vorgehensweise ist. Ich kenne einige Movieshops die bestehen seit ich auf der Insel bin. Illegal kann es also nicht wirklich sein. Und die “richtigen” DVDs in Bangkok mit Plastikhülle kosten meist auch nur 30 Baht mehr.
Und noch ein Tipp zum Schluß: Nie am Straßenrand kaufen, immer in Shops die ein “Ladengeschäft” haben. Die gibt es meistens nach einer Woche noch, wenn man mal reklamieren will. Meistens (zumindest auf der Beachroad in Chaweng) steht ein kleiner Tisch an der Straße und in irgendeiner Nebenstraße ist dann eine größere Auswahl. Noch ein Tipp: niemals im Movieshop in Bophut kaufen gehen. Die verzählen sich beim Bezahlen (zu ihrem Gunsten natürlich) und haben eine Schrott-DVD-Rate (Ruckeln, Hänger, Soundspur fehlt) von 50%.
Thairakthai blockt Thailand
Die Website von Thai Rak Thai (der Partei des guten Thaksins, was ich jetzt so unarrogant wie nur möglich zu sagen versuche) blockt neuerdings Besucher aus Thailand. Unter http://www.thairakthai.or.th/ bekommt man entweder eine blanke Seite oder einen 403er (Access forbidden) angezeigt.
Glücklicherweise sind deren Webmaster nicht allzu begabt und man kann die Seite unter http://www.thairakthai.or.th/index.asp immer noch sehen.
Vielleicht sollte ich mich mal bewerben. Als Webmaster. Nicht als Premier. Ist klar.
Wenig lustig
Manchmal kommt mir mein Leben wie eine Komödie vor. Dann muss ich lachen.
Vor einem Monat hatte ich schonmal eine txp:gho_permalink Infektion im linken Ohr</txp:gho_permalink>. Die war nach 7 Tagen “vergangen” und seither gings mir ganz gut. Nun schwoll es wieder, das linke Innenohr. Diesmal ist alles dicht und ich höre eigentlich nur noch rechts was. Die Welt ist ein bisschen nach rechts gerückt. Das ist wenig lustig, zumal die Behandlung damals recht teuer (für Thaiverhältnisse) war.
Allerdings bin ich ja total clever (stellen Sie sich hier einen vollschlanken Autoren vor der sich mit dem rechten Zeigefinger gegen die rechte Augenbraue tippt) und habe mir eine kleine Karteikartendatenbank meiner Krankheiten in Thailand gebastelt und genau notiert, wie wir damals die Schwellung behandelt haben. Die Karteikarte hab ich dem Apotheker meines Vertrauens gezeigt (manchmal finde ich es wirklich schade, dass ich nicht schwul bin) und siehe da, ich habe die Hälfte gespart. Die Antibiotika haben wir convenient von zweimal 250 Milligramm Ciprofloxacin auf einmal 500 Milligramm gewechselt und so muss ich diesmal nur zwei Tabletten verschiedener Glücklichmacher zu mir nehmen.
Nichtsdestotrotz mach ich mir ein bisschen Sorgen, warum ich neuerdings so anfällig füllig für die kleinen Mistkröten bin. Dürfte Psychostress sein…
Warum ich die Deutsche Welle nicht mag
“Und da kann es nicht angehen, dass eine Technologie wie MP3 hier in unserem Deutschland entwickelt wird und dann iPod kommt und daraus in China ein Gerät produzieren lässt. Was hier erfunden wird, sollte auch hier produziert werden. Das schafft Arbeitsplätze im Lande.” [irgendein grauhaariger Dummkopf eben auf Deutsche Welle TV ]
Und ich mag auch nicht, dass die so ein komisches Deutsch sprechen. Sprech-ähn. Guh-tähn Ahh-bähn-Dt und so weiter. So schlimm reden nicht mal Thüringer.
Yes I know
Ich: Hmmm. I am getting old.
Sie: Yes. I know.
Pause.
Ich: That would be the moment where you have to say “No, you are young and in the best years of your life”!
Sie: Ok.
Pause.
Ich: Hmmm. I am getting old.
Sie: Yes. I know.
Geburtstagstorte
Schuld
Schuld ist eines der mich weniger begeisternden Konzepte des Christentums. Da wird erwartet, dass die Menschheit Schlechtes tut, damit jemand kommen kann und für die Schulden der Menschheit einstehen kann. Ohne diese selbsterzeugte Notwendigkeit eines Erlösers wären alle christlichen Religionen obsolet. Im Buddhismus ist es anders. Es ist wie es ist und der Sinn des Seins liegt darin, mit dem was man hat zurecht zu kommen. Es muss kein Schuldiger für die Misstände des Lebens gefunden werden, weil für die Lösung des Problems nur interessant ist, was (Fakten, Vorgänge) zu einem Problem geführt hat, nicht wer und warum (Motivation). Einer der Gründe warum “fernöstliche” Philosophien erheblicheren Einfluss als christliche Philosophien auf erfolgreiche Business-Strategien haben ist dieser lösungsorientierte Ansatz.
Nokachi Shikimime
Zur Zeit macht folgende Mail die thailändischen Mailinglisten unsicher:
What is your japanese name?
Take each letter of your name and substitute it with the japanese sound to the right of the letter. Names might be kinda long.
A-ka; B-tu; C-mi; D-te; E-ku; F-lu;
G-ji; H-ri; I-ki; J-zu; K-me; L-ta;
M-rin; N-to; O-mo; P-no; Q-ke;
R-shi; S-ari; T-chi; U-do; V-ru;
W-mei; X-na; Y-fu; Z-zi
Gut. Nokachi Shikimime Memotata Kichiarimiri. Bis zum Nokachi würde ich ja noch mitgehen. Klingt ein bisschen wie ein Pokemon-Charakter.
Schusswechsel
Dass man für ein bisschen Aufregung nicht weit fahren muss, zeigt mir der heutige Abend wieder einmal. Vor rund 2 Stunden gab es einen heftigen Schusswechsel zwei Ecken weiter am 7eleven. Von meinem Haus aus klang das wie ein kleines Feuerwerk. Nach einer halben Stunde auf dem abendlichen Fu-Heimweg durfte ich dann feststellen, dass nicht jedes Feuerwerk der Unterhaltung dienen muss.
Auf meiner Soi lag ein Motorad inmitten einer Blutlache. Das ist nichts besonderes in meiner Gegend abends. 200 Meter weiter auf der Ringroad allerdings war eine Ansammlung von Pickups quer über die Kreuzung verteilt. Zuerst sah es nach einem Unfall aus, aber keiner der Pickups war irgendwie gegen einen anderen gefahren. Ein paar Scheiben waren kaputt und bei genauerem Hinsehen sah man dann auch in den noch existenten Scheiben Einschusslöcher. Ein paar Polizisten versuchten sowas wie Ordnung in den Verkehr zu bringen (vergeblich).
Die Schaulustigen konnten auch nicht viel mehr sagen als dass das Moped in meiner Soi mit der Sache zu tun hat. Es ist besser bei solchen Ereignissen ersteinmal nichts zu wissen. Das Polizeiaufgebot jedenfalls war überdurchschnittlich. Da scheint jemand gründlich aufgeräumt zu haben. Ich bin gespannt was meine Quellen morgen zu sagen haben. In den englischsprachigen Zeitungen wird man nicht viel lesen darüber, das verstört nur die Touristen. Mal sehen was die Thaiblättchen schreiben. Veröffentlichenswert ist es auf jeden Fall, der zermatschte Mopedfahrer neulich, der unter einen LKW gekommen ist (nur wenige Meter vom heutigen Tatort entfernt) wurde ausführlich behandelt.
Border-Run (formerly know as Visa-Run)
Am Wochenende machte ich einen kleinen Trip nach Malaysia. Als nichtangestelltertxp:gho_footnote Yepp. Man ist wieder auf dem freien Arbeitsmarkt verfügbar.</txp:gho_footnote> Ausländer in Thailand muss man das Land kurz verlassen, um beim Wiedereinreisen ein neues Visa zu erhalten. Das hatten wir ja letztes Jahr schon zur Genüge. Rund um diese Visaruns hat sich eine richtige Tourismusindustrie gebildet und hier auf der Insel findet man aller 200 Meter einen Travelshop mit Visarun-Plakat in den Fenstern. Ich werde also in den nälchsten Jahren mal die verschiedenen Anbieter durchtesten ;)
Für dieses Mal hatte ich mir vorgenommen einmal Malaysia in Angriff zu nehmen. Laos, Myanmar und Singapore hatten wir ja schon mal. Aus der Fahrt in die Todeszone für ein gutes Stück Sensationsjournalismus wurde allerdings nichts. Wir fuhren zu einem kleinen Grenzübergang in Satun . Hier besteht zwar auch der größte Teil der Bevölkerung aus Muslimen (67,8%), die Unruheregionen aus den täglichen Nachrichten sind aber an anderen Orten zu findentxp:gho_footnote Was in der Wikipedia ganz nett beschrieben wird: “Trotz der religiös geprägten Unterschiede heiraten malaiische Moslems und Thai-Buddhisten ohne Probleme. Dies führt zu einer ethnischen Gruppe, die man Samsam nennt, so viel wie Mischlinge. In Satun gibt es — im Gegensatz zu Pattani, Narathiwat und Yala keine starken separatistischen Tendenzen.” (Wikipedia , Stand 03.07.2006)</txp:gho_footnote>.
Früh am Morgen um 4:15 (kein Problem für mich aufzustehen, weil ich eh von Soosie die ganze Nacht wachgehalten wurde) wurde ich von einem erschreckend altem Songtheaw abgeholt und in rasendem Tempo nach Nathon zur Fähre gebracht. Angekommen sind wir dort trotzdem erst halb sechs, weil ständig Farangs (interessanterweise mittelalte Männer, keine einzige Frau, niemand auch nur annähernd in der Nähe meines Alters) zugeladen wurden. Nach der üblich langweiligen Fahrt auf der Fähre (schlechtes Wetter, nicht mal den Sonnenaufgang konnte man sehen) wurden wir in einen Bus gepackt der gen Grenze raste. Im Bus wurden schnell die Papiere ausgefüllt (“Beware that death penalty for traficking drugs is set in Malaysia” stand auf den malayischen Einreisepapieren. Ich entschied mich vorerst nicht mit Drogen zu reisen) und gegen Ende der Fahrt im Befehlston (eine Britin spielte Reiseführerin, das war mir neu, bisher bin ich mit Thais gereist) die Ankunftszeit im 5 Minuten-Takt durchgegeben.
Gegen zwölf kamen wir an der Grenze an. Man stellte fest, dass ich einen Tag zu lang im Lande war (huch, ich dachte der “erste Tag” wäre frei), ich wurde zu einem freundlich umständlichen Grenzbeamten gebracht, der meinen Pass von vorne bis hinten durchblätterte und feststellte, dass ich einen neuen Pass hatte (irgendwie fehlte das ursprüngliche Visa von vor der Umwandlung zum BOI-Jahresvisum). Dann meinte er auf Thai zu mir, so lange wie ich schon hier sei, könne ich bestimmt schon ein bisschen Thai. Ich meinte “phom kautschai maak kwa phuut phaasa thai krap”txp:gho_footnote Ich verstehe mehr Thai als ich sprechen kann.</txp:gho_footnote> — hatte meinen Stein im Brett und die langsame Vorgehensweise wurde durch schnelle effektive Stempelei ersetzt. Alledings sprach er dann auch nur noch Thai mit mir. 500 Baht ärmer durfte ich über die Grenze schreiten, loggte mich in Malaysia ein, ging ums Grenzhäuschen herum, loggte mich wieder aus, ein Iman begann zu predigen, ich lief zurück nach Thailand und betrat das Land als zufriedener Tourist wieder.
Ab in den Bus, die letzte Fähre erreicht (die vorletzte hätten wir geschafft wenn der Busfahrer nicht ein dringendes Bedürfnis verspürt hätte) und nach Hause.
So ein Visarun ist ziemlich langweilig und unereignisreich. Ok, ich habe einen Alligator im Grenzfluss gesehen. Und jede Menge Thais und Malayen, die Visaruns machten (einmal um eines der Grenzhäuschen herum und zurück ins jeweilige Land)txp:gho_footnote Die vier nördlichen Provinzen Malaysias Perlis, Kedah, Kelantan und Terengganu waren bis 1909 unter thailändischer Verwaltung. Die drei heutigen Südprovinzen Thailands Narathiwat, Yala und Pattani bildeten bis 1909 das Königreich Pattani. 1909 ließen sich die Engländer auf der Malaiischen Halbinsel nieder und die Grenzen wurden neu sortiert. Aus diesem Grund ist die Bevölkerung stark durchmischt und viele Familien leben und arbeiten auf beiden Seiten der Grenze. So zumindest erkläre ich mir den starken Grenzverkehr, den ich beobachten durfte. Mal sehen, ob mir jemand was anderes erzählen kann.</txp:gho_footnote>. Aber ansonsten war es ein vergammelter Tag.
Thaksin spricht
Ich sehe mir gerade im Staatsfernsehen eine Rede vom care takenden Premierminister Thaksin Shinawatra an. Das ist ein bisschen gespenstisch, weil niemand klatscht. Die Kameras fangen die Zuhörer immer in dem Augenblick ein, wenn sie den Mund aufreißen um ausführlich zu gähnen. Das kann ganz lustig rüber kommen, wenn sie in ebendiesem Augenblick bemerken, dass sie im Fokus sind und sich entscheiden entweder in ihren Aktenkoffern zu kramen oder so zu tun als ob sie eigentlich zwischen den Zähnen kramen wollten.
Das Redethema scheint querbeet zu sein. Ich hörte vorhin sowas wie eine Rechtfertigung, dass im Süden ein Malay-Dialekt keine zweite Verwaltungssprache werden soll (“das ist kein Individualismus, das ist Nationalismus”), dann sprach er über Kasachstan (da war er wohl vor einigen Tagen um sich bei Putin einzuschleimen und der iranische Präsident war <txp:gho_permalink id=“668”>auch wieder dabei</txp:gho_permalink>). Außerdem ist der Export in den Iran um 16% gestiegen , was größtenteils an Reishamsterkäufen Irans in der Region liegt. Dann hatte er auch kurz über Futtaball und Tschörramanieh gesprochen, das aber wohl nur um auf das Problem der Wettsüchtigen hinzuweisen.
Derweil hat Thaksin sich in Kenia für den Bau eines Hotels beworben . Altersvorsorge?
Wie gesagt. Keiner klatscht. Gespenstische Stille. Gähnen. Thaksin steht vor einem sehr großen DDR-braunen Vorhang an einem Pult mit ein paar Blümchen. Spricht mal selbstüberzeugt und manchmal merkt man, wie er den Faden verliert, unsicher wird. Dann nimmt er seine Brille auf und starrt auf seine Notizen.
Er wirkt ein wenig verloren.
PS: Muaaahahaha, jetzt der Spruch: “Democracy … blablabla… demo crazy”. Der Mann hats wirklich drauf.
PPS: Jetzt wird er ja doch ein wenig lustig und bringt mitreißende Sprüche. Seine Claqueure lachen.
Oleeeeh oleh oleh oleeeh! Endzeit.
Man wöllte meinen nach einem Monat voll Rumgespiele haben die Leute endlich genug vom beinah idealen Rund. Haben sie aber nicht. Glücklicherweise habe ich gelesen, dass nach dem 9. Juli dann wirklich Schluss sein wird. Gut so. Hier also die Ausstrahlungszeiten für die thailändischen Fernsehsender. Für drei der Termine stehen die Sender entweder noch nicht fest oder es sind alle fünf Sender gleichzeitig online. Das muss ich noch tranlatieren.
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Uhrzeit
</th>
<th colspan="2" style="width: 250px;text-align:center;">
vs.
</th>
<th style="width: 100px;">
wo
</th>
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Sender
</th>
<td>
22:00
</td>
<td>
Deutschland
</td>
<td>
Argentinien
</td>
<td>
Berlin
</td>
<td>
iTV
</td>
<td>
02:00
</td>
<td>
Italien
</td>
<td>
Ukraine
</td>
<td>
Hamburg
</td>
<td>
Ch.3
</td>
<td>
22:00
</td>
<td>
England
</td>
<td>
Portugal
</td>
<td>
Gelsenkirchen
</td>
<td>
Ch.5
</td>
<td>
02:00
</td>
<td>
Brasilien
</td>
<td>
Frankreich
</td>
<td>
Frankfurt
</td>
<td>
Ch.7
</td>
<td>
02:00
</td>
<td>
Deutschland
</td>
<td>
Italien
</td>
<td>
Dortmund
</td>
<td>
??
</td>
<td>
02:00
</td>
<td>
Portugal
</td>
<td>
Frankreich
</td>
<td>
München
</td>
<td>
??
</td>
<td>
02:00
</td>
<td>
Deutschland
</td>
<td>
Portugal
</td>
<td>
Stuttgart
</td>
<td>
Ch.3
</td>
<td>
01:00
</td>
<td>
Frankreich
</td>
<td>
Italien
</td>
<td>
Berlin
</td>
<td>
???
</td>
Auflösungserscheinungen
Dass Thai Rak Thai (TRT) derzeit einige Prozesse am Hals hat wegen des Vorwurfs des Wahlbetrugs habe ich ja bereits <txp:gho_permalink id=“769”>mehrfach</txp:gho_permalink> <txp:gho_permalink id=“746”>geschrieben</txp:gho_permalink>. Heute nun hat der Generalstaatsanwalt beim Verfassungsgericht beantragt, 5 Parteien (darunter TRT und die Demokratische Partei) aufzulösen.
OAGtxp:gho_footnote The Office of the Attorney General</txp:gho_footnote> spokesman Atthapol Yaisawang said the committee, headed by deputy attorney-general Chaikasem Nitisiri, vote unanimously to ask the Constitution Court to dissolve the Democrat, Prachatipatai Kaona Party, Patana Chat Thai Party, and Thai Ground Party for allegedly violating the Constitution and Article 66 of the Political Party Act.
He said the committee the committee also voted unanimously to ask the court to consider dissolving the Thai Rak Thai for allegedly violating Article 66 of the Political Party Act. [via The Nation ]
Verkokst
Gestern haben die Drogenbehörden in Thailand zur Feier des Internationalen Tages der UN gegen Drogen rund 3 Tonnen ebendieser verbrannt . Das sind umgerechnet 10 Billionen Baht (so um die 200 Millionen Euro) die da in Flammen aufgingen.
Muss ein berauschendes Ereignis gewesen sein.
How not to lead Geeks
Heute mal ein Link zu einer 2*10 Punkte langen Liste (auf englisch) wie man Geeks nicht führen sollte . Ich stimme den Listen zu 80% zu.
Hat wenig Thailandrelevanz, allerdings schreibe ich an einer ähnlichen Liste wie man Thais nicht führen sollte. Tangiert also minimal.
Frenglish
Ich freu mich ja immer wieder, wenn ich einen Thai Englisch sprechen höre weil da schon mal lustige Stilblüten namens Thanglish dabei herauskommen.
Allerdings gibt es ein anderes Extrem, Frenglish. Franzosen die gebrochen Englisch sprechen. Mein Mopedvermieter ist so ein Typ. Eben war er da um die Miete für den nächsten Monat einzutreiben und hat mir eine Menge erzählt. Nun muss man wissen, dass er zum Einen nicht wirklich Englisch sprechen kann und seine Sätze zu 30% mit französischen Vokabeln füllt und zum anderen ein Stotterer ist, einer der Gruppe die die Anfangssilbe eines Wortes vier bis fünfmal herauswürgen, nur um dann ein anderes Wort stotternd als Ersatz zu verwenden. Wenn man dann mal ein französisches und mal ein Englisches Wort vor sich hat, dann fällt das Verstehen immer sehr schwer.
So ein “Treffen” läuft dann immer etwa so ab: Er kommt, begrüßt mich umständlich, lässt sich das Geld geben und fängt an Smalltalk zu halten. Das Ganze geht ungefähr 15 Minuten. Dann ist er weg und ich sitze auf meiner Veranda, starre vor mich hin und versuche zusammenzustückeln, was er zu erzählen hatte.
Diesmal: er reist für drei Wochen nach Frankreich weil Mamma (12 Kinder) 75 wird und ein anderer Franzose vertritt ihn dann (“he maybe speak bebebebebebetter english than me.”). Seltsamerweise ist er vor der nächsten Ratenzahlung wieder da. Und vor 2 Jahren war er das letzte Mal in Frankreich, davor 5 Jahre zuvor und davor 7 Jahre zuvor. Und ich brauch nur anzurufen wenn was ist. Und er bringt mir demnächst ein neues Moped vorbei. Letzteres dachte ich allerdings hätte er mir schon das letzte Mal gesagt.
Seine Tochter (8) heißt Fleur.
Expats… ein anderes Kapitel der die schreibbloga.de das noch unfertig im Todo-Ordner steckt.
Der Phallus
Kinder unter 18 Jahren lesen bitte hier weiter .
Der Traum
Heute Nacht hatte ich einen sehr offendierenden Traum. (Ich hatte mehrere, unter anderem einen der mich dazu brachte, “das Telefonat” durchzuführen und einen mit Fussball™, hier aber geht es um den einen anderen.) Pokki lief in der Gegend herum und wurde immer kleiner. Je mehr er klein wurde, umso größer wurde sein, ehm, hem, Zipfel (der eher in menschlich karrikierender Weise ausgestattet war, nicht canin). Das wars auch schon mit dem Traum. Ich erspare mir und dem werten (und auch dem unwerten) Leser die Deutung dieser Angelegenheit.
Das Telefonat
Heute Nachmittag habe ich meine Eltern in Deutschland (ihr wisst schon, Merkel, Goethe und Würstchen) angerufen. Wir sprachen über dies und das, Ghana, Schweden und die Schweiz, über Hunde, Frauen, Hundefrauen und das Wetter. Dabei kamen wir auch auf Pokki und ich meinte, dass es nun bald soweit sei und er die Mädchen entdecken würde (eventuell erwähnte ich auch, dass er bereits Fleur in spielender Weise bestiegen hat ohne Zeichen von Erregung zu zeigen. Eher so eine Trockenübung. Falls ich es nicht erwähnte erwähne ich es nun), schließlich ist er ja nun schon fast 8 Monate alt und das Internet hat mir gesagt mit 9 kann er loslegen.
Das Teil
Anschließend habe ich meinen großen Fellball beim Hair-Dog-Shop abgeholt (Samstags ist Waschtag) und heimgebracht. Ich hebe ihn aus dem Mopedkorb und von seiner Unterseite leuchtet mich ein rotes fleischiges Etwas an. Ich denke mir so, super, erst rasieren sie ihm den Hintern und nun fangen sie auch noch am Zipfel an, der ist normalerweise dicht befellt um dem gelben Fluss eine Richtung zu geben, dem muss unbedingt Einhalt geboten werden, was für Probleme mit Männern haben diese Friseusen eigentlich und so weiter als ich feststelle, dass das Ding größer und größer wird. Hmm, denk ich mir und blitzlichtartig fallen mir die ganzen Hundephalli der vergangenen 24 Stunden wieder ein. Nun ist er also soweit. Ich habe schon jede Menge Shih-Tzu-Damen auf Samui in der Kartei, die seiner Liebesdienste bedürfen. Callboy Pokki. Irgendwie kannte ich bisher nur Hundedamen von der Unterseite her.
Nichtsdestotrotz. Vielleicht sollte ich mir einen Job suchen bei dem ich meine medialen Fähigkeiten einsetzen kann.
Oleeeeh oleh oleh oleeeh! Runde 2.
Und pünktlich zur, ehm, zweiten Runde (?? heh? wie nennt man das bei Fussball™-WMs denn eigentlich) gibts hier die Sender und Termine der nächsten 8 Spiele für die Fussball™fanatiker in Thailand. Die Zeiten sind ohne Gewähr, denn es kann durchaus sein, dass der Care takende Premierminister Thaksin mal wieder eine inhaltsleere Rede in der er der Nation für die Feierlichkeiten zum 60ten Thronjubiläum des Königs dankt halten wird (wie gestern abend) und alles ein bisschen verschiebt. Die restlichen Spiele poste ich dann am Montag und trage (fast wie ein kleiner Fan) die Mannschaften dann nach, wenn jemand gewonnen hat.
<th style="width: 50px;">
Uhrzeit
</th>
<th colspan="2" style="width: 250px;text-align:center;">
vs.
</th>
<th style="width: 100px;">
wo
</th>
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Sender
</th>
<td>
22:00
</td>
<td>
Deutschland
</td>
<td>
Schweden
</td>
<td>
München
</td>
<td>
Ch.7
</td>
<td>
02:00
</td>
<td>
Argentinien
</td>
<td>
Mexiko
</td>
<td>
Leipzig
</td>
<td>
Ch.9
</td>
<td>
22:00
</td>
<td>
England
</td>
<td>
Equador
</td>
<td>
Stuttgart
</td>
<td>
Ch.11
</td>
<td>
02:00
</td>
<td>
Portugal
</td>
<td>
Niederlande
</td>
<td>
Nürnberg
</td>
<td>
iTV
</td>
<td>
22:00
</td>
<td>
Italien
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<td>
Australien
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<td>
Kaiserslautern
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<td>
Ch.3
</td>
<td>
02:00
</td>
<td>
Schweiz
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<td>
Ukraine
</td>
<td>
Köln
</td>
<td>
Ch.5
</td>
<td>
22:00
</td>
<td>
Brasilien
</td>
<td>
Ghana
</td>
<td>
Dortmund
</td>
<td>
Ch.9
</td>
<td>
02:00
</td>
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Spanien
</td>
<td>
Frankreich
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<td>
Hannover
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<td>
Ch.11
</td>
Ich würde übrigens gerne Schweden, die Schweiz, Equador oder Ghana im Endspiel sehen. Man darf sich doch aus jeder Gruppe einen Favoriten auswählen, oder?
Was die Prinzessin sah
After a while, His Majesty the King turned to take a critical look at Princess Sirindhorn’s busy snapping away. The King said: “Shh … can you take the pictures somewhere else?” [via The Nation ]
Seit den Feierlichkeiten gingen schon auf meinen verschiedenen Thai-Mailinglisten Photos herum, auf denen man Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn (สม?????ระ???รั??รา?สุ?า ???า??ามหา?ั?รีสิริ??ร รั?สีมา?ุ?า?ร?ิย?า?ิ สยาม?รมรา??ุมาร Som det phra thep phra rat raat cha su daa Chao fa Maha Chakri Sirindhorn Ratha si ma ku na korn pi ya chat Siam ba rom ma raat cha ku maa ree für die Titelfetischisten) hinter ihrem Vater König Bhumibol Adulyadej dem Großen Photos schießen sah — aus beiden Richtungen, ihrer und der des Volkes. Ich fand das immer ein bisschen unverfroren, da der König ja Gottheitsstatus besitzt. Aber anscheinend mögen die Thais das trotzdem. Süß ist es ja auch.
Jedenfalls hält sie jetzt eine Ausstellung in Bangkok, auf der man ihre Bilder von den Feierlichkeiten betrachten kann. Ein weiterer Grund in den nächsten Tagen mal in den regnerischen Norden zu reisen.
Grade im Thaifussball?studio
Grade hat im Thaifussball™studio der FIFA-Chef Blatter eine Ansprache gehalten wo er dem König von Thailand alles Gute zum 60ten Thronjubiläum wünschte. Er endete mit “lonng laiff to säh gingg”. Jaja. Das heißt long live the king bittesehr. Naja.
Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Ansprache vom IKEA-Gründer.
Die Feiern gehen noch weiter bis Ende des Jahres. Dann schließt sich nahtlos das Feierjahr zum 80ten Geburtstag des Königs an.
Wahlbetrug und Benzin
Gestern hat die Wahlkommission EC (Election Commission) Thailands einen Untersuchungsbericht veröffentlicht und sagt nun auch, dass Thai Rak Thai (TRT, Thaksins Partei) kleinere Parteien bestochen hat , bei der (inzwischen annullierten) Wahl vom April anzutreten. Das ist ziemlich interessant weil EC dafür berüchtigt ist in ihrer unabhängigen eigenständigen Meinung eher zu TRT zu tendieren und kleinere Parteien eher zu bestrafen als TRT.
Nichtsdestotrotz entscheidet sie weiterhin seltsame Sachen. So sind zum Beispiel gestern 22 Wahlgewinner vom April als Senator eingesetzt worden. Wahlgewinner einer annullierten Wahl. Derweil treten die bisherigen Senatoren und Regierungsmitglieder nahezu täglich zurück.
Freudige Randnotiz: Das Benzin wird heute 0.40 Baht preiswerter .
Regenschirme
Bei 7eleven verkaufen sie Regenschirme. Scheint ein regenreiches Monatsende zu werden.
Billy Corgan, Smashing Pumpkins
Homer Simpson, smiling delightly.
Geht nichts über die Simpsons. Wollt ich nur kurz loswerden. Muss mich wieder um die Hunde kümmern. Jetzt.
Canine Blitzdiät
Die letzten Tage waren ziemlich aufreibend im Hause Kollitsch(th). Bis Sonntagmittag wuselte Soosi (ich schreib immer Soosie, vielleicht sollte ich sie noch schnell umbenennen) herum, spielte mit Pokkis Barthaaren, allen Quietscheentchen die das Haus hergibt (eine Menge, wenn man Hunde, Bären, Autos, Katzen, Softeiswaffeln, Hasen usw. den Enten zurechnet, Hauptsache es quietscht). Dann hörte sie auf zu essen.
Das ist zunächst nichts Schlimmes. Pokki frisst manchmal auch zwei Tage lang nichts. Dummerweise ist Soosi ein Baby und nur 7 Wochen alt (1. Mai 2006, ein Maikind, auf die eine oder andere Art und Weise). Am Montag gesellte sich noch ein gepflegter Durchfall hinzu und sie war so schwach, dass sie sich immer gleich nach dem Häufchen hinsetzte, was einen nicht unbedeutenden Reinigungsaufwand mit sich brachte, weil sie jede Stunde einmal Gassi gehen wollte.
Am Dienstag war sie dann so schwach, dass sie kaum noch herumgelaufen ist. Sie trank ein bisschen Wasser und erbrach es kurz darauf wieder. Als sie dann beim Gassi gehen ein Windhauch umwarf (was ich nur einige Augenblicke lang komisch fand) packte ich sie in die Hundereisetasche Grösse 1 (ganz klein) und Pokki in den Mopedkorb und wir fuhren ins Hundekrankenhaus.
Als sie auf die Waage gesetzt wurde bekam ich dann erst recht einen Schreck: Am Samstag wog sie 1100 Gramm und die Waage zeigte gestern 700 Gramm an. Dann fiel mir ein, dass sie seit Tagen nicht wirklich das Maul aufgemacht hatte und die Ärztin fummelte ein bisschen herum und meinte dann, dass sie zahnte. Sieht süß aus, kleine weiße harte Spitzen, die sie aber schmerzten. Seltsame Sache, denn bei Pokki waren irgendwie die Zähne damals schon da und die großen Zähne weit hinten kamen erst in Monat zwei oder drei. Jedenfall kamen ihre kleinen Zähnchen vorne und sie hat sich kräftig in die Zunge gebissen, weshalb sie vermutlich wenig Lust auf Kaubewegungen und Fressen hatte. Sie bekam eine Infusion (seltsamerweise unter die Haut, sie hatte dann den ganzen Abend eine lustige Blase am Körper) und ein paar Medikamente (gelbe Antibiotika, die normalen sind rot, und “against throw up”, eine braune Brühe, die sie aber recht glücklich schleckt) und wir wurden heim geschickt.
Die verschiedenen flüssigen Auswürfe aus allen drei Körperöffnungen setzten dann aus, aber fressen tat sie immer noch nicht. Was mir schon etwas Sorgen macht, denn ein junger Hund hat drei Hobbies: Schlafen, Fressen und Pinkeln.
Ich fuhr also heute wieder in die Tierklinik und meinte, dass es mir nicht gefällt, dass sie nicht frisst und es kaum gut sein kann, so schwach und mager wie sie ist, ich bezahl alles. Die Ärztin gab ihr dann noch eine Infusion (sie sieht jetzt recht schwanger aus, das Wasser sammelt sich unterm Bauch) und brachte eine Tube mit braunem schleimigen Zeug an, das ich mir auf den Finger schmieren und Soosi zum Schlecken geben durfte. Und siehe da sie fand Interesse am Schlecken. Es war eine Vitaminpaste. Nette Sache. Man füllte mir zwei Spritzen voll Paste ab und ich darf Soosi damit füttern.
Trotzdem frass sie erstmal nicht mehr und schlief bis eben. Ich ließ sie dann vor ein paar Minuten Vitamine schlecken. Dann machte ich mich auf der Veranda zu schaffen. Als ich wieder ins Haus kam stand sie fordernd vor dem Küchentisch (ich hab ihr immer auf dem Tisch Futter gegeben weil Pokki das Babyfutter sonst alleine gefressen hätte). Ich gab ihr also ein bisschen Futter (Pedigree — keine Sorge, ist keine Werbung, lest weiter), sie frass einen halben Löffel voll und wandt sich dann abneigend ab. Ich dachte mir so besser als nichts und setze sie runter neben den Wassernapf. Sie trank ein bisschen Wasser. Dann schnüffelte sie herum und fand Pokkis Abendessen. Und frass es auf. Den ganzen Napf voll. Trockenfutter für größere kleine Hunde. Pokki stand daneben und kuckte nur dumm (er hat auch Fleur immer alles alleine fressen lassen und sich nicht gewehrt, das kleine Weichei). Sie fraß seine ganze Abendration und noch eine halbe Portion mehr. Dann spielte sie ausgiebig und nun schläft sie in der Ecke.
Es scheint so als ob es überstanden wäre. Würde mich freuen. Irgendwie.
Lieber Bär gesucht
Tan (weiblich, 21 Jahre, Thai) hat sich zu entscheiden, ob sie im Oktober für 5 Wochen nach Duisburg oder Berlin reist um besseres Deutsch zu lernen. (Kleiner Tipp, sie war schon mal auf einigen Fotos hier zu sehen.) Jedenfalls kennt sie niemanden in Berlin und wollte sich schon für Duisburg entscheiden als ich meinte, ich habe sicher ein paar Leser aus Berlin, welche die Stadt ihr schmackhafter machen könnten (nichts gegen Duisburg, aber ich glaube bei dieser Auswahl sollte sie Berlin besuchen). Chatten und Telefonieren geht über Yahoo Messenger, MSN und Skype. Wer also Interesse an einer Bevölerungsvermehrung in Berlin hat kann sich gerne mal melden, ich leite das dann weiter. Duisburger können sich auch gerne melden, hehe.
PS: Sie sucht dann auch noch eine Wohnung/Schlafgelegenheit (was natürlich wieder vom Ort ihres Aufenthaltes abhängt).
Darf ich vorstellen: Soosi
Das ist Soosi, der neueste Bewohner im Hause. Am 1. Mai geboren, 1kg schwer, weiblich und sehr schön grau-weiss gefärbt (der Schwanz sieht aus wie beim Dachs). Zur Zeit verbringt sie den größten Teil des Tages mit Schlafen und Gassi gehen. Das wird sich aber ändern, denn Pokki wartet schon sehnsüchtig darauf, mit ihr zu spielen und bringt ständig irgendwelche Quietschdinger an um sie anzuspornen.
It seems so fitting don’t you think?
Es ist kälter als je zuvor
Die Jahreszeiten nahmen alles, für die sie gekommen waren
Jetzt tanzt der Winter hier
Es scheint, als ob alles pa?t, denkst du nicht auch so?
Den Boden angemalt in wei?
und in grau
Er ist so ruhig, dass ich es hören kann
Meine Gedanken berühren jede Sekunde, die ich verbrachte
Mit dem Warten auf Dich
Die Umstände gewähren mir
Keine zweite Chance
Es dir zu sagen
Wie sehr ich dich vermisst habe
Mein Geliebte, du solltest wissen
Wann der warme Wind wieder kommt
Ein anderes Jahr beginnt, um zu vergehen
Und frage mich bitte nicht, warum ich hier bin
Etwas tief in mir brachte mich drauf
Das es notwendig ist, sich zu erinnern
Wir waren einmal jung und mit Flügeln gesegnet
Keine Höhen konnte uns abhalten, alles zu erreichen
Keine heilige Plätze, in die wir nicht plötzlich emporstiegen
Immer noch grö?ere Dinge brannten in uns
Ich bedauere nicht die Möglichkeiten, die ich getroffen habe
Ich wei?, dass du dasselbe fühlst
Mein Geliebte du wei?t doch
Wie oft ich in die Wolken starrte
Ich dachte ich sehe dich da oben
Dies sind Gefühle, die nicht so leicht vorbeigehen
Ich kann nicht vergessen, wovon wir behaupteten, dass es unseres war
Momente verloren, obwohl Zeit überbleibt
Ich bin immer noch stolz darauf, was wir waren
Kein Schmerz bleibt
Kein Gefühl
Ewigkeit wartet
Gewähre mir Flügel, mit denen ich fliegen könnte
Meine unruhige Seele ist voller Sehnsucht
Kein Schmerz bleibt
Kein Gefühl
Die Ewigkeit wartet
Momente verloren, obwohl Zeit überbleibt
Ich bin immer noch stolz darauf, was wir waren
Kein Schmerz bleibt
Kein Gefühl
Ewigkeit wartet
Gewähre mir Flügel, mit denen ich fliegen könnte
Meine unruhige Seele ist voller Sehnsucht
**Kein Schmerz bleibt
Kein Gefühl**
Die Ewigkeit wartet
PS: Eigentlich wollte ich ja übers Wetter schreiben aber das ist derzeit so uninteressant heiss und alles andere wird bereits per Instant Messaging und Privatmail behandelt. Also hier nur (wieder?) VNV Nation. Ok, auf deutsch hattense wir noch nicht. Die Sprache des Fussballs (glaubt man den Thais).
Shihtzuphrenia
Ok. Es ist offiziell. Pokki bekommt morgen abend eine kleine Schwester. Oder um in den Worten der Lieferantin zu sprechen: “We give him a girlfriend so them can have sex and we sell the babies.” Ich geh jetzt schlafen. Die ersten Monate dürften sehr wachhaltend sein, wenn ich so an die Pokki-Zeit zurück denke und an die zwei Wochen mit Fleur.
Bombenterror im Urlaubsparadies
(Ich wollte schon immer mal reißerische und verfremdende Überschriften einsetzen)
Heute morgen sind in den drei südlichen Provinzen Thailands, in denen seit rund 2 Jahren bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen und bereits mehr als 1300 Menschen umgekommen sind, in der Zeit von 8:30 bis 9:00 mindestens 40 kleine Bomben an verschiedenen Plätzen in der Nähe von Regierungsbüros gezündet worden. Dabei kamen zwei Menschen um und rund 20 wurden verletzt.
Normalerweise stört die Polizei jetzt immer das Mobilfunknetz im Süden wenn eine Bombe explodiert, was derartige Attacken bisher recht gering gehalten hat. Es gab zwei Anschläge, bei denen bis zu drei Bomben an verschiedenen Plätzen zur gleichen Zeit explodierten, in der Regel per Mobiltelefon gezündet. Diesmal jedoch war die Polizei nicht schnell genug oder die zeitliche Planung der Separatisten war genauer abgestimmt.
One of the bombs went off at a government office in Yala just before Deputy Prime Minister Chitchai Wannasathit was due for a visit in the area. Chitchai is in charge of overseeing security in Thailand’s south.
Prime Minister Thaksin Shinawatra said that intelligence had indicated insurgents were planning a “major operation” for Thursday but the government’s security prevention network was “not good enough” to prevent the attacks. [via AP ]
PS: Urlaubsparadies ist der Süden schon seit rund einem Jahr nicht mehr. Es kommen höchstens noch Malayen oder muslimische Thais aus dem Norden in den Süden.
Warnung: Fussball? kann tödlich sein
Police in the southern Thailand city of Pattaya were searching Wednesday for a gunman who killed two World Cup fans for cheering too loudly. The incident began at a restaurant in the beach resort town south of Bangkok as the two victims were watching Italy’s 2-0 win over Ghana, the Pattaya Daily News reported.
Stromausfall oder Ein Daywalker braucht kein Licht
Ah. Schon wieder. Heute morgen 3 Stunden und jetzt gerade auch. Punkt 19 Uhr ging das Licht im 7eleven aus (schauen Sie mal kurz in die Seitenbox wann bei uns hier die Sonne untergeht). Die Kassen dort sind an Notfallbatterien angeschlossen. Trotzdem bekamen die Kassenbienen Panik und brabbelten alle Leute auf Thai voll. Mich auch. Verstanden habe ich nichts, aber ich konnte es mir schon denken, nach 2 Minuten zeigte sich, warum: Alte Batterien halten nicht lange. Eine Kasse ging kurz vor mir aus, die andere nach mir. Püh! Stromausfall ohne Bier ist wie ein Großraumbüro mit nur einem Mitarbeiter. Glücklicherweise ist nur der Strom auf der Mainroad weg, meine kleine Siedlung blieb verschont. Kabelfernsehen geht nicht. Das ist schade, weil heute eine neue Anwaltsserie namens “Boston Legal ” auf dem Farangkanal beginnt. Mit Kaptain Kirk (schonmal einen Thai nach Startrek recherchieren lassen?) und so einem Typen der in einer anderen Serie auch einen Anwalt gespielt hat, der gegangen worden ist. Nennt man Sequel, oder? So eine Parallelserie? Jedenfalls werde ich versuchen müssen das Ganze heute Nacht zu sehen (es lebe die unendliche Wiederholung). Ist nämlich ein David-E-Kelley . Alles klar, ne? Odo spielt übrigens auch mit.
Man merkt schon, ich bin des bewegten Bildes abhängig.
Jetzt wird dafür Blade genossen. Auf DVD. Strom für den Sound und den Monitor haben wir ja. Ich hab mir mal die komplette Blade-Triologie zugelegt. Natürlich in Thailizenz. Zum einen aus ästhetischen Gründen. Mag die Handlung noch so simpel für begrenzte Hirne sein — die Farben sind klasse. Größtenteils Rot und Blau. Die Musik ist noch besser. New Order. Confusion. Und mehr.
Und der Dings, hier, Mr. Cool Face . Wie heisst er gleich wieder. Egal. Der ist natürlich auch klasse. Hab ihn gestern in einem No-Name-Streifen gesehen, das hätte glatt Blade 4 sein können wenn es ein paar Vampire gegeben hätte. Schablonenschauspieler.
Aber die Musik ist der Hammer. Und wenn man sich das Ganze nicht antun will, dann sehe man sich wenigstens die ersten 10 Minuten des ersten Teils an. New Order. Wie gesagt. Die Farben beim Blutbad. Herrlich. Die Musik ist nicht viel schlechter.
PS: Meine Quelle übrigens erklärte mir, dass es in Thailand keine Vampire oder den Vampiren entsprechende Geister gäbe. Klar, sagte ich. Die Thais essen jede Menge Knoblauch den ganzen Tag. Da kommen die Vampire nicht gegen an.
PPS: Sagte ich schon mal, dass ich Udo Kier mag? Der ist so trashig dass er schon wieder Kult ist. Eines Tages schreibe ich ihm ein Drehbuch auf den Leib. Er wird dann ein schwuler Ex-Tänzer und Kinderbuchautor der als Serienmörder durch eine Großstadt unserer Zeit zieht, an Schlaflosigkeit leidet und bei Bedarf Kisch, Schopenhauer und Nitzsche zitiert. Ich glaub, ich lass ihn dann die Haare straßenköterbraun färben und so um die 20cm lang wachsen. Passt zur Rolle. Hier und da ein bisschen Porno und die Morde schön blutig. Rot ist eine edle Farbe und Kier ist Klasse. Ein Elektroschocker muss auch noch in die Story.
PPPS: Pokki mag nicht im Dunkeln fressen und kotzt lieber. Blöde Hunde. Heute kam übrigens eine lange erwartete SMS: “do you want another dog?” — lesen Sie später mehr zu diesem Thema.
PPPPS: 20 Uhr und der Strom fällt auch hier aus. Man gewöhnt sich aber daran.
Stromausfall
<big>oder Immer wenn es regnet (gesungen wie in diesem Musikal wo es den Milchmann Tervje oder so gibt der immer singt "wenn ich einmal reich bin" oder so)</big>
Es hat schon was Komisches (meine Mama würde jetzt sagen “Ich weiß ja nicht was man daran ‘komisch’ finden kann”) aber irgendwie fällt in Maenam immer der Strom aus, wenn es ein bisschen mehr als normal regnet. Da das Jahr in Thailand aus verschiedenen Regenzeiten besteht regnet es auch häufiger als anderswo. Eventuell haben sie auch ihre Transformatoren und diesen ganzen Kram im Freien stehen. Jedenfalls fällt der Strom immer aus wenn es regnet. Manchmal richtig, manchmal bleibt “ein kleines bisschen”. So wie jetzt. Die elektronischen Geräte leuchten alle rot Standby und ein paar Straßenlampen blinken vor sich hin. Der Fernseher macht entweder seltsame Geräusche oder zeigt nur einen quietschenden Punkt in der Mittel.
Vorhin saß ich auf der Veranda (was sonst soll man machen ohne Strom) und schaute zu, wie auf der Insel überall die Lichter ausgingen. Abgesehen davon sitze ich gerne auf der Veranda wenn es regnet, denn das Wasser vom Dach bündelt sich in einem Strom der ungefähr drei Meter in die Tiefe in einen Trog vor meinen Haus fließt in dem jede Menge kleiner Fischlein und Lotuspflanzen ihr Dasein fristen. Die Geräuschkulisse finde ich entsetzlich entspannend.
Jedenfalls sitze ich so auf der Veranda (ja, ich weiss, es wiederholt sich, aber ich schweife auch immer so ab mit meinem Notebookakku und seiner Laufzeit von mindestens drei Stunden noch. Ich überlege schon, ob ich es einfach ausschalte und den Stromaccount spare für die Zeit nach der Apokalypse. Kann ja gut sein dass endlich mal niemand vorgesorgt hat und ich dann der Einzige mit Strom im Akku bin und live aus dem Fegefeuer berichten kann.)
Wie auch immer. Ich sitze auf der Veranda und sehe mir die Lichter an, die Bophut und Chaweng so an die Wolken werfen und bin gerade in eine Betrachtung versunken die rötliche Flammen gen Himmel von Chaweng aus einschlossen als Chaweng “ausging”. Hehe. Da konnte ich mich eines gehässigen Grinsens nicht erwehren. Jetzt leuchtet nur noch Bophut gegen die Wolken.
Wie auch immer es regnet und Bophut hat gewonnen. Das ist wie WM. Ich hätte ja getippt, dass Chaweng länger anbleibt als Bophut. Abgesehen davon ist es in Chaweng und Lamai auch ohne Strom laut ohne Ende, wie ich leidvoll in den vergangenen Monaten häufiger erfahren durfte. Ist halt was anderes wenn man über genügend rotleuchtende Etablissements verfügt.
PS: Wie gut dass ich die allerletzte Folge von “Charmed” (diesmal wirklich das Ende) noch kucken konnte bis der Strom weg war. (Denken Sie sich “wie gut” als sarkastisch betont.)
PPS: Und wenn Ihnen beim Lesen dieses Eintrages langweilig war, dann denken Sie über eine Spende zur Optimierung der Inhalte hier nach. Geld motiviert. Immer.
PPPS: Update 21:40 — Der Strom will wieder kommen. Man merkt das am Mobile, das ans Ladekabel angeschlossen ist. Das macht so aller 10 Sekunden beep (“Hallo ich werde geladen”) und aller 15 Sekunden duut duut duut (“Ehm, I really would appreciate some energy”). Lamai leuchtet wieder (hab ganz verpasst wie es ausgegangen ist) und Bophut hat die ganze Zeit geleuchtet. Angeber. Arroganz der Gewinner.
(K)ein Beinbruch – oder feuchte Gedanken
Grade flog ich elegant durch die Luft, es krachte und ich lag da. Grund war eine Pfütze mitten im Haus. Und der Hund. Der Hund ist immer schuld, dass das mal klar ist. Pokki hat eine Vorliebe für Eiswürfel entwickelt (klar, is ja recht warm derzeit und die letzte Energierechnung war schockierend hoch, so dass die Klimaanlage aus bleibt) und bekommt sie auch immer wenn er traurig genug kuckt. Jedenfalls wird der Eiswürfel dann in verschiedene Ecken des Hauses geschleppt und beleckt, bebissen, bespielt oder auch mal vergessen. So wie diesen jetzt. Er kuckt dann immer, als ob er kein Wasser trüben könnte. Kann er aber. Kleine Fellkröte.
Das erinnert mich daran, dass ich nirgendwo festgelegt und aufgeschrieben habe, wer alles im Notfall zu benachrichtigen ist und all dieser Kram. Und eine Sofortwähltaste für irgendwelche Notrufe oder so…
Kann auch was Gutes haben, so eine Pfütze.
PS: Solche Einträge gibts auch nur, wenn es draußen regnet und der Strom auf ein Viertel zurück geht. Flimmerkiste ist dann Realität und das Licht geht aus. Aber die Standby-Lichter aller elektronischen Geräte geben ein schummelig gemütliges Rot von sich. Fehlt nur noch die Thaifrau. Mal kucken was die Nachbarn so machen…
Null Zeit in Thailand
Auch mal die anderen erzählen lassen: Helene, oder (nullzeit )generator, war im März in Thailand und berichtet in ihrem Blog darüber. Leider haben wir uns trotz nettem Emailkontakts (das ist ja mal wieder ein schöner Genitiv gewesen) nicht getroffen, was eventuell an meiner Beschreibung der Sehenswürdigkeiten der Insel gelegen haben könnte (“Ballermann im Golf” — sehr nett umschrieben von ihr). Macht nichts, die Beschreibungen von Land und Leuten des Isaans sind Belohnung genug.
singha-bier und generalstreik?
thail 2: erwachen heiterer gefühle bei der ankunft auf dem lande
thail 4: my big fat isaan-wedding
PS: Überhaupt melden sich immer ausgesprochen nette Menschen bei mir, die das Blog bei Google entdecken und sich festlesen. Auch wenn es manchmal Wochen dauert, bis ich mich melde ;)
Breaking News: Hase im Mond, kein Mann
Hier ist der Beweis dafür, dass sich kein Mann im Mond befindet sondern nur ein ordinärer kleiner Hase. Sagen die Thais und die haben recht, in Thailand. Was soll der Mann im Mond auch dort anstellen?
wm2006
Ein fröhliches “Ball los” allen Fanatikern da draußen. Ich habe es jeden Morgen mit diesen Bällen hier zu tun. Wenn die Spiele im Fernsehen laufen bleibt er aber relativ gelangweilt. Ist halt doch was anderes, dabei zu sein statt zuzukicken.
Nächtliche Zeremonien
Ganz Thailand trägt Gelb — die Farbe des Königs weil er an einem Montag geboren wurde. Am Freitag hielt der König eine Generalaudienz für das Thailändische Volk (Bangkoks Verkehr stand still und die Menschen stauten sich 2km weit vom Balkon auf dem der Köndig und die Königin standen) auf der er unter anderem Folgendes sagte:
I feel heartened by unity and would like to remind all about some underlying principles to guide Thai citizens in joining together to preserve and develop their country to new heights of prosperity.
First, everyone should show kindness and compassion to ensure the mental and physical well being of one another.
Second, people should strive to cooperate for the mutual benefit of oneself, others and the country.
Third, everyone should uphold honesty and observe rules and traditions with impartiality.
Fourth, everyone should adhere to righteous thinking and act reasonably.
If Thai citizens think and act in an agreeable and constructive manner, then the country will surely thrive.
Everyone in the public audience and all Thai citizens should strictly follow these principles and propagate them in perpetuity so the country can remain in peace and happiness for the present as well as the future.
Ich mag Subtilität.
Gestern war der Tag größtenteils mit religiösen Zeremonien gefüllt. Am Abend dann gab es eine Zeremonie in der Großen Thronhalle in der der König und die Königin in der Mitte saßen und die Mitglieder der Königsfamilie und ranghohe Thais hierarchisch sortiert im Rechteck um das Königspaar standen und Kerzen herumreichten, mit den Kerzen dreimal vom Körper weg (oder zum Körper hin, so genau konnte man es nicht erkennen) wehten und dann mit der flachen Hand kurz zum Königspaar hinfächerten. Dann wurden die Kerzen nach links zum Rangniedrigeren weitergereicht. Wieviele Kerzen im Spiel waren konnte ich nicht erkennen (die Fernsehbilder sind trotz des einzigartigen Anlasses sehr schlecht und übersteuert, die Kameras des staatlichen Fernsehens blenden sich immer gegenseitig), es waren aber mehr als 10. Das Ganze ging so lange bis die Kerzen heruntergebrannt waren. Sehr lange. Dazu gab es traditionelle Musik. Entweder war sie ohrenbetäubend, schräg und asynchron oder der Tontechniker alkoholisiert. Leider war keine meiner Quellen erreichbar um zu klären, was da vor sich ging.
Anschließend gab es dann noch ein nächtliches Feuerwerk über dem Chao Praja. Auch das wieder war nur ein Genuss für die Leute vor Ort, denn der TV-Regisseur war wohl ein “Junger Wilder” — man hatte immer mindestens zwei Bilder übereinander gelegt und nie einen Gesamtüberblick.
Jedenfalls ist es eine Zeit voller wunderlicher Zeremonien. Heute ist nochmal ein buddhistisch zelebrierter Feiertag, Montag und Dienstag sind dann weltliche Feiern, die mit den Monarchen (und deren geschickten Sprösslingen) der Welt gefeiert wird.
PS: Tief in der Nacht dann noch ein Telefonat mit einer meiner Quellen zur Zeremonie im Thronsaal.
Sie (Quelle): Oh, thats because his anniversary.
Ich: I know. But what did they do?
Sie: It is somesome they make only once in a, ehm, in a, ehm…
Ich: Once per 60th anniversary of a monarch, that happens not often, I know.
Sie: Yes, not often
Ich: But what did they make with the candle.
Sie: Oh, that looked like (brabbelt irgendwas auf Thai)…
Ich: Häh?
Sie: (brabbelt irgendwas auf Thai) — thats like the Buddhaday but he no Buddha, he the king! They give their own merrit to him and wish him well.
Das sah schon so aus, als ob sie ihm etwas abgeben. Mal sehen was die anderen meinen.
Ein patenter Monarch
König Bhumibol Adulyadej der Große oder wie wir Kenner auch gerne sagen Phrabat Somdej Phra Paramindra Maha Bhumibol Adulyadej Mahitaladhibet Ramadhibodi Chakrinarubodindara Sayamindaradhiraj Boromanatbophit ist nicht nur der Welt dienstältester Monarch, er ist auch der einzige Monarch weltweit, der von sich behaupten kann, einige Patente zu besitzen. Er unterhält auf dem Gelände seines Palastes in Bangkok sogar eine Testfarm. Mit seinen Forschungsergebnissen unterstützt er unter vor allem die Landwirtschaft im Norden wie die folgenden zwei seiner Patente zeigen:
-
Oxidation by Mechanical Aeration to Increase Pollutant-Destroying Bacteria — The Chaipattana Aerator — ein Patent auf eine Maschine zur Wasserreinigung
The machine is capable of treating water pollution with BOD of 250 milligrammes per litre at a rate of 600 cubic metres per day, and is effective in reducing BOD by more than 90 percent. It is extremely cost-effective, at only 96 satang per cubic metre, or in terms of pollutants removed, 3.84 bath per kilogrammes of BOD.
-
Royal Rain Development of an Atmospheric Water Source — königlicher Regen!
Mehr über seine Ideen und Projekte findet man bei der Bangkok Post (aus einer Festschrift zum 72. Geburtstag Seiner Majestät im Jahre 2000 ).
60 Jahr…
In den nächsten Tagen feiern wir in Thailand “King Bhumibol Adulyadej’s 60th Anniversay Celebration of His Majesty’s accession to the throne” (so der offizielle Name) oder das 60jährige Jubiläum seiner Inthronisation. Mit 60 Jahren auf dem Thron ist er der dienstäteste Monarch weltweit, ein Fakt auf den viele Thais stolz sind. Es wird jede Menge Umzüge geben und das Gute an dieser Feier (für Leute die freie Tage brauchen) sind die amtlich verordneten zusätzlichen gesetzlichen Feiertage am Freitag, Montag und Dienstag.
Heute morgen fand ich mich in Nathon schon inmitten einer Schulparade wieder. Eine Bläserkapelle (mehr Percussion als Bläser) spielte “Oh when the saints go marching on” und rund 300 Schüler wedelten mit Thailand-Flaggen und der Flagge mit dem königlichen Symbol der 60Jahre-Feier. Zu Beginn wunderte ich mich, warum sie denn nicht auch die Königshymne spielen. Als ich dann am Pier im Cafe saß und sie anmarschierten und sich auf dem Festplatz aufstellten wurde es mir dann deutlich gemacht: Sie spielten die Königshymne und plötzlich standen alle Autos still, die Polizisten salutierten mitten auf der Straße und selbst die Kellner standen mit dem Essen auf den Händen stumm. Man kann also die Hymne nicht die ganze Zeit spielen wenn man sich fortbewegen will.
Der Tag des Teufels
Gestern war ja bekanntermassen der Tag des Teufels (06.06.06). In meinem Leben ist nichts Schlimmes passiert. Also alles nur Mache?
In den Starnews (Expat-Bildzeitungs-Fernsehen aus verschiedenen britischen Newsquellen around the world, die News gestern unter anderem das erste Training der deutschen Nationalmannschaft) wurden verschiedene indonesische Leute interviewed. Dort ist der katholische Glaube relativ stark verbreitet und unter anderem wurde über ein Krankenhaus mit richtig vielen Geburten gestern berichtet. Leider hatten die Ärzte nichts zu sagen als “Es gab eine deformierte Hand, ansonsten lief alles nach Plan”. Musste man also eine richtig gläubige Neumutter befragen und die gab dann in etwa folgendes zu Protokoll: “Ich glaube an Gott und bete viel. Den Teufel gibt es nicht. Deshalb geht es uns allen gut.” Soso. Ich dachte immer der Teufel gehört dazu.
Leider gab es aber im Großen und Ganzen nichts teuflisches zu berichten gestern. Keine Massenmorde, Amokattentäter und nicht mal Tote im Süden Thailands.
Im Thailändischen heißt 6 “hok”. Hok bedeutet auch “fallen”. Somit hat es die 6 ohne irgendwelche christlichen Lehren auch hier zur unglücklichen Nummer bei Anhäufung gebracht. Das Gegenteil der 6 ist die 9, die wiederum die höchste der Ziffern darstellt. Je mehr Neunen auf einer Banknote (Seriennummer) zu finden sind, umso glücklicher wird man mit dieser Banknote. Das Optimum ist natürlich eine Seriennummer die mit 9 anfängt und mit 9 endet.
Damit erklärt sich dann auch, warum man hierzulande beim Kauf von Calling-Cards immer eine Liste mit Nummern vorgelegt bekommt und sich selbst eine Nummer heraussuchen kann. Ich werde das beim nächsten Mal beachten ;)
Hörschwelle
Gestern morgen erwachte ich mit einem seltsamen Gefühl im Ohr. Das war mir neu. Seltsame Gefühle in verschiedenen Körperteilen sind mir nur zu gut bekannt aber das Ohr war bisher unbetroffen. Nun also die Gehörgänge. Kein Problem dachte ich mir, brühte einen Kaffee und beschäftigte mich mit meiner tälglichen Morgenlektüre. Gegen Mittag begann das Ohrinnere dann zu schwellen. Gegen Abend war der Inhalt meines Ohres so geschwollen, dass man mit keinem Fremdkörper mehr hineinkam und dann kam der Schmerz. Am Ende war es dann so schlimm, dass jede Bewegung meines an schallleitenden Massen reichen Körpers in einem schmerzenden Ohr endete. Die Nacht verbrachte ich dann abwechselnd wach wegen einer unangenehmen Drehung oder wach weil ich meinen eigenen Puls hämmern hörte.
Schmerz gebäret Tat und so fand ich mich heute morgen betäubt (zur Hälfte taub und zur Hälfte vom schmerzbetäubt) im Hospital ein. Dort ward ich gleich von einer Schwesternmeute umgeben, von denen sich die Älteste (Typ Oberschwester Hildegard Thaistyle) für mich behauptete. Sie sprach für ihr Alter äusserst untypisch blendend Englisch, lies mich ein paar Papiere ausfüllen, mass meine Temperatur (niedriger als die Außentemperatur), Blutdruck (260 zu 89 — is this normal for you?) und mein Gewicht (die Pillen die ich neuerdings zu mir nehme haben einen Gewichtsverlust von 6 Kilo in 4 Wochen gebracht). Dann wurde ich einer jungen aber leider recht unattraktiven Ärztin vorgestellt (warum sind die wichtigen Menschen immer alle hässlich?) die mir genüsslich ihr Kuckrohr ins Ohr hämmerte.
Jedenfalls endete ich mit der Diagnose Infektion (“what? you don’t go swimming or diving? how do you got it then? — maybe i heard the wrong things.) und jeder Menge Antibiotika sowohl oral als auch ohral (wir Kenner sagen gerne aural) einzunehmen (besonders fies: die Ohrentropfen müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden, was die Tropfen im Ohr dann ein recht kühles Vergnügen sein lassen). Und ein paar “painkiller”-Tabletten. Ich wusste gar nicht, dass das ein medizinischer Fachbegriff ist. Die Arztkosten sind erstaunlich hoch gewesen. Krebs möchte ich hier nicht kriegen. Die Tabletten werden aus der Verpackung genommen und genau abgezählt. Vermutlich kostet dieser Service auch noch extra. Naja. Fürs nächste Mal weiss ich dann, welche Pillen ich in der Pharmacy an der Ecke billiger kaufen kann. Und kommende Woche muss ich natürlich nochmal hin. Den Farang kann man ruhig doppelt abzocken.
Macht aber nichts. So pillenbestopft ist mir das eh egal.
Verluste
Heute war ein eher trauriger Tag in unserem Haus. Als wir gestern abend nach Hause kamen war von Fleur nichts zu sehen. Normalerweise erwartete sie uns jeden Abend auf der obersten Stufe schwanzwedelnd und wahnsinnig vor Freude. Gestern nun begrüsste uns ausser einem Häufchen und einem Pfützchen (so ganz hat sie das noch nicht raus mit der Ortwahl für ihre Geschäfte) nur gähnende Leere. Kein Fiepen, kein Schwanzwedeln.
Pokki schnüffelte den ganzen Abend in der Gegend rum und schniefte traurig und ich suchte alles ab, was sich im Dunkeln absuchen ließ. Heute verbrachte ich auch den größten Teil des Tages mit Suchen und der Befragung verschiedener Leute. Die Befragungen brachten dann drei Möglichkeiten zu ihrem Verbleib (alle drei recht unbefriedigend für unsere zukünftige Zufriedenheit):
- Es hat sie jemand mitgenommen der kleine Hunde mag und nicht viel vom Eigentum anderer hält. Das wäre mir fast die liebste Version.
- Jemand hat sie überfahren und dann schnell verschwinden lassen. Der Verkehr auf meiner kleinen Nebenstraße hier ist manchmal recht fies und das Vertuschen ist relativ gebrächlich
- Es hat sie jemand gegessen. Das klingt recht unglaublich, wurde mir aber von jedem Befragten als erste Möglichkeit genannt.
Ich finde das jedenfalls sehr traurig und so war die Stimmung im Hause heute sehr gedrückt. Pokki frisst nicht und sucht immer seine kleine Spielpartnerin in allen Ecken und schnüffelt an ihren Verstecken herum. Ich hab die Hoffnung auch noch nicht so ganz aufgegeben.
Sollte ich wohl aber. Ich fing gerade an mich an sie zu gewöhnen. Allerdings habe ich mit Frauen die ich im Mai kennen lerne nicht allzu gute Erfahrungen gesammelt bisher.
Videobeweis
Im Prozess um den Vorwurf gegen Thai Rak Thai (Thaksins Partei), sie hätten kleinere Parteien gekauft um gegen sie anzutreten, damit sie nicht die 20% Mindeststimmzahlen erreichen müssen um die Wahl in einigen Provinzen zu gewinnen in denen niemand gegen sie antritt (puh, Schachtelsätze) gibt es einen Videobeweis .
Thaksin ist interessanterweise verwundert.
Oleeeeh oleh oleh oleeeh!
Demnächst scheint man in Deutschland häufiger Fussball™ zu spielen. Hier in Thailand ist man trotz Nichtteilnahme sehr daran interessiert und überträgt natürlich alle Spiele live (und in Farbe). Die Zeiten sind natürlich optimal für die Expats hier. Ich kann mir schwer vorstellen, dass in Deutschland 15 Uhr jemand Zeit findet, Bälle getreten zu sehen ;)
Jedenfalls hier ist der Fernsehplan für die Fussball™fanatiker in Thailand (und ich hoffe mal, ich habe die Ländernamen richtig übersetzt):
<th style="width:50px;">
Uhrzeit
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<th colspan="2" style="width:250px;">
vs.
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wo
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sender
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Manches ändert sich eben
Manches ändert sich eben, stellte ich neulich fest. Früher schrieb ich mehr ins “Blog” wenn ich Stress jedweder Art hatte. Manchmal bekam das Blog dann eine Art Kommunikationsfunktion. Heute finde ich Leute die meinen über ihre Blogs kommunizieren zu müssen lächerlich. Wer nicht in der Lage ist, Kritikpunkte am Ort des Vorkommens anzubringen sollte sich nicht als Kommunikator bezeichnen und einfach die Klappe halten. Und so finde ich immer häufiger Satzfetzen im Entwürfeordner — “veröffentliche” aber weniger. Ob das gut ist halte ich mal eher für fraglich — dumme Kommentare jedenfalls hält es mir fern. Allerdings sind viele Einträge dann auch gnadenlos veraltet wenn sie denn veröffentlichenswert sind (siehe Fleur) und “die Leute” fragen immer, ob es mir gut geht.
Gehts.
Das ist das Erstaunliche an der Sache. Fear, Uncertainty and Doubt wirken auf mich nicht mehr so niederdrückend wie früher. Es drückt, aber nur ein müdes Grinsen mir ins Gesicht, vor allem weil die Manöver so durchsichtig sind. Ehrlich gesagt fühle ich mich manchmal wie im Zoo, wo man als Tierpfleger auf der anderen Seite des Geheges genau weiß, dass das Lama dem dümmlichen geltungsbedürftigen mittelalten Frührentner der vor seiner viel zu junge Begleitung mit zoologischem Fachwissen angeben will anspucken wird, weil er sich mit seiner Wegwerfkamera zu schnell nähert ohne den Sozialabstand zu beachten. Wenn ich mich von außen beobachte, dann bin ich manchmal ein bisschen stolz, manchmal aber auch ein bisschen verärgert. Den Zynismus verliert man eben nur langsam. Leute, die den ersten Mai nicht nur in Verbindung mit Josef dem Arbeiter bringen verstehen das. Dass manche Lebenssituationen nicht für immer sind ist mir schon klar. Man ist halt bequemlich und würde sich am liebsten nicht wieder “verändern”. Andererseits bringt der Wechsel Gesprächsstoff mit sich. Und Menschen die wir akzeptieren, achten und lieben.
Als ich vor gut 17 Monaten Deutschland den Rücken kehrte dachte ich mir, es könnte gut für eine sehr lange Zeit sein. Inzwischen weiß ich, dass es für immer war.
Gut. Das wäre gesagt. Jetzt wieder zurück zu eher thailändischen Themen. Die Neuwahl wurde verschoben. Auf den 15. Oktober. Weil am 22. Oktober ein religiöses Fest im Zusammenhang mit dem Ende des Rammadan im muslimischen Süden ist. Wenn das mal nicht für ewigen Frieden sorgen wird…
PS: Projekt Nosferatu wurde neulich mit einem Räucherstäbchen an Wat Plai Laems Buddha bedacht. Projekt Lotusblume hingegen wurde als realisierbar angesehen und mit genaueren Planungen bedacht.
PPS: Die Sache mit dem bereits vorbereiteten Blog. Das ist noch viel witziger.
Neue Ziffern in den Nummern
Dass das Mobiltelefon des Thais liebstes Utensil ist, habe ich bereits berichtet, oder? Jedenfalls wird bei der Entscheidung Geld oder Mobile mitzunehmen wenn man nur Platz für ein Gepäckstück hat das Telefon gewählt. Viel Verwirrung und Fehlanrufe wird es in der thailändischen Mobilfunkszene ab September geben. Dann nämlich wird jede Telefonnummer mit einer zusätzlichen 8 ausgestattet. Aus 07 89 79 350 (wessen Nummer könnte das wohl sein?) wird dann ein 0*8*7 89 79 350. Man will die ersten Monate beide Nummernformen mit den richtigen Empfängern verbinden, dann eine Zeitlang auf den alten Nummern Ansagen laufen lassen und diese nach spätestens 4 Monaten abschalten.
Der Sinn hinter der Aktion erschließt sich mir nicht ganz, weil dadurch weder mehr Nummern freiwerden (jeder zweite Thai hat statistisch gesehen ein Mobile) noch das bisherige System verwirrend für die Unterscheidung zwischen Mobil- und Festnetz ist. Mal abgesehen davon, dass die Preise für Verbindungen zwischen und unter den verschiedenen Netzen gleich sind und die meisten Leute hier eher ein Mobiltelefon als ein Festnetztelefon haben. Es kann sich also nur um ein bisschen Bürokratie handeln.
Rosettenwürmer oder wie ich die vergangenen 2,5 Wochen verbrachte
0) Und überhaupt, Sie fragen ja immer
Irgendwie fragen immer alle Leute wenn sie mit mir reden/chatten/kommunizieren, wie das denn mit dem zweiten Hund sei. Ich verstehe das durchaus, allerdings hält mich eben dieser Hund von der Erklärung ab. Nichtsdestotrotz. Hier also die ganze Wahrheit. Wie ich auf den (zweiten) Hund kam. Ursprünglich fing die Geschichte an mit “Wen es interessiert was ich am vergangenen Wochenende so gemacht hab…”. Aus technischen Gründen wurde dann ein “Wen es interessiert was ich die vergangenen 7 Tage so gemacht habe…” daraus, das sich dann zum “Wen es interessiert was ich die vergangenen 10 Tage so gemacht habe…”. Inzwischen sinds aber 2 Wochen und ich habe den Anfang umformuliert.
I) Kindchenschema. Wirkt immer.
Am Donnerstag vorletzter Woche (also vor nunmehr mehr als 2 Wochen) verhielt sich Pokki recht seltsam. Eigentlich verhält er sich immer seltsam, denn ich versuche ihn zu einem Wunderling zu erziehen. Diesmal allerdings erstaunte er gar mich. Beim Gassi gehen konzentrierte er sich immer auf eine bestimmte Bananenstaudenformation um die herum Unmengen an Bauschutt sowohl gestapelt als auch unsortiert liegen aus dem meine Hausbesitzer ihre neue Villa bauen. Die Formation ist ungünstig, denn ein Mann von meiner ausladenden Statur muss kriechen um in den Hohlraum dahinter zu gelangen. Pokki hingegen schritt frohen Mutes voran ins Dunkel. Gut, ich habe meine Tricks also knisterte ich kurzer Hand mit seiner Lieblingstreatmenttüte was ihn zurück ins kühle Heimathaus brachte und auch sonst immer bringt. Der Freitag kam und mit ihm der Vollmond (als stilistisches Mittel). Wir saßen am Abend auf der Veranda und suchten die thailändische These vom Kaninchen im Mond zu be- oder widerlegen als aus der Staudenregion gar hochfrequentes Fiepen zu vernehmen war. Pokki der gerade herum- und auslief setzte sich verdattelt vor die Bananen und blaffte bluffend in seiner Rolle als Wachhund in die Finsternis. Ein bisschen feige ist er trotz allem also war ich es der dem bisher unerhörtem Geräusch entgegenschritt. Ich befand mich runde zwei Schritte vom Dunkel entfernt als mir ein helles kleines Bündel fiepend entgegenschoss. Später einmal werde ich erzählt haben es wäre mir entgegengeschleudert worden, zu betreffendem Zeitpunkt hingegen erschloss sich mir dies Detail nicht. Das Bündel stellte sich dann als Welpe heraus. Auch dies erschloss sich mir erst später denn vorerst sah ich mich einem großen schwarzen Hund gegenüber. Wer mich im eloquenten Umgang mit Pokki dem Zwergfellbündel erleben durfte mag meinen ich wäre unter und mit Hunden aufgewachsen. Dem allerdings ist nicht so und ich empfinde eine tiefe Reserviertheit allen caninen Zeitgenossen gegenüber und dieser Spitz auf Steroiden war nicht unbedingt unfurchteinflößend. Er begann glücklicherweise zu bellen was mich der bellenden Nichtbeißer gedenken und einen Schritt auf den Köter zu machen lies. Der Hund schrumpfte (nur in in Größe, in Lautstärke schwoll er) und schritt rückwärts aus dem Blickfeld der Beteiligten in die Dunkelheit. Man hörte ihn noch einige Zeit in der Nachbarschaft bellen dann verstummte er. Das helle Bündel entpuppte sich als Welpe (glaubt mir, dieser Satz kommt im Englischen viel besser). Allerdings bewegte er (der Welpe, nicht der Satz) sich nur sehr langsam und fiepte recht zögerlich vor sich hin. Ich durchsuchte das Dickicht nach sorgerechtpflichtigen Wesen wurde allerdings nicht fündig was den Welpen auf die Veranda und unter die prüfend schnüffelnde Nase Pokkis brachte. Sowas seltsames Kleines hatte er nämlich bisher noch nicht gesehen. Nach einigen Minuten kam sowas wie Leben in das kleine Bündel und wir beschlossen mangels anderer Personen oder Tiere mit Anspruch jedweder Art auf den Hund selbigem erstmal zu einer Mahlzeit zu verhelfen. Die hatte er wohl nötig denn er fraß eine ganze Schüssel voll leer (Pokki schafft an gut bewegten Tagen eine 3/4 Schüssel). Der Hund fiel nach dem reichhaltigen Mahle an Ort und Stelle in tiefen Schlaf und meine Quelle fragte nach dem Namen, den wir ihm geben wöllten. Tief in meinem Inneren begannen kleine gelbe und rote Lampen zu blinken. Ich meinte wir warten erst mal ab ob sich suchende Eigentümer oder willige Zieheltern finden und die könnten dann Namen vergeben. Dies fand Verständnis und so führte ich nicht weiter meine Theorie von der stärkeren Bindung durch Namensgebung aus. Der Hund okkupierte Pokkis Bettchen (ein Ort, den selbiger nur zur Zufriedenstellung Herrchens aufsuchte um unbeobachtet dann auf der kühlen Fließen Fläche zu nächtigen. In dieser Nacht entsann ich mich auch, warum ich keine kleinen Welpen mehr der Familie zuführen wollte. Genau dreimal. Der Samstag kam und mit ihm niemand der nach einem Hund suchte. Allerdings auch jede Menge Würmer, die sich aus dem Hund herausschlängelten. Und Pokki meinte, den frischen Zementboden meiner Hausherrin betatzen zu müssen, exakt 30 Minuten nachdem ich ihn geduscht, geföhnt und gekämmt hatte. Ich hatte also einen hundlich erfüllten Tag. Gegen Abend machten wir uns zu unserem Haustierarzt (man kann das jetzt schon so sagen, wir gehen ja mit all unseren Haustieren da hin) auf und liesen feststellen, dass wir trotz des hängenden Zipfels runde 1000g Mädchen vor uns hatten, das außer den Würmern kerngesund war. Sie bekam ein Pillchen gegen die Würmer und wir fuhren heim wo sie die Pille wieder auskotzte und ein paar Würmer auf meiner Faulenzmatte hinterlies. Die Matte wanderte in den Müll und ich kaufte einen Käfig und eine neue Matte, die nach 2 Stunden bereits bepinkelt wurde. Wir suchten dann eine Weile nach Namen und nach so schamlosen Versuchen wie Sanook (jeder zweite Hund in Thailand heißt Sanook) und Mummin (eine Freundin hat grade eine Mummin-Phase, scheint in Japan trotz allem noch ganz aktuell zu sein) oder Cream und Whitey (sie hat cremefarbiges helles Fell) verkündete ich dann, ich höchstpersönlich werde den Namen vergeben und zwar Sonntag abend. Schließlich bin ich auch derjenige, der Nachts dreimal mit dem Vieh rausdürfe und die Bude putzt wenn es sich mal wieder für die Fliesen ent- und ausscheidet. Der Sonntag abend kam und mit ihm weder einen Abnehmer noch ein Nam. Gegen 23 Uhr hatte ich dann alles ausgetestet was in Richtung Farbe, Kosename und sonstiges ging, sowohl auf Thai als auch auf Englisch. Zuletzt hatte ich mich auf irgendwas Blumiges versteift. Dummerweise ist Blume auf Thai ein recht hässliches Wort und Flower… naja… Rose… ich weiß ja nicht. Kurz vor Mitternacht fiel mir dann ein, dass die Tochter meines Mopedvermieters (Franzose) Fleur (Blume) heißt. Ich machte den Pokki-Test (“Fleur?” — und sie kam) und sie hatte ihren Namen weg. Seit Sonntagabend laufen bei uns im Haus auch schon die Hierarchiekämpfe. Fleur beißt Pokki immer ins Maul woraufhin er sie auf den Rücken wirft und kräftig in die Beine und sonstige herausragende Körperteile beißt. Das steigert sich dann solange bis Fleur fiepend zu wimmern anfängt und Pokki ein schlechtes Gewissen bekommt und von ihr ablässt, was sie dann wieder nutzt um wieder anzugreifen oder um einzuschlafen. Mir solls recht sein, solange Pokki gewinnt und sie hinterher schön müde sind und erstmal schlafen. Nun. So ist es wieder so wie Anfang des Jahres, Januar, Februar, als Pokki zu uns kam. Vielleicht ein bisschen schlimmer Nachts, weil sie sich einfach nicht entscheiden kann was sie nun will. das kann schonmal bis zu einer Stunde dauern bis sie sich zufrieden auf allen Vieren niederlässt ohne nach 5 Minuten wieder raus zu wollen weil sie doch noch nicht ganz fertig ist. Ich komme pro Nacht etwa zu 4 bis 5 Stunden Schlaf, davon maximal 2 Stunden am Stück. Fleur scheint vorerst wurmfrei zu sein und bei mir zu bleiben (“You know, in Thailand we dont like female dogs. No one want to have Fleur so she can stay with us.”). Tagsüber wenn ich im Büro bin sitzt sie geduldig zu Hause im Käfig und abends und nachts wird mit Pokki kräftig eins drauf gemacht. Ein bisschen bin ich ja gespannt, was das noch so geben wird.
II) Nachwuchs nach dem Nachwuchs
Nachdem man so mit dem ersten Nachwuchs ins Reine gekommen ist gerät man in eine Phase, in der man denkt, nun sei alles ok. Kein nächtliches Aufwachen mehr, weil der Nachwuchs unbedingt Stoffwechselprodukte in die Welt setzen muss oder einfach nur allein ist und jemanden haben will, der ihm über das Fell streicht. Keine zweistündigen Auslaufperioden mehr. Man lässt ihn auch schon mal zu Hause und geht wieder aus. Und dann passiert es. Man passt einmal nicht auf und alles geht von vorne los. Der nächste Nachwuchs kommt und die Nächte werden wieder schlaflos. Man wollte es ja. Scheiss Kindchenschema.
III) Und die Moral von der Geschicht
Irgendwie sagen mir alle (Thai)Frauen jetzt immer, was für ein gutes Herz ich habe. Ehrlich gesagt würde ich dieses gute Herz für 8 (Acht!!) Stunden Schlaf am Stück sofort eintauschen. Nichtsdestotrotz denke ich, dass mir alles im nächsten Leben zu gute kommen wird.
PS) Inzwischen
- ist der Hund 2200g schwer (nach 8 Wochen leben und fressen, nach 6 Wochen wog er nur 1000g)
- als Thai-Labrador identifiziert. Was das Thai dabei zu sagen hat, weiß ich nicht. Eventuell (soll heißen hoffentlich) dass er etwas kleiner bleibt, auch wenn man das nicht unbedingt erwarten kann bei der Gewichtszunahme.
- schläft sie draussen, lebt sie draußen. Ich finde es leichter die Veranda täglich zu schrubben anstatt mein Haus nach Häufchen und Pfützchen zu durchsuchen.
- hat sie ihren eigenen Flickr-Tag
Insellage
Der Nachteil von Palmen, Strand, willigen Gesprächspartnerinnen und Thaifood liegt für Companies die ihr Pad Thai im Internet verdienen in der Internetanbindung. Und so tüteln wir seit ein paar Tagen mit Anbindungsraten wie damals als die Onlineverbindung noch quietschend zischelnde Laute von sich gab mit ständigen Timeouts und nicht erreichbaren Erdzonen (derzeit Süddeutschland und USA, eh nicht erstrebenswert) herum. Gut zu wissen, dass es allen so geht. Hier auf der Insel.
(Fügen Sie hier noch einen Kommentar zur Entscheidung eine Internetcompany auf einer Insel einzurichten ein)
Häufiger Ruf im Büro in den letzten Tagen: “Schnell an deinen Rechner, Internet geht grade!”
Thaksin returns home from Hua Hin
Da mag man meinen die Thais wären ironieresistent aber so kurz und prägnant und ähnlich sind die Zeitungen der vergangenen Tage gepflaster:
Caretaker Prime Minister Thaksin Shinawatra left the Kraikangwol Palace in Hua Hin at 7 pm Friday and returned home.
He returned to his home and declined to talk to reporters.
Da isser also wieder.
Audienz
Thaksin (Ex-Premierminister der noch amtiert aber in Urlaub ist und nicht wieder antreten wird aber trotzdem Premierminister genannt werden will) hat eine Audienz beim König heute nachmittag .
Nach der letzten Audienz ist er zurückgetreten. Ich bin gespannt, was diesmal dabei herauskommt.
The year of non-gouvernment
Netter Kommentar in The Nation über das Leben mit einer nicht regierenden Regierung:
Of course, if he [Thaksin] formally submitted his resignation, it would be a totally different story. At least, he wouldn’t be paid as a premier. He could take up a leadership position at Thai Rak Thai Party headquarters; perhaps his salary would come from his wife’s own purse. And newsmen would not have to go through the daily routine of reporting: “The caretaker premier who is on holiday refused to offer any comment on the issues of the day.” If the Thai Rak Thai leader says nothing meaningful, that’s not news; but if a country’s premier keeps shaking his head when asked about all the major happenings in the country, it makes a major headline on the 7 o’clock evening news. And that could very well shake the confidence of foreign investors who still don’t quite understand what’s really going on in this country.
Angenäht
Der “Da Vinci Code” darf nun doch ungeschnitten aufgeführt werden.
The police-affiliated panel is a completely different body from the one that approved the 10-minute cut the day before. It said explanations must be displayed on screen in Thai — both before the movie starts and again at the end — to clarify that the movie was fiction.
Terms referring to Jesus and translated into Thai captions as “Jesus the Fraud” that appear in all scenes, will also needed to be re-edited, or left out.
The decision is regarded as final and local Christian groups said after the meeting that they had accepted it. But Thongchai Pradabthanan-urat, an official with the Co-ordination Committee of the Protestant Church of Thailand, said many people were not happy with the decision in the final round, “but with our democratic spirit we accept it. Everything went through according to the legitimate procedure.” [via The Nation ]
“but with our democratic spirit we accept it”. Klar. Minderheiten brauchen keinen Demokratischen Sprit.
Kurzschnitt
Aus der Kategorie “Das gibts nur in unserem Thailand” eine Lektion in Einflussnahme auf staatliche Organe: “der Film “Da Vinci Code muss in Thailand auf Forderung christlicher Organisationen um 10 Minuten verkürzt aufgeführt werden . Auszüge aus der Bibel die im Vor- und Abspann gezeigt werden müssen durch andere Sprüche ersetzt werden.
Und hier noch ein Auszug aus Wikipedia :
Mehr als 94 % der Bevölkerung bekennen sich [zum Theravâda-Buddhismus]. Andere Religionen genie?en staatlichen Schutz: 4 % Moslems (überwiegend Malaien im Süden), 0,6 % Christen und ca. 65.000 Hindus (meist Inder). Nur 0,4 % bezeichnen sich als religionslos.
Die lokalen DVD-Händler werden allerdings recht bald ungeschnittene Versionen anbieten können. Durch Zensur begünstigt man Raubkopien.
Neuwahlen
Am 22. Oktober sind in Thailand (mal wieder und diesmal vorläufig das letzte Mal) Neuwahlen . Derweil hat der Chef der Wahlkommission Thailand fluchtartig verlassen (News die von keinem thailändischen Medium berichtet werden) und die Opposition boykottiert die Wahlkommission weiter .
Wolken
Verrückt ist mehr Spa? als besorgt sein
Die Wahlen sind ungültig
Die Wahlen vom 2. April sind eben durch den höchsten Gerichtshof Thailands als ungültig erklärt worden . 8:6 war die Stimmung.
Damit ist der Weg für Neuwahlen offen (ich wollte sowas schon immer mal sagen). Diesmal mit den Demokraten und allen Parteien, welche die vergangene Wahl boykottierten.
Raucherbildchen
Bei flickr.com kann man jetzt das komplette Set der Raucherbildchen ansehen (diesmal mit fachgerechter Thenglisch-Übersetzung). Es gibt sechs verschiedene Motive mit denen das Gesundheitsministerium Thailands den Leuten das Rauchen verleiden will. Die Bildchen sind größer als der Platz für die Zigarettenmarke. Das ist ganz nett. Allerdings laden sie doch eher zu lustigen Bemerkungen und Spielen (die Zähne genau auf der Öffnung der Schachtel lassen sich gut durch eine in den Schlitz gesteckte Zigarette verschönern) ein.
Da macht das Rauchen doch gleich doppelt soviel Spaß!!!
Soap.
?lbaron heiratet seine Sekretärin, die aber noch ihren Ex liebt, dessen Frau geisteskrank ist und den schwulen Sohn des ?lbarons liebt, der mit ihr schläft, was seine Schwester herausfindet, die eine lieblose Zweckhochzeit eingegangen ist, was nichts daran ändert, dass ihr Bruder zu seinem Lover zurückkehrt, worauf sein Vater, der ?lbaron, die beiden bei einem keuschen Kuss ertappt und den Lover im Handgemenge umbringt, weswegen ihm wegen Totschlags der Prozess gemacht wird, bei dem als Zeugin der Anklage überraschend seine intrigante Ex-Frau erscheint.
Klingt wie Thai-Soap, ist aber Denver Clan .
Sie sammeln
Fragt mich aber nicht, was.
Der Tag der neun Tempel
Neulich war Songkran, das buddhistische Neujahrsfest. Bis vor einigen Jahren war das identisch mit dem thailändischen kalendarischen Neujahr. Inzwischen ist auch hier der 1. Januar der erste Tag des Jahres. Das hält die Thailänder nicht davon ab auch Songkran zu feiern. Es findet jedes Jahr vom 13. bis zum 15. April statt. Am Tag vor Songkran sollte man sein Haus säubern, damit der “Dreck des alten Jahres” nicht mit ins neue Jahr kommt.
Eine der vielen Traditionen zu Songkran ist übrigens der Besuch von neun Tempeln, was wir dann auch gemacht haben. Man bringt den Mönchen verschiedene Dinge fürs tägliche Leben (das kann ein Eimer voller Lebensmittel sein oder auch nur ein bisschen Medizin) und tut damit Gutes (tham bon) fürs nächste Leben.
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Das ist der "Wat nebenan". Ich komme nahezu täglich dran vorbei.<br /> Die Leute aus Ban Maenam feiern hier ihre Feste, gehen wählen und<br /> sitzen auch sonst immer hier herum. Die Mönche allerdings waren nicht sehr nett (müssen sie auch nicht).
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<strong>Wat Sisu Wanna Ram</strong>
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In diesem Tempel gibt es nur einen einzigen Mönch. Der allerdings war sehr gesprächig und hielt eine kleine Predigt. Die ich nicht verstand, aber im Grunde ging es darum, Gutes zu tun (tham bon).
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<strong>Wat Sietavib</strong>
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Diesen Wat habe ich schon öfters besucht. Diesmal war er mit vielen Kindern bevölkert, die zu Songkran meistens einige Tage als Mönch leben.
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<strong>Wat Chaeng</strong>
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Hier nahm ein uralter Mönch, der im Sitzen schlief und nur noch Haut und Knochen war, unsere Geschenke entgegen. Pokki bekam von ihm<br /> dann Wasser angeboten.
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<strong>Wat Khong Kharam</strong>
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Dieser Wat ist sehr klein. Der Bot ist normalerweise geschlossen. Diesmal aber war er offen und wir konnten einige Buddhastatuen bewundern.
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<strong>Wat Hin Lad</strong>
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Wer auf Samui war und diesen Tempel nicht besucht hat ist bedauernswert. Rings um einen kleinen Wasserfall verbergen sich mitten im Dschungel einige Statuen und ein sehr ruhiger Tempel. Der Headmonk spricht Englisch und hat uns während er zu Mittag aß einige thailändische Klatschmagazine durchblättern lassen.
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<strong>Wat Kiri Wongkaram</strong>
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Sehr schöner Tempel. Etwas abgelegen. Es machten sich erste Ermüdungserscheinungen bemerkbar.
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<strong>Pagoda</strong>
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Die Pagode hat einen kleinen Tempel auf dem Berg. Man muss ihn ein bisschen suchen und sollte einen vollen Motoradtank haben, denn die Straße dahin hat eine solche Steigung, dass das Moped ausgeht, wenn der Tank nur halbvoll ist. Es lohnt aber.
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<strong>Buddha Footprint</strong>
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Der Mönch in diesem Tempel hat uns eine Stunde lang erzählt, dass es nicht nur darum geht, Gutes zu tun. Mehr hab ich nicht verstanden. Außerdem hat er mir erklärt, dass es auf der Insel 32 Tempel gibt. Ich war immer der Meinung es sind 28 (laut Karte 27)
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Sonnenbrand Thaistyle
Neuwahlen?
Lasst uns ein weiteres Kapitel in unserem Kurs “Südostasiatische Demokratie für Anfänger” aufschlagen: Vergangenen Dienstag hat der König den obersten Richtern in einer persönlichen Ansprache erklärt, dass er die Wahl vor einem Monat für unrechtmäßig hält. Die Rede durfte ich mir am Sonntag im Fernsehen ansehen. Man hört größtenteils nicht, was er sagt, weil er sehr sehr leise spricht und die Klimaanlage hinter der Kamera auf Hochtouren läuft. Aber egal. Er soll zwischen den Zeilen gesagt haben, dass die Obersten Richter keine Obersten Richter sein sollten, wenn sie nicht in der Lage sind, eine demokratisch korrekte Regierung hervorzubringen.
Die Obersten Richter haben daraufhin am Wochenende die Wahlen für ungültig erklärt, der Chef der Demokraten, dass er bereit ist ein glaubwürdiger und nicht korrupter Premierminister zu sein und ich erkläre, dass ich auch über die nächsten Wahl objektiv und ausführlich berichten werde.
Googlemap wird immer schlechter
Neulich habe ich schon berichtet, <txp:gho_permalink id=“697”>dass die Qualität der Maps in und um Bangkok herum schlechter geworden ist</txp:gho_permalink>, nun haben sie komplett neues Kartenmaterial für Thailand im Angebot.
Thaieuro Inc.
Neulich hat mir mein Daddy den folgenden Informationsschnippsel geschickt.
Es handelt sich hierbei um ein 10-Baht-Stück. 10 Baht sind ungefähr 20 Eurocent. Ihr wisst, worauf ich hinaus will? Ok. Also mal angenommen, ich verlange pro Thai-Euro 70 Cent, da hat jeder gewonnen. Da stehen doch bestimmt auch die Raucher drauf. Ich bastel bei Gelegenheit mal ein bisschen Werbung zusammen. Das rentiert sich allerdings erst so richtig ab 5 oder 6 Thai-Euros, wegen des Portos. Das trägt natürlich der Käufer.
Da das Ganze allerdings nicht wirklich legal ist (weil der Baht kein in Europa gültiges Zahlungsmittel ist) habe ich dieses Angebot natürlich nicht abgegeben. Meinen gpg-Schlüssel gibts auf Anfrage .
Sie haben die Wahl (immer noch)
Es wird immer noch gewählt. Am Wochenende durfte in den Provinzen in denen Thaksins Kandidaten (im Volksmund heisst Thai Rak Thai nur Thaksin, selbst die Wahl-“Lokale” wurden mir manchmal mit einem “Das ist Thaksin” gezeigt) keine qualifizierte “Mehrheit” von 20% der wahlberechtigten Stimmen erhalten haben erneut gewählt werden. Vorher waren 40 Sitze im Parlament unbesetzt, jetzt sind es nur noch 13. Nichtsdestotrotz müssen alle 500 Sitze innerhalb von 30 Tagen nach der Wahl (also spätestens am 2. Mai) besetzt werden, oder die Wahl wird ungültig.
Am Samstag wird also wieder gewählt.
Bilderrausch
Ich habe heute mal ein paar Bilder bei flickr.com hochgeladen. Da hat sich so einiges angesammelt in den letzten Wochen. Ich würde mal sagen bis Seite 15 kann man sich durchklicken (wobei am Ende eher ältere Bildchen als Backup meiner “Profilsite ” kommen. Die sind eher langweilig). Aber der Rest…
Die Praktikant(inn)en
Buddhas Fuss
Begossener Pudel.
Ehm, beim genaueren Hinsehen ist es ein Shih Tzu.
Green Water VI
Hat mal wieder geregnet.
Governorsleitung
Der Provinzgovernor Vichit Vijaisarn hat übrigens einen Telefondienst schalten lassen, wo man sich für die vielen guten Ergebnisse der aktuellen Provinzregierung bedanken kann. Unter 077 28 39 70 kann man “positive suggestions” abgeben, auf dass die Provinz verbessert werde. Die Formulierung “bedanken für die guten Ergebnisse” ist übrigens typisch Thai. Wenn man sich hier über was beschweren will sagt man immer zu 8/9 Positives um dann im neunten Neuntel die Kritik los zu werden.
Angepisst Pt. 2
Angepisst ist man, wenn man den ganzen Nachmittag mit dem Gie?en der Begrünung des IT-Centres zugebracht hat (wie unser kleiner Garten-Thai) und es dann heftigst regnet (wie jetzt gerade).
My visions do not frighten me
5-Minuten-Regen
Wahlen (mal wieder)
In Thailand wird heute der Senat gewählt. (Sehr intelligent diese Wahl vor den Wiederholungswahlen am 23. April zu halten. Dann darf vermutlich in den Provinzen, in denen wiederholt gewählt wird auch die Senatswahl wiederholt werden.)
Jedenfalls haben die Banken heute geschlossen. Zwinker.
Offline
Irgendwie habe ich es geschafft die letzten 10 Tage so gut wie offline zu sein. Dann und wann habe ich Emails abgerufen. Das geht natürlich mit meinem supercoolen Handy. Angeblich sind da 400kB/s im Spiel (sagt die Verbindungsanzeige), effektiv habe ich aber nur 4kb/s. Da kann man nicht viel unternehmen. Das ist wie die Internetanbindung im Büro wenn der Chef mal wieder ein Mac-Update laden muss. Außdem kam nur Spam, also nehme ich an, dass die Welt da draussen so weiter läuft wie sie bisher auch lief. Wenigstens habe ich anhand der Spambetreffs mitbekommen, dass in der “zivilisierten Welt” Ostern ist. Irgendwie ging das dieses Jahr komplett an mir vorbei. Und dann hat kurz vor Songkran auch noch das Internet den Geist aufgegeben oder der Rechner konnte sich nicht mehr entscheiden, welche der vielfältig vorhandenen Leitungen er fürs Online-gehen nutzen sollte.
Wie auch immer. Freie Tage sind vorbei. Im Augenblick arbeite ich grade die Emails ab, die angelaufen sind. Alle Emails deren Subject mit einem Vokal oder Re: beginnt oder deren Betreff aus einer geraden Anzahl an Worten besteht, hab ich gleich mal gelöscht. Später mehr.
Klingeltöne
Lustig finde ich die Klingeltöne mancher jüngerer Mütter hier: die lassen ihre Kinder aufs Mobile sprechen, brabbeln oder was auch immer sie gerade können. Dann kann es schon mal vorkommen, dass im 7eleven neben einem ein halbwegs erwachsener Mensch steht aus dessen Hemdtasche plötzlich ein Kindermundlied schallt.
Da kommt mir eine Idee für Sextouristen…
Ich hab inzwischen auch mehr Asiaten im Cellular als Farangs.
Bombenstimmung
Da hat der Iran also Uran angereichert. Gleich mal bei Wikipedia nachschlagen, was es damit auf sich hat. Auf Fox (der Nachrichtenkanal für amerikanische Bildzeitungsleser) hat gleich mal seine besten Reporter Bret und Brit losgeschickt, die aus Rumsfeld und Konsorten herauskitzeln, dass sie nicht sagen werden, ob sie irgendwelche Optionen noch einmal überdenken werden (wenn Bush “nuclear” sagt, klingt das immer wie “nukkila”). Und die UNO wird bestimmt nächsten Monat gleich eine Sitzung abhalten, in der darüber diskutiert werden wird, ob man demnächst nicht mal ne Sitzung abhalten soll die über die Einrichtung eines Komitees beraten soll, das dann eine Resolution verfassen soll, die dann Ende des Jahres ratifiziert werden soll — dass man über Sanktionen gegen den Iran beraten will.
Ist Zivilisation nicht eine feine Sache?
Es wird Zeit die globalen Windströmungen zu beobachten. Gibt es Langzeitdaten der Verstrahlung in Asien und Europa nach dem Tschernobyl-Gau? Mal angenommen die Amis schlagen präventiv zu, wer garantiert dann, dass die anderen nennen wir sie mal scherzhaft “Atommächte” nicht blindlings ihre roten Buttons die zynischerweise in den meisten Fällen nicht rot sind pressen werden? Und üerhaupt: Wenn man verdampft, platzen dann die Augäpfel (wer hat dieses Wort erfunden? Gleich nach Iran versetzen!) zuerst? Und wenn wir schon bei Kriegsspielen sind, hat Nord-Korea irgendwelche Erdölvorkommen?
Bombenwetter
Man sagt ja, zu Sonkran (13. bis 15. April) sollte man nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen. Das kann tödlich sein, weil die Thais drei Tage lang trinken und Auto fahren. Ich persönlich finde ja, sie fahren immer wie die Verrückten. Heute morgen zum Beispiel bei der gemütlichen Fahrt zum Kaffee in Nathon — gemütlich weil der Hund im Körbchen immer eine Maximalgeschwindigkeit von 40km/h verlangt, das Fell verfilzt sonst zu sehr — wurde ich dreimal fast umgebracht. Es gibt hier Leute die nur für die Zeit rund um Sonkran eine Unfallversicherung abschließen. Ratet mal, wer eine hat. Das Dumme mit diesen Versicherungen ist immer: man braucht sie nur, wenn man sie nicht hat.
Jedenfalls war es schon beim Frühstück in Nathon recht warm. Im Norden wurden gestern 42 Grad Celsius gemessen und auf der Insel sind es so um die 35 Grad am Tage. Den verbringt man entweder im klimatisierten Büro oder wenn man Urlaub hat im klimatisierten Schlafgemache. Mit Ventilator. Selbst der Hund liegt hechelnd in der Ecke.
Wenn man bedenkt dass das bis Mai noch heißer werden soll… Tststs… Tropen…
PS: Zu Sonkran werde ich übrigens zentimeterdick mit Sonnenschutz (Faktor 50) bedeckt 9 Tempel besuchen. Warum, wieso, weshalb — erklär ich hinterher einmal. Ich sage nur, dass Sonkran an manchen Ecken hier als “das Fest der 9 Tempel” bezeichnet wird.
Verschiedenes in kurzen Schnitten
Unsereins hat Urlaub. Da trifft es sich gut, dass Feiertage in Massen anfallen, so dass eine gewisse Ersparnis an Urlaubstagen eintritt.
Am Donnerstag war Chakri-Tag. Das ist die aktuell regierende Dynastie (Chakri) und die muss natürlich honoriert werden (Day). Ich dachte mir, ich mach mal einen auf Tourist, aber irgendwie war das ein Desaster. Zuerst wurde der Butterfly Garden angepeilt, dort aber konnte ich nur ein einziges Butterfly-Photo schießen ehe mir meine Begleitung ständig ins Bild fiel. Thais denken nälich, dass jedes Bit, das ohne Gesicht verphotographiert wird ein verlorenes Bit ist. Also hab ich jetzt jede Menge Grinsephotos und einen Schmetterling. Außerdem war es schweineheiß und mir nach 5 steigend verbrachten Minuten so schwummrig, dass wir dieses Erlebnis schnell und sauber über die Bühne zu bringen gedachten. Anschließend wurde der Tiger-Zoo und das Aquarium angepeilt. Deprimierend. Halbtote Fische und Tiger, die lahm in der Ecke liegen und kurz vorm Tod durch Langeweile stehen. Die Tatsache, dass man ein paar Baht sparen kann, wenn man erst in den Zoo und dann in den Butterfly-Garden geht tat das ihre zur allgemeinen Stimmung. Aber tolle Aussicht von da oben. Wirklich. Tolle Aussicht.
Nachdem das Tourismus-Experiment in den Schweiß gefallen war verbrachte ich dann den Freitag eher schlafend. Auch das sehr ereignisreich. Wenigstens kann die Klimaanlage im Schlafgemache die derzeitigen 35 Außengrade nach Celsius halbieren.
Gestern dann Hausputz und noch ein paar nette Thais kennen lernen und schon sind wir bei Sonntag (also heute) und dem wöchentlichen Hunde-Salon-Besuch. Die Damen dort sind inzwischen auf eine Zwei-Zopf-Strategie mit Pokkis strubbeligem Haar ausgewichen.
Bei Tesko hat man gemerkt dass man auf der Insel ein paar Einkaufszentren baut und simuliert nun auch ein Einkaufszentrum mit Baumarkt, riesigem Buchladen und, Tusch, einem Swensens. Angeblich sind ein Kino (Multiplex, was immer das auch sein soll) und eine Bowlingbahn in der Mache. Seit 1.April soll das ganze geöffnet sein. Es handelt sich aber eher um so eine Art neuer Flughafen in Bangkok. 50% ist noch nicht mal gebaut.
Alles in allem also so langweilig wie bisher. Das Leben. Hier. Auf Samui.
Perle(nk| K)auf(t)
Der gro?e Buddha
Dass Big Buddha jetzt ein Lebensrad und ein Schiff im Rücken hat berichtete ich ja schon häufiger. Am Anfang sah es noch so aus, als ob es nur eine temporäre Einrichtung für Loi Kratong sei, inzwischen ist es eine fest eingerichtete Sache. Da hat wohl jemand zuviel Geld gehabt. Abends blinkt das ganze dann. Ziemlich, ehm, sehenswert.
Jedenfalls gibts noch keine Postkarten mit dem neuen Motiv. Zwinker.
Thaksin backs down as the prime minister but will carry on political career
Police Lieutenant Colonel Thaksin Shinawatra last night apologized 16 million people who voted for the Thai Rak Thai Party in the April 2 general election, for being unable to accept the mandate to lead the country because of several pressures besieging him.
In a 15-minute televised address to the nation at 8.30 p.m. yesterday via the TV Pool of Thailand, Thaksin said it was time all members of the society became united as a tribute to His Majesty the King who has devoted for all his life the physical strength, wisdom and personal funds for the welfare of the people.
Thaksin pointed out there are only 60 days left before the world’s monarchs come to Thailand to participate in the celebrations on the 60th anniversary of ascension to the Throne of the beloved king. Lamentingly, Thai people were still engaged in a political deadlock. To break the impasse, he agreed to back down at the suggestion of the People’s Alliance for Democracy and the former Opposition parties. He said he would not accept the premiership at the selection process to be conducted in Parliament after 30 days of the election.
However, Pol Lt-Col Thaksin said he has to carry on the duty of caretaker prime minister as required by Article 215 of the constitution, until the selection process for a new prime minister finishes.
Thaksin made it clear that he will continue his roles as a party-list MP and head of the TRT Party. He will materialize TRT campaign promises while all the populist policies initiated in the previous government will be continued. Such projects include the war on drugs, the 30-baht-per-visit universal hospital scheme, the anti poverty campaign and the construction of mass rail routes in Bangkok. He said he will visit people as an MP and former premier who is worried about their welfare.
He also called on the PAD to join in a political reform and help lay down a framework that would be best for the Thai people and for politicians to follow. He thanked the public for their support to him in the three general elections during the past five years. He reaffirmed that he had never had an idea to run the country by evil means. And if he has a chance in the future, he will explain the public all the points of misunderstanding that had become targets of attacks on him.
[via National News Bureau ]
Rücktritt. Nun aber wirklich.
So. Nu isser also wirklich zurückgetreten .
Police Lieutenant Colonel Thaksin Shinawatra last night apologized 16 million people who voted for the Thai Rak Thai Party in the April 2 general election, for being unable to accept the mandate to lead the country because of several pressures besieging him. In a 15-minute televised address to the nation at 8.30 p.m. yesterday via the TV Pool of Thailand, Thaksin said it was time all members of the society became united as a tribute to His Majesty the King who has devoted for all his life the physical strength, wisdom and personal funds for the welfare of the people.
Das war mal wieder ein politisches Schauspiel ganz nach Thaksin-Manier. Er hat ja schon Anfang des Jahres jeden Kommentar an die Presse für einen Monat verweigert unter Hinweis auf den schlechten Stand von Merkur.
Bis gestern spät in den Abend hinein hieß es (im englischsprachigen Bereich, die Ansprache von Thaksin hat mir leider niemand übersetzt) lediglich, dass er in der nächsten Regierung nicht mehr als Premierminister zur Verfügung stehen wird. Für jene, die ihn zum Rücktritt bewegen wollten war das im Prinzip (oder theoretically wie wir umgangssprachlichen Engländer gerne fallen lassen) ein Rücktritt, so dass sie ihrerseits das Ende der Demonstrationen erklären konnten und sich nun auch an der Regierung beteiligen wollen.
Alles gut? Alles fein? Jeder hat was er wollte? Wir werden es sehen.
Rücktritt
Ich glaube, Thaksin Shinawatra ist gerade zurückgetreten. So genau ist das nicht zu verstehen gewesen. Mehr später.
[Update] Informationspolitik ist nicht die große Stärke der Regierung. In einer englischsprachigen Notiz auf Channel 11 (der Regierungskanal) ist eben zu lesen gewesen, dass PM Thaksin Shinawatra seinen Rücktritt erklärt hat. Auf der Newssite der Regierung sind im englischsprachigen Bereich nur Meldungen zu lesen, dass er nicht zurücktreten kann, bis die Regierung steht und dass die Parteien welche die Wahl boykottierten mit den Protesten aufhören werden, sobald Thaksin zurückgetreten ist. Außerdem wurde den ganzen Tag gemunkelt, dass er ein Committee einrichten will und er wenn dieses ihm rät zurückzutreten auch zurücktreten wird.
Interessanterweise hat ihm der Sprecher der Demonstranten der People??s Alliance for Democracy (PAD) Suriyasai Katasila zwei Briefe überreicht. Einen offenen Brief mit einer erneuten Rücktrittsforderung und einen verschlossenen, zu dessen Inhalt sich niemand äußern möchte.
Thaksin siegt.
Thaksin hat gesiegt in der Wahl. Sagt er. Für ihn bzw. Thai Tak Thai stimmten 16 Mio. Wähler, 10 Mio. Wähler kreuzten No an. In 50% der Provinzen wo nur TRT antrat werden Neuwahlen fällig, weil die Kandidaten die erforderliche Mindeststimmzahl nicht erreichten.
Thaischrift und Mediaplayer (verschiedene)
Also irgendwie bin ich ja ziemlich angefressen. Ich suche seit Wochen einen Mediaplayer der mir die Unicode-Tags (Thaiscript) meiner MP3s ausliest und ordentlich anzeigt. Winamp und Media(wir lieben Microsoft)player haben damit so einige Probleme. Interessanterweise zeigt der Mediaplayer die Thaititel an bis er sie dann das erste Mal spielen soll. Dann kommt nur noch Wirrwarr raus.
Die Player spielen entweder ohne Titelanzeige oder sie stürzen ab beim Versuch Buchstaben zu zeigen. Da hat man nun Gigabyte über Gigabyte an Thaimusik und kann sie nicht hören.
(Ich muss mich auf meinen Karaoke-Bar-Besuch demnächst) vorbereiten. Neben “Fan Ja” von Bird(, ehm,) Thomtschai(, oder?) will ich noch ein paar andere Stücke in der Patrick-Version uraufführen.)
Wahl. Nachschlag.
Warten auch Sie auf die Ergebnisse? Irgendwie zählt man hier langsamer. Ich habe gehört, der Premierminister will sich die Ergebnisse gestern Abend anhören. Hat er aber wohl nicht, sonst hätte man ja in den Nachrichten was gesehen. Wie auch immer.
Sondhi (Thaksins Lieblingsfeind) hat übrigens einige Klagen wegen Majestätsbeleidigung am Halse. Einige munkeln, seine plötzliche Abreise am Samstag nach China hätte damit zu tun, dass er einen Haftbefehl befürchtet. Inzwischen ist er aber wieder da und sagt, er wolle nur Urlaub gemacht haben.
Interessanterweise liest man normalerweise majestätsbeleidigende Äußerungen nicht. Diesmal jedoch hat eine Zeitung namens Kom Chad Luek diese veröffentlicht (der Chefredakteur wurde bereits ausgewechselt deshalb).
Das Militär (monarchietreu und bekannt dafür, dass es schon mal eingreift um die Interessen der Monarchie zu schützen) indes bleibt gelassen, Army chief Sonthi Boonyaratglin meint nur folgendes:
“I think he should stop doing so. I want him to know that we soldiers are not happy and not satisfied with what he did,’’ he said. Asked what the military would do about the matter, Gen Sonthi said: “Just wait and see.” He said Mr Sondhi’s abrupt departure for China was possibly because many people have filed lese majeste complaints against him nationwide. Gen Sonthi, however, said the situation did not warrant a military coup.
Das mag drastisch klingen, die letzte Zeile des Artikels der Bangkok Post erklärt aber alles:
“We experienced a loss of flesh and blood in the Oct 6, 1976 event which stemmed from accusations of lese majeste, and do not want to see a recurrence of the incident,” they said.
Wir warten weiter.
Ich. Eben.
Der “Warte doch mit dem Abdrücken bis das Teil Biepbiep gemacht hat und wackel nicht so rum und überhaupt du hast ja keine Ahnung das wird wieder verschwendeter Speicherplatz ein Glück dass der nichts kostet warum geb ich dir auch die Kamera in die Hand”-Blick.
Wahlhäppchen. Zum letzten Mal. Wirklich. Für heute.
Ich hatte ja bereits angesprochen, dass in Wahlbezirken wo nur ein Kandidat, in der Regel der von Thai Rak Thai (TRT), mangels Opposition antritt eine bestimmte Anzahl an Stimmen abgegeben werden muss, damit der Kandidat als gewählt angesehen werden darf. Es handelt sich hierbei um 20% aller Wahlberechtigten. In Bangkok bspw. tritt TRT in 20 von 36 Distrikten ohne Gegner an.
Das Peoples Network for Elections in Thailand (P-Net) hat vorausgesagt, dass im Fall des Gewinns von TRT in den 14 südlichen Provinzen mit Aufständen und “Unmutsäußerungen” (ich mag die Formulierung) zu rechnen ist, denen die Polizei im jeweligen Falle nicht gewachsen sein wird. Das nennt sie Worst Case. Best Case nennt sie ein Ergebnis, dass innerhalb von 30 Tagen das Parlament neu gebildet wird und eine neue Regierung ohne Gegendemonstrationen gebildet werden kann. Der wahrscheinlichste Fall aber wird sein, dass sich nichts ändert und die Proteste weitergehen.
Gestern versammelten sich ungefär 200 Motoradfahrer vor Sondhi Limthongkuls Hauptquartier (einer der Gegner von Thaksin mit eigener Firma und jeder Menge Geld im Rücken) und parolierten da rum. Dann wurde von innen unter Missachtung der Zimmerlautstärke “Ai Na Liam” (Square-Face, ein Thaksin insultierender Thai-Rap-Song, der auch hier im Dorfradio ständig gespielt wird) gespielt, worauf die Motoräder natürlich ihre Motoren heulen liesen. Ein paar Gegenstände flogen, ein paar Brandsätze brannten. Dann war wieder Ruhe. Die Rädelsführer waren interessanterweise Wahlhelfer von Thaksins Sprecher und sind polizeibekannt.
TRT hat gestern noch schnell bekannt gegeben, dass im Falle ihres Wahlsieges die Einkommenssteuer für 2006 ausgesetzt wird. Das wird sicherlich einige Wähler motivieren.
In Deutschland lebende Thais sind übrigens die größte Gruppe von Wählern aus dem Ausland, gefolgt von Thais, die in den USA und China leben. Ein Aufenthalt in diesen Ländern wirkt also durchaus demokratiesensibilisierend.
Auf dem Wahlzettel gibt es neben dem “soll so bleiben wie es ist’-Feld übrigens auch noch ein “Nein”-Feld. Wenn in diesem Feld genügend Leute (ich weiss nicht wieviele) ein Kreuz machen, dann wird die Wahl ungültig. Dazu haben gestern 565 Professoren aus Thailands Universitäten aufgerufen. Es gibt also absolut keinen Grund, nicht zur Wahl zu gehen.
Und dann ist in Nonthaburi eine Kandidatin der TRT disqualifiziert worden, weil sie bei der Wahl vergangenes Jahr keine Stimme abgegeben hat. Imr “Distrikt 3” in Nonthaburi steht nun niemand zur Wahl.
Vor-Wahlen. Kurzgeschnitten.
Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass morgen hier in Thailand Neuwahlen sind? Also nicht planmäßig aber trotzdem irgendwie rechtmäßig? Am vergangenen Wochenende waren bereits einmal Vorwahlen. Da konnte man seine Stimme schonmal abgeben, wenn man morgen auf die eine oder andere Art oder Weise verhindert ist. Die im Voraus abgegebenen Stimmen vom Wochenende überstiegen die der letzten Wahl. Es wählten 681.000 (sagt die Wahlkommission, eigentlich sagte sie einen bis auf den Einer genaue Zahl an). Das deutet dann doch eher auf eine starke Wahlbeteiligung dieses Jahr hin. Meinen kennende Beobachter.
In der Zwischenzeit ist es (endlich) auch mal zu Ausschreitungen gekommen. Allerdings waren das nicht die Kontra-Thaksin-Demonstranten sondern von Pro-Thaksin-Demonstranten angeheuerte Schläger in Chiang Mai. Thaksin hat “seine Leute” dazu aufgerufen, die politischen Spannungen nicht noch mehr zu steigern, damit die Wahl ordnungsgemäß über die Bühne gehen kann.
Die Oppositionsparteien, die die Wahl bekannterweise boykottieren haben derweil Thai Rak Thai (Thais lieben Thais, TRT), die Partei Thaksins, angezeigt, weil diese in Gegenden wo niemand gegen TRT antreten will Gegenkandidaten bezahlt haben (soll), damit sie Gegenkandidaten werden. Das macht Sinn, weil wenn nur ein Kandidat antritt eine bestimmte Mindeststimmenzahl erreicht werden muss, bei Antreten mehrerer Kandidaten jedoch die einfache Mehrheit genügt. Man könnte meinen TRT hat das Gefühl, nicht genügend Stimmen zu bekommen.
Vorher hat Thaksin den Oppositionsparteien noch angeboten, sie auf jeden Fall in der Regierung zu beteiligen, wenn sie sich zur Wahl stellen, auch wenn sie verlieren. Sehr generös wie ich finde.
Einen Grund, nicht wählen zu gehen, gibt es übrigens nicht wirklich. Für alle Leute die in der Regel verlauten lassen “Was soll ich denn wählen, die können doch alle nichts” und “Ich geh nicht wählen, für mich ändert sich ja eh nichts” enthält der Wahlzettel ein Feld namens “Es ändert sich nichts” ganz oben, das man sozusagen als Wahlverweigerer anklicken kann.
Dann wäre noch zu erwähnen, dass das gestern gepostete Bildchen eine Erläterung ist, wie Thaksin die Wahl manipulieren will. Man unterstellt ihm, die Wahlzettel so präpariert zu haben, dass wenn eine Chemikalie in die Urne freigesetzt wird, alle Kreuze bei “Keine Änderung” verschwinden und bei 502 (TRT) auftauchen. Soviel Raffinesse hätte ich ihm nun wirklich nicht zugetraut ;D
Unsere Praktikant(inn)en gehen übrigens nicht wählen. Ich kenne somit noch keinen einzigen Thai, der wählen geht. Und ich meine schon ein paar Thais zu kennen.
Eine genauere Befragung der blutjungen Praktikantinnen ergab übrigens, dass man nicht wirklich zum Ort reisen muss, an dem man gemeldet ist. Es geht auch anders. Wenn man 2 Jahre an einem Ort gelebt hat, darf man sich dort zur Wahl anmelden. Man dürfte auch vorher schon am neuen Ort wählen. Dazu muss man dann am alten Ort melden, wo man nun wählen gehen will. In der Regel mahlen aber diese Mühlen so langsam, dass die Wahl dann schon wieder vorbei ist, wenn alles geregelt ist.
Wählen gehen darf jeder ab 18 Jahren. Wer übrigens nicht wählen geht, kann bis zu 6 Monate nach der Wahl beim Bürgermeister oder anderen Ämtern amtlich zu Protokoll geben, warum er nicht gewählt hat. Das klingt blöd, macht sich aber spätestens “wenn man Präsident werden will” gut, weil es schlecht aussieht, wenn dann herauskommt, dass man nicht wählen war.
Und bei 7eleven gibts heute keinen Alkohol zu kaufen. Fein raus ist, wer das ganze Drama bei der letzten Wahl schon mitgemacht hat und einen Vorratskeller angelegt hat.
Eine völlig wahlunabhängige Notiz am Rande: Google Local, der nette kleine Mapdienst vom Suchmonopolisten, hat seit vergangener Woche keine Tiefenzoom von Bangkok mehr, auf Regierungsbitten hin.
Vorteile frühen Arbeitsanfanges
Manchmal hält mich ja nun wirklich nichts in den vielen Wänden meines Bungalows. Heute bspw. bin ich nach durchwachter Nacht einfach mal “eher” auf Arbeit gefahren. Am Geisterhausfriedhof wird des guten Willens wegen trotz allem immer gehalten (wegen Pokki, dem die Wiese dort für das morgendliche Häufchen sehr gelegen kommt).
Ich hatte ja schon länger die Theorie, dass hier der Sonnenaufgang besonders gut zu sehen sein dürfte und wollte schon mal früh vor dem ersten Licht mit Begleitung und Stativ hierher kommen (das scheiterte an gewissen Schlafbedürfnissen). Ich denke mal, dass dieses Photo dann überzeugen wird.
Wahlzettel
So ganz glaub ich es noch nicht, aber das hier soll der Wahlzettel für Sonntag sein (anklicken fürs große Original). Ich lass mal meine Praktikant(inn)en ermitteln. Viel interessanter finde ich die Frage, was oder wer sich hinter der 502 verbirgt. Ein Wahlfälschungsskandal? Das wär ja mal was. Wahlfälschung aufgedeckt durch ein kleines deutsches Blog…
Thais und ihre Telefone
Thais und Telefone, das ist ein Thema für sich. Zum einen lieben sie es, ihre SMSse auf Englisch zu schreiben. Wenn man sich mal ankuckt, wie oft man auf so einer kleinen Tastatur herumtippen muss um einen der 42 Konsonanten und 45 (?) Vokale zu schreiben, versteht man das sicherlich schnell. Das Ganze hält sie natürlich nicht davon ab, jede Menge SMSse zu schreiben — auf Englisch. Andere Thais wiederum telefonieren nahezu den ganzen Tag. Da trifft es sich gut, dass es jetzt bei 12call den Tarif gibt, bei dem man für 99 Baht (ca. 2 Euro) 24 Stunden lang ohne zusätzliche Kosten telefonieren kann (und damit jetzt niemand denkt ich mache hier Werbung sag ich mal die Nummer nicht — mal ganz abgesehen davon dass 12call zu AIS gehört und dieses Unternehmen wiederum dem Portfolio eines bestimmten Premierministers zugehörig ist).
Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
Stellen Sie sich hier einen langen Text zu interessanten Themen vor.
Die erste Voraussetzung für Unsterblichkeit ist der Tod
Interessanterweise sterben neuerdings immer die Leute von denen ich denke, dass sie bereits tot sind. Diesmal Stanis?aw Lem .
Landkauf und -besitz für Ausländer
Ausländer dürfen in Thailand kein Land kaufen (oder um im guten alten Deutsch zu bleiben kein Eigentum an Land halten). Es gibt aber verschiedene Wege, um trotzdem stolz “zu Hause” berichten zu können, dass man auf seiner Farm im Nordenwesten Thailands Reis zieht.
Ein Weg geht über das Leasen von Land. Man kann das Land für 30 Jahre von einer thailändischen Firma leasen und hat das Recht auf eine Verlängerung des Vertrages nach 30 Jahren. Das ist wie Eigentum, nur wird das Land nach dem unvermeidlichen Ableben des Leasingnehmers nicht vererbt sondern geht zurück an die Propertyfirma.
Eine weitere Möglichkeit ist der Kauf von Land über ein Unternehmen. Unternehmen dürfen in Thailand Land besitzen. Allerdings darf man als Ausländer maximal 49% an einer Thaifirma halten. Den 51 verbleibenden Thai-Prozenten jedoch kann man vertraglich alle Stimmrechte entziehen, so dass man mit seinen 49% die volle Kontrolle über das Unternehmen behält. Es gibt (auch hier im IT-Complex) Anwaltsfirmen, die derartige stille Teilhaber in der Hinterhand haben, wenn man mal ein Unternehmen aufmachen will. Kleines Problem am Rande: Man darf keine Company gründen ohne nicht auch unternehmerisch tätig zu sein. Wer also glaubt, dass er ein Unternehmen gründet und dann Land kaufen kann könnte sehr schnell Besuch von Regierungsbehörden bekommen die die Geschäftstätigkeiten überprüfen und im Zweifelsfall das Unternehmen schließen und alle Besitztümer übernehmen. Man muss übrigens mindestens 40 Millionen Baht (um die 80.000 Euro) in die Firma investieren, um 1 Rai Land für Wohnzwecke zu kaufen. Man muss inzwischen (seit 15. Mai 2006) die Quellen des Geldes nachweisen, ehe man Land kaufen kann und bei jedem Landkauf werden die Eigentümer einer solchen Firma geprüft. Stille Teilhaber dürften damit schnell auffallen und einen Landkauf verhindern.
Die letzte Möglichkeit (im Sinne von am Schluss meiner kleinen Liste ;]) ist die Ehe mit einem Partner thailändischer Nationalität. Bis 1999 war es so, dass jeder Thai der einen Ausländer heiratete jegliches Recht verlor, Land zu kaufen. Seit 1999 muss er nur noch nachweisen, dass das für den Kauf verwendete Kapitel aus seiner Hand stammt und niemand irgendwelche Rechte daran oder Ansprüche darauf besitzt. In der Regel macht man das heute mit der Unterzeichnung einer “amtlichen Erklärung”, dass man das Geld bereits vor der Ehe besessen hat. Man(n als Ausländer) hat dann Rechte am Land als Ehepartner. Trennt man sich, bekommt natürlich der Thai alles (allerdings hat wer wegen des Besitzes heiratet auch nichts anderes verdient als alles zu verlieren).
Na dann mal frohen Landkauf! Auf Koh Samui sind die Landpreise übrigens astronomisch hoch. Man darf da schon mit einer Million Baht und mehr (um die 20.000 Euro) pro Rai rechnen. Im Isaan habe ich letzten Sommer ein paar Rai für 15.000 Baht angeboten bekommen. Ob man im Isaan leben will ist dann wieder eine andere Entscheidungsfrage.
Landmaße
1 rai = 4 ngan (1.600 qm)
1 ngan = 100 wah (400 qm)
1 wah = 4 qm
1 Hektar = ca. 6,25 rai
User sind männlich
Eben beim Übersetzen lassen der Erklärung zum Chatten durch meine blutjungen Studentinnen kurz gestutzt: User heißt Puu Chaai. Mann/Junge heißt aber auch Puu Chaai. Frag ich so: “Ehm, was ist denn jetzt der Unterschied?” kommt als Antwort (ich hätts vorhersagen können) “Puu Chai ist Low Tone und Puu Chai ist Rising Tone”. Jetzt muss ich mir nur noch eine Eselsbrücke erstellen bei der der User aufsteigt und der Junge tief liegt.
Der Ton macht die Musik.
Die Wichtige Person
Auf der Insel hält sich eine Wichtige Person auf. Gestern wurde ich den ganzen Tag aufgehalten weil am Palm Beach Ressort in Maenam/Bophut ständig die Straße auf rund 500 Metern Länge gesperrt ist.
Gestern Morgen kamen drei Polizeiwagen mit Spiegelglas aus der Einfahrt geschossen und 5 VIP-Busse ebenfalls verspiegelscheibt. Hinterher noch ein paar Polizeiwagen und dann von hinten ein paar Motoräder. Das alles mit Blaulicht und Straßensperrung und Militär und viel Polizei. Die Straßen selber sind voller Polizisten die verdächtige Subjekte (mich nicht) aufhalten und kontrollieren. Heute morgen ist dann ein Krankenwagen mit Polizeiaufgebot ins Ressort gefahren.
Es muss schon eine ziemlich Wichtige Person sein, die da mit so einem Brimborium behandelt wird. Ich bin noch am eruieren, ob ich Leute kenne, die im Ressort arbeiten oder jemanden kennen, der dort arbeitet. Mal sehen, wen wir da vor uns hatten.
Ich tippe auf Mitglieder der königlichen Familie oder jemanden aus der Regierung. Obwohl, die dürften zur Zeit anderes zu tun haben als auf Samui rumzukurven.
Wahlen
Am Sonntag ist Wahlsonntag. Das heißt die Kneipen haben geschlossen (ich glaube auch schon am Tag davor), damit die Wähler klaren Kopfes in die Wahlkabinen gehen können, wenn sie denn am Ort verweilen an dem sie gemeldet sind. Wie bereits erwähnt ist das seltenst der Fall.
Zeit also, sich aufzumachen und zu versuchen einen Überblick auf die aktuelle Stimmung zu erheischen. Der gelernte Farang hat nicht viel Möglichkeiten zur Meinungsmache. Tageszeitungen gibt es genug, allerdings nur zwei englischsprachige, die Bangkok Post und die The Nation. Beide geben an, unabhängig zu sein. Letztere jedoch steht jedoch im Ruf, die Zahlen schon mal zu Ungunsten von Thaksin Shinawatra zu verändern. Man sollte die angegebene Zahl der Demonstranten in The Nation immer halbieren um ein halbwegs glaubwürdiges Ergebnis zu erhalten.
Beide Zeitungen berichten relativ kritisch über den Premierminister. Wobei mir die Bangkok Post noch besser gefällt weil sie immer sehr nüchtern vom “Caretaker PM Thaksin” schreibt. Ich vermeine da ein leicht sarkastisches Lächeln im Mundwinkel der Redakteure erkennen zu können (und ja, ich weiss, dass das nichts anderes als “regierender Premierminister” heißt).
Im Fernsehen muss man immer aufpassen, welchen Sender man gerade angeschaltet hat. Je nach Besitzverhältnissen fällt auch die Meinungsmache aus. Auf Thaksins Kanälen und denen der Regierung findet entweder keine Wahl statt oder die Kritiken und Kritiker an Thaksin werden lächerlich gemacht oder kriminalisiert (O-Ton Thaksin: “What they are doing is punktuating democracy.”). Auf den anderen Kanälen werden Sonderberichterstattungen bei jeder kleineren Anhäufung Demonstranten geschaltet.
Besitzverhältnisse bei den Fernsehsendern
- Channel 3 — MCOT (Besitzer), BEC World (Betreiber)
- Channel 5 — Kögliche Armee von Thailand (Besitzer und Betreiber)
- Channel 7 — Kögliche Armee von Thailand (Besitzer), Bangkok Broadcasting & Television Company (BBTV) (Betreiber)
- Channel 9 — MCOT (Besitzer und Betreiber)
- Channel 11 — PR-Department der Regierung (Besitzer und Betreiber)
- ITV — Shin Corporation (Besitzer und Betreiber) (früher Thaksins Firma, jetzt an Investoren aus Singapore verkauft)
MCOT war früher ein staatliches Unternehmen und befindet sich jetzt immernoch zu 77% in Regierungshand.
Die kleinen Leute die ich kenne sind eher politikverdrossen im europäischen Sinne. Sie gehen nicht wählen, weil sie denken, dass ihre Stimme sowieso nicht zählt und arbeiten damit genau denen in die Hände, die sie nicht an der Spitze sehen wollen.
Andererseits sind dieses Wochenende mehr als 100.000 Demonstranten aus “ganz Thailand” nach Bangkok gereist, um bis zum nächsten Sonntag (“zum Wahlgewinn”) gegen Thaksin zu demontrieren. Wer jetzt weiß, daß Samstag und Sonntag des vergangenen Wochenendes die Wahllokale für vorgezogene Stimmabgaben geöffnet waren und man am Ort an dem man polizeilich gemeldet ist wählen gehen muss wird sich denken, dass diese Stimmen der Kritiker im Wahlergebnis fehlen dürften. Ein bisschen erinnert mich das an die Simpsons-Folge, in der Bart Klassensprecher werden wollte und alle Stimmen auf seiner Seite hatte, diese aber alle nicht wählen gingen, weil er eine Wahlparty gab, die gut besucht war, aber alle am Stimmabgeben hinderte. Martin wurde dann Klassensprecher mit 2 Stimmen. Unter anderem seiner eigenen.
Nicht nur die Thaksin-Gegner demonstrieren, auch eine Gruppe namens “Caravan of the poor” hauptsächlich aus Farmern aus dem Norden und Nordosten (Isaan) bestehend hat ihr Lager in Bangkok aufgeschlagen. Die allerdings sind für dieses Wochenende in ihre Heimat zurückgekehrt um wählen zu gehen und wollen am Montag wieder kommen.
**Wahlergebnisse (Sitze im Parlament) vom 6. Februar 2005
(Quelle: National Election Commision)**
<th>
Norden
</th>
<th>
Nordosten
</th>
<th>
Zentral
</th>
<th>
Bangkok
</th>
<th>
Süden
</th>
<th>
Partei-Listen
</th>
<th>
Gesamt
</th>
<td>
71
</td>
<td>
126
</td>
<td>
80
</td>
<td>
32
</td>
<td>
1
</td>
<td>
67
</td>
<th>
377
</th>
<td>
5
</td>
<td>
2
</td>
<td>
7
</td>
<td>
4
</td>
<td>
52
</td>
<td>
26
</td>
<th>
96
</th>
<td>
</td>
<td>
6
</td>
<td>
10
</td>
<td>
1
</td>
<td>
1
</td>
<td>
7
</td>
<th>
25
</th>
<td>
</td>
<td>
2
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
<th>
2
</th>
<th>
76
</th>
<th>
136
</th>
<th>
97
</th>
<th>
37
</th>
<th>
54
</th>
<th>
100
</th>
<th>
500
</th>
Am Samstag forderten Thaksins Gegner auf ihrer Demonstration den König auf, einzugreifen:
“We, the demonstrators, see no solution to end the crisis without bloodshed other than appealing for His Majesty’s help and asking him to consider invoking article 7 of the constitution and appointing an interim government.”
Artikel 7 der Verfassung besagt, dass der König eine Interims-Regierung einsetzen darf.
PS: Man darf jetzt übrigens nicht denken, dass ich gegen Thaksin bin. Ohne seine Entscheidungen der letzten Jahre wäre ich sicher nicht hier. Nichtsdestotrotz hat die derzeitige Regierung Thailands etwas durchaus berlusconisches an sich. Ein bisschen bin ich der Meinung, dass Demokratie nicht unbedingt für jedes Land die unmittelbar optimale Regierungsform ist.
Goldkettchen
Die Putze vom IT-Complex-Chef kam eben mit Goldkettchen, nettem, ehm, Oberteil und auch ansonsten recht aufgeputzt die Auffahrt hochgewankt. Entweder hat sie nen Fan (reich, Farang) oder die Mönche kommen wieder.
Und mir fällt grade ein, dass ich mal über “die Liste” berichten sollte. Mal ein paar Bier kalt stellen heute abend.
Zerschmettert
Ich finde erstaunlicherweise nirgendwo Berichte darüber und das Thai-TV war auf Thai auch nicht sehr verständlich, zeigte aber Bilder vom zerschmetterten Buddha und einem toten Verrückten. Jedenfalls gibt es in Bangkok einen hinduistischen Schrein (Erawan Schrein) direkt unter dem Skytrain in Ploenchit/Rajprasong, der eigentlich nur ein Schrein mit einer Brahmafigur war, aber immer von vielen Thais besucht wurde.
In der Nacht zum Mittwoch nun hat ein offenbar geistig Kranker die Brahmafigur des Schreins mit einem Hammer zerschmettert und ist dafür erschlagen worden. Die bildreichen Erläuterungen sprechen von rituellen Tätowierungen und einem religiösen Wahnsinnigen. Mehr weiß man nicht.
Mal sehen, ob ich da noch was Genaueres finde.
PS: Hier gibts mehr Information — ist schon interessant wie sich alles mit dem Aufstand im Süden verbinden lässt.
W??hlen gehen
Ich: Und? Wen wirst du wählen?
Sie: Ich gehe nicht zur Wahl, ich mag Thaksin nicht.
Ich: Wenn alle nicht zur Wahl gehen die Thaksin nicht mögen dann wird er wieder gewinnen.
Sie: Ja. Mein Bruder mag ihn auch nicht.
Der eigentliche Grund wird wohl sein, dass man um wählen zu gehen in den Ort gehen muss, wo man gemeldet ist. Und die meisten Thais bleiben ihr Leben lang am Geburtsort gemeldet, egal wohin es sie zieht.
Das Neue
Unsereins hat ja jetzt auch ein neues Mobilfunktelefon. Mein altes, ein Siemens SL55 stand schon l??ngere Zeit auf der Abschussliste weil es mit den Temperaturverh??ltnissen hier nicht zurecht kam. Aller zwei drei Monate schaltete es sich wochenlang spontan bei Anrufen, SMSen und auch ohne jegliche Interaktion einfach aus. Seine Tage waren also gez??hlt. Mal ganz abgesehen davon, dass die Bastarde einfach ihre Mobilsparte an irgend ne japanische Firma verscheuert haben.
Als dann auch noch das Backupprogramm f??r die SMSse versagte und mir alle SMSse l??schte und auf der Festplatte irgendwelche RTF-Dateien ohne Datums- und Senderangaben hinterlie?? (ich hatte noch Silvester-SMSse meines Besten Freundes??? von 2004, dessen Geburtstag ich regelm????ig (auch dieses Jahr) vergessen habe) im Handy, sowas darf nicht einfach weg kommen) waren seine Tage ein f??r alle Mal gez??hlt.
Ich bin also zu Tesko gegangen und wollte ein Nokia (sic!) 3240 oder so. Mir schwebte Bluetooth und eine thail??ndische Tastatur vor. Heraus bin ich mit einem Nokia 6681 gekommen. Das hat nicht nur Bluetooth, Infrarot, nen MP3-Player mit wei??en Kopfh??rern und eine Thaitastatur sondern auch noch ne Memorycard und ich kann “Doom” drauf spielen. Und hinten ist ne Klappe wo wenn man die Klappe runterschiebt ein Photoapparat drunter ist. Absolutes High-Tech! Und rumblitzen kann man.
Und diesen ganzen Konnektivit??tskram kann es auch. Ich hab schon per Mobile die schreiBBloga.de gelesen (ein Alptraum, da muss unbedingt was getan werden), Pornoseiten abgesurft (waren die Bildchen fr??her nicht weniger kB gro???) und Emails geschrieben.
Es kann nicht nur viel es sieht auch ganz s???? aus. Schwarz mit Chrom. Und der Screen ist gr????er als die Tastatur. Das geh??rt sich heute so. Die Benutzerf??rung ist etwas gew??hnungsbed??rftig, aber man ist ja flexibel. Ich sag immer wer in Typo 3 ein Artikelerstellungsformular findet, der kommt auch mit Nokia-Mobiles zurecht.
??brigens, Telefonieren kann man damit auch.
Care-Paket
NewsAlert: Shinawatra erh??lt Blumengirlanden von einem Elephanten!!!
Thailand’s Prime Minister Thaksin Shinawatra receives garlands of flowers from an elephant in Surin province, about 430 km (267 miles) east of Bangkok March 14, 2006. [via Reuters ]
Derweil protestieren in Bangkok Zehntausende (100.000 sagt Reuters, das stimmt aber nicht ganz). Thaksin macht Wahlkampf auf dem Land, wo “seine” Wähler leben (und das sind viele). Die “Opposition” boykottiert die Neuwahlen und demonstriert. Werden die Demonstrationen gewaltsam wird das Kriegsrecht der Ausnahmezustand verhängt .
Im Radio wurde eine Ansprache des Königs abgespielt, die dieser bei den blutigen Aufständen 1992 gehalten hat. Für die einen ein Zeichen es mal mit Dialog zu versuchen, für die anderen ein Zeichen, dass es bereits zu spät ist.
PS: Auch die Welt schreibt drüber .
Die thail??ndische Notstandsverordnung gilt als eine der drakonischsten in der Region. Sie ist gegenw??rtig wegen gewaltsamer ??bergriffe militanter Muslime in mehreren Provinzen im S??den des K??nigreichs in Kraft. Nach der Verordnung d??rfen die Beh??rden Verd??chtige ohne Anklage bis zu 30 Tage in Gewahrsam nehmen. Zudem genie??en die Sicherheitskr??fte Immunit??t, sollten sie bei der Wiederherstellung der ??ffentlichen Ordnung Gewalt anwenden.
Touristendropping
Kleine zynische Bemerkung am Rande: Bei den Anschlägen im Süden ist noch kein Tourist zu Schaden gekommen.
Er wusste, etwas war falsch …
… am leeren “My Pictures”-Ordner dessen Backup das letzte Mal vor 4 Wochen erzeugt wurde. 2 Gigabyte Bilder, preisverdächtig natürlich, befanden sich im Datennirvana. Ihm fiel plötzlich ein, dass er im Überschwang heißer Freude statt des “Skip”-Buttons den “Skip all”-Button mausklickend bediente. Da war natürlich ein Unterschied in der Behandlung der Dateien. Nun würde niemand den weißen Vogel auf dem Bullen hinterm Haus bewundern können, niemand Big Buddha im Abendlicht erblicken dürfen und überhaupt, der Schnappschuss mit dem Ufo …
… ne ne ne …
Er zuckte mit den Schultern und ging fotographieren …
Bin glücklich
Keine Zeit. Muss… installieren… konfigurieren… Namen finden…
Kindergarten
Das hier. Mehr später. Nur so am Rande.
Tsunami 2006
Es soll mal keiner sagen er käme unerwartet wenn er kommt. Die Darstellung der Erdbeben der letzten 7 Tage in der Region spricht für sich. In Phuket wird schon kontrollierte Panik verbreitet.
Computerkauf Thaistyle Teil I
Ich habe ja nun (wer drei Praktikantinnen um sich hat die deutsche Texte nach Englisch und Thai übersetzen dürfen weiss, dass dieses “ja nun” eine ziemlich schwachsinnige deutsche Wortkonstruktion ist — ich nutz das trotzdem — Stillosigkeit als Stil) ein Notebook bestellt und das freundlich <txp:gho_permalink id=“658”>als neues Familienmitglied gemeldet</txp:gho_permalink>. Ich dachte (die Verwendung des Präteritums deutet darauf hin, dass immer alles anders kommt als man es sich vorstellt, aber das wird man auch noch an der Länge des Eintrages sehen), dass das eine kurze einfache Sache wird — aus Erfahrung, ich bestellte bei “unserem” Firmenlieferanten J.R. nach Katalog. Ein Acer TravelMate 3212 . Katalogbestellungen machen keine Probleme. Denkt man.
Das war vor exakt 2 Wochen.
Am Samstag vor zwei Wochen habe ich dann 6000 Baht angezahlt. Nicht bei J.R. sondern bei einem seiner Mitarbeiter, der kam.
Dann verging eine gemütliche Woche mit Netzwerkspielereien und Computerinstallationen. Ich dachte mir so, naja, das Ding kommt spätestens Freitag und dann gibts ein ekstatisches Wochenende mit zelebrierter Familienzusammenführung. Ich lebe ja schließlich seit Mai 2005 <txp:gho_permalink id=“237”>mehr oder weniger freiwillig</txp:gho_permalink> ohne Computer im heimatlichen Hüttchen (ja, das geht, selbst wenn man Geek ist).
Am Freitag kam nichts. Naja, dachte ich mir, kommt er halt nächste Woche und du kuckst dir am Wochenende eben den Herrn der Ringe in der Special Extended Version an. Die Zeit kriegst du schon irgendwie rum. Tatsächlich brachte ich die Zeit irgendwie herum. Das ist aber eine ganz andere Geschichte. Jedenfalls kam der Montag und kein Computer und ich dachte mir (ich denke eine Menge wenn der Tag lang ist), man könnte ja noch ein bisschen warten. Schließlich ist es ein Notebook, das ist nicht so normal in Thailand und überhaupt: “In Thailand dauert alles etwas länger”.
Jedenfalls machte ich mir ab Mittwoch Sorgen und rief heute morgen beim Händler an. Und der sagte etwa Folgendes: “Ehm, I don’know you order and money, can you bring receipt for deposit?”. Hemm. Jain. Hab ich nicht (Regel Nummer 1: Immer eine Quittung geben lassen. Regel Nummer 2: Niemals nach 14 Monaten guter Geschäftskontakte annehmen, dass man sowas einmal nicht braucht). Jedenfalls setzte ich dann mal unsere Sekretärin drauf an die des Thais mächtig klarere Worte wählen konnte (Kaufkraft wirkt immer, wir haben hier inzwischen 6 Rechner und einen Drucker von J.R. stehen), so dass plötzlich das verschwundene Geld wieder da war und man sich auch an die Bestellung erinnerte. Man hatte sie vergessen.
Vergessen. Soso.
Wir beteten nochmal die Nummer des Computers runter (TravelMate 3212NWXMi ) und er sagte, es wird in 3 Tagen geliefert.
Nach einiger Zeit klingelte das Telefon und das Notebook war nicht mehr erhältlich, ich solle doch mal im Internet die Seite von Acer öffnen und mir einen der dort angegeben Rechner aussuchen. Dies tat ich und machte eine kleine Liste mit einem TravelMate3212WXMi (die erstaunliche Namensgleichheit rührt aus einer Erweiterung des einjährigen internationalen Supports auf drei Jahre und einer Preiserhöhung um rund 6000 Baht) und einen Aspire 5033NWXMi (ein ganz anderer Rechner für weniger Geld) und rief wieder dort an. Ich hab natürlich erst den billigeren Rechner genannt, J.R. sagte er kuckt ob er verfügbar ist und rufe zurück.
Er rief zurück und meinte, ich solle doch mal ins Internet kucken und lies mich zu einem Rechner namens Aspire 3004NWLMi klicken. Meine Bestellliste enthielt aber nun mal Bluetooth und mindestens 512MB RAM, was dieses Weich-Ei nicht liefern konnte. Ich erklärte ihm in beruhigenden klar gefassten Worten, dass meine Kaufentscheidung auf einer bestimmten Leistungsfähigkeit verbunden mit Konnektivität beruht und er meinte, ich solle mal links in der Navigation (muahaha) auf 4260 klicken. Ich klickte und landete auf einem sauteuren Notebook das über eine bestimmte Leistungsfähigkeit verbunden mit Konnektivität verfügte.
Nun habe ich aber als armer kleiner Angestellter nur ein begrenztes Budget. Ich sagte also, dass ich dann doch lieber den 3212 hätte. Er war sehr verständnisvoll und sagte, der 3002 sei auch sehr gut. Ich erwähnte nochmal 3212 und lies ihn links in der Navigation auf 3210 klicken. Er meinte, ja, der seit verfügbar, kommt in drei Tagen und legte auf.
Dem aufmerksamen Leser wird auffallen, dass ich nun genau jenes Notebook bestellt habe, das ich schon vor zwei Wochen bestellt habe.
Ich bin da sehr konfident.
Sicherlich werde ich bald wieder ein Notebook haben.
In Thailand läuft das eben manchmal etwas langsamer.
Fernsehtipp
Eine nicht näher genannte Quelle in Deutschland hat mir gesteckt, dass in der nächsten SpiegelTV-Sendung (wenn das alles noch so wie “früher” ist dann wird das Sonntag Abend auf RTL sein) ein Bericht über Deutsche die sich in Thailand selbständig gemacht haben gesendet werden wird. Das sollte man sich ruhig mal ankucken, denn die zeigen bestimmt farbige Bilder von Sonne und Palmen.
Ansonsten bin ich gespannt wie die Spiegel-Leute auch dieses Thema ver-ruda-isieren können. Ansatzpunkte (Korruption, feindliche Übernahmen und ähnliches) gibt es ja genug.
Chinesischer Schrein in Nathon
In Nathon verbirgt sich hinter der Siam City Bank (ja, man verwendet hier Banken, Hotels und Ressorts als Landmarken) ein kleiner sehr bunter schöner chinesischer Schrein, den ich am Sonntag dann endlich auch entdeckt habe (er kam mir öfters in Lonely Planets als Nebensatz unter die Augen, aber ihn zu finden ist dann doch komplizierter, zumal er auf den Karten nicht verzeichnet ist). Er hat es jedenfalls auf meine “Muss man auf Samui gesehen haben”-Liste geschafft.
Der Tempel ist wenn ich den gebrochenen Erläuterungen des im Schrein schlafenden Mannes Glauben schenken darf mit 144 Jahren der älteste auf der Insel. Die ersten Siedler (die auch blieben) kamen vor 150 Jahren von der chinesischen Insel Hainan.
Im Norden von Nathon befindet sich der Wat Sietavib , ein weiterer chinesisch buddhistischer Tempel.
Alle Bilder von chinesischen Schrein gibts wie immer im Flickr-Set .
Bau auf, bau auf, bau auf…
In diesem Fall bauen wir den Wat Phra Yai auf. Mal sehen wo sie die Steine einsetzen.
Palmen, Himmel und Wolken
Seht ihr, kein Hundeeintrag (wenngleich das Foto auch auf dem Sandplatz gemacht wurde, auf dem wir immer Gassi gehen wenn Pokki im Büro arbeiten muss).
Wahlkampf I
Der Wahlkampf hat begonnen und hier ist Thaksins Antwort auf seine Kritiker . Er macht sich heute übrigens auf in den Norden. In den Dörfern ist man Pro-Thaksin, die Taxi-Fahrer sind Pro-Thaksin (warum, muss ich noch rausfinden), Studenten sind Contra-Thaksin, Barbesitzer auch.
po(r)kki(bine)
Ein bisschen sieht Pokki neuerdings aus wie ein Mädchen. Naja, wenn man denen im Hairshop sagt, sie sollen nicht den Hintern rasieren packen sie ihm also einen Zopf drauf. Wenn sie nur blau genommen hätten…
PS: Dies war der letzte ausführlichere Eintrag zu Pokki — in diesem Blog.
Meine Verschwörungstheorie des Tages
Der Ami-Bush (Fahrrad fahrender Größgrundbesitzer, Warlord und Freizeitpräsident) reist genau zur gleichen Zeit hier in der Gegend rum (und verkauft Nukleartechnologie an Indien) wie der iranische Präsident Mahm??d Ahmad??-Ne????d, der die muslimischen Staaten Südostasiens besucht und “freudig begrüßt” wird (O-Ton News gestern abend).
zwinker nick
Hier der Titel
Heute morgen dachte sich das Schicksal “der Typ hat lange keinen Menschen mehr sterben gesehen” und lies zwei Frauen mit ihrem Moped verunglücken nur Sekunden nachdem sie mir und Pokki am Geisterhausfriedhof zugewunken haben. Wir waren gerade fertig mit dem morgendlichen Auslauf. Als wir um die nächste Kurve bogen (<txp:gho_permalink id=“218”>eben diese Kurve</txp:gho_permalink>) lag das Moped mit den beiden Frauen mitten auf der Straße und die Wächter des nahegelegenen Ressort kamen gelaufen. Eine der Frauen war relativ unversehrt und panisch, weil die andere Frau bewusstlos war. Die Wächter trugen sie von der Straße und wir rämten die Mopedreste zusammen.
Sie kam zu sich und wurde dann aufgesetzt, die andere Thai dahinter. Das mag ja sehr beruhigend für sie gewesen sein. Allerdings hatte sie eine Kopfwunde, aus der das Blut sprudelte. Ich dachte kurz an die vielen Horrorfilme die zu Hause rumliegen und bei denen ich derartig spritzendes Blut eher lächerlich finde. Scheinbar spritzt es aber doch. Ich habe dann versucht, den Leuten klarzumachen, dass hier eine stabile Seitenlage angebracht wäre. Nun ist es aber ziemlich kompliziert einer unter Schock stehenden Barthai, einem nicht ansprechbaren Opfer und jeder Menge nicht Farang sprechender Thaiwächter das Konzept der stabilen Seitenlage beizubringen wenn sie von selbst nicht draufkommen. Das Blut spritzte und ich nahm mir wieder einmal vor, einen bestimmten Wortschatz in Thai gedruckt immer bei mir zu führen.
Nach einer Weile brachte ich sie zumindest dazu, sie flach hinzulegen und die Beine zu heben. Ich meine wenn sie irgendwelche Wirbelsälenbrüche oder Verletzungen gehabt hätte, bei denen man sie nicht bewegen sollte wäre das jetzt eh schon zu spät gewesen.
Sie hatte die ganze Zeit die Augen offen. Nach und nach verloren sie ihren Glanz. Erstaunlicherweise spritzte das Blut nicht mehr so stark, nachdem sie lag. Kann das sein? Ich ließ die zweite Frau noch ein Tuch an die Kopfwunde pressen und wurde dann freundlich wegkomplimentiert.
Neulich fragte mich die Quelle, ob ich nicht in der Schule gelernt habe, dass man den Tisch nicht mit demselben Lappen abwischt mit dem man den Abwasch macht. Ich werde sie heute abend mal fragen, ob man in der Schule hier lernt, wie man erste Hilfe leistet. Ich finde irgendwie das sollte noch vor der Lappenwahl kommen.
Bei vielen Unfällen hier <txp:gho_permalink id=“387”>bleibt ein Schuh liegen</txp:gho_permalink>. Es liegen viele Schuhe auf den Straßen hier rum. Auch diesmal blieb einer liegen. Ein goldener mit Schnürchen. Ich kenne jemanden, der hat so ein Paar…
PS: Yepp. Die selbe Kurve. Nur auf der anderen Seite.
Morgendunst
Neues vom Wuschel
Heute war mein kleiner Hund im Hunde-Hospital. Dort hat der Doc ihn geduscht und geschrubbt und gleich mal gecheckt, was denn nun mit der Haut ist. <txp:gho_permalink id=“653”>Wie wir bereits angenommen haben</txp:gho_permalink> verträgt er kein Hühnchen. Naja, Shih-Tzus sollen wohl generell Hühnerfleisch mit Hautproblemen beantworten und Pokki ist dazu noch allergisch dagegen.
Gut zu wissen. Schade nur, dass so ziemlich alles was er gerne frisst mit Hühnchen versetzt ist.
Wuschelig ist er wieder und er riecht gut. Nicht so pink wie beim letzten Mal. Und ich habe endlich mal wieder ein Schwanzwedeln abbekommen. Nicht so freudig wie der Chef morgens (ich hab ihn ja auch im Krankenhaus alleine gelassen) aber man gibt sich ja mit wenig zufrieden.
Mein Arbeitsplatz.
Man beachte das WirelessLAN-Kabel. Ich finde ja, am Aufbau sollte man mal wieder rumoptimieren.
Mo(u)rning-light
Netzwerkspezialist bei der Arbeit (Thaistyle)
Neuwahlen
Thaksin l??st das Parlament auf
Neues aus der Kategorie “Ich hab das ja schon immer gesagt”: Wir werden dieses Jahr tatsächlich Neuwahlen haben. In weniger als 2 Monaten. Denn Thaksin Shinawatra hat gestern das Parlament aufgelöst.
Damit hat die kürzeste Regierungsparodie die ich kenne (die in Deutschland wird noch ein Stück laufen) vorerst ein Ende. Thaksin war ge- und beliebt. Vergangenes Jahr gewann er noch “erdrutschartig” die regulären Wahlen (Manipulation durch Geldflüsse konnten ihm nicht nachgewiesen werden). Der Erdrutsch blieb allerdings nicht stehen sondern rutschte weiter.
Das seit 2 Jahren bestehende “Problem im Süden”, der massive Verkauf von Anteilen seiner Familie an einem halbstaatlichen Kommunikationsunternehmen an einen Konzern in Singapore und das geradezu penetrante Ignorieren oder Verklagen jedes Kritikers haben ihm jetzt das politische Genick gebrochen. Wenn er weiterhin an der Spitze stehen wird (was ich bezweifele, aber man kann ja nie wissen, da ist ne Menge Geld im Spiel und Demokratie in Südostasien kann manchmal für einen Farang unverständliche Auswüchse nehmen) dann nur mit einer minderen Mehrheit.
Thaksin hat einmal gesagt, wenn der König ihm sage, dass er zurücktreten soll, dann wird er seinen Kopf in Demut beugen und zurücktreten. Die Auflösung des Parlaments ist wenig demütig, macht aber einen Neuanfang möglich. Im Dezember hat er schon einige seiner Anklagen gegen seine Kritiker zurückgezogen, nachdem der König in seiner Geburtstagsansprache sagte, dass man seinen Kritikern auch zuhören müsse und sie nicht nur als Feind sehen darf.
Seitdem ging es im Prinzip bergab. Seine Dauerfehde mit Sondhi (der Typ auf der Shampooflasche im Bild nebenan (das übrigens aus der öffentlichen Meinung stammt ;])), der jede Woche Massendemonstrationen in Bangkok hielt und in den vergangenen Wochen angefangen hat, seine Demonstrationen thailandweit zu veranstalten, beschäftigte zuletzt dann sogar die Mainstream-News bei StarWorld TV. Und das soll was heißen. Dort erfährt man normalerweise nur Neuigkeiten über tote Vögel in Deutschland, neue Erkenntnisse über Dianas Tod und nützliches Wissen über Pyjamaparties in Koreanischen Büros.
Wir dürfen gespannt sein.
PS:
SMS-Verkehr eben:
Ich: Thaksin dissolved the parliament!
Sie: Yes. I know. He is selffish. My brother don’t like him.
Soviel zum Thema eigene Meinung haben.
Richtigstellung
Ich liebe Macs. Ich hasse Netzwerkrouter die Macs erlauben Protokolle zu verwenden die andere Betriebssysteme und deren Karrikaturen vom weltweiten Netzwerken abhalten. Die Macs könnens ja nicht besser.
Total neue Neuigkeiten
Hat sich eben jemand beschwert, dass hier nichts Neues mehr drinnen steht. Nun, wir haben einen Krieg hier zu führen. Mit dem Netzwerk. Wenn nochmal jemand Netzwerk sagt, kille ihn ihn. Jedenfalls ist dem ganzen Kram schon der Entwicklungsserver zum Opfer gefallen, der jetzt erstmal mit einem netten fröhlichen Windows XP bespielt wird (wehe, du lachst). Dann stehen zwei neue schwarz blitzende Rechner in der Gegend rum, jungfräulich noch weil die Festplatten sich nicht mit der (da ist sie wieder) WindowsXP-Installation vertragen. Und dann noch die Sache mit dem “Ich habe immer recht” und “Das Mac-Notebook zerschiesst uns das Netzwerk”. Aber ich sage mal nichts.
In ungefähr 10 Tagen kommen übrigens “die ganz großen Chefs aus Berlin” auf die Insel (jede Firma die was auf sich hält hat Chefs, große Chefs, richtige Chefs und “die ganz großen” Chefs in Bangkok). Wir werden hier einige Vorkehrungen bezüglich der Einschleppung von Vogelgrippe treffen, sowas gibts bei uns bisher noch nicht ;] und dann muss auch noch entschieden werden wer das Kulturprogramm mit Thaitanz und Mönchen am ersten Arbeitstag organisiert. Ich jedenfalls nicht.
Wer jetzt denkt “oh, da hat der arme Programmierer Patrick nun ein gar unfaires Arbeitsbienen-Chef-Verhältnis von eins zu drei” — MEEEEEEP. Hahaha (oder 555 wie der chaterprobte Thai gerne zu schreiben pflegt): Ich hab das schon kommen gesehen und vorgesorgt. Ab übernächsten Montag werden hier vier blutjunge (20, das ist bei Thais blutjung) Studentinnen aus Khon Khaen als Praktikantinnen arbeiten. Sie werden hauptsächlich übersetzen (Deutsch, Englisch, Thai) wenngleich wir auch annehmen, dass wir mehr Zeit mit dem Erklären der zu übersetzenden Texte verbringen werden. Das gibt bestimmt viel Freude. Wir sind alle schon ganz heiß auf die viele Zusammenarbeit.
Damit ist die Peter-Pyramide wieder zurecht gerückt.
Nichts wirklich Neues also. Wenn man mal vier blutjunge Studentinnen (Thailänderinnen, Frauen) außen vor lässt. Und die Tatsache, dass ich heute ein neues Familienmitglied bestellt habe. Das aber nur am Rande.
(Grüße auch an Suchende. Manchmal stimmen die Suchbegriffe nicht mit dem Objekt der Suche überein. Hier öfters.)
Majestätsbeleidigung
The son of a top ranking Norwegian diplomat has been arrrested in Thailand for allegedly having insulted a princess of the country’s Royal Family. He may now face a long prison term.
Yepp. Das ist hier strafbar .
?? la coiffeur de canine II
Das sind ja gleich drei Dinge auf einmal , da muss ich natürlich ausführlicher antworten ;)
@F_A/Holgman: Hamburg. Ist doch klar. Ich glaube das versteht manch ein Inländer eher nicht ;) Bei uns gibts nur Fluten ohne Sturm oder Sturm ohne Fluten.
@Ray: Also. Der kleine Stinker hat mit einer Bierdose geduscht und den Geruch auch nach zweimaligem Duschen (im tierfreundlichen Abstand von einigen Tagen) nicht abgelegt. Außerdem hat er einen Eigengeruch der eine uns beiden bekannte Führungspersönlichkeit dazu brachte ihre Füße odeur-technisch zu checken. Auf das Parfümieren hatte ich keinen Einfluss, ich hatte auch nicht angenommen, dass er so pink wieder rauskommt.
Das mit dem Haare schneiden ist so eine Sache. Ich weiss nicht was und wo ich schneiden kann ohne im was Schlechtes zu tun, so dass das schon ganz gut war, mal einen Fachmann ranzulassen und zu sehen, was man ungestraft machen kann. (Ich weiss, Fachmann ist der falsche Begriff.) Bspw. wachsen ihm die Haare zwischen den Zehen und aus dem Ballen heraus, was ihm einen leicht fluffigen Laufstil und mehrere Rutsch- und Schmutzerlebnisse mit dem auf Fliessen stehenden heimischen Futternapf einbrachte.
Beim Tierarzt sind wir aller zwei Wochen und am Mittwoch das nächste Mal. Beim letzten Mal haben wir bereits seine Haut angesprochen und entschieden, ihm erstmal keine chemische Keule zu spritzen, weil er noch zu klein dazu ist und es erstmal mit Trockenfutter und einer Marke die nicht Cesars oder Pedigree heisst zu versuchen. Wenn (und da es nicht besser ist da) es nicht besser geworden ist, bekommt er morgen neben einer Spritze gegen was auch immer und bunten Pillen gegen Würmer auch noch eine Spritze gegen die Hautprobleme und wird mich vermutlich einen Abend lang hassen (bis ich dann das Futter bringe, das versöhnt immer).
Das mit dem Fell ist übrigens so eine Sache: Ich bringe zur Zeit am Tag eine Stunde am Abend damit zu ihn zu bürsten und zu kämmen. Das ist ein kleines bisschen aufregender als ein (sagen wir mal) “normaler” Hund, weil man diese bedauernswerte Rasse so haarig gezüchtet hat. Und Pokki mag es nicht, was diese eine Stunde schon ziemlich lang für ihn macht. Schon allein aus diesem Grund werde ich es unterlassen ihn zur Ausstellungspussie hochzurüsten und immer schön die Haare kurz halten.
Nichtsdestotrotz, dann und wann muss man zum Friseur. Zu diesem allerdings werde ich vermutlich nicht mehr gehen. Da reicht schon das Verschweigen von der blutigen Tatze.
Und falls ich ihn zu Hause shampooniere (was selten passiert aber manchmal notwendig ist um der Welt zu zeigen, dass seine dritte Farbe weiss und nicht grau ist) dann passiert das mit einem Shampoo für Hundebabies aus der Tierklinik. Keine Sorge.
Übrigens war das das erste Mal seit dem 2. Januar, dass ich Pokki alleine mit Fremden gelassen habe. Das fällt einem dann doch auch irgendwie schwer.
Orion
Beim Hundefriseur
Pokki ist übrigens nicht im Bild auch wenn der Shih-Tzu auf der linken Seite von weitem aussieht wie er. Kommt er näher, dann sieht man das fehlende weiße Auge.
?? la coiffeur de canine
Gestern wollte ich dem süsstesten Fellbündel seit der Erfindung von Furby mal etwas besonders Gutes gönnen und bin dabei an die und ich versuche das jetzt mal besonders freundlich auszudrücken Grenzen der Tierliebe gestossen. Eigentlich wollte ich ihn nur mal von jemanden duschen und entknoten lassen, der Ahnung davon hat.
Also fuhren wir nachmittags ins sonnige Bophut zum “Hair Dog”. Ich nehme an es ist ein Wortspiel in das ein Hair-Doc hineinspielen soll. Ich fragte ob man ihm nicht auch die Schnauze ein bisschen freischneiden könne, das Futter hängt eher im Fell als im Magen rum und erhielt mein erstes Nein. Das mache man nicht. Nagut. Was solls.
Wir (meine Quelle und ich) fuhren ein bisschen in der Gegend rum und kamen dann nach rund 90 Minuten zurück um ein duftendes Bündel und jede Menge guter Ratschläge zu erhalten. Die Ratschläge wurden an die Quelle gegeben, ich war ja nur der dumme Farang, also beschäftigte ich mich mit Pokki. Ich stellte fest, dass er eine blutige Tatze hatte. Das klingt schlimmer als es war, aber mir als “Hundehalter” kam das schon mal blöd vor, zumal es in den vielen Wortschwallen mit keinem einzigen erwähnt wurde. Auch war der Kleine verdächtig ruhig und entspannt. Er roch als ob er ein Parfümregal abgeräumt hätte, war aber erfreulich weichgespült.
Die Schneiderin meinte dann, wir dürfen ihm kein Halsband umlegen, sollen sein Futter wechseln (natürlich zu von ihr verkauftem), sollten die Tierklinik wechseln (natürlich zu einer mit Verwandten von ihr) und dass er ja der süsseste Shih-Tzu sei, den sie je gesehen habe. Außerdem müssen wir unbedingt zum Arzt denn er habe Hautprobleme. Als sie feststellte, dass ich die blutige Tatze bemerkt habe redete sie nur noch Thai mit der Quelle, ignorierte mich ganz und verschwand dann schnell, nicht ohne uns noch ein Photo einer ihrer Friseurmeisterleistungen (ein Shih-Tzu mit Bart bis auf den Boden und langen Haaren) zu zeigen und zu sagen, so müsse man Shih-Tzus pflegen und mit kurzen Haaren sehen sie gar nicht süss aus (sie hielt uns einen überaus süssen kurzhaarigen Shih-Tzu vor die Nase.
Zu Hause angekommen stellte ich dann fest, dass Pokki einerseit wirklich ziemlich üble Hautreaktionen hatte (das aber eher wegen des Weichspülers), andererseits aber auch an verschiedenen intimsten Stellen plötzlich kahl rasiert war. Was sollte das denn nun wieder? Wenn er jetzt ein Häufchen setzt dann rennt er hinterher rum, als ob die Hälfte noch im Fell klemmt und schüttelt sich und zieht den Hintern auf dem Sand nach und springt im Kreis bis ich ihn dann 5 Minuten hoch nehmen darf damit er merkt, dass alles ok ist.
Ich meine, man geht zum Friseur um sich nen Seitenscheitel legen zu lassen und kriegt ne Intimrasur verpasst. Das muss man alles erstmal mitgemacht haben. Ich werde mir sehr genau überlegen, ob ich ihm das nochmal antun werde.
(Aber schön sauber und weich ist er ja schon.)
Die verfluchte Woche II
Ich brauchte gestern übrigens nicht in den Tempel zu gehen, weil am Samstag nachmittags jede Menge Mönche aufkreuzten, mit Gongs um das Haus liefen und anschließend im Haus Totengebet hielten. Die Geister sind gebändigt und alle glücklich.
Das Auto hab ich inzwischen auch gesehen, es steht bei der Polizeiwache in Ban Maenam. Da kann nun wirklich niemand lebend rausgekommen sein. Wie meine Quelle so meinte: “It is much shorter now.” — und ich fahre wieder mit Helm.
Die verfluchte Woche
Die vergangene Woche war verflucht. Das war eigentlich allen klar, nur mir nicht. Alles begann mit dem unschönen Ableben meiner Nachbarn am Sonntag (was ich erst Dienstag abend wusste, da wars aber schon zu spät). Aber mal schön statistisch der Reihenfolge nach:
Sonntag
Es ist abends, dunkel und draussen ist erheblicher Rumor, den ich natürlich erst beim Gassi gehen mitbekomme. Es stehen drei Pickups auf der Straßge und mindestens 50 Menschen. Das Haus hinter meinen Nachbarn (ich lebe im dritten Haus in einer netten Reihe) ist hell erleuchtet. Der eilig als Kundschafter vorausgeschickte Hund berichtet von einem Einbruch und der nachfolgenden Erledigung der Bestrafung der Täter in Thaistyle durch herbeigeeiltes Dorfvolk (“broke into house is ok we do everythin already”). Ich halt mich raus (ich verstehe eh nicht, was die sagen) und verschliesse die Tür fortan besonders sorgfältig.
Montag
Abends fällt mir auf, dass ich seit zwei Tagen die Bewohner des ersten Hauses nicht gesehen habe. Nicht dass ich sie je gesehen hätte, der Mann fuhr jeden Tag mit seinem BMW weg und die Frau lief jeden Abend gegen 18 Uhr eine Stunde lang ums Haus. Das war immer sehr scary, so schlurfschlurfschlurf und (zurück)gegrüsst hat sie nie. Alt waren sie auch schon ziemlich (das kann man bei Thaifrauen nie so genau sagen, die meisten sehen mit 37 schon aus wie 50 und den Mann hab ich nie gesehen). Der Groundkeeper meiner kleinen Siedlung legte dann an diesem Abend Steine in die Auffahrt (die kleine Siedlung hat drei Einfahrten und ich nutze immer die neben dem ersten Haus in meiner Reihe) so dass ich mit meinem Moped ziemlich schwer durchkam. Ich kam aber durch, keine Sorge. In der Nacht dann maunzten zwei Katzen unter meinem Haus als ob sie rollig wären und brachten mich um meinen Schlaf.
Dienstag
Es regnete seit Sonntag und so kam es zur üblichen Flut die meiner Meinung nach schwerer weil tiefer als die bisherigen waren. Wir (Pokki und ich) steckten in einer mopedkorbtiefen Überflutung fest (Thais holen mein Moped aus dem Wasser, Dänen retten Pokki) und gelangten nach 3 Stunden nach Hause. Am Abend kommt meine Quelle und sagt mit geheimnisvoll dumpfer Stimme zu mir: “I have to tell you something, the people in the first house …” “… are dead.” sag ich die Stimmung erheiternd wollen und ernte ein “Why you know?” — Es stellte sich heraus, dass die Bewohner des Hauses am Sonntag einem recht üblen Autounfall erlagen (“much blood, much people”) und man am Sonntag versuchte ins Haus zu gelangen um Papiere für die Polizei zu verschaffen. Das war also der Aufruhr. Ich war dann noch so verwegen von den Katzen und der Einfahrt zu erzählen — das hätte ich mal sein lassen sollen. Jedenfalls bin ich verflucht. Man geht nicht so nah am Haus von kürzlich Verstorbenen vorbei, deshalb die Steine. Und die Katzen sind die unruhigen Geister der Verstorbenen die sich nun an mich gehängt haben. Ich hätte den weitest möglichen Bogen um das Haus machen sollen. Nun jedenfalls bin ich verflucht und sollte möglichst alles versuchen, um wieder rein zu werden: “You see? Rain and Water only because of you!” — Ich mach mich ein bisschen lustig (“I see dead people!”) und ernte verängstigte Tränen “You live alone. No Good!”
Mittwoch
Ich begebe mich an die Überschwemmungsstelle um mein verwaistes nicht funktionierendes Moped zu holen. Es funktioniert immer noch nicht. Ich lasse also Gilbert den Vermieter des Mopeds kommen der etwa einen Liter Wasser rausholt, am Benzin schnüffelt und mir noch mitteilt, dass man in Chaweng nicht tanken sollte (“I lost 3 Motobikes there, they mix the benzoline”). Nach einer Weile startet die Kiste wieder und ich fahre glücklich ins Büro. Die Sonne scheint und Pokki fährt im Mopedkorb mit, lässt sich die Sonne auf den Pelz scheinen und selbigen vom Fahrtwind zerzauseln. Dann springt er nach vorne raus (normalerweise springt er immer zu mir hin, da kann ich ihn noch abfangen) und ich überfahre ihn oder schleife ihn ein bisschen mit. So genau kann ich das nicht sagen, denn das lief alles sehr schnell ab. Da er aber schnell unter einen Holzstapel gekrochen ist und nach eingehender Untersuchung auch keine Brüche aufwies (unsere Tierklinik ist glücklicherweise nur 100 Meter von der Sprungstelle entfernt, das nenn ich mal Glück) nehme ich eher erleichtert zweiteres an. Eigentlich hat er ja eine Vorliebe für todesnahe Erlebnisse (vorzugsweise Ersticken und Überfahren) aber das war natürlich wieder ein aus meinem Fluch resultierendes Ereignis.
Donnerstag
Ich kann nicht schlafen wegen der Katzen aber ansonsten ist alles gut. Oder brauen sich die Wolken nur im Dunklen zusammen? Ich verbringe jedenfalls den halben Tag mit einem störrischen Netzwerk und dem WLAN-Router in den letzten Zuckungen. (Fügen Sie an dieser Stelle einen Satz ein der in intensiv negativer Stimmung darauf hinweist, dass ich seit über einem Jahr predige, dass der Router eines Tages wegen der ständigen Spannungsschwankungen und Stromausfälle den Geist aufgeben wird. Fügen Sie hier eine Anmerkung ein, dass es auch das nächste Mal so sein wird, dass erst für Abhilfe gesorgt wird, wenn es zu spät ist. Fügen Sie hier einen Spruch ein, dass es mir leid tut, dass ich leider nahezu immer Recht habe aber ich habe eben nun mal bei Dingen die ich absolut postuliere nahezu immer Recht, das liegt daran, dass ich Rechthaben studiert habe.)
Freitag
Neben den üblichen Ereignissen auf Arbeit (Notiz an mich: Wahrscheinlichkeit für Tag X = (ME-Faktor * dlastX) / K-Faktor — prüfen!!!) und einem platten Reifen passierte nicht viel. Lag es vielleicht daran, dass ich den hungrigen Katzen abends Futter rausgestellt habe, die weitest entfernte Ausfahrt meiner kleinen Siedlung nutze und plane am Sonntag im Tempel vorbeizugehen und die Seelen der Verstorbenen dort zurückzulassen?
Samstag
Wir werden sehen. Heute ist noch nichts passiert. Am ersten Haus hängt ein Schild “For Rent” ;]
Flughund
Die Sache mit dem Bus
Der Bus <txp:gho_permalink id=“645”>fährt übrigens in Thailand nach rechts</txp:gho_permalink>. Wir haben hier Linksverkehr und die Türen sind auf der Straßenrandseite. In Europa würde er dann nach links fahren. Ist doch klar, oder seht ihr hier irgendwo Türen am Bus?
Morgenstund
Heute bin ich mal “etwas früher” auf Arbeit gefahren, weil ich eine bestimmte Sonnenaufgangsthese überprüfen wollte.
Hat alles geklappt (berichte später) bis auf die Tatsache, dass mein Vorderreifen wieder keine Luft hat. Das ist das 5. Mal in drei Monaten. Ab wievielen Malen darf ich mich beschweren?
Der Chef
Das ist mein Chef. Er ist so ziemlich auf den Tag genau 51 Jahre alt heute, sieht aber keinen Tag älter als sagen wir mal 50 aus. Er ist Mac-User (das ist wie Windows nur bunt und bewegt und mit Lupe bei den Icons ;]) und spielt in seiner Freizeit die Gu-i-tar-re. Mit beiden Händen. Und er hat ein Blog (khunebi.blogfarm.de ) auf dem er seine subversiven Ansichten verbreitet. Das Blog ist auf meinem Server gehostet, weshalb er es unterlässt, mich in irgendeiner Art und Weise zu kritisieren oder zu gängeln. Ich sag immer: Beiss nicht die Hand die dich füttert.
Muahahahahahahaaaaahahahah</diabolisches lachen aus>
Lotus
Richtungweisend
In welche Richtung fährt der Bus? (Aus einem Intelligenztest für thailändische Erstklässler. Auflösung kommt morgen. Ich habs auch nicht herausgefunden.)
Regen
Ich bedauere ja Leute, die auf einsame kleine Inseln schwimmen um ein verlängertes Wochenende zu verleben das dann so verregnet ist wie das Vergangene.
Jedenfalls hat die Regensaison 2006 begonnen :]
Grund genug für den vorbereiteten Farang stumpf in der Gegend herumzustarren und sich fürs nächste Mal mit genügend trink- und lesbarem Geistesgut einzudecken. Der Vorrat von der letzten Lektion war gerade verbraucht (Notiz an mich selbst: Murphy schlägt immer in murphyschen Momenten zu!)
Gücklicherweise gabs genügend Batterien und eine gewisse spielfreudige Kamera. Ergebnis? Naja. Ich würde es mal experimentell nennen. Hier , hier , hier und hier . Und hier . Oder hier (“wobei das das Beste ist”).
PS: Falls nochmal jemand fragt, warum die meisten Häuser hier auf “Stelzen” stehen: Damit man in der Regenzeit den Hund zum Gassi gehen unters Haus fallen lassen kann.
Podcasting ist f??r Pussies
Der beste Ex-Systemanalytiker von nebenan hat nach jahrelanger Entwicklungsarbeit (er wurde im vergangenen Jahr etwas aufgehalten) podcast.de regelauncht und kündigt zweiwöchentliche Updates an . Jaja. Podcasting ist (für die bejahrteren Leser meiner kleinen unbedeutenden Publikation) Bloggen für Leute die eine Rechtschreibschwäche haben.
Und nun zurück zum Tagesgeschäft.
B??roschlaf
Makha Bucha Day
Am Montag ist ein buddhistischer Feiertag, der Makha Bucha Day. Vermutlich versuche ich in verschiedenen Wats ein paar Bilder zu schie?en und den Mönchen zu zu hören.
Wat Laem Suan Naram
Der mit Abstand schönste Tempel auf der Insel (ganz in der Nähe vom Touristentempel). Das ganze Photoset vom Wat Laem Suan Naram in Baan Plai Laem ist das farbenfrohste bisher.
J??ger und Sammler
Im Wat Chaeng
Pokki
Der kleine Pokki heisst Pokki (Poh (low tone) Kieh (falling tone)). Das ist erstmal ein ziemlich niedlicher Name. Er hat aber auch eine Bedeutung und da diese häufiger erfragt wurde gibts hier nun die Geschichte von der Namensgebung.
Stellen wir uns einen Farang (leicht übergewichtig), eine Thaifrau und eine Handvoll Hund auf dem Boden meines Hauses vor.
Ich: zu Pokki, der damals noch nicht Pokki hieß Butzibutzi!
Sie: You have to give him name!
Ich: Ah! I thought so. Ich mag dümmliches Englisch
Sie: What name you give him?
Ich: I don’t know. Hitler?
Sie: Häh?
Ich: zu Pokki, der damals noch nicht Pokki hieß Hitt — Lärr!
Pokki: keine Reaktion
Ich: Hmm. No. No good name. He don’t like it.
Sie: What name you give him?
Ich: Ehm. I wanted to name my dog all the time “dog”. Insider, wer erkennts?
Sie: Häh?
Ich: zu Pokki, der damals noch nicht Pokki hieß Dock!
Pokki: keine Reaktion
Ich: Hmm. No. No good name. He don’t like it too.
Sie: You have to give him name! Do you like to name him brabbelbrabbel murmelt was unverständliches
Ich: Häh?
Sie: Froggy!
Ich: Häh? Froggy? Like frog?
Sie: Ähm. Or how about Pokki?
Ich: Pokki is better than froggy. He has to live with this name his whole live!
Sie: Yes. What name you give him?
Ich: seufz, zu Pokki Frog — gieh!
Pokki: keine Reaktion
Ich zu Pokki Poh — Kieh!
Pokki: kommt zu mir, schnüffelt an meiner Hand, maunzt
Damit war sein namentliches Schicksal besiegelt. Pokki also.
Pokki ist übrigens eine süße Leckerei am Spieß. Wenn ich mal eine sehe, mach ich ein Photo und wir vergleichen Pokki und Pokki. Angeblich gibt es da Gemeinsamkeiten.
250 Schulen im Süden geschlossen
Im Süden Thailands bleiben 250 Schulen für mindestens eine Woche geschlossen nachdem zuletzt täglich Anschläge und Schießereien die Sicherheit öffentlicher Einrichtungen arg in Frage stellen.
Projekt "Samuis Tempel“
Ich habe ja (weiss nicht ob schon mal hier verlautet) das unsinnige Sammlerprojekt “Samuis Tempel” ins Leben gerufen (schon vor langer Zeit). Auf Samui gibt es laut kostenlos verteilten Karten 28 Tempel, es ist schonmal einer mehr (den ich beim letzten monatlichen “ich habe mich verfahren und fahre solange geradeaus bis ich Meer sehe”-Event gefunden habe. Tempel gibt es also genug. Und ich werde jeden Tempel besuchen und photographieren. Am Wochenende bspw. habe ich die Tempel rund um Nathon “abgehakt”. Neben den eher ärmlichen Tempeln Khon Kharam und Sietavib kann man dort den Tempel Chaeng besuchen. Südlich von Nathon findet man dann mit dem Wat Hin Lad einen der derzeit zwei Tempel auf Koh Samui, die man meiner Meinung nach gesehen haben sollte (darunter ist kein Big Buddha).
Vier weitere Tempel habe ich schon als Photosets eingerichtet, aber mir fehlen noch die Worte und Titel. Mal sehen.
Benzinpreise sinken
Hmmm . Gleich mal einen Mopedausflug fürs Wochenende planen.
Heimat
Heimat ist f??r mich an keinen spezifischen Ort gebunden, es ist ein Gef??hl. Ich f??hle mich dort zu Hause, wo ich gl??cklich bin. Und gl??cklich machen mich bestimmte Menschen. Heute geht es doch nicht mehr darum, wo man sich physisch zu Hause f??hlt, sondern wie man es schafft, sein Leben zu synchronisieren mit den Menschen, die einem wichtig sind.
Salman Rushdi in der Zeit und ich habe dem nichts hinzuzufügen.
Subtilit??t
Thanglish a la carte
2-Monats-Theorie widerlegt (drei ausrufezeichen)
Mit dem Ablauf des heutigen Tages werde ich eine gewisse 2-Monats-Theorie widerlegt haben die ich vergangenen Sommer aufgestellt habe. Hab mich ein bisschen schwergetan mit dem finalen Beweis, aber es sollte ja möglichst sauber und gültig sein. Und mir missfällt gar nicht mal, dass eine meiner sonst immer stimmigen Theorien falsch ist ;]
Wird Zeit eine neue Theorie (diesmal eine wahre) aufzustellen.
Es geht los!
Ich will schon seit rund drei Monaten einen ausführlicheren Eintrag über Sondhi und Thaksin schreiben (wer regelmäßig Nachrichten über Thailand liest, weiss, wovon ich spreche) verschiebe das aber (leider) immer wieder. Jetzt allerdings sieht es so aus als ob der große Knall in nicht mehr in so großer Ferne schon mal zu brummen begonnen hat.
Thai police block access to website promoting king’s biography
Police in Thailand have blocked access to a publishing website promoting an unflattering new biography of the Kingdom’s revered monarch, King Bhumipol.
Our South East Asia correspondent, Peter Lloyd, says in a country where criticism of the royal family is a crime, the authorities claim the website violates national security.
Until now, Thais could visit the webpage of US-based Yale University Press to read about the book everyone is talking about.
Interessanterweise kann man aus Thailand bei Google Thailand die Seite zum Buch noch finden, wird aber beim Aufruf der Seite zu Cyberinspektor (hihi, alles klar ) weitergeleitet. Zensur von hinten. Daran sollten die Googler von China sich mal ein Beispiel nehmen.
Cyberclean (sieht aus wie ein Nuke-System) ist der Filterdienst von Thaksin Shinawatra, der uns in Thailand lebende Online-User von Schmuddelkram und kritischen Seiten fernhalten soll.
Orchideen-Garten in Donsak
Eigentlich ist der Orchid Garden nicht in Donsak aber wo ist er dann wenn er irgendwo im Nirgendwo versteckt ist? Wenn man aus Donsak heraus nach Surrat Thani fährt (50km gerade aus, geil) findet man auf der rechten Seite ein relativ unscheinbares Schild, folgt einer Strasse und ist da. Ruhe. Keine Touristen. Thai-Food. Blumenkram. Ganz nett. Und wer jede Menge Bilder von Blumen sehen will, sollte sich die ganze Photoserie vom Orchideengarten ansehen.
PS: Tipp an meine Mama. Ankucken.
H??nde
On the beach
Auch Geisterh??user haben einen Geburtsort
Vorbereitet
Ein kleines Mädchen wurde am Sonntag abend während meines Friseurbesuchs für eine Tanzaufführung an ihrer Schule (fürs chinesische Neujahr) zurecht gemacht. Mit jeder Menge Schminke wurde aus einem äusserst lebhaftem Mädchen (sowas hätte man in unserer Jugend Zecke genannt) ein recht prunkvolles Wesen (das erstaunlicherweise sehr ruhig und ernsthaft war).
Das dritte Mal dieses Jahr.
Am Ende seiner Zeit
König Bhumipol (ich habe neulich gesagt bekommen, dass das pol am Ende im Thailändischen eher phon ausgesprochen wird, man aber den Farangs nicht die Freude daran nehmen will, einen Königsnamen aussprechen zu können) ist mit seinen (ja, seien wir mal ehrlich) 78 Jahren nicht nur der weltweit am längsten regierende König (dieses Jahr werden es 60 Jahre*), er ist auch etwas alt. Die durchschnittliche Lebensdauer in Thailand liegt derzeit bei 76 Jahren. So verwundert es niemanden, wenn die (ausländische) Presse über seinen Gesundheitszustand zu spekulieren beginnt und schon mal für “die Zeit danach” die Lage sondiert.
Die inländische Presse hält sich bedeckt, weil der König nun mal heilig ist und man nicht schlecht über ihn spricht. Nichtdestotrotz habe ich ihn zu Beginn des letzten Jahres noch im allabendlichen Report zu den Tätigkeiten der Königsfamilie durch Ausstellungen, Wats und Schulen laufen gesehen. Inzwischen sind diese Auftritte nur noch sehr vereinzelt und er sitzt nur noch.
Sein Sohn, Kronprinz Maha Vajiralongkorn (53) wird erstens nicht so lange regieren und es zweitens sehr schwer haben, das Werk seines Vaters (dazu später mehr) fortzuführen. Er ist unter den mir bekannten Thais auch nicht unbedingt hoch angesehen (was unter anderem daran liegen könnte, dass er bereits 2 Ex-Frauen hat und als Mann mit heißem Herzen verschrien ist (hot-tempered, aufbrausend). Maha Chakri Sirindhorn, seine Schwester wäre vielen lieber.
Wir werden es sehen.
*Diese Aussage ist sicherlich kritikfähig, ich muss mal herausbekommen ob er wirklich so lange regiert hat oder nur so lange inthronisiert ist. Die ersten Jahre seiner Regentschaft hat er in Lausanne (Schweiz) verbracht.
Happy New Year!
2006 ist das Jahr des Hundes (???) und wohlvorbereitet gehen wir hinein. Dieses Jahr spielt ein wenig Feuer mit . Feuerhund (??????) also. Na denn.
Klar!
Ein Logo muss her.
1200g
Schon mal in 10 Tagen 26% Gewichtszunahme erlebt? Nein? Ich schon. Ich kenne ein kleines Fellbündel, das hat das geschafft.
Regen
Es regnet. Mal wieder. Das Unangenehme am Leben als Hundehalter ist, dass man zu jeder Zeit bereit sein muss mit dem befellten Lebensgefährten eine geeignete Outdoor-Lokalität auf zu suchen. Gegen zwölf (der täglichen Wiese-geh-Zeit) dachte ich mir, er schläft und es regnet, also warten wir einfach ein bisschen, vielleicht besserts sich ja noch (Ja, ich denke mit sinnlosen Includes wie “ja” in normales Sätzen).
Das war nicht ganz so klug wie gedacht, denn zehn Minuten später spührte ich eine Bewegung unterm Tisch und das Fellbündel aktivierte sich. Pokki lief einen Meter unter dem Tisch heraus und stellte sich gedankenverloren vierbeinig hin und setzte den “Es läuft aber ich bin ja nur ein kleiner Babyhund”-Blick auf.
Wer jetzt denkt, dass ich zu lasse den Teppichboden unserer aufstrebenden Unternehmung benetzen zu lassen hat sich aber geschnitten. Zu irgendwas müssen doch die ganzen Prozess-Planungs-Vorlesungen “damals” gut gewesen sein. Ich hatte derartiges bereits vermutet und verfolgte ihn mit einem super-saugfähigen Küchentuchpaket das ich ihm beim gedankenversunkenen Stehen emsig unterschob.
So doof hat noch nie ein Hund gekuckt. Aber viel dagegen tun konnte er nicht, denn wenns läuft dann läufts und er ist ein unbewegliches Ziel bis es nicht mehr läuft. Mein Wachhund ist beim Pinkeln ein ungeschütztes Ziel.
Jedenfalls die Moral von der Geschichte: Um zwölf gehts in Zukunft raus egal ob er schläft oder nicht und gepinkelt wird im Freien oder in peinlichen Situationen. Da auch ein thailändischer Kleinsthund ein Gesicht zu verlieren hat wird ihm das eine Lektion sein.
Draussen waren wir trotzdem. Denn unmittelbar nach dem “Es läuft aber ich bin ja nur ein kleiner Babyhund”-Blick kam der “Mal kucken wo ich hier eliminieren kann”-Blick. Nun hat er ein nasses Fell (ich auch) und Lust zu spielen (ich nicht). (Hehe… wenn er wüsste, dass wir heute Abend einen Termin beim Tierarzt zum Setzen <txp:gho_permalink id=“609”>neuerlicher Spritzen</txp:gho_permalink> haben würde er nicht so fröhlich sein.)
Eliminieren? Jaja. Das ist ein Fachbegriff den nur wir Hunde und -halter für den Vorgang des Eliminierens (bei Hunden) erfinden konnten. Normale Menschen sagen “Häufchen setzen” oder “Poo Poo” oder ähnlich Banales. Wir Hunde und -halter aber wissen, dass nur “Eliminieren” einzig wahre Phrase für das Beschreiben des Vorganges ist.
Mir schwebt da ein Projekt namens “Eliminat” vor. Mal sehen.
Und schnell noch ein bisschen Gebrauchs-Poesie:
Auf der Wiese umgeben von Palmen
setzte ich mein Eliminat
das Moped startete, fing an zu qualmen
zurück gings allsbald zum Kombinat.
(Kombinat ist übrigens das Fachwort von Hunden und -haltern für “Büro”.)
New pollution-free tourist destination discovered in southern Thailand
Super ! Klasse! Vermutlich hat einer der Leute im Provinz-Thing von Surrat Thani Google-Map entdeckt und beim reinzoomen diese kleine Insel gefunden. Sie liegt 3km südlich von Ko Samui und hat tatsächlich noch keine Beachstreet. Das wird nun nachgeholt. Ein paar Hotelketten müssen auch noch her. Strand gibts ja genug.
Lokale Residenten kennen die Insel allerdings schon länger als Ko Tan.
(Sie lasen einen Ausschnitt aus unserer Lektion “Wenn Sie eine Insel zugemüllt haben suchen Sie sich eine andere Insel und fangen Sie von vorne an” unseres Kurses “Tourism the Thai-Way”)
Thai Food ;]
You guys work with apple?
Eben kommt ein Typ rein mit “Hey, Börnd said you guys work with Apple. I have a problem, can you…” — Ich hab ihn erstmal freundlich unterbrochen und mitgeteilt dass hier keine guys mit Apple arbeiten, höchstens der Chef und der ist nicht da und ich weiß auch überhaupt nicht ob er kommt. Soweit kommt das noch, dass ich hier irgendwelchen Mac-Fritzen den Rechner ans Netzwerk anschließe. Im Delegieren sind die Farangs gut. Ein Thai würde wenigstens mitkommen und freundlich nachfragen ob wir eventuell helfen könnten.
Ich trau mich gar nicht zu erzählen, dass ich Hundehalter bin. Demnächst schicken die noch alle Leute mit Wurm- und Nagelproblemen hoch.
Nicht dass man mich falsch versteht, ich helfe ja gerne, aber das wird hier zum Standard, dass man Apple-Schnösel zu “uns” schickt. Früher gabs hier einen System-Analytiker der die Arbeit dann auch noch übernommen hat. Jetzt nicht mehr. Jeder macht hier seine Arbeit. Und Macs reparieren gehört nicht zu meiner.
Das musste mal gesagt werden.
You sick bastard!
So. Da hab ich mir eine grippeähnliche Krankheit eingefangen. Alles fing mit Müdigkeit an (die ich auf den Hund schob) und endete mit Fieber. Nach einem “normalen” Krankentag bin ich dann zum örtlichen Heiler der feststellte, dass ich kein Malaria habe und mir jede Menge lustiger Pillen verschrieb. Kleine weisse und große pinke (nicht dreieckig) und längliche grüne und so seltsame blaue Kapseln. Ich glaube die Thais können selbst das Kranksein nicht ohne Farben geniessen. Dann schlief ich drei Tage, langweilte mich in den wachen Stunden (im Fernsehen wird alles dreimal täglich wiederholt) und erzog mittendrin den Hund zu einem stubenreinen kleinen freundlichen Wesen. So ganz gesund bin ich wohl noch nicht, aber das Fieber ist weg. Und da meine Arbeitsmoral überdurchschnittlich ist (ein Umstand den es unbedingt bei den nächsten Gehaltsverhandlungen anzubringen gilt) und zu Hause alles geputzt, aufgeräumt, sortiert, angesehen und ausgelesen ist sitze ich nun im Büro und mache das, was ich am besten kann. Emails schreiben und Leute verrückt machen (manch einer nennt es arbeiten).
PS: Bei 32 Grad im Schatten und mit Fieber träumt es sich besonders farbig.
PPS: Das letzte Mal war ich im November 2004 krank. Und davor ein paar Jahre nicht. Je nach Krankheitsdefinition.
PPPS: Es kommen ja häufiger mal Fragen zu meiner Krankenversicherung hier in Thailand auf. Ich habe keine. Eigentlich habe ich eine. Aber so richtig habe ich keine. Es gibt eine staatliche Krankenversicherung die jeder Angestellte (“das bin ich”) einer in Thailand ansässigen Firma genießen darf. Da bekommt man eine Karte und kann dann ins Krankenhaus gehen und sich behandeln lassen wenn man an ordinären Krankheiten wie Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Vogelgrippe leidet. Hat man sich was gebrochen dürfte die Versicherung auch noch greifen. Brust-OP und Fettabsaugen dann schon nicht mehr. Und Fahren ohne Helm mit Verkehrsteilnehmerkontakt auch nicht. Die Sache ist nur die: Die Versicherungs-Karte zu bekommen ist wie ein Dreier im Lotto. Das gibts nur einmal aller fünf Jahre. Ich bin gespannt, ob dieses Jahr mein Glücksjahr ist. Nichtsdestotrotz hat mich mein Medizinmannbesuch vergangene Woche 130 Baht gekostet (inkl. Medizin) was weniger als 3 Euro sind. Praxisgebühr. Quasi. Solange also nichts wirklich Schlimmes auf dem Krankheitsplan steht mache ich mir also erstmal keine Sorgen. Und das nächste Mal erzähle ich euch was über meine Steuerkarte hier in Thailand. Ich habe keine…
The new one
The old one
The famous Samui-Blowjob-Dolls
Pokki beim Tierarzt
(Sorry, das wird wohl wirklich ein Hundeblog bis ich sein eigenes aufgesetzt habe)
Der kleine Pokki wiegt 950 Gramm und ist 8 Wochen alt (womit ich mit meiner 6 Wochenvermutung bei seiner Ankunft hier recht hatte). Ansonsten ist er kerngesund, hat eine Spritze bekommen, eine Pille und soll in 10 Tagen für die nächsten Spritzen wieder kommen. Auf dem Photo wurde er noch nicht gestochen, er war hinterher etwas, ehm, unleidlich.
F??rs Protokoll
Pokki ist 21 cm lang (von der Schulter ohne Kopf bis zum Schwanzansatz, der Schwanz selber liegt über dem Rücken) und 13 cm hoch. Wieviel er wiegt können wir nicht ermitteln, weil der Kleine auf einer Personenwaage bei 7Eleven 150 Gramm brachte (das war nach 125g Hundefutter). Kann also nicht sein. Eventuell werden wir das am Wochenende erfahren, denn ich will mal zum Tierarzt mit ihm, bisschen Geld ausgeben und mir sagen lassen, ob das normal ist dass er so feuchte Augen hat und ob er gesund ist und all der Kram. Und ob Ameisensäure sehr schädlich für ihn ist, denn er hat eine Vorliebe für Riesenameisen entwickelt.
Auf der Mauer
Mal angenommen ich hätte meine Kamera nicht im Büro vergessen, dann hätte ich heute morgen am Geisterhausfriedhof ein paar Fotos schiessen können von Pokki und einem etwa 10cm grossen Kätzchen, das da so auf der Mauer (auf der Lauer) in der Sonne saß und seine Mutter vermisste (die höchst schnöd 30 Meter weiter sich um ein anderes Katzenbaby kümmerte das keine Probleme hatte todesmutig eine 60cm hohe Mauer herunterzuspringen).
Das Kätzchen war ziemlich niedlich aber total versifft. Als Pokki dann mal prüfend schnüffelnd sich heranschlich fauchte sie wie eine gröszlig;e Katze und machte einen Buckel. Pokki ließ vor Schreck ein Häufchen fallen und wird vermutlich so schnell nicht wieder eine Katze ankucken. Die Mutter derweil interessierte sich nicht allzusehr für das struppige Etwas auf der Mauer.
Allerdings hatte ich wie gesagt meine Kamera im Büro vergessen weshalb es keine Dokumentation dazu gibt.
Morgenspaziergang
[][1]
Morgens gehen wir (Pokki und ich) immer zum Friedhof der Geisterhäuser spazieren. Er liegt auf dem Weg ins Büro und Pokki mag es, wenn er vor der harten Arbeit als zwischen meinen Füßen schlafendes Firmenmaskottchen noch ein wenig Auslauf bekommt und ein paar Frauen “abgreifen” kann.
Seit gestern trägt er auch ein Halsband, das aber noch viel zu überdimensioniert für ihn ist. Da muss ich noch ein bisschen dran rumschnippseln. Ein neues Loch musste ich bereits stechen. Ich lass ihn natürlich nicht an der Leine rumlaufen — ums Glöckchen gehts. Hört man es, macht er gerade nichts Schlimmes und trottet nur durch die Gegend. Jetzt hat der Spruch “verdächtig still” endlich seine Daseinsberechtigung.
PS: Im Hintergrund mein Moped. Das ist eine eigene Geschichte™. Denn es ist (huch?) nicht mehr rot (häh?).
PPS: Es könnte sein, dass das Moped einem meiner Leser bekannt vorkommen könnte. Dem ist so.
[1]: http://www.flickr.com/photos/schreibblogade/85036979/ “Morningwalk at the “Graveyard of the Ghosthouses””
Innerbetriebliche Kommunikation
Es ist ganz praktisch wenn man des Schreibens mächtig ist. Dann kann man die wirklich wichtigen Dinge des Lebens auch in einem 2-Mann-Unternehmen (Chef + Ich) auf Papier hinterlassen.
PS: Dies war ein Eintrag aus der Kategorie “Mein Chef und Ich”. Freuen Sie sich auf mein im Herbst erscheinendes Buch “Mein Chef und Ich auf der Insel” mit Anekdoten aus dem täglichen Leben eines Programmierers mit eigenem Chef.
Die Mörder
Vorgestern Nacht hat man die Mörder der englischen Studentin gefasst. Wenn ich mir den Bericht in The Nation online dazu durchlese mache ich mir schon Gedanken darüber, wie niedrig die Hemmschwelle sein kann mit ein bisschen Porno und ein bisschen Sangsom (beides preiswert überall erhältlich).
Thaksin derweil verlangt die Todesstrafe . Nicht weil sie gemordet haben sondern weil sie dem Ansehen Thailands geschadet haben.
Als wir (ich und Pokki) gestern nachmittag am Buddy’s vorbei kamen fand vermutlich gerade das ““Reenactement”:http://202.60.196.117/breaking/read.php?lang=en&newsid=105152” statt. Die Stra?e war gesäumt von Menschen und Polizisten und man kam schwer durch. Wut war weniger zu spüren — eher die typische thailändische Schaulust.
Ansonsten war das ein ganz normaler Mord. Er fand halt nur auf Koh Samui statt und ein Farang war das Opfer. Macht sich schlecht in Hochglanzmagazinen. Die durchschnittliche Mordrate auf Samui liegt bei 2 Menschen im Monat (sagt das Community-Magazin).
??berholen ohne einzuholen
Eigentlich wollte ich morgen mal eben meine unbedeutende kleine Onlinepublikation relaunchen. Ein bisschen andere Farbe. Ein bisschen mehr Kram zum draufklicken. Ein bisschen mehr Struktur. Dann aber entwickelte sich in den vergangenen zwei Tagen eine nicht unerhebliche Antipathie gegen die neue Version (ich glaube ich entwickle verspätete Schwangerschaftssyndrome). Da bin ich doch sehr froh, dass es vor dem Umschalten kam. So kann ich jetzt sagen, dass es nur eine Designstudie ist und ich sie nie wirklich einsetzen wollte.
Wie auch immer: wer mal kucken will: http://die.neue.schreibbloga.de/ (User: wilma/Passwort: guckn — damit niemand aus irgendwelchen Suchmaschinen kommend meint es mit etwas Reellem zu tun haben zu tun zu wollen) (Nun nicht mehr. Da wird schon wieder neu gebaut.)
Und warum wollte ich gerade morgen relaunchen?
Nun. Vielleicht, weil ich morgen vor einem Jahr meinen Fuss auf diese Insel setzte und es ein guter Zeitpunkt wäre irgendwie so zu tun als ob das zweite Jahr beginnt. (Die meisten meiner Leser stehen eben nun mal auf jährliche Andachtspunkte.) Ich hätte dann schreiben können, wie viel ich (kennen)gelernt habe in den vergangenen 12 Monaten, wie viel ich gesehen habe. Ich hätte ein paar Höhepunkte herauspicken können, ein paar Tiefpunkte, ein paar Einträge über Regen und andere Wetterphänomene. Dann hätte ich noch etwas in der Art schreiben können: “Hey, glaubt nicht, dass das alles war. Ich habe nicht ein Hundertstel dessen erzählt von dem was man hier erzählen könnte! Es geht weiter! Es gibt mehr! Mehr Hunde! Mehr Strand! Mehr Palmen! Mehr Buddha! Mehr Thais! Mehr Sex!” oder sowas in der Art.
Mach ich aber nicht. Wenn es keinen Relaunch gibt, dann gibts auch keine glorophilen hypereuphorischen Einträge.
Stattdessen gehen wir nett zu dritt im Sonnenuntergang essen. Ich werde wohl einen Fisch töten lassen und mit Kruste zubereiten lassen. Pokki wird vielleicht (wenn er zum richtigen Zeitpunkt wach ist) Reis mit Hühnchen essen und Fu vermutlich irgendetwas mit einem unausprechlichen Namen bei dem irgendwelches Fleisch in Zucker gebraten wird und mit jeder Menge Grünkram und Knoblauch (der ist hier rot, wird also extra erwähnt) serviert wird.
So wichtig sind Jahrestage nicht.
PS: Wer Fu ist? Nun. Wie gesagt. Es gibt viel zu erzählen.
Arbeitsschlaf
Mord und Totschlag
Na endlich. Ein Mord. Hier auf Samui. Das Jahr begann schon langweilig zu werden:
Killing of another British backpacker attracts widespread international coverage. Pressure is mounting on Thai police to solve the murder of Welsh university student Katherine Horton on the resort island of Koh Samui amid intense international media coverage of the incident.
The body of Horton, 21, was found drifting in the sea on Monday a few kilometres from the beach where she had spent her New Year holiday. Samui police said she had been hit several times on the head and body with a blunt object before being thrown into the sea to drown.
Horton???s death has highlighted once again the safety of foreign tourists in Thailand after the high-profile murder of British backpacker Kirsty Jones in Chiang Mai in August 2000 and the fatal shootings of British holiday-makers Vanessa Arscott, 23, and her boyfriend Adam Lloyd, 25, in Kanchanaburi province in August 2004. The National
Ich habe nur ganz kurz gestutzt, als man meinte schreiben zu müssen, dass das nach 2000 und 2004 schon der dritte Mord (thailandweit) sei, der Aufsehen erregt. Ich wäre um die Sicherheit ausländischer Touristen eher aufgrund der Verkehrslage, HIV- und anderer Viren und seltsamer Currygerichte besorgt, da sterben im Jahr weit mehr als drei Menschen. Allerdings nicht ganz so aufsehenerregend.
Die Geschichte begann am Montag mit der Vermeldung einer Leiche, die dann nach einigen Stunden von einem stumpfen Gegenstand getroffen wurde. Nach weiteren Stunden wurde bekannt, dass sie noch am Neujahrstag mit ihrer Mutter telefoniert hat. Am Dienstag durften dann ehemalige Schulkollegen ran und berichten wie lebensfroh sie immer war. Gestern wurde ein Mord draus weil der stumpfe Gegenstand mehr als einmal traf und sie eine Weile im Wasser trieb. Gegen Abend gestern dann wurde berichtet, dass ihre Mutter einen Schrei am Telefon hörte. Seit heute wird wegen Vergewaltigung ermittelt.
Ist also ne Menge los auf Samui.
Interessant ist, dass die Leiche ehemals im New Hut gewohnt hat, meiner dritten Wohnfläche hier auf der Insel. Ich bin da nur zwei Wochen geblieben weil man da wenn man keine laute Musik hörte den Pärchen (professionellen wie auch Amateuren) beim Kopulieren zuhören durfte.
Gestern jedenfalls stand ein Reporterteam wichtig an der Stra?e am New Hut und filmte den Verkehr. Ich setzte Gesicht Nummer 15 (“concerned”) auf, Pokki quietschte und wir fuhren vorbei.
PS: Sollte ich jemals eines Mordes sterben (gut, das ist sicherlich nicht die schönste Art zu verscheiden aber an manchen Orten nicht unbedingt zu vermeiden) bitte ich von Phrasen wie “Wir werden seine Lebensfreude vermissen”, “Diese Thailandsache bedeutete ihm immer sehr viel” und “Seine Noten in der Schule waren immer sehr gut. Schade dass er jetzt tot ist” abzusehen. Danke.
Kindchenschema
Pokki hat eine Vorliebe…
Darf ich vorstellen: Pokki
[intro] Was wäre die schreiBBloga.de im Jahr des Hundes (ab 29. Januar) ohne einen Hund? Richtig. Ein Hahn.[/intro]
Darf ich vorstellen: Pokki!
Pokki ist der kleinere der beiden Hunde auf dem Bild und ein Shih-Tzu . Der größe Plüschhund ist Stulle und wir mussten ihn uns zulegen weil Pokki nach einer Minute in meinem Haus anfing, alles anzuknabbern was knabberswert erschien. Und das war eine Menge. Nun knabbert er bevorzugt an Stulle herum.
Pokki ist angeblich 10 Wochen alt. Ich schätze ihn aber eher auf 4 bis 6 Wochen. Er ist erstaunlich stubenrein. Das äußert sich darin, dass er nachts um drei anfängt Krach zu machen bis ich mit ihm rausgehe und ein paar runden schlafwandle.
Ansonsten verbringt Pokki die wenige Zeit zwischen dem Schlafen mit der Erkundung seiner Welt und der unnachgiebigen Forderung nach Aufmerksamkeit.
Pokki hat es in den zwei Tagen die er schon mit mir verweilt unter anderem geschafft Thaifrauen die auf dem Moped vorbeifuhren zurückkommen zu lassen und Gespräche anzufangen und einen weit über die 50 gehenden alten Mann (nicht der Chef, der ist zwar auch weit über die 50 aber nicht alt) flach auf dem Boden liegen zu lassen und “guddiguddi” zu sagen.
Ich bilde mir ein, dass er eine Bereicherung für mein Leben ist. Ob das stimmt wird sich zeigen. Geschlafen hab ich die vergangenen 48 Stunden nur 6 Stunden. Aus Sorge. Das ist wie mit einem Baby. Macht es ein komisches Geräusch muss man kucken, was los ist. Pokki besteht aus komischen Geräuschen.
[outro]Buddha besaß auch einen Shih-Tzu. Das nur am Rande.[/outro]
Meine Socken
Das Ende ist nahe!
Nu isses also vorbei. Das alte Jahr. Das neue wird kommen (führt kein Weg dran vorbei und schon Nostradamus, die Zeugen Jehovas und alle Jahr 2000ler haben es nicht geschafft, daran was zu ändern) und alles wird schöner, besser, größer und überhaupt. Wir nehmen uns eine Menge Gutes vor und halten uns mindestens eine Woche daran. Meine Vorsätze sind “kein Alkohol und kein Säugetierfleisch in 2006” und “mehr Slow Motion” (das erklär ich mal später).
Bleibt mir nur Dir wertem Leser je nach Zelebrationsform des Tages einen guten Rutsch oder einen geruhsamen Jahresausklang zu wünschen. Im Neuen Jahr wird alles schöner, besser, größer und überhaupt.
Was macht ihr mit eurer Extra-Sekunde ? Ich denke, ich werde stumpf in der Gegend rum starren und damit meine Kritik an der Konsumgesellschaft ausdrücken. Wenn wir alle nicht so monetär orientiert wären, würde unsere Erde nicht so aus dem Takt geraten. Glaubt mir. Geld ist aus Metall gestrickt. Oder ich werde schlafen. Mal sehen.
PS: Ich vermisse meinen Dezemberlohn.
Gezeichnet. Gesegnet. Unerwartet.
Seit gestern ist der freie Platz vor meinem Haus zur Partyfläche umgewandelt worden. Eine Menge Bänke. Eine Bühne. Und Tische und vielerlei Kochutensilien. Ich seh das ziemlich gelassen denn es wurde mir angekündigt (nachdem man es aufgebaut hatte ;]) mit “We will disturb you for two days” und einem Thai-Smile allerbester Qualität.
Und so wurde gestern Nacht* schon mal in den Silvester reingefeiert. Erstaunlich leise.
Heute morgen dann machte ich mir eine Tasse Kaffee und wollte auf meine Veranda spazieren und die Sonne genießen. An der Tür stand dann plötzlich ein Mönch vor, grinste mich an und machte die Tür vor meiner Nase zu. Ich versuchte meinen Kopf unterhalb seines Kopfes zu halten** (was bei thailändischen Mönchen als Gegenüber seltsam aussehen kann) und beobachtete. Er grinste weiter (grinsende Mönche führen generell keine Machete mit sich). Dann brachte ihm jemand einen Stuhl, er stieg darauf und begann mit den Fingern meine Scheibe zu bemalen. Das dauerte eine Weile, dann lief er einmal um mein Haus und bespritzte es mit Wasser und verschwand so unerwartet wie er kam.
Gesagt hat mir niemand was. Und so sitze ich wieder als dummer kleiner Farang hier und wundere mich, was es mit den Zeichen auf sich hat. Es stinkt ein wenig nach Jasmin und anderen Blümchenkram.
Viele Häuser sind von Mönchen geweiht. Ist also was ganz normales und diese Zeichen sieht man überall. Was mich nur etwas verwundert ist, dass sie ein offensichtliches Faranghaus segnen.
Ich werde berichten.
* Nacht, thailändisch. Zeit von Sonnenuntergang (ca. 18 Uhr) bis 22 Uhr. Länger schaffen es “echte” Thais nicht wachzubleiben. Alles andere hat Beachstreet-Erfahrung.
** Man sollte immer niedriger gestellt sein als Mönche und der König.
Neu. 2 Baht-Münzen.
Gestern beim Aussortieren meines Klimpergeldes (die kleinen (1 und 5 Baht) in die Tempelbüchse) und die gro?en (10 Baht) zurück ins Portemonaie) entdeckte ich zwei seltsame neue Münzen.
Die passten irgendwie nicht auf die normalen Stapel. Grö?er als 1 Baht und kleiner als 5 Baht. Und so glänzend neu.
Soso. Da haben wir also in Thailand die 2 Baht-Münze eingeführt. Ich musste ganz kurz überlegen, ob ich die nicht doch schonmal irgendwo gesehen habe. Ich bilde mir ein, dass dem so wäre. Eine Rückfrage bei meiner Bank-Thai ergab aber, dass sie noch nie 2 Baht-Münzen gesehen hat.
Also neu. Das ist fast so schlimm wie die Euro-Einführung vor zwei Jahren. Muss man ja immer kucken, was man raus gibt jetzt.
dsB himmelblau auf weiss?
Hmm. Mal sehen.
H??ren
Mobile (Thailand): +66(7)8979350
Festnetz (Deutschland): 0451 2849 600 (wird auf Skype weitergeleitet)
Skype: kollitsch (<txp:gho_skype name=“kollitsch” lang=“de” />)
Gizmo: kollitsch
SIP: 1-747-621-2256
Lesen
Jabber: friedrich.wilhelm.murnau@jabber.ccc.de
ICQ: #129540373
YIM: patrickkollitsch
AIM: pkollitsch
Zu Fu??
Patrick Kollitsch
47/15 Moo 4, Ban Maenam
Ko Samui, Surrathani 84330
Thailand
Schnell und unkompliziert
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Ich hab mir selbst was geschenkt
Jauchzet frohlocket!
Und dann war Weihnachten
Ich bin ganz zufrieden hier in Thailand zu leben. Weihnachten ist kein “offizieller” Feiertag. Die Thais feiern zwar ein ganz kleines bisschen, aber nur weil sie gerne feiern und daher so ziemlich jedes Fest aus der vermeintlich ersten Welt assimilieren. Und auf der Insel wird ne Menge Kram gemacht für die Touristen. Nichtsdestotrotz gibt es kein Weihnachten hier (der Bankenkalender ist mein und des Gouvernments Zeuge). In den vergangenen Jahren haben wir zu Weihnachten (drumrum, davor und danach und zwischendrin) immer eine Art Deutschlandreise gemacht und alle Familien besucht, gegessen, Freunde besucht, gegessen, Verwandschaft besucht, gegessen und manchmal haben wir auch gegessen. Verschiedene Sachen.
Geschenke waren auch so ein Thema. Ich finde ja grundsätzlich, dass Geschenke zu Anlässen, die von anderen vorgegeben werden (Weihnachten) oder einen ungenauen Abstand an Tagen haben (Jahrestage) reichlich lächerlich. (Mal ganz abgesehen von den regelmäßigen “Du, A. hat gefragt was er/sie/es dir schenken könnte”.) Und lasst es euch gesagt sein: (Tremolo an) Seit ich mich von diesem Geschenkekram abgewandt habe und bestimmten Menschen Dinge einfach so ohne Datumszwang schenke und mir selbst nichts mehr schenken lasse geht es mir viel besser (Tremolo aus).
Sozialzwang. Sag ich mal. Aber bitte.
(Als ich noch klein war, fand ich es sehr cool im Juli Geburtstag zu haben. Das verteilte die Geschenke auf zwei halbjährlich getrennte Ereignisse. Ich kannte mal jemanden der hieß auch Patrick und hatte am 24. Dezember Geburtstag. Arme Sau. Ganz ganz arme Sau.)
Weihnachten = Musik
Als ich noch klein war und in die Schule ging (ja, auch ich wurde dem deutschsprachigen Schulsystem hilflos ausgeliefert, jetzt seht ihr mal, was da alles passieren kann) verwandte ich auch eine Menge meiner kostbaren durch zahlreiche imaginäre Freunde unbeeinflussten Zeit auf die Anwesenheit im Tenorsektor des Schulchores meines glorreichen nun nicht mehr existenten Gymnasiums.
Auf diesem lernte schon in grauer Vorzeit Robert Schumann und wer jetzt nicht weiss wer das war muss sich leider unromantisch schimpfen lassen. “Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust” hat er mal gesagt und Recht hatte er damit. Er war nämlich ein bisschen verrückt (bipolar gesehen). Das ist aber absolut nebensächlich (und eigentlich hat er Klaviermusik zusammengetintet) und ich habs nur erwähnt, weil es heutzutage cool ist einer Schule zu entstammen der auch jemand entstammte der (vermeintlich oder reell) wichtiger Natur für historische, soziokulturelle oder politische Ereignisse scheint.
Jedenfalls gab der Chor jedes Jahr ein Weihnachtskonzert und ich nahm an sieben ihrer singenderweise teil. Vier in meiner Zeit als aktiver Schüler und drei in den darauf folgenden Jahren als lösungsunfähiges postsuizidales Wrack und devoter Begleiter meiner damaligen… ehm… Dings… na… Freundin. Der Chorleiter war ein bisschen größenwahnsinnig (Wir hatten auch mal die komplette Carmina Burana im Repertoire, aber das war nicht weihnachtlich — allerdings gibts davon ne CD mit meinem Namen im Booklet. Er ist es immer noch (größenwahnsinnig), aber ich rede hier von der Vergangenheit, für die Gegenwart ist er irrelevant.) und hatte im zweiten Jahr das “Hallelujah” (Händel? Wagner? Schröder?) einstudieren lassen und so sangen wir dann aller zwei Jahre Hallelujah und jedes Jahr “Adeste fideles”. Die Adventwochen waren von Intensivproben durchsetzt weil der Chef zu spät mit dem Einstudieren anfing und es nicht verstanden hat, warum man nach zwei Jahren nicht mehr “Hallelujah” singen kann was für die des logischen Denkens geübteren aktiven Schüler offensichtlich war — die rollierende Besetzung. Damals hatten die Ostgymnasien nur 4 Jahre (9. bis 12. Klasse) und entsprechend viel kehliges Neumaterial hatten wir jedes Jahr.
Nichtsdestotrotz sangen wir alle glücklich unsere Weihnachtskonzerte (endlich haben wir es hinter uns) und was ich eigentlich erzählen wollte ist dass Weihnachten viel schneller kam als erwartet weil man soviel zu tun hatte. So wie dieses Jahr. Da hab ich gestern festgestellt dass heute pränataler Feiertag ist. Das ist ja ungewohnt. Und irgendwie fehlt der Schnee um mich einzustimmen. Ich hätte auch gedacht, dass das Weihnachtsgedöhns im Tesko mich irgendwie mehr fertigmachen würde. Da läuft seit drei Wochen auch ständig irgendein amerikanischer Weihnachtssong.
Vielleicht liegt alles daran, dass ich dieses Jahr noch nicht ein einziges Mal “White Christmas” gehört habe. Ein bisschen vermisste ich ja die jährliche Meldung meiner Gwelle zu den Weihnachtskonzertereignissen in Zwickau (“Ja, Hallelujah war wieder dran.”).
Mir fällt grad ein, dass ich sogar mal einen Weihnachtssong für den Chor geschrieben und auch ein bisschen mitkomponiert habe. Da kam alles drin vor, von Schnee über Licht bis zu Friede und so einem Kram. Obs dafür heutzutage sowas wie Tantiemen gibt?
Ich glaube nächstes Jahr schreib ich ein Weihnachtsbuch.
<txp:file_download_link id=“5”>Oiche Chiuin, Enya (walisisch, oder? 3:45min, 3.44MB)</txp:file_download_link>
Der Grinch
Maybe Christmas doesn’t come from the store. Maybe christmas perhaps means a little bit more.
<txp:file_download_link id=“4”>Wie der Grinch Weihnachten stahl (Boris Karloff, englisch, 21:39min, 29.7MB)</txp:file_download_link>
Zusammenfassung
Ja nun. Mumbl. Brumm. Frohes. Hier Fest und so. Feiert schön. Und ein paar von euch vermiss ich. Ein bisschen.
Heilig Abend Morgens
Urlaub? Urlaub? Nicht doch!
Ach herrje! Der Geschäftsführung fiel eben ein, dass ich noch einen nicht unbedeutenden Berg an Urlaubstagen für dieses überaus glor- und ertragreiche Jahr gehortet habe und hat mich zwangsbeurlaubt. Ab morgen werde ich also für den Rest des Jahres kurzärmelig und mit Sonnencreme auf der Nase die Strände der Insel unsicher und Thaifrauen an-machen (was soll man auf dieser Insel auch sonst unternehmen?). Irgendwann im Januar darf ich dann meine befriedigende Arbeit wieder aufnehmen.
Bleibt nur die Frage, was ich mit der Zeit anfangen soll. Ich hab da schon so eine Idee…
Der Strom (is weg)
Eigentlich wollte ich einen längeren Eintrag dazu schreiben wie es ist als Nichtraucher im Dunkeln Geräte zum Erzeugen von Licht zu finden aber irgendwie wird das ja langweilig, sich die ganze Zeit zu beschweren. Drum sei nur kurz auf dieses Schreiben verwiesen und der Hinweis gegeben, dass Kerzenlicht ja doch ganz romantisch ist. Und die Thais haben auch viel mehr Spaß im Dunkeln. Ich glaube nur nicht, dass die in diesen stürmischen Tagen rechtzeitig mit dem Kabellegen fertigwerden.
PS: Man glaubt gar nicht, zu was man alles Strom braucht: Kaffee, Film, Lesen (im Dunkeln), Duschen (sic! Durchlauferhitzer), Bezahlen, Kochen, Eiscreme kalt halten, Bier kalt halten …
PPS: Die ganze Insel hat dann übrigens keinen Strom. Aber gesagt wird einem (mir) das nur auf Arbeit.
Das Wetter
Es h??rt nicht auf. Im S??den ist so ziemlich alles ??berschwemmt, was zu ??berschwemmen geht. Die neun s??dlichen Provinzen sind zum Unwettergebiet ausgerufen worden und es wird f??r die n??chsten Tage mehr erwartet:
at 09.00 a.m. today, an active low pressure cell covers the lower southern Thailand and during December 22-24, the strong northeast monsoon prevails over the Gulf and the Andaman Sea are expected. There will heavy to very heavy rain in Chumphon, Surat Thani, Nakhon Si Thammarat, Pattalung, Songkhla, Pattani, Yala, Narathiwat, Krabi Trang and Satun. Strong wind and high waves with wave height 2-4 meters are likely in the Gulf of Thailand and the Andaman Sea. People in southern Thailand should beware of flooding conditions and navigators should proceed with caution and small boats should keep ashore during this period By the way, an intense high pressure areas from China will extend its ridge to covers upper Thailand during December 22-24, causes 2-5 ??C drop to become cooler weather in generally over the areas with windy while cold to very cold and frost in the mountain areas. People should take care your healthy during this period.
Quelle: Meteorologisches Department Bangkok
Hier bei uns regnet es nur “ein bisschen”. Bophut hat sich trotzdem gleich wieder entschieden, unter Wasser zu stehen. Es fing gestern gerade an, nur noch einen leichten Wasserfilm auf der Stra??e zu haben. Abends ist es richtig kalt. Normal ist das nicht, wenn man sich das langj??hrige Mittel f??r Ko Samui und Surrat Thani ) ansieht.
Und es wird auch in den folgenden Tagen so bleiben.
Neulich in der Zeitung
Homo heisst doch Mensch, oder hab ich da im Lateinkurs nicht aufgepasst?
Is ja bald Weihnachten
Gem??lde ??berm Bett
Am Wochenende war ich mal kräftig Geld ausgeben und habe bei der Gelegenheit “mein Bild” gefunden. Ein Dali in rot . Es gibt hier jede Menge Shops in denen man “Gemälde” kaufen kann. Meistens sind das abgemalte Photos (Mano Dayak aus der GEO mit den großen braunen Augen sieht einem aus jeder Ecke von Chaweng aus an) und Filmzitate. Die Thais haben es mit Robert de Niro und Al Pacino. Und Buddhabilder. Immer die gleichen (es gibt einige contemporäre Zeichner die Buddhabilder zeichnen und dann gibt es jede Menge Kloster in denen die Mönche diese Bilder wieder abzeichnen und vervielfältigen).
So ist jedes Bild ein Original. Auf die eine oder andere Art und Weise. Am Sonntag dann habe ich einen Shop gefunden, in dem in einer Ecke ein Thai sitzt und Dali-Bilder abmalt. Nicht schlecht. Eher sehr gut, würde ich sagen. Das Dali-Bild selber ist das beste Stück, das ich von ihm (Salvadore) kenne. Zwei Elephanten. Nicht viel mehr auf den ersten Blick. Und auf den ersten Eindruck kommt es ja an, nicht wahr? Im Shop hängt es in ca. 2mx1.5m Größe, man kann die Farbe fühlen und sie wollen 7000 dafür.
Ich finde einerseits, dass ich mir ein Weihnachtsgeschenk verdient habe und andererseits, dass ich in dem Alter bin, wo man ein Gemälde überm Bett hängen hat. Jetzt muss ich nur noch das Geld auftreiben und meine Verhandlungsskills optimieren. Ich strebe 5000 an. Mal sehen. Aber ich würde auch 7000 zahlen. So ist das mit den wichtigen Dingen im Leben.
Herzsprache
Es gibt ein Buch das ich versuche seit Januar (ok, ich lerne erst seit Februar Thai, also seit Februar) zu bekommen: Hearttalk von Christopher G. Moore .
Im Thai kann man sehr viele Gefühlszustände und auch “ganz normale” Dinge mit Worten beschreiben, die das Wort Herz (Jai) enthalten. Dieses Buch behandelt viele dieser Worte. Eigentlich ist es derzeit vergriffen und eine neue Ausgabe soll Anfang 2006 erscheinen. Wer es nicht bis dahin abwarten kann, sollte mal in die Book Corner auf der Beachstreet in Chaweng gehen. Da sind nämlich vergangene Woche vier Exemplare aufgetaucht (ich war vorher dort und sie hatten nichts). Jetzt gibts nur noch drei ;)
Ein Probekapitel gibts bei Thailanguage.com zu lesen. Mehr auch in den Thaiblogs in “Language of the heart ” und “More heart talk — lessons in Jai ”.
Weihnachtspost
… gibts nicht von mir dieses Jahr (gabs die jemals von mir?). Weihnachten ist kommerzieller Schnickschnack. Trotzdem war ich eben auf der Post und hab ne Menge Briefe abgegeben. Interessanterweise kostete das weniger als der Versand innerhalb Deutschlands. Man könnte sich glatt für das neue Jahr vornehmen, ein paar Karten zu schicken. Mal sehen.
Damit war ich dieses Jahr schon zweimal auf der Post. Irgendwann Anfang des Jahres zum schleswig-holsteinischen Wahlkampf und die nun.
PS: Die Sonne scheint, wir haben Hochsaison und die Touristen sind da. Ich habe für eine 5-Minuten-Strecke 10 Minuten gebraucht. Nackte bleiche trainierte Oberkörper auf Mopeds die langsam fahren, nebeneinander und den Verkehr blockierend. Ich bin gespannt wie die Unfallrate diesen Monat steigt.
Beinbeutel
Wenn der Thailehrer nicht kommt, muss man sich eben selbst ein bisschen Thai beibringen. Thung heisst Sack oder Beutel. Thung Thaow heisst Strumpfhose Socke und Thung Yaow heißt Strumpfhose.
Alles klar. Oder?
PS: Danke an Dr. Somchai (Phatharathananunth?)
40 Jahre
So. Nu haben wirs auch amtlich , dass es dies heftigste Regenzeit seit 40 Jahren war. Ist überall noch ein bisschen nass auf der Insel aber geregnet hats seit zwei Tagen (und Nächten) nicht mehr. Dafür haben wir keinen Strom mehr. Aber das ist ein ganz anderes Thema.
Beben
In Chiang Rai (im Norden) gab es in den vergangenen Tagen einige kleinere Erdbeben und man bereitet sich darauf vor, notfalls zu evakuieren.
Arbeitsweg
68er
Ab wann darf man sich eigentlich mit Fug und Recht 68er nennen? Wenn man 68 schon gelebt hat oder wenn man 68 alt genug war um eine Meinung zu haben die relevant für das Meinungsspektrum der “68er” ist? Nur so am Rande. Leute die dieses Jahr 50 wurden waren 68 (lass mal rechnen, 5 minus, 45, 60, 5 weg, 55, 68 minus 55 ist) 13 kleine Jährchen alt.
Fiel mir so auf dem Moped heute früh ein. Falsche Fuffziger also. Mit dreizehn war man 68 noch kein 68er (es sei denn man war sehr intelligent und hat ein paar Schuljahre übersprungen und mit 15 das Studium angefangen). Finde ich. Das wäre so als ob ich jetzt erzählen würde wo ich war und wie betroffen ich war als man 1980 John Lennon erschoss. Da war ich 5.
Hmm. Not yet.
Coverversion
Ich hatte eben die Hammeridee für das Cover meines ersten Albums. Jetzt muss ich nur noch die Musik machen.
(Hach ja, wie früher. Ich hatte jede Menge Domains und Ideen dazu ;)
Hinweis
Wenn Sie in Suchmaschinen nach “Patrick Kollitsch” suchen und die Links in die schreiBBloga.de anklicken landet Ihre IP in meinen Logs.
(Nebenbemerkung: Auch wenn Sie nach Sex-Themen und Thaifrauen suchen landen Sie hier und in meinen Logs.)
Achtung vor dem Leben
Nachfolgenden Text hab ich eben aus dem Zettelkasten gefischt. Eigentlich sollte er Teil eines grösseren Pamphlets über die Entwicklung einer für mich positiven Umgebungsbedingung persönlicher Art werden. Passte aber nicht ganz rein. Also nun einfach so. Im Einzelauswurf.
Dann und wann (in regnerischen Zeiten häufiger) kommt es schon mal vor, das ein Frosch sich lebensmüde in den Weg meines roten Mopeds stürzend laut platzend in eine vermeintlich bessere Existenz wechselt. Es gibt da dieses Geräusch das ziemlich einzigartig ist und eigentlich immer mit einem unter äußerem Druck platzenden Frosch in Verbindung gebracht werden kann. Pflogggtsch.
Neulich machte es beim Einbiegen in meine Soi (Nebenstraße der Nebenstraße der Ringroad) plötzlich und unvermittelt “Pflogggtsch”. Die hinter mir sitzende mich begleitende Thai erschrak und meinte mein Moped löse sich in seine Bestandteile auf. Ich sagte beruhigend zu ihr “It’s only a frog.”
Fehler!!!
Im Buddhismus geht es größtenteils darum, mit den Umständen in denen man lebt (leben muss) zurecht zu kommen. Man steigt nach jedem Leben die Leiter der Existenz ein wenig herauf oder herab und versucht im Leben selbst möglichst viel Gutes zu tun, um diese Änderung der Ebene eine näher in Richtung Nirvana sein zu lassen. Nach dem “Pflogggtsch” und meiner achtlosen Bemerkung hatte ich dann eine ziemlich lange und interessante Diskussion darüber ob ich den Frosch nun daran hinderte aufzusteigen oder einen langwierigen Prozess beschleunigt habe (letzteres meine Meinung, ersteres die Meinung der mich begleitenden Thai).
Wie auch immer. Ich bin seither immer ein wenig traurig wenn ein Frosch laut “Pflogggtsch” macht und werde das Wörtchen only vermeiden. Mal ganz abgesehen davon, dass ich auf nassen Straßen nur noch Schritt fahre damit ich bremsen kann.
Ich bremse für Frösche.
Und im Tempel war ich deshalb auch schon.
Glatte Welle
Im letzten Eintrag gabs einen Kommentar von Dee zu den glatten Haaren der Thais. Dazu möchte der Autor Folgendes bemerken.
Die Thais haben oft gewellte Haare und geben Unmengen aus um die Haare glatt zu bekommen. Ich bekam am Wochenende einen Blick aus schmalen Augen zugeworfen mit der Bemerkung: “Maybe you need something to put in you hair to get it straight.” Ich hab dann zurückgefragt “Häh?” und ein “ehm nothing” zu hören bekommen.
“Sure you look like your mother” war noch einer der besseren Kommentare ;) Grundsätzlich stehen sie schon auf glatt. Was sie nicht am Fummeln hindert. Die Thais.
Die Ingenieurserklärung meiner Locken
Dass ich (zur Zeit) Locken habe lässt sich einfach erklären und da ja nun doch ein gewisses Interesse besteht kommt sie hier mal: Lange Haare haben ein gewisses Gewicht. In den Tropen sind sie sogar noch schwerer, weil ein gewisser Luftfeuchtigkeitsgrad mit hineinspielt. Sie hängen also schwer. Schneidet man sie ab, fällt die Last weg und an den Haarstoppeln wird nicht mehr so sehr gezogen. Jetzt könnte ich was von Epidermis erzählen weiss aber nicht ob das so heisst. Nichtsdestotrotz ist die Oberfläche der Haare nicht mehr so gespannt und wie mit Geschenkband am Messer abgerieben zieht sich die Oberfläche zusammen und der nette Löckcheneffekt entsteht.
Also: Willst Löckchen du haben lass die Haare erstmal 2 Jahre wachsen und zieh in die Tropen.
R??ckkehr der Kaltwelle
Ich hatte mal ne Kaltwelle da sah ich ungefähr so ähnlich aus. Nur dünner. Und jünger. Und nackter ums Kinn herum. Meine Lateinlehrerin hat mich nicht erkannt und dann erstmal nen Lachkrampf gekriegt. Trotzdem ist das Gewelle hier Natur. Quasi tropischer Natur.
Es findet nicht unbedingt mein Gefallen.
(Life in) Slow Motion.
Das Interessanteste (für mich) an den vergangenen 4 Wochen ist, dass es mich nicht im geringsten angeödet hat. Fast bin ich ein bisschen traurig, dass die Sonne seit heute durch die Wolken dringen kann und meine Lieblingsüberschwemmung in Bophut so langsam auszutrocknen beginnt. Ich hatte bereits eine Technik entwickelt, hinter den Pickups in einem Meter Abstand zu fahren. Damit kommt man schneller vorwärts weil die Fluten wie damals im Roten Meer (wars das Tote?) getrennt werden und ich nahezu trocken durchkam.
In Deutschland hätte ich schon lange (Achtung, lizenzierte Verwendung des Wortes) gekotzt. Hier ist alles ein wenig anders. Ich grinse eigentlich ständig beim Mopedfahren. Und wenn ich nicht grinse dann nur weil ich bemerkt habe, dass ich grinse und mich einen Augenblick lang selbst nicht mag.
Meine Straße ist auch wieder aufgetaucht. Es geht aufwärts. Nur die Sonne nervt schon wieder ein bisschen.
Ist halt immer was Neues in der Verarbeitung.
Sekundenkleber
Ich habe ja ein spezielles Verhältnis zu Klebern im Allgemeinen und Sekundenkleber im Speziellen. Normalerweise verkleistere ich immer meine Klamotten anstatt das klebrige Gut an der zu verklebenden Stelle aufzubringen. Sekundenkleber benutze ich immer nur einmal, weil dann hinterher immer die Düse verstopft ist.
Heute morgen jedenfalls benötigte ich mal wieder Sekundenkleber und hatte mir hierzu eine Tube “chinese Elephant-Brand” versorgt. In Thailand ist es wichtig, dass so etwas immer Brand dahinter stehen hat, damit man weiß, dass man es hier mit einer gewichtigen Marke zu tun hat. Dieser Kleber wurde übrigens mit separater enger Düse und einer langen Nadel geliefert, auf dass die Düse gereinigt werden könne.
Der Patient war mein Mobilfunktelefon — ein Siemens SL 55 oder so. Das ist übrigens das letzte Siemens-Telefon, das ich nutzen werde. Ich habe seit ich mobil telefoniere immer auf Siemens geschworen — angefangen von diesen Briketts damals über weniger brikettige Dinger bis zum Ei. Dieses begann nun seit ich in Thailand bin ein gewissermaßen divenhaftes Verhalten an den Tag zu legen von plötzlichem Ausschalten (vorzugsweise mitten im Senden von SMS oder mitten im Gespräch) über wochenlang nicht funktionierende Tasten (ungünstig wenn man SMSse ohne M,N,O schreiben muss) bis hin zu herausfallenden Tasten in der letzten Woche (eine ungünstige Kombination von Hitze und Feuchtigkeit hat winzige Klebepunkte verdampfen lassen). Das Ding ist halt nicht für die Tropen geschaffen. Mal abgesehen davon, dass Siemens die Mobilsparte verkauft hat und schon dafür nicht mehr in Betracht kommt. Ich hab neulich so ein glitzerndes schwarzes Nokia gesehen mit MP3-Player und Fotoapparat.
Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich erzählen wollte war, dass ich mein Mobile oder besser gesagt die herausgefallenen Tasten geklebt habe. Ich packte also alles zusammen, deckte alle Flächen ab, die nicht beklebt werden wollten und trug einen Tropfen Sekundenkleber auf. Die Tube legte ich sorgsam beiseite und nahm das Telefon an mich. In der Zwischenzeit hat die Taste es irgendwie geschaft an meinem Zeigefinder anzukleben. Sekundenkleber klebt normalerweise in Sekunden. Dieser hier auch. Aber bisher war es so, dass man das dann immer noch abziehen konnte von Körperteilen, die nicht zum Verkleben gedacht sind.
Was soll ich sagen. Ich bin sagenhafte 10 Minuten in meinem Haus herumgegangen und hab versucht die Taste wieder runterzubekommen. Auf dem Finger nützt sie mir ja nicht wirklich viel. Zwischendurch noch schnell auf die Verpackung gekuckt — da grinst mir ein Chinese entgegen und meint freundlich “glues really everything”. Ja. Glaub ich.
Mit Wasser und viel Geduld hab ich das Elend dann beenden können. Ich dachte kurz ans Messer aber der Zeigefinger ist dann schon zu wichtig um leichtfertig angeschnitten zu werden.
Jedenfalls hat mein Mobile wieder seine Tasten (ich musste immer mit einem Stift rumklicken um SMSse zu erstellen und zu verschicken und das ist nun wirklich nicht optimal bei einem Versand von rund 30 Stück am Tag) und mein Zeige-Finger eine seltsam hornige rauhe Oberfläche. Besser als ganz ab. Sag ich mal.
Farangkind.
Shit. Ich muss mich hier von einem dummen rothaarigen aufmerksamkeitsbedürftigen Farang-Kleinkind aus dem Anwaltsoffice gegenüber angaffen lassen. Jetzt leckt das Ding auch noch die Scheibe an. Nenene. Wenn ich mal groß bin will ich Thaikinder haben…
(Nein, ich werde die Jalousien nicht zu machen, dazu laufen dann doch zuviele niedliche Thaifrauen im Gang herum.)
Zettelkasten
Es bildet sich so langsam ein Zettelkasten mit Ideen, Fragmenten, Sätzen, Worten und Zeich(nung)en. Muss ja nicht alles hier drinnen landen, hehe. Das im Kopf ist beständiger. Das auf dem Papier gibt vielleicht hinterher Aufschluss.
Kaffee!!! Ne. Doch nicht.
Ich vermute, dass der nächste Wasserkocher in unserem gemütlichen Großraumbüro einer sein wird, der sich von selbst abschaltet.
Handsome man!
Ja. Ich geb ja nicht gerne an, aber dass gestern abend aus einer Ayudhaya-Filiale heraus jede Menge Bänkerinnen strömte, die ihrer Begeisterung über “Khun Beddigs” new Facelift lautstark Ausdruck verliehen müssen zu haben meinten möchte ich hier doch für die Nachwelt festhalten. War ziemlich peinlich, hat aber niemand (außer den ekstatischen Thais selbst) gesehen. Und dunkel war es auch schon. Dabei wollte ich doch nur eine Nikolaus-Tüte rüberreichen. Man könnte meinen, die Bank-Thais bekommen nie einen Farang zu Gesicht.
H??hnisches Grinsen
Mit höhnischem Grinsen hat sich vor ca. 30 Minuten die Sonne aufmacht, uns sich im Trockenen wähnen zu lassen.
Ich glaubs erst, wenn ich trocken nach Hause komme. Wenn man bedenkt, dass ich tropfender Klamotten beschwert das Büro heute morgen nach einer Flutungsfahrt ohnegleichen erreichte ist es doch eher Hohn als ehrlich gemeinte UV-Strahlung.
Bitch. Würde ich mal sagen. In den meisten Sprachen dieser Welt ist die Sonne… ehm… ich arbeite mal eben weiter…
Me now. Schnipp.
Quelle: Ah. You want to cut your hair?
Ich: Yes. Maybe.
Quelle: Look. There you can cut! You want to cut now?
Ich: (es war 21:30 Uhr und ich dachte, der Laden ist zu und eigentlich wollten wir Obst kaufen) Yes. Of course.
30 Minuten später war das Werk von ungefähr 18 Monaten einer mittelkurzen braver-Junge-Frisur gewichen. Ich stellte dann ein paar Stunden später fest, dass ich tatsächlich lockiges Haupthaar habe. Ich versuche es immer noch in meine Gewalt zu bringen. Vermutlich ist das Klima mit der grossen Last langer Haare, die nun nicht mehr da ist Schuld daran.
Die Reaktionen der weiblichen Bevölkerung Ko Samuis waren durchweg positiv und das ist es ja, worum es geht, nicht wahr? Und der Kram ist auch viel schneller trocken und hängt bei verschiedenen Positionen nicht immer im Gesicht rum.
Aber eigentlich hab ich gar keinen Grund, das Ergebnis schön zu reden. Is js schon lecker.
Zitat des Tages
“There is always some madness in love. But there is also always some reason in madness.”
Friedrich Nietzsche
Fotos. Neue.
Alle Welt wartet auf bestimmte neue Fotos. Von mir. Die kommen. Heute abend. Hehe.
Projekt Swensens
Gestern nach dem Dunkeln des Himmels sprach meine Quelle davon, dass wir mal wieder zu Swensens gehen könnten um ein Eis zu uns zu nehmen. Ich war nicht abgeneigt und so setzten wir uns aufs Moped und fuhren los. Es hatte nur den ganzen Samstag und Sonntag und ein bisschen am Montagmorgen geregnet, weshalb wir von einer mehr oder weniger unüberschwemmten Strecke ausgingen.
Wir entschlossen uns, eine Freundin meiner Quelle einzupacken, um den Sanuk zu steigern. Das scheiterte daran, dass diese Freundin nicht in der vereinbarten Bankbude saß sondern bereits im Feierabend dämmerte. Das ist kein Problem, weil meine Quelle jede Menge Bankbudenbesetzer kennt und so fuhren wir einen dunklen Weg quer durch Bang Rak gen Chaweng, “Bankbooth” und Swensens entgegen.
Die Straße war an manchen Stellen witterungsbedingt durch bis zu einem Meter tiefe Löcher ersetzt und so gab es jede Menge Übungseinheiten im Motocross. Dann entschied der kleine rote Flitzer, dass es an der Zeit wäre, den Hinterreifen flatulent ins Jenseits zu schicken (das Ding hatte schon immer einen Sinn für große Auftritte) also entschieden wir uns um und fuhren erstmal zu einem Mopedladen am Wegesrand.
Dort wurde der Reifen gewechselt und kräftig parliert. Unter anderem erfuhren wir, dass für heute eine Unwetterwarnung für die Insel herausgegeben wurde. Wir lachten. Zahlten. Gingen.
Bankbude Nummer 2 war ebenfalls leer, also entschieden wir uns, in den Tesko zu fahren und ein kaffeehaltiges Getränk zu uns zu nehmen. Dort angekommen wurde eine dritte Freundin angerufen und eingeladen. Die kam dann, aber irgendwie am Ende doch nicht und so gingen wir noch ein paar Bücher kaufen. Ich hab meiner Quelle den thailändischen Harry Potter 1 geschenkt. Ich finde, man sollte Bücher immer im thailändischen Original lesen ;)
Für mich gab es eine thailändische Grammatik der Umgangssprache . Endlich mal eine ordentliche Grammatik die nach Themen sortiert ist, die nützlich sind.
- Referring to things
- Referring to people
- Questions
… und so weiter. Naja.
Bei Swensens waren wir dann doch nicht. Das ist dann erstmal für Mittwoch geplant ;)
Meine Tasse.
Wetterbericht
Ich bin heute mal um die Insel gefahren um für meine Leser die aktuelle Situation auf der Insel aufzunehmen. (Eigentlich habe ich jemanden bei “kein Regen” nach Nathon zur Fähre gebracht und wurde dann von einem Regengebiet einmal um die Insel bis nach Lamai getrieben wo ich nun im Office ausharre und flehentlich um schöneres Wetter bitte. Wobei, es kann ruhig regnen. Hab heut nichts weiter vor. Oder warte mal. Ne. Doch.)
Im Norden steht alles unter Wasser. Die Stra?e in Bophut wurde am Montag bevor der Regen begann aufgepickert um sie zu reparieren. Mittwoch kam der Regen und nun gibts die Stra?e relativ gesehen nicht mehr, denn eine Hälfte wurde abgetragen. Das aber sieht man nur, wenn das Wasser mal weniger hoch steht, wie beispielsweise vorgestern, als es mal 10 Stunden lang nur nieselte. Ansonsten spürt man es wenn man durch die Löcher rattert.
Auf meiner Stra?e gibt es einen rei?enden Fluss. Sehr rei?end. Ich fahr da aber inzwischen durch, auch wenn mein Auspuff unter Wasser eher beängstigend klingt.
Im Dschungel hinter dem Haus steht keine Wellblechhütte mehr. Ein einziges Trümmerfeld. Wo die Menschen jetzt leben wei? ich nicht. Neulich bin ich dort langgefahren und da stand ein kleines Mädchen mit Plüschhasen am Wegesrand mitten im Dschungel. Ich hab versucht sie zu fragen, ob alles in Ordnung ist, wo ihre Eltern sind und so. Hab aber keine Reaktion bekommen. War schon ein bisschen scary.
Im Nordwesten ist es relativ trocken. Was grösstenteils an den Bergen da liegt, das Wasser läuft ab. Nathon ist relativ trocken.
Im Südwesten gibt es ein paar ?berschwemmungen, die aber nichts zerstören sondern nur so im Weg rumflie?en. Das eigentliche Problem hier sind die abgetragenen Berge, denn die waschen nun aus, weshalb ich eine leichte Rotbraunfärbung aufweise.
Im Südosten (Lamai, Hua Thanon) gibt es viele Stra?enstriche, also Gegenden, in denen die gesamte Böschung verschwunden ist und Wasser flie?t auch. In Lamai selbst ist die Brücke am Anfang der Beachstreet eingestürzt und die Ringroad zwischen Tankstelle und Ortsausgang Richtung Chaweng gesperrt.
Im Osten liegt Chaweng und das unter Wasser. Gestern abend auf der Heimfahrt kam die erste ?berflutung gleich am Ortseingang nach der Beachstreeteinfahrt noch vor der Tankstelle und es blieb bei dieser einen ?berschwemmung, denn die zog sich bis hinter den Tesko.
Plattenkauf
Heute war ich in Nathon (immer der Sonne hinterher) beim Plattenverkäufer meines Vertrauens. Dort habe ich dann für 30 Euro CDs gekauft. Nun ja. Das wäre in Deutschland einmal Robbie Williams und das neue Teil von Madonna. Hier in Thailand ist es ein kleines bisschen mehr (mit jeder Menge Gehandel und Lachen und so. Aber ich habe es durchaus hingekriegt.
1. Damien Rice — B-Sides
Damien Rice ist der Typ, der den mit “The Blowers Daughter” den Titelsong zu “Closer ” beigesteuert hat. Ein Song, mit dem man Frauen rumkriegen kann. Muss man haben. Leider hatten sie nur diese eine CD. Allerdings muss ich auch keine Frau (mehr) rumkriegen.
2. Daniel Powter — Daniel Powter
Ich hab neulich schonmal gesagt, dass man Daniel Powter mag wenn man Jame Blunt mag. Das wiederhole ich nochmal.
3. Faithless — No Roots
Das hab ich “damals” irgendwie verpasst. Deshalb hab ich es jetzt in meine Sammlung aufgenommen. Man sollte alles von Faithless in irgendeiner Form haben.
4. Scissor Sisters — Scissor Sisters
Zum Jahreswechsel letztes (oder wars schon vorletztes?) Jahr fuhr ich mit Schnute in Schweden, als im Radio ein Titel kam, bei dem wir uns dann doch vor Tränen fast in den Armen lagen (Lachtränen) — Comfortably Numb von Pink Floyd in einer Disco-Cover-Version mit Abba-Samples. Das war der Erstkontakt mit den Scissor Sisters .
5. Tom Baxter — Feather & Stone
Ich kenn ihn nicht. Ich kenn seine Musik nicht. Aber die Wortwahl der Titel und das Design der CD hat mich angesprochen. Ich werde berichten.
6. James Blunt — Back to Bedlam
Den größten Teil der Songs von Jame Blunt hatte ich schon, also kann ich mir ebensogut die Scheibe ins Regal legen. Früher hieß er mal Jame. Nun hat er ein S. Nett.
7. Röyksopp — The Understanding
Ich hab neulich eine Mix-CD für eine besondere Person zusammengestellt namens Underlistening mit Understanding von Röyksopp drauf. Norwegischer Elektropop. Oder so.
8. David Gray — Life in Slow Motion
Ich kenn ihn nicht. Ich kenn seine Musik nicht. Aber die Wortwahl der Titel und das Design der CD hat mich angesprochen. Ich werde berichten.
9. Keane — Hopes and Fears
Ja gut. Ich weiss. Ich hab mal ein ganze Album von Keane hören müssen als ich im Mai in einem Ladypub auf eine bestimmte Person gewartet habe. Damals fand ich das ganz interessant. Mal sehen, ob es sich bewährt.
10. Massive Attack — Danny the Dog (OST)
Wie? Massive Attack hat einen Soundtrack gemacht? Was sonst alles hab ich denn noch verpasst? Egal. Massive Attack gehört wie Leftfield und Faithless in jede CD-Sammlung.
11. Radiohead — Com Lag (oder 2plus2isfive)
Irgendwie ist das eine CD, die mit “This compilation is for Japan” markiert ist, ein Design hat, das ich nicht kenne aber sehr nach den neueren Alben von Radiohead aussieht und auch ansonsten eher seltsam ist. Es müsste was neueres sein. Sind ne Menge Live-Versionen und Remixe drauf. Ich werde berichten.
12. Gorillaz — Demon Days
Ich habe noch kein Album von den Gorillaz in meiner Sammlung. Und ihre aktuellen Songs tauchen ständig auf verschiedenen Mashups auf, also muss auch mal eine Original-CD aufgenommen werden.
13. Annie Lennox — Bare
Annie Lennox ist eine der wenigen Künstler von denen ich CDs ungeprüft kaufe. Bin gespannt. Werde berichten.
14. Badly Drawn Boy — One Plus One Is One
Wieder so einer der immer überall auftaucht, aber nie in meiner Sammlung gelandet ist. “About a Boy ” lebt in großen Teilen von seinen Songs. Badly Drawn Boy klingt ganz gut. Mal sehen, ob ich hinterher noch dieser Meinung bin :)
15. Roisin Murphy — Ruby Blue
Das ist das Solo-Album der Moloko Roisin Murphy . Soll ganz gut sein. Sagen die einen. Andere sagen, es wäre schlecht. Ich werde berichten.
16. Ravi Shankar & Phillip Glass — Passages
Phillip Glass hat unter anderem den Soundtrack zu “The Hours ” geschrieben. Ravi Shankar dürfte gemeinhin bekannt sein. Die Kombination interessierte mich. Mal sehen.
17. Kings of Convenience — Versus
Das Remixalbum der Unvergleichlichen Kings of Convenience . Genauso gut wie die Originale. Hab ich schon auf der Platte gehabt.
Bonusdreingabe: Björk — Volumen
Die DVD mit allen Björkvideos. Hab ich mich nie getraut zu kaufen weil die in Deutschland so teuer waren. Nun hab ich sie. Endlich. Weil: Irgendwie waren die vergangenen drei Wochen ein einziger Björk -Remix. Erst “Possibly Maybe”, dann “Joga”, dann “All is full of love”. Oder so.
Zusammenfassung
Ich kaufte weder Marilyn Manson, noch Nine Inch Nails, noch Depeche Mode obwohl sie alle vor meiner Nase glitzerten. Ich denke, ich habe mich im vergangenen Jahr geändert. In mehr als einer Hinsicht. Ich finde das gut. Wie andere das finden ist mir egal. Und das wiederum finde ich nochmals so gut. Was andere da wieder drüber denken ist mir auch egal…
Nach Hause
Gegen Sechs solls heute weniger regnen. Tolle Sache. Ich bereite mal Projekt Heimschwimmen vor. Mich hört man dann wieder am Dienstag. Montag ist Feiertag. Und an Feiertagen arbeitet man nicht. Morgen ist Putztag und an Putztagen komm ich nicht. Und am Sonntag ist die Klimaanlage nicht an.
Und an allen drei Tagen hab ich andere Gesprächspartner als meinen Computer.
Der gro?e Regen II
Nun. Da es immer noch regnet wird es langsam wirklich langweilig <txp:gho_permalink id=“540”>von einem dieser Tage</txp:gho_permalink> zu erzählen. Machen wirs also kurz. Es regnete und mein Moped verschwand unter Wasser. Die Thais die an dieser Kurve lebten wussten aber schon Bescheid dass sich selbst überschätzende Farangs meistens im Rudel kommen und hoben das kleine rote Etwas schnell aus dem Wasser. Hin und hergeschüttelt, Wasser kurz ablaufen lassen, kurz in den Tank schnüffeln ob Wasser reingekommen ist, nein, mich aufs Moped setzen und gute Weiterreise wünschen. Das wars.
Ich hatte in der Zwischenzeit entschieden, dass keine Arbeitsstelle dieser Welt es wert wäre zu ersaufen also machte ich mich wieder auf den Weg nach Hause. In der Nähe meines Hauses brachte ich dann noch eine halbe Stunde damit zu eine Stra?e zu finden die nicht metertief unter Wasser stand entschied mich dann für die am wenigsten überflutete und gelangte nass aber lebend nach Hause.
Zuhause angekommen ergoss sich dann ein Wasserstrom aus meiner wasserdichten Jacke. Norwegen ist halt nicht Thailand. Klamotten wechseln. Kaffee vorbereiten. Wasser aufsetzen. Wollen. Strom weg.
Den restlichen Verlauf des Tages war dann abwechselnd Strom oder Wasser weg. Oder beides. Gegen Nachmittag dann auch das Telefonnetz. Mein Kühlschrank war leer (bis auf ein paar Säfte). War ein recht gesunder Tag würde ich mal sagen.
Heute ist natürlich genügend Notfallration im Schrank vorhanden.
Bla bla bla fasel fasel fasel. Seitdem regnet es immer mal wieder. Mal stärker. Mal weniger stark. Man gewöhnt sich dran.
Gerade etwas stärker. Mal sehen, ob ich heute bis Maenam komme. Wenn nicht, muss ich mir wohl in Chaweng ne Frau mit Bett suchen, wenn ich schlafen gehen will ;)
?????????????????????
Heute war Fabios letzter Tag in unserer kleinen Unternehmung (die Tatsache, dass wir es erst seit Montag wussten war ein Grund für relativ seltene Einträge diese Woche). Fabio ist der seltsame Systemanalytiker von nebenan (und wird es auch bleiben, selbst wenn nebenan eher netzwerktechnischer Natur sein wird). Ich konnte mit ihm sehr gut arbeiten und es zieht mir in mehr als einer Hinsicht den Boden unter den Füssen weg, nun alleine im Büro zu sitzen. Damit wird es hier erstmal kein eXtreme Programming mehr geben, keine Betrachtung vorüberziehender Frauen, keine schnellen Antworten mehr, wenn ich mal eben die Linux-Server lahmlege, keine Glaubenskriege mehr, wenn ich Windowsspielereien veranstalte und einige andere Dinge werden mir auch sehr fehlen.
So schnell kann es gehen. Jetzt gibt es nur noch einen Programmierer und einen Geschäftsführer hier.
Fabio hat mir freundlicherweise seinen Anteil an der Strohhalmsammlung im Kühlschrank geschenkt. Ich wusste, dass ich ihm nicht ganz egal bin ;)
PS: Whoever may be concerned about what I would do under similar conditions: I would stay in Thailand. Thats for sure. And enough demand for Project Managers, Engineers and Developers is available. Maybe not on Samui. But Samui is an island. Not the world.
Dezember
So. Also.
<txp:gho_motivator />
Eigentlich müsste ich ja <txp:gho_permalink id=“454”>laut Vereinbarung</txp:gho_permalink> diesen Monat nicht bloggen. Mal sehen.
Es gibt eh nicht viel zu berichten. Seit gestern regnet es wieder. Die Straßen, soweit sie von Wasserströmen befreit waren, Bophut war die ganze Woche ein See, sind wieder überflutet und zwischen Chaweng und Lamai ist ein Stück Abhang runtergekommen.
Nichts Neues also.
_ (Fügen Sie hier ein paar greenpissige Sätze a la Bodenversiegelung, Raubbau an der Natur und Mutter Erde ein.) _
Dezember also. Was war da noch? Achja. Kommerzfeiertage. Spendet und seht von Geschenken an mich ab. Danke.
Spenden wohin? Wie wäre es mit diesen beiden?
Flut.
Wie es aussieht , geht das bis Mitte Dezember so weiter. Aber schön, dass Chaweng unter Wasser stand. So hat die Regierung wenigstens ein bisschen Armee auf die Insel geschickt. Macht sich halt nicht gut, wenn die Touristen Fotos von Hochwasser heimbringen auf denen niemand hilft. In Maenam und Bophut hat sich seit zwei Wochen niemand blicken lassen (da steht das Wasser schon so lange, dass man automatisch weiss, wo man abbremsen muss weil die nächste Schlaglochserie unter Wasser kommt). Aber da leben auch nur grö?tenteils Thais.
End of time
Wo mal die Stra?e war
Die n??chste Welle kommt bestimmt…
… heute abend. Wie man am lamaiischen Himmel sehen kann. Auf Statements zu den Themen des Tages darf man also getrost warten. Auf einige länger. Auf andere kürzer. Auf manche lange.
Der gro?e Regen
Irgendwie fing es am Mittwoch Abend an zu regnen und hörte nicht wirklich auf. Das ist relativ normal auch wenn die wahren Kenner der Inselszene meinten, es würde nur 5 Minuten regnen und dann… naja… das ist eine ganz andere Geschichte. Jedenfalls hörte es nicht auf zu regnen. Also fuhr ich am Donnerstag durch die Fluten in Maenam und Bophut auf Arbeit in der Hoffnung auf abendliche Wetterbesserung. Die blieb aus und so schwamm ich abends wieder zurück in meine geliebte Hütte.
Es regnete und regnete.
Der Freitag kam und mit ihm stärkerer Regen. Wer mich kennt kann sich nun in etwa vorstellen, wie arbeitsgeil ich bin und dass ich durchaus einen ässterst intelligent stragegischen Plan hatte, wie ich durch den Regen und die (meiner Meinung) nach leicht überfluteten Stra?en in die Nähe meines hei?geliebten Arbeitsplatzrechners kommen konnte. Ich packte alle Dokumente und den Technokram in eine Plastiktüte, verschnürte die und packte eine weitere Tüte drumrum. Das gleiche geschah mit ein paar trockenen Klamotten. Das alles kam in den wasserdichten Rucksack meine “Allwetterjacke” (hähäh) um mich rum, Rucksack hintendrauf, Kapuze auf und nichts konnte mehr zwischen mir ein Tezcatlipoca (WinXP-Rechner) kommen.
Dachte ich. Meine kleine Reise wurde nach 100 Metern durch einen See gestoppt der quer über meiner ehemaligen Stra?e lag. Ein rei?ender Strom bahnte sich seinen Weg von rechts nach links und riss so ziemlich alles mit, was sich ihm in den Weg stellte. Unter anderem ein mit Farangs bestückter Minivan und zwei Mopeds. Mir fiel ein, dass es noch einen anderen Weg “hinten rum” durch den Dschungel gab (normalerweise führt in Thailand nur ein Weg ans Ziel). Ich wendete also und drängte meinem Ziel entgegen. Die letzten 200 Meter des kleinen Umwegs waren einen halben Meter tief mit Wasser bedeckt, das war aber schon die vergangenen Wochen so, weshalb ich einfach mal weiterfuhr.
Es regnete.
Auf der Ringroad angekommen ergoss sich ein steter kleiner Strom Wassers duch Maenam. Der Verkehr ging nur in Schritttempo vorwärts und die Kinder spielten in den Pfützen am Rande der grö?eren ?berschwemmungen.
Nach Maenam kam dann eine gro?e Pfütze, aber <txp:gho_permalink id=“517”>das kannte ich ja schon aus den Wochen vorher</txp:gho_permalink>. Diesmal war die Pfütze tiefer. Seit Montag wurde auch an der Stra?e gebaut und so drängten sich wieder einmal die Mopeds auf dem Fu?weg und die Autos auf dem Platz, den die halbseitig gesperrte Stra?e bot.
Es regnete ein bisschen stärker. Ich fuhr ein wenig schneller. Das Wasser wurde ein wenig höher und ich dankte mir selbst für den Supereinfall, trockene Klamotten mitzunehmen. Die meisten Mopeds gaben nun auf, das Wasser war auch wirklich ein wenig hoch, aber wer den Dschungelumweg schafft kommt auch durch diesen See. Dachte ich. Bis mein Moped dann plötzlich in der Stra?e verschwand und mich verwirrt und vermutlich leicht dämlich blickend stehen lies.
Genie?en wir diesen Blick ein wenig. Als Cliffhanger gibts die Fluten, die sich über meinem hei?geliebten roten Moped schlie?en.
Regen.
Wir haben hier ein kleineres Wetterproblem. Melde mich wieder.
Wuff (Satanic Incarnation Remix).
Also ich kann <txp:gho_permalink id=“531”>im Rauch</txp:gho_permalink> durchaus was erkennen.
Hier mal mit Hilfe:
Jetzt macht man sich natürlich so seine Gedanken, wo er hinkuckt.
Immigration Office Nathon
Visaverl??ngerung
Oh achso, wir müssen ja auch noch nach Nathon sprach der analytisch denkende Senior (muahaha) Development (genau) Engineer heute bei der morgendlichen Männer — WG — Selbshilfegruppen — Waschplan — Sitzung. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Nein, kein Visarun. Nie wieder Visarun. Mit unserer netten Jahres(muahaha)aufenthaltsgenehmigung dürfen wir uns aller drei Monate in Nathon melden, kriegen einen Stempel und das wars. Keine amüsanten Reisen nach Singapore, keine absaufenden Boote nach Laos, keine schunkelnden Busse voller Touristen, kein Verkehr mit Kindern in Myanmar mehr. Schade eigentlich.
Wir machten uns also nach Nathon auf, gingen ins Immigration Office (das freundlicherweise umzog mit wachem Auge aber trotzdem auffindbar ist) legten unsere Unterlagen vor, erhielten unseren Stempel und fuhren wieder nach Lamai zurück.
Keine Schnellfeuerwaffen. Kein Viagra. Keine bettelnden Jungs. Keine Hunde. Keine lauten Filme. Keine Flugzeuge. Keine Inder. Keine Taxis. Kein Mehkhong. Kein Nichts.
Langeweile.
Boah ist das langweilig.
Verschachtelung.
Gestern meinte ich noch zum real existierenden Senior Development Engineer von gegenüber , dass ich vor über einer Woche an Google geschrieben habe, dass ich meinen Adsense-Account gerne über meine Gmail-Adresse laufen lassen will, über die ich auch Google-Reader und die angepasste Google-Startseite und Analytics laufen lasse, damit die endlich mal ein umfassendes Profil von mir erstellen können und nicht immer nur diese überall verteilten Accounts mühsam zusammenfassen müssen. Heute nun kam endlich eine Antwort. Mit Entschuldigung am Anfang:
vielen Dank f??r Ihre E-Mail. Wir erhalten derzeit eine sehr hohe Anzahl an Anfragen, sodass es leider etwas l??nger gedauert hat, bis wir Ihnen antworten konnten. Wir entschuldigen uns f??r die Verz??gerung.
Glaub ich. Die wollen alle Adsense mit Analytics abgleichen lassen.
So. Jetzt erstmal Banner schalten. Am besten gleich Flash. Mit Geblinke und so nem Kram. Da stehen die Thais drauf.
Sex. Touristen.
Eben auf der Fahrt von Nathon ins Büro (ist eine andere Geschichte die heute auch noch kommt) zwei Prostituierte mit ihren älteren Freiern gesehen, die traurig vor einem 7Eleven saßen und den nachmorgendlichen Kaffee trinken mussten. Sie sahen traurig in den Songtheaw. Ich grinste sie an (freundlich) und sie strahlten auf. Man hat halt Perspektiven. Auch als Prostituierte mit fetten alten Männeranhang und Kaffezwang.
FYI: Daniel Blunt
If you like Jame Blunt you will like Daniel Powter too.
Neue Wellen braucht das Land
New Wave war so ziemlich der einzige Musikstil den ich hörte lange nachdem ihn alle hörten. Sonst umgekehrt. Schade um Nine Inch Nails und Sigur Ros. Nicht um Marilyn Manson. Und auch nicht, ehm, ne, sag ich nicht. Die sind noch nicht ganz Mainstream. Trotzdem wird heute ein NewWave-Tag. Ich spürs im linken Zeh. Dem Großen.
Wuff.
Sorry an alle Suchenden
Ein großes Sorry an alle Suchenden. Ich habe eben mal die Logs durchstöbert mit welchem Wissensdurst die Zielgruppe hier so aufschlägt und festgestellt, dass ich nicht alles genau erkläre und manch einer falsche Eindrücke gewinnen dürfte. Nachfolgend also einige Richtigstellungen:
bangkok immigration uniform farbe
Braun! Wenn Sie denn Uniform tragen. Die meisten tragen aber keine (keine Angst, sie sind nicht nackt auch wenn einige der Thaifrauen gewissen Wissensdurst meinerseits befriedigen würden) sondern eher so ein weiss-blau/weiss-schwarz Kostümchen.
Ja. Leider immer noch. Und als praktizierender Schwuler darf man kein katholischer Priester werden. Als praktizierender Heterosexueller schon.
Nein. Nur in Thailand, Österreich und Deutschland.
Danke! Danke! Ich danke! Wirklich. Danke! Hier noch ein Ausrufezeichen!
PS: Gemerkt? Ich hab die ganzen Sexabfragen mit “anpissen” (erstaunlicherweise immer aus der Schweiz), “thaifrauen” (erstaunlicherweise immer von t-Online), “sex in thailand” (erstaunlicherweise immer von Google) und “thaifrauen verstehen” (erstaunlicherweise immer von Katalogkunden) nicht gebracht. Ich bin nämlich ziemlich anständig und Sex ist böse.
??berwindung
Nun ist es hoch amtlich.
Ich finde das nur korrekt. Schließlich dürfen auch nur ehemalige Menschen bestattet werden und ehemalige Säuglinge Auto fahren (das aber auch nur, wenn sie ihre infantile Neigung mehr als sagen wir 16 Jahre überwunden haben). Passend hierzu das <txp:gho_permalink id=“481”>Annauzehment</txp:gho_permalink>. Ich frag mich nur, wie der Vatikan das Überwinden der Neigungen testen will. Bildchen? Messdiener? Sonde?
Abgemeldet
Kohls Mädel (Bangkok Post) wurde gestern das Ruder in die Hand gegeben und ich habe eben meine Abmeldung ans Einwohnermeldeamt in Lübeck gefaxt (ein Schelm wer da einen Zusammenhang sieht). Man ist jetzt in Maenam gemeldet. Bin gespannt wie flexibel die sind mit so einem Faxkram. Hab noch schnell ein Anschreiben dazugedichtet und sexuelle Gefälligkeiten bei bevorzugter Behandlung versprochen.
So wie ich mein Glück kenne, kommen jetzt alle meine Gläubiger gerannt…
Nach dem Regen kommt der Sturm…
… sagte gestern der Ex-System-Analytiker von gegenüber mit melodramatischem Tremolo in der tränenerstickten Stimme. Da hat er nicht ganz unrecht. Mit dem kleinen Unterschied, dass es seit gestern gleichzeitig regnet und stürmt. Die Neudefinition des Begriffes Medienmacht. Sag ich mal.
Station 10
Buschbrand
In Asien zu leben ist zur Zeit recht schwierig, man hat ja immer die Terrorgefahr wegen der Anwesenheit des Amichefs in der Region. Gestern nun war er in Peking, besuchte einen evangelischen Gottesdienst (die anderen Besucher wurden größtenteils festgenommen und werden vermutlich von der Bildfläche verschwinden) und sprach dann die folgenden kraftvollen Sätze live auf allen Nachrichtenkanälen vor einer Ansammlung von Journalisten (Erinnerungszitat, es war viel schlimmer):
China, ya know, is a big nation, ya know what I mean? I mean many people are living here. Ya know. We have a giant market here, ya know what I mean? Today I spoke with many people, ya know, the government, if ya know what I mean. We had our problem, like I use to say, ya know…
Ich hab dann zu “Finding Nemo” geschaltet. Da ist mir der Handlungsstrang irgendwie klarer. Der Bush sieht beim Reden immer so aus, als ob er beim Lügen ertappt wurde. Heute jedenfalls sagten dann die News er hätte mehr Menschenrechte in China gefordert. Hab ich wohl irgendwie verpasst.
Jetzt ist er in der Mongolei und dankt denen für ihren unermüdlichen Kampf gegen den Terrorismus.
Hat eigentlich jemand schonmal den Film über das weinende Kamel gesehen? Toller Film. Ganz toller Film.
Tesko. Geht auch alles den Bach runter…
Also Tesko, ne?!? das ist so ne Sache die haben jetzt auf den Mopedparkplatz einen Bücherladen hingepackt an und für sich keine schlimme Sache ich mag Bücher und kenne inzwischen sogar eine Thai die Bücher und Lesen und andere Dinge liebt klar aber wo bittesehr sollen denn nun Moped parken die sonst da parkten und überhaupt ich dachte ja von diesem ganzen Weihnachtsschmonz verschont zu werden und nun verkaufen die bei Tesko Glimmerkram und Kunstweihnachtsbäume KundstWEIHNACHTSBÄUME verdammt und überall komische rote und grüne Girlanden und Mandelkram und Kekse und dieser ganze Farangscheiss und was noch viel schlimmer ist es gibt jetzt eine Nudelsuppe mit der Miss World (Fehlbeispiel aus der Kategorie “ah <txp:gho_permalink id=“240”>schöne Frauen</txp:gho_permalink>”) vorne drauf was die Suppe gleich mal 10 teurer macht und überhaupt Tesko ist nicht mehr was es mal war ich kauf jetzt auf dem Markt bei mir um die Ecke ein…
Thaksin schweigt
Thaksin (der Ministerpräsident meines derzeitigen Lebensmittelpunktes) schweigt jetzt gegenüber der Presse . Begründung gewohnt markig und klar:
???Thank you for seeing me back. Mercury is not in an auspicious orbit now. Just wait for the star to move across this year,??? Thaksin said smiling as he headed to his waiting private car.
Das heisst dann, dass wir erst Mitte Januar wieder von ihm hören.
Bauarbeiten
Ich probier hier mal was aus, also nicht gleich Mammi holen, wenn was seltsam aussieht, ja?
Done this. Gone.
Kippe? Gerne! (Zigarettenbildchen 3)
Rauchen ist böse. Und Thailand ist das wohl konsequenteste Land in der Bekämpfung der Raucher ;) Auf den Zigarettenschachteln stehen nicht die in Europa beliebten Schwarzen Sätze sondern gleich unterhaltsame Bilder, was alles so passieren kann, wenn man raucht.
Heute mein persönlicher Favorit: Vermutlich soll das Gebiss von Verfärbungen durch Nikotin sprechen. Wenn man allerdings bedenkt, dass Teethwhitening hier relativ preiswert zu bekommen ist (ich werde berichten), dann greift das Argument leider nicht.
Wenn man übrigens die Klappenposition der Schachtel betrachtet, kann man sich schon denken, welchen Spass man mit einer in das Klappengebiss gesteckten Zigarette haben kann. Wirklich preiswerte Unterhaltung.
Ich glaube ich werde alt. Jetzt wirklich.
- Seit drei Wochen trinke ich nur noch 1/8 der Mengen an Alkohol (die ich vorher getrunken habe — das nur aus Verständnisgründen einer ansonsten perfekten Ellipse).
- Ich schlafe nach einer Flasche Bier ein (dass es sich hierbei um Beer Chang handelt liefert nur Eingeweihten eine allerdings durchaus brüchige Argumentation)
- Ich esse Eis. Öfter als nur einmal quartalig.
- Ich liebe Fruchtshakes.
- Ich gehe in Restaurants essen. Richtiges Essen. Von Köchen frisch zubereitet. Ohne Tüte drumrum. Ohne Microwellen erhitzt.
- Ich esse Fisch. (Vor Samui gab es das seltener und wenn dann bittesehr Filet. Jetzt landet zweimal die Woche ein scharf angebratener Ex-Meeresbewohner üppiger Dimensionen auf der Platte, umrahmt von Pepper und Garlic.
- Ich habe ein Lieblings_restaurant_, keine Lieblings_bar_ mehr.
- “Its only 3 weeks and you feel this way?”
Kippe? Gerne! (Zigarettenbildchen II)
Rauchen ist böse. Und Thailand ist das wohl konsequenteste Land in der Bekämpfung der Raucher ;) Auf den Zigarettenschachteln stehen nicht die in Europa beliebten Schwarzen Sätze sondern gleich unterhaltsame Bilder, was alles so passieren kann, wenn man raucht.
Heute: Rauche und du wirst keine Gespenster mehr im Dunst sehen. (Ich bin immer noch auf der Suche nach einem authorisierten Translatoren.)
Regen. Mal wieder. Nachtrag.
Regen. Mal wieder.
Im Fr??hjahr bei Hin Da Hin Yai
Kippe? Gerne! (Zigarettenbildchen 1)
Rauchen ist böse. Und Thailand ist das wohl konsequenteste Land in der Bekämpfung der Raucher ;) Seit April dürfen Zigarettenpackungen nicht mehr öffentlich zum Verkauf angeboten werden. In den meisten Läden wurde das so geregelt, dass die Regale mit den Zigarettenschachteln hinter kleinen Klappen versteckt werden.
Nur bei 7Eleven nicht, die gehören wohl irgendwie Premierminister Thaksin und wehrten sich vehement gegen die Verordnung. Bis vergangene Woche, wo das Gesundheitsministerium eine Razzia machte, ein paar Leute einkassierte und bestimmte, dass bis nächste Woche auch da die Zigaretten versteckt werden.
Feine Sache.
Auf den Schachteln stehen übrigens nicht die in Europa beliebten Schwarzen Sätze sondern gleich unterhaltsame Bilder, was alles so passieren kann, wenn man raucht. Grund genug, eine neue kleine Serie anzufangen: Zigarettenbildchen.
Auf dem aktuellen Bild sehen wir eine, ehm, ältere Frau die raucht und übellaunig ist. Ich bin mir fast sicher, dass die zugehörige Aufschrift “Wenn du rauchst kriegst du Falten und graue Haare” lautet. Ich werde am Wochenende mal meine Thaiculture-Quelle anzapfen.
Tiefe Dunkelheit
Ey, hab ich eigentlich schon mal erzählt, dass ich neulich im 7Eleven von einer einäugigen Prostituierten angemacht wurde? Nein? Das war einer der ausschlaggebenden Ereignisstränge für meinen Umzug nach Maenam. Ich geh in den Shop, mach den Kühlschrank auf, steht ne kleine Frau neben mir und gräbt mich an: “Sawadee kah” sagtse. Ich sag “Sawadee krap” und kuck sie nicht an, weil ich mich im überaus wichtigen Prozess der Entscheidung über das Teeprodukt meiner Wahl (Litschi, Weiss, Grün, Rose, Longan, Honey…) stand. Sie labert weiter “What do you do tonight?” und ich kuck sie an (kann ja sein dass sie nett aussieht und man mal essen gehen kann oder so einen Kram veranstalten, teuer sind die nicht) und erstarre. Ich denke ich habe mein Gesicht maintained, so genau weiss ich das nicht mehr. Aus ihrem starrte mich ein Loch an da wo das linke Auge war. Sie laberte weiter und fummelte an mir rum. Ich dachte so verschiedene Sachen. Unter anderem dass ich das unbedingt ins Blog schreiben muss und warum die in Thailand das nicht hinkriegen, wenn sie die Augen amputieren das ordentlich zuwachsen zu lassen und wie eine Nutte mit soooo nem großen Loch einfach Farangs ansprechen kann, ich wäre da ja ein bisschen schüchtern aber anscheinend gibt es einen Markt für einäugige käufliche Liebe gibt ja auch einen für die hässlichen Hungerhaken (die Japaner stehen da drauf). Ich bin dann höflich zahlen gegangen und werde diesen 7Eleven nie wieder besuchen.
Das liebe Leser war mein Tiefpunkt in einer langen Reihe von Prostituierten die mich hier schon in Hoffnung auf eine erweiterte Negotiation angesprochen haben. (Und alle abgeprallt sind. Ich bin nämlich brav.)
In Maenam wird mir das nicht passieren (nagut, da bin ich gestern Abend nach dem Hauptprogramm in voller Fahrt fast vom Moped gezogen worden, aber die Frau hatte alle Augen und war auch ansonsten nicht schlecht ausgestattet).
LongKhong ???
Long Khong (mein neuer Lieblingsfilm der demnächst rauskommt) hat sogar eine Handlung: Es geht um sechs Teenager, die nach dem Schulabschluss wieder zusammen kommen und ihre alte Lehrerin besuchen wollen. Auf diesem Besuch (Achtung, jetzt kommts, absolut neu und in keinem anderen Film vorkommend) enthüllen sie ein grausames Geheimnis. schauder
Trifft sich irgendwie, dass ich demnächst mal wieder nach Bangkok wollte, da findet sich bestimmt was in den VCDheken.
Das war übrigens das fünfte und letzte Plakat zum Film. Jetzt hab ich nur noch Photos. Mal sehen ob ich die online stelle oder gleich ne Fansite aufmache.
Gra Thong
Im Süden (in Gra Thong) wurde heute Nacht in einer Schießerei eine Familie bestehend aus Eltern und sieben Töchtern getötet und weitere Menschen verwundet. In den letzten Tagen häufen sich derartige Meldungen mal wieder. Einige Zeit lang sah es so aus, als ob man sich auf Bombenattentate auf Regierungsgebäude und die Energieversorgung konzentrieren würde, jetzt sind wieder die Menschen dran.
Bemerkenswert ist, dass es sich bei den Aufständischen um eine eher kleine Gruppe handelt, die Halbwüchsige anstiftet Brände zu legen, Tempel zu zerstören. Der Großteil der Moslems im Süden möchte einfach im Frieden leben. Die Stimmen mehren sich, den drei südlichsten Provinzen Thailands (Yala , Narathiwat und Pattani ) wieder einen autonomen Status mit eigener Regierung zu geben. Bis vor ungefähr einem Jahrhundert war die Region ein eigenständiges Sultanat. Dann wurde es zwangseingegliedert.
LongKhong Vier
So langsam finde ich mehr und mehr Informationen zu meinem neuen Lieblingsmovie. Nun gibts einen Trailer, der sich schonmal recht nett ansehen lässt (wenn man einen Player hat, der wmv-Dateien abspielt. Das ist ein proprietäres Format von Windows das aufgrund der überaus niedrigen Lizenzkosten hier in Thailand weitverbreitet ist). Es gibt ganz bestimmt kein Blut und ganz bestimmt keine schrecklichen Laute. Und man sieht auch nicht, wie die Geckos aus Körpern kriechen.
LongKhong-Trailer Thai (5,6MB)
SkypeIn f??r Patrick
So. Seit heute kann man bei Skype auch SkypeIn-Nummern für Deutschland kaufen. Das heisst, Leutchens in Deutschland rufen eine Nummer in Deutschland an und landen auf meinem Arbeitsrechner in Thailand. Das ist fast so, als ob ich immer noch in Lübeck sitzen würde.
Jetzt fehlen euch aber auch alle Argumente.
Meine Nummer ist: +494512849600 — Leider konnte man die nicht wählen. Ich hätte dann doch gerne was mit 666 oder 1234 gehabt.
Wenn ich nicht online bin (was aufgrund wieder vermehrt auftretender Stromausfälle und verschiedener Dates und Festivals häufiger auftreten kann) dann geht der Anrufbeantworter ran.
Schöne neue Onlinewelt.
Ein Krathong
Für heute abend. Im Prinzip ein Manta unter den Krathongs. Ein bisschen zu groß (aber auch für zwei). Und eventuell auch zu schwer (ich würde mich totlachen). Wir werden sehen (eventuell nehm ich die Kamera mit. Aber die macht ja eh fürchterliche Bilder im Dunkeln).
Hach ja. Ein bisschen aufgeregt bin ich ja schon…
Morning at the office
Fast Vollmond
ShortMessage
“Yes,”
(to be remembered)
Grotte
Also. Ich kuck mir ja tolerant so jeden Film an, den es zu sehen gibt, könnte ja wirklich ne Perle drunter sein. In den letzten Tagen waren das die Folgenden:
Batman (irgendwas mit the beginning oder how it starts oder so ein Kram): Hey, bitte!!! Batman! Das ist Zeug mit Leuten in Strumpfhosen, die lustig bunt aussehen und böse sind. Kein Kram mit Ex-Schindler und irgendwelchem China/Tibet/Japan-Scheiss! Profillose Böse Protagonisten und die Sache mit der Ermordung der Eltern ist ja auch schon das fünfte Mal uminterpretiert worden. Ich schlief nach ca. 2/3 des Filmes ein.
Star Wars III (irgendwas mit seth oder so): Wie Star Wars II aus der Dreiergruppe die zuerst gedreht wurde und dann die zweite wurde. Ich hab da nie mitbekommen wie der Typ der später Indiana Jones war wieder aufgefroren wurde. Und eine Handlung gabs wohl auch nicht. Ich bin nach einer halben Stunde eingeschlafen.
War of the worlds (H. G. Welles Remake). Eigentlich sollte es schwer sein, ein Welles Werk zu zerstören. Ist es aber nicht. Man nehme Tom Cruise, ein paar Special Effects und Tim Robbins. Kein Problem. Ruckzuck kaputt gemacht. Absolut unglaubwürdig wie kein Auto fährt und die eines finden, das fährt. Absolut unglaubwürdig wie Cruise den “absolut tödlichen” (uh, ich fürchte mich) Strahlen der Außerirdischen ausweichen kann und alle anderen nicht. Und warum die Außerirdischen am Ende alle sterben bekommt man auch nicht mit. Typische amerikanische “Hello we are the heroes who save everything and everyone who run into a blast of explosions will be alive and happy with the rest of the family at the end of the movie dont be afraid”-Scheisse. Ich bin nicht eingeschlafen. Der Fernseher war zu laut eingestellt und ich war zu faul die Fernbedienung zu suchen.
Gibts eigentlich noch gute Filme da draussen (rhethorische Frage)? Ich hab noch ein paar Thai- und Koreanmovies rumliegen. Die werden mich hoffentlich erstmal besänftigen. Wenn die Abende nicht ohnehin alleincouchig geplant gewesen wären, wäre es eventuell schade um die Zeit.
99,4%
LongKhong 3
Ehm. Ich hege ja derzeit ein nicht unbedeutendes Interesse an meinem neuen Lieblingsfilm Long Ko??ng. Bis eben war ich der Meinung, er hieße übersetzt soviel wie Der Geschmack der Dinge — dem scheint nicht so zu sein. Der englische Titel ist “Art of the Devil 2” (Was wie häh? Da gibts noch mehr Teile dazu? Geil!) und eventuell hab ich auch schon die IMDB-Seite zum Film gefunden. Ich werde berichten™. (Ich bin ja so aufgeregt!)
Die Kommentardebatte
Ich führe ja inzwischen ein erfülltes kommentiertes Leben. Dumm nur, dass soviele Kommentarmails reinkommen, dass der Spamfilter die schreiBBloga.de inzwischen in den Spamordner schiebt. Was sagt das jetzt über die Qualität aus? Hähähäh…
Flickrkram
So. Hab mir mal einen Pro-Account bei Flickr gekauft. Wenn ich jetzt gleich noch Lust habe, werde ich mal alle meine kleinen Pornobildchen hochladen. Ich weiss nur noch nicht, ob ich das nach Asian , Ebony , Teens oder nach Stellungen sortieren soll. Mal sehen.
Na komm. Hör schon auf mit den Augenbrauen zu runzeln. Ich lad natürlich nur langweilige Bildchen von Samui hoch. Ist doch klar. Der Pornokram bleibt auf der Festplatte.
Willkommen, welcome, bienvenu…
Beim Durchstöbern unveröffentlichter Fragmente in meiner kleinen unterhaltsamen Artikelsammlung fand ich eben einen angefangenen Eintrag zu einem amüsanten Erlebnis neulich. Ich hatte ein, ehem, Date Freitag vorletzter Woche. Quasi ein initiales Date und war mit der “mich begleitenden Thai” im Transvestiten-Cabaret. Das ist auf ihrem Mist gewachsen, nicht auf meinem. Jedenfalls ist das zu lange her, um noch ausführlicher darüber zu berichten, wir werden aber definitiv wieder hin gehen. War nämlich lustig (ihr hat es mehr gefallen als mir, ich habe immer etwas Probleme mit halbumoperierten geschminkten Männern in glitzernden Kostümen deren Penisse in irgendwelche dunklen Zonen weggebunden wurden Zungenküsse auszutauschen).
Aber die Bedienungen waren überaus süß. So für Männer.
Einziger weiter erwähnenswerter festzuhaltender nicht wiederholbarer Moment (und das ist der Grund, warum ich diesen Eintrag überhaupt noch fertigstelle) ist der, als ich der “mich begleitenden Thai” die Bedeutung des Songs “I’m not a girl” von Britney Spears erkläre. Ja. Das werde ich nie vergessen. So tief fallen und trotzdem noch weit oben sein. Wirds nie wieder geben.
Man wird eines Tages über mich sagen: Er hat ner süßen Thai Britney Spears in ner Transvestitenbar erklärt. Das kann man erstmal nicht toppen.
LongKhong II
Inzwischen weiß ich mehr über meinen zukünftigen Lieblingsfilm Long Khong: produziert wird er von Mangpom einer der größeren thailändischen Produktionsfirmen und es spielen eine Menge in Thailand bekannter Schauspieler mit (klar, für einen guten Gore-Film benötigt man viel Kanonenfutter) und Regie führte ein Team aus 7 Regisseuren (das Ronin-Team). Ich werde berichten™.
PS: Ich mag die Augen der Thais… man kann soviel darin lesen…
Heute morgen…
… lächelte ich. Ganz kurz nur. Aber es war erkennbar. (Irgendwie hat das neue Haus mehr Spiegel als das alte.)
LongKhong
Ich finde noch keine weiteren Informationen zu diesem Film. Da aber ein Gecko mitzuspielen scheint, wird es sicher ein guter Film.
Long Khong heisst übersetzt soviel wie “Der Geschmack der Dinge” — da gibts noch ein paar andere Poster, die auch sehr geschmackvoll gestaltet sind. Mehr vielleicht in den nächsten Tagen.
Nur für meine Feedfetischisten
Hallo ihr Süssen! Na? Habt ihr wieder ein bisschen XML gegrabbt? Das ging eine Weile nicht. Hab ich mir sagen lassen. Jetzt gehts wieder. Ihr habt übrigens verdammt viel verpasst. Sag ich jetzt mal. Onlinecontent. Und so.
Schwarze M??nche
Neulich sah ich in den Nachrichten (Channel 3 — immer gut informiert) einen schwarzberobten Mönch. Ich hatte das schon öfter mal gesehen und mich gewundert, weil eigentlich orange die Farbe der Mönche ist. Ich habe mich also mal hingesetzt und mit dicken Fingern meiner vertraulichen Quelle eine fragende SMS geschrieben:
Ich: Hi **! What does it mean when monks wear black robes?
Sie (die Quelle): Haha. The monks wear yellow robes only :D
Ich: No. On channel 3 in the news right now there was a black robed monk.
Sie: Ahaa… the monk has singer.
Ich: ? (man beachte bitte die überaus kreative Nutzung aller 160 Zeichen dieser SMS)
Sie: Ahaa… the monk has singer before and he say with peple will be to got monk don’t singer anymore :| but now some peple useful with him. he don’t like and he said be will lave from monk now :)
Alles klar? Gut. Ich habe dann davon abgesehen noch zu fragen, warum Mönche wohl grüne Kutten tragen, denn da stand noch ein Grüner rum.
Dan & Beam (& Big)
Ach zu Dan & Beam gibts auch noch eine Zusatzgeschichte zu erzählen. Jeder der erst dieses Jahr begann, sich für Dan und Beam und ihre eingängigen unterhaltsamen Melodien zu interessieren wird beim Erwähnen des Namens Big nicht mit der Wimper zucken.
Andere dann schon. Neulich wurde mir zugetragen, die Popgruppe hätte mal aus drei Jungs bestanden. Einer, Big, fuhr mit dem Auto in einen Kanal, musste anschlie?end am Hirn operiert werden, wo man einiges kaputt schnippselte und fristet nun sein Dasein als Verrückter.
Loi Krathong
In der Vollmondnacht des zwölften Monats des Mondkalenders (dieses Jahr am Mittwoch, dem 16. November) feiern die thailändischen Buddhisten Loi Krathong. Die Menschen lassen traditionell aus Bananenblättern gefertigte Schiffchen (Krathongs) die mit brennenden Kerzen, Räucherstäbchen, Blumen und Münzen als Opfergaben gefüllt sind auf Seen, Flüssen, Kanälen und dem Meer schwimmen. Mit den Schiffchen schwimmen auch alle Sorgen und Sünden davon. Wenn die Kerze lange brennt, wird ein Wunsch in Erfüllung gehen und das nächste Jahr ein Glückliches. Allerdings darf man dazu seinen Krathong nicht aus den Augen verlieren.
Ein thailändisches Sprichwort sagt übrigens: “Wenn ein Mädchen und ein Junge gemeinsam einen Krathong schwimmen lassen, dann werden sie in diesem oder im nächsten Leben ein Paar”. Ich wage fast nicht zu erwähnen, dass ich am Mittwoch ein Date habe. Mit einem Mädchen. Und ein Junge bin.
Pop kills itself with a little help of my friends
Wie man lesen kann ist das Leben als Popstar in Thailand gefährlich. Für meine Entscheidung, hier doch kein Popstar zu werden spricht allerdings auch die Tatsache, dass man im Internet zu einem “Phai” absolut nichts findet. Überhaupt ist die Thailändische Poplandschaft sehr unübersichtlich. Neben den normalen “üblichen Verdächtigen” (Tata Young, Dan & Beam usw.), die ehrlich gesagt aussehen, als ob sie schon seit 10 Jahren diesem Gewerbe fröhnen gibt es jede Menge kleine Sternchen, die ungefähr 10 Monate lang geliebt werden und dann entweder von Studioscheinwerfern erschlagen oder der Plattenfirma gekündigt werden.
(Lasst uns ein Spiel spielen. Versucht eure Kommentare bitte mal ohne diese 5 Begriffe (auch keine Falschschreibweisen und Abkürzungen) abzugeben: Popstars, Deutschland sucht …, Daniel Küblböck, Dieter Bohlen (oder hiess er Dietrich?), Big Brother. Danke!)
PS: “Funfair Tragedy” ist auch ein lustiger Begriff…
Shadow
Good Morning
Infiltration
Also ich habe ja ein englisches Office auf dem Rechner. Und trotzdem hat es diese Thaizeile irgendwie ins IE-Kontextmenü geschafft. Versteh ich nicht. Trotz Diplom.
Man möge die subtil vorgetragene Nachricht, dass ich mit einem ???????????????????????????.?????????????????? -Projekt so weit vorangekommen bin, dass ich nun bereits für ein einheitliches Bild auch in exotischen Browsern sorge zur Kenntnis nehmen. Vielleicht gibts ja doch noch was Neues aus dem Hause grauHirn dieses Jahr? Wobei, nein, ich hab zuviel anderen Kram zu erledigen.
Spazierunfall
Und dass ich schon wieder im Büro sitze liegt nur daran, dass ich beim Spazieren hier vorbeigekommen bin, die verspiegelten Scheiben mich verlockend anfunkelten und ich mir dachte, ich könnte ja mal kucken, ob mir irgendwer ne Email geschrieben hat. Hat. Jetzt schnell noch Feeds abgrasen, nach Chaweng fahren einige Extensions klarmachen und dann ab zum Lunch. Lunchen ist gut. Da isst man. Dann Tempel, dann Thaischreibenlernen, dann Film kucken, dann Sonnenuntergang, dann Dinner, dann Filmkucken, dann eine kurze Mopedfahrt weg vom Haus, dann eine kurze Mopedfahrt hin zum Haus, dann Schlafen. Eigentlich ein perfekter Sonntag.
You romantic man!
Gestern abend hab dann selbst ich einige Augenblicke sehr sehr dumm aus der Wäsche gekuckt. Glücklicherweise war es dunkel und so sahen es nicht allzuviele Personen.
Wenn man mal nicht weiß wo ich mich aufhalten könnte, dann besteht eine ziemlich große Möglichkeit mich am Friedhof der Geisterhäuser (zwischen Chaweng und Lamai) zu finden. Oben. Man kann recht gut da rumsitzen und Sterne betrachten, die Schiffe am Horizont ziehen und die Fischerboote in Ufernähe grün leuchten sehen.
Gestern abend nun ging ich mal die Treppe runter und war wie erwähnt leicht erstaunt. Man sieht von oben gar nicht, was sich unten verbirgt und irgendwie erklärt das auch, warum man da immer soviele Autos und Mopeds sieht nur keine Leute. Die sind alle da unten. Das ist nämlich der so ziemlich romantischste Ort auf der Insel. Sieht man von oben auch gar nicht. Ein breiter Streifen Felsen der sich ins Meer zieht.
Da sitzen dann die Thais (und gestern ein Farang), geniessen Gantschah und Beer Chang, quatschen, sehen den Sternen beim Verglühen zu und hören Musik.
Cherng ra??k mak maak!
Massive Attack: Angel
Massive Attacks “Angel” ist eines der Stücke, die ich auf nahezu jede Kompilation ausgesuchter musikalischer Schmankerl draufpacken würde, wenn ich für jemanden Besonders eine derartige Kollektion zusammenstellen würde. Was ich nie mache, weil es keine besonderen Menschen mehr gibt auf dieser Welt.
Aber mal ehrlich. Wie aus einer ruhig entspannt dahinfließenden Basslinie eine derartige Explosion und triphoppige (Achtung, jetzt kommts, Fachbegriffe in der die schreiBBloga.de) synkopenhafte Wand werden kann… nenene…
underlistening 01: Massive Attack “Angel” 6:20 (1998)
Tagline: her eyes
Flickr, nich wahr
Flickr, nich wahr, is ja son Dienst womit man Bilder hochladen tut und die dann online zum guggen hat (an dieser Stelle sei mir ein verschwörerisches Zwinkern mit Kopfnicken und leisem “Hmm?!? Hmm?!?” erlaubt). Dummerweise kann man beim Gratisaccount nich viel hochladen. Hab ich grade festgestellt. Muss ich wohl doch nen Proaccount kaufen wenn ich bedenke, dass mehr Bilder kommen sollen (neue Kamera ist schon bekuckt und kaufbereit in der Vitrine). Eigentlich wollte ich das ja irgendjemandem als Weihnachtsgeschenk für seine Heiligkeit aufdrängen.
Nich schön das. Blödes Web2.0. Kostet Geld. Nenene.
Ach ??brigens
Wenn jetzt jemand glaubt, ich würde am Wochenende nicht mehr ins Büro kommen, weil der Weg so weit ist, das dachte ich auch, allerdings bin ich heute schon das zweite Mal hier. Sehr aussagekräftig, oder? (Nagut, man könnte die kurzfristige Verschiebung eines morgendlichen Dates und die Tatsache dass die Heimkinosachen noch im Büro rumliegen als Begründung anführen, das aber würde nur zu Nachfragen führen, weshalb ich davon erstmal absehe(n thuhe).)
Morgen bleib ich aber zu Hause. Ganz bestimmt. Vielleicht.
Umzugsnachteil
Ehm, einen ganz ganz großen Nachteil hat der Umzug nach Maenam. Ich fahre morgens (wenn Stau ist 30 Minuten lang sonst) 20 Minuten lang mit der Sonne im Gesicht. Das führt einerseits zu einer gewissen Bräune, andererseits wird durch das viele Sonnenlicht jeglicher graue Gedanke ausgelöscht.
Diese Insel macht es einem wirklich verdammt schwer sich einer gepflegten Depression hinzugeben.
Ich bin jetzt (Teil)Samuianer
Also mal ganz kurz und knapp: Ich bin jetzt polizeilich mit Wohnort in Thailand, Surrat Thani, Ko Samui, Ban Maenam, 47/15 Moo 4 gemeldet. Das Ganze geht einher mit einem neuerlichen Umzug.
Ich habe das letzte Haus ja als superdupertolle Hütte vorgestellt und das war sie auch. Bis zur ersten Nacht. Da hatte der Nachbar Streit mit seiner Thaifrau. Den hatte er dann wenn er nicht gerade Sex mit ihr hatte jede Nacht (5:2-Anteil) gewöhnlich ab 4 Uhr. Der andere Nachbar hat sich dann irgendwann auch von seiner Thaifrau getrennt und der dritte hatte jede Woche ein anderes Dysfunktionssubstitut vor der Türe stehen. Irgendwann haben sich dann alle mal in einer Woche getrennt (entleerte Pistolen, zerschlagene Scheiben, schreiende Familienmitglieder) und eingebrochen wurde auch.
Also nicht ganz so optimal, die Hütte.
Weshalb ich umziehen wollte. Letzten Monat habe ich nichts gefunden, was meinen neuen Anforderungen (Thaisiedlung, kleineres Haus, weiter weg, am besten Lipa Noi oder Maenam) entsprach. Weshalb ich noch einen Monat blieb. Diesen Monat hab ich eine kleine Hütte gefunden (ich hätte fast Traumhütte gesagt, konnte es mir aber gerade noch verkneifen. Das sag ich dann nach einem Monat im Frieden) und bin prompt umgezogen.
Nach Maenam. Mit Mietvertrag über mindestens 6 Monate.
Maenam ist ein bisschen mehr Thailand als viele andere Inselortschaften. Mehr Thais, weniger Touris, mehr Plastikstuhllokale, mehr schöne (unverbrauchte) Thais, weniger Sex, weniger Lärm, wenn Leute einen ansprechen, dann weil sie vom Farang was wissen und keine nächtlichen Aktivitäten negotieren wollen, Pad Thai Gai der mich vom (Plastik)Stuhl gehauen hat (der Kram bei Buster ist Nudelsalat), mehr Holzhäuser und Wellblechhütten, mehr Wasserbüffel, mehr Palmen, mehr Bäume — also Nicht-Palmen, Urwald, Natur, Thailand eben.
In meiner Siedlung wohnen nur Thais. Das bietet einerseits eine Sicherheit in Bezug auf unerwünschte nächtliche Gegenstandsverlierenlasser, andererseits sind die Lichter abends um Neun überall aus und man hat einen herrlichen Blick auf die Sterne. Meine Veranda hat eine so breite Brüstung, dass ich darauf vermutlich viele Nächte verbringen werde und gehaltvolle Inhhalte für die schreiBBloga.de schreiben werde (jaja, ich merk schon, dass die Zählung zu meinen Ungunsten auszugehen scheint). Das Haus selber scheint mir entweder kürzlich renoviert oder komplett neu zu sein.
Ach und das Beste: Ich hab nicht nach dem Haus gefragt sondern ein Thai. Was zu einem Thaipreis führte. Sehr sehr gut.
Dieses Haus hat übrigens eine House-Warming-Party verdient. Ich werde berichten™. Aber erstmal einräumen und die Kinoanlage aufbauen.
PS: Nach dem Mietvertrag bekam ich ein amtliches Formular (Thaischrift mit lustiger Englischer Übersetzung und Stempelheader) vorgelegt und durfte darauf vermerken, mit welchem Visa ich wie lange im Lande bleiben werde und dass ich mir bewusst bin, dass ich nun polizeilich gemeldet bin. Mal sehen, wie hoch die Steuern hier sind. Da fällt mir ein, dass ich mich seit Monaten in Deutschland abmelden wollte. Das wird nun angegangen.
PPS: Aufmerksamen Lesern auch der die schreiBBloga.de vorfahrenden Veröffentlichungen werden bemerken, dass damals die Rede von einem Jahr in Thailand war “und dann mal weitersehen” und die Anmietung der Mietsache 47/15 in Maenam für mindestens 6 Monate deutlich über dieses eine Jahr hinaushängt. Nun gut. Halten wir es mal schriftlich fest: Ich bleibe hier. Lebenstechnisch. Arbeitstechnisch sage ich mal Folgendes: Ich bin mit ziemlich sicher, dass mein derzeitiger Arbeitgeber ein nicht ungewöhnliches und verständliches Interesse an meiner vorzüglichen Arbeitkraft hat und (“bin”, für diejenigen unter meinen Lesern, die lange Sätze nicht lesen können ohne den Anfang zu vergessen) einigermaßen gespannt, wie er sie (die Arbeitskraft, siehe eben) sich sichern will. Ich finde Verhandlungen erregend. Ich bin mir ganz ganz sicher, dass die Worte “Masseuse” und “Hängematte im Büro” fallen werden. Ganz ganz sicher.
PPPS: Ich werde nicht allein im Hause wohnen. Spekulationen sei hiermit freier Raum gegeben.
PPPPS: Die Klimaanlage schafft 17 Grad Celsius. Die alte brachte nur 18. Es geht aufwärts.
PPPPPS: Ich wollte eigentlich einen längeren Eintrag a la “Und Tschüß Lamai, für mich brauchst du die Beine nicht mehr breit zu machen” auskotzen, fand das dann allerdings langweilig, spöde und vorhersehbar und habe es gelassen. Aber einen Spruch wollte ich unbedingt noch loswerden: “Chaweng, Alte. Du hattest nie eine Chance!” — Hmm. Klingt auch nicht mehr so gut wie in meinem Kopf.
Vatikan schliesst.
Der Vatikan schließt Schwule von der Priesterweihe aus . Wie (man möge mir mein katholisches Wortspiel verzeihen) schwul ist das denn? Da verurteilen die seit Jahrhunderten dies und das und haben bis November 2005 noch nicht mal ne Direktive, die Schwule ausschließt? Hey, die brauchen mal einen ordentlichen Projektmanager da drüben. Wenn die Thai sprechen würden, würde ich mich ja mal melden. Aber die nehmen ja keine Schwulen.
Hmmm. Hab ich schon mal erzählt, dass ich in frühen Jahren Priester werden wollte? Ist eine gaaaanz gaaaanz lange Geschichte und die Typen können verdammt froh sein, dass ich meine Meinung geändert habe. Allerdings wollte ich auch schon Raumfahrer und Kanzler werden. Und Projektmanager und Ingenieur und Handelskaufmann. Und nun bin ich, ehm, Sekunde, ich muss mal nachschlagen, Systems Analyst.
Wahre Geeks…
… updaten die Map ehe sie im Blog was announcen.
[Update] … und die Kontaktseite. Aber mehr erzähl ich heute nicht.
Dümmlicher Eintrag zu dümmlichen Termin
Siehe Datum.
Die Dose
Yeah!
Mehr später.
Thai f??r Sprichwortfetischisten II
Neulich (schur, kram, blätter — ah, <txp:gho_permalink id=“469”>hier</txp:gho_permalink>) meinte ich einen tollen Thaispruch loswerden zu müssen und wurde mitten im Schreiben, ehm, zu einem, ehm, dringenden und unerwarteten, ehm, Patientenbesuch gerufen. Genau. Patientenbesuch. Das wars.
Erklärt habe ich aber noch nicht, warum man immer das Rote kaufen soll und da erste Anfrager schon vor Mangelinformation platzen werde ich des Rätsels Auflösung nun preisgeben.
Es ist ganz einfach. Die Thais haben ein Faible für Farben. Jeder Tag wird einer Farbe zugeordnet. Der Sonntag bspw. ist der Rote Tag oder der Tag des Sonnengottes. Wer am Sonntag geboren ist, hat Rot als seine persönliche Glücksfarbe. Rot ist außerdem eine generelle Glücksfarbe. Weshalb man natürlich Rot immer bevorzugen sollte, wenn es um den Kauf farbiger Was-auch-immer geht.
PS: Nun, warum ich ein wenig druckse mit der Farbe für meinen Geburtstag, den Samstag? Es ist violett. Wie schw** ungünstig farblich gewählt bittesehr ist das denn?
Kleine Anpassungen
Ehm, ich hab grade gemerkt, dass meine eigenen Kommentare als Visitors gezählt werden. Kähhähhähhäh. Das geht natürlich nicht. Die werden logischerweise dem Autor zugerechnet.
Arthritischer Sex
Neulich gabs ja schon die Tips für die Möglichen Positionen nach einer Hüftoperation. Allerdings sind unsere älteren Mitbürger nicht nur durch titanische Hüften definiert, nein, dann und wann leiden Sie auch an Arthritis. Aber auch arthritisch verkrümmte Zeitgenossen können erfüllten Sex haben. Sagt die University of Washington/Seattle . Mit Bildchen (kannte ich alles schon, ohne Arthritis zu haben). [via Sex! — ein Blog, das ich nur lese, um mein Schwedisch zu verbessern]
Auch Sie können im Alter noch ein erfülltes Sexualleben haben! Geben Sie sich nicht auf!
Benzinkosten
Wenn die Benzinkosten auf ca. 60txp:gho_baht/ pro Tag steigen handelt es sich entweder um eine Frau oder um die Suche nach einem neuen Haus.
Oder um beides.
Katastrophenblogging
Ehm. Vor ner Stunde ging die Tür auf und vier Thais (2 female, 2 male) schneiten herein. Sie stellten sich mit “Steuerbehörde Surrat Thani” vor und verlangten den Boss.
Dazu muss man wissen, dass der Boss addicted to smoking ist und gerade mal wieder Lungenflügel malträtieren war. Dachte ich zumindest. Nach ein bisschen rumtelefonieren stellte sich heraus, dass er Nahrungsmittel aufnahm und wir durften die Leutchen unterhalten. Der Mann, der sich als Chef aufführte stellte ein paar scheinheilige Fragen, die ich freundlich und wahrheitsgemäß beantwortete. Unter anderem, ob wir schon Geld verdienen mit der Firma (keine Ahnung, ich arbeite hier nur, müssen Sie mal den Chef fragen), ob wir Thai verstehen (ja, nit noi, kleines bisschen — sehr lange Gesichter bei allen Beteiligten), was wir hier eigentlich machen (ehm, we program websites and content for websites — emsiges Scharren in den Dokumenten).
Dann gingen die Männer und die zwei Frauen saßen eine Weile rum, bis der Boss kam und sich nun mit ihnen beschäftigen darf. Unter anderem wird kräftig Dokumente kopiert und rumgeschäkert.
Ich habe mich unter meine Kopfhörer verkrochen und simuliere rege Tätigkeit. Ich arbeite hier nur.
Ich werde berichten™.
[14:15] Der wichtige Chef der Steuer-Thais kam grade rein, stolzierte sich laut räuspernd zur Kaffeemaschine und begutachtete sie. Ich habe ihm keinen Kaffee angeboten. Die Amerikaner evakuieren bereits die Bessersituierten.
[14:17] Die Sekretärinnen gegenüber bei den Anwälten tragen heute beide weiße enge Kostüme. So kann man nicht arbeiten. Gestern waren wir (der beste Systemanalytiker mit falscher Workpermit von allen und ich) in einer Bar namens “The Pharmacy”. Da rennen die genauso rum. Nur fassen sie einen auch an. Und die eine, ehm, die war, ehm… ich muss da heute nochmal hin.
[14:23] Bruahahahahaha. Der Chef von denen meint, uns unauffällig beobachten zu müssen. Was nur nicht sehr unauffällig ist. Wenns auffällt.
[14:28] Der Chef blüht auf. Sollte jeden Tag die Steuerprüfung kommen. Der Himmel ist verhangen. Sicher regnet es gleich.
[14:38] Hmm. Sie sind weg. Komische Sache. Der Chef weiß nicht, was sie wollten. Aber sie schienen zufrieden. Das nächste mal darf ich katastrophenbloggen ohne den Chef zu fragen. Das Schlimmste daran ist, dass es ein nächstes Mal geben wird. Fazit: Die Steuerbehörde hat keine süßen Frauen.
Patience
Gaffe
Für den besseren Tagesbeginn.
Tropen (Kapitel 35)
Tropen! Tropen!!! Wenn auch nur noch *ein*mal jemand mit Tropen zu mir kommt stopf ich ihm die Tropen in jede verfügbare Körperöffnung.
(Es regnet wieder. Seit Freitag.)
Verbl??hen
Früher habe ich mir öfters Rosen geschenkt. Ich habe sie nie verblühen lassen. Sobald sie die ersten Ermüdungserscheinungen aufwiesen, hing ich sie mich dem Kopf nach unten auf und lies sie trocknen. Ich hatte viele Trockenblumen.
Heute lasse ich sie verblühen. Man muss schöne Dinge auch vergehen lassen.
Anocha
Subtilität
Subtilität ist eine Kunst. Daher darf sich auch jeder an ihr versuchen. Wäre es ein Handwerk, würde es nicht diese ewigen Versuche amüsanter Subtilität geben. Hmm? Na? Verstehst du? Hmm?
Samstag Morgen
Ich spüre mein Herz schlagen ohne Kaffee getrunken zu haben. Ein unwohles Gefühl. Irgendwie.
Niedlicher Trend
Ich stelle einen niedlichen Trend fest: Thais (zumeist weiblicher Natur) nennen mich neuerdings öfters Bedd. Das klingt ganz süß aus so einem Munde. Das “tr” ist dann doch etwas schwer auszusprechen — es gehört nicht zum Lautschatz der Thais. (Na? Lautschatz? Wortschatz? Lautschatz? Ich möchte das mal eben in den Duden eintragen lassen.)
Ein ganz anderer Trend und zudem überaus unniedlich ist der, dass es zu regnen beginnt, wenn ich wirklich mal was vor habe. Naja. Warten wir den Abend ab.
Ray Ban
Frohen Schrittes betrete ich (vorhin) die Filiale einer Optikerei-Kette namens “Beautiful Opticals” auf der Beachstreet in Chaweng. (An dieser Stelle stoppt der Film, ich hänge mit dem Fuss überaus dümmlich grinsend über der Schwelle und aus dem Off ertönt eine Stimme:) Was war geschehen? Ich brauchte eine Brille. Eine neue. Die alte wollte nicht mehr so wie sie sollte, klapperte ihrem Ende entgegen, die Schrauben hielten nicht mehr, das Glas ermattete und auf die Frage nach dem “Wie lange trägst du die Brille denn schon” wusste ich keine Antwort was auf mindestens 4 Jahre hinweist. Abgesehen davon brauchte mein Gesicht schon lange mal ein Upgrade. Was also lag näher als die Schwelle eines Optikers zu übertreten? Hmm? Genau! Nichts.
Hmm. “Beautiful Opticals”. Das heisst mal ganz nonchalant übersetzt “schöne Optischesachen”, oder? Also “opticals” gibts ja nicht, nur “optical” und das wäre dann ein Adjektiv und es würde eher heißen “optisch schön”. Ahh! Ok. Darauf könnten wir uns einigen.
Jedenfalls trat ich über die Schwelle des Ladens und fand den Namen passend. (Der Film läuft ruckelnd wieder an und im Hintergrund leiert Thaipop von “Dan & Beam”.) Drei überaus niedliche Thais (females) reißen sich gegenseitig die Klamotten von den Leibern und beginnen sich zu streiten, wer mich bedienen dürfe. Die meiner Meinung nach optisch schönste gewinnt und nimmt sich meiner an. Ihr Rock ist recht knapp bemessen (in medizinischen Geschäften — Drogerien, Apotheken, Optikern usw. — tragen sie immer recht ich würde mal sagen anregende Kostüme. (Da fällt mir ein, hab ich schon mal vom Krankenhaus in Bangkok erzählt? Da war ich neulich mal in der Laserabteilung, da haben sie so Krankenschwesterkostüme wie in den japanischen Pornofilmen an. Eng. Knackig. Kurz. Und irgendwie auch nur beautifulle opticals dabei. Da fiel es mir ziemlich schwer, nicht zum Fetischisten zu werden.) — manchmal fährt man vor sich hin und wundert sich, warum alle vor einem langsamer werden bis man dann bei einem derartigen Geschäft vorbeikommt und der Stau sich wieder auflöst. Farangs sind verdammt berechenbar.) — Jedenfalls kann ich den Anblick nicht lange genießen denn sie fragt mich ob ich wieder eine derartige Brille haben will und reisst mir das alte Teil vom Gesicht.
Ohne Brille quasi blind erkläre ich ihr (oder der Stelle an der ich sie vermute), dass mich nach einem schwarzrandigem Modelle giert und sie bringt ein paar vorbei. Dazu muss man wissen, dass die Thais recht kleine Köpfe haben und die Brillen alle zu eng sind. Dann meinte sie, sie hätte noch Modelle aus den USA und Europa und entschwindet wieder in den Milchglashintergrund. Als sie wieder kommt hat sie einen Haufen Brillen auf dem Arm auf denen seltsame Markennamen stehen. Gucci. Armani. Und so ein Kram. Viele nette optisch schöne Brillen.
Ich probiere ein paar aus und kann den Kreis der Kandidaten auf glorreiche drei begrenzen, die ich dann unentschieden wie ich bin der Reihe nach ausprobiere. Bis ich dann sie frage, welche ihr denn gefalle. “Wait” sagt sie und schiebt mir die drei Brillengestelle nacheinander aufs Gesicht und betrachtet mich lange prüfend (“Why you dont bring your girlfriend to look for. She can decide!” — “I dont have a girlfriend.” — “Ah. Try this one” …. Pause …. Pause … “Where are you from?” — “Germany, but now I live in Lamai” — “Ah! you live here? Try this one.” — “Yes.” — “You work in Lamai?” — “Yes” — “Why dont you work now?” — “Its my lunchbreak.” — “Ah. This one is not nice, look better in this one…”). Dann entscheidet sie sich für ein Modell von Ray Ban. Muss wohl ein entfernter Bekannter von Ray Charles sein. Titan und schwarzes Plastik. Das wäre das Gestell gewesen, für das ich mich auch so entschieden hätte, aber es wäre auch das teuerste. Deshalb hegte ich kurz die nicht geringe Hoffnung, sie würde sich für ein anderes Modell entscheiden, auf dass ich mich selbst überstimmen könne — schließlich müsse die Welt und nicht ich mich sehen mit diesem Krakel auf der Nase.
Gut. Ich entscheide mich spontan und unbeeinflusst für das 6.400 teure Gestell (das sind drei Dolby-Surround-Anlagen und 8 DVDs in Thailizenz oder drei Nächte mit verschiedenen Frauen oder vier Nächte mit der gleichen oder zwei Wochenenden in Bangkok — also schon ein kleiner Batzen Geld) und erwarte nun gefasst die Verhandlungen über die Gläser.
Meine (alte) Brille ist irgendwo verschwunden und so tappe ich in Milch getaucht zwischen kichernden Brillen-Thais herum bis mich eine am Arm fasst, entschlossenen Schrittes in ein Separee schreitet (mich immer noch am Arm haltend), den Vorhang schließt und mich in einen gemütlich flauschigen Sessel absetzt. Hier sehe ich auch meine Brille wieder, die gerade von einer optisch schönen Thai mit entschieden zu kurzem Rock ausgemessen wird. Dann machen wir das Ding mit wo man in eine Röhre kuckt und irgendwas im Hintergrund rattert und flackert und wird scharf und wieder nicht. Als “scharfes Objekt” wählt sie eine Windmühle. Sehr progressiv für einen Optiker auf der sündigen Meile.
Anschließend spielen wir das Spiel mit dem “can you read the first line?”. Ich kann nicht. Versteht mich nicht falsch, aber die Zeichen sind gross und trotzdem seh ich nur Flecken. Na toll. Wir schieben also einige Gläser ein und aus und rum und her, zwischendurch bemerkt sie noch bewundernd, ich hätte einen interessanten starken Zylinder. Ehm. Ich grinse verständnislos aber erfreut ob dieser Bewunderung zurück und sie zeigt mir die Auswertung der Brillenprüfung. Achso. Den Zylinder. Klar. Kann mich auch nicht entsinnen, ihr andere meiner reichhaltig vorhandenen Zylinder schon mal gezeigt zu haben. Allerdings passierte es schon mir bekannten Personen auf der Beachstreet in Chaweng einige Stunden zu verlieren und sich hinterher nicht zu entsinnen wem man alles seine Zylinder gezeigt hat. Hat man alles schon gesehen. Gabs alles schon. Nach einer Weile stellen wir fest, dass sich meine Augenleistung nicht verschlechtert hat (ah, klar, das ist der Gipfel. Jetzt gehts abwärts. Ich werde alt.) und ich bekomme meine (alte) Brille wieder. Schnell setze ich sie auf, man will ja das Sehvergnügen maximieren.
Die optische Gewinnerin des anfänglichen Kampfes kommt zurück und erklärt mir, dass bei einem so guten Gestell natürlich auch nur die besten Gläser rein müssen. Wir verhandeln kurz und dann einigen wir uns auf entspiegelte (“good for you when you on photo with girlfriend you! do you have girlfriend?”) superdünne (“not so heavy. look good in this glasses with you!”) Plastikgläser (“plastic is good for you!”). Sie rechnet vom Gestell schnell noch 30%-Rabatt ab, was mathematisch korrekt aus 6.400 4.000 macht, die Gläser kosten 4.500 (nicht vergessen, ich habe einen verdammt massiven Zylinder).
Dann meint sie, die Gläser brauchen 5 Tage. Sie nimmt einen Kalender und berechnet flix den nächsten Dienstag als Termin und sagt ihn mir. Ich sag ok. Daraufhin kommt eine optisch nicht so schöne Thai (wir müssen hier wirklich Unterschiede zwischen den Protagonisten setzen) und sie verhandeln auf Thai, dass das Wochenende nicht eingerechnet werden müsse (Ich habs verstanden! Hey!) was ihr ziemlich peinlich zu sein scheint, denn sie sagt es mir nicht. Ich erkläre ihr daraufhin, dass sie mich auch anrufen könne und drücke ihr meine Karte in die Hand. Mit der Thaiseite oben. STRIKE! “I can really call you?” — “Of course. You can call me day and night, thats my mobilenumber.” Und sie errötet. Ich stehe auf errötende Thais.
Sie kassiert ein paar Tausender von mir, schreibt mir auf, wieviel ich das nächste Mal wieder kommend mitbringen soll und geleitet mich entrötend zur Ladentür. Wir hauchen uns ein “Have a nice day. Good bye!” zu und ich überschreite frohgemut die Schwelle von “Beautyful Opticals” in die von der Sonne erleuchtete Chawengener Beachstreet hinaus.
(An dieser Stelle stoppt der Film, ich hänge mit dem Fuss überaus dümmlich grinsend über der Schwelle und aus dem Off ertönt eine Stimme:) Na? Klasse oder? So könnte das doch jeden Tag gehen. Und wenn das Teil fertig ist, lass ich mir Kontaktlinsen machen und kaufe dann jeden Monat eine neue Brille mit Fensterglas. Und dann, und dann, und dann “ziehe” ich meine Brillen “an”. So wie es mein alter verehrter Deutschlehrer immer gemacht hat. Passend zur Krawatte.
Das Bild fadet ins Schwarze, der Film läuft aus und rattert mit leisem Klatschen in der Rolle herum. Im Hintergrund atmen einige Leser leise auf.)
Prävention
K??hlstrohhalmmuseum Lamai
Willkommen im weltweit ersten Kühlstrohhalmmuseum in Lamai auf Ko Samui. Betrachten Sie in angenehmer Atmosphäre Strohhalme im Kühlschrank. Eintritt für niedliche Thaifrauen unter 26 gratis.
Quiz: In welcher Branche arbeiten wir?
Die Liste
- Lafontaine (SPD) (Schmollmodus, entkommen, siehe unten)
- Möllemann (FDP) (Sonderprämie wegen Originalität)
- Schaaaaaaaaaarpiiiiiiing (SPD) (in den Adel geschickt)
- Schröder (SPD) (Schmollmodus)
- M??ntefering (SPD) (Schmollmodus)
- Stoiber (CSU) (muss regelmäßig seine Unwichtigkeit spüren)
- Wieczorek-Zeul (SPD)
- Nahles (SPD) (Meuchelmördervorwürfe bis sie in Schmollmodus geht)
- Merkel (CDU) (keine Rückendeckung, bis sie resigniert. Kann nicht schmollen, höchstens bei Bemerkungen zu ihrer Frisur)
- Lafontaine (LINKS) (für Fallschirmspringen interessieren)
Wir kriegen euch alle. Auch wenn wir manchmal (siehe Lafontaine) kläglich versagen. Und dann kriegt ihr Kohl wieder. Habt ihr gar nicht anders verdient.
H??hepunkte des Morgens
- Die Erweiterung des morgendlichen Umweges auf Arbeits auf den Markt.
- Marktfrauen die sich nicht sicher sind, ob sie einen übervorteilen können sind recht lustig zu beobachten.
- Die Entscheidung mal wieder Obstwoche zu machen. Hat innere Gründe.
- Beim Obstkauf von den Marktfrauen übervorteilt zu werden.
- Das morgendliche Schlagloch umfahren. Premiere.
- Das Rütteln des Mobiltelefons auf der Holztischplatte beim Eindringen einer morgendlichen Kurznachricht.
- Laut Coldplay hören ohne dass jemand merkt, dass man Coldplay hört. (Es hat wirklich Vorteile der einzige Frühaufsteher in die Firma zu sein.)
- Gewisse Entscheidungen der vergangenen 14 Monate gutzuheissen und ein paar wenige zu verurteilen.
- Lesen, dass Stoiber in München bleibt. Loser.
- Entscheiden gegen Bayern Deutsche Menschen toleranter zu werden.
- Suchanfragen “Dell Netzteil in Thailand” (bruahahahahahah) und “Schwiegereltern treffen” über Google.
- der hier
Dinner for One
Interessenten zum Thema Dinner mögen sich den Eintrag “<txp:gho_permalink id=“453”>Zahltag Klappe 2 — Remix</txp:gho_permalink>” unter dem Aspekt der Kommunikation erneut lesend zu Gemüte führen. Ich werde berichten™.
Vorschlag
Wenn es im Monat November mehr Kommentare als Einträge gibt, schreibe ich weiter wertvollen interessanten Content. Wenn nicht, dann schreib ich analoges Tagebuch.
Zahltag. Klappe 2 – Remix
Klar. <txp:gho_permalink id=“451”>Kaum hat man mal was über Bankbesuche geschrieben</txp:gho_permalink>, laufen die Instant-Messaging-Leitungen schon heiss und ich werde wortreich aufgefordert, mehr zu erzählen.
Na gut. Könnt ihr haben.
Die Bank von Ayudhaya ist eine von vier großen Bankketten (sagt man das so?) die hier auf der Insel Fuss gefasst haben. Es gibt noch ein paar kleinere, aber die sind relativ irrelevant für den gemeinen Farang. Ayudhaya war übrigens die Königsstadt bevor Krungthep es wurde.
Ich bin also in die Bank rein, habe meinen Zettel ausgefüllt und mich in die Warteschlange eingereiht. In thailändischen Banken sitzt die Warteschlange auf Bushaltestellenschalensitzen und kuckt Channel 3, wo irgendeine Thaisoap kommt in der die Protagonistin gerade vom Vater des Kindes das in ihr entsteht verlassen wird und beginnt sich mit dessen Freund auseinanderzusetzen. Irgendwann dann wurde ich mit einem bezaubernden und erstaunlich aber nicht unerhofft freundlichem und erfreutem Gesicht von der Bank-Thai begrüsst.
Sie: Sawadee kah!
Ich: Sawadee krap!
Sie: How are you today.
Ich: I’m good. I mean. Ehm. Fine. I hope you too.
Sie: Yes. I am. Signature here.
Dann lies sie mein Geld durch den Zählautomat laufen der sich verzählte. Das ganze wiederholte sie solange, bis der Automat den Wert anzeigte, den ich auf dem Zettelchen eingetragen hatte. Dann lies sie mein Kontobuch nachschreiben und gab es mir zurück.
Sie: Have a nice afternoon!
Ich: You too. See you on friday!
Sie: Yes! See you!
Und ich verlies die Bank. Ein ganz normaler Bankbesuch. Wirklich nichts Aufregendes. Überhaupt ist das Leben hier nicht wirklich aufregend. Eventuell sollte auf meinem Grabstein mal stehen: “Dieses Schlagloch kannte er noch nicht” oder was in der Art. Aber wirklich aufregend ist das auch nicht.
Stromausfall
Ich beschwer mich ja selten. Aber dass der Strom genau in dem Moment (eben gerade) ausfällt, wenn ich den Knopf der Espressomaschine zum Kaffeegeben animieren will … das ist … ich würde mal sagen ein unhaltbarer Zustand.
Zahltag. Klappe 2.
So. <txp:gho_permalink id=“445”>Heute habe ich es dann endlich mal bis Maenam geschafft</txp:gho_permalink>. In Bophut und Maenam ist von der Straße durch das gestrige Unwetter nicht mehr viel übrig. Schlaglöcher wo das Mopedrad hin rollt und ganze Straßenhälften sind abgesenkt. Die Amis hätten schon lange evakuiert. Die Bank selber war vom Ambiente her wie alle Banken von Ayudhaya. Und irgendwie gelingt es mir auch jedes Mal mehr, nahezu alle Felder auf dem Zettelchen auszufüllen. Naja. War ne nette Reise. Lohnenswert. Das war die Reputation dann schon wert.
Wir lernen Thai. Immer noch.
Also gestern war mal wieder eine recht nützliche Thailektion dran. Wir haben gelernt, was “verbraucht” heisst. Interessanterweise bedeutet das exakt übersetzt “zu sehr benutzt”. Entspricht genau meiner Definition des Wortes.
Dann haben wir gelernt, was nah und fern heisst. Nah heisst klay. Fern hingegen heisst klay. Der Unterschied liegt darin, dass das nahe klay einen fallenden Ton hat und das ferne klay einen Midtone. Sollte ich also mal einen Taxifahrer in Bangkok fragen, ob der Weg von Bang Na zum Wat Po weit ist und sage “klay may” wird er vermutlich “may klay” oder “klay” sagen und ich werde genauso klug wie vorher sein.
Nagut. Ich weiss dass die Strecke ziemlich “klay” ist. Den Tone müsst ihr euch jetzt selbst denken.
White Russian No. 6
White Russian No. 4
White Russian No. 2
Die R??ckkehr des Killer-Bricks
Beware of the brick in front of you. Neulich als ich dieses Schild das erste Mal sah dachte ich, da stünde “right in front of you” und fand das ziemlich lustig. Allerdings war es da 5 Uhr morgens und ich hatte nicht unerhebliche Mengen teilweise nicht ganz leichter Drogen konsumiert. Bei Licht betrachtet sieht man dann eine Ansammlung von heruntergefallenen Steinen. Die Geschichte dazu kann man sich selbst zusammenreimen. Bei mir heisst die Stelle “<txp:gho_permalink id=“218”>Felsen der fallenden Bäume</txp:gho_permalink>”. Aus ganz bestimmten Gründen.
Die zynische Bemerkung zum Bild wäre: Oh, den Felsen hab ich vorher gar nicht bemerkt. In Skandinavien machen Sie diese Art von Schildern aber in Braun. Dann beachtet man sie auch eher. The return of the killer brick. Der Movie zum Schild.
Foto-Roman: Zahltag
Wenn man am Zahltag diesen Batzen Geld…
… in eine Bankfiliale im drei Orte weit entfernten Maenam zu tragen gedenkt um es einzuzahlen, vorher noch schnell nach Hause fährt um Brille, Zähne und andere Extensions zu putzen, dann kann es sich eigentlich nur um eine Frau oder mangelnde Reputation in anderen Bankfilialen handeln.
Dummerweise hing genau über Chaweng (einen Ort weit entfernt) die folgende Wolkenwand…
… mit startendem Regen direkt an der Kreuzung, was den Protagonisten davon abhielt, weiter zu fahren. Soviel (durchnässt, prolliges Geldbündel und drei Orte weit fahren) war ihm die Reputation dann doch nicht wert.
Ja.
Manchmal merke sogar ich (an besonders klaren Nächten), dass der Fall ins Bodenlose damit verbunden ist, niemals aufzuschlagen. Schönen grauen November auch noch.
GeSPARt.
Es ist schon erwähnenswert, wenn ich dann doch mal Post bekomme. Mich mag ja niemand und so muss ich mir immer Werbepost kommen lassen, damit mir mal jemand schreibt. Und heute nun brachte der Postbote diesen Brief oben (anklicken, um den Absender zu lesen).
Was da wohl drinnen sein mag ?
Der Shopblogger schrieb neulich:
“Mr. Hostblogger” Manuel Schmitt verteilt seine Manitu-Kugelschreiber also in alle Welt. Warum sollte ich das nicht auch mit meinen Werbegeschenken machen?
Ich hab natürlich angefragt ob “in alle Welt” ein rhetorisches Ungeschick war. War es wohl nicht. Im Anschreiben steht “Viel Spaß mit den Streichhölzern wünscht: www.shopblogger.de ” — Danke. Den werde ich haben.
Ich werde berichten™.
PS: Kleben da zwei Marken schief auf dem Brief?
PPS: Service Offensive mangelt es an einem Bindestrich.
Sex nach der H??ftoperation
Nun ja, man ist ja nicht mehr der Jüngste und sorgt sich auch dann und wann um die älteren Mitglieder der Bürogemeinschaft. Da ist es schon gut, zu wissen, welche Positionen man nach dem Einbau einer künstlichen Hüfte vermeiden sollte und welche man unbeeinträchtigt weiterhin ausüben kann . Quasi der Kamasutra für die Hüftoperierten. [via Sex! — ein Blog, das ich nur lese, um mein Schwedisch zu verbessern]
Auch Sie können im Alter noch ein erfülltes Sexualleben haben! Geben Sie sich nicht auf!
Kein Sex in Thailand
Beim Durchstöbern meiner Serverlogs bemerkte ich eben, dass immer weniger Besucher aufgrund interessanter Sex-Suchbegriffe auf meine Seiten kommen. Diesem Missstand muss ich eben mal vorbeugend entgegentreten — zumal ich gestern von einem Nichtleser© gebeten wurde, über Sex zu schreiben. Ja. Ich schreibs eben nochmal: SEX.
Thaksin will den Sex abschaffen. Wenn man bedenkt, dass sich die Bevölkerung in Thailand seit 1960 fast verdreifacht hat ein guter Ansatz. Als Erstes muss natürlich aller Schmutz- und Porno-Kram im Internet verschwinden. Wenn die Gedanken rein sind, kann nichts passieren. Man muss Emails schreiben können ohne von blinkenden Thai-Frauen-Vermittlungs-Werbebannern und Hochglanz-Bildern auf komische Gedanken gebracht zu werden.
Im thailändischen Web gibts schon keine Pornos (falls es die jemals gab). Nun wird auch noch bis Ende Dezember angefangen, die Online-Inhalte zu filtern, die an die Browser in Thailand ausgeliefert werden.
Schnell noch bisschen was downloaden.
PS: In Malaysia ist das Ansehen von Sexseiten strafbar (3 Wochen Knast) — sagt der mehr Sex fordernde Nichtleser©. Ich werde berichten.
PPS: In zwei Monaten ist Weihnachten. Irgendwelche Geschenk-Ideen?
hah <sub>hah</sub> hah <sup>hah</sup> <sub>hah</sub>
Moloko . Wollt ich nur mal erwähnen.
Chulalongkorn Day
Es ist mal wieder feiertagen angesagt. Diesmal sogar offiziell. Das heisst, weil heute Feier- und Sonntag ist, wird der morgige Montag zum Freitag. Keine Fron. Einfach so abhängen.
Heute jedenfalls ist König-Chulalongkorn-Tag. Chulalongkorn oder Phra Chula Chomklao Chaoyuhua war Rama V. Seine Verdienste für das Land lagen vor allem in seinen diplomatischen Fähigkeiten. Zu seiner Regierungszeit wurden nahezu alle Staaten in Asien okkupiert und kolonialisiert. Nur Siam nicht. Er musste allerdings ein paar Provinzen abgeben um den Unabhängigkeitsstatus zu verteidigen.
Chulalongkorn war der erste König Thailands, der nach Europa reiste, um diplomatische Kontakte zu schließen. (Absolut nebensächliche Nebeninformation: Das erste filmische Dokument eines thailändischen Königs zeigt ihn bei der Ankunft in Bern.) Er sorgte für die Abschaffung der Sklaverei in Siam und richtete das erste Parlament ein.
Am 23. Oktober 1920 starb er, was uns diesen Feiertag einbringt, denn er ist heute einer der am meisten verehrten Thailänder (nur falls man sich fragt, warum nicht jeder Königstodestag ein Feiertag ist). Die erste in Thailand gegründete Universität wurde nach ihm benannt.
Ach und die Ehefrauen: Die Angaben über deren Anzahl schwanken von 36 bis über 150. Auch heute noch darf der König soviele Frauen haben wie er will. Nicht dass er wollte.
Grüße aus den Tropen
Es regnet.
Es regnet. Seit vergangenem Freitag eigentlich durchgehend. Früh um 4 fängt es an. Ich weiss das, weil ich bei Regen gut einschlafen kann. Allerdings muss man erstmal wach sein, um einzuschlafen. Und erwache ich nach 3 Uhr morgens schlaf ich nicht mehr ein.
Außerdem hat Mutter Natur mit allen Gewalten einen unheilvollen Pakt gegen mich geschlossen. Ich pflege bei trockenem Himmel aus dem Haus zu gehen und komme klitschnass im Büro an. Mein Arbeitsweg ist 3 Minuten lang. Das nur am Rande.
Jedenfalls hat es heute Nacht sowohl die Auffahrt weggeschwemmt, die aus solidem festgeklopftem Sand gebaut war, als auch ein Stück des Hanges, auf dem mein Haus steht. Mein Haus steht noch und wird auch nicht wegrutschen. Allerdings war das Stück Hang von meinem Moped bestanden das ich mir dann einige Meter weiter unten abholen konnte.
Naja. Jedenfalls sitze ich nun wieder durchnässt bis auf die Knochen (trotz eilig aufgezogener Regenjacke, die absolut wasserdicht (haha) und atmungsaktiv (muahahah) ist. Klar. In Skandinavien sicherlich) und mit laufender Klimaanlage bei gesunden 24 Grad.
(fügen Sie hier bitte einen humoristischen Satz mit Anspielung auf die Vogelgrippe ein)
Thailand hat 36 Airports
Die nutzlose Information des Tages ist, dass Thailand 36 Airports hat. Einer davon ist auf Ko Samui. (Bin gerade an einem nutzlosen Nebenprojekt zu Gange)
Bombenanschl??ge im S??den Thailands
Gestern wurden im Süden in den Provinzen Pattani und Yala insgesamt vier Bombenanschläge verübt . Es gab dabei nur Sachschaden. Die Regierung in Bangkok ist derweil missgelaunt , weil die Organization of the Islamic Conference (OIC) ein Statement veröffentlicht hat, nach dem der Konflikt im Süden auf religiösen Gründen beruhe. Premierminister Thaksin hatte auch hier wieder einen wohlfomulierten Rat auf der Zunge: Sie sollen den Koran mal lesen .
Die ‚Bird Flu‘ hat ein neues Opfer.
Die Vogelpest (H5N1) hat in Thailand ihr erstes Opfer seit einem Jahr gefordert. Das hat Premierminister Thaksin Shinawatra heute bekannt gegeben . Demnach ist ein 48jähriger Mann in Kanchanaburi im Nordwesten gestorben.
Die Erklärung wie er erkrankte ist sehr einfach: “The guy was infected with bird flu because he took a sick chicken, slaughtered it and then ate it.” sagte Thaksin. Ich mag es wie er komplizierte Vorgänge einfach rüberbringt.
Frage des Tages
Frage des Tages: Wie erkennt man, ob ein Farang-Thai-Pärchen auf einem Moped ein Pärchen oder Geschäftspartner sind?
Antwort: An der Geschwindigkeit und der Position der Fahrer.
Sitzt der Mann vorne und fährt er langsam oder sitzt er hinten (dann ist die Geschwindigkeit irrelevant) ist es ein Geschäftsverhältnis. Sitzt er vorne und fährt 50 bis 80, ist es ein Pärchen.
Erklärung: Sextouristen fahren nicht so häufig mit Thaifrauen auf dem Moped in der Gegend rum. Leute mit Erfahrung wissen, dass die irgendwo einen komischen Schwerpunkt haben und auch bei 60 und schräg auf dem Moped sitzend auf dem Rücksitz klemmen bleiben. Ist eine Muskelsache. Die sind trainiert. Und Thaifrauen, die etwas verdienen wollen, nehmen es auch mal auf sich, einen Mann in der Gegend rumzukutschieren. Ich habe noch keinen Thaimann hier gesehen, der hinter einer Frau auf dem Moped sitzen würde.
Nebenbemerkung: Heute morgen war wieder große Abreisewelle auf der Beachstreet. Ich finde es immer wieder Klasse, wie die Thaifrauen das schaffen, so traurig und trotzdem professionell dabei auszusehen. Sitzen die Farangs dann im Songtheaw und ist der um die Ecke gebogen, drehen sie sich um und alles ist wieder gut. Allerdings: Bedenkt man, dass sie sich mit derartigen zwei-drei-Wochen-Beziehungen einen gewissen Freundeskreis aufbauen, der gerne wieder kommt und wieder kommt und auch bezahlt, sieht es schon etwas anders aus. Dumm nur, wenn dann mal zwei oder drei Freunde gleichzeitig auf der Insel sind. Aber große Organisationstalente sind sie sicherlich auch.
Update zum gestrigen Nachtgeschehen
So. Soweit ich das jetzt mitbekommen habe, wurde unsere gesamte Siedlung <txp:gho_permalink id=“428”>heute Nacht</txp:gho_permalink> anfänglich ausgeräumt. In meinem Haus wurden “sie” dann wohl gestoppt. Weshalb nichts fehlte. Und es nur chaotisch aussah. Interessant sind hier nur die Kommunikationsläufe. Der (nennen wir ihn mal trotz seiner langsamen Bewegungen) “Wächter” hat meine Telefonnummer und kann durchaus schreiben. Hätte ich nicht die Wäsche heimgebracht vorhin, hätte ich das vermutlich nie erfahren.
Umzug ist angesagt. Da bleib ich nicht.
Flughafen als eigene Provinz
Der neue Flughafen in Bangkok, Suvarnabhumi, wird eine eigenständige Provinz Thailands . Das ist die Nachricht des Tages für mich. Ich lass das mal so stehen. Ohne Kommentar. Der Flughafen ist ja ein Thema für sich. Sicherlich werden wir alle sehr stolz auf ihn sein, wenn er denn mal öffnet. Ist gleich in der Nähe von Bang Na, wo ich öfters mal verkehre.
Ok Phansa
Heute ist Ok Phansa. Es ist das Ende der buddhistischen Fastenzeit, die etwas drei Monate lang dauerte. Die Mönche durften in dieser Zeit ihre Klöster nicht verlassen. Ich hatte schon begonnen, mich zu wundern, weil Leute mit dem Essen zu den Klostern gefahren sind und nicht die Mönche zu den Leuten gekommen sind. Jedenfalls durften sie nicht nur ihre Klöster verlassen, sie durften auch ihre Roben nicht wechseln. Nun wissen wir auch, warum sie <txp:gho_permalink id=“424”>neulich</txp:gho_permalink> neue bekommen haben, denn ich möchte nicht wissen, ob man die alten nochmal sauber bekommt nach drei Monaten.
Ok Phansa findet übrigen immer am Vollmond des 11. lunaren Monats statt. Wie wir alle natürlich wissen ist das der Oktober. Der Legende nach begründet sich die buddhistische Fastenzeit auf eine Reise Buddhas in den Himmel, um seine Mutter, die 7 Tage nach seiner Geburt starb zu besuchen und ihr eine Predigt zu halten. Zu Ok Phansa kehrte er zurück.
Für viele Familien ist es ein besonderer Feiertag, weil die Söhne aus den Tempeln zurückkommen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte die ich mir für später aufspare.
La Mam und Bun Ed
Heute war ich mal wieder in der Laundry. Von der Tochter war nichts zu sehen. Dafür haben wir nun endlich Namen ausgetauscht. Der Englischlehrer heißt Bun Ed und die Frau des Englischlehrers La Mam. Nicht dass ich die Namen benutzen würde. Er wird auf ewig der Englischlehrer sein. Nächstes Mal mache ich dann ein Photo. Bestimmt. Wo ich ja so gerne Menschen photographiere.
Eine gute und eine schlechte Nachricht
Heute habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht. Für mich. Die Gute: In meinem Haus befindet sich nichts, was ein zufällig vorbeikommender Thai-Gelegenheitsbeschaffer auf seinen Gelegenheitsbeschaffungszügen in der Nachbarschaft als mitnehmenswert betrachtet. Diese Strategie nach <txp:gho_permalink id=“237”>meinem ersten Einbruch</txp:gho_permalink> (!! klar, ne?) hat sich bezahlt gemacht. Ich verlasse mein Haus nicht ohne Papiere und allem monetär verwertbaren Kram. Also nicht viel. Ich war mir schon eine ganze Weile ziemlich sicher, dass dieses Vorgehen optimal ist. Bewiesen werden konnte es aber nur durch einen unangekündigten Test, der gestern im Laufe des Tages stattfand.
Die schlechte Nachricht ist übrigens, dass solche unangekündigten Tests nervig sind. Man kommt heim und alles sieht anders aus als zum Zeitpunkt als man ging. Die Wäsche ist durchwühlt, das Bett umgepflügt, die Thailehrbücher umsortiert. Was an meinem Selbstbewusstsein nagt (so noch etwas vorhanden ist) ist die Tatsache, dass <txp:gho_permalink id=“423”>meine supercoole Dolbyanlage</txp:gho_permalink> wohl nicht gut genug für sie war. Aber sie haben ja auch schon den Whisky verschmäht das letzte Mal.
Man schläft schlechter.
Im Süden nichts Neues
Im Süden bringen sich die Leute weiterhin gegenseitig um. Gestern wurde ein Mönch und zwei Jugendliche umgebracht und ein Tempel in Brand gesteckt. Außerdem sind ein Moslem und ein Buddhist erschossen worden. Es vergeht kein Tag ohne Meldungen dieser Art aus dem Süden .
Derweil haben die USA bemerkt, dass es in Thailand Moslems und Probleme gibt und fürchten sich vor Terrorismus aus Thailand.
Wenn die Amis kommen, bin ich raus hier.
Vogelgrippe
In Nakhom Pathom ist ein Truck mit 11.000 Kücken konfisziert worden weil die Kleinen alle Vogelgrippe hatten. So. Toppt das mal mit eurem Toten Huhn in Rumänien, Weicheier.
Premier Thaksin Shinawatra meint ja, Thailand könne mit seinen weitreichenden Erfahrungen in der Bekämpfung der Vogelgrippe regional dienen und der EU hat er auch schon Hilfe angeboten . Da ist schon ein kleines bisschen Ironie dabei. Allerdings sind Thais ironieresistent und nur ich lache.
PS: Grad fällt mir ein, dass die Grillstand-Thai gestern nen Haufen Hühnerfleisch umsonst in die Tüte gepackt hat. Hmmm. Naja.
Fearless
So many little things followed me, So many little things that bothered me, But I found my answer, From all the chaos that followed me, I have found my answer, I’ve told you before don’t follow me, Because I am not your answer
I am not alone, I am not afraid, I am not unhappy, These are the words I say to myself everyday, I am not alone, I am not afraid, I am not unhappy, Tell me what ritual I should have today, But I’m not alone, I’ve resolved so many things and set myself free
I am not alone, I am not afraid, I am not unhappy, The words I say to myself every day, I am not alone, I am not afraid, I am not unhappy, Such a stupid ritual to have to say to myself everyday, I’m not alone but I found my answer and set myself free, I’m not unhappy
I’m not alone and I’m not unhappy, Not alone and I’m not unhappy, And I’m not afraid, not unhappy, I’m not alone, I’m not afraid, Eleven point two, eleven point two, I’m not alone, I’m not afraid, I’m not alone, I’m not afraid
I’m not afraid. I’m not afraid, I am not alone. I am not afraid. I am not unhappy, These are the words I say to myself everyday, I am not alone. I am not afraid. I am not unhappy, I’m not afraid
And I am not alone. I am not afraid. I’m not unhappy, The words I say to myself everyday, I am not alone. I am not afraid. I am not unhappy, Such a stupid ritual to have to say to myself everyday, I’m not alone but I found my answer and set myself free, I’m not, I’m not, I’m not unhappy.
VNV Nation — Fearless
Der unbekannte Feiertag II
Der <txp:gho_permalink id=“411”>unbekannte Feiertag neulich</txp:gho_permalink> war übrigens der Neumondtag im Oktober, an dem die Krathin Zeremonie begangen wird.
Bei dieser Zeremonie übergibt man den Mönchen neue Roben am Ende der buddhistischen Fastenzeit. Selbst Konig Bhumipol macht das mit einer prachtvollen Prozession auf dem Chao Phraya.
Gekauft
Eine weitere Etappe auf dem Weg zum Inselkino. Es kommt größtenteils auf den Bass an. Und es leuchtet blau. Nur das Wort Karaoke macht mich ein wenig nervös. Hat 2000 gekostet. Quasi Kaffeekasse.
Software-Evaluation
- Sich erinnern, dass Google Earth existiert und man es jetzt, wo man wieder unter XP läuft, mal installieren könnte.
- Downloaden und installieren
- Starten
- Koh Samui suchen
- Feststellen, dass die Qualität genauso schlecht ist wie online
- Strassennetz einblenden
- Feststellen, dass die meisten Straßen durchs Meer gehen
- Feststellen, dass der Pin mit der Bezeichnung Koh Samui im Meer neben Samui steckt
- Feststellen, dass alle relevanten Städte fehlen
- Google Earth deinstallieren
Wenn ich jetzt nur einen Modemanschluss hätte, wäre ich erzürnt.
Anschella Mehggel
Neulich hatte ich eine interessante Unterhaltung:
Thai: Na? Freust du dich, dass Khun Anschella nun Präsidentin in Geramany wird?
Ich: Nein.
T: Warum? Die Deutschen haben sie doch gewählt?
I: Die Deutschen haben sie nicht gewählt. Gewählt haben sie eine Partei. Und die stellt, wenn sie die Mehrheit hat, den Kanzler. Die Partei von (die heißt übrigens) Angela hat aber nicht alle deutschen Stimmen bekommen sondern nur die meisten und auch das ist nicht sehr aussagekräftig, weil die meisten Deutschen nicht nachdenken und einfach nur eine andere Partei als die bisher Regierenden gewählt haben.
T: Aber sie wird doch bestimmt Präsident oder?
I: Das wird sich nicht vermeiden lassen.
T: Gefällt sie dir nicht?
I: Nein. Außerdem wird sie nicht Präsidentin, sondern Kanzlerin.
T: Achso. Chancellour. Und Schrodder wird dann wohl Präsident?
I: Nein. Der ist aus dem Rennen.
T: Was bedeutet “Aus dem Rennen”?
…
T: So. Was ist jetzt eigentlich der Unterschied zwischen Kanzler und Präsident?
I: Der Kanzler regiert und der Präsident guckt wichtig in der Gegend rum und darf seine Unterschrift unter die Papiere setzen.
T: Achso. Bei uns ist Thaksin Präsident und darf alles regieren.
I: Bei uns ist der Präsident nur repräsentativ. So wie bei euch der König.
Böser Fehler!!!
I: Ähm, ich meine, ähm, natürlich ohne gleich ein Gott zu sein.
T: Achso.
I: Ja.
T: Und wen hast du nun gewählt?
I: Niemanden. Weil ich nicht leiden kann, wie die bisherige Regierung sich aus der Verantwortung stiehlt und die restlichen Parteien einfach nur Schmonz sind.
T: Was ist “Aus der Verantwortung stehlen” und “Schmonz”?
…
Inzwischen gibts ja “Die Große Koalition”. Nett. In jeder der zynischen Bedeutungen des Wortes die ich anzubieten habe. In der Bangkok Post stand was von “Chancellour Kohls little girl”.
PS: Ja, ich war auch verwundert, dass sich ein Thai mit mir über deutsche Politik unterhält, aber wenn man Deutsch lernt, beschäftigt man sich auch mal mit Deutschland selber, nehme ich an.
??berdenken
Hmm. Unsereins ist ja nicht mehr der Jüngste und so liegt auf meinem Schreibtisch ein Block mit Notizen zur aktuellen Lage. Nichtsdestotrotz frage ich pro Tag mindestens dreimal “Und was wollte ich jetzt gleich wieder machen.” Ist immer wieder interessant, was der Systemanalytiker von gegenüber darauf antwortet. Heute morgen nun fand ich das Wort “überdenken” auf dem Block. Alleinstehend. Kleingeschrieben. Schnell dahingeworfen, darauf deuten die flachen Linien des endenden Enns.
Ich weiß nicht genau, was ich überdenken wollte. Da gäbe es ja eine Menge. Hmm. Any Ideas?
Samui auf Flickr
Ich beschäftige mich ja derzeit ein bisschen mit Flickr . Da kann man verdammt viel finden. Auch Samui. Die nette kleine Insel. (Quasi als visueller Ersatz für ein paar deprimierte eintragslose Tage — ja, ich kann das inzwischen schon vorhersagen.)
Das erste Mal
So. Heute war es soweit. Ich habe die Tochter vom Englischlehrer seiner Frau kennengelernt. (Die Tochter der Frau des Englischlehrers? Des Englischlehrers Frau ihre Tochter? Hmm. Naja, seine Tochter dürfte das ja nun auch sein. Irgendwie.) Jedenfalls kam ich wie immer Haa Mong an, um meine Wäsche abzuholen (pünktlich vor dem diese Woche täglich prognostizierten Regenguss). Seine Frau kam mir entgegen, im Schlepptau ihre Tochter und stellte sie mir richtig formal vor, Hände auf ihrer Schultern und nach vorne schieben, “My daughter” sagen und überglücklich grinsen. Ich grinste zurück und sagte Hi. Die Tochter durfte mir dann den Preis sagen, dachte ich wäre ein dummer kleiner Farang und tippte 189 in einen Taschenrechner ein. Ich sagte “Kaojai. Roy Betsip Khaow Bat” was sie heftigst erröten lies.
Übrigens sieht sie überraschend süß aus. Auch wenn sie nicht errötet. Und erwachsen. Da lässt man sich gerne verkuppeln. Das nächste Mal mach ich dann ein Date aus :)
PS: Jetzt wo ich es nochmal überlese: Es könnte sein, dass das wirklich ein geplantes Treffen war, die Frau vom Englischlehrer kann nämlich überhaupt kein Englisch. Woher also bittesehr das “My daughter”?
Bangkok – Arbeitsamt
Ach übrigens war ich neulich mal wieder in Bangkok. Es ging größtenteils darum, gewisse Stempel, die mich als vollwertiges Mitglied der thailändischen Arbeiterklasse erstens ausweisen und zweitens auch im Lande legal rumsitzen lassen vom alten in den neuen Pass transferieren zu lassen. Das letzte Mal ging das ein wenig schief , weil ich nicht wusste, dass man dazu Geld benötigt. Im “normalen” Immigration-Office hätte es geklappt, aber wir sind ja übers BOI im Lande, was das alles etwas exklusiver macht. Und wer aus Goldschüsselchen fressen will, sollte auch das Gold dafür liefern.
Tun wir gerne. Nur hatte ich das letzte Mal kein Geld dabei, weshalb ich nun schon wieder nach Bangkok musste. Leider. Glücklicherweise konnte ich noch ein bisschen Software fürs Unternehmen und mir ein paar neue Klamotten (der entfettete Körper hält nicht mehr alles, was er übergestüpt bekommt) und Schuhe käuflich erwerben, so dass ich nicht vollends umsonst in Bangkok meine Tage und Nächte verbringen musste.
Aber: Was ich ja eigentlich erzählen wollte — das Arbeitsamt, wir Kenner der Materie nennen es gerne “One Stop Center for Visa and Workpermit”, steht immer noch da, wo es beim letzten Mal stand. Ich hab das nachgeprüft. Und die Taxifahrer kucken mich immernoch recht dumm an, weil ich nur die Thanon und nicht die Soi runterbeten kann. Und nun möge man mal einem nicht des Englischen mächtigen Thai in einfachen Worten klarmachen, dass es sich im Norden befindet und man es schon erkennen wird. Mein Fahrer hat dann an jeder Kreuzung angehalten und ich hab ihm gesagt, er solle weiterfahren, iss noch nich hier.
Wie auch immer, ich komme dort an, weiss schon, in welche Schublade ich fassen kann um den Antrag in die Finger zu bekommen, mit dem ich meine Stempel umstempeln lassen kann, fülle ihn aus (den Antrag), lasse mir eine Nummer geben. 28. Jiisip Bet. Das ist wichtig. Hört man irgendwo Jiisip Jet, dann kommt man gleich dran. Ich gehe an meinen Schalter und da sitzt sie auch schon. Die nette Beamtin, die mich beim letzten Mal “Do you feel uncomfortable now?” fragte. Ich fühlte mich sofort wieder komfortable. Sie grinste zu mir rüber. Ich zu ihr. Sie bearbeitete eine Japanerin, stand auf und flüsterte mir im Vorübergehen zu “You are number twentyone”.
Klar. Twentyone. Das ist dann, ähm, ja, Jiisip Ed. Klar. Viel verwirrender als die neue Nummer, die ich mir merken musste war, dass ich sie mir merken musste. Gut, ich war der einzige Farang, der hier ohne Anwalt und sonstigem wichtigtuerischem Anhang aufgetaucht ist, aber das gleich die Leiter hochrutschen lassen, ist ja nicht unbedingt ein Grund. Mal sehen. Ich saß also weiter vor mich hin, bis sie mich mit glücklichem Lächeln aufrief. Ich setzte mich also waiend zu ihr und sie nahm meine Papiere. Dann flüsterte sie mir verschwörerisch zu; “You know? I remember you. You remember me too?” worauf ich nur “Oh yes” anworten konnte. Vielleich etwas zu enthusiastisch weil sie gleich in einen Thaienglischschwall verfiel der in etwa darauf hinauslief, dass sie sich erinnert, dass ich damals kein Geld mit hatte und das ja lustig sei, weil Farangs bekanntermassen immer Geld haben und ich mich überhaupt nicht aufgeregt habe, was nicht unbedingt dem Norm-Farang entsprach. Dann erklärte sie ihren Kollegen, wer ich war, denn alle begannen plötzlich zu schnattern. Wer schon mal in einem Raum voll Behördenthais gefangen war, wird wissen, was ich meine. Jedenfalls prüfte sie meine Unterlagen, bemerkte kurz, dass ich das ja alles schon richtig ausgefüllt hätte und das alles ohne Hilfe, was? Und grinste mich wieder an. Ich grinste zurück und meinte Tschai.
Ok. Mir waren eigentlich alle Mittel recht, um endlich an die dämlichen Stempel zu kommen. Also lies ich mich angrinsen. Dann stellte sie fest, dass ich noch Kopien vom alten und neuen Pass ziehen muss. Ich dackelte also zur Kopierstelle, nicht ohne vorher gesagt zu bekommen “After copy you come back, I take care of you!” Schönschön. Ich lasse mich gerne caretaken, ging also nach dem Kopieren zurück und wurde mit überglücklichem Lächeln wieder begrüßt. “So, you want multiple entry or single?” Ich wollte multiple. Das heisst, dass der geneigte Südostasien-Reisende Thailand verlassen und wieder betreten darf. Und das gleich mehrfach! Schön. “Yes give me you picture!”
Ooops. Das hätte ich eigentlich wissen sollen. Man kann in Thailand keine Fähre betreten ohne nicht sein Passfoto abgeben zu müssen. Und wer hatte keines dabei? Na? Kommt, so schwer ist die Frage doch nicht! Genau. Ich.
An dieser Stelle kommt der Gehilfe unserer Anwältin auf die Bühne. Er taucht von hinten rechts an und sagt “Hallo Herr Kollitsch!” — Er sagte “Hallo Herr Kollitsch”, nicht mister, nicht hi, nicht sawadeekap, nicht khun, nein deutsch. (Kann der Deutsch? Hab ich was verpasst?) Jedenfalls nahm er die Fäden in die Hand, stellte fest, dass ich meinen Antrag korrekt ausgefüllt habe (“Ah, correct, and without help!”) und ich tatsächlich ein Passphoto brauche. Dann diskutierte er kurz mit meiner Behörden-Thai, die mich anlächelte. Und dann sagte sie mir, ich kann ruhig mal ein Passphoto machen lassen gehen, wenn ich welche habe, kann ich wieder zu ihr kommen. Dann lachte sie noch ein bisschen mit ihren Kolleginnen rum, dass der Farang schon wieder nicht alles beieinander hat aber niedlich sei, dass er es alleine versuche und ich begab mich über die Straße in ein mir vom Anwaltsgehilfen gezeigtes Gebäude, um einen Photographen zu suchen. Den fand ich dann auch, lies Photos machen und ging zurück zu meiner Behörden-Thai.
Die nahm das Photo, grinste mich an, sprach “I never was on Ko Samui. I think its beautytiful there.” und grinste mich an. 10 lange Sekunden. In meinem Kopf pendelten die Gedanken in die Richtung “Will sie jetzt eingeladen werden oder was?” und “Give mir meine Stempel, Bitch!” — ich entschloss mich dann schließlich, etwas von viel Verkehr und Touristen zu erzählen und dass es aber ein gooder Place to work sei. Sie lächelte noch ein Stück und begann in meinem Pass rumzustempeln.
Achtung. Jetzt kommts.
Sie stempelte 18 Stempel auf 4 Seiten meines Passes. Und einer (der wichtigste) wurde sogar noch mit einem Hammer reingehämmert, auf dass auch jeder im Großraumbüro sehe und höre, dass da wieder einer legalisiert wurde. Und das alles nur, damit ich hierbleiben darf. Ich versuchte, mich nicht totzulachen. Das gelang mir (Beweis ist dieser Eintrag). Der Gehilfe unserer Anwältin kam dann und wann vorbei und überwachte alles. Dann gab sie mir meinen Pass, meine Unterlagen, ich ging meine Quittung holen und war wieder legal im Lande. Wir kriegen bestimmt ne Rechnung von den Anwälten.
Ich frage mich nun seither, ob sie eingeladen werden wollte oder was das war. Aber Behörden-Thais stehen eigentlich nicht auf meiner Abschussliste. Vielleicht hatte sie ja am Wochenende nichts vor. Naja. Wir werden sehen. nächsten Juni geht das ganze Gelaufe wieder von vorne los. Dann laufen die Aufenthaltsgenehmigungen wieder aus.
PS: Und ja, ich habe die Druckerin wieder gesehen. Sie ist einen Tisch weiter nach links gerutscht. Vielleicht ein Schritt auf der Karriereleiter nach oben?
PPS: Mit diesem Bangkokbesuch habe ich das Kapitel Einbruch beendet. Zumindest in Behördentechnischer Hinsicht.
Bangkok…
… wird jedesmal besser. Allerdings auch schmutziger, verautoigter, heißer und nerviger. Was die Busfahrten angeht. Werde mal bei Gelegenheit den Zug testen. Mehr später.
Verschiedenes zum Wochenende ;)
- Wenn Sie heute eine Reise beginnen, sei es nach Hause oder anderswohin, so kommen Sie gut an.
- Wenn Sie dieses Blog regelmäßig lesen, so sparen Sie Zeit, Bandbreite und Sorgen und kommen Sie erst am Montag wieder hier her.
- Wenn Sie dieses Wochenende in Bangkok verbringen (oder Krungthep Mahanakhon, wie wir Kenner gerne nonchalant verlauten lassen) dann FLIEHEN SIE, LAUFEN SIE WEIT WEIT WEG!
Yep. Ich bin mal wieder in Bangkok. Ich muss mir noch ein paar Stempel aus dem alten Pass im Neuen eintragen lassen. Das geht nur in Bangkok weshalb ich nachher einen klimatisierten Thaibus besteigen werde und das Ritual des Busschlafes vollziehen werde. Und ich fahre nur wegen der Stempel nach Krungthep. Dass das mal klar ist. Und vielleicht wegen Kino und japanischem Essen. Thais lieben japanisches Essen. Sagte ich das schonmal?
PS: Ja, nein, das ist nicht wirklich Version 5. Eher so 4.1 Bugfixrelease. Dafür kommen die Updates in Zukunft häufiger ;)
Ich mag Windows XP
Es ist so strukturiert.
Achtundneunzig
Nachdem mein Bumbui-Index (die Frau des Englischlehrers) mehrfach meine Bumbui-Reduzierung erwähnte und auch eine größere Bangkoker Tageszeitung diesen Fakt gestern in einem Artikel zur höchsten Inflationsrate in Thailand seit sechs Jahren erwähnte möchte ich mich auch mal dazu äußern. Es ist ohnehin offensichtlich.
Ich bin auf dem niedrigsten Gewicht seit 1997. Titelgebende Zahlenkombination strahlt mich an, wenn ich auf ein Gewichtsermittlungsgerät steige. Nicht dass ich das machen würde. Vor 10 Tagen tat ich es zufälligerweise und stellte fest, dass ich kurz vor meinem Jahresziel Zweistelligkeit stehe. Nun stand. Siehe Titel.
Ist schon schön. Nun merk sogar ich einen gewissen Unterschied zwischen Bildern aus dem Januar und denen von heute. Bei Hochwerten über 120 vor einiger Zeit nette Ergebnisse.
Wer jetzt wissen will, wie man schnell abnehmen kann, möge nach Thailand ziehen, Sex mit vielen wechselnden Partnern haben, sich nächtelang auf Parties rumtreiben, den Tag am Strand in der Sonne verbringen und nie wieder essen. Nimmt er mit dieser Taktik nicht ab, kann er immer noch zu mir kommen (wenn er noch in Thailand ist) und mich fragen, wie ichs gemacht habe.
Nichts dass ichs wüsste. Ich glaube allerdings, dass die Eckpunkte nach Thailand ziehen (Essen, Klima, Lebensumstellung) und psychische Komponenten sind. Und Mehkhong. Und Gewicht habe ich dieses Jahr nur dreimal gemessen.
Und jetzt könnt ihr auch zu lachen aufhören wegen des Springseils im Bild. Ich hatte mir ja versprochen, dass ich “mit dem Training” anfange, wenn ich unter 100 komme. Dummerweise bin ich unter 100. Wir können uns also mit der Schaffung eines attraktiven athletischen Körpers beschäftigen. Das Springseil ist dabei eher eine psychologische Stärkung.
Ich hatte mal einen Sportlehrer, als ich noch klein war. Wir nannten ihn Turnvater Thamm. Er war klein, drahtig und verstand nicht, dass es unsportliche Menschen geben kann. Was mir zu drei Fünfen in Sport verhalf. Eines Tages brach er sich den Arm. Ich war dem Schicksal nie dankbarer als an diesem Tag. Ich glaube an das Schicksal. Wirklich. Die Vertretungslehrerin kuckte mich an, kuckte in das Klassenbuch, wo die drei Fünfen prankten und meinte: “Seilspringen. 60 Stück in einer Minute ist ne Eins. 55 ne Zwei.” Ich sprang. Und bekam ne Zwei. Und ne Vier auf dem Jahreszeugnis. Und im folgenden Schuljahr einen neuen Sportlehrer, bei dem auch Dreien möglich waren.
Das Springseil ist übrigens ne coole Sache: Es hat so eine komische Feder in der Mitte, die beim Durch-die-Luft-Swischen SWISCH macht und dann auf dem Boden knallt mit einem BLONK. Normalerweise muss es dann so klingen, wenn man richtig springt: SWISCH BLONK SCHWISCH BLONK SWISCH BLONK SCHWISCH. Wenn man nicht springt, klingt das BLONK anders und ist schmerzhaft. Was den swischenden Sportler dazu animiert zu springen. Ich liebe edukative Sportgeräte. Sowas hätte es mal früher geben sollen. So Hunde, die hinter einem her rennen wenn man 100 Meter laufen muss.
Oh, ah, Moment: Einmal bin ich 60 Meter sehr schnell gelaufen und hab ne Eins bekommen. Das aber nur weil ich gegen ein absolutes Arschloch gelaufen bin und er irgend ne blöde Bemerkung über mich gemacht hat. Prügeln via Ergebnis ist viel langanhaltender. Erniedrigung eine gute Taktik.
So. Abschließend möchte ich noch eine Bemerkung an mich selbst in ein paar Jahren machen. Ihr könnt schon mal anderswo weiterlesen.
Hey Patrick, falls du das mal liest: Du hast es schon mal geschafft. Hauptsache du verstehst den Absatz mit den wechselnden Sexpartnern so wie du ihn heute gemeint hast.
Ist auch überall das Selbe
Der unbekannte Feiertag
Heute ist irgendein Feiertag. Ich bin heute morgen nach Nathon gefahren (ein etwas verlängerter Arbeitsweg) und alle Tempel waren übervoll mit Menschen. Die Kinder rennen nicht in Schuluniform in der Gegend rum. Es muss also irgendwas los sein. Mal investigieren.
In Khon Kaen schreibt man übrigens heute, am deutschen Nationalfeiertag (muahah) die Deutschprüfung. Sehr passend, wie ich finde.
Mii kwaamsut wuan gert!
Gestern war ich auf der Geburtstagsparty der Freundin meines Chefes. So. In Deutschland hätte ich das nie gemacht, auf die Freundinnensgeburtstagsparty meines Chefes zu gehen. Einerseits war ich die längste Zeit mein eigener Chef und andererseits hatten die Chefs keine geburtstagspartybesuchenswerten Freundinnen oder waren selbst geburtstagspartyunwert oder ich hab nicht lang genug für sie gearbeitet um auf eine derartige Veranstaltung zu kommen. Wie auch immer. Ich war da. Der Alkohol floss in Strömen (zumindest habe ich hinterher das Gefühl) und hier ist der Chang-Bericht.
Chang 0: Was schenken? Was um Himmels willen schenkt man denn der Frau des Chefs. Ethnokram ist äusserst ungünstig bei Leuten, die der Ethnie des Ethnokrams entsprechen (geiler Satz, sorry, der fiel mir heute Nacht (spätnachts) ein und musste leider so genutzt werden, man sollte immer ehrlich mit sich selbst sein) und Bücher sind bei Nichtlesern auch eher als Wurfobjekt in häslichen Diskussionen nutzbar. Ich begab mich also nach kurzer Rücksprache mit verschiedenen Kapazitäten auf dem Bereich der Wünsche junger Thaifrauen auf die Suche nach einem “Baum”. Ich nahm an, dass es um pflanzliche Grossobjekte ging, also Sträucher oder derartiges. Ich verbrachte 2 Stunden damit, nach werten Objekten zu suchen. (Leute, wir haben hier einen Markt für Blühpflanzen in Töpfen. Gibts einfach nicht. Oder doch. Gibts, aber man möchte sie ein paar Wochen aufpäppeln ehe man sie verschenkenswerterweise weitergibt. Also entschied ich mich nach erfolgloser Suche das Risiko der Musikgeschenke einzugehen. Und da ich meinen Chef mag, hab ich ihr letztenendes eine Dreier-Karaoke-VCD von, ähm, einer derzeit überaus gehypten thailändischen Sängerin geschenkt. Ähm, ja, genau, Parn. Man kann den Fernseher nicht einschalten ohne sie vorgesetzt zu bekommen. Nun kann der Chef mit seiner Freundin schöne Abende vor dem Fernseher verbringen und Liebeslieder aus Thailand singen. Haben wir doch Beiden eine Freude gemacht. (Ich trau mich gar nicht, das Smiley zu setzen.)
Chang 1: Ich komm also auf die Party und werde von verschiedenen Thaifrauen mit freudig erregt hochgezogenen Augenbrauen begrüsst. Wir teilen die Party in weibliche (laut, quirlig, airconditioned) und männliche (bierflaschig, verandig, technoblablaig) Gesellschaft. Das war wie früher im Ferienlager bei der Abschlussdisko. Links die Frauen, rechts die Männer. Nur das Bier war neu. Und Thailand als Location.
Chang 2: Mehr Frauen kommen. Wir werden aufgefordert zu essen. Essen ist wichtig, damit wir nicht vom Fleisch fallen. Noch mehr Frauen kommen. Mehr Männer kommen. Ich erfahre interessante Dinge darüber was andere Leute über mich erzählen (nur Gutes) und unterhalte mich ziemlich gut. Ich mag ja Parties so überhaupt nicht. Aber die fing an, remarkable zu werden.
Chang 3: Ich glaube ich habe eine neue Wohnung gefunden. Mal sehen. Später mehr. Ich bekomme bei einigen der anwesenden Leute das Gefühl, sie öfter mit Bierflasche sehen zu müssen.
Chang 4: Ich stelle fest, dass beer yen yen dii maak maak ist und siedle in das Haus (Frauenecke) über, nicht ohne mich gleich dafür zu bestrafen. Thaifrauen mit Alkohol im Blut können sehr offensive (bitte englisch aussprechen) ihre Bedürfnisse vortragen.
Sangsom 1: Hände auf meinen Beinen, weibliche Klänge, zweideutige Unterhaltungen, Hühnerschenkel. Ich bin ja schon froh, dass nur noch 6 Hühnerschenkel übrig waren (könnte sein, dass es keine volljährigen Hühner waren, die Schenkel waren so klein), so konnte ich den Rückfall vermeiden. Und Chilli, der kleine Köter mit dem Kindchenschema (ICH WILL EINEN HUND! JETZT! ODER EIN KIND!) hat auch noch kräftig mit gemampft. (Und ich bin jetzt als hündchenkraulender Softie abgestempelt. Erst mal ein bisschen prügeln gehen.)
Ich glaube, es ist bei einem Sangsom geblieben. Ich bin dann mit zwei Telefonnummern mehr irgendwann gegen halb zwei nach Hause gefahren und habe beim Abschied noch die Worte “When you wake up you will forget me” gehört. Das “you will forget me” scheinen die Thaifrauen hier in der Schule im Fach “Nützliches Farangsprech” gelernt haben. Ich werde mich also wie bei allen anderen Frauen, die das zu mir gesagt haben nicht melden. Das lernt man bei uns in der Schule im Fach “Nützliche Fehlinterpretationen für emotionale Stabilität”.
PS: Mal eine Frage an die Raucher unter meinen Lesern: WIe bittesehr könnt ihr morgens aufwachen mit diesem Geschmack in der Fresse und euch trotzdem wieder einen Stengel reinschieben?
PPS: Ich kann nicht sehr besoffen gewesen sein, ich habs noch geschafft, mein Bett komplett neu zu beziehen.
PPPS: Sie sind auf dieser Seite gelandet, weil sie bei Google nach “erregte Thaifrauen” gesucht haben? Selber Schuld. Schlappschwanz. Porno gibts anderswo. Das hier ist ne Familenseite.
Grad f??llt mir auf …
… dass die Welt doch ganz schön Scheiße ist. Jaja. Hat sie fast geschafft, mich zu blenden. Aber nich mit mir nich. Klar!?
Der Thaiway III
Zitat des Tages: “You know! This is against the law. So it took long time because she is afraid. But she know my sister.” — Mal so völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Lustig trotzdem.
Der Papst und seine Kritiker
Der ehemalige Kardinal Ratzinger trifft sich derzeit erstaunlich häufig mit Kritikern der katholischen Kirche. Die Medien freuen sich und schreiben von Reformen, die sie erwarten und kleinere Kritikergruppen beschweren sich, dass sie nicht eingeladen werden. Naja. Könnte man auch anders interpretieren. Packen wir ein bisschen Sun Tzu und Macciavelli dazu klingt es dann so: Kenne deine Gegner. Lerne ihre Schwächen kennen. Wähne sie in Sicherheit. Halte sie in deiner Nähe. Könnte mir glatt sympathisch werden. Der Papst.
Jame Blunt: Dont go
And dont forget, i’ll be watching you, And the meaning of your motives will come shining through,
Is it a warning, is it an evil sign, is it a people, who had lost their mind, is it the darkness, is it a man resigned, is it a best friend leaving you behind
And don’t forget that i’ll be watching you, and the meaning of your motives will come shinning through…
Is it a warning, is it an evil sign, is it a people, who had lost their mind, is it the darkness, is it a man resigned, is it a best friend leaving you behind, is it a good thing, is it a gifting kind, is it a profit with a one track mind, is it the finish, is it a fearful find, is it the centre as your brain unwinds…
Don’t go where you been before, dont go sleeping on the floor, dont go down on dirty whores, dont lose your self
is it evil, is it gunna make u sick, is now a time that you realise that you betta get out quick, is it hunger is it making you feel pain, did u give u all, cuz ur only small and now your bodys drained, is it ever gunna stop, will they ever let u go, you’re in a rush, they dont care enough, and theyre thinking very slow, time is ticking on, we dont get a second shot and in 60 years,we gotta face our fears, and show the cards we’ve got…
Don’t go where you been before, dont go sleeping on the floor, dont go down on dirty whores, dont lose your self
Arbeitsplatz
Heute haben wir nach langer, ähm, Bestellzeit endlich ein paar Tische bekommen um sowas wie Arbeitsplätze aufzubauen und nicht den ganzen Schreibtisch mit Computer voll stehen zu haben. I am very confident that the boss will also get us the massage-coworker we are requesting as often as we requested the tables. Der reelle Systemanalytiker gegenüber hat gleich aus allen möglichen Ecken des Büros Kisten mit Kram herangeschafft und messie-mäßig die Liegefläche bepflastert. Ich hab ein wenig Raum geschaffen. Zum Atmen. Für Kram hab ich meinen Rolli. Ausserdem hab ich meinen Arbeitsplatz wieder an einen besseren Beobachtungspunkt gestellt. Man ist ja immer noch Single.
Die Pflanze kam übrigens auch heute und wurde Gerhardt getauft — eine Reminiszenz an den scheidenden von mir damals gewählten Kanzler.
Beachten Sie bitte die schäbige Qualität des Bildes. Meine Kamera wird wohl demnächst unweigerlich medienwirksam zerstört werden. Vorher muss ne neue her. Und ein Mobile mit Thaibuchstaben für SMSe. Und verschiedener anderer Kram. Wird ein teures Jahresende.
Verpasste Gelegenheiten Teil 254
Neulich dachte ich mir, es wäre ja mal ganz nett, meiner Mutter irgendwann zum 50/50-Geburtstag zu gratulieren. Das ist der Geburtstag, wo man doppelt so alt wie sein Kind ist und einer der Geburtstage, die man neben den 1000ern wirklich feiern sollte, nicht diesen jährlichen Kram. Gestern dann hab ich mich daran gemacht, das Datum auszurechnen. Dumme Sache. Der war letztes Jahr im April. Irgendwie sind wir alle ziemlich alt.
Schie??erei im Teeladen
In der Krisenregion im Süden Thailands gab es erneut eine Schießerei mit Toten in einem Teeladen . Der Angriff war dem Angriff ähnlich, in dessen Folge in der vergangenen Woche zwei Soldaten der thailändischen Armee in einer Moschee <txp:gho_permalink id=“394”>gefangen gehalten und zu Tode gefoltert wurden</txp:gho_permalink>.
Nebenbemerkung: Ich hatte bereits vor meinem Flug hierher von vereinzelten Bombenanschlägen und Unruhen im Süden gehört. Inzwischen kommt es mir aber vor, als ob die Anschläge sich häufen. Andererseits kann es auch sein, dass die Berichterstattung über die Vorfälle ausführlicher werden, weil die Nachbarstaaten, speziell Malaysia, beginnen, über Hilfe im Konflikt nachzudenken.
Nebenbemerkung 2: Und hier im Blog gibts jetzt eine neue Kategorie “Thailand in den News ” — natürlich nur, damit man mich in den vielen Blogranking-Wettbewerben und Preisverleihungen als Newsblog listen kann.
Buddhatag zu Ende
Und so pflegen Buddhatage bei uns zu Ende zu gehen. Mit Regen. Grad noch chatte ich mit jemandem in Khon Kaen der mir sagt, es würde dort regnen und prahle mit Sonnenschein und 10 Minuten später war es geschehen. Jetzt kann ich wenigstens sagen, dass ich nicht nach Hause kann, weil es so sehr regnet.
R??ckenmassage
Buddhatag. Ich muss mir langsam mal merken, dass die einzig gute Zeit für Big Buddha vor 9 Uhr liegt. Danach kommen die Touristen. Heute sprach der ganze Tempel Deutsch. Fürchterlich. Zwei Sachsen: “Also hier zieh ich meine Schuhe nich aus, nur wenn es Schatten gibt.” Zwei Omas sahen mich mit Geldstücken Glocken anschlagen und haben es nachgeäfft. Wirklich nachgeäfft, mit Kichern und ziemlich unaltem Verhalten. Und dann die komische Frau, die sich hinkniete vor einen der unteren Buddhas, die Hände nach Dürer faltete (sollte wohl ein Wai sein) und dann dümmlich seitlich in die Kamera grinste.
Naja. Und der große Buddha bekommt irgendein seltsames Gebilde hinter den Rücken gebaut.
Nichts destotrotz bin ich meine drei Wünsche losgeworden und bin sicher, dass zumindest zwei erfüllt werden. Der dritte wird dann quasi der Gottesbeweis.
Mehr Bilder bei Flickr . (Mist, ich glaub, ich brauch wirklich einen Professional Account. Das Limit ist fast verbraucht von den paar Bildchen)
Technokram: Thaibuchstaben f??r euro-XPs
Also es gibt ja hin und wieder Leute die sich bei mir melden und sagen, dass die Thaibuchstaben auf diesen Seiten nicht angezeigt werden. Das kann schon sein, besonders auf europäischen Windows-XP-Rechnern (wer ältere Windowsversionen verwendet, sollte sich mal Gedanken machen ob er sich nicht Gedanken machen sollte). Laut diesem Forumseintrag hier soll es aber sehr einfach sein, Thaischriften nachzuinstallieren. Teste das mal einer. Dass die Buchstaben im Firefox unter Mac (und im Thunderbird) nicht dargestellt werden dürfte ein anderes Problem sein.
Ansonsten sind mir andere Browser als der Firefox ziemlich egal, auch wenn sie neuerdings kostenlos zu haben sind und der Firefox sich langsam zum Internet Explorer mausert.
Ich. Mal wieder.
Eben bin ich aus Versehen auf den Auslöser meiner kleinen hässlichen Kamera gekommen. Dabei entstand dieses Photo:
Dazu gibt es ja einiges zu sagen. Fangen wir mal an:
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Das T-Shirt ist eines von drei Kleidungsstücken, die ich noch aus Deutschland habe. Der Rest ist einheimische Produktion. Ich habe das schon vor längeren festgestellt. Die drei Kleidungsstücke habe ich auch nur noch wegen der dahinterstehenden nostalgischen Gründe.
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Alle fragen mich immer, ob ich in Lübeck studiert habe. Nein. Hab ich nicht. Man muss nicht bei Nike arbeiten um Nike auf dem T-Shirt stehen zu haben.
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Falls ihr mal ein Fenster zur Verfügung habt, seht kurz hinaus und dann auf das, was ich sehe, wenn ich aus dem Fenster sehe. (Das im Hintergrund ist das Fenster.)
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Meine Haare sind dann ja doch ziemlich lang. Ich bin am Überlegen, ob man da nicht mal mit scharfen Haarkürzern (preferable female) ran sollte. Am Dienstag hat man mich sogar gefragt, ob ich nicht in einem Film, den irgendein Hollywoodstudio zur Zeit in Surrat Thani dreht mitspielen will. Gibt wohl Geld und man muss einen Piraten spielen und sie suchen noch langhaarige Kaukasier dafür. Das trifft wohl auf mich zu. Nichtsdestotrotz werde ich nie in einem von Hollywood finanzierten Film mitspielen. Aus Prinzipgründen. Da kann mich auch eine eigene Seite bei imdb.com nicht locken.
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Ich lächle. Dieses Lächeln sieht sogar ganz gut aus, finde ich. Lächeln ist wichtig in Thailand. Lächelt man nicht, kann es schon mal passieren, dass man gefragt wird, was denn nicht stimmt. Allerdings ist dieses Lächeln falsch. Aufgesetzt. Aber auch das kann ich inzwischen.
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Die Geheimratsecken sind tiefer. Die Stirn bekommt Falten. Es geht bergab. Man macht sich so seine Gedanken. Dazu mehr später.
Blablabla Kap
Eben klopft es im Chefbüro an die Tür. Unsereins ist ja freundlich und kuck nach, wer da was Samstags von einer Farang-Firma will. Vor der Tür steht ein kleiner Thai, der mich mit einem Schwall wohlgemeinter Worte überflutet. Ich sage “Phom Mai Kautschai” (Ich versteh dich nicht). Er lacht, freut sich und sagt wieder irgendwas mit den selben Worten und einigen Erweiterungen. Nun hält er mir einen Zettel entgegen. Ich glaube verstehen zu können, dass er jemanden sucht. Also kuck ich mir den Zettel an — nur Thaibuchstaben. So langsam rächt es sich, dass wir nur Verstehen und Sprechen aber nicht Lesen und Schreiben lernen. Ich erkläre ihm also, dass ich des Thailesens nicht mächtig bin (“Phom mai samaat aan Thai”) und er soll doch mal zu den Anwälten gehen, die kleine Sekretärin ist heute da und versteht ihn sicher. Er kuckt zum Anwaltsbüro, zu mir, zum Anwaltsbüro, sieht mich sehr sehr ungläubig an und geht wieder.
Hmm. Das nächste Mal muss ich diese Dialoge mal aufnehmen. Ich habe das dumpfe Gefühl ich hab was Falsches gesagt.
Mai (in meinem “Ich versteh dich nicht”) kann übrigens je nach Betonung nein, Holz, Seide, neu und brennen heissen. Jetzt frag ich mich natürlich ob “Ich verstehe Holz” sowas wie “Ich versteh nur Bahnhof” heisst, was ja durchaus einen Thai dazu veranlassen könnte einen Schwall Worte ausführlicher nochmal zu wiederholen. Was ich ihm gesagt habe als ich darauf hinwies kein Thai lesen zu können möchte ich gar nicht wissen.
Merke: Sage einem Thai nie auf Thai dass du ihn nicht verstehst. Das versteht er nicht.
Zwei Soldaten in Tanyong Limo zu Tode gefoltert
“Two Thai soldiers, who had been held hostage in a mosque in southern Thailand (Tanyong Limo village, in Thailand’s disturbed Narathiwat province), were beaten to death 18 hours after they were seized, an army officer said. As some 2,000 anger villagers prevented authorities from entering the mosque, the two were stabbed in their stomachs and badly beaten about their heads.”
Photos (manche explizit, oben auf “Event” klicken (auch ein bisschen zynisch die Wortwahl))
Mir fehlen die Worte. Manchmal liest man in der Bangkok-Post, dass viele Moslems den Süden Thailands verlassen und nach Malaysia auswandern. Es gibt immer mehrere Wege, ein Problem zu lösen. Diese beiden sind falsch. Wenn es Tote aus religiösen Gründen gibt, dann stimmt was mit den Religionen nicht.
Geister: Phii Am
Die Thais lieben Geistergeschichten.
Phii Am ist ein Geist der in der Regel nur Nachts zum Vorschein kommt, sich dann den Leuten auf die Brust setzt und Alpträume und unruhigen Schlaf verursachen. Diesen “Vorgang” nennt man dann Thuuk Am — von einem bösen Geist im Schlaf bedrückt zu sein.
Die Anw??lte haben WLAN
Gestern sprach mich der Anwalt von gegenüber auf der Toilette an, ob ich ihm nicht mal was erklären könne. Klar konnte ich das. Auch wenn ich nicht unbedingt darauf stehe beim Urinieren angequatscht zu werden. Man ist da manchmal eigen. Andere rauchen, manche singen, einige rezitieren Benn, ich schweige. Er suchte nach Worten und meinte dann, ich solle mal mit in sein Office kommen, es ist besser wenn er es mir zeigt. Es. Soso.
Ich hatte jedenfalls nichts dagegen mitzukommen, denn er verfügt da über ein Paar Sekretärinnen die man sich gerne mal von Nahem betrachtet. Dummerweise gingen wir in sein Büro in der Ecke und nicht in das mit den Sekretärinnen. Dort zeigte er mir stolz ein XP-Notebook an das ein WLAN-Accesspoint mit Kabel angeschlossen war und meinte dann, er will ja gerne auf den Rechner seiner Sekretärin zugreifen, wie das geht, im Explorer findet er den Rechner nicht.
Ich will jetzt nicht auf die vielen Details eingehen, die ich ihm erzählt habe, es war aber schon lustig, wie schwer es war, ihm verständlich zu machen, dass ein Rechner den man erreichen will an ein Netzwerk angeschlossen sein muss und WLAN nicht heisst, dass man damit an jeden Rechner in Reichweite rankommt ohne Kabel sondern ohne Kabel an das Netzwerk. Ich konnte ihn auch davon abbringen für jeden Rechner einen Accesspoint zu kaufen. Und vermutlich klappt das auch inzwischen alles, denn er hat nicht nochmal nachgefragt. Meine ausschweifenden Ausführungen zu Security und Sicherheitsschlüssel wurden auch erhört — wie wir eben nachgeprüft haben ist kein offenes WLAN im Haus erreichbar.
Wenn man es erstmal verstanden hat ist WLAN mit Windows XP ganz einfach.
Phom Rak Thailand
Darf ich mal was sagen? Ja? Gut. Also: Ich mag Thailand. So ziemlich alles ist einfacher als in Deutschland. Manche Dinge sind schwerer. Allerdings sind diese Dinge von geringer Wichtigkeit. Weshalb im Großen und Ganzen alles einfacher ist.
Und der Rest ergibt sich dann sicherlich auch irgendwann.
Amen.
Krungthep Mahanakhon 4.0
Jaja. Schon gut. Hier ist er ja.
Bangkok, Krungthep Mahanakhon Bovorn Ratanakosin Mahintharayutthaya Mahadilokpop Noparatratchathani Burirom Udomratchanivet Mahasathan Amornpiman Avatarnsathit Sakkathattiyavisnukarmprasit, Stadt der Engel, gro?e Stadt und Wohnsitz des Smaragdbuddhas, uneinnehmbare Stadt des Gottes Indra, gro?e Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, reich an gewaltigen kö?niglichen Palästen die dem himmlischen Heim des wiedergeborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishnukarm gebaut wurde. Man kann es nicht oft genug sagen, allein schon wegen der Suchmaschinenpositionierung.
Ich war mal wieder da (ja, es geht immer noch um Bangkok). Ich begann meine Reise mit einem “Bai tii Nathon” auf der Insel zum Songtheaw-Fahrer und beendete sie mit einem “Sawadee Krap” zum thai-japanischen Pärchen im Songtheaw zurück auf der Insel. Zwischendurch war ich einige Male gezwungen englische Laute von mir zu geben, meistens aber nur, um das, was ich auf Thai sagte zu verifizieren. Ansonsten versuchte ich mich mit Thai durchzuschlagen. Von Vorteil war, dass ich mir die Hinfahrt vorher schon gekauft habe ;)
Selbige war wie immer schlaflos. Man kann sich das schwer vorstellen, aber Thais schnarchen. Laut. Unüberhörbar. Und sobald sie in einem Bus sitzen, der sich mit mehr als 20 Kilometern pro Stunde fortbewegt — schlafen sie. Weshalb die meisten Langstreckenbusse über Nacht fahren. Die Fahrt beginnt mit einem übersteuerten Film (laut, viel Bass), irgendwann in der Nacht wird man an einer Massenabfertigungsraststelle abgeladen, darf nahrhafte Dinge zu sich nehmen (es lebe der “Food and Beverage”-Coupon) und lernt interessante Leute kennen. Diesmal von der Partie ein Inder der im Bangkok Hospital auf der Insel arbeitet (die Geschlechtsumwandlung hab ich schon mal zum Freundschaftspreis) und der Police Captain von der Touristenpolizei in Samui (lässt seine Website gerade von den Mitbewerbern (muahah) neugestalten. “if I’d knew you earlier…”) — ich hab eine Menge Kartonpapiere mit meiner Adresse drauf zurückgelassen (wir haben uns entschieden, die Visitenkarten nicht mehr Visitenkarten zu nennen).
Dann gings weiter, die Thais schliefen vor sich hin und ich sah mir an, wie die Wellblechhütten am Stra?enrand mehr wurden, in kleine Betonklötze übergingen, wieder Wellblechhütten wurden, immer mehr wurden — und dann waren wir in Bangkok. Früh halb fünf ist es eigentlich wie nachmittags halb fünf, nur eben dunkel. Die Taxifahrer versuchen einen zu nerven und verstehen nicht, dass man nein meint wenn man nein sagt, schliesslich müsse man ja irgendwo hin. Inzwischen bin ich aber schon etwas abgehärteter und so gelang es mir auf “die gro?e Stra?e” zu kommen und dort tatsächlich aus eigenen Antrieb ein Taxi anzuhalten. Der Taxifahrer kannte die Botschaft nicht (häh?) und fragte, welches Hotel in der Nähe sei (häh?) — ich hab ihn auf die Thanon Sathorn geschickt und mir die Botschaft dort selber gesucht (nicht ohne vorher 2 Stunden an einer Bushaltestelle zu sitzen und dem morgendlichen Treiben zu zu sehen — Schuluniformen sind doch was feines). Man muss sich das mal vorstellen, die sind fertig mit dem Umbauen und haben jetzt ein richtiges kleines Freiluftterminal mit so ner komischen Anstellschlange in der Botschaft. Macht sich nur dumm, wenn kein Mensch da ist und man 7 Schleifen laufen muss, nur um dann am Schalter ne Nummer ziehen zu können. In der Passstelle habe ich einen Typen kennengelernt, der auf Pattaya lebt, gegenüber von dem Haus, wo sie letzte Woche den Deutschen beim Ausrauben umgebracht haben und den Mörder dann noch laufen gesehen hat (“Wenn man das so bedenkt, da fühlt man sich gleich ganz anders.” — langsame, sehr langsame Sprache). Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Pattaya früher mal Gonorrh Gomorrha gehei?en hat. Dann hab ich drinnen noch ein bisschen gewartet und dann war er da, der gro?e Augenblick: Pass kam zurück. Auch das lief nicht tränenlos ab. Pass freut sich ebenfalls, dass er keinen Chip tragen muss. Er hat da was von ?berwachungsstaat und 1984 gemurmelt aber so genau hab ich das nicht verstanden weil ich dabei war, mich totzulachen, dass ich mein Passfoto tatsächlich schon wieder in ein offizielles Dokument reinbekommen habe. Jetzt sind sie aber wirklich alle. Die Fotos. Das nächste Mal ziehe ich auf dem Teil eine Augenbraue hoch. Das wird lustig.
Raus aus der Botschaft, rein ins Immigration Office. Die Thais stehen auf Stempel. Und von diesen Stempeln hatte ich eine Menge im alten vorläufigen Pass die dann doch gerne zur Erleichterung verschiedener Grenzüberschreitungen und Arbeitstätigkeiten im neuen Platz untergekommen wären. Ich legte also alles vor, lies mir erklären, welche Seiten ich wie oft kopieren soll, welche Formulare ich wo ausfüllen soll, tat ebendies und sah mich einer Reihe von offiziellen Tischen mit Beamten gegenüber die mit wichtiger Miene Eintragungen auf Papieren durchführten und glückliche Immigranten mit fremdländischen Pässen und thailändischen Stempeln versorgten. Ein besonders netter vermutlich dem eigenen Geschlecht zugeneigter Beamter holte mich dann aus der Warteschlange (lange bevor ich drangewesen wäre) und bearbeitete mich. Und Pass. Er fummelte in den beiden Pässen, stempelte auf Papieren herum und als er dann endlich den dicken fetten Stempel für meinen Pass in der Hand hielt und ihn schon fast aufgerückt hatte, stutzte er, legte die makellose Stirn in legere Falten, nahm den Dokumentenstapel und lief zu einem der Höhendifferenz der Wais nach zu urteilen vermutlich Vorgesetzten und sie diskuierten erregt, zeigten öfters auf mich und holten noch ein paar andere Leute dazu. Dann und wann zeigten sie auf mich, strichen über gegeltes Haar und berieten weiter.
Irgendwann dann kam er zurück zu mir und erklärte niedergeschlagen und sich zutiefst verneigend, dass es ihm nicht erlaubt sei, den Stempel zu transferieren. “Phut Paasa Thai?” — “Nit Noi” — “You Have To Go To OneStopCenter” — Ah, das One Stop Center. Quell der Freude aller durch die Gnade des BOI im Lande verweilenden Farangs. Ich verstand, er entschuldigte sich viele Male und begann alles, was er geschrieben hat, mit so einem Wei?-Stift mit dem Blondinen ihre Schreibfehler am Monitor beheben, erneut zu schreiben auf dass seine Schande von Erde und Papier getilgt sei. Dann gab er mir meine Unterlagen zurück, waite erneut, verneigte sich abermals und komplimentierte mich hinaus.
Da stand ich nun. Pass stempellos, ich transpirierend und müde. Also hab ich erstmal den Chef aus der Dusche geklingelt und mir die Daten von “unseren Anwälten” schicken lassen. Ich finde, jeder Farang sollte einen Anwalt in Bangkok haben. Das macht unsereins irgendwie wichtiger, besser, gro?kotziger. Au?erdem sieht es einfach gut aus, wenn man mit nem kleinen Rollkoffer irgendwo in Bangkok auf der Stra?e steht und mit Anwälten telefoniert. Dumm nur, wenn da niemand ran geht, der Ankrit spricht. Ich dachte immer Engel wären des Englischen mächtig. Jedenfalls entschied ich mich erstmal ein anderes Problem zu lösen, das Hotel. Das ging diesmal schneller, weil ich das “schonmal gegoogelt habe”. Also rein ins Zimmer (besser als letztes Mal, schlechter als jedes Zimmer, das ich in Deutschland behotelte, trotzdem erstaunlich, dass Einzelzimmer immer, ähm, Doppelbetten haben), raus aus den Klamotten (Assoziationsmodus aus), duschen (ja, endlich. Bangkok ist ungefähr vier bis fünf Grad wärmer als Koh Samui, leider), Fernseher an (Assoziationsmodus auslassen, bin noch nicht angezogen), anziehen (Assoziationsmodus an), raus in die Welt (dumme Idee — fürs Protokoll: Mittags in Bangkok nicht drau?en verbringen, ins Shoppingcenter, ok, in die Metro, ok, im Hotelzimmer bleiben, ok, aber raus gehen, nicht ok). Ich bin dann den Weg gelaufen, den ich vermutete an diesem Abend (es war ein Freitag, optimal, um ein wenig, ähm, auszugehen) zu gehen und entschied mich, ihn dann abends mit dem Taxi zu gehen (heat issues). Zwischendurch telefonierte ich ein bisschen in der Welt herum und versuchte herauszubekommen, wo denn das OneStopServiceCenter wäre und entschied mich dann nach intensivsten Druck durch meinen Chef (“du kriegst die Kündigung, wenn du nicht das machst, was ich dir verdammt noch mal sage, khon chai!”) nicht am Freitag sondern auf die Anwälte zu warten und wenn die Anwälte sich nicht melden am Montag alleine dahin zu gehen. (Nebenbemerkung: Mein Chef ist ganz lieb und setzt mich nie unter Druck. Ich arbeite gerne unter ihm. Er ist nett. Er zwingt mich auch nicht, das hier zu schreiben. Das schreib ich ganz allein weil ich selbst persönlich das will. Allein schon, weil er ja so nett ist. Ein guter Arbeitgeber. Ja. Das ist er. Und er spendiert uns demnächst eine Thairedakteurin mit Massagekenntnissen.)
Ich verlies also die, ähm, Silom Road und streifte zurück zu meinem Hotel um ein gewisses Ma? an Schlaf zu genie?en. Nach einigen Aktivitäten um mein ohnehin (für Thais) attraktives ?u?eres zu verattraktivieren begab ich mich in Bangkoker Nachtleben. Die Thais lieben Japanfood. Also a? auch ich Japanisch. Das erste Mal in meinem kleinen aufregenden Leben (also im Restaurant). Auch nett. Später sah ich mir noch die Lebensumstände normaler Bangkokthais an und kam am späten Abend freuderfüllt und unterhalten in meinen komischen Hotelraum zurück, sah einen schlecht synchronisierten japanischen Horrorfilm und begann irgendwann mit der REM-Tätigkeit. Sepiaträume deuten auf unrealistische Wünsche hin.
Samstag war ich dann auf dem Wochenendmarkt in Mo Chit (der vermutlich ganz anders hei?) auf dem ich schonmal an einem Montag oder Dienstag war was für einen Wochenendmarktbesuch ein ungünstiger Tag ist. Diesmal war es hei?er, voller, marktiger. Nett und äu?erst unterhaltsam. Was für europäische Frauen Schuhe, sind für Thais Taschen. Möglichst farbig bunt. Oder Pink (Nebenbemerkung: Sii Shampoo — Pink. Hihihihihiihihihihihihiiiiiihihii). Nachmittag genoss ich dann das schlechte Remake eines langen aber guten japanischen Horror(?)-Films namens Deep Water (meine Empfehlung: Original ankucken, das Remake in die Tonne kloppen — wenn sogar die Dialoge identisch sind, nur mit dummen Gesichtern gespielt werden, macht das keinen Sinn. Und in der japanischen Version ist auch wieder das kleine Mädchen mit den schwarzen Haaren die das Gesicht bedecken dabei, das in jedem japanischen Horrorfilm zu sehen ist). Trotzdem war auch dieser Kinobesuch sehr unterhaltsam und keinesfalls schlecht.
Dann war ich noch schnell bei einer grö?eren amerikanischen Fastfoodkette essen und fuhr heim. Ins Hotel. Zu meinem Fernseher mit schlecht synchronisierten Blockbustern und interessanten REM-Phasen. Das Hotel steht übrigens in so einer Art Chinatown und ist garantiert ein kleines bisschen verwunschen oder von Geistern bewohnt und der Concierge ist schwul. Definitiv. So freudig erregt kann man gar nicht kucken, wenn ein Farang kommt, wenn man nur Concierge ist.
Sonntag dann kaufte ich gleich früh am Morgen mein Rückfahrticket für Montagabend und ging dann Shoppen und Japanisch essen. Sagte ich schon, dass die Thais gerne Japanisch essen? Jedenfalls gibt es in Bang Na (ziemlich weit drau?en) ein Restaurant wo man 90 Minuten lang essen kann, was man essen kann und dafür einen Festpreis zahlt. Könnte sein, dass ich da öfters verkehren werde. Die Japaner sind übrigens ein komisches Volk, die essen Tintenfischbeinchen und so nen Kram. Bester Spruch hier: “Here, try this — aaah, no no, sorry, Fallang dont eat this, from inside.” Nach einem kurzen Besuch auf dem Flughafen und dem Beobachten der Thaiversion im Familienmitgliederverabschieden (Wai, Nicken, Abgang nach rechts) wurde dann ein Besuch von Bang Poo anberaumt.
Bang Poo ist das Naherholungszentrum der Bangkoker Thais. Irgendwo am Meer. Oder so. Da hat man dann einen langen Betonsteg mit Freizeitcenter am Ende ins Meer hinein gebaut wo die Autos in der Mitte zweispurig parken, au?enrum fahren und Parkplätze suchen und die zugehörigen Thais dann am Rand des Stegs stehen und in die braune Suppe starren und versuchen Fische zu sehen. Dann und wann aller paar Jahre kommt mal ein Farang vorbei, der dann der Farangwatch unterzogen wird. Diesmal war ich dort. Ich hab mir derweil Thais angekuckt.
Anschlie?end wurde ein weiteres Kino in Bang Na der genaueren Qualitätskontrolle unterzogen. “The Grimms Brothers” — ein überaus guter Film. Eine Mischung aus “Sleepy Hollow” und “Van Helsing” von Terry Gilliams (was ich erst im Nachspann herausfand). Empfehlenswert. Mehr sag ich nicht. DVD-wert. Nicht VCD. Dann eine weitere schnelle Thaiverabschiedung betrachtet aus zweiter Person und ich war wieder im Hotel. REM-Phase unter anderem mit einem sprechenden Vollmond und viel blauer Farbe. Samstag war übrigens Vollmond.
Montag dämmerte und mit ihm ein erneuter Besuch im thailändischen Behördensystem. Eine Erfahrung die ich nicht missen möchte. Ich werde mich nie wieder über deutsche Behörden beschweren. Das sind Schlaffsäcke gegen die harten unerbittlichen uniformierten Aufrechterhalter der Ordnung in Bangkok. Ich begab mich also in das inzwischen lokalisierte OneStopCenter und stoppte. Man gab mir einen Antrag den ich gewissenhaft und wahrheitsgemä? ausfüllte und ich wartete. Dann wurde ich von einer ziemlich niedlichen Thaibeamtin (ich glaube, ich steh auf Uniformen) verarbeitet. Schlie?lich kurz vor dem Aufprall des Stempels in Pass erklärte sie mir, dass das dann 3.800 kosten würde. Hömm. Soviel Geld hat der Samuifarang um diese Jahreszeit selten noch im Gepäck also wurde auch diesmal alles amtlich Geschriebene ausgewei?t und ich gefragt “Do you feel uncomfortable now” — was ich lächeld verneinte. Ein paar Telefonate später erklärte mir der Assistent unserer Anwältin dann, dass das mit dem Geld durchaus so ist weil ja das Visum der Stempel im Pass und nicht der Fakt hinter dem Stempel im Pass ist. Naja. Rein rechtlich kann ich aber eine Weile mit einem entwerteten Pass mit gültigem Visum und einen gütigen Pass ohne Visum und einer Arbeitserlaubnis die für den ungültigen Pass gültig ist in Kombination von ungültigem Pass und und gültigem Pass und teilgültigem Visum aber durchaus gültig ist in Thailand leben und arbeiten. Sollte ich ein weiteres Mal “gültig” schreiben bitte ich um eine schnelle Exekution.
Ich machte noch etwas Movieshopping, erwarb einige Software in Thailizenz und begab mich nach Sai Tai Mai, dem südlichen Busterminal, um einige Stunden auf meinen Bus zu warten, Thais zu beobachten und interessante Gespräche mit Familienvätern zu führen, die Farangs normalerweise nur im Paket mit Thai- oder Farangfrauen zu sehen gewohnt sind und noch einige recht nette Töchter in geschlechtsreifen und heiratsfähigen Alter im Angebot hatten. Ich lehnte dankend trotz verschiedener eilig präsentierter Schönheiten ab. Als der Bus dann fuhr schnarchten alle Thais vor sich hin, ich durfte mir eine schlecht synchronisierte Version des schlecht gefilmten Filmes “Pearl Harbour” ansehen (worum gehts da eigentlich?) und gelangte gestern morgen zurück auf meine Insel.
Ich bin wieder hier. Müde aber zufrieden. Bangkok war schön und leider, leider, leider muss ich recht bald schon wieder hin, um endlich die Stempel in meinen Pass zu bekommen. Andere Gründe nach Bangkok zu fahren gibt es nicht. Wirklich.
Und Fotos? Die ersten Tage hab ich den Fotoapparat im Hotel vergessen, weil er in den Rucksack und nicht die Umhängetasche gesteckt war, wo er normalerweise erreichbar gewesen wäre (das war die dämliche Security in der Botschaft, was bittesehr glauben die soll man in ihrem hässlichen Betonklotz denn photographieren? Das Köhlerfoto? Häh?). Dann hatte ich ihn mit, wollte aber keine Photos schie?en. Drei Fotos hab ich gemacht. Für mich.
Und die Sache mit den Frauen? Siehe Tagline (das Ding unter dem Titel dieser Seiten).
PS: Bester Spruch des Wochenendes: “Siam Square is for Teenagers, Silom Road for Gays.”
Back from Krungthep
Bin wieder da, war sehr sehr schön, hab aber noch keine Lust hier wieder zu schreiben, mal sehen, morgen vielleicht, oder überhaupt nicht mehr…
Announcement: Krungthep 4.0
Werter Kunde!
Die grauhirn.org Senior Developing Systems Analysis Engineering GmbH & Co. KG a.A. freut sich auf die baldige Verfügbarkeit unseres beliebten Programmpaketes Krungthep in der Version 4 (Codename Enkelin) hinweisen zu können.
Neben vielen Bugfixes bieten wir Ihnen ein auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse zugeschnittenes Programmpaket mit neuen Funktionen und Erweiterungen die wir im engen Kundenkontakt und aus den Userberichten zur letzten Version eruiert haben. Die Neuerungen umfassen unter anderem:
- Integration von Thai als Hauptprogrammsprache (beta, eine Funktionsfähigkeit wird nicht gewährleistet, im Bedarfsfall ist ein Rückfall auf Englisch durch Zusatzmodule möglich)
- buddhismusfreundliche Programmplätze (neu hinzugefügt Wat Pho, Wat Mahathat)
- Candlelightdinner-Funktion
- Thaimovie-Erweiterung
- Preisnachlässe auf Programmerweiterungen in Thai-Lizenz
- Gutschein für einen neuen 10 Jahre gültigen deutschen Pass ohne Chip (Disclaimer: Bitte beachten Sie, dass Ihnen die Einreise in bestimmte Staaten der Völkergemeinschaft mit Pässen ohne biometrische Daten erschwert werden können. Dafür garantieren wir Ihnen, dass Sie gar nicht das Bedürfnis verspüren werden, mit Krungthep 4.0 in eben diese Länder einzureisen.)
Einen ersten Review unseres Programmpaketes Krungthep 4.0 können wir Ihnen nach diesem Wochenende anbieten. Bitte haben Sie Verständnis, dass das Programmpaket erst nach eingehender Testphase für die breite Öffentlichkeit verfügbar sein kann.
PS: Auf diesem Kanal wird erst Dienstag wieder gesendet. Gehen Sie weiter. Es gibt nichts zu sehen.
Donnerstagmorgen auf Samui
Heute morgen war ungewöhnlich viel Verkehr in Lamai. Mir war nach dem “langen Arbeitsweg”, der ungefähr 10 Minuten länger dauert und mich durch einige Bereiche der Ortschaft führt, die mir morgens halb Acht besser gefallen als zu anderen Tageszeiten.
Nach einigen Minuten im immer dichter werdenden Verkehr kam ich an einigen Schuhen auf der Straße vorbei. Schwarz. Eher grau. Staubig. Zerrissen. Dann holperte ich über den Bremsgriff eines Mopeds. Einige Meter weiter lag dann das zugehörige Moped auf der Straße. Noch einige Meter weiter lag ein weiteres Moped auf der Straße. 30 Meter weiter sah man dann auch die Besitzerin der Schuhe unter einem Pickup eingeklemmt. Sie lebte noch, was ich meine an der Feuchte ihrer Augen sowie der Tatsache dass sich einige Thais um sie bemühten festmachen zu können.
<txp:gho_permalink id=“218”>Ansonsten standen die üblichen geschockten Thais geschockt in der Gegend rum</txp:gho_permalink>.
Es beruhigt ungemein, dass es hier sowas wie Halskrausen zu geben scheint. Und ich werde für einige Tage den Mopedhelm tragen. Wenn ich Moped fahre.
Strom is f??r Pussies
Zur Zeit wird unsere schöne Palmeninsel mit neuen Kabeln ausgestattet durch die mehr und besserer Strom fließen soll. Aus diesem freudigen Grunde hatten wir zwischen Mai und Juli regelmäßig Stromausfälle. Die blieben in letzter Zeit aus. Weshalb der leichtgläubige Farang annahm, dass es nun vorbei wäre.
Am Dienstag dann kam die Nachricht, dass von heute an für 5 Tage kein oder nur eingeschränkter Strom erhältlich ist. (Die Expaten meinten: “Das ist dann so wie vor 5 Jahren!” und blickten gerührt in der Runde herum. Ich habe verständnisvoll gelächelt und diesen Spruch für eine der Katastrophensituationen des Jahren 2010 auf dieser Insel vorgemerkt.)
Gestern dann war so eine Art Sitzung des Katastrophenrates des IT-Complexes. Ich hatte also genügend Zeit, mir mal alle Frauen unter 40 genauer anzusehen. Sogar der Chef war anwesend und hob beruhigend die Hände um in stillen, ernsten und wenig panikerregenden Äußerungen alle Mitglieder unserer kleinen Bürohausgemeinschaft darauf hinzuweisen, dass es zu Einschränkungen unserer Lebensqualität kommen kann. “That also applies to your private homes! Take off the cables of your VCD-Player, your DVD-Player, your Musicstation, your Homecinema…” — die Gesichter einiger Thais wurden bei der Nennung weiterer Geräte immer länger, vermutlich weil sie wie ich nur ein piefiges kleines Multifunktionsgerät haben.
Jedenfalls hier in Kurzform die Energiesituation für die nächsten 5 Tage:
- heute um 9 Uhr wird auf der ganzen Insel der Strom abgeschaltet
- nach 20 Minuten kommt er eventuell wieder
- kommt er nicht wieder, kommt er gegen 12 Uhr wieder
- kommt er gegen 9:20 Uhr wieder, geht er wieder ab 12 Uhr und bleibt weg bis Mitternach um dann nach 3 bis 4 Stunden wieder zu gehen und zu kommen wie es ihm beliebt — das wiederholt sich dann die nächsten Tage
- bleibt der Strom nach 9:20 schlecht, wird eventuell der Generator vom IT-Centre angeschaltet
- ist er stabil, wird der Generator vielleicht ab 12 eingeschaltet, vielleicht auch nicht
- die Klimaanlage bleibt aus
- die Kühlschränke bleiben aus
Und um das alte buddhistische Sprichwort “Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen” auch mal in der Praxis auszuüben ging der Strom gestern Punkt 18 Uhr hinfort. Kein platsch weg war er sondern wie im Kino, alles wurde langsam dunkel und die Stromversorgungen fingen an panisch zu piepsen (ach ja, die guten alten Zeiten). Dann kam er wieder und weiter gings im 5 Minuten-Takt. Bis dann irgendwann nicht mehr viel ging. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Generator hier nicht anspringen mag, denn ausser einigen dumpfen Vibrationen war nichts zu spüren.
Ich denke, ich werde mich in einen eilends für reiche Farangs bereitgestellten Bus setzen und das Katastrophengebiet schnell verlassen, solange die Fähren noch fähren.
Ach ja: Hinterher soll alles besser werden.
PS: Mit Vergewaltigungen und einem Anstieg der Mordrate ist im Einzugsbereich des Stromausfalls nicht zu rechnen, da der Sex hier (so man ihn aktiv ausübt) meist einvernehmlich und zweiteres normal ist (soll heißen, es gibt sowas nicht “bei uns”).
PPS: Falls sich jemand beschweren will, dass ich hier ständig von Katastrophe spreche: Es sind Amerikaner auf der Insel anwesend.
Vorurteile? Welche Vorurteile?
(15:30:00) [Name der Redaktion bekannt]: (Ich beziehe meine Vorurteile über Thailand ausschlie?lich aus deinem Blog ;) )
?hm. Ja. Ich hab ja gar keine Vorurteile. Das ist alles wirklich so hier :) Und unserer Sekretärin haben sie am Wochenende das Haus ausgeräumt, während sie (Pet + Mann) nebenan schliefen. Und in Pattaya wurde neulich ein Deutscher umgebracht, der seine Diebe beim aktiven Spenden entgegen nehmen überraschte.
Zwei
Dem geneigten Betrachter wird die Vielzahl an Trinkgefäßen auffallen. Das liegt größtenteils daran, dass unsere Espressomaschine seit heute endlich mit Bohnen aufwarten kann und der gestresste Programmierer sich an einem groben Schub Koffein die müden Denkmuskel aufheitern kann. Da geht einem das svn update && make clean && make && make install && blabla pfad create && blabla pfad import doch gleich viel schneller von der Konsole, wenn man mal ne Zeile Code geändert hat.
Fehlt nur noch die sexy Masseuse und der Thai-Redakteur. Beides vom Chef versprochen. Und der hält immer, was er verspricht. <txp:gho_permalink id=“353”>Siehe Arbeitserlaubnis</txp:gho_permalink>.
Skype suckz
Skype suckz. Wirklich. Nachdem es vorgestern von Ebay aufgekauft worden ist, haben die den Skypeleuten Druck gemacht und eine alte Fehde mit mir wieder aufgenommen. Ich kann mich seit gestern nicht mehr einloggen. Schuld ist anscheinend ein Bug, der keine Sonderzeichen in Passworten der Linuxversion beim manuell einloggen erlaubt.
Nun gut wird sich der geneigte internetaffine Leser bemerkbar machen, da setzt man einfach sein Passwort zurück. Ja klar erwidere ich darauf: Nur, wenn man Skype schon solange nutzt, dass weder die Firma noch die Emailadresse mit der man sich angemeldet hat weiterhin der Existenz anheim fällt, dann ist das ein kleines bisschen schwierig.
Die Onlinehilfe von Skype bietet das Einrichten eines neuen Kontos an. Sehr nett. Ich hab mal eine Mail an den Support geschrieben. Wenn der allerdings schon selbst mit einer Reaktionszeit von 2 Tagen rechnet, dann sehe ich mich nur zur titelgebenden Zeile gezwungen und verbleibe hochachtungsvoll.
Ich maile wieder. Mit nem Emailprogramm und einer Tastatur.
No news today
Es könnte auffallen, dass es hier zwei Tage keine Updates gab. Nun. Auch mir fiel es auf. Immer dann, wenn ich kurz davor war, etwas aufzuschreiben. Dann dachte ich immer: Warum soll ich das nun gerade euch erzählen. Das ist nur eine kurze Phase und wird auch wieder vorübergehen. Aber bis dahin: keine Sorge, wenn mal ein Tag ohne Updates vergeht. Oder zwei. Oder ein verlängertes Wochenende das ich in Bangkok verbringe. Oder so.
In the laundry again
Heute <txp:gho_permalink id=“370”>beim wöchentlichen Besuch in der Laundry</txp:gho_permalink> fehlte jede Anwesenheit des Englischlehrers. Das Interessante an dieser Konstellation ist, dass es seine Frau liebt sich mit mir über Lord Buddha und die Welt zu unterhalten. Das Dumme ist nur: Sie kann kein Englisch. Was uns zwingt Thai zu sprechen. Wobei sie sehr viel spricht. Und ich eher Unfug. Wahrscheinlich. Was sie manchmal so sehr zum Lachen bringt, dass wir gar nicht mehr zum Sprechen kommen.
Jedenfalls brachte ich sie heute gleich zu Beginn zu Fall indem ich sie nach ihrem Ergehen fragte was sie positiv beantwortete. Gefolgt von einem Schwall von Vokabular, das ich noch nie gehört habe. Ich murmelte ein verschämtes “Sabaii Dii”, was anscheinend die richtige Antwort war. Beim Verhandeln des Abholtermins sagte sie dann “sii mong” und ich hab es verstanden. Das ist ja schonmal was. (Nagut, ich könnte zugeben, dass ich mich heute morgen extra mit diesem Bereich des thailändischen Vokabulars abgegeben hatte, weil ich “haa mong” vorschlagen wollte. Mach ich aber nicht.)
Und Regen auf Thai ist ein Finger zum Himmel emporgehoben.
Es geht abwärts
Eben loggte ich mich an meinem Arbeitsterminal ein, klatschte einen komischen Rhythmus in die Hände und sagte laut “Das is heut ein schöh ner Tag”. Dann verharrte ich einige Momente peinlich berührt. Manchmal ist es ganz praktisch der Erste im Büro zu sein.
Gerhard Schröder hat Geburtstag.
Heute vor 95 Jahren wurde übrigens der bekannte CDU-Politiker Gerhard Schr??der im schönen Saarland geboren.
Linksverkehr
Hab gestern einen Film gesehen in dem einer mit nem BMW einen Münchner Vorort entlang gefahren ist (Bourne Verschwörung oder so). Jedenfalls fährt der so vor sich hin und ich denk die ganze Zeit wenn jetzt einer entgegen kommt fällt er auf, so blöd wie der fährt. Und dann kam einer entgegen und ich denk so wie schaffen die das jetzt beide auf der rechten Seite ihrer Fahrbahn zu fahren ohne zu schlingern, das ist doch ungewöhnlich dass jemand auf deiner Spur entgegen kommt und du gemütlich die Seite wechselst ohne ihm den Finger zu zeigen, weil er auf deiner Spur ist, das ist nicht sehr realistisch, doofer Film.
Später dann fiel mir auf, dass in Deutschland Rechtsverkehr ist und ich diese Perspektive anscheinend schon verlernt habe.
Socializing nach Graumeister-Art
Schweißnasse Frauenleiber eng aneinandergedrückt keuchend um eine bessere Position kämpfend verschiedene Körperteile erregt in glänzende Unterleiber stoßend hier ein liebevolles Tätscheln austauschend da hart schlagend fordernden Griffen entgleitend stöhnend umeinandertänzelnd von geifernden Gaffern umstanden und angefeuert der Erschöpfung nahe im Höhepunkt triumphierend…
Ja. Ich war beim Frauenboxen. Ist ja auch mal ganz nett. Gestern war mir nach einer entspannten Form des Kontaktes zum einfachen Volke und so wandte ich mich zu fortgeschrittener Stunde gen Beachstreet in der Hoffnung auf Unterhaltung. Die wurde mir zuteil, aber erst später. Zuvor war ich in der Moskitobar in der außer mir nur der Fernseher und die Barkeeperin liefen. (Na? Habt ihr die Abwesenheit des Attributes niedlich bemerkt?) Die jedoch konnte einen gar deliziösen White Russian bereiten (Milch ist ja sooo teuer), so dass ich mich gezwungen sehe, hier öfter mal einzukehren. Jedenfalls trank ich ein paar White Russians und beobachtete das Treiben auf der Straße. Nach Vollzug des Mutantrinkens begab ich mich zum Stadion (welches sich inmitten einer Ansammlung rot beleuchteter Ladybars befindet) wo schon eine Masse geifernder Männer mit ihren Begleiterinnen um den Ring herum zwei Männer die sich mit Boxhandschuhen tätschelten anfeuerten. Wie jetzt, Männer? wird sich der aufmerksame Leser wundern. Auch ich wunderte mich und bestellte erstmal ein Beer Chang bei einer der aufdringlichen Barkeeperinnen. (Na? Habt ihr die Abwesenheit des Attributes niedlich bemerkt?)
Es war schon spät (0:00) also kam ich nur in den Genuss zweier Kämpfe mit weiblichen Protagonisten nach den beiden Männern. Beide Kämpfe (???) waren irgendwie langweilig. Komische Squeetsch-Musik war zu hören und die Frauen tänzelten herum um schlugen dann und wann zu. Wenn sie mal die Beine hoben johlten die Zuschauer. Das war dann wohl gut. Ansonsten war es eher so eine Art “Wer schafft den größten Radius beim Zuschlagen”-Kampf (nagut, im letzten Kampf war die Blaue am Ende schon recht torkelig).
Die beiden letzten Boxerinnen waren übrigens jene welche ich morgens auf der Fahrt ins Büro immer laufen sehe.
Fazit: Wenn Thaiboxen die härteste Boxart sein soll dann war das Schaukampf. Und gegen Ende saß neben mir eine ziemlich niedliche kleine Thai mit ihrer noch niedlicheren Freundin. Trotzdem ging ich aus diesem Abend mit einem ziemlich üblen Depressionsschub heraus (ist doch ganz nett, wenn alles beim Alten bleibt) was eventuell auch an der verheerenden Wirkung von White Russian vor dem Bier liegen könnte — ich werde das mal beobachten.
Chatten auf Thai
Chatten auf Thai ist schwierig. Abgesehen vom Vokabular muss man zum einen zwischen bis zu fünf Transskriptionssystemen wählen (wenn man die Rough-Guide und Lonely-Planet Schreibweisen noch dazu nimmt sinds sieben). Da wird dann schnell mal aus einem “phut paasa thai” (Sprichst du Thai?) im royal transkription systeme ein “poot pasa thai” in einer der eingeenglischten Formen. Da hilft alles nichts. Laut mitlesen und hoffen, dass man auf den Sinn kommt.
Zum anderen bietet sich natürlich auch das Thai herrlich zum Acronyme schreiben an. Ich werde dann und wann von einem “5 5 5” beglückt. Am Anfang dachte ich, das wäre irgendein Windows-Skype-Smiley, das bei mir unter Linux mal wieder nicht ankommt. War es aber anscheinend nicht. Die einzigen Hinweise, die ich bekam (fragen ist doof) war die Positionierung in thematischer Nähe zu lustigen Situationen.
Eines Nachts dann dämmerte ich auf der Spielwiese vor mich hin und hatte es plötzlich: 5 ist eine Zahl. 5 heißt auf Thai “haa” (falling tone, kurze Delle nach oben und dann fallend).
555 = ??? — genau. Lustig. Da haben wir gelacht *g* :D
Mein Haus
Na kuckt mal was ich eben in uralten Photos gefunden habe: Mein Haus scheine ich mir im Januar schonmal angesehen zu haben. Zumindest ist diese Augenblicksfesthaltung vom Januar. Mein Haus steht links als drittes (wenn man die Hütte vorne links als Haus mitzählt. Da wohnt der Groundkeeper drinnen, der auf mich eher einen sterbenden Eindruck macht derzeit. Macht nichts. Haus. Oben. Links.
And next time we speak about you buying land!
Hab eben die Miete für meinen Palast und den nächsten Monat gezahlt. Was weniger lustig gewesen wäre wenn ich nicht “mein Haus” in den Worten meiner Vermieterin Kiew mit ihr Haus verwechselt hätte und dort rumgesessen hätte. Mein Haus ist also auch bei ihr “mein Haus”. Das müssen wir mal noch klären.
Wir haben viel gequatscht. Unter anderem verwunderte sie nicht unerheblich, dass man mich nie mit einer Frau sieht. “You have no lady? Whyyyyyyy? You handsome.” Naja, wenns nur aufs handsome ankommen würde wäre ich nicht gezwungen diesen Satz mit Konjunktiven zu füllen. Dann sprachen wir darüber, dass ich bestimmt Land kaufen will für “not many” nur 3.000.000 . Nächstes Mal gehen wir zum Dinner (sic!) und reden dann über die Company die wir gründen müssen, um mir als Farang die Möglichkeit zu geben, Land zu kaufen.
Und wenn ich thailändische Handmade-Artikel irgendwohin exportieren will, kann ich mich auch bei ihr melden. Und in ihrem Laden war ich auch noch nicht. Mal ganz abgesehen von dem Kaffee den sie noch mit mir trinken wollte.
Ist doch ganz praktisch, wenn man alles aus einer Hand hat.
Glücklicherweise hat sie keine Töchter in heiratsfähigem Alter. Und glücklicherweise fährt sie morgen erstmal nach Bangkok.
PS: Siemens-Mobiles sind nicht für den Betrieb über 34 Grad Celcius geeignet. Mein Umstieg (ich hatte immer Siemens-Mobiles) zu einem asiatischen Mobilfunkendgeräteanbieter steht unmittelbar bevor. Mit Kamera. Und MMS. Und Bluetooth. Wäre nicht das erste selbstauferlegte Prinzip, das in Thailand fallen würde.
Postw??hlerische Entscheidungsbeeinflussung
Mich würde mal interessieren, inwieweit die Berichterstattung und die vorläufigen Ergebnisse zum 18. September in “Dresden I” die Wahlentscheidung und die Wahlbeteiligung beeinflussen wird. Wär doch ganz nett wenn es eine Kippstellung geben würde und bestimmten Menschen in Berlin und angegliederten Freistaaten gewisse Körperteile gekühlt “gehen” würden (nicht dass ich 210000 Menschen eine entscheidende Funktion zuschreiben würde).
Aber eigentlich pflege ich gerade meine Politikverdrossenheit. Es regnet nicht. Nette Sache.
Trotzdem. Welche Umsätze hat die BILD-Zeitung denn in “Dresden I”? Und überhaupt: “Dresden I” klingt wie irgendwas von Kandinsky oder aus dem Bauhaus. Wobei das eine ja das andere nicht ausschließen muss.
Hier in Thailand sind Wahlen übrigens immer ganz einfach. Es fahren die Brüllautos mit ihren Parolen durch die Gegend und Thaksin gewinnt. Und <txp:gho_permalink id=“369”>erhöht die Steuern auf Sachen, die mich glücklich machen</txp:gho_permalink>.
Subversive H??resie
a:visited {<br /> color: #666;<br /> }
in nem Kirchenportal. (Wahre Webdesigner machen jetzt rotflol.)
Ausversehen ein Date einfangen
Gestern wollte ich nach getaner Arbeit (und noch einem Bisschen produktiv Sein (hmm, das könnte missverstanden werden)) ein paar Würstchen von meinem präferierten Würstchenstand auf der Beachstreet abholen, um durch das enthaltene Fett meinen Bumbui bei Laune zu halten. Dies tat ich auch.
Während die Würstchen und verschiedene andere seltsame thailändische Dinge auf dem Grill rumbrutzelten stand ich in der Gegend rum und kuckte teilnahmslos vor mich hin. Bis eine ziemlich niedliche thailändische Thai auf ihrem Moped angebrettert kam, neben mir parkte, mich angrinste und im 0.63Periode verschwand (Na? Na? Na? Sieben durch Elf? Na? Dämmerts? Hmm?). Ich schenkte ihr vor Schreck ein Lächeln zurück und blieb selbiges. Zurück. Die Würstchen wurden “only one minute, finish” und ich begab mich in der Hoffnung auf einen trübseligen Fernsehabend gen Moped. Auf diesem sitzend wurde ich der Thai von eben gewahr die mich recht offensiv angrinste. Ich grinste erneut zurück in der Hoffnung die Färbung meiner Gesichtshaut unter Bart und Dunkelheit verbergend ihr gegenüber geheim halten zu können.
Dummerweise fuhr ich in die falsche Richtung und so geschah es, dass sie mich ein paar Kreuzungen weiter einholte und in Beachstreetthai (keine Zeitformen, auf Negotiation beschränktes Vokabular) ein Gespräch begann. Wir standen also an der Kreuzung, sie auf ihrem pinken Moped, ich auf meinem roten einen und unterhielten uns. Das ging auch ein paar Minuten ganz gut bis sie mich fragte, ob ich nicht mit ihr essen/trinken gehen will. Hömm. Ich wies sie auf meinen langsam erkaltenden Beutel mit gar fetthaltigen Speisen hin und hoffte ihr so entgehen zu können. Sie fragte, ob ich ein Haus hätte. (Dies wird zwar jetzt ein Spoiler auf mein bald erscheinendes Erstlingswerk aber das macht ja nichts: Diese und die zwei folgenden Fragen sind ein eindeutiger Hinweis auf ihre Intentionen.) Ich sagte ja und dass ich auf dem Weg dahin wäre. Sie fragte woher ich komme und ich aus Jeramany. Sie fragte wann ich nach Jeramany zurückkehren werde und ich sagte nie. Sie war sehr professionell.
Um die Geschichte zu einem Abschluss zu bringen: Wie entledigt man sich einer allzu bedürftigen und leider niedlichen Thai? Man sagt, man sei schwul. Das ist zwar jetzt eines der schlimmsten Klischees das ich mir vorstellen kann, aber es hat funktioniert.
Und so saß ich abends im Fernsehsessel und mampfte an meinen Würstchen. Es ist eine verdammt schwere Aufgabe in diesem Land depressiv zu werden…
May Mii Bumbui
Heute meinte die Frau des Englischlehrers (<txp:gho_permalink id=“319”>häh? wie? was? Englischlehrer?</txp:gho_permalink>) beim wöchentlichen Plausch zu mir “May Mii Bumbui Kaaaaaaaaah” (viele Frauen sprechen das Kah ziemlich niedlich langgezogen aus) gefolgt von einem schnellen und unverständlichen Redeschwall den der Englischlehrer in etwa mit ich war mal dicker und habe nun sichtbar abgenommen und sehe richtig handsome aus übersetzte.
Hmm. Nett. Ich persönlich finde mich ja immer noch recht platzeinnehmend, aber wenn ältere Frauen mir erklären dem wäre nicht so ist das eine Einsicht und Information die mir ich dankend als Fakt aneigne. Es ist auch schon längere Zeit kein Stuhl unter mir zusammengebrochen.
Wobei es eigentlich ein Attraktivitätsverlust nach thailändischem Verständnis ist, keinen Bauch zu haben. Die Frauen (Hauptzielgruppe) stehen auf Bäuche. Größtenteils weil das Wohlstand symbolisiert. Nun wisst ihr auch warum mir gerade jetzt ein leichtes Grinsen im Gesicht liegt.
Frau Englischlehrerin sollte die Reste des Bauches mal ohne Shirt sehen. Das Gewölbe hängt nämlich ziemlich unmotiviert in der Gegend rum. Wenn ich nicht jedesmal beim Gedanken an mich in Trainingsklamotten Thaiboxing praktizierend in minutenlanges Gelächter ausbrechen würde hätte ich sogar schon mal eine Schnupperlektion genommen (vermutlich nur um sofort wieder aufzugeben).
Übrigens laufen mir morgens immer die Mädchen vom Frauenboxen über den Weg. Sie laufen, ich fahre, wir grüßen uns. Niedlich. Ich mag schlagende Frauen.
PS: Ich sollte anfangen Frauen nicht mehr als Mädchen zu bezeichnen. Ich bin jetzt alt, die Zielgruppe auch.
Das ist das Ende
So fängt der Tag gleich grau an: Eine anonym bleibende vertrauliche Quelle hat mir eben den folgenden Link geschickt: Link (das mit dem Link ist ein Insider, macht nichts. Draufklicken und lesen wenn man des Englischen mächtig ist.)
Die [ich fand noch keine adäquate Bezeichnung für diese Menschen] im thailändischen Parlament haben die Alkoholsteuer um 4000% erhöht. In Worten: viertausend. Mit Wirkung von heute. Das wars dann mit dem gepflegten Mehkhong-Absturz für weniger als einem Euro. Wenn das so weiter geht werden die Frauen noch preiswerter als der Alkohol.
Überhaupt ist das Parlament hier sehr aktiv mit plötzlichen Steuern: neulich wurde beschlossen, dass die Regierung von allen Hotels und Ressorts auf der Insel 2% der Einnahmen als sog. Tourismussteuer ziehen darf. Und wenn sie will (und sie will ganz sicher) kann sie die für die vergangenen 4 Jahre gleich noch mitziehen. Ich denke mal, das wird den Hotelmarkt hier ein bisschen bereinigen.
Wie auch immer. Ich bin froh, dass die Alkoholsteuer nicht rückwirkend eingezogen werden kann.
Geister: Phii Kraseu und Phii Krahang
Die Thais lieben Geistergeschichten.
Phii kraseu ist ein weiblicher Geist, der sich (Achtung Schocker) von sog. unreinen Speisen wie Aas, Kot, Nachgeburten und anderem Kram ernährt. Wenn sie fressen will, fliegt nur ihr leuchtender Kopf durch die Gegend, ihr Körper versteckt sich inzwischen. Sie kann auch im Ganzen durch die Gegend laufen und sieht dann meistens wie eine grantige alte Frau aus. Phii kraseu kommt wenn sie Blut riecht, weshalb man bei der Geburt eines Kindes besondere Vorsicht walten lassen muss, wenn man nicht will, dass sie eindringt und seine Eingeweide frisst. Es werden Schutzgeister angerufen und das Geburtszimmer oder -haus mit einer geweihten Schnur umbunden. Vergisst man das, kann es auch passieren, dass der Geist in den Körper der Gebärenden eindringt und Gewalt über sie erhält — was man daran merkt, dass sie anfängt, verdorbene Sachen zu essen.
Phii krahang ist ein ähnlicher Geist, diesmal männlich. Er kann auch nicht nur mit dem Kopf herumfliegen sondern muss den ganzen Körper mitnehmen. Zum Fliegen benötigt er einen Reiskorb, in dem er sitzt (und fragt mich nicht wie das vonstatten geht, das hab ich nicht rausgefunden).
Regen
Es regnet. Rein theoretisch eigentlich immer, aber seit ich gestern das Office verlassen habe durchgehend. Nachts sogar so sehr, dass ich im ganzen Haus rumgelaufen bin (was eine Weltreise ist) und nach nassen Stellen gesucht habe. Es gab aber keine. Mein Haus war umgeben von einem Wasserfall rings um das Dach herum. Auch ein schöner Anblick. Jedenfalls regnet es seit einem Monat nahezu jeden Tag (immer, wenn Feierabend ist) und wenn es nicht regnet dann sind wir in Bangkok wo es regnet.
Und wenn ich mir die durchschnittlichen Regenmengen so ansehe, die für die folgenden Monate zu erwarten sind (Southern (East Coast) dann Surat Thani, Ko Samui auswählen und ein bisschen nach unten scrollen), dann erwartet uns noch einiges. Wird Zeit sich mal mit der Anschaffung von Gummiklamotten zu beschäftigen.
PS: Da wo man ein Wölkchen auf dem Bild sieht, ist normalerweise ein ziemlich großer Berg zu sehen.
PPS: Und es ist überhaupt nicht schön hier durch die Pfützen zu fahren. Das Wasser ist braun und sehr warm. Ohne Blockierung des Assiziationsmodus geht da gar nichts.
PPPS: Ich bin im Regen ins Office gefahren. Bin mal gespannt, kähähähää, ob die werte Kollegenschaft aufgrund des Regens irgendwelche Gründe findet die trockenen Gefilde des Brötchengebers verspätet aufzusuchen. Ich werde dann in meinem Knarrstuhl sitzen und grinsen und sagen, dass mir mein Unternehmen und seine Kunden was wert sind, weil ich mich bei jedem Wetter ins Büro schleppen würde. Genau. Dann gibts sicher ne Sondergratifikation. Ich brauch ja jetzt Geld für meine Latexklamotten.
[Update: 8:48 Uhr] Die nicht überaus unattraktive kleine Bürothai vom Anwalt gegenüber kam eher als sonst. Das Rennen läuft Kollegen.
[Update: 8:57 Uhr] Pet unsere Sekretärin (hab ich eigentlich schon mal von Pet erzählt? Das wäre ja fast ein Eintrag für sich) ist auch pünktlich da. Nehmt euch ein Beispiel. Das Rennen läuft. (Auch wenns gerade langweilig wird.)
[Update: 9:21 Uhr] Pah. Es regnet nicht mehr. Son Scheiss. Wie soll man hier noch sinnvolle Wettbewerbe ausrichten wenn das Wetter macht was es will.
Gutes Herz, vom Geist befallen
Jai Dee Phii Khaw bezeichnet ein Herz, das gut ist, aber von einem Geist befallen ist — also einen Menschen, der eigentlich gut und gro?zügig ist, dessen Großzügigkeit sich aber leicht von Anderen (Geistern) ausnutzen lässt.
Big Buddha Day
Ok. Ich tu jetzt mal so als hätte ich nicht die Digicam im Büro vergessen und das erst gemerkt als ich da war und papp hier ein Foto aus dem März hin. Hat sich eh nicht viel geändert seither, Big Buddha wacht immer noch mit schlaffen Lidern über seine Schafe Kinder.
Heute habe ich meinen monatlichen Besuch beim Big Buddha abgeleistet. Es ist immer wieder schön, Touristen zu beobachten, die erst erstaunt, dann amüsiert kucken und sich dann beim Glocken mit Geldstücken anschlagen begeistert beteiligen ohne zu wissen was sie sich selbst damit antun. Ich weiss es. Und es gefällt mir. Drum mach ich es auch. Ehe irgendwelche Thais damit anfangen und ich wie ein Tourist hinter ihnen her wackeln muss. Neulich hatten die Mönche sogar genug Geld zusammen, um die kaputten Glocken auszutauschen.
Und wie man auf dem Photo sieht war es überhaupt nicht überaus bewölkt, es fing auch beim Wegfahren nicht an zu regnen und ich bin nicht völlig durchnässt wieder im Büro aufgeschlagen um diese Zeilen zu schreiben. Denn auf dem Photo scheint die Sonne. Und ich hab es heute geschossen. Als ich bei Big Buddha war. Klar.
PS: Ich bin gespannt, was sie mit den ganzen Steinen machen, wo ich jetzt schon meinen Namen draufgepappt habe.
Benzin wird teurer
Ui, gestern hab ich es auch zu spüren bekommen: Meine Tankfüllung hat statt der normalen 80 gleich mal 90 gekostet. Kann allerdings auch sein, dass der Tank wirklich so leer war wie mir die hektisch blinkende Anzeige zu suggerieren ersuchte.
Tsutaya-Reinfall. Tesko-Reinfall.
Ich möchte dieses Forum mal eben nutzen um meine tiefe Enttäuschung und Verbitterung als treuer Kunde von Tsutaya auszudrücken, die neuerdings keine VCDs mehr im Originalton anbieten sondern nur noch auf Thai. Ich finde das eine Unverschämtheit. Da wird man ja geradezu in die Prostitution getrieben, wenn man Thai lernen muss um dann schlecht synchronisierte Filme sehen zu müssen bei denen die oralen Bewegungen der Protagonisten nicht im geringsten in Volumen und Positionierung mit den zu hörenden Tönen übereinstimmen. Nenene.
Da bleibt unsereins nichts anderes übrig als sich eine Thai zu suchen, die den Kram mit einem ankuckt und auf Zuruf erzählen kann, was passiert. Und dass die nach dem Filmkucken nicht wieder verschwinden ist ja auch bekannt.
Nagut. Zwei Filmchen habe ich noch im Originalton ergattern können: “The Ring 2” (jaja, ich weiss) und “In good company” — ein Film von dem ich noch nie was gehört habe, auf dessen Cover aber Scarlet “Hot Lips” (ja, Fabio, ich glaube das hat was mit den Unterlippen zu tun) Johansson nicht unreizend in der Gegend rum kuckt. Muss also ein worther Film sein.
Update Na, das muss ich doch gleich mal revidieren wie mir mein Gewissen eben mitteilt:
[16:41:23] Gewissen “???In good company??? ??? ein Film von dem ich noch nie was geh??rt habe”
[16:41:32] Patrick Kollitsch jupp
[16:41:46] Gewissen ich hatte ihn dir gegen??ber mal erw??hnt…
[16:41:52] Patrick Kollitsch hmm
[16:41:53] Gewissen mail oder chat
[16:42:01] Patrick Kollitsch ich kann mich nicht erinnern
[16:42:07] Gewissen so also h??rst du auf mich
[16:42:09] Patrick Kollitsch ich werde das gleich mal aendern
Dann hab ich mir die Thai-Horror-Ecke mal zu Gemüte gezogen. Wenn schon Thai dann blutig und weiblich. Einmal “Lizard woman”, einmal “on ryou” (wobei ich annehme, dass das auch was koreanisches sein könnte) und dann noch “Bunshinsaba” was schon aufgrund des “bunshin” in der Japan-Kategorie einzuordnen ist.
Und dann (ja, wir sind noch nicht am Ende, neulich war Zahltag) hab ich mir noch ne DVD gekauft mit dem Film “The holy man”. Das ist einer dieser Filme wo die vier Thais mitspielen, die in jedem Thaifilm mitspielen. Dazu erzähl ich später mal was. Jedenfalls hat man für diesen Film als ich im Juli in Krungthep war massiv Werbung gemacht. Und womit lockt man Thaifrauen zum Übersetzen schlecht synchronisierter Filme besser an als mit einem Film, “der supergut in Bangkok lief”? Hmm? Siehste.
Es kommt immer nur auf die Strategie an, die Kundschaft steht schon vor der Tür.
Achso und Tesko hat die Kosmetikabteilung umgeräumt. Spassbacken die. Jetzt ist für die nächsten Wochen mit einem unrasierten Pseudosystemanalytiker zu rechnen. Hab nämlich keine Rasierer gefunden.
Mund und Herz
Die Thais sind ja nicht unerheblich ironiebefreit. Soll heißen, sie merken nicht, wenn ein Farang ironische Anmerkungen macht.
Auf der Suche nach dem Begriff Ironie im Thai kam ich gestern abend einer Lösung ziemlich nahe. Es gibt da das Herz das nicht so denkt wie der Mund spricht: Baa Gap Cay May Trong Gan. Und allein die Tatsache, dass das jede Menge Worte für eine kleine Kommunikationsform sind weist auf … (Ja was eigentlich? hmm. Mal überlegen. Ich meld mich dann wieder.)
…
Project Seoul
Oh, did I tell already that I like photoblogs? It’s mainly because my own photos are the worst waste of harddrive space since mankind spotted the possibility to hold moments on pictures.
One of the blogs I often hit is Matthews Project Seoul . Moments in time . I like it. Because pictures can tell more than words. More than ever if you are in a world where you need three languages to say one thing.
I did it (again)
Yes! I did it. And I have no fear to admit it. Yesterday I bought a dvd-player capable of a lot of formats.
The package said it can play DVD, DVD-R(W), DVD+R(W), CD, CD-R(W), WMA, MP3, VCD and some other stuff I never heard of before. Nice nice I thought and went home at evening to join a night to remember. The last time I watched a movie in my own armchair was on 25th of may, shortly before some poor guys decided to have me lost my stuff right out of the house.
I went home at evening, ripped the player out of his package, put some cables where they fit (there weren’t much holes to plug them around) and watched, ehem, “Blade 3”. Yes. I know. But the sound is good. Today I will get my collection on an updated state, there seems to be a lot of Johnny Depp out there at the moment.
Sidenote: In the booklet for the player there is noted (I like “to be noted”, its on nearly every sentence in the booklet), that not every DVD, not every DVD-R(W), not every DVD+R(W),not every CD, not every CD-R(W), not every WMA-Collection, not every MP3-Collection, not every VCD will be played by the player, depending on the format. And it will not play right-protected discs. Aha. Soso. Good to be a good guy not ripping anything and not violating law.
Conclusion: I am nearly full restored from the givings to my uninvited visitors in may. I may not have a computer yet again at the house, but I think I do not want it anymore there. Technology sucks. This weekend will be called “movend” in my memoirs.
Der Thaiweg: Marketing
Neung unser Thailehrer photographiert den realen Systemanalytiker weil er “schöne Menschen” auf seine Webseite (die ich erstmal in CSS packen und für die Suchmaschinen optimieren musste, weil alle Links und Hauptinformationen in Flashfilmchen und Bildern versteckt waren und das HTML von 1997 (aka table-Tags wo immer man hinsieht) war) als Referenz setzen will. “Do you agree with me, he looks beautiful today.” waren seine Worte. Mich hat er nicht photographiert. (Dafür bekomme ich nächste Woche gaan caa. Mal sehen, ob das hier wirkt.)
25 Milliarden. Dollar. 226046. Menschen.
Stellen wir die Fakten mal zusammen:
Finanzieller Schaden (Geld, Cash, Knete, der Kram mit dem man alles nur keine Liebe kaufen kann):
Tsunami: 10 Milliarden Dollar
Hurrican: vermutete 25 Milliarden Dollar
Ähm. Klar. Ich erlaube mir eben, einige andere Zahlen zu präsentieren:
Tote (das sind ehemalige Menschen. Biologische Einheiten die sich von anderen Lebewesen auf unserer abgeplatteten durchs All trudelnden Kugel durch die Fähigkeit zu denken, eigenständig Entscheidungen zu treffen und dem Betrieb von Sex nicht nur aus Fortpflanzungszwecken unterscheiden):
Tsunami : Mindestens 222.046 Menschen (wikipedia )
Hurrican: einige Tausend
Was kostet schon eine Hütte in irgendeinem Entwicklungsland? 10 Bretter Holz pro Wand wenn überhaupt Wände vorhanden sind), ein bisschen Wellblech, eine Matraze.
Warum sollte man auch erwarten, dass Dämme um ein regelmässig überflutetes Gebiet in das konsequent hinein gebaut wurde brechen können.
Ich sags mal so: Jeder Tote ist tot. Das ist Schicksal. Die Betroffenen haben mein Mitgefühl aber ich bedauere grundsätzlich keine Toten, denn das ist ein nicht rückgängig zu machender Zustand. Aber Geld als Vergleichsobjekt zweier Katastrophen ist dann doch weit entfernt von Menschlichkeit. Und ich kann durchaus verstehen, dass die Bangkok Post sich nun Sorgen um die finanzielle Unterstützung der Tsunamiregionen macht. Und wenn im Spiegel dann ein solchermaßen blöder Kommentar kommt (“Vielen Dank auch. Das war’s dann. Keine finanziellen Hilfszusagen, null Sofortma??nahmen, nach Tagen dann ein z??gerliches Hilfsangebot des deutschen Innenministers.”), kommt mir das Kotzen. Natürlich braucht man die USA nicht finanziell zu unterstützen. Kuckt euch deren Bruttosozialprodukt an und haltet einfach die Klappe.
Kinder: Geld ist nicht alles. Und ich mag gar nicht weiterschreiben weil ich nur Dinge sagen könnte die beleidigend für manchen wären. Und mehr als nur einen Satz mit “Finanz” und “Kotzen” ziemlich nah beieinander.
Ich lass das mal so stehen.
Zur Feier des Tages ein schwarz geklautes MP3 mit Musik
Bangkok V.3.0
oder Über Wuschel und Japan, ziemlich große Hitze, blauen Heftchen makabren Inhaltes, fiebernde System Analysten die keine sind und warum Thaifrauen recht häufig recht niedlich aussehen.
Sie wollen wissen, wie das nun mit Wuschel und Japan, ziemlich großer Hitze, blauen Heftchen makabren Inhaltes, fiebernde System Analysten die keine sind und den recht häufig recht niedlich aussehenden Thaifrauen ist? Nun alles, werde ich nicht erzählen (und sehen Sie bitte davon ab, zu ergründen, wo das Komma herkommt, ich weiß es nicht). Vor allem, weil es größtenteils machisme Zynismen sind. Aber Wuschel war schon ganz nett. Und Bänke in Einkaufszentren dienen nicht nur der Entspannung zu schwacher von massiven Körpern getragener Füße.
Aber beginnen wir da wo alles begann:
Am Anfang schuf ein großes fliegendes Spaghettimonster die Welt, anschließend mich, dann noch ein paar Statisten und Protagonisten, dann würfelte es und verschwand aus noch ungeklärter Ursache im ewigen Nichts. Zurück blieben ich und die anderen. Wir machten das Beste draus und irgendwann flog ich nach Thailand (Sie merken, wir kommen langsam in die Gegenwart). Hier nun, so sagte man mir, würde recht bald und unverzüglich, so sagte man mir, ein Papier namens Arbeitserlaubnis ausgestellt, auf dass meine Geisteskraft nicht nutzlos verpuffe sondern die thailändische Ökonomie unterstützend im jährlichen Thaksin-Bericht erwähnt werden könne. Nach 4 Wochen fehlten noch ein paar Papiere, wir lieferten sie nach. Nach 4 weiteren Wochen fehlten irgendwelche anderen Papiere, wir lieferten sie nach. Dann wechselten wir irgendwann den Anwalt, dann fehlten irgendwelche Papiere, dann fehlten irgendwelche Unterschriften, dann mussten wir erstmal (“nur einmal, bis zu nächsten Mal haben wir dann die Jahresvisa und die Workpermit”) auf einen Visarun. Dann fehlten Papiere, die wir nachlieferten, dann fehlten Unterschriften, die wir noch schnell geleistet haben, dann haben wir die falschen Seiten aus dem Pass kopiert, kopierten die richtigen und lieferten die nach, dann wurde mein Pass geklaut, dann haben die Thaibehörden festgestellt, dass es eigentlich keinen Grund gäbe, Computerfarangs hier arbeiten zu lassen, die Gründe lieferten wir nach, dann fehlten irgendwelche Papiere, die wir nachlieferten, dann unterschrieben wir einen dicken Packen Unterlagen und Anträge, dann ging ich wieder auf Visarun (“das letzte Mal, die Workpermits werden diesen Monat noch fertig”), dann stellte Bangkok fest, dass mit dem Touristenvisum, das ich inzwischen bekommen habe, keine Workpermit ging, ich ging wieder auf Visarun nach Singapore (“diesmal wird es klappen, bis Ende August wird das”), lieferte ein paar Papiere und aktuelle Passkopien nach, dann unterschrieben wir jede Menge Dokumente und dann geschah es.
“Die Workpermit ist durch.” sprach der (inzwischen graumelierende) Chef eines Morgens. Ich versuchte ein möglichst ausdrucksloses Gesicht abzuliefern. Das gelang mir nur schwer denn tief in mir brodelte ein hysterisches Kreischen. Permit. Permit. Permit. Gestern nun waren wir in Bangkok und holten unsere Workpermits ab. Dies ist meine:
Man beachte bitte, wie es mir immer wieder gelingt, in amtlichen Dokumenten mein zum Schreien lustiges Passfoto unterzubringen. Im neuen Pass (der 10 Jahre gültig sein wird) steckt es auch und sogar Laos hat mir darauf ein Visum gegeben. Jetzt sind die Bilder alle, weshalb ich demnächst mal wieder ein paar schiessen werde. Das wird der Hammer. Ich werde darauf lächeln oder vielleicht sogar die Haare mal kämmen! Ich hab da noch irgendwo ne Bürste.
Der geneigte Leser findet auf diesem Scan unter anderem meinen Namen und die Tatsache, dass ich 2518 geboren bin. Nach Buddha.
Fahren wir fort in unserer kleinen Erzählung. Wir flogen also nach Bangkok (jetzt wo wir es hinter uns haben kann ich es ja sagen: Liebe Geschäftsführung, arme Leute in Thailand fahren mit dem Bus, das ist ziemlich preiswert und man bekommt noch ein Video mit thailändischen Travestiestars die die ganze Zeit reden vorgespielt) und besuchten “unsere Anwältin”. Naja, nicht die Anwältin, denn unsereins ist ja keine Führungsebene, weshalb wir mit dem Gehilfen des Gehilfen eines Mitarbeiters oder so verkehren durften. Ich wurde mal wieder Khun Patrick genannt und habe nicht laut losgelacht. Aber es ist ganz gut, beim Vornamen nachnamig behandelt zu werden, dann hat man immer gleich ein freundliches Lächeln auf den Augen.
Wir unterschrieben verschiedene Papiere und gingen aufs Arbeitsamt. Nun. Ähm. Ich lies in einer schwachen Minute irgendwann Anfang des Jahres verlauten, dass ich nie wieder aufs Arbeitsamt gehen würde. Nun. Ähm. Dem war nicht so. Gestern war ich wieder aufm Arbeitsamt. Dem “3 hour one stop service center for work permit and visa”. Der Anwalt(sgehilfe) waite sich an verschiedenen Tischen entlang (die erstens mit Frauen gefüllt waren und zweitens für leichte Rückstaus sorgten, wenn die Frau nicht nur jung sondern auch noch hübsch war — Männer wurden nicht gewait). Dann durften wir uns einer älteren mürrischen Thai gegenübersetzen und warten. Dann durften wir einige Belege unterschreiben und weiter warten. Nach zwei Stunden wurden wir dann einer Thai vorgeführt die kurz prüfte ob wir wirklich so nett lächeln können wie auf den Passfotos des Passes jeweils suggeriert wurde und ein Jahresvisa unterschrieb. Nun, kein Jahresvisa, das hätte es gegeben, wenn gleich alle Unterlagen da gewesen wären und mein Pass mindestens ein Jahr gütig gewesen wäre. War er aber nicht. Wenn ich meinen neuen Pass abholen kann, habe ich dann das ganze Gerenne wieder.
Wir warteten noch ein Stück, gaben noch ein paar Unterschriften und warteten weiter. Dann machten die Mitarbeiter Mittagspause. Wir warteten solange, leisteten dann ein paar Unterschriften und warteten wieder. Dann bekamen wir unsere Pässe zurück und unsere Workpermits, leisteten noch eine letzte Unterschrift, waiten den Gehilfen der sich lachend bedankte und verließen die Räumlichkeiten als freie Menschen.
Nach ausgiebigen Versuchen des Elektroshoppings (ja, auch wir Männer shoppen gerne) die zumindest ich aus Gründen der überbordenden Auswahl im Bereich der Versuche beließ gings zum Airport und unserem Flug in die Heimat der sich wegen eines recht starken Gewitters ein kleines bisschen verzögerte. Um Elf fiel ich dann erschöpft und mit Bierdose bewaffnet in meinen Fernsehsessel und sah mir die schäbige Thaisynchronisierung von “Schrei wenn du weißt was ich letzten Sommer getan habe” oder wie dieser auch im Original schreckliche Scream-Abklatsch heisst an.
Und weil es immer Leute gibt, die genau wissen wollen, was ich denn nun so mache für unser eingesessenes altehrwürdiges Unternehmen, das nur legal beschäftigte Farangs einstellt die genau das machen was in ihrer Workpermit steht, der kann sich das nun auf dem folgenden Scan ganz genau durchlesen:
Sollten besonders wohl informierte Kreise sich nun wundern, warum ich plötzlich statt eines Senior Development Engineers die Degradierung zum Systemanalysten ertragen darf — das weiss allein das Schicksal und das ist uns immer einen Schritt voraus.
Sie wollen wissen, wie Bangkok 0.9beta, 1.0 und 2.0 war? <txp:gho_permalink id=“5”>Bangkok 0.9beta</txp:gho_permalink> bestand aus dem Verlassen eines Jumbos, dem Durchschreiten eines 3km Tunnels zwischen dem International und dem Domestic-Airport und dem Besteigen eines Kleinflugzeuges. Bangkok 1.0 (Codename Krungthep Mahanakhon) war eine <txp:gho_permalink id=“242”>ziemlich</txp:gho_permalink> <txp:gho_permalink id=“243”>wilde</txp:gho_permalink> <txp:gho_permalink id=“245”>Roadstory</txp:gho_permalink>. Bangkok 2.0 war ein Rohrkrepierer. Bangkok 4 wird dann bestimmt ein ziemlich heißes Ereignis. Sicher. Sehr sicher. Im September ist es immer heiß. Eigentlich ohne ziemlich (Bangkok 4). Wie auch immer. Ich fahre bald wieder nach Bangkok. Aus verschiedenen Gründen.
PS: Der anonyme Chef, der meinte “diesmal wird es klappen, bis Ende August wird das” wischte sich heute den Schweiß von der Stirn und meinte erleichtert, er wäre froh, dass seine genaue Vorhersage eingehalten wurde. Ich auch. Hat man doch gleich viel mehr Vertrauen in Vorhersagen wie “heut wirds bestimmt nicht regnen” und “wir stellen ganz bestimmt eine sexy Masseuse ein”.
PPS: Kinder! Wir haben es geschafft! Jetzt aber mal los hier!
PPPS: Das Leben als vollwertiger Mensch ist ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Seit gestern abend weichen mir die Hunde aus, wenn ich mit dem Moped angefahren komme. Man ist plötzlich wer.
Faur??
Wie konnte ich Faur??’s Requiem nur so lange vergessen? Manchmal haben nächtliche Ohrträume doch ihren Zweck.
Bangkok, Arbeitsamt
Businesstrip
Morgen übrigens werde ich das heimatliche Büro nur auf zwei gemütlichen Mopedfahrten zum und vom Flughafen tangieren, weil es eben an der Straße liegt. Wir (der Systemanalytiker und ich) machen einen Businesstrip nach Bangkok oder wie wir Kenner gerne noncholant dahinzuwerfen pflegen Krungthep Mahanakhon — die Stadt der Engelmenschen — um endlich vollwertige Mitglieder der Gesellschaft zu werden. Eine sehr lange Geschichte nimmt ihr Ende. Und eine noch längere ihren Beginn.
Dazu fliegen wir. Mit dem Flugzeug. Ich finde jeder sollte im Monat mindestens 4 Flüge absolvieren um nicht einzurosten. Morgens um sechs fliegt man hin und abends um acht zurück. Ich hoffe, dass neben etlichen Behördengängen Zeit für einen Kinobesuch und den legalen Erwerb eines verschiedendatenformatige Metallscheiben abspielenden elektronischen Gerätes bleibt.
Wäre ich jetzt der deutschsprachigen Blogosphäre verbunden, würde ich mir ein Mobile versorgen mit dem man schlechte Photos machen kann und von jedem Flughafen irre langweilige Bilder posten. Bin und mach ich aber nicht.
Nebenbemerkung: Ich habe heute mit einer überaus netten Zeitformen im Englischen benutzenden Krungthepianerin gechattet — sawadee krap granddaughter, sabaai dii may krap? :) — die ich eventuell morgen treffen werde. Sie meinte, dass die Kinos in Bangkok viel schneller erreichbar wären <txp:gho_permalink id=“298”>als die in Singapore</txp:gho_permalink> und auch sonst man viel unternehmen kann in Bangkok. Soso.
Mein Senf zur Bundestagswahl
Die Regelschulzeit bis zum Abitur mu?? in allen Bundesl??ndern auf 12 Jahre verk??rzt werden. Deutschlands Hochschulen ben??tigen Autonomie und eine weitaus bessere Ausstattung ist notwendig: f??r Personalentscheidungen, Organisationsstrukturen und die Budgets f??r Lehre und Forschung, die Umsetzung guter Ideen in wettbewerbsf??hige Produkte umsetzen.
Deutschland kann mit seinen guten nat??rlichen Standortbedingungen und mit leistungsbereiten B??rgern ein Hochlohnland bleiben: Zu hohen L??hnen geh??rt hohe Produktivit??t durch Innovationen. Nur dann l????t sich unser hohes Niveau an Einkommen, Gesundheitsleistungen sozialer Sicherheit und allgemeinem Wohlstand halten.
Voraussetzungen daf??r sind ein hervorragendes Bildungswesen von der fr??hkindlichen Bildung ??ber Schulen, berufliche Bildung und Hochschulen bis zur Erwachsenenbildung und zum lebenslangen Lernen, exzellente Bedingungen f??r Wissenschaft und Forschung Rechnung tr??gt. Spitzenwissenschaftler werden nur in Deutschland arbeiten, wenn sie exzellente Bedingungen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen f??r eine deutliche Steigerung des Frauenanteils in wissenschaftlichen F??hrungspositionen nutzen. GR??NE denken die offene Hochschule auch international. Deshalb unterst??tzen wir insbesondere die F??rderung des ??kologischen Landbaus bekommen.
Durch uns wurde die Macht der Verbraucherinnen und Verbraucher Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen. Deshalb ist es wichtig, das Niveau der sozialen Leistungen, die Zivildienstleistende heute erbringen, trotzdem aufrechtzuerhalten.
Dazu ist es notwendig, die Strukturen der Sozialdienste bereits heute an die Zeit ohne Zivildienst anzupassen. Es m??ssen L??sungen gefunden werden, um mehr regul??re Erwerbsarbeit bei den heutigen Besch??ftigungsstellen des Zivildienstes zu schaffen. Au??erdem m??ssen mit neuen Anreizen vorhandene Potentiale f??r ehrenamtliche T??tigkeit erschlossen werden.
B??rgerschaftliches Engagement ist Ausdruck einer liberalen B??rgergesellschaft. Eine B??rgergesellschaft braucht aktive und ehrenamtlich t??tige B??rger.
Wie kaum ein anderer Lebensbereich steht Sport f??r Lebensfreude, Leistung und Fairness. Das sind zugleich auch liberale Ziele und Werte.
Liberale Sportpolitik unterst??tzt den Spitzensport ebenso wie den Breiten-, Behinderten- und Schulsport. Wir setzen uns f??r eine demokratische und offene Informationsgesellschaft mit einer vielf??ltigen Medienlandschaft ein, an der alle teilhaben k??nnen. Individueller und freier Meinungsauftrag bedeutet f??r uns auch die Wahrung der Intimsph??re und die diskriminierungsfreie Darstellung der Realit??t von Frauen und M??nnern, die Vereinbarkeit von beruflichem und famili??rem Erfolg selbstverst??ndlich zu leben, erfordert Mut und Vertrauen, Eigeninitiative und soziale Absicherung. Immer mehr Frauen sind heute gut ausgebildet, aber prek??r besch??ftigt mit sehr wechselnden zeitlichen Anforderungen und Einkommen.
Oder sie sind alleinerziehend. Solidarische Modernisierung hei??t: Wir d??rfen bei dem Ziel der individuellen Absicherung keine L??cken zulassen.
Deshalb brauchen wir eine gesundheitsf??rdernde Gesamtpolitik, die Gesundheitspolitik mit Bildungs-, Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialpolitik verkn??pft. Unser Ziel ist die Sicherstellung einer medizinisch notwendigen Versorgung f??r alle Menschen—unabh??ngig von der Herkunft und dem Geldbeutel ihrer Eltern die M??glichkeit haben, das Beste aus ihren F??higkeiten zu machen.
Häh ?
Mod leew
<txp:gho_permalink id=“345”>Sonntagmorgen sah es noch so aus</txp:gho_permalink>.
Ach ??brigens
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Mahidol Adulyadej, Songkla Nakarind
Heute ist einer der wenigen thailändischen Feiertage, die nicht mit Freiheit und Arbeitslosigkeit gefeiert werden. Warum auch. Ist ja Samstag — eh frei. Und nächstes Jahr wird neu verhandelt. Nichtsdestotrotz ist das ein feiernswerter Tag und ich werde nachher mal sehen, was das Mehkhong-Lager hergibt.
Somdej Chao Fa Mahidol Adulyadej Kromma Khun Songkla Nakarin (????????????????????? ???????????????????????????????????? ???????????????????????? ?????????????????????????????????????????????????????????) war der Vater von König Ananda Mahidol (Rama VIII) und König Bhumibol Adulyadej (Rama IX) der auch heute noch wohlwollend die Geschicke Thailands lenkt. Selber König war er nie, was daran liegen könnte, dass er nur das 69. Kind seines Vaters König Chulalongkorn (Rama V) war.
Ich glaube, ich werde mal diese ganzen Verwicklungen graphisch darstellen müssen. Ich bezweifle, dass die Thais da selbst durchsehen. Jedenfalls wird er heute gefeiert.
Und pl??tzlich war ein Loch in der Wand
Man hat zur Zeit erschwerten Zugang zum Weltennetz. Grund ist die termingerechte Anbringung einer “Müssen wir nicht immer außenrum laufen und Patrick dem Herzinfarkt näher bringen wenn wir von hinten aus dem Dunkel mit Wünschen und Fragen herausgeschossen kommen und er uns nicht kommen hört weil er laute Musik aus um die Ohren schließenden Kopfhörern hört”-Öffnung in der Wand. Ich nehme auch an, dass dann öfter die Milch alle ist (so wie jetzt eben) weil das Kaffeekochen dann keine Weltreise mehr ist (auch ich bin drei Meter näher an den Wasserkocher gezogen).
Das Leben ist schön. Ich möchte an der Stelle nochmal die Masseuse und die Köchin erwähnen.
PS: Begrüßen Sie uns auch das nächste Mal wieder, wenn es heißt: Platzieren Sie soviele Insider wie möglich unter einem aussagekräftigen Bild.
Ohrwurm
Wenn Gitarrenakkorde Ohrwürmer werden, leide ich mal wieder an Schlaflosigkeit. Diesmal hab ich den Akkord aber innerhalb eines Tages in meinen 25GB gefunden. Das ist das leicht angepitchte Dubbeldubbdubbdubbdubbdubb von “Come Inside (FakeID’s Elektrophunk dub)” von chemicalbrothersremixed.com ab Minute 4:35 bis ca. 5:35 (und später im Hintergrund). Es ist anzunehmen, dass der Autor erfolgreich den Schlaf antreten werden kann. Auch wenn das nur eine komische kleine (lasst es uns) Warteschlangenmusik (nennen) ist.
Affordable Relationship Counceling in Samui
Unter der titelgebenden Überschrift findet sich im Community Newspaper (ein Versuch den Glanz meines Lieblingsmagazins auf der Insel auch auf normalem Zeitungspapier einmal monatlich unter die Leute zu bringen) eine sehr ansprechende Anzeige im Classifieds-Bereich, die ich dem geneigten Leser nicht unkommentiert vorenthalten möchte:
Kuhn Ah is a specialist in mixed cultural relationships.
Ich auch.
She is trained to help specifically Farang/Thai couples. She can speak fluent in both languages and help you quickly establish a sound understanding so you can benefit and get to where you want to be fast.
Ich wollte schon immer mal jemanden kennen lernen, der Farang spricht. Diese alte nahezu ausgestorbene Sprache hört man ja heutzutage nicht mehr allzuoft auf unseren Straßen.
Jedenfalls weiß ich jetzt wo ich mit der nächsten Thai hingehe. Und auf diese Benefits, die man mit einer Thai angeblich hat, geh ich mal gar nicht ein.
Was? Oh! Der Text geht ja noch weiter!
She can help singles also to gain knowledge to find that perfect partner.
Yes! Strike! Coupling!
Call her for more details and your first discounted session for under 1000.
Und dann steht da eine Emailadresse. Hmm. Bei GmX.net. kann man da neuerdings auch telefonieren?
Insomnia – The Evil Escapes
Was sich <txp:gho_permalink id=“300”>neulich</txp:gho_permalink> schon angedeutet hat ist nun zur Gewissheit verkommen. <txp:gho_permalink id=“96”>Mal</txp:gho_permalink> <txp:gho_permalink id=“225”>wieder</txp:gho_permalink> insomnente Nächte verlebend begehe ich die ersten Tage der noch jungen Hundertschaft neuer Tage. Wenn ich bei den ersten drei Zyklen gewisse Begründungen finden kann, die mich einleuchtend um den Schlaf brachten, so nicht diesmal. Allerdings vermutlich und überhaupt kann man (ich) das immer erst hinterher sagen. Gut nur, dass 3 Uhr morgens die Simpsons wiederholt werden. Gut nur ganz allgemein, dass ein Fernseher in der Nähe meiner Schlafstatt sein Dasein fristet. Gut nur, dass ich ein kleines in grünen Flausch eingelegtes Buch auf dem Couchtisch liegen habe, in das sich schon einige skurile Gedanken geflüchtet haben.
(Einen Barreegriff als Ohrwurm zu haben ist auch nicht das Gelbe vom Ei (mal abgesehen von den fehlenden Accents auf meiner Thaitastatur))
Scrabble
Eigentlich wollte ich ja einen heroischen Eintrag schreiben über die Nationalen Scrabblemeisterschaften 2005 — da hätte nämlich fast ein Thai gewonnen: Panupol Sujjayakorn . Und dann verliert er zwei zu drei. Naja. Aufregend war das Endspiel ohnehin nicht. Lustig ist, dass Panupol zwar das englische Wörterbuch fast auswendig kennt, aber die meisten Wörter gar nicht versteht . Was man an seinen Worten auf dem Brett auch gut erkennen kann. Nichtsdestotrotz: Im November sind Weltmeisterschaften . Dann tritt er wieder an. Und diesmal akzeptieren wir keine Niederlage.
Gedanken zum Tage
Nun, zwei Punkte:
(sorry, kleiner Insider für zwei absolut nichts miteinander zu tun habende Informationsbrocken)
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Ich hatte gerade einen Wahnsinnsgedankenblitz für ein Technologie-Blog das von Frauen gefüllt wird. Technolochicks. Ich finds lustig. Gibts aber garantiert schon. Und da mir einige Voraussetzungen zum Betreiben eines Frauenblogs fehlen und ich kein Geld für eine Operation habe, um die Sache selbst zu regeln, gibts die Idee, wenn sie denn so neu ist hier gratis zum Download. Technolochicks — bittesehr.
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Wenn man in Thai sagen will: “Es ist verdammt heiß draußen.” dann sagt man in etwa folgendes: “Es ist so heiß dass deine Leber explodiert.” ?????????????????????????????? (rhon dubb daek) — Ich lass das mal im Raume stehen.
Wahlversprechen
Hausbeschau II
Neues Haus, alte Kamera aber wieder funktionierend. Also neue Hausbeschau. Unsereins bezog ja Mitte des Monats für die letzten Baht die das Singaporegebeutelte Budget hergab <txp:gho_permalink id=“310”>eine nette kleine Hütte</txp:gho_permalink> im Dschungel von Lamai. Nachfolgend nun eine bebilderte Reise durch mein Reich. Das *Haus am Berg*
Wir betreten das ehrwürdige Gemäuer durch die hölzerne Vordertür und sehen uns dem Medienzimmer gegenüber. Die thailändische Standardcouch fehlt ebensowenig wie das in allen Häusern vorhandene Glascouchtischmodell (identisch mit dem im alten Haus — <txp:gho_permalink id=“12”>man vergleiche bitte</txp:gho_permalink>). Auf dem Tisch sehen wir ein Buch mit einem pinken Elefanten sowie verschiedene Drogenbestecks. Einige neckisch verteilte Sessel vervollständigen das noch recht karge Ambiente und geben zwischen durch einen Holzmarionettenelefanten namens Kah (Hubert Kah) bewachten Fernseher und Couch den Weg in die Partyhalle frei.
Die Partyhalle glänzt durch noch zu verplanende Mehrzweck-Leere, einen Kühlschrank und einer fest in den Boden eingemauerten Spüle unter der sich gar trefflich verschiedene Müllsorten verbergen lassen. Im Hintergrund sehen wir das Spa Beddig, in das wir aus Pietätsgründen nur kurz einen Blick werfen wollen.
Das Spa glänzt durch organisierte Gestaltung und charmante Fliesierung. Beachten Sie bitte die Feuchtigkeitscreme mit UV-Schutz sowie den allgegenwärtigen Jacko-Zerstäuber. Im Spiegel erkennt der geneigte Betrachter einen durch verschiedene Ereignisse in naher und ferner Vergangenheit verschlankten Autoren der die Wirkung des Blitzes geschickt zur Verwirrung des Blickes zu nutzen weiß.
Gehen wir weiter zur Spielwiese:
Sehen Sie das geräumige Bett, das geradezu auf Belegung wartet sowie die verschiedenen Fenster die nach draußen führen. Ein kleiner Schrank lädt zum Verweilen ein.
Und nun noch eine Außenansicht des Komplexes:
Beachten Sie bitte das erfahren platzierte Moped, es zieht sich wie ein roter Faden durch die schreiBBloga.de!
Vielen Dank für Ihren Besuch und kommen Sie bloß nicht wieder. Es sei denn, Sie bringen ein Geschenk mit. Danke.
AJaX
Wie das so ist mit meinen Sonntagen — ich nehme mir vor, garantiert nur kurz Email zu checken und die Feeds abzugrasen und auch definitiv wirklich heute in den Tempel zu gehen und verbringe dann den Tag doch vor dem Rechner. Nun gut. Heute fand ich auf der Liste mit den noch zu bearbeitenden Privatprojekten das kleine Wörtchen kURL.de — da hab ich schon lange nicht mehr dran rumgeschraubt. Und wie sich das so trifft beschäftige ich mich in letzter Zeit ein wenig mit AJaX — spricht also nichts dagegen, hier gleich mal ein paar Gimmicks einzubauen. In der Beta wird dann auch schon überprüft, ob die User Unfug eingeben und alles falsche schön pink gefärbt. Muss ich nur noch sowas wie ein Design einbauen, das sieht so 2004 aus derzeit.
Mappologie am Sonntag
Ich habe heute mal die Wats und einige “interessante Stellen” auf meiner kleinen Map upgedated. Interessant ist, dass es auf dieser Insel tatsächlich 28 Wats gibt. Hier findet sicherlich jeder “seinen” Wat. Eine kleine amüsante Anektode zum Kartenmaterial wurde mir von einer vertrauenswürdigen Quelle zugetragen. So begab es sich, dass die Leute die das Satelitenmaterial für Google-Map auswerteten Ko Phangan mit Koh Samui verwechselten. Nun kann man Ko Phangan (ein kleines Stück weit nach Norden scrollen, schon findet man die Insel) bis auf den Boden einzoomen und Häuser betrachten und in Koh Samui nur bis Level 5 zoomen und verschiedene interessante Wolkenformationen studieren. Sehr praktisch.
Friedhof der Geisterhäuser II
Fibonacci, Pi und Beer Chang
Li und ich sitzen in meiner präferierten Ladybar an der Theke und trinken Beer Chang. Mai schlängelt sich zu den harten Beats aus den Boxen um eine in Reichweite stehende Stange und schwelgt in ekstatisch rhythmischen Zuckungen. Wir unterhalten uns gerade über Leonardo Pisano und seine Vorliebe für die Null die es vor ihm im Abendland nicht gibt und Li ist schockiert, dass ich Nullen für ausgemachten Unfug halte (ich sage das nur, um eine andere Meinung zu haben und das sehr fruchtbare Gespräch im Fluss zu halten). “Aber dann kannst du doch nie mathematisch beschreiben, dass nichts da ist!” sagt sie. Ich murmel “Das hättest du gerne. Erst gibts nichts und dann noch drüber reden wollen. Nene. Nich mit mir!” und lasse beiläufig meinen Blick über ihre nur von wenigen Stofffetzen bedeckten Beine gleiten.
Mai murmelt an der Stange: “Mich würde ja mal interessieren, warum in der Fibonacci-Folge die Sieben nicht auftaucht. Das ist so eine wichtige Ziffer, wenn nicht die, welche sonst hätte es verdient?” Sie hat eindeutig am meisten von uns gebechert. Ich sage ihr, dass die Folge auf der Grundlage von mathematischen Formeln gebildet wird und es einfach nicht geht, dass die Sieben als Primzahl darin vorkommt. Wäre es keine Primzahl, könnte man nochmal darüber reden. “Jaja. Ihr Europäer erklärt immer alles mit Primzahlen.” Ich hole weit aus und beginne in den Tiefen der Mathematik nach Erklärungen zu wühlen als Li die Diskussion mit einem brüsken “Und überhaupt: Die Fibonacci-Folge ist doch ein total sinnloses Stück abendländischer Mathematik. Damit brauchen wir uns nun wirklich nicht zu beschäftigen! Lasst uns lieber noch ein Chang trinken!” beendet. Ich bin ihr sehr dankbar, denn für einen Augenblick lang will mir nicht einfallen, ob denn nun Pisa als Geburtsort von Pisano inzwischen historisch bestätigt ist oder nicht.
Mai schreit “Hello man!” und lässt ihren Hintern raushängen. Der angerufene Mann aber fährt unbeeindruckt auf seinem knatternden Moped weiter. Sie seufzt, springt an der Stange hoch und lässt sich langsam mit weit abgespreiztem Bein herunterdrehen. Mir fällt ein, dass ich lange keine Klamotten mehr zur Wäscherei gebracht habe. Mai murrt “Pi ist auch nicht mehr, was es früher mal war. Man braucht nur eine kleine Ziffer zu ändern und schon kriegt man keinen Kreis mehr hin.” Sie hat eindeutig am meisten von uns gebechert. Wir pflichten ihr bei, schlagen unsere Chang-Flaschen aneinander und trinken.
Harry Potter. Mal wieder.
Na? Da habt ihr gedacht, ich schreib heute nichts mehr, oder? Geleimt hab ich euch. Jedenfalls habe ich den komischen Harry Potter Nummer 5 fertiggelesen irgendwann diese Woche und finde das ist das miserabelste Stück Crap das jemals einen Drucker verlassen hat (von meiner Diplomarbeit mal abgesehen). Erstens gibt es durchgehend keine Handlung. Man weiss ja gar nicht, worum es eigentlich die ganze Zeit geht. Dann dieses ständige sexuelle Andeuten von Dingen, einfach pervers, ich dachte die ganze Zeit, Band 6 kann eigentlich nur noch ein Porno sein. Und das sollen unsere Kinder lesen? Und dann Harrys Oheim der Black. Das ist ja wohl der eindeutigste Kandidat für die Rückkehr in Band 6 oder 7, so eindeutig untot wie der ist. Und dann dieser Quasihöhepunkt. Jetzt gibts wohl zwei Schuljahre Krieg? Nenene. Nich mit mir. Mit diesem Kram hab ich abgeschlossen. Ich kuck mir vielleicht noch die Filme an (aber nur wegen Garry). Und dafür (nur dafür) bin ich nach Singapore geflogen. Wo doch heutzutage jedes fünfte Flugzeug abstürzt. Man sollte Schadenersatz fordern.
Geburtstage
Ich bin am Dienstag 11.000 (elftausend) Tage alt geworden. Und niemand hat mir gratuliert. Danke auch. Für gaaaaar nichts.
Big Buddha
Mein Lieblingsbuddha. Eigentlich ist das hier nur ein Test von flickr.com — jetzt wo meine Digicam wieder Fotos schießen mag, kann man das doch gleich richtig angehen.
Erotische Bilder machen blind
Researchers have finally found evidence for what good Catholic boys have known all along ??? erotic images make you go blind. The effect is temporary and lasts just a moment, but the research has added to road-safety campaigners??? calls to ban sexy billboard-advertising near busy roads, in the hope of preventing accidents. [via New Scientist Breaking News
Wer das mal testen will, geht kurz zum thailändischen Onlineauftritt der FHM .
PS: Passend zum Thema: Pornos verrotten langsamer .
Warmduschen
1 Stunde nachdem ich mein Haus bezahlt hatte rief mich Kiew (man spricht das etwa Kiiiechähooooh, mit leichtem Katzenfauchen beim ch) meine Vermieterin an und meinte, dass ihr gerade eingefallen wäre, dass ich kein Warmwasser im Bad hätte. Nun, das ist kein Problem für mich, weil ich eigentlich nicht warm dusche ;) Jedenfalls einigten wir uns darauf, dass ihr Bruder (Landkeeper unserer kleinen Bergsiedlung) das am Samstag erledigen würde. Diesen Samstag. Also übermorgen.
Heute morgen stand ein kleiner Thai vor meinem Haus und meinte zu mir “This afternoon I will make warm water in you house”. Ich schaute ihn ein bisschen entgeistert an und meinte dann “Ok. But I will not be here, I am working.” (Ich arbeite hart, den ganzen Tag. Und manchmal auch wenn die Sonne scheint.) Er jedenfalls meinte, kein Problem, er hat ja den Schlüssel. Gut zu wissen.
Ich rannte also in mein Haus welches derzeit ein wenig messie-haft aussieht und warf schnell alles, was mich den Eindruck eines unputzenden Singlemannes erwecken lassen könnte auf die Spielwiese und schloss da ab. Hoffen wir, dass er diesen Schlüssel nicht verwendet.
Und nun wundere ich mich wieder darüber, dass es doch tatsächlich Thai-Handwerker gibt, die ihre Aufgaben zwei Tage vor dem vereinbarten Termin (nicht normal) und nicht erst zwei Wochen danach (normal) ausführen. Und die Lehre von der Geschichte? Es kann immer vorkommen, dass unerwartet jemand ins Haus will. Also die Frauenklamotten und ?xte und Schaufeln immer schön wegräumen.
Breaking News: Die Digicam geht wieder
Eben wollte ich in einem Aufbegehren wilder Agressivität meine kleine kaputte Digicam medienwirksam zerstören. Ich legte nochmal zwei Akkus ein, um zu sehen, dass sie wirklich nicht geht. Sie ging nicht an. Ich legte zwei andere Akkus ein und sie ging an. Das ging ja immer, ich nahm sie also bei der Hand und holte zum Wurf aus, als beim Drücken auf den Auslöser statt des Geräusches des kaputten Ausschaltens ein Blitz erschien. Ein Foto ward gemacht.
Scheinheilig fragte die Kamera mich noch nach dem Datum und setzte dann alle Einstellungen zurück.
Nun funktioniert sie also wieder. Ich entsinne mich, dass sie ihren Funktionswillen aufgab, als Yai und ich in Bangkok im königlichen Wat waren, es schweinehei? war, sie eine SMS von einem ihrer Ex-Freunde erhielt in der er ihr viel Geld versprach, wenn sie zu ihm zurückkommen würde und ich sie vor einem der Tempelwächter fotographieren sollte.
Ich sage mal, die Kamera hat mehr Intelligenz als ein Brot.
Kajalstift
Heute morgen stand ich im etwas zu dunklen Bad vor dem halb beschlagenen Spiegel, betrachtete deprimiert meinen erstaunlich unmotiviert schlaff herunterhängenden Bauch, sah mir in die blutunterlaufenen dunkel beringten Augen und sagte zu mir selbst (ich spreche häufig zu mir selbst beim morgendlichen Reinigungsritual, das vermittelt ein gewisses uneinsiedlerisches Gefühl und bereitet meine samtene Stimme bereits im dampfgetränkten Ambiente meines Spas auf die Lasten des Alltags vor): “Jetzt wo du Autor mit Vertrag bist, könntest du ja nochmal die Sache mit dem Kajalstift überdenken, vielleicht sieht das ja doch ganz gut aus.”
Ich stockte kurz, dann wurde mir schlagartig bewusst, dass ich nun Autor mit Vertrag bin. Gestern abend hatte ich mein abschlie?endes Gespräch mit dem Lektor und dem Verleger (Hallo Ulf!) und in den nächsten Tagen kommt der Vertrag. Ich habe sogar schon ein paar Kapitel und sowas wie ein Abstract geschrieben, das der Lektor wohlwollend durchblätterte und dann, nachdem er sich festgelesen hatte, so dass Ulf und ich uns mit den Thais in der Bar beschäftigen konnten, mit einem zufriedenen Grinsen quitierte. Auf einige Kapitel angesprochen wurde mir dann schlagartig bewusst, dass ich vermutlich unter dem Einfluss von Mehkhong die besten Sätze schreibe, mein Wissen optimal vermitteln kann, den roten Faden legen kann.
Nun stand ich vor dem Spiegel (wir sind wieder bei heute morgen) und die Panik setzte ein. Würde meine unbesiegbare Liebe zu konjunktivistisch überstrukturiert veradjektivierten Schachtelsätzen ohne Kommasetzung die Qualität des virginiden Stoffes den zu beschreiben ich nun eingewilligt habe negativ beeinträchtigen oder wäre gerade dies der Anregung geistiger Tätigkeit meiner Leser dienlich? Ist das Thema wirklich bisher so unbeachtet, wie mein Verleger mir wortreich zu vermitteln suchte? Und überhaupt? Was wenn ich ausversehen tun schreiben würde oder nämlich mit h? Ok. Letztere Befürchtung brauche ich vermutlich nicht zu haben. Man hat ja einen Lektor heutzutage.
Und dann: Der Klappentext. Was soll ich denn da nur reinschreiben? In Selbständigkeit gescheiterter Ingenieur, frau- und kinderlos auf Koh Samui lebend mit Faible für das Betanken seines Honda-Mopeds (oder war es Toyota)? Und das Bild? Ich glaube, ich werde mein blaues Passphoto nehmen. Das kommt immer gut an.
Ich fühlte mich jedenfalls ziemlich aufgekratzt und erregt (psychisch) ob der neuen Situation. So etwa muss es jenen Bloggern gehen, die ein Jahr in der Gegend rumbloggen und dann vom Swinger-Club-Bekannten einer Ex-Freundin des Liebhabers ihrer Frau der zufälligerweise bei einem Verlag arbeitet (der Bekannte, nicht der Liebhaber) einen Vertrag über das ultimative Bloggingbuch angeboten zu bekommen und (diesmal wirklich absolut verständlich) über die Installation einer Bloggingsoftware (es gibt noch kein Textpatternbuch), die Bedeutung der Blogroll, wie der Schockwellenreiter (lebt der eigentlich noch?) in einem Neuköllner Hinterzimmer das Internet erfunden hat zu schreiben und warum es nun eigentlich “der blogg” hei?t.
Es ist ein aufregendes Leben.
Virtuelles Memory in der Laundry
Eben war ich mal wieder durchgeschwitzte Kleidungsstücke (was ich damit sagen will ist: Kähäääähähäh! Wir haben hier ewigen Sommer) in der Laundry abgegeben und wurde zu einem höchst interessanten Gespräch eingeladen:
Englischlehrer: You know Virtschulell Memmorrieh?
Ich: ?hm. No. ( immer noch besser es nicht zu kennen, als sich an einen thaisprachigen XP-Rechner setzen zu müssen )
E: Yes! Thats in Winnow. A Winnow opens all the time and say “Virtschulell Memmorrieh loo”. It ask if I want to increase.
Ich: And? Do you increase?
E: No and cannot shutdown the computer and have to reset.
Ich: I believe that if you click ok in this box the memory will increase itself and everything will be fine.
E: Truly? (_verschwindet in seiner Hütte, kommt nach ner Weile wieder raus_) Really!
Er war dann so glücklich, dass er mich sogar bewait hat (schon mal nen Thai gesehen, der gleichzeitig wait und einem versucht, die Hand zu geben? So stelle ich mir immer Schmiergeldzahlungen vor). Jaja. Immer gut, ein paar XP-Kenntnisse dabei zu haben.
PS: Er hei?t übrigens Englischlehrer, weil er mal am Anfang gesagt hat, dass er Englischlehrer sei. Was er aber sagen wollte war, dass er Englisch lernt. Trotzdem ist er seither der Englischlehrer. Au?erdem ist er ungefähr 50 und ein kleiner Hacker. Was ich interessant finde für einen kleinen Thai in seinem Alter. Und wenn ich mal zwischen zwei Laundrybesuchen mehr als 7 Tage verstreichen lasse, sagt er mir immer hinterher, dass seine Frau (die nur Thai kann und sich gerne mit mir unterhält) schon dachte, dass ich “zurückgeflogen” sei, worauf ich immer erkläre, dass ich nicht “zurückfliegen” werde.
Phii Nang Kwak
Der Geist Phii Nang Kwak ist ein guter Geist der für Reichtum und Wohlstand sorgen soll. Früher wurde er dargestellt als kniende Frau in Thaikleidung, die ihre rechte Handfläche nach oben hält, um den Reichtum in Empfang zu nehmen und mit der linken Hand den Besitz schützt (wenn man sie so aufstellt, dass sie mit dem Rücken zum Eigentum kniet). Inzwischen ist man aber dazu übergegangen, den Geist als Katze mit sich ständig bewegender Pfote darzustellen.
Falls sich also mal jemand wundert, warum in Thairestaurants überall bunte Glitzerkatzen (manchmal mit Uhr) rumstehen die mit der Pfote wackeln und einen Hauch von Japans bonbonfarbener Welt nach Thailand bringen — es geht ums Geld. Wie immer.
Geister: Mae Naak Phra Khanong
Thais lieben Geistergeschichten.
Heute erzähle ich euch die Geschichte von Mae Naak Phra Khanong, die die bekannteste Geistergeschichte in Thailand ist. Mae Naak war eine junge Frau, die Mitte des 17. Jahrhundert unter König Rama III lebte. Sie wurde in Phra Khanong in der Nähe von Bangkok geboren. Als Mädchen verliebte sie sich in Nai Maak, einen Mann aus ihrem Dorf. Die Beziehung wird nicht gerne gesehen, denn Maak ist um einiges ärmer als sie. Trotzdem heiraten sie, Naak wird schwanger und Maak kurz nach der Heirat zum Militärdienst eingezogen. Naak stirbt mit dem ungeborenen Kind bevor Maak zurück kommt und wird traditionsgemä? sofort verbrannt. Trotzdem geistert sie seither ruhelos im Dorf herum.
Maak kommt aus dem Krieg zurück und trifft auf seine Braut und ihren gemeinsamen Sohn, nicht ahnend, dass er es mit einem Geist zu tun hat. Naak hat die Dorfbewohner soweit eingeschüchtert, dass sie nicht wagen, Maak die Wahrheit zu sagen. So kommt es, dass Maak und Naak vermeintlich glücklich zusammen leben bis zu dem Tag, an dem Naak eine Zitrone vom Boden aufhebt ohne sich zu bücken.
Nun, Maak ist relativ geschockt und verlässt sie sofort. Mae Naak folgt ihm und tötet alles und jeden der zwischen sie beide kommt. Maak flüchtet sich schlie?lich in einen Tempel, den Mönchen gelingt es, sie in einem Gefäss einzuschlie?en und diesen in den Fluss zu werfen.
Man sagt, dass man mit der Erwähnung des Namens “Mae Naak” Kindern einen Riesenschrecken einjagen kann. Ich werde das mal austesten.
?brigens ist das eine Geschichte, die je nach Region anders erzählt wird. In manchen Versionen meldet sich Maak freiwillig zum Militärdienst, in manchen Versionen befreien Bauern Naak aus ihrem Gefä? und sie geistert und mordet weiter, in manchen Versionen wird Maak später zum Mönch, in manchen Versionen heiratet er wieder (was Naak erzürnt und wieder erscheinen und morden lässt).
Alle Erzählungen sind sich aber darin einig, dass Naak aus tiefer Liebe heraus die Kraft zum “Herumgeistern” zieht und keine Ruhe findet und als Maak sie zurück weist zum Rachegeist wird, der sie am Ende ist. Manchmal ist sie sogar der Held der Geschichte.
Projekt Klimaschock
Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer Klimaanlage im heimatlichen Schlafgemach (die Spielwiese, wir erinnern uns) und hatte gestern Abend endlich mal Zeit und Langeweile, um die Möglichkeiten der Anlage auszutesten. Die niedrigste Temperatur, die man einstellen kann ist 18°C. Das habe ich eingestellt, dann auf volle Power gestellt und nichts wie raus aus dem Haus. Leider hatte ich keine Möglichkeit, die Temperatur im Resthaus zu messen, aber im Büro waren es etwa 30°C, weshalb ich annehme, dass es hier nicht viel anders war. Mal abgesehen davon, dass ich recht durchfeuchtet von hitzebedingter Körperflüssigkeit einen weitaus höheren Temperaturwert annehmen musste.
Jedenfalls kam ich nach 20 Minuten wieder auf die Spielwiese und es war kalt. Richtig schön kalt. Wie früher in Lübeck. Beim Verlassen des Zimmers beschlugen dann die Brillengläser.
Sehr gut. Testergebnis: Das Vorbereitungscamp für Island in Thailand ist eingerichtet.
Old Boy
Nun, es gibt nur wenige Filme, die mich nach jedem Mal Ansehen verwunderter zurücklassen. Memento war es lange Zeit, Mullholland Drive ist es immer noch. Old Boy ist ein solcher.
Ein Mann (Dae-su) wird 15 Jahre in Isolation in einer Art Privatgefängnis gehalten, ohne zu wissen, warum, wo er ist und was um ihn herum geschieht (Hallo Kafka!). Aus dem ständig flimmernden Fernseher erfährt er, dass in der Zeit seine Frau ermordet und er der Tat verdächtigt wird. Er pendelt zwischen Wahnsinn und Ausbruchswillen, der am Ende siegt und beginnt seinen Weg aus dem Gefängnis zu graben.
Dann lässt man ihn plötzlich frei, versorgt ihn mit Geld und einem Mobiltelefon. Er bekommt von einem “Unbekannten” Mann den Auftrag, innerhalb von 5 Tagen herauszufinden, warum er in Isolation gehalten wurde.
Er begibt sich auf die Suche.
In den ersten Sekunden des Filmes sieht man Dae-su einen offensichtlich um sein Leben flehenden Mann mit Pudel (hmm, wie sag ichs möglichst diplomatisch?) der über den Rand eines Hochhausdaches hängt nur am Schlips halten. Es entsteht der Eindruck, er erfülle einen Auftrag. Der Eindruck trügt. Wie vieles in diesem Film. Am Ende passen alle Puzzleteile ineinander. Und wiedereinmal war es die Liebe, welche die Dinge ins Rollen brachte.
Ohne Liebe gäbe es keinen Hass.
Der Film ist stellenweise sehr brutal aber immer auf so hohem technischen Niveau, dass man darüber weg sehen kann. Rot ist neben Blau und Schwarz ein wichtiges Element der Geschichte.
Die Musik des Filmes ist eine Mischung von Klassik und moderner elektronischer Musik von Cho Young-wuk (übrigens ein Komponist, den man beobachten sollte). Sehr stimmig. Vivaldis 4 Jahreszeiten zu Kampfszenen.
Wenn ich jemandem 5 Filme empfehlen müsste, die er/sie/es gesehen haben muss, um auch nur ansatzweise ein Gesprächsthema auf einer Ebene zu finden, würde Oldboy in der Liste vorkommen. Ganz gro?es Kino.
Ein paar Links:
- IMDB.com-Profil zum Film
- Profil bei AsianDB.com
- Trailer (die unteren Links funktionieren)
- Moviestills
- der gro?e Preis der Jury beim Festival von Cannes 2004 (verdient)
- Kritik auf Contactmusic.com
PS: Einer der Gründe warum ich diesen Film so interessant und schwer verständlich finde könnte sein, dass ich ihn nur im südkoreanischen Original sehe. Meine DVD hat noch eine Thai-Spur, aber deren Synchronisationen sind meistens zum Heulen. Au?erdem finde ich, man muss einen Film im Original sehen, um die kleinsten Nuancen in der Aussprache zu erkennen. So merkt man bspw. in diesem Film recht schnell, wer der Anrufer ist, auch wenn es nie explizit erwähnt wird. Weiter Beispiele für solche notwendigen Originaltöne sind From Hell wo man im englischsprachigen Original schnell merkt, dass der Hobbit der Mörder ist (hupp, achso, Spoiler, sorry) oder Filme, deren ganzer Kontext durch idiotische Synchronisationen zerstört wird (alle MontyPython-Filme, Gollum im Herrn der Ringe, mehr Beispiele gefällig?). Wie auch immer. Im Original ists schöner.
Geister: Phii Pung Tai
Die Thais lieben Geistergeschichten.
Im Augenblick kann man die Perseiden am nächtlichen Himmel betrachten (heute nacht war wohl ein idealer Zeitpunkt, man kann aber bis Ende August noch auf Sternschnuppenjagd gehen). Nichtsdestotrotz sollte man in Thailand darauf verzichten, die Sternschnuppen einem Thai gegenüber zu erwähnen. Phii pung tai, der Geist eines Verstorbenen, reist mit der Sternschnuppe zu seiner Wiedergeburt. Spricht man über die Sternschnuppe, kann es passieren, dass er abgelenkt wird und als Hund wiedergeboren wird. Was man niemandem wünscht. Also, kucken und wünschen ist erlaubt, drüber reden nicht.
Die Map kann ein bisschen mehr
Ich hab mal wieder nichts zu tun (und weder eine Senderübersicht meines Fernsehers erstellt noch irgendwo ein Fernsehprogramm gefunden — sagte ich schon, dass ich jetzt einen Fernseher mit Haus drum habe?) also habe ich mich wieder mit meiner kleinen Samui-Map beschäftigt. Die API der Google-Maps ist in letzter Zeit ein bisschen aufgebohrt worden und mir scheint, die ganze Anwendung ist ein bisschen schneller. Gut also, um ein bisschen zu schrauben:
- es wird sowas wie Positionsgruppen (ich sollte mir dafür einen supercoolen Titel ausdenken, sowas wie pat-groups oder dsb-groups) geben, die bestimmte Themen abhandeln ( done )
- die Popups mit netten Texten zum Thema werden über AJAX und XSLT (jaaaa, lasst uns Schlagworte werfen) mit Content und Links in die Artikel gefüttert werden
- die Seite wird über die Keywords und Tags gesteuert die Map aufrufen können und ein paar Sternchen anzeigen
- und dann pack ich das ganze noch schnell in ein Textpattern-Plugin, auf dass ich berühmt werde und mal wieder ein unnötiges Skript in die Welt gesetzt habe ( done )
Jaja. Es gibt viel zu tun.
PS: Achja, work in progress, nich wahr.
Somdej Phra Nangchao Sirikit Phra Boromarajininat feiert
Ihre Majestät Königin Sirikit feiert heute ihren 73. Geburtstag. Das ist der erste Geburtstag in ihrem siebten Lebenszyklus. Schon die ganze Woche werden überall übergro?e Portraitbilder aus jüngeren Jahren aufgestellt und mit Leuchtschlangen, Kerzen und allerlei anderem verehrendem Utilariat verschönert.
Die Thais lieben ihre Königin.
Sie ist unter anderem als Präsidentin des Thailändischen Roten Kreuzes unterwegs und bemüht sich um die Rechte von burmesischen und kambodschanischen Flüchtlingen hier im Lande. Aber auch sonst ist ihre Funktion als Ehefrau von Rama IX sehr zeitausfüllend (es gibt täglich um 17 Uhr eine Nachrichtensendung, wo eine halbe Stunde erzählt wird, was die Königsfamilie so getrieben hat den ganzen Tag und da bekommt man Sirikit häufiger zu sehen, wie sie Rollen aus Papier verteilt und Geschenke entgegen nimmt).
Sagte ich schon, dass die Thais ihre Königin lieben?
Dass man nur Bilder aus den sagen wir mal jüngeren Jahren der Königsfamilie aufstellt, hat etwas mit dem göttlichen Status von König Bhumibol und Königin Sirikit zu tun. Gestern allerdings hatte ich das Vergnügen, eine feierliche Veranstaltung zu Ehren der Königin auf meinem supertollen gro?en 40-Sender-Fernseher auf ungefähr der Hälfte der Sender zu sehen und sie dabei in ihrem aktuellen Zustand zu betrachten. Zuerst sprach Khun Berlusconi Thaksin (Premierminister, reichster Mann Thailands und Gro?unternehmer im IT- und Kommunikationsbereich) einige andachtsvolle Worte. Dann sprach die Königin selber. Und wisst ihr was, ich hab sie fast verstanden. Ich habe noch nie einen Thai so artikuliert und ruhig sprechen gehört. Und ihre Stimme (tief und samtig) passt auch nicht zu ihrem doch etwas älteren Körper. Interessanterweise haben viele beim Thaksin nicht zugehört und ihren Spass gehabt, bei ihr lauschten alle gebannt.
Wir Thais lieben unsere Königin.
Tja, und weil sie Geburtstag hat, stehen überall Plakate rum und wir haben einen Feiertag (und damit arbeitsfrei), um diesen Tag gehörig zu begehen. Es regnet das erste Mal diese Woche. Die Menschen im Isaan werden sicherlich noch Jahre sagen “Wisst ihr noch, Sirikits Geburtstag damals 2005? Das war der Tag als der Regen kam!” so wie sie sagen “Wisst ihr noch, im Juli 2005, als Yai diesen Farang mit brachte? Das war der Tag als der Regen kam!”. Regen im Isaan ist gut. Für Feld und Getier. Und die Menschen.
König und Königin haben sich übrigens in der Schweiz kennen gelernt. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Und weil die Thais ihre Königin lieben (sagte ich schon, oder?) ist heute auch noch der Nationale Muttertag in Thailand. Sirikit selbst kam viermal in den Genuss diesen Titel zu verdienen.
Die Neue
Nun gut. Hätte ich eine Digitalkamera, die funktioniert, würde ich ein Foto geschossen haben von einem Haus mit einer sehr gro?en Veranda, einer langen Treppe und einer sü?en Thai auf den Stufen. Darunter hätte ich dann geschrieben: “Die Neue”. Das wäre ganz nett.
Ich habe aber keine Kamera (zumindest keine die funktioniert), also müssen wir mal Kopfkino spielen. Darf ich vorstellen? Die Neue. Hütte. Eine lange Treppe führt zu einer etwa 10qm gro?en Veranda. Es schlie?t sich ein kleines Medienzimmer an (derzeit nur mit Kabel-TV, DVD/VCD/MP3-Player werden folgen) ausgerüstet mit zwei Sesseln, einer Couch und einem Glas=Couchtisch. Dahinter geht es in einen Raum (die Partyhalle), in dem eine Spüle fest eingemauert ist, sehr gro? und sehr leer. Es hallt ein wenig. Hier könnte man ja ein Arbeitszimmer oder eine Gro?raumküche einrichten. Daran anschlie?end ein Schlafzimmer mit überaus gro?em Bett (die Spielwiese) und Air Condition sowie ein Bad (nur Dusche, Platz für einen Whirlpool ist aber noch) — das Spa Beddig.
Sagen wir so. Ich habe ein neues Haus. Gemietet. Es ist ein bisschen gro?. Ein bisschen grö?er als das alte Haus. Ein bisschen sehr gro?. Eigentlich riesengro?. Ich hoffe nicht zu gro? Nagut, jetzt kann der ohnehin schon das ganze Jahr so häufig eintrudelnde Besuch auch bei mir übernachten ;)
PS: Die Thai auf der Treppe des Kopfkinos war übrigens nur zur Verschönerung da, weil noch keine Blumentöpfe das Bild verzieren.
PPS: Dieses Haus hätte fast eine Housewarming-Party verdient. Ich werde das Wochenende mal in den einschlägigen Bekanntschaftserringungslokalitäten nach geeigneten, ähm, Gästen Ausschau halten.
PPPS: Ach, fast vergessen, über meiner Treppe hängt so ein komisches Glockenspiel, das im Wind vor sich hin glockt. Es ist hier sehr windig. Es ist einerseits entspannend. Hat aber nicht unbedeutenden Einfluss auf den Verlauf des jeweils geträumten Traumes.
Jintropin
Presenting Jintropin — Human Growth Hormone
About Jintropin: Jintropin is the most popular rHGH sold in China. According to IMS, an internationally recognized marketing firm, jintropin is the absolute market leader in China with just over 75% market share.
Jintropin and Lily’s Humatrope use a technology called secretion technology which will produce a 191 amino acid sequence growth hormone, with much less E.coli protein contamination and not any side effects associated with injection, such as red painful welts. This technology also has the advantage that growth hormone produced using secretion technology is very stable; it can be stable at 37C or 98 degrees for about 30 days. While growth hormone with192 amino acid sequence is only stable at room temperature for just a few days.
Seit die Asiaten mitbekommen habe, dass ich auf dem Kontinent bin, spammen sie wie die Blöden die Referer zu. Also bringe ich mal ein bisschen echten Jintropin-Content. Zu kaufen bei mir für, sagen wir, $4 per Injektionseinheit (zuzüglich Versandkosten natürlich)?
Sieben
Die *Sieben* ist im Buddhismus eine heilige Zahl. Unter anderem wird sie repräsentiert in den Bojjhanga , den sieben Erleuchtungsgliedern (Wissensklarheit, Willenskraft, Güte und Mitleid, Freude, Gleichmut, Achtsamkeit, Sammlung). Au?erdem stehen in jedem Tempel sieben Buddhafiguren mit Spendenkörben. Da muss ich erst noch herausfinden, welchen Sinn das hat.
Jedenfalls wie auch immer und wie der Zufall es will, befinde ich mich seit nunmehr auf den Tag genau sieben Monaten auf dieser Insel. Da wäre Zeit für einen Rückblick und eine Vorschau. Ich hatte auch schon was geschrieben darüber, dass es 212 Tage, 6 Flüge, 10 lange Busreisen (7 davon Nachts), ein “verlorener” Pass, drei Visaruns nach Myanmar, Laos und Singapore und jede Menge Pad Thai gewesen sind. Dann allerdings bin ich in allgemeinendogendepressive Betrachtungen über meine Fähigkeit in emotionaler Hinsicht innerhalb von sieben Monaten so ziemlich alles zu zerschie?en, was ich hatte und andere Thirdlifecrisisgedanken abgedriftet. Und noch ein bisschen mehr Gelaber. Das muss ich mir und dem werten Leser nicht antun. Lassen wir das also und halten still und nachdenklich fest:
Ich bin seit sieben Monaten hier.
Einstein, Heisenberg und Beer Chang
Li und ich sitzen in meiner präferierten Ladybar an der Theke und trinken Beer Chang. Mai schlängelt sich zu den harten Beats aus den Boxen um eine in Reichweite stehende Stange und schwelgt in ekstatisch rhythmischen Zuckungen. Wir unterhalten uns gerade über Einsteins Fehler, sein c als Konstante einzuführen (zumal es keine Konstante war) und Li ist schockiert, dass ich seine Theorie von der Krümmung des Raumes für ausgemachten Unfug halte (ich sage das nur, um eine andere Meinung zu haben und das sehr fruchtbare Gespräch im Fluss zu halten). “Aber dann kommt doch nie ein Ding zum Ende!” sagt sie. Ich murmel “Das hättest du gerne. Schnell rein und raus. Nene. Nich mit mir!” und lasse beiläufig meinen Blick über ihre nur von wenigen Stofffetzen bedeckten Beine gleiten.
Mai murmelt an der Stange: “Mich würde ja mal interessieren, ob Heisenbergs Katze schwarz oder getigert war oder ob er gar keine europäische Hauskatze hatte.” Sie hat eindeutig am meisten von uns gebechert. Ich sage ihr, dass das ein Bild sei, er hätte ebenso gut einen Affen benutzen können. “Jaja. Der wäre aber nicht im Koffer geblieben. Affen sind klug.” Ich hole weit aus und beginne in den Tiefen der Teilchenlehre nach Erklärungen zu wühlen als Li die Diskussion mit einem brüsken “Und überhaupt: Das war Schroedingers Katze und nicht die vom Heisenberg. Lasst uns lieber noch ein Chang trinken!” beendet. Ich bin ihr sehr dankbar, denn für einen Augenblick lang will mir nicht einfallen, ob denn nun die Kopenhagener Deutung oder die Theorie der Dekoh??renz die aktuelle Interpretation des Problems ist.
Mai schreit “Hello man!” und lässt ihren Hintern raushängen. Der angerufene Mann aber fährt unbeeindruckt auf seinem knatternden Moped weiter. Sie seufzt, springt an der Stange hoch und lässt sich langsam mit weit abgespreiztem Bein herunterdrehen. Mir fällt ein, dass ich mich lange nicht rasiert habe. Mai murrt “Je näher man an den ?quator kommt umso schneller bewegt man sich voran.” Sie hat eindeutig am meisten von uns gebechert. Wir pflichten ihr bei, schlagen unsere Chang-Flaschen aneinander und trinken.
Temperatur. Umstellung.
Es ist eigentlich warm. Hei?. 32 Grad nach Gustav Zelsius. Interessanterweise merke ich nicht viel davon. Dafür frieren wir wenn “unter der Woche” die Klimaanlage läuft bei 24 Grad und ich trage meine dicken Laufsocken. Sehr bedenklich. Dieses Land hat Einflüsse auf meinen Körper, die ich nicht gut hei?en kann. Was soll das nächsten Winter nur in Island werden?
Pornohütten
(Kleine Alien-Reminiszenz am Rande)
Warnung: explizite Lyrik. Wirklich.
Meine aktuelle Behausung befindet sich inmitten verschiedener Pornohütten. Es ist ein kleines bisschen lustig. Hier wohnen einerseits Familien mit kleinen Kindern, die bis 23 Uhr rumschreien und die Hunde zum Bellen bringen und andererseits Sextouristen (ST) aus Italien und Deutschland, die dann ab 23 Uhr die Frauen von der Beachstreet verschämt an meiner Veranda vorbeiführen (Insomnia mal wieder. Ich lese immer vor der Hütte bis in den frühen Morgen).
Jedenfalls hatte in den vergangenen Nächten jede Hütte rings um meine Sex. Manchmal laut. Manchmal nur klopfend. Manchmal klatschend. Eigentlich meistens klatschend, wenn Thaifrauen involviert waren. So bekommt der Begriff “knallen”, den eine informierte Quelle neulich prägte, eine selbst mir verständliche Bedeutung. Muss eine interkulturelle Sache sein.
So ungefähr eine Stunde nach dem Eintritt in die jeweilige Hütte kommt die Thai dann meistens strauchelnd wieder raus und flaniert an meiner Veranda vorbei gen Moped. Nicht ohne mich vorher zu fragen, ob ich denn heute nicht ausgehen möchte. Möchte ich nicht.
?berhaupt werde ich neuerdings häufiger von Thais (abseits der Beachstreat) angesprochen. Scheint sich rumgesprochen zu haben, dass ich wieder Single bin. Mal sehen.
Heute morgen hörte ich durch meine gut isolierten Wände einen deutschdialektischen ST sich von seiner nächtlichen Thai verabschieden. Mit den folgenden Worten: “Ok. Bye then. Thank you. ?hm, my friend paid you?”
Und in der Hütte vor mir entspann sich gestern abend der folgende Dialog zwischen zwei deutschen Sextouristinnen (ja, solls auch geben):
1: Du, Hans mag dich.
2: Ja. Ich mag ihn auch ganz sehr. Gibst du mir mal die Tempos?
1: Ja. Echt? Ich finde ja, er quatscht ein bisschen viel.
2: Naja. Aber er hat so interessante Theorien und sein Weltbild ist echt alternativ, du!
1: Hmm. Also ich mag ja Shaemus sehr.
2: Und? Mag er dich auch?
1: Weiss nicht. Hab nicht mit ihm gesprochen.
2: Lass uns doch nochmal rüber gehen.
In der betreffenden Hütte kam es zu multiplen Orgasmen in dieser Nacht. In einer anderen sicher auch. So. Im Interesse meiner männlichen Leser habe ich den Dialog mal in eine männliche Sextouristen-Variante übersetzt:
1: Pen ist ne geile Schlampe.
2: Ja, ich werd sie heute knallen.
1: Echt? Scheisse, ich wollte auch. Hast du den Pickel auf ihrer Stirn gesehen?
2: Ja, macht ja nichts. Von hinten sieht man das nicht.
1: Soso. Naja. Nehm ich eben Pau.
2: Was, die will auch?
1: Weiss nicht. Aber ich krieg sie schon rum.
2: Ok. Aber ich will die Hütte heut nacht.
Ich bin übrigens aus weiter oben genannten Gründen wieder auf Haussuche (ich hasse bellende Hunde in der Nacht). Heute noch werde ich es auf herkömmliche Weise versuchen (kucken). Ab morgen versuchs ich dann Plan B in die Tat umzusetzen: Thai kennenlernen, ein bisschen quatschen, nach leer stehenden Häusern fragen, Häuser prüfen, Haus mieten, Thai droppen. Und das ganze mit möglichst wenig emotionalen Einsatz. Mal sehen wie sehr ich Arschloch sein kann.
(Jaja. Ich weiss. Allerdings brauch ich ein Haus und keine Frau und diese Siedlung deprimiert mich! Wie soll man da Harry Potter lesen ohne jeden Satz fehlzuinterpretieren?)
Angemacht.
Achso, hab ich ja glatt vergessen. Ich wurde von einer indischen Sicherheitsbeamtin auf dem Flughafen von Singapore angemacht (leider erst beim Einchecken zum Rückflug). Also nicht im Sinne von Mündung am Ohr sondern eher this way:
Sie: Passport and Boarding-Pass please.
Ich: Oh. (_fummelfummel, Pass raussuchen, Boarding-Pass steckt drinnen_) Boarding-Pass is inside.
Sie: (_kuckt in den Pass, klappt ihn seitlich, kuckt rein, kuckt mich an, kuckt rein, kuckt mich an_)
Ich: (_lege Sonntagsgrinsen auf_)
Sie: Your hair is longer.
Ich: Yes it grows fast. Two months.
Sie: Two months? (_kuckt in den Pass_) Right. June. Grows really fast (_grinst_) May I … ? (_touch touch touch fummel_) Nice.
Ich: ?hm. (_rosa_) Yes. Need lot of care. (_ich weiss, sehr einfallsreich_)
Sie: When you come back?
Ich: Not in the next days (_jaja, man muss sich ja Optionen offen lassen_).
Sie: When you come back, we go to dinner. Have a nice trip! (_gibt den Pass zurück_)
Ich: Ok. (_Abgang nach rechts_)
Etwas später fiel mir dann auf, dass ich zumindest ihre Nummer hätte mitnehmen können, der Flughafen ist etwas gro? um sie beim nächsten Mal zu finden. Und Uniform und Punkt auf der Stirn sehen einfach nur, ähm, ja — gut aus.
Man kann von den Südostasiaten ja noch *so viel* lernen. Wirklich ;0]
Singapore. Set leew.
Nun. Es war ja schon ganz lustig für jeden, der mich beobachtet hat auf meiner kleinen Reise.
Wie bereits erwähnt befand ich mich auf einer bunten Reise ins Land der zufriedenen Singaponesen — Singapore. Per Flugzeug durch die Luft hindurch. Zuvor durfte ich am Checkin-Schalter 25 Minuten in der Sonne triefend warten, weil vor mir ein Pärchen aus dem gro?en Land der Briten der Meinung war, das Gepäck ihrer Mutter (der Mutter von sie) dürfe ruhig mit ihnen fliegen und das kann dann auf das Gepäck der Mutter die am Donnerstag erst fliegt (und nach Bangkok, nicht nach Singapore) angerechnet werden. Auch eine nette Form der ?bergepäckdeklaration. Anschlie?end durfte ich endlich auch mal das Worst-Case-Scenario “dicke stinkende Frau mit Gesprächsdefizit auf dem Nachbarsitz” mitmachen. Zum Glück gabs jede Menge Rotwein. Der Flug selber war weniger spektakulär, weil einerseits die dicke Frau das kleine Bullauge verdeckte, wir die meiste Zeit durch Wolken flogen und ich am Mittelgang sa? und von den Stewardessen eher abgelenkt war. Die eine sah auch wie eine gut erhaltene junge Lucy Liu . Die andere wie eine nicht so alte asiatische Catherine Zeta-Jones . Die beiden anderen waren auch nicht schlecht aussehend, aber nicht vergleichbar mit lebenden Personen öffentlichen Interesses. Die eine sah interessanterweise aus wie eine mir bekannte Kabelvergewaltigerin. Man sollte mal schwarz als Haarfarbe versuchen.
Als wir in Singapore landeten, dunkelte es gerade. In der Lobby fiel ich drei mit Schnellfeuerwaffen bedeckten Soldaten auf, weil ich mit meinem neuen schwarzen Rolli-Rucksack in der Gegend rumstand und ins Leere starrte. Ich konnte ihnen aber glaubhaft versichern, dass ich nur versuchte, mich zu erinnern, in welchem Terminal der MRT (dazu gleich mehr) abfährt. Nach kurzer Passkontrolle und phallischen Bewegungen ihrer Waffen erklärten sie mir, dass der MRT im anderen Terminal abfährt. Im anderen Terminal. Immer im anderen.
Der MRT ist übrigens der, ähm, Mass-Railway-Transport. Also quasi sowas wie die U-Bahn in Berlin. Nur würden *intelligente Völker* eine U-Bahn, die sich grö?tenteils über der Erde und manchmal sogar über der normalen Stra?e aufhält eben nicht U-Bahn nennen. In Singapore hei?t das Ding MRT. Werbung in Form von bunten Schildern die auf Bahnhöfe hinweisen wird nahezu nicht gemacht. Weshalb man sich am Flughafen mit ausreichend Karten eindecken sollte — die liegen gratis aus. Was ich tat — eindecken. Weiter gings mit dem MRT ins schöne Chinatown.
(Ich möchte diesen neuen Absatz nutzen, um noch kurz die wohltuende Tatsache des nicht-von-penetranten-Taxifahrern-angequatscht-Werdens zu erwähnen.)
Chinatown sieht ein bisschen aus wie Hamburg mit jeder Menge Chinesen und Indern. Und die Leute sprechen Englisch und es ist wärmer. Und irgendwie freundlicher. In den Nebenstra?en sieht es eher aus wie in Chemnitz. Abgebrochene graue Hochhäser und Autos. Ich fand dann auch ziemlich schnell ein Hotel mit dem berauschenden Namen “Tropical Hotel”. Pro Nacht 50 Singapore-Dollar, was etwa 1250 THB sind (das wiederum entspricht etwa 25 Euro) und für einen Raum mit Klimaanlage und Dusche ganz preiswert, wenn man meiner Internetrecherche Glauben schenken darf. Ich hab das früher mal im Angebot gehabt. Internetrecherche. Kann man also vertrauen. Obwohl. Mein Unternehmen gibts nicht mehr inzwischen. Hmmm…
Die 7Elevens (ein Fleckchen Heimat überall in Südostasien) waren alle fest in indischer Hand. Ich hab ein paar schöne Hennahände gesehen. Bier kostet ungefähr 3 Euro die Dose. Ein bisschen teuer. Dafür gabs Blaubeerensaft mit Aloe-Vera-Stückchen. Das ist derzeit der letzte Schrei in der Singaporesener Saftszene, wenn man den Plakatierungen Glauben schenken darf.
Ich ass. Ich trank. Ich schaute Singapore-TV. Ich schlief. Gut. Mein Zimmer hatte übrigens keine Fenster, weshalb ich die beiden Nächte besonders gut schlief. Die zweite Nacht sogar sehr lang.
Am Morgen des glorreichen Tages der Beantragung meines “Non Immigrant Visa B”’s erwachte ich um sieben gestärkt und frohlockend. Nach ein paar Verirrungen innerhalb des ausgeklügelten Singaporer U-Bahn-, ähm, MRT-Systems gelang mir dann die Lokalisierung unserer Königlichen Thailändischen Botschaft. Draussen war ein Sicherheitsbeamter, der irgendwie wie Saddam Hussein aussah und mit Sonnenbrille und einem indisch dialektischem Englisch versehen stotternd und brabbelnd meine Tasche und mich auf Bomben untersuchte. “You know. If you have bomb, you cannot go inside.” Ich erwähnte, dass ich nur meinen Pass in der Tasche hätte. Er liess mich durch. Drinnen gab ich meine paar Papiere ab, Pass und eines meiner heissgeliebten blauen Passphotos. Pass fehlte mir sehr. Aber es war notwendig. Und angeblich war er sogar sicher dort. Das ganze brauchte 5 Minuten (wenn man bedenkt, dass ich zwei Tage in Singapore bleiben musste für den ganzen Kram… Naja…). Die Schalterthai war übrigens eine muslimische (Kopftuch) Inderin.
Es folgte ein exzessiver Spaziergang durch die Shoppingmeile Singapores — Orchard-Street. Hunderte Shoppingcenter, Geschäfte und so ein Kram. Hier sah es vielleicht noch am meisten so aus wie alle immer von Singapore erzählen. Sauber. In Chinatown war es einfach nur schmutzig. Wenn darauf wirklich so hohe Strafen stehen, ist halb Singapore im Knast.
Ich habe die gesamten zwei Tage versucht, herauszufinden, ob es hier Links- oder Rechtsverkehr gibt. Entweder es sind Einbahnstra?en oder die Stra?en sind durch Baum-, Holz- und andere Reihen getrennt. Und dann gehts mal links und mal rechts in welche Richtung auch immer. Auch Rolltreppen sind runterzu mal links und mal rechts. Sehr irritierend. Die Lenkräder jedenfalls sind rechts. Was auf Linksverkehr hindeutet. Die Fu?gängerampeln haben das nette Feature, bei Näherkommen der Rotphase hektisch zu blinken und die Zeit anzuzeigen, die noch grün ist. Nett.
Gegen zwei entschied ich mich dann zu einem ausgiebigen Kinobesuch. Ich war seit, ähm, letzten Jahr irgendwann nicht mehr im Kino. Bei den beiden Filmen die ich gesehen habe schwankte ich die ganze Zeit zwischen Begeisterung über Dolby Surround und gro?er Leinwand und grenzenloser Trauer über den Unfug, der auf der Technologie lief (“Stealth” und “The fantastic four”). Leider konnte ich “The Island” (hach ja, wenn Scarlett eines Tages an mir vorbeiläuft, garantiere ich für nichts) und “Sin City” nicht sehen, weil die Nachts liefen. Naja.
Nach einem ausgiebigen Schlaf checkte ich am Mittwoch dann aus, fuhr wieder nach Orchard, kaufte mir Harry Potter — Teil 5 — und ein nettes Buch mit einem pinken Elephanten über effektive Kommunikation zwischen Menschen und in Teams. Und (mal wieder) einen Sprachführer Thai-Englisch. Eine Digicam kaufte ich nicht. Zuviel Auswahl. Also wirklich zuviel. Ich sagte “Zeigen se mir mal ein paar Kameras über 5 Megapixel” und der Tresen war in Sekunden überfüllt. Naja. Das nächste Mal vielleicht.
Um zwei (Parallelität der Ereignisse) durfte ich dann wieder bei Saddam und der muslimischen Inderin vorsprechen und Pass abholen. Es flossen Tränen. Dann fuhren wir gemeinsam zum Flughafen, checkten ein und verbrachten den Rest des Nachmittags mit der ausgiebigen Erkundung des Geländes und dem Betrachten eines Astronauten auf BBC, der komische Fasern aus einem Raumschiff herauszog und flapsige Sprüche dabei ablies (“oh, das war aber einfach jetzt” — frei übersetzt).
Der Flug war angenehm. Bis vielleicht auf die Tatsache, dass 20 Meter vom Flugzeug entfernt Blitze nach unten zuckten, die Pilotin (ja, Risiko, ich liebe Risiko) immer durchsagte, dass es gleich etwas holpern könne und das Flugzeug selber relativ instabil einem Timetunnel glich und immer in sich selbst verrutschte. Dafür war Lucy Liu wieder dabei.
Und als das Flugzeug endlich schlingernd und rutschend samuianischen Boden berührte, schaltete ich mein kleines Handy an, lies es das Netz erklimmen und erhielt meine erste SMS seit langer Zeit. Text? “Where are you? Are you ok? I miss you!”. Status back to “hope”. Und ich höre seit der Landung einen neuen Ohrwurm (Achtung) Marius (würg) Müller (schauder) Westernhagens (argh) “Ich bin wieder hier — in meinem Revier” oder wie das Ding hei?t. Ich weiss.
Ich weiss.
Wirklich.
Ja. Ich liebe meine kleine Insel wieder. Und ich hasse Gro?städte. Und Städte, die eine Gro?stadt simulieren. Und ich geh erstmal nicht mehr von der Insel runter. Glaub ich. Wobei. Irgendwie steht Bangkok wieder an. Jaja.
Siegelfragen
Moin, kann mir mal jemand “mit dem unabhängigen Siegel der Zufriedenheit” auf Französisch übersetzten? Ich brauche eine neue Headline. Aus verschiedenen Gründen.
PS: Ja, bin wieder da. War nett. Report mit SMS nach Landung folgt.
Singapore. Ich glaub, ich komme.
Und überhaupt. Es ist mal wieder ein Visarun angesagt. Diesmal bewege ich mich nur minimal und fliege nach Singapore. Das hat mehrere Vorteile. Erstens bleibe ich im Training. Nachdem ich 29 Jahre damit zugebracht habe, nicht zu fliegen, sollte ich diese neu errungene Fähigkeit nicht einrosten lassen. Und wenn ich die nächste Thaifreundin beeindrucken will, schlepp ich sie auch wieder in ein Flugzeug und kann mich dann schwer auf mich selbst konzentrieren. Zweitens benötige ich eines der berühmt berüchtigten “Non Immigrant B”-Visa (B is for Business) und die bekommt man nur in ?bersee. Was für thailändische Verhältnisse jedes Land ist, das keine direkte Grenze mit Thailand hat. Au?erdem, und das ist der dritte Punkt auf der Liste, kotzt mich die Insel ein kleines bisschen an zur Zeit. Also flieg ich auf eine grö?ere Insel. Ist ja nur konsequent.
Der Flug (es geht direkt von Samui nach Singapore ) dauert hinzu 2 Stunden und 40 Minuten und rückzu nur 40 Minuten. Ratter ratter. Ja, genau, ist eine Zeitzone weiter drüben, in GMT+8.
In Singapore dreht sich dann heute abend erstmal alles um eine Schlafstätte für meinen empfindlichen Körper. Morgen gehts früh um neun in die thailändische Botschaft — Papiere und Pass abgeben — und dann hab ich “frei” bis zum Mittwoch gegen 2, wo ich meinen Pass mit einem echten bunten Visum abholen kann. Dann nichts wie ab zum Airport und zurück auf meine kleine Insel, die ich bis dahin vermutlich wieder lieben gelernt habe. Zwischendurch werde ich vermutlich einige Zeit mit dem Betrachten und Abwägen von Digitalkameras verbringen, letztendlich aber keine neue kaufen. Ich kenne mich.
Ich bin ja mal gespannt, ob mein Mobiltelefon in Singapore Roaming hat. Könnte ja sein, dass man Geburtstagsgrü?e kabeln muss. Kabeln. Das war ein Insider. Fast zu gut für einen Insider.
So, und dann war noch die Sache mit dem Gesetz in Singapore. Man sollte bspw. keinen Kaugummi in der ?ffentlichkeit kauen, wenn man kein Rezept dafür hat . Jaja.
Mehr zu Singapore:
PS: In Singapore ist der Samui am nächsten gelegene IKEA . Da wollte ich schon lange mal hin. Köttbullar ich komme.
PPS: Es regnet. Ich habe den Flughafen noch nie ohne Regen gesehen. (Doch einmal, aber da war ich dort, um Photos zu schiessen. Sonst, zum Leute hinbringen oder Flieger nutzen, hats immer geregnet. Heute auch.
Sonntagmorgen auf Samui
Gut geschlafen. Auf ner komischen Matraze in ner komischen Hütte. Nachts im Plastikstuhl auf der “Veranda” gesessen und “Hannibal” gelesen. Meer gelauscht. Sextouristen aus Deutschland beobachtet. Irgendwie isses ihnen ja doch peinlich. Das Nebenhaus hatte Sex. Ungefähr 30 Sekunden lang. Wenn das Vorspiel leise war isses ok. Wenn nicht, tut (Hilfsverb) mir der weibliche Part leid. Könnte sein, dass die Hüttenwahl negativ in die Geschichte der die.schreibbloga.de eingehen wird. Hier spricht fast jeder Deutsch. Habt ihr Ferien oder so Kram?
Heute morgen Mr. Wit angerufen und das Haus gekündigt. Schlüssel abgegeben. Er sagte: “Oh. Very very clean.” Ich sagte: “Like i got it.” Ich mag Hilfsverben. Hoffentlich merkt er nicht, dass wir das kochende Wasser von den Spaghetti damals in die Spüle gegossen haben und der Schlauch dadurch gerissen ist. Hab ich gestern mit Klebeband gefixt. Handwerker. Dem Inschinör ist nix zu schawör. Und das Bett hat auch unter meinem Gewicht gelitten. Ich sage nur Kuhle.
Seit Freitag ist sie da, meine “Du bist jetzt 30”-Depression. “Funny. Really funny.” Mehr dazu später.
Yai hat gestern angerufen. Um neun abends. Nein, stop. Sie hat versucht, anzurufen. Ich hab nicht abgenommen. Würde ich ihre Stimme hören, würde sich die Zeit mit jedem ihrer Worte verdoppeln, die ich noch benötige um damit klarzukommen. Und wöllte sie mich zurück, müsste sie nur zweimal fragen. Fürs erstemal hätte ich eine vorbereitete Antwort und würde entsprechend “stark” sein. Also lass ich sie nicht sprechen und überlege lieber die Nacht lang, was sie wollte. Status changed from “realization” to “hope” to “denial” to “don’t think about it”. Fuck.
Gestern abend war ich auf der Suche nach einer neuen Stammkneipe. War eine Nullnummer. Drei Stunden (!!!) in Lamai und Chaweng. Kneipen die interessant aussehen sind übervoll. Kneipen die interessant klingen und “Pub” im Namen tragen sehen eher peinlich aus (nach Frühstück beim Bäcker). Kneipen mit Namen wie “Rockmusic Bar” sind eher der lächerliche Versuch zwei Gründe in Thailand nachts auszugehen zu verbinden. Und dann sind da noch die Bars wo man mit “Hello Man” von engbestofften verbraucht aussehenden Frauen angesprochen wird. Und der Pub mit Livemusik in einem Keller, vor dem zwei Gürtel standen die mir fast beim Vorbeifahren um den Hals gefallen wären.
Dann wollte ich mal sehen, was es mit dem Frauenboxen auf sich hat. Jeden Samstag kostenlos auf der Lamai-Beachroad. Wurde dann aber von leichtbestofften und leider nicht schlecht aussehenden Frauen (Plural) angesprochen und floh leicht rosig. Beim zweiten Versuch waren dann zuviele sabbernde Männer um den Ring verteilt.
Dafür wei? ich nun genau, wo ich mir was zu Essen kaufen kann, was in etwa meiner Ernährung in den letzten Monaten entspricht. Hat auch was. Wenngleich mir dann nachts im Bett auch noch eingefallen ist, dass ich die tägliche Nahrungsaufnahme vergessen habe.
Und wo Mr. Coconut am Wochenende in Chaweng spielt, wei? ich jetzt auch. Das ist ein Exil-Deutscher, der im Pub gespielt hat und Rolling-Stones-Songs so langsam und so traurig spielt, dass sie selbst mir gefielen. Dummerweise ist der Wochenendspielort ein Konglomerat aus Transvestiten-Bars. Mal sehen. Vorher betrinken. Denk ich.
Jedenfalls sitze ich im Büro und zelebriere Sonntag. 29 Grad nach Herrn Celsius. Ich friere. Und der Himmel kuckt auch deprimiert aus der Wäsche und fängt ständig an zu heulen.
Manchmal könnte ich die Insel hassen. Zum Glück fällt mir immer noch schnell genug ein, dass ich ja selbst schuld bin.
Und seit zwei Wochen hab ich einen Ohrwurm von den Doors, der ständig hin und her hallt: “This is the end.”
PS: Vom gelben Vogel träumen ist kein Problem. Vom Begriff “gelber Vogel” in Englisch (“yellow bird”) zu träumen, nicht dem Bild, und dann das Ganze für ein schlechtes Omen zu halten, aber nicht zu wissen, warum und wieso, das ist ein Problem. Zumindest für mich.
PPS: “I’ll never look into your eyes again. ” Klar. (“Ride the snake.” Huch. Snake?)
Move on. Move on.
So endet also das zweite Kapitel (oder ist es schon das dritte?) der die schreiBBloga.de ! Ich hab heute in drei vollbepackten Mopedfuhren meinen Kram aus dem Haus in meine neue Hütte gebracht. Eine Hütte, deren Inneres grösstenteils aus einem Bett besteht, einem Bad (kaltes Wasser aus einem Rohr und eine Schöpftoilette (Die World Toilet Organization ist übrigens in Singapore)) und, ähm, einem Moskitonetz. Der Vorteil liegt in der Grö?e, die Hütte ist nämlich klein. Und da ich eh nur zum Schlafen “zu Hause” bin, brauch ich kein Haus, in dem ich nachts in der Gegend rumlaufen kann. Jedenfalls ist die Hütte sehr klein, so dass die eine Betthälfte mit meinem Kram bedeckt ist. Mal sehen was das noch gibt. Vor der Tür ist Strand. 20 Meter weiter das Meer. Der Golf von Thailand. Das ist einer der Vorteile. Nehme ich an. Die Beachstreet ist auch nicht weit und sollte nach einigem Training erlaufen werden können. Womit dann auch Pubs erlaufen werden können und ich nicht mit dem Moped fahren muss. Was das Volumen des zu mir genommenen Alkohols erheblich erhöhen kann. Au?erdem besteht die neue Hütte bereits aus Holz und muss nicht noch extra mit Platten vernagelt werden. Und es wird (hoffentlich) weniger nächtliche Schusswaffenfunktionstests geben.
Wie auch immer. Es geht weiter.
Visacard für 3 Euro
So. Neuer Monat. Neues Konto. Nachdem mein kleines Konto bei der Siam City Bank abgeräumt werden konnte ohne dass die Penner die PIN hatten, habe ich dort natürlich kein Geld mehr deponiert. Ohne Pass kann man kein neues Konto eröffnen und als ich <txp:permlink id=“242”>dann <txp:permlink id=“243”>endlich <txp:permlink id=“272”>meinen Pass hatte, hatte ich kein Geld mehr um es draufzutun. Jetzt hab ich Geld, einen Pass und gute Laune. Also habe ich mal ein Konto bei der Bank of Ayudhya eröffnet.
Die Bank-Thai sah nicht nur gut aus, sie hat auch sehr gut Englisch gekonnt und keine dummen Fragen gestellt. Als Dreingabe gabs eine Karte, zum Geld abheben. Sie fragte mich, ob ich Visa oder ATM wölle, da hab ich zugegriffen. Mein Hauptproblem war ja schon lange Zeit, dass man hier schwer weit kommt ohne Kreditkarte (hab immernoch keine Unterkunft für Singapore).
Tja. Und so habe ich nun die erste Kreditkarte (sollte man Kreditkarten die nur mit Guthaben funktionieren nicht eigentlich Debitkarten nennen?) meines Lebens.
Ich muss einkaufen gehen.
PS: Unglaublich. Sogar Onlinebanking scheint zu gehen. Ich muss mich mal versuchen zu erinnern, wer uns das mit der Siam City Bank eingeredet hat. Hüstel.
One two weeks.
Titelgebender Ausspruch verbunden mit “you will forget me” war eine einige Zeitlang häufig in meiner Hütte zu hörender Dialogbeginn. Nun, ich habe ein kleines Problem damit. Wann beginnen diese ein zwei Wochen? Mit dem ersten Mal verlassen werden? Mit dem ersten “richtigen” Auszug? Mit dem letzten Mal verlassen werden? Mit dem letzten physischen Kontakt? Mit der letzten SMS? Mit dem letzten Haar, das man aus dem Haus entfernt? Hmmm… Rein theoretisch, würde ich das erste Mal nehmen, wäre heute Vergessen angesagt. Ansonsten hätten wir noch ein paar Tage, Wochen. Andererseits, ich gehe hier von braven “Ich hätte dich nie verlassen”-2-Wochen aus, nicht dem erlaubten Zeitbereich von 7 bis 14 Tagen.
Ist schon kompliziert das Leben.
Wobei, es trifft sich gut. Wir haben Freitag. Wir haben Zahltag. Ich werde heute Nacht in den Sound Pub gehen um Judy bei ihrer Abschiedsperformance zu zu sehen (zuzusehen? zuzu sehen?). Am Wochenende ziehe ich um (muss nur noch ein(e|en) passende(s|n) Haus/Raum/Hütte finden). Und dann ist da noch die Sache mit den Haaren. Kann also nicht schaden, wenn wir den heutigen Tag als Tag des Vergessens deklarieren.
The Truman Show Lite
Ein bisschen was von Truman Show hat mein Leben ja derzeit schon. Die Darsteller werden alle ausgetauscht (eher ersatzlos gestrichen). Am Dienstag dachte ich mir so, man muss ja nicht alles aus dem “alten Leben” kippen und schrieb eine SMS an Judy (nicht was ihr schon wieder denkt, das ist die Sängerin der Siam Band), ob und wo sie denn am Dienstag abend spielen (hey, habt ihr nun den Text in der anderen Klammer gelesen oder nicht?). Zurück kam die Antwort, dass sie nicht mehr in Lamai spielen und sie die Band Ende des Monats verlässt.
Nun ja. Das bringt mich in Zugzwang, denn nun bin ich für Freitag in den “Sound Pub” eingeladen, ihrem “Abschieds-Gig”. Der Soundpub ist nicht nur eine Ladybar, er ist auch ein steter Quell unermüdlicher Beschwerden der Anwohner, weil er trotz der Tatsache, dass alle Lokalitäten um 2 Uhr morgens schlie?en müssen bis 6 Uhr morgens geöffnet hat und unüberdacht überaus laut die Gegend beschallt. Mal ganz abgesehen davon, dass wenn er die einzige offene Bar nach 2 Uhr ist er auch gefüllt mit Leuten ist. Da zahlt wohl jemand an die Leute an den Hebeln der Insel.
Jedenfalls: Freitag abend. Chaweng. Soundpub. Ein bisschen rumsozialisieren. Und leider gefühlte Nähe historischer Art. Hoffen wir, dass es beim Fühlen bleibt.
Was den Weggang der Nebendarsteller meiner Show betrifft so bin ich gespannt, ob die Botschaft in Krungthep noch steht, wenn ich im August wieder hin muss. Das war sowieso immer nur ein Provisorium von Planen umgeben ausserhalb des eigentlichen Botschaftsgebäudes.
Harry und G-Punkt
Also Harry und Ginny (ähm, Spoilerwarnung ;). Soso. Das ist ja interessant. Ich bin ja der Meinung mit den Schwestern der besten Freunde was anzufangen ist so unheilbehaftet wie Beziehungen mit Arbeitskollegen oder Gastronomieangestellten auf thailändischen Inseln. Au?erdem wissen wir doch alle, dass Harry eher den Männern zugeneigt ist. Wenn der siebte Band raus ist, schreib ich den achten und das wird garantiert kein jugendfreier.
Ich habe es übrigens immer noch nicht geschafft, an den fünften Band heranzukommen. Irgendwie bin ich hier nicht ganz in der Nähe der zivilisierten Welt. Macht nichts. Dafür gibts preiswerten Sex (hab ich mir sagen lassen). Man kann nicht immer alles auf einmal haben.
Den sechsten Band werde ich vermutlich eh nicht lesen müssen, da hoffentlich Sirius Black am Ende des fünften stirbt und damit jeglicher Grund mein Interesse an dieser Märchengeschichte zu erwecken verschwunden ist. (Black muss sterben, niemand spricht mehr von ihm. Vom alten Papst spricht auch niemand mehr. Und wann hat bittesehr jemand das letzte Mal Freddy Mercury erwähnt? Hmm? Na? Siehste!)
So. Und jetzt: Vorsicht, ein Kreis schliesst sich. Gedankenkette. mit Blut, Hautfetzen und jeder Menge Ekel.
Black wird ja bekannterma?en in den Potter-Movies von Garry Oldman gespielt. Und ich lese gerade “Hannibal” von Thomas Harris. Na? Klingelts? Nein? Gut. Garry spielt auch den Mason Verger aus dem Buch, einen perversen von Hannibal Lector zuerst verunstalteten und später (bilde ich mir ein im Film gesehen zu haben) den fleischfressenden Schweinen vorgeworfenen Kinderschänder.
Jedenfalls war ich heute Nacht an der Stelle angelangt, wo Verger der Agentin erzählt, wie das so alles war, als Hannibal Lector ihm Acid gespritzt hat und er sich selbst mit einer Spiegelscherbe die Haut in Fetzen vom Gesicht gezogen hat um sie an seine beiden Dobermänner zu verfüttern. War sehr plastisch. Ein Glück, dass ich derzeit nicht allzuviel im Magen habe.
Witzig ist auch, dass im Buch immer steht, die Leute werfen mit Körperflüssigkeiten, wenn jemand spuckt (“she threw her bodyfluids on her”). Hmm. Ja. Englisch ist eine schöne Sprache. Eigentlich kann ich ja froh sein, dass ich nun wieder Hilfsverben und Zeitformen verwenden darf.
Breaking News: Autor isst Suppe
… von Western Money. Man muss sich ja langsam wieder dran gewöhnen. Angeblich soll es Oriental Style sein. Ich bin gespannt.
Buchvermehrung
Nun habe ich ja gestern endlich Mister Brysons Nicht-Travel-Doku zu Ende gelesen und war entsprechend buchlos. Also knatterte ich mit meinem kleinen roten Moped nach getaner Arbeit durch die Beach-Street unseres kleinen Küstenortes auf der Suche nach einem Buchladen mit Harry-Potter-Verkauf (ich habe den fünften Band immer noch nicht gelesen — ja, ich brauche immer etwas länger). Gefunden ward ein Laden schnell — die Filiale einer Kette aus Bangkok, die gebrauchte Bücher verkauft.
Ich mag gebrauchte Bücher. Man überlegt beim Umschlagen der klebrigen Seiten immer, was der oder die Leserin wohl gerade gegessen hat beim Lesen. Oder ob sie es im Bett gelesen haben. Oder am Strand. Oder im Flugzeug. Oder ob sie es in der Gegend rumliegen hatten, um einen potentiellen Sexualpartner was vorzugaukeln. Au?erdem sind sie preiswert (die Bücher). Logisch.
Jedenfalls wollte ich wie gesagt einen Harry-Potter holen und schlich mich hinter Vorsprüngen und Abdeckungen Deckung suchend in den Laden hinein. Drinnen waren die Bücher in den leicht verständlichen Kategorien “Bestseller”, “Author Men”, “Author Woman”, “Sci-Fi”, “True Crime”, “War”, “Spiritual” und “Classic” sortiert. Gut. Ich nahm an, dass Miss Rowling weiblich ist und durchsuchte den Frauenstapel. Nichts. Dann durchsuchte ich die Bestseller-Stapel, da ich mal gehöhrt habe, dass diese Art Bücher recht gut gekauft würde. Nichts. Dann durchsuchte ich die Classic-Stapel, weil eine Serie, die nun inzwischen beim sechsten Band angekommen ist durchaus zu den Klassikern zählen dürfte. Nichts. Dann die Science-Fiction-Stapel, weil das mit dem Harry Potter ja alles nur gelogen und reine Phantasie ist. Wieder nichts. Am Ende, ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben und traute mich auch nicht, zu fragen, fand ich dann endlich einen Stapel Potter-Bände — im Spiritual-Bereich. 20 erste Bände, 7 zweite Bände, zwei dritte Bände und einen vierten Band. Keinen fünften Band. Weshalb ich Thomas Harrisons “Hannibal” mitnahm und wieder ging.
Ich hab es versucht.
Nebenbemerkung 1: Im “True Crime”-Bereich fand ich das Buch “Mating, everybody get his mate”. Das hol ich mir evtl. das nächste Mal (diesmal war ich zu verschüchtert — ja, ich brauche immer etwas länger). Ausserdem hatte ich kurz noch “The god of small things” von Arundhati Roy in der Hand, fand dann aber, dass ich noch nicht zu hochgeistiger Literatur fähig wäre. Und das Regal mit Anne-Rice-Büchern war auch sehr einladend (eine Wand mit 8 Regalen und eines davon voll mit Anne Rice).
Nebenbemerkung 2: Die Frauen. Zwei äu?erst nette Bedienungen bedienten am Bedientisch vor sich hin (nett in sense of suay makmaak, volljährig and intelligent). Sie sprachen jeden Mann an, der reinkam und Bücher kaufte (Frauen kamen interessanterweise nur zwei bei knapp 10 Männern, während ich im Laden war — ja, ich brauche immer etwas länger) und fragten ihn, woher er käme und wann er dahin zurückkehren würde. Mich fragten sie nicht aus. Könnte daran liegen, dass ich die ganze Zeit Thai sprach. oder daran, dass man mir langsam ansieht, dass ich nicht allzubald irgendwohin zurückkehren werde. Oder daran, dass an meinem Arm immer noch die wei?en “Glücks”-Bänder vom Isaanbesuch verknotet waren (ja, ich brauche tatsächlich immer etwas länger). Ich denke, ich werde sie heute abend abschneiden.
Visarun Nummer 3
Soll ja Leute geben, die mit dem Malprogramm ihre Reiserouten aufzeichnen. Die Frau in der Hängematraze ist mir unbekannt.
A short history of nearly everything
Nun man kommt ja kurzerdings erheblich häufiger in den Genuss, mal ein Buch zu lesen und so schaffte ich es in den vergangenen Tagen endlich einmal, Bill Brysons “A short history of nearly everything” fertig zu lesen. Ich habe dafür 6 Monate gebraucht. 5.5 Monate für die ersten 100 Seiten und die letzten Nächte für den Rest.
“Nearly” ist das richtige Wort für den Titel, denn Bryson lässt mein gesamtes Leben aus. Schlecht recherchiert. Ansonsten erzählt er (meiner Meinung nach) sehr verständlich von der Entwicklung des Sonnensystems, der Entstehung des Lebens, der Menschwerdung und eben einfach nahezu allem, was unsereins den ganzen Tag so um sich hat, aber nie hinterfragt oder versucht zu begreifen. Ein schönes Buch. Und wenn ich jetzt den deutschen Titel kennen würde (deutsche Verlage und Filmvertriebe tendieren immer dazu, einfache Titel in idiotische Wortkombinationen zu verwandeln, weil man dem Deutschen schlechthin wenig Intelligenz zuspricht, also ist zu erwarten, dass das Teil dort “Bauanleitung Leben” oder “Wie das alles zusammengesetzt ist und warum das funktioniert” oder so ähnlich betitelt wurde), würde ich euch empfehlen, es zu kaufen, zu klauen oder in der Bibliothek auszuleihen.
Interessant und amüsant zu lesen ist auch, dass nahezu jede halbwegs wichtige Erfindung oder Entdeckung schon mal von jemanden Anderem gemacht wurde und nur nicht anerkannt oder öffentlich wurde. Und Darwin war ne faule Sau.
Das Buch endet übrigens mit dem folgenden friedlichen Absatz:
We really are at the beginning of it all. The trick, of course, is to make sure we never find the end. And that, almost certainly, will require a lot more than lucky breaks.
Western Money Geldwäsche
So. Soso. Hab ich heute mal wieder Geld in das finanziell klamme Deutschland geschickt. Wollte ich eigentlich schon sehr viel eher machen, habe es aber aufgrund unvorhergesehener Zwischenfälle und verschiedener, ähm, Dinge, ähm, nicht geschafft.
Heute morgen jedenfalls machte ich mich früh auf nach Nathon, wo sich die einzige Bank auf Samui befindet, deren Mitarbeiter beim Erwähnen eines Geldtransfers aus Thailand heraus nicht plötzlich des Englischen nicht mehr mächtig sind. Jedenfalls habe ich da schon einmal Geld gewaschen und tat selbiges heute wieder. Diesmal bediente mich der kleine Bank-Thai vom letzten Mal direkt und brachte mich nicht zu einer anderen Angestellten. Ich muss schon sagen, der war ganz niedlich. Wenn ich jetzt nicht gerade keine Lust auf Mitmenschen hätte und dazu eine Frau wäre, dann würde ich ihn nicht von der Bettkante (oder dem Matrazenrand) weisen. Bin ich aber nicht (Frau) und hab ich nicht (Lust auf Mitmenschen). Weshalb ich mich auf meine Bankgeschäfte konzentrierte.
Der Thai sprach mich übrigens immer mit “Sir” an. Das fand ich nett. Nicht “Mister” oder “Khun”. Nein — “Sir”. Fehlte nicht viel und er hätte den Rücken nicht wieder gerade bekommen.
Jedenfalls, was ich eigentlich erzählen wollte, nach vollendetem Geschäft (er kam immer am Tisch vorbeigerannt und fragte mich, ob ich Kaffe wölle und rief ein “One moment pleeeease, Sir!” herüber) fragte er mich dann was ganz komisches: Ob ich eine Suppe wölle. Ich schaute wohl ziemlich dumm, denn er rief wieder “One moment pleeeease, Sir!” und rannte davon.
Und dann brachte er mir zwei Thaisuppen zum Selberkochen (“Western-Union-Kunden bekommen sowas.” und zeigt auf einen kleinen Aufkleber).
Man sieht mir meine Abstinenz anscheinend an.
Tsunami. Oder auch nicht.
Heute nacht gab es wohl ein Erdbeben zwei Zeitzonen weiter westlich mit anschlie?ender Tsunamiwarnung der thailändischen Behörden . Ich habe davon nichts gemerkt. Die Warnung wurde später auch wieder zurückgenommen .
Ein bisschen Panikmache ist da schon dabei. Für uns hier gab es eh nichts zu fürchten, weil die Tsunamizone auf der anderen Seite Thailands liegt. Ruhige Wasser hier. Manchmal zu ruhig.
Samui-Map in der die schreiBBloga.de
Aufgrund einer unerwarteten Erhöhung meiner frei verfügbaren Zeit hat die schreiBBloga.de nun eine kleine Map (powered by Google) bekommen, die einige der Schauplätze der losen Bemerkungen in diesem Blog anzeigt. Ich plane das Ganze noch ein bisschen auszubauen, so mit Links von den Artikeln in die Map und zurück und so einem Kram. Aber wir haben ja Zeit. Funktioniert übrigens “nur” in modernen Browsern (also IE 5.5+, Firefox 0.8+, Safari 2018.1.133+, Netscape 7.1+, Mozilla 1.4+, Opera 7+). Für Lynx-User gibts bei Gelegenheit ne ASCII-Map.
Blindes Hühnchen findet Korn
Der folgende Eintrag könnte eventuell erklären, warum es hier nach unserem Urlaub so wenig Einträge gab.
Die ?berschrift würde ich gerne ausführlicher umbenennen in “Blindes Huhn findet Korn, verschluckt sich und stirbt”, “Blindes Huhn findet Korn und verdaut es” oder so ähnlich. Andererseits wei? ich auch noch gar nicht, wen oder was ich mit Blindes Huhn meine. Also ist jedes Nachdenken sinnlos. Ich hätte das ja gerne “The End is also the beginning of the end” genannt, aber das wäre nur eine unglaublich bescheuerte verbale Reminiszenz.
Wie auch immer. Für alle Leser, die es nicht ab können, wenn ich hier rumheule und in Selbstmitleid zerflie?e und lieber einen Kakao trinken gehen wollen gibt es eine Kurzversion. Die lautet: Yai hat mich verlassen. So. Jetzt könnt ihr Kakao trinken gehen. Kommt morgen wieder, dann gibts Anderes zu lesen.
Hmm. So. Noch da? Ok. Also nun die Langversion.
Bitte legen Sie nun Sinead O’Connor mit “Nothing compares 2 U” ein.
Nun, was geschah in den letzten Wochen?
Als wir aus dem Urlaub wiederkamen, war unser Leben so eine Art rosarotes Gummibonbon. Ich ging früh halb Acht zur Arbeit, arbeitet brav bis viertel Fünf, fuhr dann nach Hause, wo mich Yai schon an der Türe winkend erwartete, wir dann gemeinsam a?en, quatschten und spielten und irgendwann schlafen gingen. Dann und wann entfiel mir ein zynisches “fehlt nur noch das Kind und der Hund”. Mir war dabei nicht sehr wohl, denn ich dachte immer, sie müsse sich schrecklich langweilen, so allein den ganzen Tag und ohne wirkliche Aufgabe. Sie meinte aber immer, nein, das ist in Ordnung, das gefällt ihr gut, sie ist “lazy”.
Dann und wann (eigentlich täglich) telefonierte sie mit ihrer Familie im Isaan und war danach immer sehr still und traurig. Ich hatte bereits im Isaan das Gefühl bekommen, dass sie da besser aufgehoben wäre und hier auf der Insel eigentlich fehl am Platze ist, verdrängte das aber, weil sie im Isaan nicht hier wäre.
Am Freitag vor einer Woche erwähnte sie dann plötzlich auf meine Bemerkung, ob wir denn zu Tesko wöllten und so ein Ding kaufen mit dem wir die Chilischoten kleinmatschen können wie Jamie Olivier (der Name sagte ihr nichts), dass das nicht nötig wäre, da sie sowieso nicht lange bleiben würde. Nach einigen Schocksekunden in denen ich überzeugt war, dass sie irgendwas anderes gesagt hatte nur nicht das, was ich verstanden habe und meine Hände langsam begannen zu zittern, meinte sie, dass sie mich leider verlassen müsse (“I finish you”).
Nun, Tesko wurde kurzerhand nach hinten geschoben und die folgenden Stunden mit Diskussionen verbracht. Dabei präsentierte sie mir eine Unmenge an Gründen, unter anderem dass sie auf meine Kosten leben würde und “schlecht” wäre, dass ich schnell eine andere Frau finden würde und sowieso eine bessere bekommen kann und alles solcher Kram. Ich glaubte das natürlich nicht und hab immer weiter gebohrt. Zwischen den Zeilen fiel immer wieder der Begriff “Geld”.
Nach einigem Nachfragen kam dann heraus, dass die gesamte Woche verschiedenste Mitglieder ihrer Familie angerufen hätten und mit immer wahnwitzigeren Geldforderungen zu ihr gekommen sind. Sie antwortete dann immer, wir hätten kein Geld. Das Ganze zog sich dann immer eine Weile hin, bis plötzlich die Bemerkung fiel “dann geh halt mit Männern”. Das Schockierende an der Sache ist nicht, dass ihre Familie fordert, dass sie fürs Geld mit Männern geht, sondern dass sie das wirklich in Erwägung zog und deshalb mit mir Schluss machen wollte.
Wir redeten also die ganze Nacht und am Ende der Nacht erklärte sie mir, dass sie nun doch nicht Schluss machen will und es mit mir versuchen will. Am Abend des Samstags machte sie dann das zweite Mal Schluss und wir redeten wieder, bis sie mir erklärte, dass sie nun doch nicht Schluss machen will und es mit mir versuchen will. Wir vereinbarten dann, am Sonntag nicht zu diskutieren und einfach zu leben. Das funktionierte. Wir gingen Baden und spielten Badminton. Am Montag ging ich auf Arbeit und als ich nach Hause kam, eröffnete sie mir, dass sie nun ausziehen werde und es aus mit uns ist und sie zu ihrer Freundin zieht. Ich solle sie nach Chaweng bringen. Das tat ich (sie packte eine kleine schwarze Reisetasche) und fuhr zitternd ins Büro um nicht alleine zu Hause zu sitzen.
Kurz nach sieben rief sie mich an und wollte wissen, wo ich wäre, sie sässe vor dem Haus und wöllte noch was abholen. Ich dackelte zum Haus zurück, schloss ihr auf und setze mich auf die Couch, wartend, dass sie fertig wird. Sie allerdings holte nichts hervor sondern setzte sich zu mir und erklärte mir, sie hätte ein Haus, das sie ab Freitag mieten kann (ein kleines Haus) und ihren Job im Pub wieder, wo sie am Dienstag abend anfangen könne. Ich solle am Freitag zu ihr ins neue Haus ziehen. Gut. Wir diskutierten ziemlich lange wie sie sich das vorstelle, mit mir Schluss machen und wiederkommen und wieder Schluss machen und all den Kram. Letzten Endes wurde der Status unserer Beziehung aber wieder einstimmig auf “zusammen” gesetzt. Wir fuhren zum Haus und schauten es uns an und ich kann sagen, dass es ein sehr schönes Haus war. Ein Raum, eine Küchenecke und ein Duschbad. Holz. Sehr schön. Yai meinte immer betonen zu müssen, dass wir nur darin schlafen und ja auch arbeiten gehen. Es war aber gro? genug. Fand ich. Ich war mit der Entwicklung sehr zufrieden, denn eine arbeitende Yai war mir lieber. Lazy sein kann sie dann und wann, aber doch nicht ihr ganzes Leben — das kann selbst eine Thai nicht glücklich machen.
Gut. Nach erfolgter Besichtigung fragte ich sie, ob sie mit zu mir kommen will. Wollte sie nicht. Sie wollte bis Freitag bei ihrer Freundin wohnen und nachdenken. Damit hatte ich kein allzu gro?es Problem, also fuhr ich wieder zitternd ins Büro und später heim und ging einsam schlafen. Kurz nach zwölf rief sie wieder an und wollte nach Hause geholt werden. Als ich fragte warum, erfuhr ich, dass ihre Freundin einen Mann mitgebracht hatte und sie nicht bei ihr schlafen konnte. Naja. Kein Problem dachte ich mir und fuhr (mal wieder) nach Chaweng. Dort passte sie mich schon eine Kreuzung eher ab und sah überaus aufgebrezelt aus. Wenn man bedenkt, dass sie die letzten 2 Monate nahezu ohne Makeup ausgekommen ist, dann war das schon verdammt aufgebrezelt. Ich äu?erte also meine Vermutung, dass sie bereits versucht hatte, einen Mann abzuschleppen, aber keinen abbekommen hat, was sie bestritt. Sie war nur mit ihrer Freundin mitgegangen, weil ihr langweilig war. Nun ja, ich war wieder der Böse. Wie konnte ich auch nur solche Hintergedanken haben, wenn sie “nachdenken” wollte und nicht bei mir sein wollte.
Ich brachte sie also nach Hause. Am nächsten Tag brachte ich sie nach Chaweng zum nun leeren Raum ihrer Freundin und ging dann Arbeiten. Nach dem Arbeiten gings in den Pub, weil sie einerseits wieder arbeitete und ich andererseits mir ihr in ihren Geburtstag reinfeiern wollte, der am Mittwoch anstand. Das klappte alles super, sie war sehr überrascht und glücklich, schlief wieder bei mir und der Mittwoch kam. Wir schauten das Haus an, vereinbarten das Legen von Wasser, Strom und TV-Kabel und ich ging später wieder arbeiten. Auch diesmal ging ich am Abend in den Pub. Dort versuchte mich dann einer ihrer Ex-Freunde gegen zwei Uhr Morgens stockbesoffen zu verprügeln. Warum wei? ich bis heute nicht. Sie übrigens auch nicht. Trotzdem nahm sie das als Anlass, mich wieder zu verlassen (diesmal mit der Begründung, sie sei nicht gut für mich und sie will nicht, dass ich verletzt werde).
Ich hörte wieder die Worte, “one two weeks, you forget me” und “you find a better lady”.
Da wir bereits wieder in Lamai waren, durfte ich sie nach Chaweng fahren (zitternd). Dort stellte sie fest, dass ihre Freundin wieder einen Mann im Raum hatte (was in den letzten 2 Monaten allerdings nur sechs sieben mal vorkam, weshalb sie (und auch ich) doch sehr erstaunt war — ihre Freundin ist weder attraktiv, noch schlank, noch kann sie englisch). Sie sa? dann eine Stunde auf der Stra?e bis ich sie überredet habe, dass sie bei mir schlafen könne. Um fünf waren wir dann zuhause, ich schlief auf der Couch, verschlief und ging stinkend und zitternd auf Arbeit. Nach der Arbeit fuhr ich sie dann mit ihrem restlichen Kram nach Chaweng ins neue Haus und wurde mit traurigem Blick und “I love you” von ihr verabschiedet.
Seither schrieb sie ständig SMSse, wie es mir geht und ob ich auch immer esse und ich schriebe, dass es mir schlecht geht und ich nicht esse und ob ich zurück zu ihr kann und warum sie mich verlässt. Dann und wann fuhr ich bei ihr vorbei, oder zumindest da, wo ich annahm, dass sie gerade wäre. Einmal sah ich sie, was sie sehr erschrak, weil sie wieder aufgebrezelt war. Heute dann habe ich auf eine ihrer SMSse geantwortet, dass sie mir keine mehr schreiben soll, wenn sie nicht mehr mit mir zusammen sein will. Wenn sie meint, ich würde sie vergessen, sollte sie mir die Möglichkeit geben, sie auch zu vergessen und nicht ständig auf meinem Herzen rumtreten. Dann hab ich mein Handy ausgestellt.
Halten wir fest: Da draussen gibt es nun eine Frau, die mich liebt, aber “mit Männern geht” und nicht mit mir zusammen ist. Die mir erklärt, dass ich sie nach ein bis zwei Wochen vergessen habe und schnell wieder eine “neue Lady” finde. Und die mir immer sagt “I love you!”. Tja. Sowas hatte ich noch nicht im Repertoire.
Halten wir weiterhin fest: Ich vertrage verdammt viel Schmerz, wenn es um Herzensdinge und Gefühle geht.
Und zum Schluss: Ich bin wieder Single. Habs nicht anders verdient.
Genug Exhibionismus!
Sinead aus!
Kommen wir also zur eigentlichen Kernkompetenz der die schreiBBloga.de und den vermutlichen Inhalten der nächsten drei?ig Einträge zurück — das Wetter: Es ist fürchterlich hei? aber immer noch Regenzeit. Es regnet also häufig. Meistens, wenn ich mich au?erhalb geschlossener Räume aufhalte. Macht nichts. Wischt die Tränen weg.
PS: Oh Mann, wenn ich mir den letzten Absatz so ansehe, kann man die schreibbloga.de gleich ganz zu machen.
PPS: Von mitleidigen, umarmenden, wohlmeinenden Kommentaren bitte ich abzusehen. Würde nur zynische Reaktionen meinerseits hervorrufen. Die statistische Auswertung meines Liebeslebens erfolgt in einigen Tagen. Ansonsten dürfen “hab ich doch schon immer gesagt”- und andere Kommentare gerne gepostet werden. Das hab ich die letzten Tage oft genug von mir selbst gehört und die Reaktion darauf wird milder als auch erprobter ausfallen. Au?erdem bitte ich von “die Thais sind so”-Kommentaren abzusehen. Sextouristenwitze können gerne gemacht werden, Sex kam erstens erst sehr viel später in unsere Beziehung und ich habe nichts bezahlt (hmm. nett. Trotzzynismus!). Ich bitte auch alle ?u?erungen, ab welchem Zeitpunkt sie vermutlich bereits “mit Männern gegangen” ist und ich mich lächerlich gemacht habe zu unterlassen.
PPPS: Ach Scheisse das alles.
PPPPS: Schreibt man Scheisse eigentlich mit eSZett?
PPPPPS: Das war es mit der Liebe auf diesen Seiten! Ich werde mich hüten, in Zukunft hier irgendwas über die Frauen in meinem Leben zu schreiben. Vielleicht, wenn wir dann mal ein Jahr zusammen sind oder so. Und selbst dann eher nicht. Liebe ist sowieso blöd. Scheiss Bio-Chemie.
PPPPPPS: schnüff und stellen Sie sich hier noch ein dämliches Heul-Smiley vor. Auftrag erfüllt. Internettagebuch geschrieben.
PPPPPPPS: Ich habe die unglaubliche Fähigkeit, mich für derartige “Schicksalsschläge” selbst zu bestrafen. Das kann ich gut. Wirklich. Ich habe seit Mittwoch nicht gegessen und schlafe Nachts nur ungefähr 4 Stunden (aus Müdigkeit). Das wird sich legen. Sicherlich. In ein-zwei Wochen, wenn ich Yai vergessen habe und meine nächste Lady gefunden habe. Hoffentlich hört dann auch dieses Zittern auf.
PPPPPPPPS: Der ganze Eintrag klingt, als ob ich schon drüber weg bin. Bin ich aber nicht. Allerdings beginnen die Selbstschutzklappen langsam hochzufahren. Schön.
… dass ich euch Nichts nehme!
Zarathustra stieg allein das Gebirge abwärts und Niemand begegnete ihm. Als er aber in die Wälder kam, stand auf einmal ein Greis vor ihm, der seine heilige Hütte verlassen hatte, um Wurzeln im Walde zu suchen. Und also sprach der Greis zu Zarathustra:
Nicht fremd ist mir dieser Wanderer: vor manchen Jahre gieng er her vorbei. Zarathustra hiess er; aber er hat sich verwandelt. Damals trugst du deine Asche zu Berge: willst du heute dein Feuer in die Thäler tragen? Fürchtest du nicht des Brandstifters Strafen?
Ja, ich erkenne Zarathustra. Rein ist sein Auge, und an seinem Munde birgt sich kein Ekel. Geht er nicht daher wie ein Tänzer?
Verwandelt ist Zarathustra, zum Kind ward Zarathustra, ein Erwachter ist Zarathustra: was willst du nun bei den Schlafenden?
Wie im Meere lebtest du in der Einsamkeit, und das Meer trug dich. Wehe, du willst an’s Land steigen? Wehe, du willst deinen Leib wieder selber schleppen?
Zarathustra antwortete: “Ich liebe die Menschen.''
Warum, sagte der Heilige, gieng ich doch in den Wald und die Einöde? War es nicht, weil ich die Menschen allzu sehr liebte?
Jetzt liebe ich Gott: die Menschen liebe ich nicht. Der Mensch ist mir eine zu unvollkommene Sache. Liebe zum Menschen würde mich umbringen.
Zarathustra antwortete: “Was sprach ich von Liebe! Ich bringe den Menschen ein Geschenk.''
Gieb ihnen Nichts, sagte der Heilige. Nimm ihnen lieber Etwas ab und trage es mit ihnen — das wird ihnen am wohlsten thun: wenn er dir nur wohlthut!
Und willst du ihnen geben, so gieb nicht mehr, als ein Almosen, und lass sie noch darum betteln!
“Nein, antwortete Zarathustra, ich gebe kein Almosen. Dazu bin ich nicht arm genug.''
Der Heilige lachte über Zarathustra und sprach also: So sieh zu, dass sie deine Schätze annehmen! Sie sind misstrauisch gegen die Einsiedler und glauben nicht, dass wir kommen, um zu schenken.
Unse Schritte klingen ihnen zu einsam durch die Gassen. Und wie wenn sie Nachts in ihren Betten einen Mann gehen hören, lange bevor die Sonne aufsteht, so fragen sie sich wohl: wohin will der Dieb?
Gehe nicht zu den Menschen und bleibe im Walde! Gehe lieber noch zu den Thieren! Warum willst du nicht sein, wie ich, — ein Bär unter Bären, ein Vogel unter Vögeln?
“Und was macht der Heilige im Walde?’’ fragte Zarathustra.
Der Heilige antwortete: Ich mache Lieder und singe sie, und wenn ich Lieder mache, lache, weine und brumme ich: also lobe ich Gott.
Mit Singen, Weinen, Lachen und Brummen lobe ich den Gott, der mein Gott ist. Doch was bringst du uns zum Geschenke?
Als Zarathustra diese Worte gehört hatte, grüsste er den Heiligen und sprach: “Was hätte ich euch zu geben! Aber lasst mich schnell davon, dass ich euch Nichts nehme!’’ — Und so trennten sie sich von einander, der Greis und der Mann, lachend, gleichwie zwei Knaben lachen.
Als Zarathustra aber allein war, sprach er also zu seinem Herzen: “Sollte es denn möglich sein! Dieser alte Heilige hat in seinem Walde noch Nichts davon gehört, dass Gott todt ist!''
Friedrich Nietzsche “Also sprach Zarathustra ”
Breaking News: Autor geht baden
Zur sofortigen Veröffentlichung: Lamai, Koh Samui: Die thailändische Naturschutzbehörde gab am gestrigen Sonntagabend bekannt, dass der bekannte Autor und thailändische A-Listen-Blogger Patrick Kollitsch (30, Archivphoto) am Samstag nur 190 Tage nach seinem Erscheinen auf Koh Samui ein erstes Vollbad im Golf von Siam nahm. Augenzeugenberichten zufolge trat er mit weit ausgebreiteten Armen und den Worten “Dies ist mein Morgen, mein Tag hebt an: herauf nun, herauf, du grosser Mittag!’” auf das Meer zu, welches sich zu den Seiten zurückzog und hinter ihm wieder schlo?. Erste Tsunamiwarnungen wurden nach bekannt Werden des Fehlens eines tsunamirelevanten Gewichtes von mindestens 106 Kilogramm wieder zurückgenommen. Auf das Anliegen des Bades hin befragt erklärte der Autor, er widme das Bad “allen Schläfern dieser Welt” und der NRA. Nach dem ausgiebigen Bade verlie? er das Wasser mit den Worten “So, ihr Touristenschnullies, euch hab ich ins Wasser gepisst!”. Sein Management erklärt, dass mit derartigen Aktionen in Zukunft öfters zu rechnen ist. Unbestätigten Medienberichten zufolge hat es bereits eine zweite Badeaktion am späten Sonntagabend am Strand von Lamai gegeben.
Wochenende auf Samui
- Mit einem von 5 Mitgliedern der Krungtheper Freimauererloge sprechen und bestätigt bekommen, dass der aktuelle Papst Freimaurer ist, der alte Papst ein führendes Mitglied war, Opus Dei eine der offiziellen im Hintergrund von den Freimauerern gehaltenen Organisationen ist, Dan Brown nicht ganz unrecht hat, aber vieles auslässt (Meinung des Freimauerers: Er gehört dazu und hat fast schon zuviel geschrieben), der zweite Flugplatz von Samui (inklusive Boeing-Landebahn) bereits viel konkreter geplant ist, als auf der Bühne propagiert, ein jüngerer Sohn einer Yakuzza-Familie hier auf der Insel wohnt, damit er au?erhalb der Schusslinie (über)leben kann, man in Kombination mit einem finnischen und einem schwedischen Pass quasi von der Erdoberfläche verschwinden kann und einiges mehr.
- Sonnenbrand bekommen
- Spaghetti kochen. Essen.
- Schlafen.
- Und dann noch das andere.
Urlaub! Unsynchron (a)
Nun, ich habe mit mir gerungen, weil ich eigentlich nichts über meinen Urlaub schreiben wollte, au?er da? er schön war. War er nämlich. Und verdammt erholsam. Erste Stimmen meinen, ich hätte Farbe bekommen. Im Isaan würde man sagen: Sii daam may dii (Schwarz ist nicht gut). Jedenfalls ist das alles Stoff, den man für sich behalten könnte, weil es schöne Erfahrungen sind. Aber die Flut an Mails und Kommentaren benötigt nun doch differenziertere Kommentare zum Leben des Protagonisten in den vergangenen 13 Tagen. Ok. Könnt ihr haben. Ich werde das aber nicht in “Am Montag haben wir Eis gegessen, am Dienstag waren wir baden, am Mittwoch sind wir ausgeraubt worden” — Manier erzählen sondern mit Stichworten wie dem titel- und verlaufgebenden “Unsynchron”. Abgesehen davon gibts fast keine Fotos, weil meine Digicam gestorben ist. Ich werde das also bei Bedarf mit Schemazeichnungen ergänzen.
Morgen gehts los mit Bangkok. Das ist ja ein Thema für sich.
PS: Nein, wir sind nicht ausgeraubt worden. Nicht wirklich.
Bin wieder da
War schön. Sehr schön. Chiang Mai ist eine schöne kleine Stadt. Schöne Wats wo man hin sieht. Isaan ist eine schöne Gegend. Schöne Menschen. Schönes Wetter. Viel schöner Reis. Laos ist auch schön. Und ich les jetzt erstmal Mails. Später vielleicht mehr.
PS: Ich fasse es nicht. Ohne Computer bewegt sich die Welt trotzdem!!! Man hat so komische kleine Stäbe mit denen man auf verschiedene Materialien Notizen machen kann. Ich glaube, ich werde die computerlosen Zeiten ein wenig ausweiten.
PPS: Es gibt ein Thailand, das dem auf der Insel absolut ungleich ist. Ich würde es als das echte Thailand bezeichnen.
PPPS: Als wir gestern nacht die Insel wieder enterten, habe ich viele Dinge gesehen, die ich vorher übersehen habe. Aber auch dazu später mehr.
Bangkok, das Haar sitzt
Bangkok Airport. Wir fliegen nach Chiang Mai, waren noch nicht in Laos, das ist morgen angesagt. Lamyai fliegt zum erstem Mal. Das wird ein Spa?!! Ich muss im Training bleiben. Ist ja nur eine Stunde. Bangkok nervt immer noch. Später mehr. Eigentlich wollte ich auch offline bleiben, aber wir haben noch ein bisschen Zeit. Achso. Die gro?e 30. Hat sich aber nichts geändert dadurch. Höchstens vielleicht, dass ich wieder einen Tag älter geworden bin. Irgendwie ist das fortschreitend. So. Flugzeug ruft. Kein Internet die nächsten Tage. Versprochen.
Out of office
Im Prinzip internet- und vermutlich auch öfters mal strom- sowie ahnungs- und ziellos werde ich in den nächsten Tagen abseits jeglicher objektorienterten Programmierung dem einfachen Leben fröhnen und das schöne Thailand bereisen. Yai hat (anscheinend) aufgehört zu arbeiten und wir fahren morgen erstmal nach Bangkok — diesmal zu meinen Konditionen ;) Computerläden, Tempel und die alten Königsstädte stehen an. Am Montag dann werde ich meinen neuen Pass bekommen, versuchen mein Visa zurückzubekommen und sofort das Land verlassen. Wir werden ein paar Stunden in Laos verbringen (Kambodscha ist ja derzeit eine weniger solide Option). Anschlie?end geht es nach Nong Bua Lampuh in den Isaan, wo Yai ihre Mutter besuchen will, eventuell ihren Vater und jede Menge Geschwister (ein jüngerer Bruder, der bei der Polizei lernt und sich gerade eine Pistole gekauft hat und eine jüngere Schwester, die Schwein (Muu) hei?t und “ein bisschen dick” ist) und Verwandte. Au?erdem ist da wohl noch ein Wasserbüffel, den sie gekauft hat und mal sehen will. Aber so ganz habe ich das noch nicht verstanden. Wenn wir dann noch genügend Zeit haben (wovon ich ausgehe, Yai befürchtet bereits, ich könnte Probleme mit den Umgebungsbedingungen im Isaan (“no hot water, no fan, we speak thai, you watch tv”) haben) , fahren wir mit dem Zug nach Chiang Mai und sehen dort wieder Tempel und alte Häuser an. Anschlie?end gehts wieder auf die Insel und ab in unser hoffentlich noch stehendes Haus. Falls also nichts dazwischen kommt, dann gibt es hier ab 12. Juli oder später in gewohnter Frische etwas zu lesen.
Wir Thais sagen da …
Ich: Whats the time?
Yai: What?
Ich: How late is it?
Yai: Huh?
Ich: What time is it?
Yai: Aray?
Ich: Naliga aray?
Yai: minutenlanges Gelächter I understand you, but we Thai say: Wela thawray?
Ich: Ok. So: Wela thawray?
Yai: We Thai say murmelt was vor sich hin but for you its dänndiehwonn.
Lafontaine und Bush
Neulich hab ich Bush zugehört (dem Jüngeren), wie er erklärte, dass er in einem seiner derzeitigen Jagdgründe unbedingten Frieden will. Das wird er durchsetzen, sagte er. Ich als angehender Pazifist fand das super, aber irgendwie lachten die Leute ringsrum alle. Ich bin rausgegangen auf den anderen Berggipfel wo ein Pooltisch stand. Da spielte Oskar Lafontaine dann eine Partie Pool mit mir. Ich hatte die halben Kugeln und er die Vollen. Er hatte so ein überaus hässliches braunes Jacket an. Braun steht ihm wirklich nicht, sagte ich ihm. Früher hätte er rot getragen, sagt er, aber das mache ihn irgendwie dick und man will sich ja auch verändern. Naja, sag ich, Bush eben sah in Schwarz auch ziemlich dämlich aus. Was Bush ist da? sagte Oskar und konnte nur schwer verbergen, dass er ein bisschen enttäuscht war, weil er nicht eingeladen war. Ja sag ich, der hat was erzählt von Frieden schaffen und so nem Kram. Da lachte Lafontaine und sagte, na da wäre ich aber rot im Gesicht geworden, wenn ich dabei gewesen wäre. Plötzlich verstand ich, warum alle lachten. Ich meinte, ja früher, da war alles besser, da hab ich Witze sofort verstanden. Er meinte, naja. Das komme schon wieder. Es machte ein komisches Geräusch rechts neben meiner Wange und ich meinte, eine kurze Delle in der Sehschärfe bemerkt zu haben. Nach einigen Augenblicken hörte ich sowas wie einen Schuss. Ich sagte, da schie?t jemand auf uns, er lachte, Quatsch, bei uns wird nicht geschossen, plötzlich sprang er aber als ob auch er einen Luftzug mit nachfolgenden Knall gespürt hätte. Er duckte sich und auch ich warf mich auf dem Boden (nicht ohne mir den Queue dabei in den Magen zu rammen). Ich drehte mich auf dem Boden ein wenig und sah zum gegenüberliegenden Bergkamm. Rechts war ein Wald. Links vom Waldrand blitzte es, ich drehte mich um und wollte hinter den Pooltable krabbeln, da traf mich was in die Wirbelsäule. Das tat höllisch weh. Ich überlegte noch schnell, warum die Welt so ungerecht ist, dass es immer die trifft, die gar nichts dafür können, dass sie mal eben mit irgendeinem Penner Pool spielen und nicht die, für die die Kugeln wirklich sind. Ich konnte meinen linken Arm nicht mehr benutzen. Kanonenfutter. Gemeinheit. Und Scharfschützen waren früher auch mal besser.
Dann erwachte ich.
Yai schlief auf ihrem Ellenbogen, der in meine Wirbelsäule gedrückt war. Ihr Knie klemmte in meinem Magen. Meine linke Körperhälfte war komplett eingeschlafen.
Thailänderinnen verstehen
Muuuuahahahahaha. Eben kam ein Google-Suchender rein, der nach Thailänderinnen verstehen suchte. Gut. Ich werde mal versuchen, einiges zusammenzustellen:
Man versteht Thailänderinnen besser, wenn
- man Thai lernt. Das ist die Sprache, die von den meisten Thailänderinnen gesprochen wird.
- man die Kopfhörer aus den Ohren nimmt. Schallwellen haben die unnütze Eigenschaft, sich gegenseitig zu überlagern.
- man näher rangeht (siehe letzter Punkt, das hängt wieder mit den Schallwellen zusammen).
Aber mal ehrlich. Die Suchabfrage hätte doch lauten müssen Frauen verstehen oder?
Helmpflicht
Wie bereits erwähnt, besteht auch in Thailand Helmpflicht. Vergangene Woche kam ich nun in den Genuss einer Polizeikontrolle. Dazu muss man wissen, dass die Polizei in Thailand sich ungeheuer ernst nimmt, in Wahrheit aber fett und faul ist. In Bangkok müssen sich jetzt übergewichtige Polizeibeamte einem Abnehmkurs unterziehen .
Jedenfalls kam ich gerade aus dem Immigration Office und fuhr so gen Sonnenuntergang vor mich hin, als Yai von hinten mit ihren Händen auf meinen Kopf klopfte und “oy oy” schrie. Sie sagt recht häufig “oy”, das ist ihr Standardausruf um Be- und Entgeisterung, Befriedigung, Erstaunen und die Tatsache, dass die Suppe mal wieder zu hei? war zu bekunden. In einigen Metern Entfernung sah der Lenker des Mopeds dann das Unheil aufwallen: Jede Menge Polizei und jede Menge angehaltener Mopeds.
Tja. Zumindest in der Wahl der Positionierung haben sie eine erhöhte Intelligenz bewiesen — eine Einbahnstra?e. Ich ergab mich also in mein Schicksal und fuhr einfach weiter. Man hielt auch mich an und packte mich in eine Mopedschlange. Nach einer Weile kam ein des Englischen nicht mächtiger Thaibulle auf mich zu, zeigte auf mein Motorad und sprach “motobike”. Ich nickte freundlich. Konsens. Anschlie?end legte er mir seine Pranke auf den Kopf und meinte ‘helmet". Nun, jemanden auf den Kopf zu fassen ist so ziemlich die gemeinste Beleidigung, die man einem Thai gegenüber ausüben kann, weil der Kopf das höchste des Menschen ist. Man sollte deshalb auch keinem Kind auf den Kopf fassen (auch wennn das Gutschigutschi-Tatschen ein höchst verbreitetes Farang-Gehabe ist). Jedenfalls habe ich das als bewusste Beleidung aufgefasst, ihn angelächelt, “ok” gesagt, auf sein Namensschild getatscht und gefragt, ob das sein Name ist. 1:1 würde ich mal sagen. Er füllte dann irgendein Papier aus, ich durfte meinen Namen eintragen und unterschreiben. Das hätte durchaus ein Mordgeständnis gewesen sein können, denn es war wie immer alles in Thai geschrieben.
Ich durfte dann mit meinem Zettelchen in ein Fischrestaurant am Stra?enrand wo zwei noch wichtigere Polizisten hinter einem Tisch Quittungen ausstellten (siehe Scan) und Geld einsammelten. Auch hier wurde ich wieder nach Namen und Nationalität gefragt, durfte 300 THB bezahlen und entschwinden. Helmlos.
Gut. Fassen wir zusammen:
- Es wurde kein Ausweis verlangt. Das nächste Mal nenne ich mich Friedrich Wilhelm Murnau.
- Die “Expaten” behaupten immer, eine Polizeikontrolle mit Erkennung der Helmlosigkeit führe eine 600" />-Strafe und 2 Stunden Aufenthalt in der Polizeistation nach sich. Der Autor bemerkt hierzu Folgendes: Eine Polizeikontrolle mit Erkennung der Helmlosigkeit führt keine 600 THB-Strafe und keinen 2 Stunden Aufenthalt in der Polizeistation nach sich.
- Die “Expaten” behaupten immer, dass die Polizei entweder Thais oder Farangs aussiebt. Der Autor bemerkt hierzu Folgendes: Die holen immer alle raus, die sie kriegen können.
- Es geht das Gerücht um, dass hier länger ansässige Expats überhaupt keine Ahnung von verschiedenen Dingen haben. Der Autor bemerkt hierzu Folgendes: Das ist richtig.
Essen gehen II
Natürlich waren wir auch heute nicht im Spa. Glücklicherweise stellten wir gemeinsam kurz vor dem Abgang ins Spa fest, dass im Kühlschrank kein Saft mehr vorhanden war und was ist ein Kühlschrank ohne Saft? Genau! Leer. Wir entschieden uns also spontan zu einem Teskobesuch. Ich trug den Mopedhelm. Richtig gehört. Ich habe ihn aus seiner Ecke geholt, von Staub befreit und mir aufgesetzt. Das allerdings erst nach schier endlosen Diskussionen in denen Yai mir beteuerte von jemandem, dessen Namen sie nicht kannte im Pub gehört zu haben, dass heute, genau heute, vorm Tesko die Polizei Helmkontrolle macht. Klar, sag ich, machen die ganz sicher und sah dabei möglichst ungläubig aus. Dummerweise war sie beleidigt und ich sah mich gezwungen das Plasteteil zur Vermeidung wochenendlichen Unfriedens aufzusetzen. Wir vereinbarten aber einen Gewinn von 100"/> für mich, wenn keine Polizei an der Stra?e steht und einen von 100" /> für sie, wenn sie stehen. Ich habe 100" /> gewonnen. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr plötzlicher Wunsch, mich behelmt vor sich sitzen zu haben mit einer unerfreulichen Begegnung vergangene Woche in Ban Nathon zusammenhängt, die mich um 300 THB erleichterte, einen Polizisten meinen Kopf berühren und mich ein thailändisches Formular ausfüllen lies. Aber das erzähl ich später mal. Jedenfalls, um mal zum eigentlichen Thema zurückzukommen, fuhren wir zu Tesko, kauften ein und dann schob ich sie einfach zu Kentucky Fried Chicken rein. Das ist nicht unbedingt romantisch da, aber wieder mit ihren Freundinnen zu essen war die andere Option. Da ist man nicht wählerisch. Gut. Ich war ja noch nie bei KFC und dachte immer, das ist ganz nett. War es aber nicht. Es gab riesige Teller (25×25, viereckig) auf denen sich dann komische kleine Hühnerteile tummelten. Der ungenutzte Raum war irgendwie um ein Vielfaches grö?er als der belegte. Die Cola war schweinesü? (ich mag mir gar keinen verbalen Ausdruck dafür ausdenken). Ich machte mir schon Sorgen, dass Yai das alles ziemlich blöd finden würde und mir dann lang und breit erklärt, dass wir doch viel mehr Spa? in ihrem Raum gehabt hätten. Interessanterweise hatte sie aber viel mehr Spa? hier. Die Cola hatte genau die richtige umwerfende ?bersü?e, die Hühnchenpanade war sü? genug und zum Schlu? sprach sie die mich berauschenden Worte “next time i take menu 4”. Es besteht Hoffnung. Ich geh ein bisschen runter mit meinen Ansprüchen und alles wird gut. Wobei. Das Spa hab ich immer noch nicht aufgegeben. Datt wird schon noch!
Am Strand
Dialog zum Bild:
Yai: Why you not go swimming?
Ich: Dont like it. I am fat.
Yai: But you farang. Farang go swimming.
Ich: Thats because you do not go swimming? You are no farang?
Yai: Have no bikini!! (mit einem Blick als ob das eine Selbstverständlichkeit wäre, dass Thais keine Bikinis haben)
Ich: I buy you a bikini! You go swimming then?
Yai: Yes. I take care of your stuff, you go swimming.
Ich: I mean you go swimming?
Yai: Yes. Go swimming.
Das war letzte Woche. Als ich heute frug, was denn mit Schwimmen gehen wäre, wurde herzlich gelacht.
Essen gehen
Heute wollte ich mal mit Yai essen gehen. Ich habe das von langer Hand vorbereitet, schlie?lich gehen unsere Zeitpläne ein bisschen auseinander, ich arbeite und wenn ich nicht arbeite, arbeitet sie oder wir schlafen. Da kann man nicht im Restaurant sitzen (mal ganz abgesehen davon, dass die Nachts um zwei bereits geschlossen haben, ich würde ja alles versuchen). Samstags und Sonntags allerdings habe ich vormittags Zeit, wo auch immer hin zu gehen. Jedenfalls frug ich sie bereits gestern, ob wir denn Heute essen gehen würden. Würde ich fragen, ob sie mit mir essen gehen will, würde sie den Braten riechen und sofort nein sagen mit der überaus treffenden Bemerkung, wir müssten doch Geld sparen für den Urlaub. Ich sprach also mein “we go eat tomorrow” mit fragendem Blick und erhielt ein “yes, we eat äääävery day” zur Antwort. Soweit sogut, das Thema war schonmal auf Essen gesetzt. Ich setze nach mit einem reichlich galanten “but go eating tii ran ahaan!” (kleiner Hinweis für die des Thais Unmächtigen: ran ahaan ist das Restaurant und tii ist in, zu, nach). Sie machte gro?e Augen, sagte aber trotzdem “yes”. Strike dachte ich bei mir und geno? den Abend. Heute morgen dann schafften wir es tatsächlich, um 12 aus dem Bett zu kommen. Projekt “Essen gehen” war in tiefer Gefahr, da ich mindestens eine Stunde für eine romantische Essensdauer halte. Gegen zwei musste Yai allerdings wieder arbeiten gehen. Gut, wir sprangen also aus dem Bett und verrichteten verschiedene Dinge unter Zuhilfenahme unter anderem von Wasser. Nach einer Weile fragte Yai in einem mir nur zu bekannten Tonfall (dem des “mal sehen, ob ich noch schnell ein Gegenargument finde”) “where we go eat?” Eine berechtigte Frage. Ich habe das Lamai Spa ausgewählt — dort gibt es verschiedenes gesundes Gelumpe zu essen. Ich hätte fast gesagt, es gibt dort vegetarisches Essen, aber dann und wann findet man schon ein bisschen Huhn oder Schwein zwischen den Gräsern. Als ich ihr das Lamai Spa nannte, kam die logische Rückfrage “and what we eat there?” — Ha, wie berechenbar. Da hatte ich natürlich eine vorbereitete Antwort drauf: “vegetarian food and such stuff. you know larb gai?” (Larb gai ist ein Limonengrasfutter mit gebratenen Hühnchenteilen. Sehr sehr lecker!). Larb Gai kannte sie. Trotzdem war ihr anzumerken, dass sie höchst ungern in ein Restaurant gehen wollte. (Ich hatte es “ganz am Anfang” schonmal geschafft, sie in ein Fischrestaurant einzuladen, da meinte sie dann zu mir, dass das das dritte Mal ist, dass sie irgendwo essen geht und das erste Mal nicht mit ihren Freundinnen. Sollte ich meine Gedanken diesbezüglich in Worte fassen können, werde ich mich dazu äu?ern, bis dahin lass ich das mal so stehen.) Wir diskutierten jedenfalls noch ein Stück und sie erklärte mir (überaus glaubwürdig ;), dass wir ins Spa gehen. Die Zeit verrann. Dann musste das Haus geputzt werden. Die Zeit verrann weiter. Dann musste das Bett gemacht werden. Dann war es viertel zwei und der Timeslot für das romantische Mittagessen vergangen. Wir packten uns aufs Moped, fuhren nach Chaweng, kauften auf dem Markt komische Nahrungsmittel (toter Fisch, gelbbräunliche Suppe und Gemüse ungekocht) ein und a?en dann schnell und eilig auf dem Fu?boden ihres Raumes mit ihren Freundinnen. Soviel zum Thema Romantik.
Interessantes Nebendetail: Als wir am Spa vorbeifuhren und mein sehnsüchtiger Blick dahin wanderte, luden Lieferanten gerade jede Menge Kokosnüsse aus. Sie mag Kokosnüsse. Ich erklärte ihr, dass die hier viel mit Kokosnüssen kochen und sie den Saft sogar direkt aus der Nuss trinken kann. Ihre Augen wurden grösser und sie legte fest, dass wir morgen Essen gehen werden. Ins Spa. Mal sehen. Ich werde berichten.
High security
?brigens kucken wir uns derzeit nach einem neuen Haus um. Nicht dass ich mich ungeschützt fühlen würde — Mr. Wit schläft nun mit seiner ganzen Familie im Ressort (12 Personen, ein Kleinkind, der Rest erwachsene SangSom-Trinker) und hat überall Pfosten in den Boden geschlagen, worauf Glühbirnen befestigt sind und die Nacht durch das Areal erhellen. Ich bin heute ungefähr um fünf eingeschlafen. Au?erdem sind die Häuser nun absolut sicher — wenn ich da bin. Dann kann ich nämlich jede Türe verriegeln. Kann also niemand reinkommen — wenn ich da bin. (Zitat Yai: He is a really crazy man!)
Das neue Haus sollte aber schon eine Küche und eine Klimaanlage haben. Deshalb könnte es noch ein Stück dauern. Soll ja wohnlich sein. Heimat und so. Au?erdem mag Yai nicht so ganz damit rausrücken, wo wir denn hinziehen wollen, Chaweng oder Lamai. In Lamai könnten wir eine Sektion in einer Edelvilla bekommen. In Chaweng ein edles Holzhaus. Mal ganz abgesehen davon, dass wir am Sonntag im Süden das absolute Tophaus gefunden haben. Ist halt nur ne halbe Stunde von der Arbeit entfernt.
Projekt Imagewiederherstellung I
Pressen! Pressen. 3-Tage-Bart. Es geht aufwärts.
Jauchegruben – Resurrection
Gemerkt? Plural im Titel! Genau. Nachdem am Montag mal wieder in unserer kleinen Hausreihensiedlung eingebrochen wurde (diesmal traf es den Schotten (das war der, der in 10 Worten mindestens zweimal Fuck verpacken muss) und sie haben sein Schloss rausgehebelt (ist also doch nicht allzu sicher, wenn man die Fenster zu macht) und erkleckliche 600 THB geklaut — er meinte eine erhebliche Synchronizität mit Diebstählen bei ihm und seinen Freunden und der Anwesenheit des Wandermarktes im jeweiligen Orte erkennen zu können) wurde ich gestern Abend mit einer beleuchteten Häuserreihe begrüsst. Seit Dienstag brannte im Nebenhaus Licht — witzigerweise macht ein Haus, in dem es keine Geräusche gibt, vor dem kein Moped oder Auto steht auch einen absolut bewohnten Eindruck, wenn ein Licht die ganze Nacht durch brennt. Gestern brannte in allen Häusern Licht. Ich nahm also an, dass schon wieder eingebrochen wurde. Aber diesmal war alles anders.
Als ich mein Moped abstellte, kam aus dem Dunkel unter den Palmen plötzlich eine kleine Figur herausgelaufen und hielt mir eine Pistole an die Nase. Das ist erstmal ganz unlustig, vor allem war das Modell ein überaus gro?es (grö?er als der Kopf des haltenden Thai). Nach einer Schrecksekunde sagte der Thai dann “Ah Patrick, I’m Wit!”. Wit ist mein Hausverwalter. Er begann eine überaus lange und detaillierte Geschichte zu erzählen. Demnach wird die Insel derzeit von Räuberbanden heimgesucht, die sonst ihr Unwesen in Pattaya treiben. Am Montag der Schotte und danach irgendwann die Hütte neben mir (da haben sie das Schloss kaputt gekloppt und sind nicht in die Hütte gekommen. Er allerdings kommt nun auch nicht rein). Auf der Insel stehen für 300.000 Leute 300 Polizisten zur Verfügung und die kommen mit dem Verhaften nicht nach (hmm… das macht dann mehr als 1% Räuber, wenn sie nicht nachkommen. Allerdings kann es auch sein, dass “nicht nachkommen” ungefähr 10 Leute sind oder mal wieder ein neuer Godzilla-Film ansteht) und sein Bruder (der Besitzer der Häuser) hat ihn angewiesen, Nachts nun hier zu schlafen und zu wachen und am 21. (welchen Monats sagte er nicht) kommt er und sie sehen sich das Gelände mal an, was man für die Security tun kann (“what we can do for high security”). Ich wäre für Flutlicht und leichtbekleidete Thaifrauen. Jedenfalls waite Wit mich (was er noch nie gemacht hat) überaus häufig und war äu?erst zerknirscht ob der derzeitigen Situation. Sein Rücken war das ganze Gespräch durch ungesund verkrümmt. Irgendwer hatte wahrscheinlich eine Ebene höher sich beschwert. Sein Bruder ist wohl mit dem Polizeichef von Lamai bekannt/verwandt und selbst relativ wichtig.
Jedenfalls wachte Wit nun mit seiner Knarre und mindestens einer Flasche SangSom (SangSom ist Alkohol. Seltsamer Alkohol. Einmal getrunken. Drei Tage nicht gewusst, ob meine Milz oder meine Leber mehr schmerzt). Ist nicht lustig, wenn ein betrunkener Thai mit der Pistole im Dunkeln herumfuchtelt. Ich hab ihm also mal versucht, klarzumachen, dass ich jetzt immer nachts spät heimkomme und er mich bittesehr nicht vom Moped schie?en soll, das gäbe Kratzer. Das verstand er wohl irgendwie, denn die Pistole verschwand plötzlich aus meinem Gesicht und hinter seinem Hemd (sollte man da nicht irgendeinen Hebel umklappen, damit man sich nicht selbst entmannt?). Mir war immer noch nicht zum Lachen, obwohl die Situation als auch das Aussehen eines 1.65 gro?en Thais mit ner Waffe, die wohl aus irgendeinem Krieg in den letzten Jahrhunderten stammen muss eher meine Humormuskeln anregte.
Ist das ne Waffe in Ihrer Hose oder freuen Sie sich nur, mich zu sehen?
Sorry, der musste einfach sein. Wie auch immer, er erzählte mir, er kenne da Jemanden (“an important person” — yeah, Beziehungen sind schon was Tolles) bei der Polizei in Nathon und die hätten da ein paar Leute festgenommen und Zeug übrig, von dem sie nicht wissen, was sie damit machen sollen. (Ehrlich, ich gebe seinen Satz hier fast 1:1 wieder: “they have stuff left and dont know what to do with it”). Heute nun wolle er mit mir nach Nathon fahren, die wichtige Person treffen und mit mir mal ansehen, was da rumliegen würde. Ein paar Notebooks wären da auch dabei. Muahaha. Muahahahaha. Muuuuuuuuahahahahhaha. Ja.
Nun. Natürlich sind wir heute nicht nach Nathon gefahren — “Important person don’t work on sunday.” — werden das aber diese Woche nachholen. Ich würde mich totlachen, wenn ich was wiederbekommen würde. Daten-, Ladekabel und Kopfhöhrer von meinem MP3-Player hab ich ja noch hier. Würde mich nicht wundern, wenn sie das Teil nicht mal eingeschaltet bekommen haben. Dumme kleine Diebe. Fette kleine Diebe. Stehlen meinen Schatz.
Ich werde nun also mit Waffen- und SangSom-Gewalt geschützt. Solange ich dabei nicht sterbe, werde ich grinsend mein Los ertragen. (Wenn ich abgeschossen werde und dabei grinsend ertrage, kann es sein, dass ich auch nach meinem Tod seltsam verzerrt grinsen werde.)
Ich begab mich in meine geschützte durch diffuses Licht erhellte Hütte (irgendwie verbrauchen 10 erleuchtete Häuser mehr Strom — sie teilen aber, weshalb das Badlicht gleich gar nicht anging. (Ist ne Leuchtstoffröhre) Ist eine Reihenschaltung, oder? — die Diplomstrippenleger unter meinen Lesern (ich wei?, dass es euch gibt) können mir das sicher in den Kommentaren erklären) und rasierte mir den Bart ab.
Breaking News: Bart ab
Ich werde mich nicht rechtfertigen und hoffen, dass er schnellstmöglich wieder nachwächst.
Geiselurlaub
Soso. Man hört ja schon mal genauer hin, wenn in den Nachrichten von den umgebenden Ländern die Rede ist. Da war auch die Nachricht von der Geiselnahme in Kambodscha heute interessant. Ich dachte den ganzen Morgen “Nordwesten ist ok. Da komm ich im Urlaub eh nicht hin.” — Dummerweise aber doch. Eben las ich im Kleingedruckten, dass Angkor Wat im Nordwesten ist und Angkor Wat ist genau der Ort, der mein Interesse an Kambodscha wecken konnte. Die Geiselnehmer wollten nur 1000 Dollar. Seltsam. Naja. Wie auch immer. Fahr ich halt in eine Gegend, die ein bisschen unsicherer ist, als gedacht. Anderswo kann einem auch ein Baum auf den Kopf fallen.
PS: Wenn ich das nächste Mal in Bangkok bin, kauf ich erstmal eine Landkarte von der Gegend hier. Bisher war Kambodscha in meiner inneren Map nur oben rechts.
Graublaugrün
Auf allgemeinen Wunsch ein aktuelles Photo von mir. Immer noch blaugraugrün.
PS: Bei genauerem Betrachten sehe ich da gerade, dass braun auch noch im Spiel ist.
Reiscracker
Nach einem Yai-Photo muss quasi zwingend ein Photo von etwas Essbarem kommen. Hier wäre es dann. Ich mag neuerdings komische Reiscracker. Sie sehen ein bisschen pelzig aus (keine Ahnung, laut Yai ist da Fleisch im Spiel), sind ziemlich würzig und teilweise an ca. 12 Kilogramm Gewichtsverlust schuld. Letzteres bringt mich in erreichbare Nähe eines zweistelligen Gewichtes. Nicht dass man das sähe (hängt alles in der Gegend rum). Ich bin schon am ?berlegen, ob ich nicht mit Sport (Kickboxen?) anfangen sollte.
Yai
Das ist Yai. Yai ist 34 Jahre alt, Isaan (als solche Thai), ziemlich klein und weiblich. Man sieht es zwar auf dem Photo, ich wollte es aber nebenbei nochmal bemerken.
Dass das Photo übrigens so weichgezeichnet ist liegt an meinem überaus alten Photoapparat und der Tatsache, dass das ein furchtbar eiliger Schnellschnappschuss war. Sie hat nämlich die eigenartige Eigenart, beim Bemerken von photographischen Attacken ein Photogesicht aufzusetzen. Nicht so ein einfaches normales, nein, ein richtig seltsames. Gro?e runde Augen und ein Strichmund. Nene. Das war dann nicht sehr optimal für einen ersten Eindruck, weshalb ich in letzter Zeit öfters mal schockartige Schnellschüsse schoss und dabei dieses leicht drogenhaltige Ergebnis erzielte.
Jedenfalls arbeitet Yai im Pub, meinem Wohnzimmer.
Da ist übrigens auch das Photo entstanden. Im Hintergrund sieht man verschiedene Flaschen, einen Kühlschrank, den Popcorn-Automaten und den Strick von der Glocke die man nur läuten sollte, wenn man Jedem im Pub eine Runde ausgeben will.
Sie lacht gern, singt ständig (vor allem wenn ich sie mit dem Moped nach Hause fahre, ich weiss nicht genau, ob das eine ?bersprunghandlung ist ;) thailändische Lieder und isst gerne seltsame Sachen.
Die Menschen aus dem Isaan sind dafür bekannt, dass sie aus kargen Böden immer noch was nettes finden, bspw. Würmer, Käfer und anderen Kram. Bei kleinen Echsen sagt sie besonders häufig “Aroy maak maak!” (sehr sehr lecker).
Viele haben mich in den vergangenen Wochen gefragt, ob wir uns denn überhaupt verständigen können. Können wir. Es gibt da ja die These, dass emotionelle Bindungen unterstützend auf die geistige Fähigkeit älterer Menschen Sprachen zu lernen wirken kann. In der Praxis sieht das so aus, dass sie Thai spricht, wenn ich sie nicht verstehe auf Thenglisch wechselt und dann, wenn ich sie immer noch nicht verstehe, ein allgemeines Wörterbuchkramen beginnt. Man benötigt so zwar für manche Gespräche die 5fache Zeit, kann das aber genie?en. Und wenn sie zuviel und zu schnell Thai quatscht dann sag ich einfach ein paar Sätze auf Deutsch und sie lacht sich tot und spricht langsamer.
Thenglisch? Thenglisch ist die thailändische Art, Englisch zu sprechen. Dabei werden die Sätze wie im Thailändischen gebildet, die Worte aber durch die englischen Entsprechungen ersetzt. Thais nutzen keine Zeitformen. Thais verstehen meine Schachtelsätze nicht. Thais verstehen kleine nützliche Worte wie “yet, soon, too” nicht (was dann schon mal dafür sorgen kann, dass man zwei Stühle angedreht bekommt). Im schlimmsten Fall muss man sich die Bedeutung des Satzes aus dem Kontext herleiten. Beispiel: Kin Khaow. Kann hei?en “Hast du heute schon gegessen?” oder “Willst du was essen?”.
Egal. Es geht. Gut sogar.
PS: Das ist übrigens keine Kontaktanzeige, denn Yai ist schon vergeben. An mich. Einen neuen Photoapparat bräuchte ich aber schon mal demnächst.
Krungthep Mahanakhon 1.0 – Taxi, Taxi, Shopping, Taxi
In Bangkok hat alles seine Ordnung!
Gut. Nachdem ich es geschafft hatte, meine Botschaftsgeschäfte abzuwickeln ohne dabei lächerlich auszusehen (“Wieso haben Sie denn keine bessere Kopie Ihres Reisepasses gemacht?”) standen wir um neun Uhr morgens wieder auf der Stra?e vor der Botschaft und berieten, was denn nun zu tun wäre. Beziehungsweise ich versuchte, ein Gespräch diesbezüglich anzugehen. Yai war eher nach einem Parkbankaufenthalt und so schritten wir denn die Stra?e entlang auf der Suche nach selbiger. Gefunden, gesetzt, Leute und Elefanten angekuckt und mich begaffen lassen.
Elefant mit Rüssel.
Ich meinte dann, dass ich mich nach den Erfahrungen des Sonntags nicht unerheblich wohler fühlen würde, wenn wir Tickets für die Heimreise hätten. Also entschieden wir uns, erst einmal Fahrkarten kaufen zu gehen. Gute Idee. Einziges Problem war, dass weder ich noch sie wusste, wo genau wir denn abgesetzt wurden bzw. wo wir hin müssten, um zurück nach Ko Samui zu kommen. Also mussten wir wohl oder übel wieder das Risiko der Befragung eines Taxifahrers eingehen. Das dritte Taxi verstand dann endlich unser Begehr und jagte wieder in todesmutigem Tempo durch den langsam anschwellenden Verkehr. Nach 30 Minuten extremsten Adrenalinaussto?es kamen wir auf einem Busbahnhof an, dessen Name mir schon wieder entfallen ist. (Ich mach mir schon ein wenig Sorgen, wenn ich bedenke, dass ich das nächste Mal alleine nach Bangkok muss.) Dort kauften wir in einem (ich würde es) Reisebüro (nennen) Tickets für die Rückfahrt. Das Reisebüro hatte nur Thaischrift an den Scheiben und Wänden und ich hatte auch nicht dass Gefühl, dass die Thai hinter dem Tisch des Englischen mächtig wäre (Ich mach mir schon ein wenig Sorgen, wenn ich bedenke, dass ich das nächste Mal alleine nach Bangkok muss.)
Es war Morgen, die Sonne schien, was also lag ferner als ein Frühstück? Ich sah mich schon vor dampfenden Kaffee, Crossaints und komischem Schmierzeug, das den Eindruck europäischer Küche erwecken wolle und folgte Yai zu einem gro?en Loch in einem Haus. Was wie eine weit offen stehende Garage aussah, war ein ähm Restaurant. Ich überlies meiner Reiseleitung die Zusammenstellung des Frühstücks — ein Fehler, denn es gab Rührei mit komischen grünen Fasern drinnen, eine überaus leckere aber absolut tödlich scharfe Paste unbekannten Inhaltes, Fleischstücken, die man in Europa vom Sonntagsbraten abschneiden und wegwerfen würde knusprig kross gebraten, überaus ekelhafte gekochte Eier, die in einer Zuckerlauge eingelegt halbwarm gegessen werden mussten und ziemlich grau aussahen, seltsame gallertartige Bröckchen, die mir als eingelegtes Rindfleisch vorgestellt wurden (wenn es Rindfleisch war, dann war es lange eingelegt), ebenfalls schreiend süss in Zuckerlauge schwimmend und irgendwas komisches, was leicht nach Fisch schmeckte. Da auch hier anscheinend noch nie ein Farang zu Gast war, wurde ich natürlich geauestens beobachtet und gezwungen, auch wirklich alles zu testen.
Da ich diese Zeilen schreibe, habe ich es überlebt. Das nächste Mal bestimme ich aber die Lokalität und was auf den Tisch kommt. Jedoch habe ich das unbestimmte dumpfe Gefühl, dass ich mit Yai niemals bei einem Italiener oder anderem europäischem Essen landen werde. Ganz zu schweigen von MacDoof und PizzaHut. Könnte von Vorteil sein.
Derartig gestärkt entschieden wir uns für Shopping. Zum Betrachten von Sehenswürdigkeiten gingen unsere Interessen dann wohl doch ein wenig auseinander. Wir bestiegen also wieder frohgemut ein Taxi, heizten im Affentempo quer durch Bangkok und lie?en uns an einem Ort absetzen, wo man nach Aussagen von Yai wirklich gut Einkaufen gehen kann.
Fragt mich nicht, wo ich war — hier irgendwo um die Ecke.
Das Interessanteste war, dass in dem Kaufhaus auf 7 Etagen nahezu alles verkauft wurde, was man zum täglichen Leben gebrauchen konnte. Grösstenteils Klamotten. Es ist ja gar nicht zu fassen, wie ausdauernd so eine kleine Thai shoppen kann. Noch viel weniger zu fassen ist, wie voll das Kaufhaus war. Und absolut gar nicht zu fassen war, dass ich wieder der einzige Farang im Hause war. Könnte es sein, dass Farangs Bangkok gar nicht besuchen?
Nach 2 Stunden hatten wir das Kaufhaus abgearbeitet und gingen über die Stra?e in das nächste Kaufhaus. Dort gab es einen Foodcourt (yeah, Essen, lange nichts gegessen) wo wir uns ein paar frischgepresste Säfte gönnten und dem Volke beim Treiben zu sahen. Ich kaufte mir einen Rucksack (der geneigte Leser erinnert sich, man benötigte zum Abtransport meines Notebooks eine Verpackungsmöglichkeit) und betrachtete deprimiert Hosen, die zwar vom Schnitt her meinem Körper gewachsen gewesen wären, aber leider farblich sehr orange und pink.
Später spazierten wir über einen stark besuchten Markt. Ein lustiger Anblick, ein Meer aus Menschenköpfen und heraus sticht ein dicklicher Farang. (Ich war wie immer der einzige vor Ort).
Es wurde immer wärmer, stickiger, lauter und überlaufener, also entschieden wir uns, zurück zur Saftbar zu gehen und uns unseres Lebens zu freuen. Grö?tenteils durch durch das Führen von Gesprächen, was ja durch verschiedene Umgebungsbedingungen schon das fünffache der normalen Zeit benötigt.
Gegen fünf schlug ich dann vor, gen Busbahnhof zu streben. Zwar fuhr der Bus erst um sieben, aber die verbleibende Zeit kann man ja im Park verbringen. Dachte ich. Interessanterweise begannen just in diesem Augenblick alle Taxifahrer den Weg zum Busbahnhof nicht mehr zu kennen. Das könnte an einem kleinen Verkehrsproblem liegen, das Bangkok zwischen 17 und 19 Uhr häufiger hat.
Ein kleines Verkehrsproblem.
Ich machte mich schon damit vertraut, auch diesen Bus niemals besteigen zu können, als wir dann um sechs doch noch einen Taxifahrer fanden, der uns zum Busbahnhof brachte. Leider ging sein Taxameter nicht und wir mussten uns auf 400 einigen. Mit Taximeter wäre es ein Viertel gewesen. Auf der Fahrt erzählte Yai dem Taxi-Thai, was wir am Morgen alles gegessen hatten, woraufhin er mir bewundernde Blicke in den Rückspiegel warf und den Preis halbierte. Wir kamen fünf vor Sieben auf dem Bahnhof an, fanden den Bus eine Minute vor Sieben und fuhren dreissig Minuten nach Sieben los. Verspätung. Klar.
Jedenfalls war ich im Bus der einzige Farang, also kam ich in den Genuss eines schlechten thailändisch synchronisierten japanischen Filmes gefolgt von einer Karaoke-VCD.
Es gibt übrigens nur 5 thailändische Popsongs, die jeder Interpret in einer neuen Version interpretiert. Meistens geht es in den Songs um Männer, die ihre Frauen für andere Frauen verlassen, dann plötzlich feststellen, dass die neue Frau bereits einen Mann hat, auf Knien zurückgekrochen kommen und das Haus leer vorfinden, weil die erste Frau ihrerseits nun den Mann verlassen hat. Sehr komplizierter Stoff.
Der ganze Bus sang mit.
Gegen sechs Uhr Morgens kamen wir zur Fähre, halb acht hatte meine Insel mich wieder, halb neun war ich zu Hause, um neun lag ich im Bett (ich kann in Bussen auf thailändischen Stra?en nicht schlafen, was eventuell an den vielen Schlaglöchern liegen könnte) und träumte von Taxirennen und schwabbeligem Rindfleisch. Arbeiten war ich an dem Tag auch noch.
Und nächste Woche muss ich wieder nach Krungthep. Diesmal allein. Dann werde ich mal ein paar Tempel ansehen. Wenn ich sie denn finde.
PS: Viel langweiliger Stoff für 14 Stunden Bangkok. Länger sollte man da aber auch nicht bleiben.
Krungthep Mahanakhon 1.0 – Botschaften
Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass ich neulich in Krungthep war? Hab ich? Ach ja. Stimmt ja. Gut, dann liefere ich schnell noch ein Nachtbild von unserem Stra?enaufenthalt in Surrat Thani nach:
Wie Sie sehen ist es dunkel und Autos fahren in der Gegend rum. Eigentlich stand rechts von mir der Katoey, aber das ist dann doch eher Yai. Egal, weiter im Geschehen.
Wir waren also kurz vor fünf in Bangkok angekommen und entstiegen schlaftrunken auf irgendeiner Nebenstra?e dem Reisebus, als wir auch schon umringt von Taxifahrern wurden und intensivst nach unserem Ziel in der Stadt gefragt wurden. Ich meinte, eigentlich müssen wir zur Sathanthut Tschörramann, aber die macht eh erst um neun auf, also können sie uns auch in Ruhe lassen, das hat noch Zeit. Das letzte haben sie nicht so richtig verstanden und so sa?en wir nach wenigen Minuten in einem netten Taxi, dessen Taxameter einem Festpreis von 300 THB wich. Kein Problem, wir sind in der Gro?stadt, das wird schon hinhauen, dachte ich mir und los ging die Reise. Der Taxifahrer unterhielt sich ausführlichst mit Yai und den Satzfetzen die ich verstand, konnte ich entnehmen, dass sie ihm nicht nur meine Lebensgeschichte sondern auch gleich noch den Einbruch und meine Passgeschichte erzählte. Ich muss bei Gelegenheit mal rausfinden, ob sie zu vertrauensselig oder ob das normal in Thailand ist.
Der Taxifahrer jedenfalls gab uns viele Tipps für das ?berleben in Bangkok mit auf den Weg (unter anderem, dass man Leuten, die einem vor Botschaften ihre Dienste anbieten, nicht unbedingt vertrauen sollte) und hätte uns am liebsten anderswo abgesetzt. Das wollten wir aber nicht, und so fanden wir uns nach einer irrwitzigen Fahrt durch leere Stra?en vor der Botschaft wieder, wo wir prompt von netten Menschen angesprochen wurden, ob wir nicht etwas kopieren oder unsere Anträge mit ihrer Hilfe ausfüllen wollten. Dass ich das alles bereits vorbereitet hatte, war nur ein Grund, warum wir ihre Hilfe ablehnten.
Es war viertel Sechs und wir hatten noch zweidreiviertel Stunden bis zur ?ffnung der Botschaft abzutöten. Das gelang uns unter anderem durch den Genuss heissen Kaffees aus 7eleven (ist es nicht schön, überall in Thailand ein bisschen Heimat vorzufinden?) und dem Sitzen an Bushaltestellen. Das war überaus interessant. Bangkok scheint morgens zwischen 6 und 8 ein Paradies für Schuluniformfetischisten zu sein. Interessant war auch, dass ich keinen einzigen Farang gesehen habe. Die Thais vermutlich auch nicht, so wie sie mich anstarrten.
Morgenverkehr im Botschaftsviertel 6:00 Uhr
Nach einer Weile wurde uns dann langweilig, die Uniformen der Schulmädchen waren nicht wirklich abwechslungsreich, also entschieden wir uns, etwas Nahrhaftes zu uns zu nehmen. Auf der Suche kamen wir an der Botschaft vorbei und siehe da, sie war bereits geöffnet. Man kann wohl ab 7:30 Uhr schon vorsprechen und Papiere ausfüllen, ab 8:30 Uhr dann ist “Schalteröffnungszeit”. Im Internet stand 9 Uhr. Nett. Aber da stand ja auch noch eine Faxnummer, die nicht mehr existierte. Jedenfalls war an Essen nun nicht mehr zu denken und wir gingen rein.
Die Botschaft wird derzeit renoviert, weshalb am Rand des Hauses auf einem ungefähr 1,5m breiten Weg eine Reihe Stühle aufgestellt war auf der jede Menge Thaifrauen mit ihren Farangs sich auf ihr “Visagespräch vorbereiteten. Scheint ja doch etwas schwerer zu sein, eine Thai einzuführen. Glücklicherweise musste ich mich nicht einreihen, sondern konnte gleich in die Botschaft hinein und meine Papiere abgeben. Im Warteraum sa?en dann drei Verkörperungen aller Vorurteile zu Männern in Thailand. Ein alter Mann, mit seiner jungen Thaifrau, ein jügerer Bayer mit seiner Thaifrau und ein 34jähriger Skinhead ohne Thaifrau. Der jedoch redete die ganze Zeit mit überaus penetrantem Berliner Dialekt über seine drei Thaifrauen, die er in den letzten zwei Jahren hatte. Irgendwie sind alle gestorben. Und nun will er wieder nach Deutschland zurück weil Thailand ja so Scheisse ist. Ich habe die ganze Zeit überlegt, ob ich kurz erwähnen sollte, dass man in Deutschland keine Hakenkreuze am Hosenbein tragen darf, unterlies das aber aufgrund seines Unbelehrbarkeit schreienden Erscheinungsbildes. Die weiteren Gespräche drehten sich um Kindergeld, das man wohl nicht mehr bekommt, wenn man kein Sorgerecht für das Kind hat und dauerhaft in Thailand lebt (ein Missstand, wirklich!), die Rente, die man wohl nicht mehr bekommt, wenn man nicht Rentenversicherung in Deutschland zahlt und dass man, wenn man seine Thaifrau betrügen will, ein bisschen einfallsreicher sein sollte und man mit Drogen in der Hosentasche die Polizei nicht auf sich aufmerksam machen sollte. Ich hatte schon nicht Guten Morgen gesagt, als ich reinkam und entschied mich bereits nach drei Sätzen der Teilnehmer dieser Selbsthilfegruppe mich jeglicher Beteiligung zu enthalten.
Als dann Punkt acht Uhr die amerikanische Botschaft nebenan ihre Nationalhymne in den morgendlichen Krungtheper Himmel schmettern lie? und Fahnen aufzog fühlte ich mich vollends wohl. Wie auch immer, irgendwann gingen die Rollläden an den Schaltern hoch, ich wurde auch bald aufgerufen und durfte meinen neuen Pass bestellen. ?hm, den neuen Pass und einen vorläufigen. Weil mein Visum vor dem Erhalt des neuen Passes abläuft. Da ich noch in Deutschland gemeldet bin, durfte ich gleich mal das Doppelte blechen. Und ich darf schon nächste Woche wieder vorsprechen und den vorläufigen Pass abholen. Fein. Ich reise ja so gerne nach Krungthep. Ein paar Unterschriften hinhauen, schnell vorbei an den Visafrauen und nichts wie raus aus der Botschaft.
Es war 9:00 Uhr und ich hatte alles erledigt, was ich erledigen wollte. Also auf zum Sightseeing und Shoppen. Oder so. Aber das erzähl ich morgen. Die Erinnerung an den Nazi und die Amis verhindert gerade ein wenig meinen Schreibfluss.
Krungthep Mahanakhon 1.0 – Erstmal hinkommen
Ok. Ich war also in Bangkok. Nur um diejenigen meiner Leser die beim Bemerken neuer Einträge mit einem “Oh, das sind aber wieder viele Worte” reagieren gleich zu Beginn abzuspeisen: Bangkok ist eine schreckliche Stadt. Schmutzig. Die Amis sind bescheuert. Ko Samui ist 5mal so teuer wie Bangkok. Ich kann in Bussen nicht schlafen. Und: Meine Freundin taucht in einigen Nebensätzen auf. Vielleicht sollte man doch alles lesen. Wenn nicht — mindestens drei Bangkok-Einträge werden es werden. Und nächste Woche fahr ich schon wieder dahin.
Ich hatte ja bereits erwähnt, dass Projekt Passebohrt mich nach Krungthep Mahanakhon, oder wie wir weniger faulen Vollständigkeitsfanatiker zu sagen pflegen Krungthep Mahanakhon Bovorn Ratanakosin Mahintharayutthaya Mahadilokpop Noparatratchathani Burirom Udomratchanivet Mahasathan Amornpiman Avatarnsathit Sakkathattiyavisnukarmprasit führen würde. Nun hatte ich Yai (ja, genau, kleine Thai) neulich gefragt, ob sie nicht mitkommen wölle (zum einen hat es den Vorteil, dass manche Thais einen Farang in Thai-Begleitung weniger intensiv abgreifen als einzelgehende Farangs, zum anderen wäre es eine geeignete Unterhaltung gewesen, denn die Fahrt mit dem Bus dauert ca. 14 Stunden. Die Antwort lautete immer “Nonooooh, must work haard tuuh matsch” oder ähnlich. Samstag Nacht nun sprach es hinter mir auf dem Weg nach Hause und dem Motobike plötzlich “Tirak, I come with you to Krungthep”. Ich möchte nocheinmal betonen, dass es ungünstig ist, auf Sand scharf zu bremsen. Nach einigen Nachfragen erkärte sie mir dann höchst charmant und in nicht wiederzugebenden Worten, dass sie der Meinung wäre, ich würde erhebliche Orientierungsprobleme haben und mein gutes Herz würde mich nur in komplizierte Situationen führen. Oder so. Ich brings also alleine nicht.
Wir haben dann Sonntag Morgen beim Bus-Ticket-Service angerufen und tatsächlich noch eine Fahrkarte bekommen. Einzige Bedingung: Die Karte muss bis 12 Uhr abgeholt werden. Abfahrt war also für 11:30 augemacht. Punkt 11:25 begann es zu regnen. Nicht ein bisschen sondern sehr. Ich bekam ein “No need to go, we can go later” zu hören und auf mein Bemerkung “noon” hei?e Mittag ein “I am Thai, I speak with she, she gives me Ticket, trust me”. (Ahnt ihr, worauf es hinausläuft?) Es regnete weiter und irgendwann mussten wir dann wirklich nach Nathon, weil um 16:30 Uhr der Bus gehen sollte und man 1h vorher einchecken sollte (klar, dumme Farangs, kommen eh zu spät). Wir kamen im Regen bis Chaweng, dann war die Stra?e überflutet. Also schnell das Moped wegpacken (nass waren wir eh schon) und ein Pritschentaxi suchen. Die ?berschwemmungen wurden in Maenam stärker, war schon gut so. Gegen 15 Uhr waren wir dann endlich in Nathon. Dort am Schalter sprach Yai eine Weile auf die Schalter-Thai ein und kam dann mit einem ziemlich bedröpseltem Gesicht zurück.
Tja. Genau. Das Ticket war weg. Ich bin ja eher froher Natur und so fand ich das anfangs noch recht lustig. Wir haben dann noch versucht auf einen Bus ohne VIP umzubuchen, das ging aber nicht. Die Optionen standen also auf alleine fahren. Inzwischen hatte sich aber schon einer der überall in Thailand heimischen Moped-Taxifahrer die Sache angesehen und bot uns an, uns zu einem anderen Anbieter zu bringen, der noch Plätze frei hatte. Ich war schon beim Lachen, also lachte ich weiter. Taxifahrer verdienen ja kräftig an derartigen Tipps. Wir entschieden uns aber, das mal anzutesten, Zeit hatten wir ja. Erwähnte ich schon, dass es ein Mopedtaxi war? Ja? Gut. Der Taxifahrer sass (aus technischen Gründen) vorne, ich hinten und zwischendrin Yai. Die Dreiertaxifahrt hab ich also auch schon hinter mich gebracht. Mehr dürften es dann aber auch wirklich nicht sein.
Beim nächten Busstand hatten sie natürlich noch Plätze übrig. Also gaben wir dem Taxifahrer 60 Baht (viel zu viel) und mein Ticket, was die V.I.P.Leute nicht zurücknehmen wollten und er zog von dannen. (Genauer gesagt, er lie? sich das Ticket geben, weil er mal kucken wollte, ob wir wirklich nach Krungthep wollten und gab es nicht zurück.) Als ich später Yai gegenüber bemerkte, dass der Taxifahrer mit dem Ticket vermutlich seinen Wochenlohn eingefahren haben wird meinte sie, das wäre gut für mich, denn ich habe eine gute Tat begangen und müsste dafuer nicht in den Tempel. Derartig beruhigt bestieg ich hinter ihr den fensterscheibenlosen mit mich anstarrenden Thais gefüllten klapprigen Bus und fuhr alsbald Krungthep entgegen.
Zumindest dachte ich das. Irgendwann aber wurden wir in Surrat Thani auf offener Stra?e aus dem Bus geschickt — wir sollten dort warten, man komme uns abholen. Wir, das waren Yai, Ich und ein Thai, der sich nicht sicher war, ob er denn männlich oder weiblich sei. Kay. Bis auf die fehlenden Augenbrauen, eine leicht affektierte Körperhaltung, einem Zöpfchen und der hormonbehandelt hohen Stimme sah sie (Kay) eigentlich ganz männlich aus. Nach einigen Versuchen, ein Gespräch in Gang zu bringen (sie (Kay) wusste nicht, ob sein (Kay) Englisch gut genug wäre) unterhielten wir uns dann aber gut. Es (Kay) arbeitet in Chaweng in der Transvestitenshow (ob ich mich denn nicht erinnern würde — tat ich nicht, was grö?tenteils daran liegen könnte, dass ich da nie war) und war auf Reise nach Krungthep.
Nun ja. Pro Minute kamen zwei Motor-TukTuks die wir abwimmeln durften. Wir standen lange. Es gibt anscheinend viele Motor-TukTuks in Surrat Thani. Und anscheinend keine Farangs. Denn wieder kam der Verkehr fast zum Erlahmen, weil jeder mich unbedingt sehen wollte. Nach einer Weile taten mir alle Gesichtsmuskeln weh vom ständigen Grinsen. Wir wurden immer noch nicht abgeholt. Also riefen wir mal beim Reiseveranstalter (muahahaha) an, der feststellte, dass er uns vergessen hat. Nach einer Minute rief er zurück und sagte, wir würden nun geholt. Nach weiteren 5 Minuten rief jemand an, der sagte, er würde uns nun abholen. Nach weiteren 5 Minuten kam der Busfahrer von vorher mit seinem Moped vorbei und fragte uns, warum wir noch hier rumstehen würden, der Bus nach Krungthep führe in 10 Minuten. Es wurden hektische Telefonate geführt und man sagte uns, wir sollen doch besser mal auf der anderen Stra?enseite (6 spurig, voll befahren) warten, dann kommen wir schneller hin. Nach weiteren 5 Minuten waren wir drüben. Wieder rief jemand an und sagte, er würde jetzt gleich da sein und wo wir überhaupt wären. Beim nächsten Anruf meinte ich dann, ob es denn so kompliziert wäre, zum Bus zu kommen, wir könnten ja doch auch ein TukTuk nehmen. Panische Gesichtsausdrücke bei allen beteiligten Thais. Die Stimme im Phone meinte, das wäre ok, ich solle das Telefon dem TukTuk-Fahrer geben. Gesagt getan. Der Taxifahrer bekam erklärt, wohin er musste und wir sa?en im MotoTukTuk. Als der dann anfuhr, bekam ich meine Erklärung für die vorhergehenden Gesichtsausdrücke. Aber man sollte das mal selber erleben ;]=
Letzten Endes fuhr das TukTuk in eine Gegend, in der immer weniger Licht brannte und wurde immer schneller. Ich hatte schon Szenarien vor Augen die mich um meiner Barschaften erleichtert irgendwo im Südosten Thailands im Reisfeld aufwachen lie?en. Plötzlich aber standen wir vor einem Bus. Gefüllt mit Farangs. Man entschuldigte sich tausend Mal, zahlte den TukTuk-Fahrer aus und wir bestiegen unser Reisedomizil. Plüsch! Roter Plüsch. Häkelgardinen. To Wong Foo lässt grü?en. Kay war glücklich. Nichtsdestotrotz war der Bus gemütlich. Und uns war versichert worden, wir würden in Krungthep Mahanakhon ankommen. Was auch der Fall war. Dreiviertel Fünf standen wir in Bangkok auf einer Stra?e, die aussah wie eine Nebenstra?e in Chemnitz (viele Stra?en in Bangkok sehen aus wie Chemnitzer Nebenstra?en). Keine Golddächer, keine TukTuks, kein Stra?enlärm. Einfach nur eine leere halogenbeleuchtete Stra?e.
So. Und wenn ich jetzt weiterschreiben würde, müsste ich zugeben müssen, dass ich die Digicam im Haus gelassen habe. Und Bilder nachliefern ist ja langweilig. Also müsst ihr mit dem Wissen leben, dass ich anscheinend wieder heil zurück gekommen bin.
Mehr gibts morgen.
PS: Ich finde es ja eigentlich blöd, dass Yai so einfach in den Nebensätzen auftaucht, als relativ konstanter Bestandteil meiner zuküftigen Einträge hätte sie ja einen Einführungseintrag verdient. Da sie aber plötzlich doch mitkommen wollte, hat sie mich ein bisschen überrumpelt. Naja. Die Vorstellung kommt noch.
Projekt Passeborth
Regelmä?ige Leser dieser Publikation wissen, dass mir vergangene Woche Pass auf unfreiwillige Art und Weise abhanden gekommen ist. Ich mochte Pass. Er war weinrot, hatte Papier und Plastik in sich und war recht neu. Nicht einmal ein Jahr alt. Nun wird er wahrscheinlich im Reisegepäck irgendeines Betrügers schlummern und darauf warten, dass an irgendeinem Immigrationsschalter der Computer irgendwelche rote Zeichen ausspuckt, wenn das Individuum versucht, sich Zugang zu einem Verfassungen ratifizierenden oder einen nicht ratifizierenden EU-Mitgliedstaat zu erschleichen.
Jedenfalls entschloss ich mich nach der amtlichen Trauerzeit von 5 Tagen, dass es nützlich wäre, einen neuen Pass zu bekommen, ehe die Dinger mit Chips ausgestattet werden. Meinen chiplosen Pass darf ich dann in seiner gesamten Gültigkeitszeit behalten und was in 10 Jahren ist, das wei? man heute noch nicht. Vielleicht brauch ich dann ja keinen deutschen Pass mehr.
Was ich eigentlich erzählen wollte: Ich fahre am Sonntag nach Bangkok. Krungthep Mahanakhon — die Stadt der Engel. Wobei ich noch überlege, wo im Theravada-Buddhismus Platz für Engel ist.
Ich fuhr also heute morgen mal nach Ban Nathon, einerseits auf der Suche nach dem Immigration-Office, das mir angeblich helfen sollte, mein Visum auf die eine oder andere Art und Weise nachgewiesen zu bekommen und andererseits auf der Suche nach Bussen, die nach Bangkok fahren. In den Reisebüros bekommt man das immer völlig überteuert angedreht.
Das Immigration-Office habe ich nicht gefunden. Interessanterweise wusste auch niemand in Nathon, dass es eines geben solle. Feinfein, steht also noch eine Reise nach Surrat Thani an. Dafür habe ich eine Fahrkarte nach Bangkok gekauft. Eigentlich wollte ich eine 1. Klasse-Aircondition-Fahrkarte, man sagte mir aber lächelnd, dass da kein Platz mehr frei sei und ich doch mit dem 350" /> teureren V.I.P.Bus fahren soll. Nagut. Ich habe mich also über den Tisch ziehen lassen (dicke Farangs die ihren eigenen Dolmetscher mitbringen haben doch immer Geld), meinen Namen auf der V.I.P.Liste eingetragen (gleich unter der Liste für die erste Klasse, in der noch 50% der Plätze frei waren) und lustige Monopoly-Fahrkarten bekommen (siehe Photo). Für gut 850 THB bekommt man je eine 500-, 200-, 20- und 5-Baht-Fahrkarte, einen Food & Beverage Coupon (bin gespannt, was man mir dann andrehen wird — beim Visarun gabs schlabbriges Weissbrot) und die Karten für die Fähre.
Am Sonntag gegen 16:30 Uhr wird mein V.I.P.-Bus mich dann gen Krungthep Mahanakhon führen, wo ich evtl. gegen 4 Uhr früh ankomme. Zeit genug, um das Nachtleben zu genie?en bis die Botschaft aufmacht. Da ich immer noch in Deutschland gemeldet bin, darf ich dann gleich mal 69 statt 29 Euro abdrücken, weil die Botschaft natürlich nachprüfen muss, ob ich wirklich existiere. Die Beantwortung dieser eher metaphysischen Frage ist ebenso relativ wie diese Geldbeträge. Ich sage nur Schroedinger. Naja.
Mal sehen, wieviel Zeit ich für Sightseeing und solchen Kram habe, denn gegen 20 Uhr am Montag dürfte mein Bus schon wieder zurückfahren. Wobei es naürlich auch sein kann, dass ich den verpasse oder keinen Platz bekomme. Was schade wäre. Denn wer will schon in Bangkok ein Zimmer mieten, das Nachtleben infiltrieren und Shoppen gehen. Ich sicher nicht.
Ich werde berichten.
Ah schöne Frauen, oder so.
Wenn im Pub keine neue Playliste angespielt wird und das Eis in den Gläsern von Alkohol unbenetzt schmilzt, weil alle gebannt dem Flimmern des Fernsehers zugewandt starr und unbeweglich verharren, dann — ja dann ist mal wieder Miss-Universe -Wahl. Vorgestern Nacht hat man in Bangkok kräftig gewählt. Leider besteht das Universum nur aus unserem grünblauen an den Polen abgeflachten Planeten, der gekippt seinem Verderben entgegentrudelt.
Der Spiegel meinte übrigens, den folgenden Teaser bringen zu müssen:
Fünf Monate nach der verheerenden Flutwelle will Thailand der Welt beweisen, dass es aus der Katastrophe gelernt hat. über 80 Kandidatinnen reisten jetzt zur Miss Universe-Wahl an — und halfen nach Kräften, das Gastgeberland im besten Licht zu zeigen.
Ich hätte ja noch Sextourismus, Wats, Open Source und billige Schönheitsoperationen erwähnt. Mehr Schlagworte gibts zu Thailand nicht.
In der letzten Woche war die “alte” Miss Universe auf der Insel und wurde an jeder halbwegs gefährlichen Kurve mit gro?en über die Stra?en gespannten Bannern begrü?t. Die anderen Möchtegern-Missen besuchten derweil kaputte Strände und waren überaus betroffen.
Interessanterweise gab es recht wenig Blondinen. Ich bin ja jetzt in Frauen- und Schönheitsfragen nicht so der Fachmann, aber seit wann sind die denn out? ?berhaupt fand ich keine der Frauen irgendwie ansprechend. Steckt da ein mathematisches Prinzip dahinter? “Geschritten” sind auch die Wenigsten. Es sah meist aus wie Probeaufnahmen für irgendwelche, ähm, Schmuddelfilmchen. Leider ist niemand auf irgendwelche Säume getreten und gestürzt. Es war eine mehr oder weniger langweilige Veranstaltung. Bis eben auf die sabbernden Männer vor der Glotze. Die Farangs kamen immer bei den brünetten ins Schwitzen und die Thais bei den Blondinen. Witzig war einer der Moderatoren, der aufgrund seiner thaiüblichen Statur mehr als einmal zu den Frauen aufschauen musste.
Natalie Glebova, die Gewinnerin, hat übriges nur gewonnen, weil sie, wie schon vor Tagen von mir empfohlen, ständig in der Gegend rumgewait hat. Ansonsten war ihr überaus fröhlicher Gesichtsausdruck etwas wächsern. Au?erdem war das ziemlich seltsam, weil sie irgendwie vor kommen sollte und dann unvermittelt und ohne Vorankündigung eine Krone aufhatte. Sehr spontan. Allerdings könnte es auch sein, dass das an der thaisprachigen Moderation lag, die ich nur verstand, wenn “suey” (beautiful) vorkam.
PS: Nur am Rande bemerkt, es gibt noch viel mehr Schönheitswahlen im Lande. Da wäre bspw. die Miss Jumbo , Thanchanok Mekkeaw, die Miss Thailand , die dieses Jahr noch stattfindet (herausragendstes Merkmal: man muss keine Frau sein, um teilnehmen zu können) und die Miss Lady Wahl, zu der ich seltsamerweise keinen Link finde. Könnte daran liegen, dass der Name das einzige daran ist, was weiblich ist.
Regenwetterdelikatessen
Gestern hat es geregnet. Ziemlich stark sogar. Das ist ersteinmal nichts Spektakuläres um diese Jahreszeit. Allerdings war dann auf der 5km-Strecke nach Hause an ein entspanntes Fahren leider nicht mehr zu denken. Die Stra?en waren voll von Fröschen und Kröten. Die wiederum machten einen Krach, dass man den Mopedmotor nicht hörte und warfen sich todesmutig reihenweise vor meine Reifen auf der Suche nach geeigneten Paarungspartnern. Das dabei entstehende Geräusch ist nicht sehr angenehm und macht in etwa ein schlickriges “Schmoatsch”.
Später bin ich dann in den Pub gefahren. Dort spielte am Abend keine Band und auch die Stereoanlage kam mit maximaler Lautstärke nicht gegen die Frösche an. Dafür waren erstaunlich viele Thais mit Taschenlampen auf den Kopf geschnallt unterwegs und sammelten Frösche ein. Die mit dem tieferen “Kroak”. Es ist nicht anzunehmen, dass diese Frösche ein Leben im heimischen Terrarium pflegen werden. Ich wäre ja nicht uninteressiert am Geschmack der schleimigen Gesellen. Vermutlich wird mir ein solches Mahl demnächt blühen.
The end is the beginning is the end
Liebes Tagebuch,
Ich bin der Böse in dieser Geschichte. Das ist eventuell das Interessanteste. Allerdings nur, wenn man an meiner Psyche interessiert ist so wie du. Sonst wäre der interessante Punkt, dass ich nicht mehr mit Antje, Schnute, zusammen bin. (Schock!!! Kann man das nicht etwas schonender rüberbringen?) Könnte man, aber der Krug ist schon zerbrochen.
“Ich habe da eine Frau kennengelernt.” Ein ziemlich platitüder Satz. Und trotzdem passend. Ich mag garnicht viel dazu schreiben und vermutlich ist es auch viel zu privat als hier breit getreten zu werden. Aber das Ergebnis vieler schlaflos durchdachter Nächte ist gewesen, dass es einen Vertrauensbruch gegenüber Schnute darstellen würde und letztendlich auch einer ist. So führt man keine Beziehung. Vor allem Antje hat das nicht verdient. Und ich bin für klare Worte. Ich habe immer gesagt, wenn es mal vorbei ist oder wir “jemanden anderen haben”, sagen wir es uns. Nur dachte ich, es wäre nicht ich der das sagen würde ;]=
Jedenfalls habe ich “Schluss gemacht”. Es war schwer und hat uns beiden weh getan, nicht nur ihr. Aber wir reden noch miteinander. Und wenn wir uns was vorwerfen, dann geschieht es in der üblichen Art. Wie bisher. Nicht verletzend.
So kann man sich täuschen. Es waren 4,5 sehr schöne Jahre, ich habe mich mit Antje sehr weiter entwickelt und würde sie gerne lange als beste Freundin haben. Aber das liegt bei ihr (und den nun auf sie einredenden Freunden und Familienmitgliedern). Empfehlen würde ich ihr es nicht, denn ich bin wie gesagt der Böse und wäre auch gegen mich, denn wer einmal verletzt tut es immer wieder. Wenn ich nicht ich wäre. Da ich aber ich bin, werde ich es tragen und weiter gehen.
So liebes Tagebuch. Ich verabcheate mich für heute und schreib demnächst ein bisschen weniger, mach dir keine Sorgen.
Dein Patrick.
Lieber Patrick,
ein paar Standardantworten für dich auf die Fragen, die nun von allen Seiten auf dich hereinprasseln werden. Ansonsten kann ich dir auch nicht viel raten. Geh weiter.
F: Wie kannst du Antje das nur antun?
A: Ich habe es ihr angetan. Also kann ich es.
F: Wie kannst du uns das nur antun?
A: Hallo? Euch? Es geht hier um mich und Antje. Nicht um euch.
F: Na zum Glück wart ihr nicht verheiratet und hattet kein Kind.
A: Falsch. Wenn wir verheiratet wären, wäre ich nie nach Thailand gegangen. Bin ich aber. Waren wir nicht. Oder aber richtig. Denn dann wäre ich in Deutschland geblieben. Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, eventuell nicht mal das. Depression. ?brig geblieben wären zwei Wege, Kriminalität oder Tod. Wenn wir (ein Kind|Kinder) gehabt hätten, wäre es ziemlich wahrscheinlich Richtung Kriminalität gegangen. Naja. Da ist das hier schon besser.
F: Mit der Mail Schluss machen ist aber auch nicht fein.
A: Stimmt. Besser als SMS, schlechter als ein Brief, besser als einfach nicht mehr zu reagieren, schlechter als es direkt zu sagen. Aber manchmal könnte es sein, dass das, was man sagen will, bei direktem Kontakt nicht vollständig gesagt werden könnte, aus Zeitgründen, aus Platzgründen, aus kommunikativ bedingten Gründen. Au?erdem haben wir nach der Mail wieder miteinander telefoniert und mehr gesprochen, als vorher.
F: Bist du dir wirklich sicher, dass du das Richtige getan hast?
A: Ja. Nein. Aber ich habs getan.
F: Wie kannst du nur? Eine Thailänderin?
A: Nun, mit den Thailändern ist das so, sie leben vermehrt in Thailand. Wäre ich in Island, wäre es vermutlich eine Isländerin gewesen. In Frankreich gibt es viele Französinnen. In Japan wimmelt es auf engstem Raum nur so von Japanern. Ich lebe aber nun mal in Thailand. Also ist es eine Thailänderin. Ich bin schon froh, dass es eine Frau ist, denn ich pflege mich in Menschen zu verlieben, nicht in Geschlechter oder Hüllen.
F: Ja, aber eine Thailänderin?
A: Aha, soso, ich spüre da einen leichten Anflug von Vorurteilen? Halbwissen? Nagut. Eigentlich ist sie ja Isaan und ihre Eltern stammen aus Laos. Ich hab sie auch nicht auf der Stra?e oder in einer Ladybar aufgegabelt. Beruhigt? Nein? Dann kann ich auch nicht weiterhelfen.
F: Glaubst du denn, dass das hält?
A: Nein. Liebe hält nie. Wir leben den Beweis. Aber im Augenblick ist es eine ziemlich feste Sache. Ich wei? auch nicht, wo ich in 10 Jahren sein werde. Vermutlich allein und deprimiert in irgendeiner Holzhütte. Trotzdem ging es mir grö?tenteils um Antje (auch wenn mir das niemand glauben wird).
F: Könnt ihr euch überhaupt verständigen?
A: Ja. Ich lerne Thai, sie Englisch. Dann und wann verstehen wir uns. Ansonsten gibt es Hände und Fü?e.
F: Und was sagen deine Familie und deine Freunde dazu?
A: Nun, ich muss gestehen, dass mich eigentlich nur interessiert, was meine Freunde dazu sagen und von den drei Menschen, die von mir die Bezeichnung “Freund” verpasst bekommen haben und deren Meinung mir wichtig ist, sind mir zwei durchaus verständnisvoll und unterstützend entgegengetreten. Den Dritten im Bunde muss ich noch erreichen. Was die Familie betrifft, so lege ich weniger Wert auf eine Meinung. Es sollte ein gewisses Verständnis und die Beruhigung mich glücklich zu wissen vorhanden sein.
Dein Tagebuch.
PS: Ich will kein Blog sein.
Liebes Tagebuch,
Danke. Blog bleibst du trotzdem.
Patrick.
Samui ist sicher wie eine Jauchegrube
Wenn es nicht so traurig wäre würde ich in einen wahren Schadenfreudenrausch mir selbst gegenüber ausbrechen. Ist aber leider traurig und ungeheuer dumm. Also muss Anderseiner die Schadenfreude empfinden.
Gestern abend kam ich nach Hause, das Fenster stand weit offen und das Fliegengitter flatterte fröhlich im Wind. Schön denk ich mir das solltest du mal unterlassen, sonst klaut dir noch jemand das Notebook. Dann fiel mir auf, dass ich meine Fliegengitter nie im Wind wedeln lasse — wegen der Fliegen. Dann fiel mir mein Schreibtisch ins Auge. Er sah etwas anders aus. Kah (Hubert Kah), der Elefant stand mitten auf dem Tisch, genau da, wo im Normalfall ein fettes Notebook von Dell vor sich hinstauben soll. Nun war da nur noch eine kahle Stelle und ein trauriger Elefant. Ich dachte mir, das Notebook hast du doch die ganze Woche nicht im Büro gehabt, warum stehts denn da nicht? Und dann begann es zu dämmern.
Ja. Manchmal brauch ich ein Stück.
Nun gut. Man hat mich ausgeraubt. Ein schönes Wort. Raaaaauuuuuub. Wo ehedem mein Notebook sein Leben als Textingmaschine und Filmabspielgerät fristete gähnt nun ein Loch mit Kah in der Mitte. Hinter dem Haus stand das Fahrrad vom Nachbarn gegen die Wand gelehnt, über den Sattel sind sie gestiegen und durchs Fenster rein. Zum Abtransport des Notebooks haben sie den Rucksack genommen in dem fatalerweise meine Bankkarte, mein Pass, mein Geld, mein MP3-Player und mein Fotoapparat waren. Meine Filme haben sie nicht geklaut (Ignoranten). Die Klamotten waren durchwühlt. Den Whisky haben sie auch nicht mitgenommen (Plürresäufer). Das Bett war durchwühlt. Das JAKO haben sie nicht mitgenommen (Stinkbacken). Dafür aber jedes Geldstück, das irgendwo rumlag. Die Maus haben sie liegen gelassen (Idioten).
Tja. Ausgleichende Gerechtigkeit sagt das kleine Teufelchen auf der linken Schulter.
Ich bin also wieder auf mein Moped gestiegen und zur Polizei gefahren. Lässt sich schwer erklären wo ich wohne. Bei der Polizei in Lamai störte ich die Beamten gerade bei einem überaus interessanten Godzilla-Film (der mit 50 Jahre Godzilla, ein eher schlechtes Produkt dieses Genres, hab ich mir auf Japanisch reingezogen) und man grinste mich nur an. Nach einer Weile kam ein Beamter mit Handtuch ums Gemächt und schrieb ein bisschen was auf. Mitkommen wollte aber niemand. Ich solle nach Ban Nathon zur Touristenpolizei fahren.
Heute morgen bin ich also nach einer durchwachten und mit Schimpfworten gefüllten Nacht nach Nathon gefahren, wo man dann meinen Bericht aufnahm. Die Hütte ansehen will aber trotzdem niemand. Es regnete.
Anschlie?end bin ich dann noch zur Bank, eine neue Karte bestellen und ein bisschen Geld abheben. Dort erklärte man mir dann, dass heute Nacht mein Konto abgeräumt wurde. Wie das geht nur mit der Karte und ohne PIN (bin ich blöd? ich pack doch die PIN nirgendwo hin) konnten sie mir aber nicht erklären.
Nun bin ich im Besitz von 60 THB, meinen Klamotten und der Erkenntnis, dass es niemals aufwärts gehen wird. So langsam nervt mich mein Leben.
Achso. Alles ist nicht verloren. Ich hab dann im Büro meinen Fotoapparat vorgefunden, den ich gestern dort vergessen hatte. Dann und wann ist Alzheimer ganz nützlich. Und meinen Lohn für Mai hab ich auch schon. Nur pack ich den nicht mehr auf die Bank. Und in mein Haus kommen nur noch Buddhastatuen und Tütensuppen.
Ich glaube, ich werde demnächst Krungthep, die Stadt der Engel sehen. Ich weiss nur noch nicht, wie ich wieder an mein Non Immigrant Visa B rankomme.
Und überhaupt, das ist ja nicht alles…
PS: Da ist doch glatt jemand über den Suchbegriff “Ko Samui Mafia” auf diese Seiten gekommen. Da könnte was dran sein. Ich kenne nur einen Farang hier, der noch nicht ausgeraubt worden ist. Auch wenn die Verwaltung und die Regierung sagen, dass es hier sicher ist — ist es nicht. Obs organisiert ist, mag ich nicht beurteilen.
PPS: Damit hier keine Missverständnisse auftreten — Jauchegruben sind nicht sicher. Sie stinken und sind am Rand so schlickig, dass man immer wieder reinrutscht.
Der Wai
Man grü?t sich in Thailand mit dem Wai. Dabei hält man die Handflächen aneinander und neigt den Kopf. Je höher die Hände dabei sind und je mehr man den Kopf neigt umso grö?er ist der Respekt, den man seinem Gegenüber zollt. Es gibt vier Arten des Wais:
- Der Wai gegenüber einem Mönch oder einer Buddha-Statue. Die Daumen der zusammengelegten Handflächen befinden sich hierbei zwischen den Augenbrauen und man neigt den Kopf so tief wie nur möglich. Weder Mönch noch Statue werden den Wai erwidern.
- Der Wai gegenüber den Eltern oder Lehrern. Die Daumen liegen an der Nasenspitze an und man neigt den Kopf um ca. 45 Grad.
- Der Wai gegenüber ’normalen’ und älteren Menschen und Verwandten. Die Daumen der zusammengelegten Hände befinden sich am Kinn und man neigt den Kopf um ca. 20 bis 25 Grad. Wenn man nicht wei? welchen Wai man verwenden soll, dann ist man mit diesem Wai gut bedient.
- Der Wai gegenüber sozial niedergestellten Personen und Kindern. Hierbei liegen die Daumen in Brusthöhe und man neigt den Kopf nur wenig. Dieser Wai wird auch nur als Erwiderung durchgeführt, wenn sozial Niedere einen Wai geben. Man selbst wait sie nicht als Erster.
Man wait niemals einen Bediensteten oder eine Bedienung in einem Restaurant oder Geschäft. Ein freundliches Lächeln und ein Nicken genügen hier.
Interessanterweise waien viele der Thais die ich kenne nicht mehr. Man steigt auf europäische Gepflogenheiten und reicht die Hände. Besonders gute Freunde waie ich jetzt aber aus eigenem Anlass. Einfach um zu zeigen, dass ich kein dummer Farang bin.
Visakhapuja Day
(Die Bezeichnung dieses Tages ist regional verschieden und kann von Visakha Bucha über Vesak Bucha hin zum titelgebenden Visakhapuja variieren.)
Feiertage sind wichtig um die Moral der Truppe zu stärken. Aus diesem Grund hatten wir am Sonntag mal wieder einen Feiertag. Da Sonntage sowieso besondere Tage sind (ich will aus bestimmten Gründen nicht mehr sagen, dass sie frei sind, dazu vielleicht später mehr) wird der freihabende Teil des Feiertages auf den Montag verschoben. Weshalb für (immernoch) viele Thais (auch mich) am Montag (also heute) ebenso frei war. Nur so nebenbei erwähnt, dieses Verschieben von Feiertagen würde sich in bestimmten europäischen Ländern ganz gut machen, dann müssten sich nicht so viele Nörgler beschweren, wenn mal in einem Jahr alle Feiertage auf das Wochenende fallen. ?berhaupt sollten bestimmte europäische Länder ihre Feiertagsstrategien neu überdenken. Insofern hat dann eine eventuelle neue überaus christliche Regierung durchaus ihre Vorteile. Christliche Feiertage für alle, auch die Dummen. Aber ich wollte eigentlich etwas ganz Anderes erzählen, fällt mir gerade ein.
Wir hatten also den Visakha Bucha Day. Der Autor entschloss sich kurzerhand dazu, einen Wat (wir Kenner nennen die Tempel hier gerne Wat) aufzusuchen, weil rein theoretisch an Orten, an denen Buddha gehuldigt wird an Tagen an denen Buddha gehuldigt wird etwas los sein dürfte. Der Autor hat Abitur (noch im letzten Jahrtausend gemacht) und auch während des Studiums (ebenfalls grö?tenteils für die Katz) gelernt, seine logischen Fähigkeiten zu verbessern. Auch hier im Land der Leichtigkeit wendet er seine Kenntnisse dann und wann noch an um den geriatrischen Nebenwirkungen vorzubeugen. Auch diesmal hatte er natürlich Recht, was ihn fröhlich stimmte und den Beschleunigungsgriff seines Motobikes auf den maximalen Ausschlag drehen lie?.
Ich fuhr zum gro?en Buddha. Den hatte ich zwar schonmal touristisch besichtigt, aber es war damals totenstill dort und viele der sagen wir mal Elemente des Tempels eher als Ruine anzusehen. Diesmal jedoch schmückten Blumen die Statuen und alles war in farbenfrohe Bänder gehüllt, was mich etwas enttäuschte, denn ich dachte, in Tempeln würde nur dieses Gelborange genutzt. Es sah jedenfall sehr feierlich aus und viele Menschen und Farangs spazierten in der Gegend rum. Beim Erklimmen der Treppen sah man dann auch gleich, dass hier jede Menge Reparaturen durchgeführt wurden und anscheinend auch genügend Geld zusammengekommen ist, um die Glocken rings um die Statue zu reparieren bzw. neue zu kaufen. Man geht einmal um Buddha herum und schlägt mit einer Münze die Glocken an. Das bringt Glück im Leben. Ich werde glücklich sein.
Wieder unten angekommen sah ich dann zum ersten Mal in meinem Leben bewusst Lotusblumen. Das ist an und für sich nichts Besonderes, sind sie aber beckenfüllend um einige Buddhastatuen angeordnet (beim letzten Mal war da ein umgekippter Algentümpel zu sehen) bekommen sie einen gewissen Sinn und sehen anders aus. Ich überlegte nur kurz, was denn aus der Lotusfarbe geworden ist, ob man denn nun die ICEs damit streichen würde — ein Flashback in alte analytische Zeiten.
Am Fuss von Big Buddha verkauften die Mönche dann noch allerlei Kleinkram, den man dem gro?en Meister mit nach oben nehmen konnte. Das war dann mal wieder ein Beweis für meine besondere Fähigkeit, alles erst dann zu sehen, wenn es zu spät ist. Eine ‘Spende’ allerdings konnte ich loswerden: Ein Stein des neuen Tempels trägt den Namen ‘GrauMeister’. Ich habe einige Serifen eingefügt. Das nächste Mal werde ich dem Buddha auch einige nützliche Dinge nach oben tragen und nicht inkognito auftreten sondern meinen wahren Namen verewigen, ich wei? nur noch nicht welchen.
Die Entscheidung nach Big Buddha nicht rechts sondern links ins Nichts hinein zu fahren, war eine gute, denn nach einer Weile kam eine weitere Buddha-Figur mit angeschlossenem Wat ins Blickfeld. Um diesen Tempel herum war ein riesiger Markt aufgebaut, auf dem allerlei Erbauliches und Unterwäsche verkauft wurden. Au?erdem gab es Essbares. Nun. Also ich hatte ja schon länger vor, mal was ’echt thailändisches’ zu essen und nicht immer nur das auf den Farang angepasste Pseudogelumpe. Jedenfalls war es recht einfach, an einen dieser Stände heranzutreten, wahllos auf ein paar komische Gebilde zu zeigen und dabei so auszusehen als ob man wei? was man will. Diese Sicherheit verschwand, als aus einer Thai drei wurden und emsig rumgemacht wurde. Das Zeug wurde gekocht, gebraten und fritiert. Nach ungefähr 10 Minuten zog ich dann endlich mit meinem Essen in einer Plastiktüte ab. Ich hatte schon vorher gesehen, dass die Thais ihr Essen gerne in Plastiktüten packen was mich etwas schaudern lie? denn Hitze und Plastik ist in meiner Bildung ein etwas ungesundes Konglomerat. Naja, ich wollte den Thaistyle, ich bekam ihn.
Nach ein paar Ecken fand ich ein schönes Plätzchen an einem Teich, lies mich nieder und die frittierten Bröckchen in mir verschwinden. Ich wei? zwar nicht, was es war, möchte es aber auch gar nicht wissen, denn es war überaus lecker. Ein paar Stücke sahen so aus wie Flühlingslollen, waren es aber definitiv nicht, denn es war kein Gemüse drinnen sondern irgendwas Schleimiges. Andere wiederum sahen wie frittierte Kartoffelbällchen aus, fühlten sich innen aber wie hartgekochte Eier an (und schmeckten auch so). Alles zusammen schwamm in einer stark scharfen (Pet Pet! You like really? — Chai, phom chop pet pet! — Jing jing?) roten So?e deren Hauptbestandteil die Innereien von Peperonis waren.
Während ich so vor mich hin schlemmte stellte ich fest, dass die Leute um mich herum nicht a?en sondern Körner ins Wasser warfen. Was auf den ersten Blick wie eine weitere buddhistische und nicht weiter erklärbare zeremonielle Handlung aussah, entpuppte sich als ein überaus cleveres Konzept der Mönche zur Schaffung monetärer Mittel für den Bau des neuen Tempels.
- Im Teich schwimmen Fische
- Die Leute kaufen Körner für 20 THB, füttern damit die Fische und fühlen sich gut
- Die Fische gedeihen und die Mönche mössen sich nicht um die Fische kümmern
- Die Mönche holen die Fische aus dem Wasser und verkaufen sie
So kommt (in Thairelationen) jede Menge Geld zusammen, denn die Kinder lieben es Körner ins Wasser zu werfen und zu sehen, welches Tohuwabohu die Fische dann anrichten. Wenn man Glück hat, dann sieht man auch ein paar riesige Welse (ich dachte immer, die Biester werden nicht sehr gro?) sich an der Futterjagd beteiligen. Und wenn man es schafft, ein paar Körner einem der wenigen Goldfische zukommen zu lassen, wird man noch glücklicher. Es macht doch alles Sinn.
Nachdem ich mich am Tempelaufbau beteiligt hatte, kam ich dann zu Buddhas Fusstapfen. Der Typ hat wahnsinnig gro?e Fü?e (was ihm einige Probleme beim Schuhkauf auf dieser Insel bereiten dürfte, aber das ist ein ganz anderes Thema) und hinterlässt an verschiedenen Stellen im buddhistischen Raum seine Spuren. Man findet in jedem Tempel mindestens eine Spur. Die ist gro? genug, um Geldstücke hineinzulegen und sich etwas zu wünschen. Ich hoffe, dass mein Wunsch im Mittelpunkt des kleinen Fu?zehs gut aufgehoben ist.
Zuletzt sah ich mir dann noch einen Buddha mit 18 Armen an. Wobei ich annehme, dass es ein Buddha ist, wenngleich auch weiblich oder zumindest metrosexuell. ?ber die Bedeutung der Symbole konnte mir niemand Auskunft erteilen, weshalb ich vermutlich demnächst wiederkommen werde und einen der Mönche ausfragen werde. Diesmal ging das nicht, denn die Mönche waren mit Lebenshilfe für junge Paare und dem Anpreisen (in beiderlei Hinsicht) von Buddhafiguren beschäftigt.
So. Und was ist der Visakha Bucha Day nun für ein Tag? Einer der wichtigsten Tage im Buddhismus. Auf diesen Tag (der sechste Vollmond des Jahres) fallen Geburt, Erleuchtung und Tod Buddhas. Man geht in den Tempel (hab ich gemacht), hört den Mönchen beim Predigen zu (hab ich gemacht), verrichtet allerlei Dinge, die einen später mal glücklich machen werden (hab ich gemacht) und spendet kräftig (hab ich gemacht).
Alles in allem ein überaus gelungener Tag der Annäherung an Lord Buddha mit einem schmackhaften White-Snapper-Ende im Fischrestaurant meines Vertrauens.
Komische Früchte
Gestern hab ich mir komische Früchte gekauft. Vom äu?eren Aufbau her machten sie eigentlich den Eindruck, dass sie zur Litschi-Gruppe gehören, mit deren Vertretern ich bereits viel Freude hatte.
(Um es vorneweg zu sagen, ich hab natürlich vergessen, Photos zu schiessen, also schaltet mal eben den Phantasiemodus ein!)
Die Dinger sind ziemlich rot und haben lustige kleine harte Stachel. Sieht aus wie eine genetische Optimierung der Rambutan. Jedenfalls schälte ich mir so ein Ding. Es sah innen aus wie drei Feigen, die aneinander klebten.
Schnüffel. Würg.
Ich hab dann dieses kleine Ding waghalsig in die Nahrungsöffnung gesteckt, drauf gebissen und wieder ausgespuckt. Also so was Ekeliges hatte ich lange nicht getestet.
Jedenfalls dachte ich mir, ich geh mal zu meiner persönlichen Thai-Culture-Agentin und frag, ob die Dinger einfach nur schon vergammelt sind oder wirklich jenseits jeder meiner positiven Geschmacksnerven angesiedelt sind. Mit einem kurzen “aaah, dii mak mak” wurde begonnen, alles zu schälen und alsbald sah ich mich von komischen Kram essenden Menschen umgeben. “arroi arroi”.
Nun. Ich weiss weder den Namen der Frucht noch ob das nun was Essbares ist, aber ich beteiligte mich am Verspeisen, so dass ich wenigstens sagen kann, wie es schmeckt: wie vergammelte Banane, zusätzlich mal extrembitter und schon wenige Millimeter weiter überaus sauer. Es ist anzunehmen, dass neben dem riesigen Kern, der ungefähr 90% der Frucht ausmacht und das Fruchtfleisch mit aller Kraft am Abgezogen-Werden hindert auch jede Menge Vitamin C und so ein Kram drinnen steckt.
Angekündigte Stromausfälle
Angekündigte Stromausfälle sind eine äu?erst angenehme Möglichkeit, lange Nächte mit freundlichen Menschen zu verbringen, noch länger zu schlafen, in der Gegend rumzufahren, im Thaistyle auf dem Fussboden eines fensterlosen Raumes zu Mittag zu essen und dann am Ende des Tages doch noch ins Büro zu gehen und ein paar verbleibende Stunden mit dem wiederangesprungenen Strom fürs Unternehmenswohl zu verbringen. Vor der Türe wurde mir von einer deutschen Expat eben erklärt, dass ich krank sei, an eigentlich freien Tagen trotzdem ins Büro zu gehen. Tja. Bin ich eben krank. Hab genügend anderen Kram, so dass das nicht allzusehr auffällt.
Geschichten von der Tankstelle – Teil 3: Shake it boy!
Jetzt wo man mir alles oder zumindest ‘meine’ Tankstelle die sich direkt auf dem Weg zur Arbeit befand und deren Tank-Thais mein ‘full please’ verstanden genommen hat muss ich mich gezwungenerma?en auf andere Betankungsmöglichkeiten in der Gegend konzentrieren. Und so sieht man dann und wann wenn das ‘Bitte betank mich wieder’-Lämpchen am Moped blinkt einen fusseligen Farang durch die Gegend heizen auf der Suche nach Brennstoff für den roten Teufel.
Eines Tages befuhr ich eine Tankstelle im tiefsten Süden der Insel auf der Suche nach dem kostbaren Nass. Dort angekommen stand ich vor dem ersten Problem. Niemand da. Ich wartete ein Stück, blickte überaus selbstsicher in der Gegend umher und begann dann den Tank freizulegen. Hätte ich mal eher tun sollen, denn sofort kam ein kleiner Tank-Thai angerannt und grinste mich überaus freundlich an. Ich grinste zurück und dachte mir ‘ja, nett, komische Situation’ was es auch war. Denn er begann nicht zu betanken. Ich grinste. Er grinste. Ich zeigte auf meinen Tank. Er auf zwei Säulen. Ah. Soso. Gibt es doch glatt 2 Sorten Benzin auf der Insel. Luxus pur. Ich zog bloss die Schultern hoch, weil ich absolut keinen Dunst hatte, was mein Moped denn nun wirklich frisst. Er grinste, beugte sich vor, nahm den Mopedsitz in beide Hände, hielt seinen Kopf schräg, äugte in den Tank und begann zu wackeln. Nicht nur das Moped, alles an ihm wackelte vor sich hin. Nach einer Weile kam er grinsend wieder hoch, nahm die beiden Tanksäulen unter genauere Beobachtung und entschied sich fär eine Sorte (die teuere). Geschafft. Tank ein weiteres Mal voll.
Geschichten von der Tankstelle – Teil 2: Tagesjob
Jetzt wo man mir alles oder zumindest ‘meine’ Tankstelle die sich direkt auf dem Weg zur Arbeit befand und deren Tank-Thais mein ‘full please’ verstanden genommen hat muss ich mich gezwungenerma?en auf andere Betankungsmöglichkeiten in der Gegend konzentrieren. Und so sieht man dann und wann wenn das ‘Bitte betank mich wieder’-Lämpchen am Moped blinkt einen fusseligen Farang durch die Gegend heizen auf der Suche nach Brennstoff für den roten Teufel.
Neulich fuhr ich zu einer Tankstelle zwischen Lamai und Ban Huathanon. Bis Huathanon hätte das Benzin sicher nicht mehr gereicht, weshalb ich mich gezwungen sah, hier zu halten. Es bediente eine junge Thai, der man ansah, dass dies nur ihr Tagesjob war. Oder war es gar keine Tankstelle und ich hab da irgendwo was übersehen? Jedenfalls fragte sie ‘how much’ was ich leicht grinsend (Assoziationsverbot) mit ‘full please’ beantwortete. Sie sagte ‘full is one sixty baht’. Ich fand one sixty ein bisschen viel und meinte ‘ok, then i’ll take only two liter.’ was sie mit einem ‘ok’ und der Aufnahme emsigen Treibens an der Tankkurbel unter Zuhilfenahme eines gelangweilten Gesichts quittierte. Nach dem Ablassen ihrer 2 Liter sprach sie ‘Sixty Baht’ (schweineteuer), ich nörgelte innerlich, reichte ihr einen Hundertbahtschein, sie klopfte den Deckel den ich fast schon auf dem Tank hatte zur Seite, sagte ‘100 Baht, full’ und lies ihr Benzin weiterlaufen. Ich grinste müde (von dem Schein würde ich sowieso nichts mehr sehen) und lie? sie gewähren. Als sie fertig war, hatte ich einen halbvollen Tank und 100 Baht weniger.
Geschichten von der Tankstelle – Teil 1: Slapstick
Jetzt wo man mir alles oder zumindest ‘meine’ Tankstelle die sich direkt auf dem Weg zur Arbeit befand und deren Tank-Thais mein ‘full please’ verstanden genommen hat muss ich mich gezwungenerma??en auf andere Betankungsmöglichkeiten in der Gegend konzentrieren. Und so sieht man dann und wann wenn das ‘Bitte betank mich wieder’-Lämpchen am Moped blinkt einen fusseligen Farang durch die Gegend heizen auf der Suche nach Brennstoff für den roten Teufel.
Gerne fahre ich zu einer Tankstelle gleich in Ban Huathanon. Dort bedient eine überaus wohlansehnliche volljährige junge Thai in deren Stammbaum sicherlich irgendwo Charly Chaplin auftaucht. Warum? Nun, ich würde sagen, man kann ihre Handlungen mit lustigen Geräuschen (Boink, Zonng, Wrusch) unterlegen, die Farbe rausnehmen und hat ne Menge zu lachen.
Beispiel 1: Ich fahre an die Tankstelle heran, sie begrüsst mich mit einem leisen Sawadeekah und lässt erstmal einen Stapel Plastikflaschen von der Benzintonne fallen. Die hebt sie auf und wirft nebenbei mit ihrem knackigen ähm, also sie wirft schnell noch ein Schild um. Dann mit leicht peinlichem Gesichtsausdruck (können Thais eigentlich rot werden? Ich glaube nicht) öffnet sie meinen Tank und lässt schnell etwas Benzin ein. Etwas zuviel, es schwappt heraus, sie kreischt, hängt den nennen wir ihn mal ‘Tankstutzen’ wieder an die Tonne und beginnt panisch mein Moped trocken zu wischen. Anschlie?end wai-t sie mich, sagt Sawadeekah und verschwindet. Aus dem Haus hinter den Tanktonnen ruft eine ältere Frauenstimme, sie kommt wieder rausgeschossen, nun völlig aufgelöst und sagt verschüchtert ‘80 THB’. Die zahle ich gerne. Es war Unterhaltung pur. Als ich losfuhr, lies sie noch ein paar Plastikflaschen fallen. Danke!
Beispiel 2: Ich fahre heran, sie erkennt mich und ihr Gesichtsausdruck verdeutlicht das, was man hier rot nennen würde. Heute gibt es nur eine Tonne, die Benzin enthält und es ist eine ziemlich alte, an der man kurbeln muss und dann das Benzin durch die Wunder der Gravitation in Verbindung mit den hydraulischen Grundgesetzen durch einen langen Schlauch in den Tank flie?en lässt. Sie sagt ‘Sawadeekah, how much?’ worauf ich mit meinem fröhlichen ‘full please’ antworte. Sie sagt ‘yes fuel, how much’ ich sage ‘full’ sie grinst und schiebt sich zwischen der leeren und der vollen Tonne durch, kuckt auf den Tank, den Tankdeckel und murmelt ‘sii’ (4), kuckt in den Tank und murmelt ‘saam’ (3). Sie verschwindet wieder hinter ihren Tonnen und kurbelt 3 Liter hoch, reicht mir dann den Schlauch und murmelt mir aufmunternd zu ‘Hmm!’. Ok, ich denke mir, da Lange muss in das Runde und stecke ihren Schlauch tief in meinen Tank. Sie jauchzt leicht und zieht am Schlauch, so dass nur noch das krumme Ende des Tankstutzens im Tankloch hängt, dann öffnet sie ihre Schleusen und das Benzin flie?t hinein. In meinen Tank. Nun, ich muss am Ende der Prozedur nicht befriedigt ausgesehen haben — mein Tank war noch nicht ‘full’ — denn sie kurbelte grinsend einen weiteren Liter hervor und lies auch diesen sprudelnd in meinen Tank versinken. Naja. Der Tank war immer noch nicht voll, aber ich hatte erstmal genug. Ich zog also den Stutzen heraus, was sie mit einem weiteren Kichern quitierte, lies die letzten Tropfen am Tankrand abrollen und gab ihr ihren Tankstutzen zurück. Sie zockte mich ab und ich fuhr meiner Wege.
Insomnia – Resurrection
Ich habe in den vergangenen 4 Tagen insgesamt 8 Stunden geschlafen. Das nur am Rande. Ich fühle eine leichte euphorische Phase. Mein Schreibtisch gefällt mir. Mein Stammpub auch.
Deprokrastination – Die Stammkneipe
Ich hatte ja bereits erwähnt, dass mein 5-Tages-Plan verschiedene Aktivitäten vorsah. Unter anderem musste ich mal meine sozialen Kontakte ein bisschen mit der hiesigen Bevölkerung zu mergieren. Ich entschied mich also, mir eine Stammkneipe zuzulegen. So eine Stammkneipe zu finden ist keine leichte Aufgabe. Die ?lteren unter meinen Lesern werden sich sicherlich noch an die guten alten Kurzschnitt-Zeiten erinnern, als ich im Herbst 2000 in Lübeck auf der Suche nach einer ebensolchen (Stammkneipe) war und in einer Schwulenbar gelandet bin. Was also muss sie (die Stammkneipe) haben? Gute Musik, manchmal auch live, Bier, einen ex-Rastafari als Barkeeper (möglichst ohne Kuhflecken-Flausch-Lederhose) und jede Menge Stammgäste internationalen Flairs.
Glücklicherweise feierten wir am vorvergangenen Wochenende die Geburtstagsparty von James (Marketingmensch von 5phase auf dem Bürogang gegenüber) in einem Schuppen namens Springer-Pub in Chaweng. Sie hatten Chang-Beer, jede Menge skuriler Farangs und netter Thais sowie zu fortgeschrittener Stunde eine Liveband namens Siam, die überaus virtuos verschiedene Stücke aus der Rockgeschichte des vergangenen Jahrhunderts vortrugen. Der Pub selber befindet sich in einer aus Baumstämmen (ich entwickle in letzter Zeit eine gewisse Vorliebe für Baumstümme) zusammengezimmerten überaus gro?en Scheune mit allerlei Rocker- und Bikezubehör.
Beste Voraussetzungen also um mein Gefallen anzuregen und so entschied ich mich dem Springer-Pub eine Chance zu geben und lenkte am Freitagabend mein kleines rotes Moped gen Chaweng. Angesagt war eine Band namens ‘Boyd’ die Blues spielen sollte. Die Band bestand aus einem einzelnen Thai mit Gitarre, der wirklich gut vor sich hingeblueschrammelt hat. Ich war der einzige Gast und wurde entsprechend zuvorkommend behandelt und durfte Fragen über Fragen beantworten. Nach einer Stunde rief Yai (die Frau hinter der Theke) laut ‘Ah I know you from last Saturday! Yusset! Yusset on the couch!’ und wir unterhielten uns fortan prächtig. Ra (der Mann hinter der Theke) wollte mich dann an den Billiard-Tisch holen, was ich aber ablehnen musste (ich spiele so schlecht, dass man sich fragt, ob ich jemals Physik besucht habe). Wir sahen also fern, tranken Bier, quatschten vor uns hin und liesen Boyd Gitarre spielen. Nach einer Weile gingen ihm die englischen Bluessongs aus, also begann er, thailändische Volkslieder bluesig zu interpretieren, was alle im Pub zu lauthalsem Mitsingen animierte. Ra setzte sich dann hinter die Percussion und es wurde kräftig thaigejammt. Gegen 24 Uhr dachte ich mir dann, es waere nicht dumm, mal gen Hütte zu fahren, die haben eh nur wegen mir noch auf :) Als ich sagte, dass ich gehen will, musste ich erst noch einen Kaffee trinken, dann einen seltsamen Tee mit Zitronenbestandteilen, weil ich immernoch hustete und durfte erst dann unter der Zusage am nächsten Tag wiederzukommen und auch wirklich vorsichtig zu fahren (‘be drive careful!’) nach Hause. Nicht dass der Eindruck entstünde, ich hätte zuviel getrunken, es waren nur zwei Bier, aber irgendwie konnten die Leute nicht fassen, dass jemand aus Lamai nach Chaweng in den Pub geht. Aber das ist fast eine ganz andere Geschichte.
Das war ja schon ein guter Anfang.
Am nächsten Tag, dem Samstag, spielte die Siam-Band wieder. Das war die Band vom Samstag zuvor. Die Kneipe war nicht nur gefüllt mit Thais und Farangs, sie waren alle auch noch sehr gesprächig. So kam bspw. Stephen, einer der Stammgäste (Yai: ‘He is a little bit crazy’), bereits leicht vom Geiste erfüllt zu jedem und erklärte ihm/ihr schreiend mit übereifrigen Spritzern wilder Spucke selbst bei Silben, die weder ein F noch ein S noch ein P beinhalteten, dass er Geburtstag habe (‘Jah noh wott!!! I haaave birthday. Reeeelie! Today!’), tanzte im Laufe des Abends auf verschiedenen Tischen und anderen Einrichtungsgegenständen und trank kräftig weiter. Oder der Chef, ein eher spie?ig erscheinender Farang, der im Laufe des Abends eine Flasche Rotwein der Endverwertung zuführte. Ich führte jede Menge Gespräche, unter anderem mit den Mitgliedern der Band, seltsamen Thaifrauen (ich nahm an, sie wollten Kunden aufsammeln), Yai und Ra. Da gibt es genug Stoff zum Erzählen.
Ich muss gestehen, dass ich mich prächtig unterhalten habe.
Fazit: Stammkneipe gefunden. Mehr will ich jetzt gar nicht erzählen. Montags spielt eine Farangband, die sich selbst als Thailands beste Rockband bezeichnet, Mittwochs und Samstags die Siam-Band, Freitags gibt es Special-Guests und an den anderen Tagen ausser Sonntag gibt es thailändische Volksmusik (wenn ich das richtig verstanden habe). Ich kann also jederzeit mal vorbeischauen. Und ich glaube, dass mein Thai an diesem Wochenende einen Sprung gemacht hat, den es seit Monaten bei Neung nicht machen konnte. Ist halt doch besser, wenn man es auch mal anwendet.
PS: Warum ich mir in Lamai keine Stammkneipe suche? Nun, entweder gibts dort keine gute Musik oder man hat alle H??nde voll zu tun Verehrerinnen und Verehrer die sich als Verehrerinnen ausgeben abzuwimmeln. ‘Hello sweet man, what do you wanna do tonight?’ Neulich wurde ich das sogar schon auf dem Tesko-Parkplatz von einer 4er-Gruppe Frauen gefragt. Wird Zeit, dass hier wieder Hochsaison ist.
PPS: Schnute meinte, dass ich ein recht langweiliges Leben hier hätte, wenn ich immer im Pub rumhängen würde. Nun. Das sehe ich nicht ganz so. Ich treffe nette Leute, lerne eine Menge Thai (mehr als mit unserem Sprachlehrer) und kann Filme ankucken, die anderswo noch nicht mal angelaufen sind. Die Livemusik stimmt und ich brauche nie wieder Bier im eigenen Kühlschrank abzulegen. Will ich eins trinken, geh ich in meine Stammkneipe. Keine dummen Sprüche. Keine dummen Menschen. Ist schon in Ordnung. Ein bisschen Schade ist nur, dass sie in Chaweng liegt und meine Hütte in Lamai. Das verhindert ein gepflegtes Besäufnis, es sei denn, ich finde jemanden, der mich heimfährt. Aber es ist noch nicht aller Tage Abend. Bla bla. Fasel fasel. Die freien Tage haben sich gelohnt.
Deprokrastination – Möbelkauf
Nachdem ich anderthalb Tage im Bett verbracht und mir vor Langeweile Locken gedreht habe, entschied ich mich, etwas zu ändern. Es kann ja nicht angehen, dass ich hier zwischen Büro und Filmabenden vergammele. Ich erstellte mir einen Aktivitätsplan, dessen Punkte bis Sonntag abgearbeitet zu sein hatten. Nicht dass ich das nicht schon öfter gemacht hätte, es haperte bisher nur an der Erfüllung des Plansolls. Der Plan umfasste nur zwei kleine kurze Punkte: Schreibtisch kaufen, damit ich in meiner kleinen Hütte arbeiten könne und genügend Thais kennenlernen, damit ich mein Thai anwenden und lernen kann.
Wem das als leicht zu erfüllende Aufgabe erscheinen mag, der sollte sich mal zum Thema Soziophobie informieren.
Jedenfalls fuhr ich zwei Tage an verschiedenen Möbelgeschäften vorbei und entschied mich dann am Freitag (finally! it works! i am the human mule!) einen zu betreten. Drinnen schob ich mich an verschiedenenen Möbelstücken vorbei. Man muss sich das so vorstellen, dass da ungefähr 50cm breite Gänge sind an deren Seiten Möbel dreifach in die Höhe gestapelt werden. Ein netter Anblick, vor allem wenn man die Gesetze der Dynamischen Mechanik, die Erdbebenwahrscheinlichkeit in der Region und die Statik der vorbeiführenden Stra?e und deren Befahrer kennt. Ich suchte mir nichtsdestotrotz einen Schreibtisch mit tatkräftiger Unterstützung der Möbel-Thai und zwei Schubfächern aus und meinte dann “Oh, and I need a chair too” worauf sie begeistert “Yes, two chair” verlautbaren lies und mir verschiedene Stühle zeigte. Ich entschied mich für einen, erklärte ihr mehrere Male, dass sich mein “too” auf die additive Bedeutung des Lautes bezog und keine Mengenangabe war, zahlte und war zufrieden.
Punkt 1 erledigt.
?hm, oder auch nicht.
Sie frug “and where to deliver?” was mich vermutlich ein bisschen bleich werden lies (keine Sorge, das sieht niemand zur Zeit, ich hab die Sonnencreme vergessen, als ich am Donnerstag zu Tesko gefahren bin und sehe entsprechend aus). “?hm, thats a little bit complicated. you know pracharakpattana?” — “ah, lamaipattana?” — “nee nee, pracharakpattana, left, left and straight ahead there…”. Das zog sich ein bisschen hin, bis sie quer durch den Laden rief. Plötzlich waren wir von verschiedenen Thais umgeben. Zwei überaus alte zahnlose Männer, zwei ältere Frauen (aber deutlich jünger als die beiden Männer), eine Frau mit jeder Menge Goldkettchen und einem Tuxedo-Thai mit Aktenkoffer. Später kam noch ein kleiner hässlicher glatzköpfiger in der Nase popelnder Junge dazu. Alle sprachen gleichzeitig auf mich und einander ein bis sich schliesslich einer der alten Thais auf ein Moped schwang und entschwand.
Totenstille. Hört man selten in Thailand. Na gut, in letzter Zeit doch häufiger. Aber sonst relativ selten.
Nach 5 Minuten kam der Thai mit einem Moped mit Ausleger zurück und man begann meine Neuerwerbungen aufzuladen und zu lachen. Nach einigen Minuten war man auch damit fertig und wir (die beiden alten Männer und ich) setzten uns langsam in Richtung Hütte in Bewegung. Langsam ist vielleicht nicht der richtige Begriff, denn hätte man die Möbel getragen, wären sie zeitgleich mit den distinguierten Herrschaften angekommen. Aber ich will mich nicht beschweren, ich wei? die Sorgfalt des Transportes zu würdigen. Nach einer kleinen Weile stand tatsächlich ein Schreibtisch in und zwei alte erschöpfte Männer rauchend vor meiner kleinen Hütte.
Endlich. A real place to work. Mit Ausblick auf die Palmen hinter der Hütte. Nach 125 Tagen.
Und Punkt 2 auf der Liste? Sozialisierung? Eine Geschichte für sich.
Verschreibungspflichtig?
Pünktlich mit Beginn meiner freien Tage entschieden sich verschiedene Viren meinen Körper wieder zu besetzen. Wie das so ist mit mir verbrachte ich die letzten 4 Wochen mit gelegentlichen Hustenanfällen und verschob den Gedanken an eine Behandlung nach hinten. So ein bisschen Fieber und ein bisschen Husten fällt ja noch keinen Menschen. Da es aber an vergangene Woche ein kleines bisschen schlechter wurde und jemand in einem hochfiebrigen Augenblick den Begriff Denguefieber fallen lies und ich schon das Genörgel “Siehste, weil du nie zum Arzt gehst” im Hintergrund angestimmt sah entschied ich mich kurzentschlossen und überaus proaktiv eine Pharmazie aufzusuchen.
Dort angekommen denglischte ich gegenüber dem Kassen-Thai vor mich hin und führte ihn meinen Husten vor. Er sprach “Ah, Cough”. So lernt man Englisch. Einem Thai auf Deutsch und Pantomime was vorspielen und dann die Begriffe gesagt bekommen. Er frug “Yuhniedabblets?” was ich kurzerhand bejahte und ihn eine Tür im Hintergrund öffnen, einen Schwall lachenden Thais heraussprudeln und eine Thai erscheinen lies. Die Thai war recht jung, zog sich einen amtlich aussehenden wei?en Kittel an, steckte sich ein Namensschild an und öffnete dann eine Schublade. Heraus nahm sie jede Menge Kram. Sie schaute mich an und evaluierte “Ah, you have feaver!”. Hätte ich nicht gedacht, dass man mir das ansah. “You can take Pennicillin?” Ich erklärte ihr, dass ich Pennizilin nehmen dürfte. Sie nahm daraufhin zwei Packungen Tabletten aus ihrer Schublade und fing an, kleine Plastiktütchen zu beschriften.
Das Ende der Geschichte: Ich kam mit verschreibungspflichtigen Medikamenten nach Hause, die mir vermutlich von dieser Thai verschrieben wurden und werde in den nächsten Tagen nette fette Antibiotika zu mir nehmen. So einfach ist das. Ich versuch nächste Woche mal an Ritalin zu kommen. Witziges Detail vom Beipackzettel: Das Mittelchen wirkt sowohl gegen Infektionen der oberen und unteren Atmungswege als auch gegen Geschlechtskrankheiten. Sehr effektiv. Zwei Fliegen mit einer Klatsche.
PS: Ich habe natürlich erst am Sonntag angefangen, den Kram zu nehmen. Kommt mir nicht in die Tüte, dass ich Samstags nicht in meine Stammkneipe gehen kann. Klar. Ne?
Prokrastination – oder – Iced in (Tagebuch des Reconvaleszenten). Fragmente.
Moag. Ich nahm mir kurzentschlossen aus verschiedenen Gründen drei Werktage frei. Eigentlich wollte ich hier einen langen inneren Monolog zu den gro?en Themen des Alltags bringen. Der bzw. das hat mich aber derartig gelangweilt, dass ich ihn auf einige kurze Ausschnitte gekürzt habe.
Ausschnitt 1: Farbspiele
Noch etwas später
das Ich: Mir ist laaaaangwaaaailig!
das ?ber-Ich: Sammel doch alle Grün-Farbtöne, die du kennst. Angeblich sollen Frauen ja mehr Grüntöne kennen als Männer.
das Ich: Stimmt. Hmm. Hellgrün. Dunkelgrün. Jadegrün. Dingsbumsgrün.
das ?ber-Ich: Dingsbumsgrün?
das Ich: Ja. Hatten wir früher immer im Bad. So komisches Dingsbumsgrün. Hmm. Lindgrün? Ich glaub es war Lindgrün. Muss ich jetzt eigentlich jede abstrakte Assoziation vor dir rechtfertigen?
?ber-Ich: Ja.
das Ich: Dann sag ich keine Grüntöne mehr an.
das ?ber-Ich: Gott bist du dünnhäutig!
das Ich: Da fehlt ein Komma hinter dem Gott!
das ?ber-Ich: Quatsch! Ich meinte…
das Ich: Klappe.
später
das Ich: Patina.
das ?ber-Ich: Was?
das Ich: Patina. Wenn Kupfer oxydiert wird es grün und das nennt man (hoffentlich) Patina. Das ist ein Grünton.
das ?ber-Ich: Das zählt nicht, du wolltest keine Grüntöne mehr ansagen.
das Ich: Klappe.
Ausschnitt 2: Schrank aufräumen
später
Das Ich steht auf und verlässt den Schlafsaal.
die Prokrastination: Ey! Du wolltest heute im Bett bleiben.
das Ich: Klappe. Ich kuck nur mal eben, wie spät es ist.
Es ist 14 Uhr. Verwundert über eine derart lange Aufenthaltsdauer im Schlafgemach beginnt das Ich den Schrank aus und wieder einzuräumen und der Himmel zu regnen (eine Story für sich).
das ?ber-Ich: Ja super, was soll das nun wieder?
das Ich: Hier muss mal Ordnung rein. Man wei? ja gar nicht mehr, was alles in diesem Schrank versteckt ist, so chaotisch wie das alles zusammengestopft ist.
das ?ber-Ich: Weichei.
das Ich: Schnauze.
das ?ber-Ich: Weichei.
das Ich: Lieber weiche Eier als gar keine. (innerlich: Strike!! (Lautschrift: Stöööraiikk!!)
Betretene Stille. Das Ich räumt den Schrank auf.
das ?ber-Ich: Du. Das war aber jetzt verletzend!
das Ich: Ach ne? Echt. Hätte ich das gewusst, ich hätte es nicht gesagt.
das ?ber-Ich: Wirklich?
das Ich: Nein.
das ?ber-Ich: Nein im Sinne von du hättest es nicht gesagt oder Nein im Sinne von du hast das gar nicht so gemeint.
das Ich: Ja.
das ?ber-Ich: ähm, …
das Ich: Klappe.
Ausschnitt 3: Traumschaum
Es klingelt. Ich stehe auf, gehe an die Tür. Vor der Tür steht der Gerichtsvollzieher und begrüsst mich freundlich.
das ?ber-Ich: Du wolltest doch die Türe nicht mehr aufmachen, wenn es klingelt.
das Ich: Stimmt. Vergessen. Mist.
Die Vögel umkreisen den Gerichtsvollzieher der sich bückt und mit seinen grünen Fingern an deren Enden Noppen seinen Halt an der Wand gewährleisten aus seiner Aktentasche ein Räucherstäbchen hervorzieht, es anzündet und in unseren Hausaltar steckt.
das ?ber-Ich: ?hm. Moment. Wir haben doch gar keinen Hausaltar.
das Ich: Stimmt. Seltsam.
das ?ber-Ich: Ein Traum.
das Ich: Ah!! Das würde einiges erklären.
das ?ber-Ich: Ja.
das Ich: Ja.
das Kind im Manne: Wollen wir ihn mit Litschi-Sirup beschmieren?
Ausschnitt 4: KungFu
Er bringt seine Wäsche zur Wäscherei, kauft Milch und (Trink)Joghurt und sieht sich ‘Kung Fu Hustle’ zum vermutlich zehnten Mal an.
das ?ber-Ich: Ich versteh wirklich nicht, warum du dir diesen Film ständig ansiehst. Du verstehst kein Chinesisch und KungFu-Filme magst du schon gar nicht.
das Ich: Moschi moschi!
So ging das die ganze Zeit weiter. Nach den drei freien Tagen kam ein Wochenende. Nichts wirklich Interessantes. Wir haben also nichts verpasst und gehen weiter im Protokoll.
Wasser, Wind und Holz
Es warnen ja immer wieder die intimen Kenner des Verkehrs auf der Insel vor dem Mopedfahren ohne Helm. Schlie?lich kann da ne Menge passieren. Man kann von einem Truck von der Stra?e gewischt werden, gegen andere Verkehrsteilnehmer fahren oder einfach so vom Moped fallen. Was diese Leute nicht wissen ist, dass man ebensogut von einem Baumstamm vom Auto gewischt und mit gespaltenem Kopf auf die Stra?e geklatscht werden kann. Da hilft dann auch kein Plastikhelm.
So ges(ch)ehen gestern.
Das ganze Wochenende durch war das Wetter schon wie immer am Wochenende. Verregnet und überaus stürmig. Gestern morgen dann schien die verlogene Sonne und animierte mich zu einem Teskobesuch. Sonntags fahre ich immer den “langen Weg” zu Tesko, untenrum und über Ban Nathon. Dort sieht es noch so aus wie neulich. Weshalb ich ziemlich schnell bei Tesko war. Nach dem Einkaufen steht sonntags immer ein ausgedehnter Cafe-Besuch mit Leute-Beobachten an. Diesmal ging das nicht, denn das Cafe war voll. Als ich rauskam, sah man dann auch, warum. Ein Unwetter lies jede Menge Wasser durch die Luft flie??en. Ich wei? nicht genau warum, aber man war auch unter dem Motodrom (muahahaha, also der Mopedparkplatz, überdacht) nicht vor den Regenmassen geschützt. Ich testete also meine Einkäufe und wartete auf das Ende des Regens (glaubt man den Kennern, regnet es hier nur 5 Minuten — lustig, wie schnell sich Kenner disqualifizieren).
Nach einer Weile hörte es auf zu regnen, ich trocknete mein kleines Moped ab und fuhr los. Es fing wieder an zu regnen.
Hierzu muss man wissen, dass diese Insel und das Wetter eine Arbeitsgemeinschaft eingegangen sind, um mich mürbe zu machen. Wenn es um mein Haus herum regnet und ich auf Arbeit oder anderswo hinwill, dann läuft das immer so ab: es hört auf zu regnen, ich geh raus, trockne das Moped ab, es fängt an zu regnen, ich geh rein, es hört auf zu regnen, ich geh raus, trockne das Moped ab, es fängt an zu regnen, ich geh rein, es hört auf zu regnen, ich geh raus, trockne das Moped ab, es fängt an zu regnen, ich geh rein, es hört auf zu regnen. Meistens kann ich nach dem dritten Mal dann los fahren. Ich habe auch schon versucht, nur drei Mal das Rausgehen anzudeuten, aber die zwei lassen sich nicht hinters Licht führen.
Jedenfalls regnete es wieder, sobald ich auf der Stra?e war. Dazu kamen Windstö?e, die mich zuweilen unfreiwillig die Spur wechseln liesen. Ich fuhr in einer Wagenkolonne so vor mich hin. Nach einer Weile kamen wir an einer ziemlich gefährlichen Stelle vorbei, wo Felsen auf der einen Seite und das Meer in 30 Metern Tiefe auf der anderen Seite die Stra?e einsäumen. Ich war noch ca. 50 Meter von der Kurve entfernt, als auf der Gegenspur ein Wasser-Pickup um die Kurve kam. Wasserpickups sind Pickups mit 25 Liter Wasserflaschen. Hinten sitzen meist ein paar Thais auf der Ladefläche, die die Flaschen dann schleppen dürfen. Auf diesem Pickup sa?en auch Thais. Ein Windsto? kam. Ein Baumstamm segelte vom Felsen herunter, traf einen dieser Thais mit voller Wucht, riss ihn mit sich, schmetterte ihn auf die Stra?e und zersplitterte.
Der Thai war vermutlich schon tot als der Baumstamm ihn traf. Wenn nicht, dann hätte ihn wohl das Zerspittern seines Schädels beim Aufschlagen auf den Asphalt getötet. Er lag da so auf der Stra?e, Blutlachen breiteten sich aus und alle standen nur so rum. Die Thais waren überaus geschockt und niemand regte sich oder sagte ein Wort. Das war ziemlich gespenstisch. Es ging auch niemand zu ihm hin. Es bildete sich ein gro?er Kreis aus Autos, Menschen und ein kleiner Kreis aus Blut. Er lag auf dem Bauch, sein Körper leicht gekrümmt, als ob er noch sä?e, die Arme an der Seite, die Handflächen nach oben.
Nach einer Weile löste sich der Kreis auf und jemand begann den Verkehr um den Toten herum zu regeln und die Autos und Mopeds weiter zu schicken. Als ich weiterfuhr war noch niemand zu ihm gegangen. Der Wasserpickup blieb wohl so 100 Meter entfern stehen. Ausgestiegen ist niemand.
Auf meiner Stra?e haben sich auch alle Palmen ihrer Nüsse und Blätter entledigt. Die Stra?e sieht aus wie ein Schlachtfeld.
Naja.
Ich habe ja schon gehört, dass die Thais in der Lage sind, alles Schlechte mit einem Lachen wegzuwischen. Es ist aber sehr interessant zu sehen, dass sie durchaus geschockt sein können. Lange wird das nicht anhalten und sie sitzen wieder lachend auf der Ladefläche ihrer Pickups. Es stimmt schon, wenn man als Thai älter als 40 Jahre wird, ist man alt.
Und ich?
Ich habe in den letzten Jahren einiges gesehen, was ich, würde es in einem Film vorkommen, als überaus schlechten Special Effect abkanzeln würde. Da ich aber in keinem Film lebe, scheinen schlechte Special Effects zum Leben zu gehören. Wir stumpfen ab (s/wir stumpfen/ich stumpfe). Und der Beobachtermodus als Selbstschutz funktioniert immer noch ganz gut. Ich habe natürlich nicht geschlafen heute und werde es die kommenden Nächte wohl auch nur mit träumlichen Beeinträchtigungen.
Und heute scheint die Sonne wieder.
Mutitag
Und passend zu Bild und Tag noch ein paar Songs .
Probleme?
Das Mädchen das nie lächelt muss wohl ziemliche Probleme haben, denn eben lief sie bepackt mit einem Glas Milch, einem Glas Saft, jeder Menge Blumen, Unmengen an Räucherstäbchen und so seltsamen Pendelstrippen zum örtlichen Geisterhaus und wai-te, was die Wirbelsäule hergab.
Ist interessant wie die Geister trotz Buddhismus’ überall hervorschauen. Mal sehen, obs was bringt.
PS: Es scheinen viel schlimmere Probleme zu sein, als bisher angenommen. Jetzt kam sie mit einer Platte Obst und stellte das ab.
Fussmassage
Hier in Thailand kann man sich auch die Füsse massieren lassen. Neben “normalen” und Thaimassagen gibt es auch ?lmassagen und Massagen von Männern für Männer (ich kann mir gerade mal nichts drunter vorstellen) und andere Unterarten. Und eben Fussmassagen.
PS: Sorry, ich wollte das Bild unbedingt bringen und mir fiel kein anderer assoziativer Text ein. Das Bild ist von Simon Dewey und es gibt noch viel mehr davon .
Wie haben den Längsten
Auch wir haben heute einen Feiertag. So. Damit ihr es wisst, Seine Majestät König Bhumibol Adulyadej wurde am 5. Mai 1950 gekrönt. Damit ist er heute 55 Jahre im Amt. So lange hält es kein Papst aus. Jedenfalls ist er damit der (Achtung, jetzt kommts) am längsten regierende noch lebende Monarch. Ich habe mir jetzt mal nicht die Mühe gemacht, nach dem am längsten tot regierenden Monarchen zu suchen.
Bhumibol (den man manchmal auch Bhumipol schreibt, je nachdem, welche Transkription man für die thailändische Sprache gerade wieder nutzt) ist übrigens der neunte König der Chakri-Dynastie. Auch dieser Feiertag wird wieder drei Tage lang gefeiert. Seit vorgestern schon wird kräftig gebechert und Karaoke gesungen.
Das feiern wir heute jedenfalls mit einem Becher Blaubärtrinkjoghurt.
Autorenbildnis
Alles * macht der Mai
Wie? Was? Mai? War doch grade noch März? Irgendwie ist der April an mir vorbeigezogen wie ein thailändischer Lastwagen. Wobei, den hätte ich vorbeiziehen gemerkt.
Naja. Sind wir also im Mai. Monat 5 des Jahres 5. Ich könnte mir vorstellen, dass viele Paare denken, es wäre nett, am 5. Mai zu heiraten. Schade, dass man den Scheidungstermin nicht auch so merkbar wählen kann.
Nun, was wird der Mai bringen? Ich habe ihn zum Monat der Selbstexperimente erkoren. Unter anderem werde ich testen, wie lange ich auf der Beach-Road stehen kann, ohne von einer Frau angemacht zu werden. Dann werde ich testen, wie lange ich auf der Beach-Road stehen kann, ohne von einem Ladyboy angemacht zu werden. Dann werde ich mal wieder in die Disco gehen (für diejenigen unter meinen Lesern, die meines Alters oder älter sind: Laute Musik, stroboskope Lichter und jede Menge Leute). Au?erdem hatte ich schon lange mal vor, die komische Stra?e hinter dem Haus im Dschungel hochzufahren. Bin gespannt, wo man da rauskommt.
Es gibt viel zu tun. Der Mai ist da.
PS: 11 Jahre Grausinn. Ein Hoch auf, ähm, …
Gleich
Man beachte mal die Anbindung, unter der wir hier arbeiten. Ich finde, es sollten mehr Sextouristen auf die Insel kommen. Das wird zum einen für eine ?bersättigung der Thaifrauen sorgen, so dass mir abends auf der Beachroad nicht mehr “Hello, nice man” hinterhergerufen wird (Verzeihung, ich habe einen Spiegel und erkenne falsche Aussagen).
Zum anderen hätte es den Vorteil, dass viele Leute ins IT-Centre gehen um Mails nach Hause zu schreiben, dass es ihnen gut geht und sie immer am Strand liegen, weshalb sie sich nicht melden können, nur um ihr Gewissen zu beruhigen.
Damit steigen die Einnahmen des IT-Centres und sie können neue Leitungen legen. Damit steigt die Anbindung. Sex hat Vorteile.
Und nun zurück zum erwartungsvollen Betrachten des Fortschrittbalkens.
Alt
Verdammt (Schnauze, das ist mein Blog, hier darf ich fluchen wie ich will)!!!
Eben hatte ich im Kopf einen Dialog mit einem erheblich jüngeren Skriptkiddy und beendete meine überaus brauchbaren Belehrungen mit den Worten “Naja, das wirst du auch noch lernen, wenn du mal in mein Alter kommst.”
Sowas sagen doch sonst nur alte Leute. Herrje. Ich werde alt. Ich werde einer von ihnen. Da kommt man nicht drumrum. Ich glaube, ich brauche Kinder. Zur Kompensation.
Ob ich mich mit 60 auch noch so jung fühlen werde wie jetzt? Ich finde, ich sollte langsam Falten oder sowas bekommen, damit ich jeden Morgen vor Augen habe, dass es vorbei mit der Jugend ist.
Ich setze erstmal die Geburtstage für 5 Jahre aus. Das hat schonmal geholfen.
PS: Gemerkt? Ich gehe von einer Lebensdauer von mindestens 60 Jahren aus. Ist das nicht ne nette Nebeninformation?
Homebanking Thai-Style
Nun, ich hatte bereits mehrere Male berichtet, dass ich allmonatlich (eigentlich den ganzen Monat hindurch) versuche Geld aus meinen reichhaltigen Pfründen hier nach Deutschland zu schieben. In Deutschland leben meine Gläubiger und denen geht es nicht so gut, wenn sie kein Geld bekommen. Ich habe viele Gläubiger. Seit drei Monaten betrete ich nahezu jede Bank und frage, ob es denn möglich wäre, Geld nach Deutschland zu schicken. Immer sagen die überaus freundlichen Schalter-Thais ja, stellen dann aber fest, dass sie das Ja für Transfers nach Thailand meinten, nicht aus Thailand, das wiederum ginge nicht. Western Money Transfer bieten alle Banken vollmundig als schnellste Art Geld weltweit zu bewegen an. Aber anscheinend werden die Angestellten nur für das Ausfüllen der Receive-Formulare ausgebildet, nicht für die Send-Formulare.
Das ist die wahre Hölle. Ich dachte ja, es wäre die Hölle gewesen, als ich mit 500 Euro Sozialhilfe im Monat in Deutschland auskommen musste, aber es geht tatsächlich besser: Geld haben und nicht dahin schicken können, wo man es braucht.
Interessanterweise bietet das thailändische Bankensystem (auf der Insel habe ich drei verschiedene für Normalmenschen zugängliche Bankketten gefunden und auf die trifft das zu) so etwas wie ?berweisungen und Lastschriften nicht an. Bankkonten sind dazu da, Geld rumliegen zu haben. Will man was kaufen oder bezahlen, dann hebt man das Geld ab und trägt es bar zum Händler. Sehr effektiv.
Was geht sind Kreditkarten, die wiederum bekommt man aber erst nach dreimonatigem Zahlungsfluss (was nun langsam erreicht sein dürfte).
Nun, gestern war also Paniktag angesagt, weil ich weder über dunkle noch über helle Kanäle mein Geld nach Deutschland schieben konnte. Ich habe mich also auf einen Amoklauf vorbereitet und mir vorgenommen, die Hauptfiliale meiner Bank in Ban Nathon nicht zu verlassen, ehe ich eine verbindliche Zusage für einen Geldtransfer habe.
Ich ging in die Bank und diesmal nicht gleich an einen Schalter, sondern blieb erstmal im Eingang stehen und schaute ein bisschen in der Gegend rum. Das hätte ich mal viel früher schon so machen sollen. Denn plötzlich kam aus der hintersten Ecke ein kleiner Banken-Thai angewuselt und fragte mich in überaus verständlichem Englisch (eine Seltenheit in Thailands Banken), was mein Begehr wäre. Ich erklärte ihm, dass ich Geld nach Deutschland schieben wolle (und er sich ja nicht bewegen solle, sonst wärde mein Finger am Abzug der Pumpgun nervös und das wöllten wir doch beide nicht).
Oh Wunder. Der Himmel weinte eine gro?e dicke blaue Träne, Engels-Chöre erklangen und ein starker Sonnenstrahl brach sich den Weg durch die Scheiben die Stelle erhellend auf der ich stand. Die Zeit stand für einige Sekunden still und niemand bewegte sich. Ein Schmetterling umtänzelte meinen Kopf und flatterte davon.
“Yes Mister, this is possible” sprach der Thai “please follow me”. Ich versuchte mir nicht anmerken zu lassen, dass sich hinter meinen klaren graublaugrünen Augen ein See von Glückstränen verbarg und followte ihm. Am WesternMoney-Tisch (erkennbar durch gepolsterte gemütliche Sitze, andere Schalter haben Holzstühle stehen) bereitete er mir ein Send-Formular vor und lies mich mit einem weiblichen Banken-Thai zurück.
Dieser weibliche Banken-Thai konnte anscheinend nicht allzugut Englisch, denn auf meine Frage “could I please get a new form, I wrote the wrong name in here” meinte sie freundlich “yes, you have to sign here” und tippte auf das Ende des Formulares. Nun, ich strich den Namen einfach aus und schrieb den Receiver-Namen dahinter. Dann signte ich den Kontrakt und schob alles rüber. Sie sagte freundlich “one moment please” und verschwand. Nach 10 Minuten wedelte sie am Tisch vorbei, sagte “one moment please” und entschwand wieder. Man sah sie dann und wann an verschiedenen Stellen der Bank auftauchen und Stempel und Unterschriften von verschiedenen wichtig aussehenden oder sich habenden Personen einholen. Nach weiteren 10 Minuten erschien sie wieder, gab mir einen Beleg mit dem ich nun den weiteren Werdegang meines Geldes nachverfolgen könne und liess sich von mir das verschobene Geld geben. Ich gab es nur wiederwillig. Es fühlt sich gut an. Ein Bündel aus vielen Tausenderscheinen in den Händen zu halten. Bündel.
Jedenfalls habe ich es geschafft, Geld nach Deutschland zu schicken. Nun muss es nur noch ankommen. Ich bin gespannt.
PS: Sobald ich meine Kreditkarte habe, läuft das weitaus effektiver ab. Ich lege mir ein Paypal-Konto für das Deutschland-Bankkonto zu und lasse Paypal meine Kreditkarte belasten.
PPS: Lehre aus dieser Geschichte: In thailändischen Banken als Farang nicht in die Schalterschlange stellen sondern einfach stehen bleiben. Die Banken-Thais kommen dann schon, weil man die Aussicht auf die Stra?e verstellt und fragen, was man will und meistens ist das dann ein Thai, der des Englischen mächtig ist und nicht nur auswendig gelernte “juh sään hier” verspritzen kann.
Irgendwie ist ein Feiertag
Irgendwie ist heute ein Feiertag. Wir wollten grade Mittag essen gehen, aber irgendwie sind auf 100 Meter alle Restaurants geschlossen. Ohne Vorwarnung. (Weiter sind wir nicht gekommen, weil es dazu noch ziemlich warm ist. Da bewegt man sich nicht allzugerne.) Als ich heute morgen aus Ban Nathon zurück kam, lief ein seltsamer Mönch durch Lamais Stra?en und alle Leute versuchten irgendwie ihm Schatten mit ihren Schirmen zu spenden. Der war wohl ziemlich wichtig.
Wie gesagt. Unerhört. Ein Feiertag. Und unsereins muss unter dem Joch der Arbeit hier, rum, arbeiten.
Trockenzeit, jaja
Soso. (Schon gemerkt? Ich liebe Doppelungen kleiner Wörter. Blabla.) Trockenzeit haben wir also. Ich glaubs sogar. Und seit drei donnert und leuchtet der Himmel als ob er die Insel zurückerobern will. Die Luft ist seltsam feucht, als ob die Wolken sich jeden Moment in ihre Bestandteile auflösen wollen.
Koinzidenterweise findet das Ganze an dem Tag statt, an dem ich nach Ban Nathon (auf die andere Seite der Insel) muss, um irgendwie Geld nach Deutschland zu schaufeln. Naja. Mopedfahren im Regen macht auch Spass. Ich seh nass nur immer sehr unbonibel aus.
Hei? in der City
Der männliche Bulle
So. Da hab ich eben im Thaiunterricht erzählen wollen, dass ich einen Bullen gesehen habe, der männlich ist (man muss manchmal komische Sätze bilden, um alle neuen Worte zu verwenden). Als Neung (unser Thailehrer) fertig war mit Lachen, erklärte er mir, dass ich ein männliches, hömm, Geschlechtsteil gesehen habe. Gut zu wissen.
Falsch war, dass ich kway mit steigendem Ton gesprochen hatte und nicht mit gleichbleibenden Ton. So schnell kanns gehen.
PS: So im Nachhinein fällt mir dann doch auf, wie ich mir den Unterschied zwischen Büffel und Penis merken kann.
Schulanfang steht an
Temperaturbeobachtungen
Gestern habe ich mir bei Tesko mal eine Digitaluhr gekauft. Nicht wegen der Zeitanzeige, die ist hier uninteressant und sowieso relativ. Sondern wegen der Temperaturanzeige. Die Uhr hat auch ein Pendel Sehr sinnvolles Gimmick für eine Digitaluhr. Naja. Gekostet hat sie übrigens knapp einen Euro. Witzige Sache das.
Jedenfalls habe ich dann die Nachtstunden damit verbracht, die Temperatur zu beobachten. Abends, so gegen 20 Uhr, waren es 36 Grad Celsius. So gegen 24 Uhr waren es dann angenehme 31 Grad Celsius. Um vier genossen wir (die Moskitos und ich) eine gemütliche 28 Grad-Atmosphäre und am Morgen (6 Uhr) hatten wir dann 26 Grad geschafft.
Nun. Nett. Ich hab dann um sieben begonnen, Samstagsputz in meiner Hütte zu machen und während dieser einen Stunde (mehr braucht man nicht) das Thermometer wieder steigen gesehen. von 28 Grad auf 32 Grad.
Im Augenblick sind es 36 Grad, was mich dazu veranlasst, ins tiefgekühlte Büro zu migrieren. Wenn das jetzt noch ein paar Monate so gehen soll, dann brauch ich eine tragbare Klimaanlage. Oder so nen Gummianzug mit integrierter Kühlung.
It’s hot in the city.
Tsutaya hat die DVD entdeckt
Nun gut, die wenigsten mag es interessieren, aber als ich heute meinen freitäglichen Besuch bei Tsutaya, meinem samuianischen VCD-Dealer, machte, hatten die plötzlich jede Menge DVDs zum Preis einer VCD. Nun gut. eine DVD ist nicht unbedingt eine DVD. Der Inhalt macht die Qualität. Blafasel.
Jedenfalls bin ich nun im Besitz von verschiedenen Horro-DVDs bei denen immer Jason aus Halloween mitspielt. Themenabend. Jawollja.
PS: Ich hab natürlich vergessen, ein ordentliches stromlos arbeitendes Repellent zu kaufen. Muss ich wohl morgen wieder zu Tesko. Und Tsutaya.
PPS: Ich habe die Kommas entdeckt. Aber ich glaube, das wird nur ein kurzes Intermezzo geben. Unterbricht den Redefluss irgendwie.
Nächtlicher Stromausfall
Gedankenprotokoll einer Nacht
ca. 3:00Uhr: Pling. Hmm? Was? Wieso? Häh? Margh! Wo ich doch grade so angenehme Träume hatte! Hmm. Summsumm. Wedel. Klatsch. Mist. Was soll das nun. Dieses blöde Moskito-Repellent-Ding funktioniert wohl nicht? Mist. Wieso leuchtet das nicht? (Es sei angemerkt, dass ich ein nettes angeblich 90 Tage haltendes Moskito-Repellent auf der Basis von Strom und irgendeiner Chemikalie im Schlafraum stehen habe, das idiotischerweise das Zimmer grün ausleuchtet, wenn es am Strom hängt, aber Moskitos und anderes insektuöses Gelumpe von mir fern hält.) Nettes Feature. Leuchtet nicht mehr, wenn es verbraucht ist. Naja. Weisste ja, was du morgen bei Tesko kaufen wirst.
90 Tage. Klar. höchstens 7 Wochen waren das. So ein Schrott. Summsumm. Wedel. Klatsch. Ist aber nett, wie dunkel es gleich ist, wenn das Teil aus ist. Hmm. Wobei. Irgendwie ist es ja ganz dunkel hier. Und der Kühlschrank ist auch verdächtig ruhig. Hmm. Und das Klack der Pumpe (weil im Bad die Leitung tropft) ist auch nicht zu hören.
(An dieser Stelle habe ich mich dann mal aus dem Bett gedreht und bin auf Erkundung gegangen. Gegenüber war kein Licht zu sehen. In den Hütten der Bauthais auf der anderen Stra?enseite war kein Licht zu sehen (da brannte immer welches). Nirgendwo war Licht zu sehen. Das dumpfe Dröhnen der Disko irgendwo hier in der Nähe war auch nicht zu hören. Stromausfall.)
Soso. Klar. Hmm. Schon logisch, dass ein elektrisches Repellent nicht funktioniert, wenn kein Strom da ist. Summsumm. Wedel. Klatsch. Naja. Dafür ist es nett dunkel und ich kann mal durchschlafen.
Summsumm. Wedel. Klatsch. Wedel. Summsumm. Picks. Manchmal frage ich mich wirklich, warum die Biester mich nur in die Füsse stechen. Ab unter die Decke.
10 Minuten später: Boah ist das heiss hier. Alles nassgeschwitzt. Erstmal einen Eistee zu mir nehmen. (Der Eistee war warm. Logisch. Kühlschränke brauchen dann und wann auch Strom. Selbst hier.) Ok. Lassen wir uns also Lufttrocknen.
10 Minuten sp??ter: Summsumm. Wedel. Klatsch. Mist. Ab unter die Decke.
Vorstehende zwei Absätze wiederholten sich dann die folgenden drei Stunden bis ich um halb sieben wieder Strom hatte, unter die Dusche schlüpfen konnte (Wasser kommt nur, wenn die Pumpe (auf Basis von Energiezufuhr) pumpt) und Moskitos mit dem Wasserstrahl jagte. 3 Stiche. 5 Frags. Ich bin der Held und Geduld zahlt sich am Ende doch immer aus.
PS: Ich habe mich den ganzen Morgen darauf gefreut, einen Eintrag zu schreiben, in dem das Wort Repellent inflationär vorkommt. Hoffentlich habe ich es richtig geschrieben. Auf der Verpackung steht zwar “Liquid Electric Mosquito Repellent” aber Thais haben ihre eigene Ansicht von orthographischem Englisch.
PPS: Ich glaube, ich versorge mir heute ein energieautarkes Repellent für nächtliche Notf&aum;lle. Weil wenn der Strom mal wirklich weg ist, kann man eigentlich gut schlafen, da es ganz dunkel ist. Sonst haben die Thais immer irgendwo Lichter und Musik an.
PPPS: Moskitos und nächtliche Hitze. Ich glaube, die Trockenzeit kommt langsam.
PPPPS: Der MP3-Player war geladen. Sowohl der Akku als auch die Playliste. So war es weniger langweilig.
No Gas
Die haben einfach meine Tankstelle abgerissen. Wo die doch so schön auf dem Weg zur Arbeit lag. Nun muss ich nach Chaweng oder runter nach Hua Thanon. Das ist eine kleine Weltreise ;)
Gottes Rottweiler
Gut, dass wir Bayern doch nicht ausgegliedert haben. So. Wir haben also einen Papst. Nicht das wir vorher keinen gehabt hätten, aber die Journalisten, die heute aus Rom schreiben, dürften damals (bei der letzten Konklave) noch in Windeln gewickelt im Krippenspiel mitdargestellt haben. Also ist es ein mediales Ereignis geworden. Man hätte ja fast glauben können bei soviel multimedialer Aufmerksamkeit hätte auch die katholische Kirche einen Neuanfang verdient.
Hat sie wohl nicht. Will sie wohl auch nicht.
Der 265. Papst ist eigentlich der 264. Papst, weil Papa Ratzi bereits beim “alten” Papst immer auf den Fotographien im Hintergrund zu sehen war. Schon dieser Papst (wir nannten ihn damals Johannes Paul den Zweiten) war dem Opus Dei nahestehend. Gut, das nur am Rande.
Was bittesehr immer auch die Redakteure der Bildzeitung zur ?berschrift “Wir sind Papst ” bewogen haben mag — das weiss nur der Papst und sein Chef selber. Mag sein, dass es toll ist, dass ein Deutscher Papst geworden ist. Ich bin schon ganz froh, dass ein Katholik Papst geworden ist. Der Posten Papst ist allerdings nicht mit der Ratspräsidentschaft der EU vergleichbar, nicht mit dem Vorsitz der FIFA. Es ist kein Gewinn. Er wird schneller altern als er glaubt. So wie BILD feiert, werden wir (Deutschland) die Weltmeisterschaft mit diesem Papst ganz sicher gewinnen. Welche? Jede. Windsurfen ganz sicher.
Im Spiegel-Interview mit dem Münsteraner Theologen Horst Herrmann sagt dieser so einiges. Unter anderem:
Er hat ein bestimmtes Weltbild. Er ist sehr versiert in der Philosophie und in der Zeitgeschichte. Er ist der Auffassung, wir lebten in einem Zeitalter der Beliebigkeit, des Relativismus, jeder darf tun, was er will, schrankenloser Individualismus, Rücksichtslosigkeit, Narzissmus, Egoismus sind die Stichworte. Und der Katholizismus, der steht unter Ratzinger für die Kontinuität einer festgefügten, seit 2000 Jahren unveränderten Wahrheit.
Ratzinger ist ein “Top-Theologe”. Ratzinger ist ein Mann, der gegen gleichgeschlechtliche Ehen ist, der Verhütungsmittel verdammt und ?kumene blockiert. Fatal gesagt: Er ist ein Mann, der wenn er könnte die Kirche wieder ins Mittelalter versetzen würde. Diese Wahl war eine Wahl des Rückschritts für die katholische Kirche.
Ich hätte nun fast geschrieben, Benedikt IcksPfauIh wäre das schlimmste Ergebnis, das kommen konnte, aber das wäre Kardinal Meisner aus Köln (der Andi Moeller der deutschen Bischofskonferenz) gewesen, der unter anderem dafür gesorgt hat, dass sich die katholische Kirche Deutschlands aus der Schwangerschaftsberatung zurückgezogen hat.
Josef und Maria
(12:34:26) Gunnar: BILD: “Sein Vater (Gendarm) hieß Joseph. Seine Mutter Maria. Seine Geburt war ein Zeichen.”
(12:34:34) Patrick: zeichen?
(12:34:38) Patrick: ahso
(12:34:42) Patrick: herrje. bin ich langsam
(12:34:44) Gunnar: was weiss ich …
(12:34:53) Patrick: josef und maria
(12:35:12) Gunnar: hiessen meine urgrosseltern auch …
(12:35:19) Gunnar: ob ich noch chancen habe?
(12:35:26) Patrick: und? war von deinen grosseltern einer papst?
(12:35:33) Gunnar: nee
Neulich bei Family Mart
Ein etwas dicklicher kleiner europäisch aussehender Mann steht vor dem Bierkühlregal und befindet sich in einer der letzten Phasen des Entscheidungsprozesses für den bevorstehenden Bierkauf. Er öffnet die Tür des Kühlschrankes und greift nach dem guten alten (und äu?erst preiswerten) Beer Chang. Da ertönt aus dem hinteren Bereich der Verkaufsstätte eine hohe nervige Stimme: “You dont need to buy this cheap stuff! Buy the better beer. You can give out money for me. Man!” — eine äu?erst leichtbeschürzte (mehr Gürtel als Rock und ein leichtes Stoffstückchen zum Bedecken der Nippel) und nicht schön anzusehende Thai (sie machte tatsächlich einen etwas verbraucht wirkenden Eindruck) bewirkte mit ihren gar lieblich vorgetragenen Worten ein heftiges Erröten des kleinen dicken Mannes bis tief in die haarigen Gefilde seines meiner Meinung nach zu weit offenen Hemdes. Er griff nach der teuersten Sorte Bier, entnahm einige Flaschen, ging rot zur Kasse, zahlt wortlos und verlässt meinen Lieblingsladen, eingehakt die Thai.
Warum ich das erzähle? Nun — drei Punkte:
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Mein Lieblingsladen ist es, weil er genau in der Mitte auf dem Heimweg liegt. Ich fahre die Stra?e von Lamai hinunter, sehe den Leuten bei dem was auch immer sie gerade machen zu und halte dann bei Family Mart. Dort kauf ich verschiedene Glücklichmacher des täglichen Bedarfes ein und fahre dann von der Hauptstra?e runter auf meine kleine Rennstrecke. Denn da, wo die schneidende Stra?e vom Family Mart auf meine Pracharakpattana fährt, beginnt die Strecke auf der man recht schnell vorwärts kommt, weil nicht mehr so viele Kurven zu bewältigen sind. Ich fahre natürlich nicht schnell. Ich blinke überall und schreie nicht manchmal an unbelebten Stellen vor Vergnügen, wenn der Wind die Haare im Nacken bündelt. Weil der Wind die Haare nicht bündeln kann, wenn man eine drei?ig fährt. Aber angenommen ich wäre ein cooler Mopedfahrer und würde rasen, dann wäre die Strecke optimal. Jedenfalls deshalb ist der Family Mart meine Lieblingseinkaufslokalität.
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Wie tief muss man fallen, um nach Thailand zu reisen, eine preiswerte Frau zu erwerben (und sei es nur für Stunden) und sich dann von ihr derart in der ?ffentlichkeit herumkommandieren zu lassen? Wenn jemand darauf steht — bitte! Aber muss es dann gleich eine derart verbraucht aussehende Thai sein? Die Auswahl ist um die Zeit, in der ich zu Family Mart komme noch derart gro?, dass man ruhig gängigen Schönheitsidealen ein wenig näher kommen könnte. Auch als kleiner dicker Mann. Nenene. Bedauernswertes Geschöpf (beide).
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Kein Beer Chang? Eine Frechheit. Dabei ist Russisch Roulette doch so ein nettes Spiel! Beer Chang hat nämlich die Eigenschaft unterschiedliche Alkoholgehälter je Flasche und Produktionseinheit zu haben. Man kann nach einer Flasche absolut fertig sein und am Folgetag mit zittrigen Gliedern im nicht nach vorne kippbaren Bürosessel hängen oder viele Flaschen trinken und nichts von irgendwelchem Alkohol feststellen.
PS: Falls der Eindruck entstanden ist, man könne bei Family Mart Thaifrauen erwerben — dem ist nicht so. Dazu muss man schon noch ca. 200 Meter weit hinter den Family Mart gehen. Dort aber ist die Auswahl gro?.
PPS: Ich sollte ein Sextouristenbeobachtungsblog aufmachen. Mit Fotos. Sex sells.
PPPS: Irgendwie beruhigend zu wissen, dass ich keine Thaifrau suchen muss.
Wir lernen Thai
Auf dem Bild sieht der geneigte Betrachter einen dicken und einen langen Vater sowie einen dicken (Korsett?) und einen langen Sohn. Eigentlich ein Kind. Und einige Trennstriche.
Der Vater ist dicker als das Kind. Nämlich.
Ratzinger und Martini
Rudi Ratzinger ist ein Musiker, der als :wumpscut: überaus interessante elektronische Musik macht. Anscheinend hat er in letzter Zeit eine Menge Material herausgebracht das in meiner Sammlung noch fehlt. Muss ich wohl mal aufstocken.
Martini wiederum ist ein überaus wohlschmeckendes Getränk. Ich entsinne mich an verschiedene Kinobesuche mit einer Martiniflasche (nicht nur, aber auch) und verschiedenen Gläsern. Mancher Film lie? sich nur so ertragen. “Das Fünfte Element” allerdings war einer der Filme, die auch ohne Martini erträglich waren, durch Martini aber noch angenehmer zu genie?en waren.
Ratzinger und Martini.
Jaja.
Und am Mittwoch erzähl ich vielleicht mal was über die Papstwahl.
Unsere kleine Insel
So langsam scheint es mir, dass ich doch auf einer zu kleinen Insel lebe. Gestern bei Tesko hab ich jede Menge Leute gesehen, die ich schon öfter vorher gesehen habe. Einen Typen hab ich ganz am Anfang meines Einkaufbesuchs gesehen und dann die ganze Zeit überlegt, wer das wohl sein mag. Am Ende wusste ich es. Das war der Mensch, der dieses wunderbare Passphoto auf der rechten Seite gemacht hat. Ist also doch recht klein, die Insel.
Freitagabend
Hmm. Irgendwas scheint an den von “alteingesessenen Expats” propagierten Bombendrohungen dran zu sein. Heute wurde ich auf dem Motocycledrom bei Tesko nicht mit einem Zettelchen ohne Sinn und Zweck das ich beim Rausfahren wieder abgeben darf begrüsst sondern mit der netten Aufforderung mein Moped auszumachen und die Kofferklappe zu öffnen. Ein bisschen rumgesucht und weiterschicken — ging ganz schnell. Im Tesco dann kam sobald ich meinen Wagen mal 5 Minuten stehen gelassen habe gleich ein wichtig aussehender Mitarbeiter und prüfte, ob auch wirklich nichts irgendwo tickte.
Meine Tankstelle haben sie auch gleich komplett abgebaut. Obwohl ich bezweifele, dass das in Zusammenhang steht. Nur ist das Tanken jetzt nicht mehr auf dem Weg zur Arbeit. Muss ich wohl mehr Inselrundfahrten durchführen.
Morgen steht wieder ein Versuch an, Geld nach Deutschland zu schicken. Ist immer wieder lustig, was sie für Ausreden haben und bisher hats auch noch nie geklappt.
Naja.
Wir sind hier halt in Thailand.
Wasser
Es ist etwas ungünstig derzeit vor die Türe zu gehen.
Songkran – hoffnungslos
Es ist hoffnungslos. Jetzt fahren die Leute mit ihren Pickups in der Gegend rum, haben da ihre Wasserfässer draufgepackt und spritzend in voller Fahrt rum. Ich glaube nicht, dass hier irgendjemand trocken bleiben wird.
Tipps für den Songkrangeschädigten
- Anscheinend haben die Thais auf der Insel einen katholizistischen Ansatz beim Begehen ihrer Feiertage, ich wurde bereits gestern von meinen Sünden gereinigt
- Man sieht aktuelle Reinigungsstellen bereits vorher, weil dort die Stra?e nass ist. Wenn man also kann, aufs Gas treten und einfach durchrasen. (Was zum Ergebnis hat, dass ich Teile von Lamai heute in Hochgeschwindigkeit absolviert habe)
- Sieht man aus den Augenwinkeln eine Schale mit Wasser in Zeitlupe sich entleeren, ist es zu spät
- Kinder treffen nie
- Erwachsene immer
- NIE (wirklich nie) HINTER einem Auto fahren. Die fahren an Wasserstellen absichtlich langsamer, so dass man abbremsen muss.
Jedenfalls bin ich nun ziemlich durchweicht. Aber auch von Sünden gereinigt. Jetzt kann ich ja endlich wieder loslegen. Lässt sich freier leben, so ganz ohne Sünden!
Songkran – mal wieder Neujahr
Jawollja! Ich persönlich finde ja, dass wir viel zu wenig zu feiern haben hier auf unserer kleinen Insel weshalb es sehr gut ist, dass endlich mal wieder, nach einer langen feiertagslosen Durststrecke, Feiertage angesagt sind.
Wir nennen sie Songkran oder genauer Maha Songkran. Das ist das thailändische Neujahr. Neujahr? Schon wieder? Ja klar. Denn man kann gar nicht genug Neujahr feiern.
Das thailändische Neujahr nun ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne in das Tierkreiszeichen des Widders eintritt. Das macht sie drei Tage lang, vom 13. bis zum 15. April und das muss gefeiert werden. Nach Berichten alteingesessener Farangs ist es hier ziemlich nass an diesen drei Tagen.
Bereits am Vorabend von Songkran ist Frühjahrsputz angesagt. Man will nicht mit dem Dreck des alten Jahres in das neue Jahr gehen. Also ist auch bei mir heute Abend Besenschwingen angesagt. Und ich werde mal den Abwasch machen ;)
Der erste Tag (Mahasongkran) ist der letzte Tag des alten Jahres. Man geht ins Kloster und opfert den Mönchen Reis (mehr als sonst), Süsskram und andere Sachen. Der Abt und die Buddhafiguren des Klosters werden nachmittags rituell gereinigt, indem man sie mit Wasser (!) übergie?t. Anschlie?end reinigt jeder Jeden.
Der zweite Tag ist Nao oder “Der Tag nach dem Ende des letzten Tages” und der dritte Tag Talueng Sok, der eigentliche Neujahrstag.
An allen drei Tagen wird man morgends von Böllerkrachen geweckt und den ganzen Tag über meistens unerwartet rituell gereinigt. Man braucht sich also nicht erst trockene Sachen anziehen, wenn man bespritzt wurde. Die meisten Farangs und Touristen kennen Songkran als Wasserfest, an dem kräftig Wasser verschwendet wird. Es steckt aber einiges mehr dahinter. Die Jüngeren besuchen die ?lteren und bitten um Vergebung für verschiedene Missetaten des vergangenen Jahres. Zur Vergebung wird Wasser (!) über die Hände getropft.
Ich bin ja gespannt, was das so gibt. Ich werde wenn ich nicht ertrinke berichten.
Ach übrigens: Die Trockenzeit ist dieses Jahr früher als sonst gekommen und die Regierung in Surrat Thani hat gesagt, dass die Wasservorräte schon zur Neige gehen und man kein Wasser verschwenden solle. Naja. Aber wer macht schon das, was einem die Regierung erzaählt.
Visa-Run, die Letzte
Der Visa-Run
Neulich war ich übrigens auf dem Visa-Run (Wir erinnern uns: “Wenn ich Run höre, dann erklingt irgendwo in meinem Hinterkopf immer eine Stelle aus Pink Floyds “The Wall” mit “you better run, run, run, run, run” oder so. Beim Suchen eben fiel mir auf, dass die Stelle aber auch aus meiner eigenen “The Wall”-Version stammen könnte, ich fand sie nämlich nicht.”) in Burma, was manche noch als Birma kennen, aber nun bereits wieder Myanmar hei?t.
Ich wurde am frühen Morgen (5 Uhr. Das war schon früh. Wenn man bedenkt, dass ich normalerweise um diese Zeit schon wach bin, ist es eine Laune der Natur, dass ich an diesem Morgen gut noch ein paar Stunden hätte schlafen können) mit dem Kleinbus aufgesammelt, der zu diesem Zeitpunkt bereits einige Lebewesen enthielt. Man fuhr uns nach Ban Nathon zur Fähre, lud uns da ab, schickte uns auf die Fähre und verschwand. Na schön.
Die Fähre fuhr ca 90 Minuten vor sich hin und lie? die Insel als hässlichen grauen Klo? im Morgengrauen zurück. Am Festland angekommen (ich vermute, es war Donsak, nach Surrat Thani fahren keine PKW-Fähren und diese war eine, auch wenn unsere Kleinbusse nicht draufstanden) sammelte man uns ein, verpackte uns in 9er-Gruppen in Minireisebusse und los gings in wahnwitzigem Tempo auf den Festlandstra?en Thailands.
Erst jetzt wurde das ganze Ausma? der Truppe erkennbar. Neben jeder Menge Partypeople, die vermutlich ihren Rückflug im Drogenrausch an Chawengs Strand verpasst haben waren ein paar zwielichtige Wesen dabei, denen ich nicht allein und schon gar nicht bei Nacht begegnen wollte und zwei Tauchlehrer. Alles in allem war niemand dabei, den ich wohl so oder anders mal getroffen hätte. Eine Schwedin, eine Norwegerin (alle Vorurteile die Frauen dieser Länder betreffend bestätigend), ein Norweger, ne Menge Amerikaner, ein Ire, drei Briten, ein Schweizer, zwei Franzosen, ein Italiener, jede Menge Niederländer und ein paar Leute mit blauem Pass. Achso, und noch ein Schwede, männlich und vermutlich nicht viel älter als mündig.
Jedenfalls rasten wir so durch die Gegend und ich konnte mir ein Bild von den Künsten der thailändischen Stra?enbau-Ingenieure machen. Wobei ich nicht glaube, dass man dazu studieren muss hier. Es gab immer Nord-Südstra?en, die wir mal nach Norden und mal nach Süden fuhren, die dann und wann von West nach Ost eine Verbindung hatten. Auf diese Art und Weise braucht man etwas länger, um von Westen nach Osten zu kommen, sieht aber jede Menge Land und Leute.
Die Unfallraten scheinen hier sehr hoch zu liegen, weshalb man aktiv erziehend in den Verkehr eingreift. An gro?en Kreuzungen kann man nicht mehr rechts abbiegen. Man muss dann links abbiegen, ein paar Kilometer in die falsche Richtung fahren bis man dann eine Spur findet, die einen 180°-Bogen zieht und auf die richtige Spur führt. Das hält natürlich die Leute nicht von anderen Unfüglichkeiten ab und so sah ich unter anderem einen bis ca. 2 Meter über die Bordwand geladenen Holztrecker, der mit Achsenbruch und 1/3 seiner Ladung auf der Gegenspur unnatürlich verkrümt schief über der Strasse lag und die üblichen Motorräder, die unter Motorenhauben zu rutschen pflegen.
Wer hier selbst fährt hat es nicht anders verdient.
Wir fuhren eine Weile vor uns hin, hielten dann an einer Tankstelle, wo es flabberige Schnittchen für uns gab und fuhren weiter. Nun erfuhren wir, warum es einen gro?en Monitor und so viele Lauitsprecher im Kleinbus gab: Kino war angesagt. Die Vorstellung von einer Filmvorführung bei den Thais ist grö?tenteils von Bass und Lautstärke geprägt. Der kleine Schwede (nachhallkiffend und sicherlich hirnmä?ig sehr angespannt) stöhnte alle 5 Minuten. Ich jedoch hatte mehr oder weniger Spa?.
Man zeigte uns “the art of war”. Hmm, dachte ich mir, das ist ja toll. Diesen Film mit diesem schwarzen Killer, der nach dem Kogagure lebt, den wollte ich schon immer mal sehen, und jetzt gleich im Original, Super! Ja. Hüstel. Das muss dann wohl ein anderer Film gewesen sein, denn in diesem Film rannte Wesley Snipes durch die Gegend und trat allerhand Mitmenschen mit dem Fu? ins Gemächt. Die Handlung war eher aus verschiedenen Filmen zusammengestückelt: Geheimndienstler hat Freund, der kommt um (glaubt er, später stellt er dann fest, dass das nur gefakt war und der Freund eigentlich ein böser Wicht ist), er lernt eine Frau kennen deren Freundin Kollateralschaden eines seiner Einsätze war und dann versuchen sie rauszufinden, wer denn nun die Bösen sind. Und die Chinesische Mafia ist auch noch dabei. Das ganze passen wir dann an unseren Hauptdarsteller an (Westfu? Schnippsel) der leider seine Texte nicht lernen kann und das durch gelegentliches Treten in verschiedene Richtungen kompensiert.
Er sollte weiterhin nur Vampirfilme drehen. Da sind die Effekte wenigstens noch lustig.
Wir fuhren vor uns hin, ich schaute mal auf den Monitor, mal aus dem Fenster. Nettes Land. Bäume und so. Der Wagen wurde langsamer, eine Stra?ensperre. Freundlich grinsende Soldaten halten ihre Schnellfeuerwaffen in den Bus, winken uns weiter.
Einen Augenblick lang dachte ich, das war dann wohl die Grenze. War es aber nicht. Zum einen standen immernoch an allen Ecken Plakate mit Bhumipol (und der kann sich ja wohl kaum auf mehr als ein Land in seiner Liebe und seiner Weisheit konzentrieren) und zum anderen wiederholte sich diese Stra?ensperrengeschichte mit mehr Soldaten, grimmigeren Lächeln und grö?eren Waffen.
Ich dachte eine Weile lang über die Notwendigkeit von Phallussymbolen und dem mit der Stra?ensperrennähe zur Grenze einhergehenden Aufwertung nach als wir plötzlich auf einen Hof fuhren. Höfe sind gut. Man ist irgendwo angekommen. In unserem Fall war es der Hof der Immigrationsbehörde von, lass mich nachschauen, Ranong.
Hier stellte sich wieder einmal heraus, dass schlechte Filme nicht unbedingt realitätsfern sind. In schlechten Filmen habe ich Leute in Gefängnissen gesehen, die seltsam zusammengepackt wurden. Das rechte Bein wird unter dem Körper geknickt, das linke aufgestellt und dann kauert man so vor sich hin. Das ist ganz praktisch, wenn man wenig Platz hat, denn so kann man die Leute auf engstem Raum zusammenschieben. In der Immigrationsbehörde im Vorraum kauerten auf diese Art und Weise ca, 150 Thai auf 5 mal 5 Metern. Da hab ich nicht äu?erst intelligent gekuckt. Zum einen musste ich meine B-Movieliste bereinigen und zum anderen wir einem schon mulmig, wenn die Maschinengewehre nur so in der Gegend rum kucken.
Schnell durch eine Tür und ab ins Gewimmel vor den Schaltern. Die Behörde hatte glücklicherweise zwei Schalter, einen für Arrivals und einen für Departures. Ich wollte departieren. Dachte ich zumindest. gesagt hat man uns nichts, aber bei so einem Visarun rennt man kurz raus und wieder rein. Ich gab also meinen Pass bei Departure ab (als ich dann nach ca 30 Minuten dort ankam), der Typ kuckte mich an, mein Passbild, grinste, stempelte hier, stempelte da, riss dort ein Blättchen ab, heftete an der nächsten Seite eins an, gab mir den Pass zurück und schickte mich raus.
Jahaaah. Was war das jetzt? In meinem Pass war ein Zettelchen mit ner 121 eingeheftet. Hmmm… ich ging zu unserer Reiseleiterin (seltsamerweise hei?en in Thailand alle Frauen, die sonst einen komplizierten Namen hätten kurz Joy) Joy und fragte, was denn nun wäre. Sie meinte, das wäre in Ordnung so, füll mal das hier aus und gab mir ein paar Zettel, einen für die Ausreise, einen für die Einreise. Ich füllte das also aus. Dann durfte ich mir ein Mittagessen aussuchen (basil-leafes and chili with chicken on rice). So nach und nach trudelten die anderen Gestalten wieder ein, der Pass wurde uns abgenommen, 300 THB wurden uns abgenommen und wir stiegen wieder in die Kleinbusse (pass- und ahnungslos — es stellte sich später heraus, dass keiner der Mitreisenden schonmal auf einem Visa-Run war).
Der Kleinbus fuhr etwa 100 Meter in eine Richtung, wendete dann und fuhr wieder zurück. Ich sah diese netten Schilder, die man hinter Grenzen so sieht, 180 in Städten, 210 auf Landstra?en, Helmpflicht, Huppflicht, Lichtpflicht, dachte, dass wir jetzt kurz in Myanmar waren und das alles wäre und begann innerlich und äu?erlich zu grinsen. Das Grinsen verging mir schnell wieder, denn diesmal ging es nicht in die Immigrations-Behörde sondern an stinkenden Tümpeln hinter Häusern entlang zu einem Hafen.
Hafen? Wasser? Davon hat nun wirklich niemand was gesagt! Leichtes Unbehagen machte sich breit (auch in Hinblick auf die, ähm, Boote, die man zu sehen bekam. Ein Thai ergriff die Stimme und lies verlauten, dass sie nicht genug Platz auf den Booten hätten, aber jeder, der 50 Baht bezahlt, bekommt seinen Myanmar-Stempel im Pass so und müsse nicht mitfahren. Es meldeten sich einige. Ich fand das doof und freute mich schon darauf, sagen zu können ich wäre in Myanmar gewesen. Mitm Boot. Das Boot kam, es befand sich ca. 1m unterhalb des Bootsstegs, wurde nicht festgebunden und wir mussten übers Geländer auf das Boot springen. Ja toll. Sowas gefällt mir. Wirklich!
Jedenfalls fuhren wir so mit dem Boot vor uns hin und hielten plötzlich an einer amtlich aussehenden Holzhütte über dem Wasser. Einer der Bootleute stieg aus und nahm eine Tüte mit. Die Tüte kam mir bekannt vor — eine halbe Stunde zuvor verschwand darin mein Pass. Ich fing wieder an zu grinsen und dachte schon, nun wären wir in Myanmar, aber nichts da. Das Boot fuhr weiter. Ohne meinen Pass. Aber mit mir. Wir fuhren und fuhren und dann waren wir da. In Myanmar. Der Bootslenkmatrose rief irgendwas mit Tschimpschamp Sip. Sip kenn ich, das hei?t Zehn. Eine Frau meinte dann auch, wir hätten 10 Minuten Zeit um uns Myanmar anzusehen.
Sobald der Erste den Fu? auf myanmarischen Holzplankenboden setzte kamen aus verschiedenen Ritzen viele Kinder und Jugendliche angerannt, zupften an allen möglichen Zipfeln herum und führen die Gäste herum. Ich stieg als letzter aus (Taktik!) und hoffte, dass niemand für mich übrig bliebe. Dem war nicht so. Kinder gibts in Myanmar viele. Jedenfalls zupfte plötzlich unten jemand rum und meinte “You want by Viagra?” Ich erwiderte freundlich “?hm, I dont think I will need Viagra!” worauf er mit auf den Bauch klatschte und lachte und rief “Of course not. But you can make big deal in Thailand with Viagra!”. Nach einem “I dont think I will buy anything” verschwand er dann aber doch recht schnell.
Ja. Ich war also in Myanmar. Wo noch kein Mensch zuvor gewesen ist. Ich schaute links die Stra?e runter, schaute rechts die Stra?e runter, schaute nach vorne und ging wieder aufs Boot. Wir fuhren zurück, man gab uns unsere Pässe wieder, in denen auf geheimnisvolle Weise plötzlich Ein- und Ausreisestempel von Myanmar waren, packte uns in die Kleinbusse und wir fuhren wieder zur Immigrationsbehörde. Diesmal war Arrival der Schalter unserer Wahl. Wir und unsere Pässe wurden kritisch beäugt und gestempelt und durften dann gehen.
Weitere drei Monate in Thailand. Für die meisten waren es nur ein Monat (Touristenvisum), aber zwei drei Non-Immigrant-VisaB waren schon dabei. Es gab unser Mittagessen, das war aber schon ganz stressig. Anscheinend hatte die Reiseleitung darauf vertraut, dass niemand mit dem Schiff fahren wollte, das hatte uns gute anderthalb Stunden gekostet, die wir nun im Rückstand waren. Also schnell essen, ab in die Kleinbusse und zurück auf die schöne Insel.
Auf der Rückfahrt durften wir Roland Emmerichs Meisterwerk “Independence Day” genie?en. Diese Ansammlung von Special Effekts mit unsinnigen und bei genauerer Betrachtung einfach nur doofen Geschehnissen und möchtegernwissenschaftlichem Palaver ist immer wieder nett zum aus den Fenster kucken. Dummerweise sa? ich hinter dem Fahrer, so dass ich nicht sehen konnte, ob er nun 140 fuhr oder schon flog. Schnell waren wir auf jeden Fall. Vielleicht war der Film aber aus so bescheuert, dass ich paralysiert da sa? und kein Zeitgefühl mehr hatte. Ich wei? es nicht.
Nach vielen Stunden netter Schunkelfahrt kamen wir wieder an der Fähre an. Die fuhr (zum letzten Mal an diesem Tag, gerade noch so geschafft) gen Samui, man verpackte uns wieder in Kleinbusse und warf uns an verschiedenen Stellen der Insel raus, nicht ohne den 3-MonatsVisa noch eine Visitenkarte zu geben :)
So habe ich nun wieder meine Aufenthaltsgenehmigung. Was für ein Spa?. Aber öfter sollte man das nicht machen. Ach und ich war in Myanmar. Wer von euch kann das schon von sich behaupten?
Treppenwächter
Mangostanenprüfer
Titelgebende Bezeichnung kann ich mir nun geben, denn ich wei? nun, wie man Mangostanen auf Qualität prüft. Aber fangen wir am Anfang an.
Vorhin stand ich bei Tesko und tütete mit wissendem Blick und kennerischer Miene einige qualitativ hochwertige Mangostanen in die Tüte auf dass sie mir den Filmabend verschönern mögen. Ich nahm nur die guten roten festen.
Plözlich steht eine ältere Frau neben mir. Naja. Nicht älter. Aber auch nicht jung. Also älter als ich allemal. Und das soll mal was hei?en. Und damit schonmal gar nicht mehr meine Zielgruppe. Aber nicht hässlich. Eben nur alt. Mittelalt. Jedenfalls steht sie so neben mir, schüttelt den Kopf und sagt “Noh noh noh!!!”. Ich kuck sie an und denke mir “Ah, schön, Kontakt zu den Eingeborenen.”, da nimmt sie schon meine Tüte und leert sie aus. dann nimmt sie zwei Mangostanen. Eine hässliche unscheinbare und eine meiner süssen dicken roten. Dann drückt sie auf beide, die dicke rote gibt nicht nach, die hässliche geht einzudrücken. Sie hät mir die dicke rote vor die Nase und sagt “Noh guud”, die kleine und sagt “Guudh!”.
Soso. Ich habe mich brav bedankt und wieder angefangen, neue Mangostanen einzutüten. Sie half noch ein bisschen und verschwand dann mit zufriedenem Blick, nachdem ich ihr mehrere “Kop Khun Maak"s vor die Füsse warf.
Man halte also fest: Mangostanen sind erst dann gut, wenn man sie spürbar eindrücken kann und zwischen Schale und Frucht ein Hohlraum ist.
Ich hab noch eine harte dicke rote Mangostane eingepackt, damit ich zuhause testen kann, was mir denn eigentlich fuer ein Unterschied entgangen wäre.
PS: ?berhaupt ist heute eine seltsame Energie in der Luft. Die Leute sind fröhlicher als sonst und hören auch andere Lieder. Und sie lächeln mehr. Irgendwas ist in der Luft.
Hundehütte
Chakri Day
Jawohl! Es ist April. Mit 4 Feiertagen der arbeitstechnisch ertragreichste Monat unseres kleinen Unternehmens. Morgen nun ist der erste Feiertag: Der Chakri Tag (Chakri Day). An diesem Tag pflegt der gewönliche Thailänder der Chakri-Dynastie zu huldigen, die hier gerade seit 1782 (ratet an welchem Tag? Ja! Dem 6. April!) an der Macht ist. König Bhumibol Aulyadej der Gro?e ist übrigens der neunte König der Chakri-Dynastie.
Man feiert und schmaust und feiert. Gearbeitet wird nicht. Also noch weniger als sonst.
Und König Bhumipol der Gro?e ist der Monarch mit der weltweit längsten Regierungszeit bisher. Da kann nicht mal Fürst Reinier von Monacco mithalten und der scheint ja nun sicher nicht länger als Bhumibol zu leben.
Der Visarun – Teil 2
Sie stülpten uns Jutesäcke über den Kopf, damit wir später nicht sagen können, wo wir lang fuhren. Auf einer Holzbank entlang der Lasterwand nebeneinander aufgereiht, schweissnasse Körper, stinkend, sassen wir und warteten auf unser Schicksal. Mein Jutesack roch, als hätte ihn eine Katze als Urinal genutzt. Nicht nur einmalig. Nach einer Weile hielt der Laster und es sprang jemand auf die Ladewand. Der Laster fuhr weiter. Eine Stimme in gebieterischem Ton schnarrte “Yuuh säih wonn wörd!” — ein Spritzeln wie Stromschläge, der Geruch von Erbsensuppe und ein kurzer Schrei, der schnell erstarb. Wir würden niemals mehr Worte sagen…
Wir durchfuhren einige Stra?ensperren, es kam mir vor wie Stunden, dann waren wir da. Man fesselte unsere Beine aneinander und lies uns aussteigen. Wer nicht schnell genug war, wurde mit Stöcken geschlagen. Man führte uns eine Mauer entlang…
Hmm… Muss ich noch umformulieren. Ich arbeite gerade an meinem Bericht über den Visarun. Kann noch ein Stück dauern, glaube ich.
Der Neue
Eben im Spiegel unter dem Titel ““Bischof Tutu hofft auf afrikanischen Papst”:http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,349554,00.html”:
Offiziell spielt die Herkunft der Kandidaten bei der Papst-Wahl keine Rolle. Es gehe allein um Glaubensstärke und Führungskraft, versichert der Vatikan. Doch nicht nur der afrikanische Bischof Desmond Tutu fragt sich: Wenn die Mehrheit der Katholiken in Entwicklungsländern lebt, warum waren bislang alle Päpste Europäer?
Aaaalso, wollen wir erstmal fragen, warum die Mehrheit der Katholiken in Entwicklungsländern lebt? Ja? Bitte:
-
Zwangs-Christianisierung
-
Kondome sind böse
Ich hoffe übrigens auf einen menschlichen Papst. Aber das geht mich ja alles nichts mehr an.
PS: Hier in Thailand gibt es 95% Buddhisten und 5% Moslems. Der Rest sind Christen.
Krank
Man muss sich das mal vorstellen. Ich sitze hier auf einer Insel wo den ganzen Tag die Sonne scheint und hab mir ne Grippe eingefangen. Nenene.
Visa-Run – vermutlich nur Teil 1
Wenn ich Run höre, dann erklingt irgendwo in meinem Hinterkopf immer eine Stelle aus Pink Floyds “The Wall” mit “you better run, run, run, run, run” oder so. Beim Suchen eben fiel mir auf, dass die Stelle aber auch aus meiner eigenen “The Wall”-Version stammen könnte, ich fand sie nämlich nicht. Jedenfalls ist es (Achtung Google-Suchwort) Zeit für einen Visa-Run. Den mache ich morgen. Mit nem Reisebüro von hier. Nach (B(i|u)rma|Myanmar).
Mit einem Non-Immigrant-Visa des Typs B darf man auch wenn es ein Jahr gültig ist nur drei Monate im (Thai)Land bleiben. Also reist der arbeitserlaubnislose Farang im Dreimonatstakt aus und wieder ein. Diese überaus interessante Kaffeefahrt in verschiedene nette Anrainerstaaten von Thailand nennt man dann Visa-Run. Nach diesem Visarun bekomme ich dann irgendwann ein dauerhaftes Arbeitsvisum für Thailand. Aber eben erst nachher, weil: “Wir sind hier in Thailand und da geht alles ein bisschen langsamer.” Ja. Klar. Ne?
Ich werde berichten. Falls nicht, habe ich Bekanntschaft mit thailändischen Zellen gemacht. Ich hab da so Filme gesehen… nenene… Bridget Jones und so…
Witzig ist auch, das meine Eltern Burma-TV empfangen (von 16 — 20 Uhr? War das so?). Schaltet mal ein. Ich wink in jede Kamera, die mir vor die Nase kommt.
Falls die Berichte ausbleiben, denkt an mich. Schnüff.
Der Feind hinterm Spiegel
Ich lass das Bild mal so im Raume stehen. Wenn man allerdings eine kleine handflächengro?e Echse erwartet, weil ein winziges Zipfelchen vom Schwanz unterm Spiegel hervorlugt, dann darf man getrost überaus überrascht sein, wenns dann doch so ein Brocken ist der dann auch noch ebenso überrascht zuckt. Nagut. Das Bad ist also auch verbotene Zone.
Homer und die Bell-Kröte
In den ersten Wochen waren rund ums Haus (das ich heute für einen weiteren Monat angemietet habe) immer jede Menge Hunde verteilt, in Hochzeiten 7 Stück. Inzwischen grenzt es fast schon an ein Wunder, wenn mal einer vorbei kommt. Das hat allerdings auch den Vorteil, dass es Nachts nicht wegen der Hunde laut ist. Hier sehen wir nun ein Foto aus alten glanzvollen Zeiten. Braun ist Homer, der damals recht alt und vermutlich weiblich war (hmm, ne andersrum wird ein Schuh draus, wie eine Frau aussehen und ein Mann sein, naje, er machte nie einen intelligenten Eindruck) und vermutlich inzwischen verstorben ist (sein Halsband lag im Müll) und das kleine schwarze Ding ist die Bell-Kröte, die mir die ersten Wochen schlaflose Nächte bereitet hat. Timmy genannt. Timmäh!!!
Nachbarn
Ist wie im Zoo, nur dass ich hinter Gittern sitze.
Hund frisst Knochen, in Ban Nathon
Hab grad nichts zu berichten. Nicht dass es nichts zu berichten gäbe. Daher gibts nun Tierbilder. Grüsse an Nessi!
Patrick vs. Harry (vs. Hagrid)
Nun gut. Ich gestehe.
Damals, als “dieser ganze Harry Potter Boom” losging habe ich sofort erkannt, dass das ein von den Verlagen und den Merchandising-Firmen perfekt eingefädelter Coup war. Nichts als Marketing. Brauchte blo? jemand auf MTV oder Winnie the Pooh zu sagen “Hömm ja, ich les ja auch gerade Harry Potter”. Mir war immer klar, dass man da auch einen Film drauss machen muss. Mit Schauspielern und so nem Kram. In Farbe oder mindestens fürs Kino.
Gelesen habe ich den ersten Band damals als der zweite rauskam und man (die Verlage) in Deutschland meinten einen ähnlichen Hype auslösen zu müssen nicht. Ich habe es auch nicht später gelesen. Ich habe jeden ausgelacht, der sich Nachts an irgendwelchen Buchläden anstellte. Ich habe jeden ausgelacht, der sich mit Quidditch beschäftigte. So ein Unfug aber auch.
Und dann eines Tages legte ich fest: “Ich werde nie einen Harry Potter lesen!”
Jedenfalls kam das dritte Buch, der erste Film, das vierte Buch, der zweite Film und das fünfte Buch. Dann kam der dritte Film und eines Tages meine Schwiegermama mit ihrer Tochter, gewisserma?en meine Schwägerin und Schnutes Schwester, — beide in spe, also Schwie- und Schwäger — zu Besuch nach Lübeck (Lübeck liegt in Deutschland, wer diese Seiten erst seit einigen Tagen liest, kann ruhig nachfragen, was so ein weltläufiger Mensch wie ich in einer Stadt wie Lübeck zu suchen hat). Was macht man nun an einem schönen, ähm, Oktober?, September?, November?, August?, Dezember wars nicht, Tag wie diesem? Man geht ins Kino. Das Problem ist die gewisse Altersspanne zwischen dem jüngsten und ältesten Mitglied unserer kleinen Kinogängergruppe. Man konnte also weder einen Autorenfilm a la “The Hours” (schluchz) noch einen Actionfilm a la fällt mir grad nicht ein gehen. Jedenfalls vernahm ich dann die überaus horriblen folgenden Worte:
“Lasst uns doch zu Harry Potter gehen!”
Man stelle sich das laut gesagt in einer gro?en Kathedrale mit gewaltigem Echo vor. Ich war taub. Man redete auf mich ein. Ich zitterte. Man zerrte an mir. Ich schwankte. Und dann fielen wieder Worte. Diesmal folgende:
“Hmmm. Garry Oldman spielt da mit!”
Gary! Gary “Dracula ” Oldman! Gary “Mason Verger ” Oldman! Gary “Jean-Baptiste Emanuel Zorg ” Oldman! Gary “Dr. Zachary Smith ” Oldman! Gary “Lee Harvey Oswald ” Oldman!
Gary Oldman spielt in einem Harry-Potter-Film mit.
Herrgottsakranocheins!
Das änderte natürlich alles, denn Gary Oldman würde nie in irgendeinem Schund mitspielen. Das hat er nicht nötig, er kann ja wählen.
Hmmm.
Nagut. Ich sah mir also diesen Film an. Und war, naja, nicht begeistert, aber ich bin auch nicht gestorben davon. War ein netter Kleinkindergruselkrimi. Viel Dunkel. Nagut. Er war gut. Vielleicht fast sehr gut. Aber besser nun wirklich nicht.
Jedenfalls hatte ich diesen Film nun endlich abgehakt. Wäre ja schlimm gewesen, wenn ich ihn nicht gesehen hätte nur weil es eben ein Harry Potter Ding war. Ich hatte dann eine Weile meine Ruhe und sprach weiterhin den erhaben Satz aus, ich würde nie einen Harry Potter lesen und las nie einen Harry Potter. Nagut, ich hab den Film gesehen, aber sehen ist was anders als Lesen, weil bei Lesen sind Buchstaben dabei und Papier. Und auf der Leinwand nicht, die ist aus Leinen.
Dann kam Weihnachten 2004. Zu Weihnachten machen wir (Schnute und ich) immer eine kleine Deutschlandreise mit angehängtem Winterurlaub (am liebsten in Schweden). jedenfalls überredete sie mich, wir könnten auf den langen Autofahrten ja Harry Potter als Hörbuch hören.
Hüstel. Nun gut. Lesen ist das ja nicht wirklich, also würde ich auch nicht gegen meine Prinzipien versto?en. Und naja, Schnute hat nie gro?e Probleme, mich zu irgendwas zu überreden. So kam bspw. die Sache mit unserem Bankraub in Nieder-?lsnitz zustande und die Weltumseglung 2002. Jedenfalls fuhren wir so vor uns hin. Ich fuhr, sie tippte an den Tankstellen die Pausetaste des MP3-Players.
Und wir hörten den dritten Band. Harry und der Gefangene von Askaban. Der Gefangene von Askaban ist übrigens Gary “Sirius Black ” Oldman. Hach ja. Wir fuhren nach Zwickau und Harry wurde ständig ohnmächtig wegen der Dementoren. Wir fuhren nach Bautzen und Harry schlich mit dem Tarnumhang nach Hogs Meat. Wir fuhren nach Zinnowitz und Harry traf Gary. Wir fuhren gen Schweden und hörten das Ende. Ja. Nett.
Darf ich an dieser Stelle kurz einwerfen, dass man einem Hörbuch, das von Rufus Beck gesprochen wird, blind vertrauen darf? Der Mann kann lesen. Ich würde ihn glatt um ein Autogramm bitten, wenn er mir über den Weg laufen würde.
Weiter im Text. Nun gut. Ich war angefixt. Aber ich würde trotzdem nicht niemals nie keinen Harry Potter lesen. Damit das mal klar ist.
Ich flog nach Thailand, Schnute packte mir den vierten Band in den MP3-Player und ich hörte mir das mal an. Nett nett. Spannend. Dann war ich durch und hatte kein Material mehr. Würde Sirius Black rehabilitiert werden (ich meine nein)? Würde der Du wei?t schon wer wieder zurückkehren (ich meine ja)? Fängt Hermi(o)ne nun was mit Harry oder Ron an (ich meine sie fängt was mit Malfoy an)? Ist Dumbledore wirklich am Ende der Böse (ich meine ja)? Welchen Unfug wird Hagrid anstellen?
Jedenfalls wartete ich auf die Möglichkeit, den folgenden Band im Hörbuch zu lesen. Und dann ging Trents Kabel kaputt und ich hatte nichts mehr, um Abends Filme zu sehen. Also ging ich in die Inselbücherei und besorgte mir ein paar Bücher. Ich ging an den Regalen entlang, nahm hier einen Stephen Fry raus, da einen Dennis Lehande, hinten einen Nicholas Sparks. Dann kann ich mich nicht mehr erinnern, was passierte. Als ich abend zu Hause war, hatte ich “Harry Potter and the philosophers stone” auf dem Tisch liegen. Ich umkreiste ihn mehrmals, fasste dann zu und begann zu lesen. Das war 21 Uhr. Gegen 4 Uhr hatte ich das Buch durch.
“Gotcha!” rief an dieser Stelle ein kleines Zahnrad im gro?en Getriebe der Verlagsgiganten. “Hat sich doch gelohnt, Milliarden in Merchandising, Werbung, Filme, CDs, Gimmicks, Schleichwerbung und Buchnebenprodukte zu stecken! Wir haben ihn! F_bleep_ his blöde Prinzipien! So, schnell noch ein paar Bücher rauswerfen.”
Heute werde ich übrigens den ersten Harry zurückgeben und Band 2 bis 5 abholen. Man muss ja auch dem Stand der Dinge bleiben. Schlie?lich kommt Ende Mai der sechste Band heraus. Dann werde ich vor dem Buchladen im Tesco campen und der erste sein, der es in Händen hält. Jaaaaa!
PS: Warum ich dies schreibe? Weil am Freitag beim Mittagessen die Mädchen von 5Phase meinten, ich sähe aus wie Hagrid (“not Dumbledore, but the other fat man, the housekeeper”). Was haben wir gelacht. Seh ich nicht. Nicht mal annähernd. Oder?
(Das rechts bin ich). Robbie Coltrane ist übrigens einer meiner Lieblingsschauspieler. “Gro?artiger Mann! Coltrane! Gro?artiger Mann!”. Ein Link in meiner Filmmatrix zu Johnny Depp. Einer zu Gary Oldman. Tja, und einer zu Harry Potter, aber damit kann ich leben.
Friedhof der Geisterhäuser
Nach-Vollmond-Alpträume
Diese Nacht wird mir wiedermal als eine besonders Interessante in Erinnerung bleiben. Ich hatte meinen ersten Alptraum, in dem Thais vorkommen.
Neulich wunderte ich mich, dass ich mich an keine Träume erinnern kann, in denen Thais eine Rolle spielen. Schlie?lich wuseln sie hier die ganze Zeit um mich herum. Nun dieses Problem scheint nun gelöst zu sein. Heute Nacht gab es einen filmreifen Traum, was sage ich, preisgekrönt. Die Thais lieben ja Horrorfilme oder was sie so nennen.
Jedenfalls nahm ich gestern gegen halb elf (ja, ich bin alt und gehe früh zu Bett) ein Gläschen Johnnie-Walker Black-Label-Einschlafhilfe, mein Buch (Mystic River) und den MP3-Player und begab mich ins leere Doppelbett (ich belege eine Hälfte immer mit “Sachen” damit es nicht so auffallend leer ist.
Jedenfalls lese ich so vor mich hin und höre plötzlich eine Stimme, männlich, mittelalt, englisch mit thailändischem Akzent, rufen: “Is there anybody around here who could help me, please!”. Mal abgesehen von der seltsamen Wortwahl mit “around here” und “who could” was so gar nicht in das thailändische Sprachsystem passt, war das “please” ziemlich flehend in die Länge und fragend nach oben gezogen. Der selbe Spruch ertönte ein weiteres Mal. Ich war recht verwundert darüber, dass er das “please” europäisch betont. Die “normalen Thais” erheben die Stimme nicht fragend, wenn sie fragen. Ich lege mein Buch zur Seite und schnurre hinter der Gardine nach draussen. Es ist dunkel, ich sehe logischerweise nichts. Ich gehe raus auf die Veranda. Es ist dunkel, aber hell. Vollmond. Unten steht ein kleiner Mann. Er ruft wieder “Is there anybody around here who could help me, please!” und sieht nicht zu mir hin. Ich ärgere mich, dass ich das Licht nicht angeschaltet habe beim Rausgehen, aber das braucht Nachts sowieso einige Minuten bis es an ist.
Der Thai (es ist ein Thai, das sehe ich an den Haaren und der Körperhaltung) steht mit dem Rücken zu mir und schaut mich nicht an. Ich überlege, wie ich ihn ansprechen soll und sage “sawat dii krap” — zugegebenerma?en blöd, weil das soviel wie “es möge dir gut gehen” hei?t und er sicherlich nicht nach Hilfe rufen würde, wenn es ihm gut ginge — und werfe ein “Hello” hinterher. Er reagiert nicht. Ich gehe die Stufen hinunter, er sagt ein weiteres Mal, diesmal leise, “Is there anybody around here who could help me, please!” und dreht sich zu mir um.
Was soll ich sagen, ich habe geschrieen und bin aufgewacht. Der Typ hatte kein Gesicht. Das war recht unerwartet. Andererseits ist das doch ein Alptraumklischee. Jedenfalls war ich ziemlich nass geschwitzt und wollte schon duschen gehen, als ich drau?en jemanden “Is there anybody around here who could help me, please!” rufen hörte.
Hmm. Ich hatte immer noch Adrenalin übrig. Ich bin also wieder raus, der Typ steht wieder an der Treppe, ich runter, zu ihm hin, fass ihn an der Schulter an und er rennt los, weg. Ich laufe hinterher, ärgere mich, überhaupt rauszugehen, wenn jemand Hilfe braucht. Scheiss Erziehung. Er rennt in den Dschungel. Hat plötzlich eine Taschenlampe oder was anderes mit Leuchtstrahl, so dass ich ihm folgen kann, was ich mache. Ich laufe eine Weile vor mich hin und wundere mich plötzlich, dass ich mit meiner Kondition und meinem Umfang so leicht laufen kann und bleibe stehen.
Plöztlich ist es dunkel. The boy is gone. Dachte ich. Auf Englisch. Wieder denke ich verwundert in mich hinein, “Englisch?”. Yes, denke ich. Ich kucke links, ich kucke rechts, es gellt ein Schrei von vorne “Is there anybody around here who could help me, please!” der Thai kommt auf mich zugeschossen, Arme nach vorne, Beine angewinkelt, wie ein Raubtier, hat ein Gesicht, springt mich an, wirft mich um, schreit mich an, springt hinter mich und verschwindet hinter mir im Dschungel. Ich falle hart, auf eine Wurzel oder was. Tut ziemlich weh.
Ich wache auf.
Mein Rücken tut weh. Ich bleib aber liegen. Lausche, ob drau?en irgendwer ruft. Ich wäre nicht verwundert. Es ruft niemand. Ich liege auf dem MP3-Player und den Kopfhörern, was den Schmerz erklärt, der Fan ist an, das Leselicht ist an.
Stille.
Ich war dann wach bis zum Morgen, der noch ziemlich auf sich warten lie?. Auf die Uhr habe ich auch nicht geschaut. Erstaunlicherweise krähten heute morgen keine Hähne.
Ich habe nicht vor, in den nächsten Tagen wieder zu schlafen. Das ist mal klar. Interessanterweise habe ich den Jungen erkannt. Oder sagen wir, schonmal gesehen…
Ban Nathon, Pier
Ban Nathon ist der Ort, über den viele Backpacker auf die Insel kommen. Sehenswürdigkeiten gibt es nicht viele. Es ist eher ein “Shoppingparadies”. Am Pier hat man wunderschöne Aussichten auf das Meer, kann den Leuten beim Flanieren zusehen oder einfach unter den Bäumen sitzen.
Lesen. Or reading like I use to say
Soso. Was macht man, wenn man laptopkabellos das Wochenende herumbringen muss? Man liest. Vornehmlich Bücher, manchmal auch Plakate und Etiketten. Aber grö?tenteils Bücher. Und so habe ich den Umfang der auf dieser Insel gelesenen Bücher von 3 auf 7 erhöht.
Gelesen habe ich Clive Barkers “Abarat” (hmpf), Nicholas Sparks “The Notebook” (schluchz), Jamummble Kähabrabbels “Hamummble Pubble and the Schmummplesumple” und — ähm — na, wie hie? er doch gleich… jetzt hab ich doch den Autoren vergessen. Jedenfalls hei?t das Buch “A short history of everything” und ist äu?erst empfehlenswert.
Irgendwann vor Jahren habe ich angefangen, die Bücher auf Englisch zu lesen. Zum einen um meinen Sprachwortschatz zu erweitern, zum anderen, weil ich festgestellt habe, dass ich deutschsprachige Bücher nur verschlungen habe. Am Ende wusste ich dann meistens nicht mehr, was am Anfang geschah. Oder ich hab überhaupt nicht verstanden, worum es ging. Jedenfalls kann ich nur empfehlen Nitzsche und Schopenhauer auf Englisch zu lesen. Nur Kafka kann man auf deutsch nehmen.
Wie auch immer. Zur Zeit lese ich abends immer Stephen Frys “The Liar”. Stephen Fry ist mir eher durch Filme wie “Wilde” und “Gosford Park” bekannt. Dass er schreibt, hab ich erst in der Inselbücherei entdeckt (die wiederum ein Eintrag für sich ist). Der Mann hat einen Schreibstil der seinesgleichen sucht. Schwer zu lesen, aber viele brilliante neue Worte, indeed.
Achsoja, Bill Bryson heisst der Short-History-Typ.
Alien vs. Predator
Was man auf diesem Photo nahezu nicht erkennt (sorry, war mal wieder wolkenlos und überaus sonnig auf der Insel und mein Photoapparat ist nun eben mal doch antik — Hauptsache digital) sind die Unmengen an netten SciFi-Figuren aus Metallresten hergestellt. Wenn ich mein Thaihaus habe, stelle ich mir einen Predator auf die Veranda. Da kann man gut die Bierflasche abstellen. Sogar ein RogerRoger von dieser Serie wo die zweiten drei Teile die ersten sein sollen ist dabei.
Viagra, Cialis und Aloe Vera
Betriebsausflug
Soso. Heute waren wir in Ban Nathon auf Betriebsausflug. Um 10 Uhr kam der Kremserwagen, wir öffneten ein paar Flaschen Bier (in einem reinen Männerunternehmen darf man das) und sangen schmutzige Lieder.
Oder nein, fangen wir anders an:
Es standen ein Arztbesuch mit dem Erhalt einer Gesundheitsbescheinigung und einige Passfotos (um genau zu sein 10 kleine und 3 gro?e) für unsere Work-Permits an. (Was? Wir haben immer noch keine Arbeitsgenehmigung?) Jedenfalls waren ein paar Behördengänge zu tun und wir taten sie. Die Gänge.
Wir sind natürlich nicht mit dem Kremserwagen gefahren und Bier trinken wir nicht. Weder auf Arbeit noch anderswo. Alkohol ist böse. Wir haben uns brav um neun möglichst nahe an des Chefs Behausung getroffen (nur nicht zuviel Arbeit für einen alten Mann machen) und fuhren sodann auf unseren knatternden Stra?enkreuzern gen Ban Nathon. Das Schlimmste erwartend.
Nun, was mag man erwarten bei einem Gesundheitscheck? Einige Metallteile in verschiedenen Körperöffnungen? Hammerschläge aufs Knie? Laufbandlaufen, stundenlang? Radfahren? Ziehense mal das da aus und bückense sich?
Hmm… Man stelle sich folgendes vor: Wir gehen auf einer Einkaufsstra?e entlang und kommen zu einem Ladengeschäft mit offener Theke zur Stra?e hin. Dahinter sitzt ein ca. 40jähriger Mann, dem wir erklären, dass wir für die Work-Permits eine Gesundheitsbescheinigung benötigen. Er sagt ja, ok, holt einen Stapel Formularkopien hervor, sagt, er braucht einen Pass von uns, wir geben ihn hin, er füllt das Formular aus. Unterschreibt. Stempelt. Tütet ein. 50 THB. Fertig.
Ich bin somit im Besitz der Beglaubigung, dass ich geistig und körperlich gesund bin . Gut, mir könnte ein Kopf unter der Achsel herauswachsen. Aber meinen Beleg habe ich. Sollte jemand Zweifel hegen — Bitte! Ich hab es schwarz auf wei?! Mit Stempel! Dr. Surasit hat das gesagt und einem Doktor werdet ihr doch wohl glauben?
Jedenfalls unterhielt er uns während des Ausfüllens des Formulares mit lustigen Bemerkungen und Fotos aus verschiedenen Photoalben. Das erste Foto war eine Person sitzend quer vor Hin Yai . So optimal ausgerichtet, dass es aussah als ob, na? genau… jede Menge Familienphotos. Sein Lehrer (eine wichtige Person in seinem Leben). Manchmal fährt er nach Bangkok um dort seinen Klassen zu zeigen, wie man sicher mit Wunden umgeht.
Netter Mann. Dr. Surasit. Jaja.
Dann waren wir im Foto-Shop. Für die Arbeitserlaubnis brauchen wir wie gesagt 13 Fotos. Muss ja jeder Polizist in Thailand wissen, wer hier arbeitet. Jedenfalls müssen die Fotos mit Schlips und Kragen sein. Wobei Kragen in Japan gleichbedeutend mit Jacket ist. Ich habe keins. Aber einen netten Schlips (eigentlich zwei aber der Zweite passt farblich nicht) hab ich mir gekauft. Gebunden.
Der Fotograph hatte dann einen wahrlich überquellenden Fundus an Passfotoklamotten, aus dem er uns ein Jacket aufzwang. Jedem das Gleiche. Schnell Fotos geschossen. Krawatte runter und weg damit.
Ich bin nun im Besitz von wunderschönen Passfotos. Nein ehrlich. Die letzten drei Passfotoläufe liefen ja doch ein wenig schlecht. Ich würde mich glatt mit dem Teil bewerben, wenn ich nicht leider schon einen Arbeitsplatz hätte. Leider leider ;) Jedenfalls ist es schon schade, dass man erst nach Thailand fahren muss, um ordentliche Passfotos zu erhalten.
Mal ehrlich, werter Leser: Dem netten Gesicht auf der rechten Seite würden Sie doch ein Zeitschriften-Abo abkaufen, wenn es Ihnen erzählen würde, dass es Frau und Kind in Deutschland hat und hier her nachholen will, oder?
Und ich verstehe nun auch, was die ganzen Thaifrauen immer von mir wollen.
Irgendwie muss ich mir einen anderen Spiegel zulegen. Wenn ich früh in den in der Hütte sehe, dann steht da jemand anderes.
Fassen wir zusammen: Fotos gut. Gesundheitsbescheinigung 50 Baht und ein Stein-Penis auf nem Foto.
21. März
Sehr suspekt ist mir das dumpfe Gefühl, dass ich heute irgendwas verpasst habe. Allerdings konnten auch eingehende Recherchen nicht ergründen, was genau am 21. März war. Geburtstage starten erst am 28. März. Jahrestage liegen alle im November (Hupps. Ne doch.). Feiertage haben wir schon losgekriegt.
Hmmm. Alzheimer. Irgendwie.
Musik
Ebay
So. Eben habe ich das erste Mal bei Ebay was ersteigert. Mir war einfach danach. Hab ich noch nie gemacht. Hört man ja auch nur Schlechtes drüber. Zuerst wollte ich eine Marmorstatue kaufen, dann ein Didgeridoo. Allerdings hatte ich anschlie?end schon was Besseres gefunden. Eine Yacht. Soviel Geld hatte ich aber nicht, also hab ich mir ein Kabel ersteigert. Ein Stromkabel.
Ban Nathon, Leben
Ban Nathon, zwischen den Stra?en
Kabelsalat – oder – Wireless
Hmm. So richtig einig werden kann ich mir nicht mit dem Titel für diesen Eintrag. Mal sehen, vielleicht wirds ja noch.
Jedenfalls hat vorhin das werte Dell-Kabel (ich berichtete™) überaus laut Funken geschlagen und dann vollständig seinen Dienst eingestellt. Das wäre nicht sehr schlimm, wenn es ein Standard-Stromkabel wäre. Ist es aber nicht. Es ist ein Dell. Und nun mal die Fakten meiner überaus panischen Bestandsaufnahme:
- Dell hat keine Niederlassungen, sondern nur Webseiten, über die man bestellen kann
- Dell Deutschland hat mein Stromkabel für rund 40 Euro (Sonderaktion bis 28.3.)
- Dell Deutschland liefert nur nach Deutschland
- Dell Thailand hat keine Inspirons, damit auch kein Stromkabel für meinen Rechner
- Dell Malaysia hat zwar das Stromkabel, liefert aber nur nach Malaysia
- Anderswo (also au?erhalb von Dell-Webseiten) gibts keine Dell-Kabel
- Mein altes Dell-Kabel ist “Made in Thailand” (der pure Hohn)
Was lernen wir daraus? Nichts. Au?er dass es nun sehr lange dauern kann, bis ich wieder Strom im Notebook habe.
Ich bin noch überaus geschockt. Für mich ist mein kleiner 12-Pfund-Laptop lebenswichtig. Ich schreib meine Einträge darauf. Ich programmiere darauf. Ich kuck Filme darauf. Ich telefoniere damit (der Arbeitsplatzrechner mag das Micro noch nicht). Das ist alles eine Katastrophe.
Klar, ich hab auf Arbeit einen Rechner stehen, aber da will ich nicht unbedingt meine Ergüsse drauf speichern. Au?erdem: Wer will schon gerne von Arbeit aus Privatkram schreiben oder im Büro Filme sehen. Und ist der Vorteil einer tragbaren Kiste nicht, dass man sie überallhin tragen und einschalten kann?
Jedenfalls habe ich mich schon mal nach Büchern umgesehen. Es sieht so aus, als ob ich jetzt viel Zeit zum Lesen haben werde. Und Malzeug hab ich versorgt. Und einen Whiskey.
Alles sehr nervig. Ich bin überaus deprimiert. ?beraus.
Dell suckz
Naja, als ich meinen kleinen Inspiron 8200 kaufte, war das ein ganz nettes Teil zum Existenz gründen. Inzwischen ist das Gerät aber nur noch der Horror.
Seit einigen Tagen bemerke ich recht häufig das Batteriesymbol in der Taskleiste, auch wenn das Netzteil angeschlossen ist. Nach ein bisschen Fehlersuche stelle ich dann fest, dass es einen Kabelbruch an der Stelle hat, an der das Kabel nicht brechen soll, weil es mit einer technologisch hochwertigen Anti-Kabelbruch-Verpackung ausgestattet ist.
Nun gut. Ich weiss jetzt, wo ich rütteln muss, um Strom vom Kabel zu bekommen. Ich gehe aber davon aus, dass über kurz oder lang das Netzteil seinen Geist aufgibt.
Nun sind die Leute bei Dell ja nicht dumm. Sie wären es, würden sie Netzteile herstellen, die überall erhältlich sind. Sie sind es nicht, also hat das Netzteil einen netzteiligen Stecker, der an keinem anderen Netzteil zu finden ist. Mit drei Löchern an verschiedenen Stellen. Sehr nervig.
Ich surfte also so vor mich hin und landete willentlich auf der Dell-Seite, um mal zu schauen, was man denn so für ein super-cooles Dell-Netzteil hinblättern darf. 60 Euro (man darf sich diese zwei Worte gerne als geschrieen vorstellen.
Hey. 60 Euro!!!! Das sind hier zwei Thaifrauen für mindestens zwei Tage. Oder eine für eine Woche.
Da könnte ich mir glatt nen neuen Rechner für kaufen.
Schöner Mist. Und dann steht auf dem Netzteil noch in frechen Buchstaben “Made in Thailand” drauf.
Hat zufülligerweise jemand da draussen der in den nächsten Wochen nach Thailand reist ein Netzteil rumliegen das in meinen kleinen Inspiron reinpasst und braucht es nicht mehr?
Die Hölle.
Und die Webseite von Dell funktioniert auch nur im Internet Explorer.
Die Hölle.
[Update] 5 Minuten nach Onlinestellen dieses Eintrages blitzte das Netzteil. Nun ist es im Eimer. Eine Katastrophe.
Ban Nathon, Herberge
Big Buddha
Grünkohl
Das wärs doch jetzt!
Hin Da Hin Yai
Hier ist er also, der erste wahre Eintrag zum Thema Sex! Edukativ und informativ! Ich war am Sonntag auf Lerntour. Vergessen wir kurz die Porno-Hütte und wenden wir uns den angenehmeren Dingen des Lebens zu. Zum Beispiel Kartoffeln, die amerikanischen Präsidenten ähnlich sehen. Oder Wolken, die wie Tiere aussehen. Erdnussflips in der Form von Früchten. Oder Toastbrote mit Mutter Theresa in der Butterecke.
Oder aber Steinen, die aussehen, als ob, und dann, überhaupt. Aber lassen wir die Bilder sprechen.
Die Thais nennen diese Steingruppierung Hin Da Hin Yai (Grossvater- und Grossmutter-Stein). Sie sehen anatomisch korrekt (vielleicht ein bisschen kurz) aus. Allerdings nur, wenn man von der Seite schaut. Die Touristen konzentrieren sich an dieser Stelle an die steinerne Varianten von Penis und Vagina. Ich habe aber einige andere Dinge beobachtet. Auf dem Photo oben sehe ich eine Hand.
Auf den folgenden Fotos sind wieder Hände zu sehen. Mal ganz normal ertrinkend…
… mal mit mahnend erhobenem Mittelfinger …
Da hätte man doch wirklich mehr draus machen können als nur Gro?vater und Gro?mutter. Jedenfalls versammeln sich rund um die Steine auf engstem Raum viele Buden mit überaus lebensnotwendigen Materialien zur Erinnerung an diesen Ort. Keremel-Bonbons (so schreiben das die Kenner hier) und Karten die Steingruppierungen aus verschiedenen Perspektiven zeigen.
Gro?mutter habe ich übrigens nicht gefunden. Vermutlich fehlt mir da die visuelle Erfahrung oder die Vorstellungskraft. Nichtsdestotrotz möchte ich von diesem nur vermeintlichem Manko mit dem folgenden Bild ablenken: Wasser. Blau. Ich habe das Geräusch aufgenommen.
?berhaupt. Der Sonntag war ein überaus blauer Tag.
Die Porno-Hütte
Eigentlich wollte ich ja mein erstes Statement zum Thema Sex und Thailand etwas anders gestalten, aber das hier ist nun echt der Hammer.
Ich habe ja schon einigen Leuten erzählt, dass neuerdings das Nebenhaus von zwei (Südost)Deutschen bewohnt wird, die sich den einen Schlafraum für Privatunterhaltungen mit ihren eben so schnell vorhandenen ThaiFreundinnen teilen. Zumindest einer von ihnen ist recht laut, thumb und beschränkt in seiner Ausdrucksfäigkeit. (Beispiel: normale Menschen sagen am Telefon: “Ok, ich komm gleich rüber und hol dich ab” er sagt “Ok, dann setz ich mich jetzt auf mein Motobike und dann fahre ich los und brauche 10 Minuten zu dir, dann setzt du dich hinten drauf und ich fahre uns dann wieder hier her. Das braucht dann bestimmt auch so 10 Minuten, dann sind wir aber hier.” — Mal ganz abgesehen davon, dass er, als er dies sagte, sich 10 Meter entfernt hinter 2 Hütten befand und sich anhörte als ob er neben mir stünde.)
Gestern abend nun die gro?e Show: Es ist 21 Uhr. Patrick sitzt auf seiner roten Latex-Ledercouch und kuckt einen Film aus der überaus unterhaltsamen “Cube”-Serie (Teil 17 oder 25) auf dem Notebook. Ein Opfer zersetzt sich gerade durch eine Säure, wobei es interessanterweise knapp eine Minute braucht, ehe sie von seinen organischen Bestandteilen als Säure erkannt wird. Plötzlich gellen aus dem Schlafzimmer gegenüber (gellen klingt gut, stimmts?) fünf (!!!) fanatische Schreie im koitiv korrekten Abstand von je 4 Sekunden. “Ooooooaaahh! … Joooooooooooh! … Jaaaaaaaaaaaaah! … Aaaaaaaaaaaaaaaahgk! … Oooooohhhaaaaaaaaaaaaaa!”
Laut. Nicht etwa wie aus Versehen dem Fenster entschlüpft sondern “als wie ob” direkt neben mir. Sie (die vermutlich teilnehmende Thai) bekundete ihre (vermutlich auch nicht existierende) Freude durch respektvolles Schweigen.
(Hmmm. Wir müssen nun ganz vorsichtig sein, wie wir das sagen.) Also gut. Ich habe ja nichts gegen Leute, die “zu Hause” niemanden abbekommen und sich deshalb ausserhalb der Saison mit ihren Saufkumpanen eine billige Hütte zu zweit mieten um ein paar “Bräute flachzulegen”. So rüde das klingen mag, ich erkläre das in einem späteren Eintrag mal genauer, es bringt Geld für die “verwendeten” Thaifrauen. Es ist auch nicht so, dass hier hinter jeder Prostituierten ein Zuhälter steht, der seine Prozente will, die Thais sind Alleinunternehmer. Es wird im allgemeinen auch von den Angehörigen geduldet, wenn man sein Geld so verdient, denn man verdient damit gut und schafft eine finanzielle Basis für “später”.
Aber: “Ooooooaaahh! … Joooooooooooh! … Jaaaaaaaaaaaaah! … Aaaaaaaaaaaaaaaahgk! … Oooooohhhaaaaaaaaaaaaaa!”??? Ich finde die Grenzen des guten Geschmacks damit durchbrochen. Wie hei?t sowas eigentlich? Exclamavist? Exhibiert hat er ja nichts, nur seine Laute in den Urwald geschickt.
Ich wei? ja, dass ich ne Menge Vorurteile habe. Aber könnte die Welt bitte endlich aufhören, jedes einzelne meiner Vorurteile zu bestätigen?
Danke.
Und wenn er heute Nacht wieder schreit, leg ich alle meine thailändischen Filme ein, schalt auf volle Lautstärke und beschalle ihn.
Pornohütte. Ich bin nicht amused. Nicht mal mehr erheitert.
Mal abgesehen davon dass ich mir jetzt ständig vorstellen muss, wie eine Thai unter ihm liegt, die gerade versucht zu verstehen, ob es ihm gut geht oder er den Abgang macht.
Wochenende?
Hmm??? Hab ich was verpasst? Ist schon Wochenende? Ich sitz im “Office” und niemand ist hier. Hmm. Mein kleines Blog kann mir auch nicht helfen, weil die Datumsanzeige noch nicht wieder funktioniert. Hmm…
Ich glaub aber fast nicht, dass schon Wochenende ist. Hab noch gar keine Planung gemacht. Brabbel…
Aufräumen
So. Manchmal muss man sich von Altlasten trennen. Ich hab mich heute von 15 Domains und den darunter schlummernden Projekten und Ideen getrennt. Ging schneller als ich dachte. Und vor allem so schmerzlos.
Auf in die Zukunft. Bloggen ist ja so 2004.
PS: Und hier im Blog läuft nun Textpattern in der aktuellen Repoversion, weshalb 90% der Funktionen nicht gehen. Aber Einträge schreiben und Kommentieren geht. Was auch ausreicht.
Angepisst
angepisst, dtsch.; Zustand, den ein Duschender erreicht, wenn er bemerkt, dass sich kein Handtuch auf dem Handtuchhalter befindet und das nächste Handtuch-Repo in einer Entfernung doppelt der Hauslänge zu finden ist.
Heute morgen war ich angepisst.
Echte Helden
Echte Helden stecken ihre Hemden und T-Shirts (wenn es denn T-Shirts sein müssen) nicht in die Hose. Soviel nur am Anfang. Aber schauen wir uns doch mal das Cover der Veröffentlichung der Inhaber des fünften Platzes der thailändischen Charts an:
Ja. So sehen echte Helden aus. Verwegen in die Gegend blicken (ich nenne das immer das “wie der Typ aus Der Herr der Ringe, der von Orlando Bloom gespielt wurde, an der Kamera vorbei in die Ferne höchst sinnierend und völlig nicht unintelligent blicken” — Face). Wallendes langes Haar. Freie der Erdanziehungskraft nachgebende Bärte. Sonnenbrillen. ?berdeutliche Posen. Jedenfalls denkt man schon, hier zumindest eine Metal-Band vor sich zu haben. (Sie haben sogar sowohl einen Kopftuch- als auch einen Hutträger, das muss einfach eine supercoole Metalband sein).
CD also kaufen und einlegen war nahezu eine Aktion.
Tja.
Hmm.
?hm.
Wie ich sagte…
Ja, übrigens, der Sänger zeigt im Booklet, dass er beide Hände aneinander legen kann und dabei auf einem Bein stehen kann. Jedenfalls klingt diese Band zuweilen stark nach den Beatles, als sie noch kein Roll im Rock hatten und dann und wann ein bisschen nach Pink Floyd in den frühen Jahren, als sie noch nicht den Moog entdeckten. Also ganz früh. Was man heutzutage nur in Pappschachteln bekommt. Meistens klingen sie aber wie Reinhard Fendrich auf Droge oder die Erste Allgemeine Verunsicherung. Nur eben auf Thai.
Aber manchmal entdecken sie dann doch, dass man einer Gitarre mehr als nur Akkorde entlocken kann. Und Stereo können sie auch (oder sagen wir, den Regler von links nach rechts und wieder zurück schieben).
Hmm.
?brigens habe ich anhand meiner überaus hilfreichen Buchstaben-Liste eruiert, dass diese Band anscheinend Niaophdawaah (Braten beschimpfen) hei?t.
Ist das gar eine Jimmy-Hendrix-Revival-Band?
PS: Ach ja. Ich hätte es wissen müssen. Eine Band in der die Mehrzahl der Members (muaaaaaaaahahahahahah, Fachenglisch, Tschammbtschah) die Hemden (Verzeihung T-Shirts) in die Hosen steckt, kann doch nur eine Schwiegersöhneband sein.
PPS: Leider sind die CDs hier immer zugeschweisst, aber mal ehrlich, 3 Euro für so ein Teil? Für soviel Minuten des Spa?es? Macht doch nichts.
PPPS: Ach ich glaube, ich muss die Leute mal remixen. Mit ein bisschen Drum and Bass kann man da sicher was draus machen.
PPPPS: Sie hei?en “nur” Sib-Lor. Was soviel hei?t wie “Die zehn Hübschen (Männer)”. Hmm. Ich fand “Braten beschimpfen” besser. Da sollten wir nochmal drüber reden.
Oh, if I could get some sleep
Insomnia von Faithless war damals, ich glaube so gegen 1996, eine kleine musikalische Revolution. Endlich wurde der Bass wieder für etwas Sinnvolleres als Eurobeat (Ronnymusik) eingesetzt. Die Rettung kam wie häufig von der Insel. Eine neue Phase der Musik hatte gerade begonnen. Ich frage mich manchmal, was aus C&C-Factory (hie?en die Produzenten so?) geworden ist. 10 Minuten-Mixe mit der geradezu manischen Wiederholung einzelner Zeilen in immer bassigeren Variationen. Ja. Was waren wir jung. Wir hatten die ganze Welt in den Händen.
Aber hören wir auf mit diesem Retrogequatsche. Ich stelle fest, dass mein Körper aufgibt. Was genau ihn belastet, wei? ich nicht. Oder ich wei? es und würde es nicht zugeben. Fakt ist, dass ich seit vergangenem Sonntag nur noch aller zwei Tage schlafe. Die Nachtphase dazwischen liege ich hellwach und überfliege verschiedene Themen (die mich otherwise nicht vom Schlafen abhalten könnten). Es hat den Anschein, dass ich in den Nächten da ich schlafe nicht aus Erschöpfung schlafe, dann wäre ich nicht erholt am Morgen. Bin ich aber. Zumindest sagen die Signale das.
Alles in allem wäre es kein Problem, nur noch aller 40 Stunden zu schlafen, wenn ich Bescheid wüsste, dass dem so wäre. Das würde auch die Koordination von Arbeitszeiten und au?erberuflichen Aktivitäten mit eventuellen Besuchen überaus erleichtern und weitere Möglichkeiten eröffnen. Da ich diese Phasen nun 4mal durchgemacht habe nehme ich auch an, dass es ein fester Rhythmus werden wird, sich eine Weile so hinziehen wird. Muss ich mir also eine Beschäftigung für die wachliegenden Nächte ohne Besuch suchen. Nur so rumzuliegen, dem grünen Licht der Moskitofalle zu lauschen und auf die befreienden Hahnenschreie zu warten macht keinen Spass. Ich mag Ergebnisse. Progress. Fakten. Entwicklung. Warten und Wiederkäuen ist krank.
Für heute Nacht (bin eben von einem überaus erholsamen 5-Stunden-Schlaf erwacht, kann es also kaum erwarten heute Nacht nicht schlafen zu können) habe ich mir gedacht, ich remixe mal wieder irgendeinen Song. Dummerweise hab ich noch keine passende Software hier. Schade schade. Eine weitere Option wäre übrigens der Besuch einer, ähm, murmel, hüstel, Disko. Ich habe das Gefühl (und das Wissen aus einem vorhergehenden Besuch) dass die Musik da der meiner vergangenen schlaflosen Nächte entspricht, so dass es stromsparend wäre und durch die eher nicht eigenbestimmte Abfolge der Titel eine interessante Erfahrung sein könnte.
(Erfahrene Psychologen würden jetzt einen Zusammenhang aus der musikalischen Explosion in meinem Kopf am Sonntag vor einer Woche beim Besuch ebendieser Disko und meiner Schlaflosigkeit herstellen, da eben dieser Besuch auch den Beginn meiner Schlaflosigkeit darstellt. Aber erfahrene Psychologen gibts hier nicht und die Laienpsychologen (angeführt von mir) ergehen sich in den Untiefen platitüder Miss-Interpretationen. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich in Deutsch nie wirklich gut war, weil die Lehrer meinen Interpretationen nicht folgen können? Ich hatte einmal eine 1 auf einen Aufsatz zum Thema “Heimat” unter den die Lehrerin schrieb: “Ich kann Ihren Gedankengängen nicht folgen, glaube aber, dass sie für Sie richtig und stimmig sind.” Wer gar nicht erst versucht, aus seinen eingerosteten Denkpfaden auszubrechen, kann und wird nicht bla bla fasel fasel laber laber…
Jedenfalls kann ich nicht schlafen.
Heute Nacht habe ich übrigens geträumt, dass Michael Oldfield anrufen würde und endlich mal ein Treffen mit mir ausmachen wöllte. Ich, überaus froh und geehrt, sage fast zu, dann fällt mir ein, dass ich hier in Thailand sitze, sage ihm das und er meint, naja, nach Thailand komme er in nächster Zeit nicht. Dann stellte ich fest, dass das Handy sowohl seinen Namen als auch seinen Aufenthaltsort anzeigte, was mit dem SL55 von Siemens so nicht funktioniert und erwachte darüber (mit der Hand und dem imaginären Handy am Ohr. Ein überaus bemitleidenswerter Anblick, denke ich. Mal abgesehen davon, dass der Held meines dritten musikalischen Entwicklungsschrittes erst heute anruft und nicht schon 1991. Allerdings hatte ich damals auch noch kein Handy. Was ich als Erklärung kurz gelten lassen möchte.
Trent kommt auch nicht nach Thailand.
Es hilft alles nichts, ich muss Björn Karllsen wieder treffen.
Ich finde übrigens den Tuff-Mix von Insomnia überaus nett. Nur um den Kreis zu schlie?en und wieder zum titelgebenden Thema zurückzukehren. Faithless waren eine Befreiung.
PS: Jetzt sind auch noch die Batterien vom MP3-Player leer. Muss ich halt arbeiten gehen.
Fahrenheit
Nummer 1 der thailändischen Charts ist eine Band namens “Fahrenheit”. Zumindest denke ich, dass das der Name ist, denn das Symbol ist ein als Flamme stilisiertes F und Fahrenheit steht als einziges englisches Wort auf der CD. Ansonsten sind die Bandmembers (yeah, Fachenglisch) in Eis eingefroren. Sehr stylisch, schon dafür haben sie den ersten Platz verdient. Man stelle sich eine Mischung aus “Ich wäre gerne eine Korn-Band”-Gehabe mit leichtem weiblichen Gesang vor. Wobei das Korn-Getue nur manchmal durchkommt. Sonst klingts nach Puschelpop. (Nein, kein Schreibfehler. Hab zweimal nachgesehen). Soweit ich mich erinnere, entspricht die Stimme in etwa der einer Freundin einer Freundin, die “früher” in der wohl geilsten regional erfolgreichen Band sang (und die soweit ich mich erinnere die geilste Breakline eines Songs singen konnte.). Wobei sie manchmal auch wie die Sängerin von Mana klingt. Naja.
Jedenfalls klingt “Ich wäre gerne eine Korn-Band”-Musik mit thailändischem Gesang überaus nett. Im Sinne von “oh. nett. kann man (häh? muahahaha, was war denn das? jedenfalls sagte ich gerade) hören. hmm. klingt nett. (muahahahaha, tschampschah, muahahahaha. was das wohl hei?t)”.
Jedenfalls lohnt es sich für diese Band, einen etwas dickeren Bassisten zu haben. Ich kenne da noch ein paar Bands mit dickem Bassisten die erfolgreich sind (ähm, waren. leider).
Nummer 6 der internationalen Charts in Thailand ist übrigens “Die Skorpions”. So. Jetzt dürfen wir alle mal 5 Minuten herzlich lachen.
PS: Hmm. Klang nur die ersten 10 Minuten wie Korn. Danach ist es nur noch Puschelpop (nein, donnerwetter, das ist kein Schreibfehler).
PPS: Tschamptschah hei?t übrigens Bahnsteig. Ich hab das nachgeschlagen. Sehr romantisch.
Wochenend und Sonnenschein
Nein, liebe Leute, so gehts nun wirklich nicht. Es ist hier dunkel wie kurz vorm Sonnenuntergang, es stürmt und der Himmel sieht bedenklich nach langanhaltendem Regen aus. Ich bin ja schon froh, dass ich noch ins Büro gekommen bin, so muss ich nicht in meiner kleinen Hütte hocken und hab einen schnellen Rechner. Aber eigentlich wollte ich ja mal komisch aussehende Steine ansehen.
Soviel zum Thema Planung.
Muss ich halt irgend ne tolle Blogsuchmaschine entwickeln. Wobei Blogs. Naja. Absteigender Ast und so.
PS: Stimmt. Man schreibt nicht “dunkel wie”. Richtig muss es hei?en “dunkel als wie da wo”. Ich bitte vielmals um Entschuldigung.
PPS: Es regnet jetzt seit über einer Stunde. Inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher, ob es “nur ein kleines Unwetter” ist, weil man die Spitze des Berges gegenüber nicht mehr sehen kann. Es hat sich zu einem richtigen Gewitter ausgewaschen. Die Stra?e ist ein Fluss. Regen und Luft sind kalt. Es ist dunkel wie kurz nach dem Sonnenuntergang. Es donnert (was anders klingt als in Deutschland) und blitzt. Nur der Strom, der ist noch da. Und, was ich nun gar nicht erwartet hätte, die Fenster hier sind dicht.
PPPS: Man kann nun gar keinen Berg mehr sehen. Die Palmenspitzen auf der gegenüberliegenden Stra?enseite sind in den Wolken verschwunden. Koh Samui ist eingehüllt in eine graue Masse. Ist dies das Ende? Wird die Sintflut uns alle verschlingen? Bestimmt nicht, denn Rolands Gärtner Nummer zwei (Roland ist der Cheffe von IT-Zentrum und hat drei Gärtner) klaubt schon runtergefallene Blätter aus den Regenrinnen. Wie auch immer. Das ist hier so wie anderswo. Hat man was vor am Wochenende, regnet es.
PPPPS: Es ist jetzt halb eins und es regnet immer noch. Mich würde dann schon mal interessieren, wer mir das Märchen vom Regen erzählt hat, der hier zwar stark aber nur 10 Minuten fallen soll. Und derjenige, der die Story von “die Regenzeit ist vorbei” gebracht hat, kann gleich mitkommen.
Broadcast Message from root@tezcatlipoca
(somewhere) at 9:17 ...<br /> Warning power loss detected on UPS tezcatlipoca<br /> Power failure on UPS tezcatlipoca. Running on batteries.
Hmm. Ich kann ja mal um die Insel fahren. Oder Tische kaufen. Oder einfach nur in die Gegend starren. Oder was man sonst so mit einem stromlosen Tag anfangen kann.
Update: Marf. Strom ist wieder da. Nichts mit rumstarren
Mediadaten
Thailand ist nicht nur in Hinsicht auf die Gestaltung von Internetseiten Entwicklungsland — auch die Mediadaten (Songtitel und Interpreten von Musik-CDs) werden von den “Medienunternehmen” nicht gewartet. Ich habe hier 8 CDs rumliegen, bei denen nur eine einzige beim Einlegen im (von mir verwendeten) Mediaplayer (ungenannten Namens) Ergebnisse in Form von Songtiteln brachte (und das auch nur, weil die Platte auf Platz 1 der Thaicharts steht). Klar. Ich kann das alles selber eingeben. Super. Das Problem ist nur, dass man hier nicht einfach nur Buchstaben auf der Tastatur hat, man muss auch noch Sonderzeichen vor und hinter den Buchstaben einbauen. Ziemlich doof.
PS: Gemerkt? Ich erlerne gerade die Methode Texte ohne Umlaute zu schreiben, was daran liegt, dass meine Thaitastatur immer noch keine Umlaute kann. Aber es wird.
PPS: Nein, ae, oe, und ue sind mitnichten akzeptabel ;)
Neubau
4, 4einhalb, 5, 6, 7 Wochen (oder sinds doch schon 8)
Ist schon witzig. Da liegt so ein kleiner Eintrag vier Wochen im Entwurfsordner und wächst so langsam zu einem Artikel zusammen und alles nur, weil man immer wieder vergisst, ihn online zu stellen. In den letzten zwei Wochen habe ich an ihm nahezu täglich rumgedoktert. Dann und wann war er obsolet. Dann und wann einfach nur sinnlos. Vieles ist rausgefallen, vieles reingekommen und wieder rausgeflogen. Und trotzdem bin ich nicht zufrieden damit, denn er erklärt nicht im Geringsten die Situation. Aber ich wäre schön blöd, wenn ich mich noch weiter damit abgeben würde. Verschiedene Parteien meiner bescheidenen Existenz haben nach einem Resümee (und jetzt fangt gar nicht erst an, mir zu erklären, wie man das schreibt) gefragt und hier ist es:
Man schaut einmal links, man schaut einmal rechts und schon sind 4 4einhalb 5 67 Wochen vergangen. Zeit also zurück und nach vorn zu schauen. Mit ToR+ in den Ohren, meinen Photos in den Augen, den Ventilator auf 3 gedreht und einem grünen Eistee mit Honigschuss im Glas. Fertig? Fertig. Also Los.
Am Anfang war Regen
Als ich auf Samui landete, regnete es. Nicht “nur mal 5 Minuten” wie alle immer behaupteten, sondern gleich richtig. Meine Sachen waren noch eine Woche lang muffig. Mein Magen versuchte während des Fluges von Bangkok nach Koh Samui die thailändische Variante eines Eiskaffees zu verkraften (äu?erst unempfehlenswert). Es war ein Sonntag. Ich war seit 24 Stunden unterwegs, erst von Hamburg nach München, von da nach Bangkok und weiter hierher.
Durch den Regen merkte man nicht allzusehr, dass es warm war. Wir stiegen in ein Taxi und fuhren zum Haus des Chefs. Heute wei? ich ziemlich sicher, dass ich auf dieser Fahrt meinen “Kulturschock” hatte. “Damals” bin ich von Hoch zu Tief zum nächsten Hoch geschlittert. Gleich nach dem Airport kommt erstmal eine Art Vorort, in dem die Leute in Holzverschlägen mit Wellblech auf dem Dach hausen (heute würde ich sagen, sie leben da). Müll überall auf der Stra?e. Hunde. Mopeds. Hupen. Regen. Chaos. Jetlag war fast nicht vorhanden, dazu war ich viel zu durcheinander.
Die ersten Wochen waren dann Gegend kennenlernen und der Vorbereitung von Arbeitsplätzen gefüllt. Heute sind Büro und die Arbeitplätze fast fertig und es beginnt sich Struktur abzuzeichnen. Ich mag Struktur.
Wir sind hier in Thailand …
… da dauert alles etwas länger. Das hörte ich in den ersten Wochen ständig. Heute wei? ich, dass das nicht so ist. Es dauert nicht länger. Die nicht-Thais erwarten nur, dass alles so läuft und geschieht, wie sie es von “zu Hause” gewohnt sind. Für die Thais dauert es so lange, wie es dauert, um fertig zu werden. Der Kunde ist zwar König, aber als König sollte man wissen, sich zu gedulden. Oder um es in einem thailändischen Sprichwort zu sagen: “Rohen Reis kann man nicht essen.” ?berhaupt gibt es viele Sprüche mit Reis und anderem Essen, denn das ist hier die Hauptsache ;)
Man geht in Thailand nicht mit einem Schlüssel zum Schlüssel-“Kopierer”. Man geht mit dem Schloss und dem Schlüssel, damit gleich getestet werden kann, ob die Schlüssel passen. Ich habe “Horrorgeschichten” über mehrfache Versuche Schlüssel nachmachen zu lassen gehört. Als es dann soweit war und ich Schlüssel nachmachen lassen habe, war die Sache in 20 Minuten erledigt.
Sogar Teppichboden liegt inzwischen im Büro ;) Aber das ist fast ein Eintrag für sich. Wir sind hier schlie?lich in Thailand, da dauert alles etwas länger. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn man die verschiedenen verlegten Teppiche im Land in Hinsicht auf den Zeitabstand zwischen Bestellung und (erfolgreiche) Verlegung hin vergleicht, man die selben Zeiten bekommt, wie wir es gerade erleben.
Und das Wetter?
Ich dachte, ehe ich hier her kam, dass mir das Wetter zu schaffen machen würde. Macht es aber nicht. Es ist meist warm, das stimmt, aber da ich den ganzen Tag im klimatisierten Büro sitze, merke ich davon fast nichts. Und am Wochenende, wenn ich durch die Gegend fahre, geh ich einfach wenn es mir zu warm wird in einen der zahlreich vorhandenen 7eleven-Läden, wohlklimatisiert, kühle mich ab, trink einen Grünen Tee. Fertig.
Was mich krank macht ist die Tatsache, dass die Lichtverhältnisse hier äu?erst verwirrend sind. von 18 bis 6 ist es Winter (dunkel), von 6 bis 18 Sommer (überhell). So kann man mitten im Sommer die schönste Winterdepression haben.
Und die Gegend?
Ich hasse romantische Ansichten. So gesehen gibt es hier viel Stoff für mich. Von Strand und Palmen hin zu Sonnenuntergängen, die man mit dem Photoapparat nicht festhalten kann zu komischen Vögeln mit komischen Puschelschwänzen zu Geckos und kleinem echsenartiges Getier, das durch jede Ritze kriecht, sobald es drau?en dunkel ist. Gibt ne Menge anzusehen.
Und dann der Krach. Nicht wirklich Krach, eher Noise, aber wenn es hier mal still wird, werde ich mich vermutlich auf dem Dach oder einem hohen Berg in Sicherheit bringen. Grillen zirpen (Zikaden? Manchmal zirpen zwei so intensiv zusammen, dass durch die ?berlagerung der Frequenzen nur noch ein hohes Fiepen zu hören ist). Hunde bellen, jaulen. Hähne krähen hier grundsätzlich von 4 bis 10 früh. Da wir hier bei unseren Hütten keine Hähne haben, jaulen die Hunde mit. Geckos rufen “Gäh-koh” (glaubt man erst, wenn man es gehört hat). Mopeds krachen durch die Gegend. Autos, die mit Lautsprechern auf voller Stärke Werbung für Parties, Parteien, Blumenhändler oder Besen machen fahren bis vors Haus. Der Ventilator knackt immer, wenn er sich zurückdreht. Der Nachbar (Amerikaner) unterhält sich morgens laut mit dem andern Nachbarn (Schotte? Engländer? Hat einen Akzent wie der Typ von der Band, ihr wisst schon…)
Und die Menschen?
Freundlich. Asiatisch. Ich beobachte aber noch und interagiere höchstens im Laden. Sollte ich ändern. Ich brauche entspannende Bezugspunkte hier.
Und die Arbeit?
Eg veit ekki. Eg ekki vantar veit.
Und wie gehts dir so?
Wie es mir eben geht bei viel Sonne und viel Dunkelheit.
Bleib ich hier?
Ja. Aber fragt in zwei Wochen nochmal nach. Das ändert sich hier täglich.
Fazit
(Yeah, ich liebe Fazitae!) Ok. Das Paradies ist anderswo. (Wobei ich mich frage, wer das Paradies an Sonne, Grün und Mentalität festmacht.) Man kann von umgerechnet 500 Euro im Monat fürstlich leben. Einen persönlichen Motoradunfall sollte man unbedingt mal mitgemacht haben (immer fein den Helm tragen!). Man muss es sein und man wird es, viel entspannter. Man hat viel mehr Zeit zum Nachdenken (ob das gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt). Man muss Englisch sprechen und kann Thai sprechen. Das Optimum wird vermutlich eine Mischung aus beidem. Wenn ich mich an die Verhandlungen mit Gilberts (Mopedmann) Frau erinnere, wäre eine Prise Thai ganz praktisch.
Man muss vieles selbst erlebt haben. Aus den Erzählungen anderer werden schnell urbane Mythen. Die Erfahrungen anderer werden schnell Verallgemeinerungen des gesamten Thailebens. Und man darf nicht vergessen, dass wir hier auf einer “Ferieninsel” sind. Das ist genausowenig “Thailand” wie Usedom oder Schleswig-Holstein (wie gut, dass Hamburg nicht Schleswig-Holstein ist) “Deutschland” ist. (Wobei man diesen Satz anders und vorsichtiger formulieren sollte. Aber wer bis hierher gelesen hat, wird auch diesen ver-stehen.)
Und ich hätte schon mal eher in die Welt ziehen sollen. Dann wäre ich jetzt zu Hause. So bin ich erstmal hier. Und mein Thaihaus ist immernoch von irgendwelchen Leuten bewohnt, aber ich behalte es im Auge. Jetzt hab ich meine “alte” Hütte erstmal für den ganzen März gemietet.
Taling Krap, Strand
Keine Neuigkeiten gibt es nicht
… weshalb ich um keine Verwunderung bitte, wenn hier mal kein täglicher Eintrag kommt. Womit der tägliche Eintrag von heute erbracht wäre. Ist das nicht seltsam, wie man den Papst immerwieder vom Sterben abhält? Naja. Wie gesagt, heute kein Eintrag.
Grünes schleimiges Naschzeug.
Hier nun ein Bericht zu komischem grünen Schleimkram, den man essen kann. Bei 7eleven findet man diese nicht mit englischen Etiketten ausgestattete Ware im Bereich Naschkram, weshalb ich denke, dass es was zu naschen ist.
“Es” schmeckt wie, ähm, Zeug. Leicht süsslich aber sonst nach nichts. Reis scheint drinnen zu sein. Ansonsten sieht es so aus wie das, was man bei kleinen Kindern in der Nasennöhe findet. Die Konsistenz ist relativ stabil, aber schleimig.
Hat man seinen Ekel erstmal bezwungen, kann man es durchaus als nahrhaft ansehen. Wird man aber nicht. Ekliges grünes Gematsche.
Makha Bucha Day
Heute ist Makha Bucha Day.
Heute vor vielen Jahren, um genauer zu sein, 45 Jahre vor Beginn der buddhistischen Zeitrechnung, hielt Buddha die zweite seiner wichtigeren Reden. Er hat viel geredet, aber diese hier legte den Grundstein zum Buddhismus und seinen Regeln.
Man sollte am Makha Bucha Day die folgenden Verrichtungen angehen:
- Tham Bon (in den Tempel gehen und dem Abt bei der Dhamma-Predigt zuhören)
- Rub Sil (keinen Alkohol trinken, nichts Unmoralisches tun)
- Tuk Bard (Mönchen Essen anbieten) und
- Vien Tien (an der abendlichen Kerzenprozession teilnehmen)
Die Insel der sterbenden Hunde
Es geht hier das Gerücht um, es gäbe eine Insel in der Nähe, auf der alle Hunde sterben. Bringt man einen Hund auf die Insel, ist er am nächsten Morgen tot. Selbst japanische Wissenschaftler (muahaha) waren schon da und hätten die Ursache nicht gefunden. The-dying-dogs-island.
Taling Krap, Sonnenuntergang
Updatestau
So. Das war es also: mein “Ich gehe nicht online”-Wochenende. Am Freitag habe ich ein paar ?berstunden abgesetzt und bin mit dem Moped nach Ban Nathon gefahren (so etwas wie die Inselhauptstadt), hab verschiedene nicht lebensnotwendige Dinge gekauft, mir einen Sonnenstich geholt, meine neue Vorliebe für seltsamen grünen Eistee gestärkt, abends Thai gelernt, im Spa fein gegessen und nach einem seltsamen Film überaus zufrieden ins Bett gefallen (häh? habe ins Bett gefallen?). Samstag war dann Taling Krap angesagt (Juan von 5Phase feierte seinen Geburtstag am Strand). Ein Strand gemacht für Sonnenuntergangsfetischisten. Am Sonntag habe ich dann “mal aufgeräumt”.
Oh, und ich habe meine ersten zwei thailändischen CDs gekauft. Nette Easy-Listening-Musik einer Gruppe, die vermutlich “Sumet & the Punk” hei?t. Das muss ich noch eruieren, und Klaviermusik von ToR+. Wobei erstere wie der Versuch spanische Popmusik mit Südseefeeling und thailändischen Versen zu verbinden klingt.
Alles in allem sehr entspannend, mein Wochenende. Und es gibt wieder eine Menge Photos. Diese Woche nun wird im Büro Teppich gelegt und Jalousien an der Tür angebracht. Dann wird uns nichts mehr vom Arbeiten ablenken ;) Es geht voran.
Ich befürchte nur, dass die Mailbox überquillt.
PS: Sie quoll.
Heut keine News
Moin, heut keine News. Die neuen Rechner sind da. Muss… installieren… Software… und… Wlan… Fotos folgen natürlich ;)
Und ich muss mir einen netten Namen überlegen. Vorschläge willkommen, aber da ich mich täglich dran einloggen muss, werde natürlich ich die finale Wahl treffen. Ein Comiccharakter muss es sein und Drabble ist schon vergeben. (Ich berichtete™ ;]=)
Kyoto liegt in Japan
Das Kyoto-Protokoll zur Reduzierung von Treibhausgasen und damit zum Schutz des Klimas tritt heute in Kraft. 141 Staaten der Vereinten Nationen hatten das internationale Vertragswerk im November 1997 bei der Klimaschutzkonferenz im japanischen Kyoto beschlossen.
Die Unterzeichner verpflichten sich, ihren Kohlendioxid-Aussto? in den Jahren 2008 bis 2012 auf ein Niveau zu reduzieren, dass 5,2 Prozent unter dem Niveau von 1990 liegt. Da die Industriestaaten 1990 für 55 Prozent des weltweiten Kohlendioxid-Aussto?es verantwortlich waren, mussten ebenso viele Länder dem Protokoll zustimmen, bis eine Quote von 55 Prozent erreicht wurde. Die USA und Australien weigern sich jedoch seit Jahren das Abkommen zu unterzeichnen. Erst mit der Zustimmung Russlands im November 2004 wurde die 55-Prozent-Klausel erreicht, durch die nach mehr als sieben Jahren der Weg für die Ratifizierung freigegeben wurde.
Ich bin übrigens dafür, allen Amerikanern (für 1/4 des weltweiten Co2-Aussto??es verantwortlich) die Einreise in Ländern, die das Protokoll ratifiziert haben, zu verwehren. Die Australier können nichts dafür, denen hat das Ozonloch schon wichtige Hirnbestandteile weggebrannt. (Ok, die Sonne, nicht das Loch, das brennt ja nicht.)
So, genug Politik für dieses Jahr. Ich muss jetzt mal den Kühlschrank ein bisschen runterdrehen.
Thailand hat das Protokoll übrigens schon am 28. Februar 2002 ratifiziert. Alle Teilnehmer gibts bei climnet.org .
Was nicht passt
Deutsche Touristen
… am Strand von Ban Hua Thanon. Sie folgen ihrem Thaiführer, der erstaunlich gut Deutsch spricht. Ansonsten sind sie aber typische Touristen. Einer fotographiert den Müll und schüttelt anschlie?end missbilligend den Kopf, eine tatscht dem Führer auf den Rücken und fragt sicherlich weltbewegende Fragen und erklärt ihm, dass es auf Mallorca auch mal so warm war aber keine Wolken und einer kuckt den Thaifrauen und Kindern hinterher.
Valentinstag
Ohh! Ahh! Valentinstag! Küsschen! Super!
Schon am Wochenende war der Tesko voll mit geherzten Dingen und weil ich “Love actually” auf VCD gekauft habe, bin ich nun auch stolzer Besitzer eines Herzchenblocks. Ich werde darauf Pläne zur Zerstörung der Welt schmieden.
Im 7eleven heute morgen hat die Kassenthai mich ganz komisch angesehen, weil ich weder Blümchen noch Herzchen-Schreibblock noch Freundschaftsbändchen noch Liebespizza sondern nur eine Sprite und nen Honigtee gekauft habe. Der ganze Laden war voll junger glücklicher Menschen die viel Geld ausgaben um einander irgendwelche belanglosen Dinge zu schenken.
Mein Thai ist noch nicht gut genug, um ihnen zu erklären, dass die einzige Person der ich gerne was schenken würde nicht hier ist, um ein Geschenk entgegenzunehmen. Tja. Also hab ich einen Sextouristeneindruck gemacht und bin mit mitleidige Blicken im Rücken steckend gen Büro gestrebt.
Soso. Valentinstag.
Lamai, Sonntags
2 more weeks
Hab heute “die Hütte” für weitere 2 Wochen gemietet. (?ber-Ich: Du wirst darin verotten!). Naja. Jedenfalls kam Mr. Wit freudestrahlend in seinem Pickup angefahren (hab ihn angerufen und klar gemacht, dass ich bleibe) und begrü?te mich mit “Morgen”. Mir blieb das säuberlich vorformulierte und hundertmal geübte Sawadiikrapp im Halse stecken und ich murmelte ein “Hallo”.
Super.
“Morgen”. Wie sagte Neung neulich? Es gibt Leute in Thailand, die sagen einfach Sawadiikapp, aber das ist falsch. Es hei?t Sawadiikrapp. Mr. Wit! Es hei?t “guten Morgen” wenn schon und nicht nur “Morgen”. Ich nehme mal an, du hast das von diesem Sextouristen aus dem ersten Haus. Naja.
Ach naja.
Wie auch immer.
Nochmal 2 Wochen.
Naa Naa Naa Naa Naa – oder Thai lernen
Ok. Ich wusste ja, dass es schwer werden würde, aber muss es denn gleich so schwer sein?
Wir hatten am Freitag unsere erste Stunde Thaiunterricht. Man stelle sich mich einem kleinen Thai gegenüber fassungslos die Münder geöffnet versuchend Naa statt Naa zu sagen. Herrlich. Von den 5 möglichen Tonfällen in der Thaisprache haben wir mit dreien angefangen. Rising (steigend), falling (fallend) und Mid-Tone (irgendwie in der Mitte bleibend). Dann gibts noch zwei andere gleichbleibende Töne oben und unten. Nun hei?t das Wort bei jeder Betonung etwas anderes. Das alles wäre halb so schlimm, wenn man mit einem falschen Tonfall nicht das völlig unpassende ausdrücken könnte. Das kann dann schonmal vorkommen, dass man statt “Na, wie isses?” “wie unattraktiv du heute doch bist” sagt.
Der Ton macht halt die Musik. Wobei mir nun dieser Spruch beim Deutschen nur noch ein müdes Grinsen abverlangen kann.
Au?erdem hat Neung (der Kenner sagt “Ninng”, legt die Zunge beim I an den Gaumen und verschluckt das g) eine recht thailändische Art uns seine Sprache beizubringen: Hier wird nämlich nicht verstehend gelernt sondern durch stetige Wiederholung. Er sagt jedes Wort viermal vor (“T means Teacher. Miiiiiii”), dann sagt er es viermal abwechselnd mit dem Schüler (“S is Student. Yuuuh”) und dann der Schüler 4mal alleine. Ich finde das sehr gut, weil der Tonfall eben so wichtig ist und erstmal nicht die Bedeutung, man diese aber nebenbei mitbekommt. Au?erdem spricht Neung überaus deutlich und akzentuiert Englisch. Man merkt richtig, wie die Worte erst vorgeformt werden und dann rauspurzeln.
Vom Vokabular haben wir eigentlich nicht viel gelernt, nur dick, dünn, richtig, falsch, hallo und die richtige Art zu fragen. Fragestellungen werden im Thailändischen in einer dem englischen “isnt it?” ähnlichen Art gestellt und beantwortet: Meinst du, er wäre dick? (Ratet mal, auf wen bei dieser Frage gezeigt wurde) Worauf man dann “Ist dick” oder “Ist nicht dick” sagen kann.
Und dann wäre dann noch das “Krap”. Das wiederum entspricht dem dresdnerischen “nuor” oder dem sächsischen “feil”. Ein Lückenfüller. Mit dem Unterschied, dass mann einen freundlicheren Eindruck macht, wenn mann es häufig anwendet. Und frau sagt dann “kah”.
Ich hab einfach nur Spa? am Lernen und muss aufpassen, nicht immer zu lachen. Ich glaube, ich klinge ganz lustig als Thai. Hab dann gestern gleich beim “Mädchen, das nie lächelt” mein Sawadeekrap ausprobiert.
Hafen, Ban Hua Thanon
Ein Relaunch steht an, was hei?t, dass ich mich thailändisch verhalte und Samstags arbeite ;) deshalb heute nur ein Bildchen.
Leichter Regen 2
Leichter Regen
Ronald McDonald macht den Wai
Den üben wir aber nochmal, ja ?!?
Gesundes Neues!
Ach übrigens: Gesundes neues Jahr. Wir feiern gerade den Chinesischen Jahresanfang. Das Jahr des Hahnes, wenn ich recht informiert bin. Die anderen Neujahre hier in Thailand habe ich relativ verpasst. Einmal wünschte mir an der Tankstelle einer ein gesundes Neues Jahr. Jedenfalls gibt es das gregorianische Neujahr, das thailändische und das chinesische. Letzeres seit gestern. Das ist auch nicht wirklich ein neues Jahr als Zeitpunkt, nur eben ein Grund zu feiern und tagelang ab 4:30 Uhr morgens Krach zu machen. Böller abfackeln. Laute Musik laufen lassen (naja, das eigentlich immer).
Ansonsten leben wir im Jahr 2548, denn der Thailändische Kalender beginnt mit des Buddismusses Beginn im Jahr 543 vor unserer Zeitrechnung. Ich kann euch aber sagen, dass es im Jahr 2548 auch nicht viel besser ist als damals 2005.
?ั???อร? ก??ิ?วิญญา?
Gestern habe ich dann endlich meinen Thai-Film angesehen. Nicht zu fassen, es ist ein solider kleiner Horrorthriller. Freundlicherweise war ganz kurz der Titel im Vorspann auf Englisch zu erkennen, so dass ich diese überaus informative Seite zum Film namens “Shutter” verlinken kann ;)
In “The Shutter” geht es um einen Fotographen und seine Freundin, die nach einem mit Freunden verzechten Abend vermutlich eine junge Frau überfahren (die Freundin fährt) und dann als jemand dazu kommt schnell vom Unfallort verschwinden. Im Gro?en und Ganzen nichts Besonderes, wenn nicht plötzlich seltsame Erscheinungen auf den Photos des Fotographen erscheinen würden, wenn er nicht plötzlich die Tote selbst ständig sehen würde und wenn er nicht langsam aber sicher durchdrehen würde. So nach und nach kommt einiges aus dem Dunkel der Vergangenheit.
Das Schuldprinzip wirkt eigentlich immer. Man trägt eine schwere Last ;)txp:gho_footnote und man sollte den Film sehen, um diesen Satz zu verstehen</txp:gho_footnote> Und besonders gut wirkt es, wenn es im Horrorfilm eingesetzt wird. Das Beste am Film ist, man muss kein Thai verstehen, um den Film zu verstehen. Musik, Bilder, Schnitte und Schauspieler sorgen schon dafür, dass unsereins bei der Sache bleibt. Die Special-Effects übertreiben kein einziges Mal, sorgen aber für eine geplegte Gänsehaut. Dieser Film bekommt 4 von 5 möglichen kleinen mit thailändischer Flagge beklebten Filmklappen.
Ich werde übrigens vorerst nicht mehr zu einem Fotographen gehen. Dazu habe ich genug Szenen in Entwicklungslabors und blitzenden Ateliers verkraften dürfen.
Markt, Ban Hua Thanon
Hei?e Tage
Heute morgen war es schon auf dem Weg auf Arbeit so hei?, dass es eine Freude ist, dass die Klimaanlage angenehme 26 Grad schafft. Jedenfalls solange, bis man friert. Ansonsten flaut so langsam die Hochsaison ab und man sieht mehr Thai in den Stra?en als “Ausländer”. Au?erdem war am Wochenende endlich Wahl, so dass nun keine Autos mit Wahlwerbung, angenehm lauter Beschallung und thailändisch per Megaphon vorgetragenen Parolen durch die Stra?en fahren. Was jetzt fährt, macht Werbung für das neu eröffnende “Bauhaus”. Ein Livemusikschuppen.
Ansonsten gibt es viel zu tun, man bastelt so an seinen Projekten.
Hab ich schon gesagt, dass ich mein Thaihaus wiedergefunden habe? Es ist vermietet (nicht an mich), was ich höchst deprimierend finde. Aber neue Möglichkeiten sind in Sicht. Mal sehen. Zur Not bleibe ich noch 2 Wochen in meiner derzeitigen Hütte.
PS: Und als Hohn war der Himmel mit Wolken bedeckt, sobald dieser Eintrag online stand. Nett.
Ficus, Ban Hua Thanon
Jetzt weiß ich, warum die Riesenteile bei meinen Eltern Benjamini heißen ;)
Dschungel, gleich hinterm Haus
Drive safe!
Dieser nette Polizist teilt uns warnend mit, dass es uns recht schlecht gehen könnte, wenn wir ohne Helm Moped fahren. Um die Ecke war dann eine ziemlich gro?e Blutlache gleich neben einem Schild, das auf den Linksverkehr hinwies (“remenber to drive left”). Andererseits könnte auch auf dem Schild stehen, dass man immer ein sauberes Handtuch im Reisegepäck haben sollte. So genau wei? ich das nicht.
Tesko, Motobike-Parking
VCDs
In Thailand gibt es noch einen Markt für Technologien, die es auf deutschen Boden nie geschafft haben. Zumindest habe ich nie so etwas wie VCDs (Video-CDs) gesehen. Das ist im Prinzip die Vorstufe einer DVD in miserabler Qualität auf dem Notebook (auf dem Fernsehbildschirm aber sicherlich nicht schlecht anzusehen), einseitig abspielbar, ohne Menü einfach durchzulaufen. Meist gibt es zwei CDs, damit die Qualität nicht allzu weinerlich ist. Solche Filme kosten dann bis zu 150 THB (3 Euro) und sind in Englisch und Thai zu finden.
Und das Beste: Es sind gar nicht mal so unaktuelle Filme. Jedenfalls schlummern seit diesem Wochenende einige VCDs auf meinem Tisch: “Resident Evil: Apocalypse”, “Cube Zero”, “The final cut”, “Alien vs. Predator” und ein komischer thailändischer Film. Bei “The final cut” handelt es sich um einen Film mit Robin Williams, in dem er einen “Filmbearbeiter” spielt, der unangenehme Erinnerungen aus dem Gedachtnis der Menschen löscht.
Und der thailändische Film hat eine eigene Geschichte: ich hätte ja zu gerne mal Alien vs. Predator im “thailändischen Original” gesehen. “Ngusch bang pak! Aaaaargh! Slash! Brumm! Zisch! Flatterflatter!” Jedenfalls war ich zweimal VCDs kaufen und hatte beide Male einen Film in Thai dazugepackt und beide Male kamen die überaus hilfreichen Verkäuferinnen gerannt und haben die schnell ausgetauscht und die jeweilige englische Version eingepackt. Tja. Was anderes kann man da machen, als einen Film zu nehmen, den es nicht auf Englisch gibt?
Abgesehen davon sprach mich die Verpackung schon vorher an: Schwarze Hülle und auf der einen Seite ein thailändischer Fotograph der auf Johnny Depp macht und auf der Rückseite eine Frau. Beide Bilder in einer halben Kameralinse. Jedenfalls kicherte sich die Verkäuferin halb tod, als ich den Film auf den Tresen packte und fragte mich irgendwas. Ich grinste zurück und nickte, woraufhin sie das selbe unter Zuhilfenahme weiterer Vokabeln wiederholte (auf Thai die ganze Zeit). Ich grinste weniger sagte aber “its ok”, sie verschwand, brachte eine andere Verkäuferin mit und diese fragte mich, ob ich den Film denn verstehen werde (sehr political correkt, ich hätte ja gefragt, ob ich Thai könne). Jedenfalls murmelte ich, dass ich es lerne und ihn auf Thai haben will, woraufhin der gesamte Laden kicherte, ich abkassiert wurde und schnellstmöglich mit meiner Errungenschaft verschwand.
Ich dachte ja schon kurzzeitig, ich hätte einen Porno erstanden, aber im Heftchen in der CD gab es dann nette Bildchen mit Fotos verschiedener Leute, auf denen seltsamerweise immer dasselbe Mädchen wie ein Geist irgendwo im Hintergrund dabei war und rot eingekringelt war. Alle Personen waren in verschiedene Kleidungsstücke gehüllt. Es ist also zu hoffen, dass es ein Geisterfotofilm ist. Ich werde mich diesbezüglich wieder melden.
Ach und “Van Helsing” musste ich mir einfach als DVD auf den Tisch legen. Womit wir beim nächsten Problem wären. Dem Ländercode. Aber das ist fast schon eine ganz andere Sache.
Thai sprechen
Dass es sich lohnt, Thai zu lernen habe ich heute im 7eleven (wir Kenner sagen hier “säwwäniihläwwän”) gemerkt. Ich entschied mich spontan dazu beim Rückgeld ein “kopp hun kapp” loszuwerden (die lautmalerische Version von einem thai-Danke) und wurde prompt mit einem tiefstem Wai zuzüglich breitem Lächeln belohnt. Also tiefer und breiter als sonst.
Tja. Schon zwei nützliche Wortgebilde. Nächste Woche kommt dann auch “unser” Thailehrer zum Beschnuppern vorbei. Wir haben derzeit die Auswahl zwischen zwei Lehrern: einem Deutschen, der seit 18 Jahren hier lebt und einem Thai, der auf Englisch lehrt. Beide werden ihre Vor- und Nachteile haben. Ich bin gespannt.
Die Aussprache übe ich übrigens mit Rosetta Stone Online . “Die Firma” hat netterweise einen Account freischalten lassen. Da gibt es ein nettes Tool, mit dem man in das Headset reinquatschen kann und dann eine Anzeige ausschlägt (rot, gelb, grün) je nachdem ob man falsch oder richtig in der Aussprache liegt. Leider hat das System einen ziemlich akademischen Ansatz, so dass ich bisher noch verzweifelt nach “Alltagsthai” suche. Aber für die Aussprache — nichts dagegen, ganz nett.
Witziges Detail am Rande: Ich höre Rosetta Stone. Ich lese Rosetta Stone. Ich denke “Rosetta Stone? Wer ist denn das nun schon wieder?” Und irgendwann machte es klick und mir fiel auf, dass es sich hierbei tatsächlich um einen Stein handelt und nicht um eine Frau.
Ach und das Beste: Ich kann mit dem Rosettenstein auch Finnisch weiterlernen. Und das Traurigste: Ich kann mit dem Rosettenstein kein Isländisch weiterlernen. Aber gut ist: Ich könnte, wenn ich wöllte, noch Schwedisch, Hindi, Welsh und endlich auch mal Englisch lernen. Also was solls. Das ist schon gut.
Ich habe gewählt
Ich hatte es ja bereits erwähnt, meine Wahlunterlagen sind angekommen. Was??? Wie??? Wo??? Wahlen??? Johah! Wir Schweswig-Holsteiner wählen unser Parliament (oder den Stadtthing, so genau weiss ich das nicht). Irgendwann im Februar. Jedenfalls füllte ich gestern meinen Wahlschein gewissenhaft aus, machte meine zwei Kreuze sauber erkennbar an den richtigen Stellen (wo die sind? ja jedenfalls nicht bei steinewerfenden Spätnazis und tumben Sektierern, im übrigen pflege ich in Hinsicht auf Politik zu tun, was ich tun kann und nicht zu labern, das machen die anderen) und steckte den Brief in den Brief und den Wahlschein dazu und fertig.
Heute dann setzte ich mich auf mein von der Mittagssonne stark erhitztes Moped (ich hatte kurz Angst um meine Zeugungsfähigkeit, dann fiel mir wieder ein, dass ich die nicht benötige) und fuhr zur Post. Dort angekommen stieg ich ab und wollte meiner Pflicht als Staatsbürger nachkommen.
Nichts da. Ein überaus freundlich grinsender Thai verschloss die Tür vor mir Farang und meinte “wirr klooohst”. Nett. Komm ich halt morgen wieder. Mich hindert hier niemand an meiner Wahl teilzunehmen.
We named him Drabble!
Unser Neuer war bis heute Morgen noch namenlos. Aber wir haben eine Strategie (was wären wir ohne Strategie). Die Kisten werden jetzt nach Comicfiguren benannt. Und nicht nach irgendwelchen döddeligen Everydayfiguren. Nein.
Und der Neue hei?t Drabble. Wer Drabble ist? Der hier:
Das war übrigens ein Kompromiss, denn nachdem wir nicht soviele Ex-Freundinnen haben, die das Alphabet füllen (bzw. Fabios Freundinnen immer mit dem selben Buchstaben anfangen) und die anderen beiden etwas gegen meine Anregung die Namen des Teufels rückwärts zu nehmen hatten, war die Comic- eine gute Lösung. (Kleiner Tipp, will man seine Idee durchbringen, muss man immer ein Extrem und dann einen leichteren Vorschlag bringen, der wird immer genommen.)
Daniel Branca ist tot
Schade .
Luftpost.
Fürs Protokoll: ca. 10 Tage braucht ein Brief per Luftpost von Deutschland nach Lamai, Thailand. Meine Wahlunterlagen sind da ;)
In the laundry Pt. III
Hüstel. Ich wei?, dass meine werte Leserschaft nicht allzuviel mit Wiederholungen anzufangen wei?, diese hier aber lässt sich (anscheinend) nicht verhindern. Es war mal wieder soweit, die Fliegen nahmen zu, also mussten die Klamotten in die Wäscherei. Ich entschied mich, die selbe aufzusuchen wie beim letzten Mal. Dort angekommen übergab ich flugs die Wäsche, sagte in meinem überaus verständlichem und ausgeklügeltem Englisch “battjuhduhnotthäfftowoschsähbägg” und brauste auf meinem kleinen roten lauten klapperndem Moped von dannen.
Am Abend kam ich wieder. Gab ein paar Geldscheine äber die Mauer und erhielt meinen Seesack mit duftend frischer Wäsche. Ich hielt den Seesack, konnte aber kaum anhalten vor Lachen. Also innerlich, weil es macht sich nicht gut, allzuviel Emotionen zu zeigen, wenn man mit Thais handelt. Jedenfalls schaffte ich es, die obligatorischen zwei Sätze Smalltalk abzuhalten und ging mit meiner Packung Wäsche von dannen, fuhr heim und lachte mich erstmal tot.
Sie hatte den Seesack schon wieder mitgewaschen.
Mich beschäftigen nun einige Fragen:
- Wie oft kann man den Seesack waschen, ohne dass er aus dem Leim geht?
- Was hei?t “Der Seesack soll nicht mitgewaschen werden” auf Thai?
- Hat es Sinn, den Thais das Prinzip eines Seesacks zu erklären?
- Ist mein Englisch wirklich so schlecht?
- Soll ich meine Wäsche wirklich in einer Plastiktüte in die Laundry schaffen?
Fragen über Fragen. Aber in einer Woche muss ich ja wieder in die Wäscherei. Bis dahin wird sich ein Teil hoffentlich geklärt haben.
Das Wort zum Sonntag
Da sitze ich nun am Sonntag im Büro und denke darüber nach was das über mein Sein als Geek aussagt, dass ich auch heute wieder am Rechner sitze und vor mich hin schraube und darüber, dass zu Hause jetzt ein paar Thais dabei sind, meine Hütte zu reinigen und dass das ja schon recht feudal ist auch wenn ich nicht vorgewarnt worden bin und dass ich froh sein kann, dass ich gestern noch schnell aufgeräumt habe ohne zu wissen, dass sie heute kommen, denn der Eindruck der sonst erweckt worden wäre nicht meinem sonstigen Verhalten entsprechen würde und dass ich mich gestern abend entschieden habe nun wirklich und lange hier in Thailand zu bleiben weil die Bedingungen einfach stimmen und ich glaube, dass ich hier überleben könnte und darüber, dass mein neues Sonntagshemd zwar überaus cool und fluffig ist, aber zuviel von meiner Brustbehaarung zeigt, weil der Ausschnitt einfach verboten tief ist, das Wetter überaus hei? mit 33°C ist, was eben erwähntes wei?es fluffiges Hemd wiederum leicht feucht erscheinen lässt, ich ja gerne den Thais gegenüber nicht unbedingt den Eindruck eines Touristen machen möchte aber nicht wei?, wie ich das anstellen soll, dass vermutlich das Lernen der Sprache und das Zulegen einiger der kulturellen Eigenheiten aber ein ganz guter Anfang wäre, ich ein bisschen bei Orkut.com nach Menschen hier suchen sollte, ich langsam mit dem dämlichen Schalten bei diesem Moped klarkomme, Cola hier auch einfach nur sü? ist, mein Kaffee heute morgen überaus erfreulich war, hier verdammt viele kleine Ameisen rumrennen, das Leben schön ist und dieser Satz ein Ende nehmen sollte und überhaupt…
Naja. Ist eben Sonntag.
Grumpy without a cup
Was macht man weit weg von der Heimat (oje, über diese Definition reden wir später einmal), wenn man sich selbst etwas Gutes tun will? Genau. Und wie erreicht man das bei Jemandem wie mir?
Mit Kaffee! Ich zog also gestern (zugegebenerma?en überhastet, denn eigentlich wollte ich die gro?e Doku fotographieren, verga? aber den Photoapparat) gemütlich tuckernd nach Teskoland und kaufte was mein Herz begehrte. Kaffee, Sahne, einen optimierten Becher und einen Wasserkocher. Was braucht man mehr. Heute morgen dann erwachte ich und weihte eilig alles ein. Bis auf die Sahne, die dummerweise gesüsst ist (kein Vergleich zu “unserer” sü?en Sahne), war es ein voller Erfolg. Meine gute Laune lässt sich heute durch nichts trüben.
PS: Man beachte das überaus gelungene Marken-Logo der Milch ;)
Das Wetter
Seit einiger Zeit suche ich ja schon nach aktuellen Wetterangaben für Ko Samui. Bisher habe ich bei Weather.com immer die Suche benutzt, sollte man lassen, hat keinen Sinn. ?ber Google dann klappte es: hier ist also das Wetter bei uns in der 10-Tage-Prognose. Der Wettercode für Ko Samui ist übrigens THXX0046.
Hmmm. Ziemlich kühl, finde ich.
Der Neue im Team
Das ist er also, der Neue im Team. Noch namenlos aber Thai durch und durch. Als Thai leuchtet man nämlich bunt und so leuchtet der Rechner böse grinsend. Und die Maus leuchtet oben blau und unten rot. Neue Werke werden wir auf ihm produzieren.
Gegensätze?
Beide Bilder stammen von der gleichen Stra?e und die Ansichten sind auf gleicher Höhe. Im Gebäude des ersten Bildes arbeite ich. In der Hütte des zweiten Bildes esse ich.
Wetterbericht
Auch wenn auf Mallorca der schlimmste Wintereinbruch seit Jahren ist — hier ist noch kein Schnee weit und breit zu sehen. Ja, es ist etwas kühl in der Nacht, aber zum Frieren reicht es noch nicht. Ich melde mich wieder, wenn die ersten Schneeflocken fallen!
Geldscheine
Keine Angst, es handelt sich hierbei nicht um mein Lieblingsthema ;) Wie wissen ja nun, dass man hier auf den König Bhumibol Adulyadej nichts kommen lässt. Man darf nicht über ihn lästern. Er ist ein feiner Kerl.
Man sollte aber auch tunlichst vermeiden, mit dem Fu? einen wegflatternden Geldschein festzuhalten, denn mitten auf dem Schein ist der König in verschiedenen Bilder abgebildet. Und weil der Fu? das niedrigste aller Körperteile ist (in beiden Bedeutungen des Wortes) wäre es fatal, den König ins Gesicht zu treten.
Für den Europäer besonders schwer wird sein, die alte Gewohnheit des Geldknickens abzulegen. Auch das macht man nicht, denn just unter dem Knick beginnt des Königs rechte Schulter. Die Leute in den Geschäften sehen zwar darüber hinweg, wenn der gemeine Tourist geknickte Scheine über den Tresen reicht, aber wir sind ja keine Touristen. Jedenfalls nehmen sie das Wechselgeld aus der Kasse, streichen es sorgfältig glatt und reichen es dann mit einer Verbeugung und wie eine Opfergabe mit beiden Händen dem Empfänger. Wenn man dann nicht so dumm ist, die Scheine zu nehmen und schnell irgendwohin zu stopfen, sondern sie genauso rituell entgegennimmt, dann bekommt man sogar einen Wai (Handflächen aneinander und verbeugen). Ich jedenfalls nehme mir immer viel Zeit beim Wegräumen des Geldes ;)
Geldbändel werden hier übrigens gerollt. Das darf man, denn man knickt den König dabei nicht.
Delhi
Was ich schon ziemlich lange erzählen wollte, aber immer wieder verga?: auf dem Herflug, es war rein geographisch frühester Morgen, so gegen 4 Uhr Ortszeit, MEZ wohl gegen 0 Uhr, da flogen wir im Dunkel vor uns hin. Ich wusste, dass wir demnächst dem Morgen entgegen fliegen werden und war schon auf “das Ding mit der Dämmerung” gespannt. Im Fernsehen kam ein überaus dämlicher Film mit der Ex-Freundin von Tom Cruise, die ständig kochte und eigentlich verliebt war, das Flugzeug schnarchte vor sich hin.
Ich schaute häufig aus der Lücke, die sich Fenster nannte und betrachtete verschiedene Lichterhäuflein, kleine Siedlungen, die unten vorbeizogen. Dann und wann kam ein grö?erer Ort. Besonders nett anzuschauen waren die Orte, die vermutlich komplett am Reisbrett geplant waren und Kreuzform oder Schachbrettform hatten. Dann kam lange nichts, sie zeigten diesen seltsamen Film und wir kommen da an, wo ich meinen Mund aufgemacht habe und nicht so schnell wieder zu:
Am Horizont kam ein leichter Schein. Ich dachte, Dämmerung, super, na dann mal los. Der Schein wurde heller, aber irgendwie nicht wirklich sonnig oder rot sondern eher gelblich. Das ganze Fenster begann zu leuchten und dann endlich kam in mein Blickfeld die grö?te Stadt, die ich je gesehen habe. Licht. Viel Licht. Und das ganze ca. 15 Minuten lang. Wir hatten ja schon viele Gro?städte überflogen, aber diese hier war mindestens 10mal grö?er (ich stapele tief um nicht hochzustapeln). Es wachten noch ein paar andere auf und wir vermuteten, dass es Delhi sei, was sich später dann als richtig herausstellte. Es gab zwei deutlich erkennbare Hauptverkehrsadern, viele Nebenstra?en, die vermutlich mehrspurig waren, wenn man sie so weit oben so klar erkennen konnte und eine Unmenge an Lichtkonzentrationen. Nach vielen Minuten offen gestandenen Mundes war das Schauspiel vorbei, die Nacht wieder schwarz wie sie selbst und die Städte wieder die kleinen Lichterhäufchen wie bisher.
Jedenfalls denke ich da öfters mal dran. Ist schon witzig, wie sich die Nester in Deutschland mit Gro?stadt und Millionenstadt bezeichnen, selber aber sowohl an Menschen als auch an anderen Komponenten tiefste Provinz sind. Manchmal gehört halt doch ein Abstand von gut 13000 Fu? und Nacht dazu, Wertungen zu relativieren. Ich glaube, meine Relationen haben sich während dieses Fluges nicht nur einmal ein klein wenig verschoben.
Traumschaum
Irgendwo in Nordeuropa. Ich befinde mich an Bord eines recht gro?en Schiffes mit Ziel Eismeer. Es sind ein paar bekannte Gesichter dabei, die an mir aber stumpf vorbeischauen oder mit sich selbst beschäftigt sind. Ein running Gag wird es werden, dass niemand zwei herumgehende ?pfel und Birnen essen will und sie immer einem anderen verdutzten Gegenüber in die Hand gesteckt werden und man verschwindet, während jenes Gegenüber nun versuchen wird, das Obst loszukriegen.
Die Reise beginnt und es wird klar, dass wir Eisberge bestaunen wollen. Es geht ein Stück einen Kanal oder Fjord entlang, dann plötzlich fährt das Schiff auf dem Land. Da niemand darüber verwundert erscheint, erspare auch ich mir alle Fragen. Ich sehe hinter uns Schienen, auf denen das Schiff fährt und vor uns ein Industriegelände. Im Industriegelände angekommen bleibt das Schiff stehen, denn eine Stra?e komplett von Stahl umgeben (ein Tunnel?) ist vollgestellt mit Schrott. Ein paar Arbeiter kommen und beginnen die Stra?e freizuräumen.
Ich finde, dass wir Zeit genug haben, um schnell noch einige Erledigungen durchzuführen und begebe mich in ein Reihenhaus, das etwas erhöht liegt. Ich wei?, dass mein Haus das in der niedrigeren Reihenhauszone ist, trotzdem geh ich in das höhergelegene. Dort angekommen nehme ich meine Pistole und fülle sie mit 5 Patronen, die wie Leuchtspurpatronen aussehen und einen gelben Punkt oben in der Mitte haben. Es gibt 6 Patronenplätze, 5 werden gefüllt, zwei Dreierreihen, oben links lasse ich frei. Plötzlich stelle ich fest, dass durch das Haus ein starker Strom an Menschen läuft. Unten rein, oben raus. Eine alte Frau bleibt stehen, bestaunt bewundernd meine Pistole und sagt “Nettes Teil, was Sie da haben”. Ich erkläre ihr, dass es nicht meine ist und ich sie nur für jemanden Anderes halte.
Wir (Leute vom Schiff) stehen auf einem Eisberg, unser Führer gibt uns ein paar Anweisungen, unter anderm wenn der Eisberg auseinanderbricht auf ihn zu zu laufen. Ich begebe mich in die Vogelperspektive und beobachte mich. Ich bin allein ein wenig weg von den anderen, ein Grüppchen links von mir, darunter der Führer, dann noch weitere Einzel- und Doppelgruppen. “Natürlich” denke ich, als der Eisberg beginnt auseinander zu brechen beginnt. Alle laufen auf den Führer zu. Dann und wann verschwindet jemand in einer Eisspalte und es werden immer weniger. Plötzlich macht das Schiff mit einem lauten Horn auf sich aufmerksam, es ist am entgegengesetzten Ende des Eisberges, alle sehen ihren Irrtum ein und beginnen auf das Schiff zuzulaufen. Nun laufe auch ich.
Wir sitzen an Bord, essen und trinken und der Führer hält eine Rede, dass es schon traurig sei, dass wir ein paar Mann verloren hätten, aber der Rest habe ja viel Spa? gehabt.
Ich wache auf, höre den Hähnen und Hunden zu und beginne zu überlegen, ob im Norden denn nun die Arktis oder die AntArktis sei. Einige mich mit mir selbst darauf, dass logischerweise unten das Anti hin muss. Die alte Frau kommt vorbei und meint, warum soll denn nicht im Norden das Anti sein, denn schlie?lich gibt es auf alten Landkarten nur im Süden ein Land — die Arktis. Das klingt sehr plausibel und denke noch ein Weilchen nach. Dann denke ich darüber nach, dass dies mein erster Traum wäre, in dem ich aufwache und immer noch träume und wache auf.
PS: Wie gut, dass es jetzt drau?en schon wieder dunkel ist und der liebe Patrick bald brav ins Bettchen steigt.
Iñtërnâtiônàlizætiøn
Heute Mittag saßen wir (drei Deutsche) mit einem Spanier, der jahrelang in Berlin gelebt hat und einem Engländer, der an unterschiedlichen Orten gelebt hat beim Essen. Der Spanier (Juan, seltsamerweise klingt sein Name wie “Wuann” statt “Chuan”) spricht sehr gut (und sehr schnell) Deutsch, der Engländer (James) versteht es gut, spricht aber weniger gut (er meint das, auch wenn ich das nicht finde). Die Unterhaltung wurde in Deutsch und Englisch geführt, Englisch nur, um James zu erklären, was gerade gesagt wurde. Witzig war, dass die beiden sich am Ende dann über die deutsche Sprache unterhalten haben und meinten, dass sie schon recht seltsam sei wegen der vielen Homonyme. Ok, sie verwendeten Homonyme nicht als Wort, aber das traf es dann schon. Beispielsweise kam der Vergleich mit “wie” (like) und “als” (as) auf den Tisch und dass selbst viele Deutsche sagen “Ich bin größer wie er”. (Wobei ich jetzt nicht weiß, wo genau Juan das nun wieder her hat ;)
Thai wurde am Ende als schwerer als alle anderen Sprachen erkannt, weil mit den vielen Konsonanten und Vokalen und vielen zusätzlichen Wörtern man schon ein bisschen mehr zusammenbauen muss, um einen Satz herauszubringen. Man sagt bspw. bei der Benennung von Mengen immer ein kleines Wort zusätzlich, dass die Art nochmal beschreibt. Ein Blatt Papier. Wobei die Einheiten für jedes Objekt nochmal einen eigenen Namen haben. Ich habe auch schon festgestellt, dass recht häufig mitten im Satz ein ka (Frau) oder krap (Mann) eingeworfen wird, je nachdem mit wem man spricht, was bei Fehlen als unhöflich empfunden wird.
Kalt
So. Heute war dann eine richtig kalte Nacht. Ich fror so sehr vor mich hin, dass ich das erste Mal in Thailand unter statt auf der Decke schluf. Jedenfalls war zusätzlich Vollmond, was mich recht wenig schlafen lie?, da die Hähne die ganze Nacht durch meinten, den Morgen ankündigen zu müssen und ich auf “äh hiäh hiäh” bereits konditioniert bin. Ich stieg also frühmorgens aus den Federn, bereitete mein ?u?eres für ein halbwegs annehmbares Aussehen vor und wollte frisch und frei ins Büro motobiken. Das Motobike war nass. Tja, ich ging wieder rein, holte ein Handtuch und putzte die relevanten Stellen trocken, warf das Handtuch in die Hütte und bestieg mein Motobike.
Und drückte den Starterknopf.
Au?er einem lauten Knattern und Krachen tat sich nichts. Tja dachte ich, irgendwo hast du mal gehört, dass das mit ein bisschen Ausdauer schon wird. Also knatterte ich gut 10 Minuten in der Gegend rum bis ich die ganze Häusergruppe wach hatte. Nichts tat sich. Schlie?lich nahm Fabio ein Herz und zeigte mir, dass es auch andere Möglichkeiten als einen Starter gibt.
Irgendwann dann tuckelte ich zufrieden dem Büro entgegen und dachte über Mopeds nach, die nur unter Temperaturen ab 20 Grad und gro?er Trockenheit arbeiten.
Die Hauptinformation dieses Eintrages war aber, dass es heute Nacht fürchterlich kalt war ;)
Connectivity
Gestern war ein einfach fürchterlicher Tag. Ich hab es mir gut gehen gelassen und bis 12 Uhr ein gewisses Hörbuch hörgelesen, als ich mich entschied, schon ein paar Stunden vor meinem Telefondate mit Schnute ins Büro zu gehen und ein bisschen Mails zu lesen, an Webseiten rumzuschrauben. Im Büro angekommen genoss ich die leere Atmosphäre unseres zwei Tische großen Gro?raumbüros, startete den Rechner, verkabelte ihn und kam nicht online. Die nächste Stunde verbrachte ich dann mit Fehleranalyse und diversen Neustarts (konnte ja sein, dass es ausnahmsweise am Betriebssystem lag). Nichts ging. Die Blockade konnte ich dann bis hinter das WLAN zurück verfolgen, im Prinzip die letzte Stelle, an der ich etwas ändern könnte. Vermutlich hatte man uns einen Riegel vorgeschoben.
Jedenfalls packte ich mein Notebook ein und nahm mir vor, zu Hause lokal einen Server zu starten und eben dort zu arbeiten. Dort angekommen begann das ganze Verkabeln wieder. Diesmal wollte der Server nicht starten. Weder unter Linux noch unter Windows. Schön dachte ich mir und wurde langsam sauer. Im Kopf entspann sich eine ?berlegung zu Sinn und Unsinn einer online arbeitenden Unternehmung ohne Anbindung zum Internet, zum Wert meiner Arbeitsressourcen, wenn man mich nicht online kommen lässt und verschieden anderes marktwirtschaftliches Gefluche. Jedenfalls hatte ich mich nach einer Stunde so hochgesteigert, dass ich weiter ein gewisses Hörbuch hörlas.
Jedenfalls ergab es sich, dass gegen fünf das Buch zu Ende war. Ich setzte mich wieder auf mein Moped und fuhr ins Büro. Das gleiche Ergebnis.
Den Rest des Abends verbrachte ich dann mit “Memento” linear gesehen und meinen Gedanken dazu, dass es mir gelingt auch in dieser Umgebung überaus nörgelig zu werden, wenn man mich vom Internet abschneidet.
If you want an evil kampfmaschine, kappt my internet!
Ich nehme an, dass sich heute auch wieder nichts tun wird, womit dieser Eintrag leicht obsolet irgendwann eingestellt wird, wenn heute bereits gestern und gestern vorgestern ist oder schon viel früher. Und überhaupt.
PS: Es hat sich nichts getan und inzwischen ist Montag und immer noch geht nichts. Nett. Wenigstens hat 5Phase auf dem Flur gegenüber auch keine Anbindung. So entsteht vielleicht ein bisschen Prioritätsdruck.
PPS: Jetzt ist es 15 Uhr, wir sind online, aber mit ca. 0.5kB, wenn überhaupt. Seiten laden nicht. Mails kommen nicht an. Super.
Wie man kaputte Motorräder zurück gibt
Das vermutlich nicht letzte Kapitel meiner gestrigen Erlebnisse durfte ich eben erleben. Gegen 11 schneite Gilbert (Schillbär), der Franzose mit den vielen Mopeds, herein und präsentierte mir stolz den Schlüssel zu “meinem” Moped. Kostenpunkt 2500 THB im Monat. Das sind 50 Euro, was für ein Moped nicht schlecht ist.
Jedenfalls war ich plötzlich stolzer Besitzer zweier Mopeds. Mein Urwaldmoped und das “Neue”. Ich entschied mich recht spontan, mein Geld zusammen zu kratzen und das “alte” Moped zurückzubringen. Gesagt, getan. Der Mopedverleiher, ein recht stämmiger eher haiwaiianisch aussehender Thai, grinste mir weniger erfreut entgegen, als ich ihm die Story mit dem Laster erzählte, fragte mich, ob ich heil geblieben bin und betrachtete ausgiebigst meine verschiedenen Wunden. Anschlie?end rief er einen anderen Mann herbei (vermutlich der Hausmechaniker), der dann ehrwürdig mit dem Moped eine Runde fuhr und anschlie?end detailliert und merkwürdig wortreich auf Thai erklärte, was alles kaputt sei. Nach ein bisschen Hin- und Her einigten wir uns auf 500" /> (10 kleine Euros) zusätzlich zu den 200 THB pro Tag, ich durfte zahlen, wurde verabschiedet und mitleidig gefragt, ob ich nicht zum IT-Komplex zurückgefahren werden wolle (der IT-Komplex ist etwa 300 Meter entfernt).
Ein nettes Ende für einen so unnetten Sturz.
Und gleich nochmal für eine ganz bestimmte Audienz: Nett (ja, das Wort ist wirklich nett zu gebrauchen :).
Im Ergebnis dieser ganzen Aktion bin ich zwar pleite, aber halbwegs gesund. Spenden bitte an die üblichen Kanäle :)
PS: Wenn man bedenkt, dass man hier umgerechnet mit 100 Euro die Woche über die Runden kommt und dabei noch soviel Unfug anstellen kann… sehr fein, da bleib ich doch noch ein paar Wochen.
Die Akte Fanta
Da ich gestern abend gleich aufs Bett geglitten und heute morgen ausnahmsweise ohne Zwischenfälle auf Arbeit gekommen bin, gibt es nichts zu berichten, also erzähle ich euch mal was über Fanta.
Fanta ist das in deutschen Landen gerne als “sü?es Gesöff” abgetane Produkt einer Zuckerlösung, eines chemisch hergestellten Fruchtgeschmackes und einer Farblösung. In den Ländern, die ich bisher besuchen durfte, war Fanta so etwas wie eine Konstante. Immer gleich. Immer flüssig. Immer trinkbar.
Dachte ich mir auch hier. Im Tesko (ich sehe schon, ich muss am Wochenende mal die gro?e Tesko-Reportage starten) jedenfalls kaufte ich mir dann vergangenes Wochenende zur Gemütsstreichelung zwei verschiedene Fantas, eine grüne und eine rote. Zuhause angekommen wurde die rote sogleich geöffnet, “Fein” dachte ich mir, “schmeckt sicher nach Beeren oder so”. Schmack sie nicht. Sie schmeckte, nun ja, irgendwie rot. Und überaus sü?. Fruchtig auch, aber was für eine Frucht das war, konnte man (der Autor dieses Blogs) nicht herausfinden. Naja. Dachte ich mir, nimmste mal die andere Flasche zur Hand. Grün. Schön. Wie also mag sie schmecken? Nach Apfel? Guarana? Sie schmeckte, nun ja, irgendwie grün. Und überaus sü?. Fruchtig auch, aber was für eine Frucht das war, konnte man (der Autor dieses Blogs) nicht herausfinden.
Was haben wir gelernt? Fanta schmeckt sü?. Das wars aber auch schon. Wenigstens war kein Fischgeschmack dabei.
Learning to drive
Bei dem, was ich so in meinem kleinen Leben schon alles erlebt habe wundert es mich schon, dass ich noch keine Falten oder andere bleibenden Abnutzungserscheinungen genossen habe. Vermutlich hat mein Rettungsring heute morgen auch seinen Anteil gehabt.
Flugstunden
So. Vor ungefähr einer Stunde verlie? meine Maus plötzlich der batteriell betriebene Strom. Ich dachte mir, fährste schnell heim und holst neue, so ne Unterbrechung kann nicht schaden. Gedacht, getan. Ich fahre vor mich hin, auf unsere Waldstra?e hinauf. Mir kommt ein Laster entgegen, sehr schnell. Das war nicht etwa das erste Mal, dass ich einen Laster auf der Gegenspur hatte, also bremste ich ein bisschen und fuhr weiter links. Der Laster beschleunigte, fuhr an mir vorbei. Mit ihm kam ein Schwall Luft, der mich nach links drückte, ich bremste, dummerweise auf einer Sandspur.
Das nächste das ich genau wei?, ich sitze im Gras, neben mir mein Moped leise tuckernd, meine Brille irgendwo im Gebüsch. Zwischen dem Laster und dem Gras hörte ich Glas splittern, meinen Helm wegfliegen und sah mein Moped über mir. Kurz darauf kamen zwei Thais auf einem Moped, halfen mir auf, stellten alles wieder auf und fragten, ob alles in Ordnung sei. War es, ich fühlte das Blut über die Augenbrauen flie?en, aber es war in Ordnung. Meine Brille stellte sich nach kurzem Suchen als intakt heraus, was ich splittern hörte, war der Spiegel des Mopeds. Ich packte mich zusammen und fuhr heim.
Nicht dass wir uns falsch verstehen. Ich bin brav ne 30 gefahren, so schwer kann das ganze Geschehnis nicht gewesen sein. Dass der Laster trotzdem eine solche Wucht entwickeln würde, habe ich nicht erwartet. (Ich hätte auch nicht erwartet, dass der Laster anschlie?end seelenruhig weiter fährt.)
Jedenfalls habe ich zuhause ein wenig an mir rumgedoktert, Bestandsaufnahme gemacht (rechter Zeigefinger abgeschabt, beide Ellenbogen (oder eher Unterarme?) aufgeschlagen, Nase zerkratzt, Sch??rfwunde an der Stirn, beide Handfl??chen aufgeschürft, Hose ehemals grau nun grün.), die Wunden desinfiziert (Leute, glaubt nicht, was auf der Verpackung von Hansaplasts Desinfektionsspray steht! Es brennt wie Sau!) und mein Selbstbewustsein gestreichelt.
Jetzt sitz ich wieder auf Arbeit, versuche den rechten Zeigefinger nicht zu verwenden und mein Notebook nicht allzusehr mit den Handflächen zu beschmieren. (Ich hätte gedacht, dass die Wunden schneller trocknen.)
Ich glaube Mopedfahren macht immer noch Spa?, gibt ja nicht nur Laster hier im Verkehr, aber eventuell sollte ich es etwas langsamer angehen lassen in nächster Zeit (so das überhaupt geht). Und was passiert wäre, wenn ich wie gestern ohne Helm gefahren wäre, da mag ich gar nicht dran denken.
Kinder: Tragt immer einen Helm im Stra?enverkehr!
PS: Und keine Bitterschokolade mehr im Haus. Schrecklich.
In the laundry Pt.II
(Schrieb ich schon mal, dass ich beim Titel immer an “In the navy” gesungen von irgendeinem russischen Männchor und den Leningrad Cowboys denken muss? Nein? Ist hiermit geschehen.)
Frohgemut machte ich mich gestern mit meinen zusammengekratzten 160" /> auf den Weg zur Laundry. Die Sonne schien, mein Moped war vollgetankt — was sollte mir schon entgegentreten? Ein Mann trat mir dort angekommen entgegen und verlangte 170 THB. Ich also heim, 10 THB aus der Portokasse gekratzt und wieder hin. Der Mann war weg und ich konnte mich mit der jungen Frau unterhalten, welche die zarten Stoffe behende zusammen legte. Naja. Unterhalten war etwas falsch gesagt. Sie meinte zu mir “Where do you stay today?” — Ich sagte “Oh, I have a house down there!” und fuchtelte mit der Hand in etwa in der Gegend rum, wo mein Haus liegen müsste. Im Kopf entspann sich schon wieder eine Zweitdiskussion in der Art “Nun nichts Falsches sagen, sonst will sie mitkommen.” Sie belies es dann aber bei der in simplen Schulenglisch formulierten Frage “And where do you come from?” worauf ich mit “Fromm tschörrmännieh” antwortete. Sie “ah, jimmy”. Wir grinsten beide und ich zog mit meiner Wäsche von dannen.
Saubere Wäsche. Für 170 THB (das ist etwas mehr als 3 Euro). In einem sauberen Seesack. Hätte ich ihr sagen sollen, dass der Seesack nur ein Transportmittel ist?
Benzin? Wozu braucht ein Moped Benzin?
Titelgebende Zeile mag ausschlaggebend für mein “kleines” Problem heute morgen gewesen sein. Ich dachte schon seit ein paar Tagen, ich sollte mal wieder tanken. Da ich aber nur auf Arbeit und zurück fuhr, verschob ich das immer wieder auf später. Nach der Laundry aber machte mein kleines sü?es Moped plötzlich seltsame Laute. Spotz spotz. Ich dachte mir, es wäre nicht unklug, nun gleich tanken zu fahren. Das Moped dachte es auch und ging an der nächsten Kreuzung aus.
Nett. Ich versuchte zu starten, es verweigerte aber beharrlich seine Dienste. Ein kurzer Blick zum Himmel — wolkenlos, Sonne. Nun gut, es war noch vor Acht, also konnte man annehmen, dass es nicht allzu schwierig werden könnte, das Moped zur Tankstelle zu schieben. Ich machte mich also schiebenderweise auf den Weg, unterwegs manchmal aufgehalten von Thais, die interessiert fragten, was denn kaputt wäre. Beim dritten hatte ich dann die Wortwahl gefunden, die am verständlichsten war: “No gasoline I think, the tank is empty!” Au?er einem mitleidigen Lächeln hatten sie aber nichts zu bieten.
Ich schob also weiter und beantwortete mitleidige Fragen. In der Ferne tauchte das McDonalds-Schild auf, nach weiteren zweihundert Metern wäre die Tankstelle gekommen. Ich, inzwischen mit einem eigenen tropischen Klima ausgestattet, Stürzbäche Rücken und Stirne hinabflie?end, schob glücklich schneller, als aus einer Hütte links eine ältere Frau herausschoss, mich krallte und mit meinem Moped zur Hütte zerrte. Dort stand eine einsame uralte Zapfsäule mit Benzin. Ich, glücklich nicht weiter schieben zu müssen, lies mir einen Liter einlaufen lassen, zahlte den stark überteuerten Preis von 30 THB mit einem Lächeln und fuhr tanken.
Und morgen fahr ich gleich wieder tanken. Schieben ist doof. Besonders hier.
In the laundry
Da dieses Weblog anscheinend eine Sammlung erster Male wird, möchte ich auch diesen Tag mit der Schilderung einmaliger erster Male beginnen.
In den letzten Tagen bemerkten wir ein verstärktes Aufkommen verschiedener Flugkleinsttiere. Zwar bestätigten mir alle, dass dies zu dieser Jahreszeit normal sei, ich entschloss mich trotzdem, meine Klamotten mal in die Wäscherei zu bringen. Wäschereien werden hier mit netten Pappschildern propagiert, auf denen steht: “Laundry, 1kg 30 THB”. Nett. Wäschereien gibt es überall und auf dem Weg zur Arbeit alleine 3. Ich packte also verschiedene Klamotten in den Seesack und fuhr zur erstbesten Wäscherei, wo mich ein finster dreinblickender laotisch aussehender Thai erwartete und ein Raum voller Frauen. Wahrscheinlich sind sie es nicht gewohnt, dass die Farangs um diese Zeit (7:30 Uhr) schon Wäsche bringen.
Nach einigem brokenenglisch verhandelten Sekunden war ich meine Wäsche los. Kein Beleg. Nur die Abholzeit 3 Uhr. Na ich bin gespannt. Fraglich ist auch, mit welchen Waschmitteln und wie hei? die Sachen gewaschen werden. Ein Experiment. Mal sehen.
Lunatic
Da der Mond mit der Sichel nach unten liegt, wei? ich leider nicht, ob zu- oder abnehmende Mondphasen das Tagesgeschehen beeinflussen. Was ich wei? ist, dass ich sobald es dunkel wird (und das wird es Punkt 18 Uhr Ortszeit) auf Energiesparmodus schalte und bei jeder sich bietenden Gelegenheit anfange zu schlafen. Da ich Harry Potter hörlese, bieten sich hierfür genügend Möglichkeiten. Dafür wache ich Punkt 7 Uhr auf und kann mich fröhlich verschiedenen Dingen widmen. Ich bin nur noch am ?berlegen, ob ich jetzt von 8 bis 16:30 Uhr arbeiten werde und dann ein bisschen was unternehme oder umgekehrt. Mal sehen. “Muss sich noch einpendeln!” Ja bitte! Aber etwas schneller! Wäre schon gut. Ne?
Learning to fly
Stellen wir uns diese Seite als Comic vor:
Bild 1: Konzentriert arbeitender Patrick arbeitet konzentriert arbeitend vor sich hin. Im Hintergrund ein Fenster, Palmen, grün.
Bild 2: Orange gefärbte mit 14 Zacken versehene Sprechblase “PLOMMK”
Bild 3: Nicht mehr konzentriert arbeitender Patrick schaut verwirrt zum Fenster an dem viele kleine Federn langsam und gemütlich der Erde entgegen säuseln.
Was war geschehen? Ein Vogel (Art unbekannt) hat das Fenster getroffen. Fliegen ist also doch nicht so einfach wie ich mir das vorgestellt habe.
Allem Anschein nach wollte der Vogel sich selbst treffen. Hat er dann auch, nur dass er selbst eine Spiegelung in der verspiegelten Fensterscheibe war. Kann man ja den tropischen Vögeln auch nicht zumuten sowas.
Inselrundfahrt
So. Am Wochenende hatte ich mich dann nun zur versprochenen Inselrundfahrt aufgeschwungen. Ich bin gleich 9 Uhr losgedüst, weil ich nicht unbedingt die ganze Zeit in der grö?ten Hitze fahren wollte. Das war eine gute Entscheidung. Es gab wenig Verkehr und man konnte öfter mal stehen bleiben um Bilder wie das folgende zu schie?en.
Im Süden der Insel sind mehr die ländlichen Gebiete, die weniger auf Touristenunterkünfte ausgerichtet sind. Viele Attraktionen haben sie schon (Wasserfälle, Elephanten- und Schlangenshows usw.) aber weniger Unterkünfte und dicht besiedelte Gegenden.
Dafür ist Koh Samui das Safe-Food-District Nummer 1 Thailands. Auch gut zu wissen. Gestern abend war ich knapp davor, einem der Stra?enhändler solche lecker riechenden verkrustet gebratenen komischen Etwasse abzukaufen. Aber noch war die Vorsicht grö?er.
Wenn man ganz genau sucht, findet man auch die Kalenderfotoplätze. Muss nur noch eine bessere Kamera her.
Und wie man im folgenden Bild von der Welle verwaschen nur noch schemenhaft erkennen kann — ja, ich habe meine Fü?e ins Chinesische Meer getaucht. Mission accomplished.
Jedenfalls sind es 87 Kilometer, wenn man die “Ringstra?e” fährt und alle halbwegs ausgebauten Stra?en dazunimmt, die ein wenig weiter um die Ringstraße gehen. Verfährt man sich dann und wann noch ein wenig, kann man viel Spa? haben und einen gut verbrachten Tag erleben.
Klimaanlage
Dem Thai wird ja allgemein nachgesagt, er habe ein krankes Verhätnis zu allerlei kühlenden Geräten. Ich wurde im Vorfeld vorgewarnt, dass die Klimaanlagen eiskalt gestellt sind und man sich schnell eine Erkältung holen könne.
Soso…
Gemerkt habe ich davon noch nicht viel. Natürlich sind die Klimaanlagen schän kühl, aber wenn man aus der 35°C Sonne in den 7eleven reingeht ist das angenehm, nicht störend.
Störend ist, dass am Wochenende im Büro die Klimaanlage nicht angeschaltet ist. Dann wirds doch ein bisschen wärmer. Aber ich werde eh nur zum Mail abholen und Telefonieren den kühlenden Schatten des Dschungels verlassen.
Was aber wirklich verrückt in Hinsicht auf Kühlung ist: Die Kühlschränke. Holt man da eine Flache raus, ist die in kurzer Zeit so nass, dass man gar nicht anders kann, also überall Untersetzer unterzustellen. Und von Sprite gibts sogar eine Sorte namens “Sprite Iced” die gekühlt so schmeckt, als habe man Eiswürfel im Mund. Warm schmeckt das dann nur noch nach Zuckersirup.
Bürobeschau
Mein derzeit eher behelfsmäßig eingerichtetes Büro mit Ausblick. Die Fenster sind getönt. Zum Glück. Derzeit sitzen wir im “kleinen” Büro (5x5m) zu dritt. Die Programmierer bekommen dann aber ein größeres Büro, sobald da Fußbodenbelag liegt.
Den Fußbodenbelag brauchen wir übrigens nicht, weil es kalt wäre sondern wegen der Klimaanlage. So. Nicht kalt? Klimaanlage? Klar. Das Teil macht so einen Krach dass eine Kommunikation über Stimme kaum möglich ist. Es hallt. Ich denke mal, dass das besser wird, wenn ein paar Tische, Schränke und sonstige Schallschlucker da drinnen stehen. Mal sehen.
Hausbeschau
Willkommen bei der Hausbeschau! Wollen wir doch mal sehen, wie man hier leben kann:
Das Haus im Big Trees Village. Eigentlich sind es mehrere Häuser, die alle gleich gebaut sind. Nett, oder? Die Veranda lädt direkt zu einem Bastliegestuhl ein. Wenn ich länger in diesem Haus bleibe, wird es so sein. Die Häuser liegen ein wenig im Inneren der Insel, mitten im Dschungel. Aber gut (per Moped) an die Stadt angebunden. 5km bis auf Arbeit (sehr praktisch, wenn das Moped mal ausfällt).
Der Wohnraum. Die meisten Häuser in Thailand sind so gebaut, dass es einen gro?en Wohnraum gibt, in dem Spüle, Kühlschrank, Couch und Tisch stehen und …
…einem Schlafraum mit Schrank. Das ist schon ganz angenehm so.
Im Wohnzimmer um die Ecke ist das Bad, in das ungefähr ein Mensch passt, weshalb auch alles auf die Raummitte ausgerichtet ist. Nach dem Duschen kann man es erstmal ein paar Stunden lang nicht nutzen. Au?erdem fehlt mir hier ein Wasserkocher oder irgendwas anderes, um Wärme auf Nahrungsmittel zu übertragen. Rausstellen geht nicht, kommen die Fliegen ;)
Ich glaube aber nicht, dass ich hier bleiben werde. Ich hab da so ein Holz-Thaihaus gesehen… das hat mich gleich beim ersten Mal sehr sehr angesprochen. Und ich vertraue immer meinem ersten Eindruck. Nagut. Ich vertraue nicht immer meinem ersten Eindruch, aber mit sehr guten ersten Eindrücken habe ich gute Erfahrungen gemacht. Jedenfalls entfleuchte mir ein “Geil” beim Anblick “meines Thaistylehauses”. Wir werden sehen, was sich ergibt.
Das sind unsere Hunde. Familie Simpson. Ich habe schon insgesamt 6 verschiedene Hunde gesehen. Zwar sehen Hunde hier alle gleich aus, aber das liegt wohl an der grö?tenteils inzestösen Art in der sie ihre Rasse erhalten. Homer (ein gro?er brauner Hund, der sich abends immer auf meine Verandastufen legt und seine Pfoten auf meinen Schuhen baumeln lässt) sieht ein bisschen weiblich aus. Das typisch thailändisch. Viele Sex-Touristen packen sich süsse Thaimädchen aufs Moped nur um dann später festzustellen, dass sie einen Mann eingeladen haben. Selber schuld ;)
Der Baustil mit den Stelzen ist übrigens allgemein üblich. Angeblich soll das dem Schutz vor Schlangen dienen, wobei ich noch am ?berlegen bin, was Schlangen denn vom ?berwinden der Stufen abhalten soll. Naja.
Ein Bild
Schwedens schönes Wärmland im Winter – © Patrick Kollitsch
Ihr wolltet ein Bild? Hier habt ihr es. Das ist ein Ausblick auf Schwedens schönes Wärmland im Winter, wo ich mit Schnute Winterurlaub gemacht habe.
EasyRider – oder Rechtshänder und Rechtskurven
So. Ich hatte bereits erwähnt, dass ich bestimmte Tätigkeiten auf spätere Lebensabschnitte zu legen pflege um nicht zugeben zu müssen, dass ich ?nderungen und neue Verhältnisse hasse. Aber man muss sich seinen Dämonen stellen, damit sie sich als die Würmer erweisen, die sie sind.
Heute haben wir Mopedfahren. Ich hatte bereits letzte Woche in verschiedenen SMSen und Chats erwähnt, dass Mopedfahren ein überaus befriedigender Zeitvertreib ist, wenn er auf einer thailändischen Insel erfolgt. Ich bin noch nie Moped gefahren. Dann kam ich hier her und durfte recht bald feststellen, dass man ohne eigenen angetriebenen Fahruntersatz aufgeschmissen ist. Es gibt zwar Taxis in Massen, aber auf Dauer kann das ja keine Lösung sein.
Jedenfalls kam es so, dass ich mich Montagabend auf einem Automatik-Moped der Marke Yamaha wiederfand und folgender Dialog (die Erinnerung verstärkt einiges sicherlich, aber im Gro?en und Ganzen war es so) sich entspann:
Thai: Ah, sit down.
Ich: Ok (man muss sich das so vorstellen: oh (leicht panisch angefärbt nach oben hin steigend) kähie (hoch))
Thai: (dreht den Schlüssel, fasst die linke Bremse und drückt rechts auf einen Starterknopf) you start
Ich: Ok
Thai: (drückt links auf einen Kippschalter) you mark left
Ich: Ok
Thai: (drückt den Kippschalter wieder) you mark right
Ich: Ok
Thai: (drückt schon wieder denselben Knopf) you set it back
Ich: Ok (fange an, rumzudrücken, der Blinker geht nicht mehr aus) ?hm…
Thai: (drückt den Knopf) you must…
Ich: ?hm
Thai: … klick back
Ich: Soso. (irgendwie krieg ich den Blinker aus) Ok.
(in meinem Hirn beginnt eine Zweitunterhaltung)
?ber-Ich: Lass das. Das kriegst du schon später mit. Hauptsache nicht runterfallen.
Ich: Ah, Ok.
Thai: (klickt schon wieder links rum) The light. (schiebt einen Schalter hoch) On. (schiebt den Schalter runter) Off. (schiebt den Schalter hoch) On. (schiebt den Schalter runter) Off.
Ich: (nicke verständig) Ah, Ok.
?ber-Ich: Super. Nun bist du als Blödmann abgestempelt.
Thai: More Light? (klickt den letzten Schalter links) Less Light! (klickt den Schalter wieder zurück)
Ich: Oh. Yeah, I understand (schalte ein bisschen rum)
?ber-Ich: Jetzt keine Experimente. Ok reicht doch völlig aus.
Thai: Brackets! (drückt die Bremse links) Left bracket. (und rechts) Right bracket. You better press left bracket, right bracket not work fast.
Ich: Oh, Ok.
?ber-Ich: Ich will heim.
Thai: Speed (zeigt auf den rechten Griff)
Ich: Ok.
Thai: Ah. Important. Horn. (findet links noch einen Knopf und ein quäkend nerviger Ton ertönt).
Ich: Ok.
Thai: Ok. Test it! (zeigt auf den Platz vor dem Verleih, aus dem Hintergrund ertönen die ermutigenden Rufe meiner Kollegen, mal zu testen)
Patrick dreht den Gashahn, lenkt entspannt in den ruhigen Thaiverkehr und fährt dem Sonnenuntergang entgegen.
Na gut. Ganz so einfach war es nicht, aber nach ca. 3 Minuten Rumfahrens auf der Teststrecke, einigen Beinahekollisionen mit in der Gegend sich ausruhenden Palmen, dem Feintuning meiner Bremsbemühungen und dem Finden meines Schwerpunktes fädelte ich mich dann hinter den anderen in den Linksverkehr ein und fuhr. So einen hohen Adrenalinaussto? hatte ich nicht mal beim Fliegen gehabt. Grundsätzlich kann ich sagen: Mopedfahren ist Geil!
Der thailändische Verkehr ist noch viel geiler! Erstens fährt man links. Mit dem Auto hätte ich da so meine Probleme. Da das Mopedfahren eine neu erlernte Fähigkeit darstellt, macht das kein Problem. Die Mopeds hupen ständig. Ob nun im Umkres von 20 Metern ein Thaimädchen ist, ein Hund, ein anderes Moped oder gar ein Auto, dass sich in den Verkehr einfädeln will: Hupen! Man will ein Moped überholen? Hupen! Man fährt an einer Ansammlung bunter hängender Etwasse vorbei (dazu später mehr)? Hupen! Man will dem Kollegen klarmachen, dass er wieder vergessen hat, den Blinker auszuschalten? Hupen!
Und so brettere ich nun auf einem Moped durch die Gegend. Das ist ein seltsamer Anblick. Aber ich muss mich ja nicht sehen (nur wenn ich vor verspiegelten Scheiben stehe). ?brigens fallen mir als Rechtshänder Rechtskurven etwas schwerer als Linkskurven, was meiner Theorie nach daran liegt, dass in Linkskurven die Linie zwischen meinem Schwerpunkt und der führenden Hand geradeaus zeigt und bei Rechtskurven eben nach unten. Naja. Und ja: Ich trage immer brav meinen Helm! Wie auch immer. Fliegen hatte ich. Leben und Arbeiten im nichtdeutschsprachigen fremdkontinentären Ausland hatte ich. Mopedfahren hatte ich. Lasst uns gleich mal weiter machen. Wie wäre es denn mit Kindern? Oder Bungeejumpen? Oder Saxophon spielen lernen? Die Möglichkeiten sind vielfältig ;)
Traumlos?
Interessanterweise habe ich heute nacht das erste Mal in Thailand geträumt bzw. für mich selbst merkbar geträumt. Wahrscheinlich gibt/gab es noch zu viel zu verarbeiten, so dass das System blockierte. War interessant. Es ging um ein Vegetarier-Theaterstück in Zinnowitz, Schnute war in Lübeck und ich hab mal wieder den Ausgang nicht gefunden. Klingt eigentlich normal für meine Träume, wenn man au?er Acht lässt, dass keine thailändischen Komponenten vorkommen.
Lasst es uns auswerten ;) Mir fehlen Klopse! Aber ich glaube nicht, dass ich hier welche essen würde. Ich hab schon Hunde mit nur drei Beinen gesehen. Und Schnute könnte ruhig hier sein.
Der Herr der Hütte
So. Hab vorhin eine Hütte gemietet. Dummerweise hat die keine Klimaanlage, so dass es recht warm werden könnte. Aber das macht nichts, so wird das ganze Erlebnis authentischer ;)
Ich muss das Design hier im Blog mal noch photofreundlicher machen, dann gibts Derartiges in Massen. ?berhaupt ist meine Postingfrequenz noch etwas niedrig für all das, was ich zu erzählen habe. Tja, wie das so ist. Erst wirds im Kopf verarbeitet, dann im Web. Ich bin immer der Erste ;)
Hab gehört, es regnet recht viel in Norddeutschland? Hüstel. Hmmm. Ich glaube, hier beginnt gerade eine etwas (grins) wärmere (grins) Periode. man sollte von 10 Uhr bis 18 Uhr das kühlende Büro nicht verlassen (einziger Nachteil im Büro: die Klimaanlage. Das Ding ist so laut wie als ob man im Flugzeug sitzt — Kommunikation über Audio-Signale ist nahezu unmöglich oder von Missverständnissen geprägt). Aber auch das wird sich alles noch ändern. Sobald im gro?en Programmierspielzimmer der Fu?bodenbelag liegt, ziehen wir rüber.
So. Jetzt noch ein bisschen arbeiten, dann ist Wochenende. Und was macht man, wenn man aus dem Büro geht und plötzlich mitten in Südostasien auf ner Insel steckt? Ne Inselrundfahrt. Wird bestimmt lustig.
Authentisches Leben in einer Touristengegend
Ich dachte immer, es wäre nahezu unmöglich einen relativ authentischen Eindruck vom Leben zu bekommen, wenn man in einer Touristengegend lebt und arbeitet, weil (speziell in meinem Fall) die Thais immer bemüht sind, “echtes thailändisches Lebensgefühl” zu vermitteln und die Touristen einfach überall sind. Wenn man aber morgens 8 Uhr mit dem Moped durch Lamai brettert, schlafen die Touris noch. Macht Spaß. Und man sieht jeden Tag was Neues.
Nice beard! How long? One year?
Eben bei Tesko: Ich steh vor einem Regal mit netten T-Shirt-Hawaii-Hemden (ich will mir eine Sammlung unsinniger Hawaii Hemden zulegen), da tönt es neben mir auf Brusthöhe “Oh, how nice, what a nice beard!” Ich kuck rüber, steht ein kleiner Thai neben mir, sieht sich meinen Bart an und bewundert ihn “How long?” ich zieh ihn straff, er “One year?” Sag ich “nono, i cut him every half year”. Er nickt bewundernd, sagt “nice” und entschwindet. Ich hab mir gleich noch ein zweites Hawaiihemd geholt.
PS: Die Überlegung mit der Entfernung meiner Gesichtsbehaarung hat sich damit erledigt :)
Von einem, der auszog das Fliegen zu erlernen.
Angekommen. Heiß ist es. Nein. Nicht wirklich heiß. So um die 30 Grad sind es wohl, aber die Sonne und die außerordentlich schwere Luft macht einem Nordländer wie mir schon zu schaffen. Meine Schleimhäute fühlen sich doppelt so dick an wie sonst. Was solls. Es gibt viel zu berichten. Fangen wir an. Mit dem Fliegen.
Das mit dem Fliegen ist so eine Sache. Ich habe es geschafft, die letzten 29,5 Jahre einen Flug zu verhindern. In Planung war, dass ich, wenn wir nach Island wandern, zumindest eine Strecke per Flugzeug zurücklegen werde. Dass es nun doch anders kam ist eine bekannte Geschichte. Dass es gleich drei Flüge werden mussten, liegt an der nicht ungeringen Entfernung meiner kleinen Tropeninsel zu Lübeck.
Ich machte mich also nach einer eher undurchschlafenen Nacht (Schnute konnte schlafen bis in die Puppen, fragt mich nicht, wie sie sowas macht), gefahren von Schnute auf ins Hamburger Unwetter, um mich das erste Mal in ein zuweilen fliegendes Flugzeug zu setzen. Bis zum Betreten des Flugzeuges war alles nicht ganz so aufregend wie ich es erwartet habe (wenn man davon absieht, dass wir beide auf die Frage am Checkin-Schalter, ob nur einer von uns beiden fliegen würde mit “Ja, ich” beantworteten). Man ist halt mit längeren Trennungszeiten mehr beschäftigt als mit so trivialen Erstflugängsten. Ich checkte jedenfalls ein, brachte einen tränenlosen Abschied zustande und saß irgendwo zwischen seltsamen Leuten und wartete auf mein kleines Flugzeug. Es war klein. Von außen als auch von innen. Am Fenster eingeklemmt neben Menschen überlegte ich mir, ob es nicht ganz nett wäre, ein bisschen weniger Umfang an den Tag zu legen. Nette Ansagen wurden durchgegeben. Die Flugbegleiterinnen führten ihr Schauspiel mit den Kotztüten vor. Das Flugzeug rollte in der Gegend rum und dann – Abschuss. Kurzes Kneifen in die Hand – kein Traum. Ich fliege. Hmmm. Nett. Rumpelt ein bisschen.
Laut war es. Davor hat mich keiner gewarnt. Ich habe noch zwei Tage lang die Flugzeugturbinen gehört. Der Flug selber dauerte nur 1 Stunde, weshalb ich mich größtenteils mit Trivial-Gedanken a la “Stimmt. Die Erde ist rund!”, “Interessant. Sieht komisch aus alles so klein” und “Shit. Jetzt nur nicht philosophisch werden!” beschäftigte.
Jedenfalls hab ich es überlebt. Landen. Aussteigen. Zittern. Dann stand ich in München erstmal eine halbe Stunde zwischen den Terminals und habe versucht, mich zu beruhigen. Nach einem abschließenden Besuch bei Burger King ;) gings zum nächsten Terminal. Das mit dem Fliegen hatte ich schon, jetzt muss nur noch ein Langstreckenflug dazu kommen. Kam er auch. 17:55 gings los. Touristenbomber. Wasser aus Plastikbechern. Essen aus Alufolien. Dämliche Bayern hinter und neben uns (quatschten stundenlang in einem Dialekt, den nur noch ein paar Bergvölker sprechen und beschweren sich dann bei einem Opa hinter ihnen, dass er redet). Jedenfalls hab ich auch das erledigt.
Wir sind also in Bangkok. Hitzeschock. Nette Frau am Immigrationterminal, die mir gleich einen netten Zettel in den Pass heftet. Mein Gepäck kommt als letztes das Laufband herunter. Ich hatte bereits einige Varianten meines Lebens ohne Computerkabel, T-Shirts, Handtücher (nein, ich hatte kein Handtuch im Reisegepäck, dafür hatte ich in beiden Reisetaschen jeweils eines ;) und derartiges Zeug. Jedenfalls kam mein Gepäck dann, wir kauften Tickets für den Flug von Bangkok nach Ko Samui, checkten unser Gepäck ein und flogen (wiedereinmal. ich weiß, es wird langweilig). Ich habe dann den Großteil des Fluges geschlafen (unterwegs war ich schon knapp 20 Stunden (???).
Auf dem Flughafen von Koh Samui (einer der schönsten der Welt mit offenen Hütten als Terminal und Sammelpunkte) angekommen fing es sofort an zu regnen. Nicht ein bisschen, sondern ein bisschen sehr (ein Großteil meiner Sachen ist heute noch ein wenig muffig-nass). Wir fuhren also zum Haus meines Chefs (er hat als einziger von uns bereits ein Haus (keine Hütte) gemietet, weil er vorher schon hier war), spannten aus und ein und ergründeten den Jetlag. Abends ein bisschen Essen. Chang-Beer trinken. Schlafen gehen.
Grillenzirpen und Vogelgezwitscher.
Im Großen und Ganzen bin ich angekommen, aber noch tief beeindruckt von den vielen Dingen, Menschen, Straßen (muahahaha) und Ereignissen. Ich könnte jetzt stundenlang schreiben über Mopedfahren, Linksverkehr, Essen, Gilbert und und und. Aber das muss ich selber erstmal verarbeiten. Also von mir aus hier nur der kurze Gruß ins angenehm kühle Deutschland. Ich lebe. Mehr gibts später.
PS: Es ist jetzt 14:20Uhr und wir suchen uns eine Bude. Dann geht es zu Tesco (YEAH, Zivilisation ;) und Handykarten kaufen. Dann Infrastruktur ergründen. Es gibt viel zu tun.
PPS: Ich habe mich bereits dabei erwischt, über “die Touristen” zu lamentieren. Aber mal ehrlich. Das Mitglied welcher Nation kann schon in der Lage sein, sich auf die Stufen einer Buddhastatue zu setzen und das Hemd auszuziehen.
PPPS: Das mit dem “Danke” ist auch so eine Sache. Aber ich hör jetzt wirklich erstmal auf zu schreiben. Mehr morgen. Wenn ihr aufwacht, steht es hier.
Lebenszeichen
Siehe Titel. Mehr folgt.
Auf in die Welt!
Auf in die Welt! So. In 4 Stunden werde ich das Vergnügen haben, in einem Flugzeug zu sitzen und Deutschland an mir vorbeiziehen zu sehen. Ich bin gespannt. In jeder Hinsicht des Wortes. Das Notebook wird gleich eingepackt. Dann gehts wohl los, oder?
Gehen Sie über Los, ziehen Sie nicht 4000 Euro ein …
So. Morgen ist es also soweit. Das Notebook ist eingepackt, die Geräte auseinandergestöpselt, der Seesack gepackt. Nach Wochen der Planung und des Hin und Her beginnt morgen Mittag mein eigenes kleines Abenteuer.
Aber beginnen wir am Anfang™! Im Sommer war ich (wie so häufig in den letzten Jahren) arbeitslos und Sozialhilfeempfänger. Wenn man selbständig war hat man wenig Chancen auf Arbeitslosengeld oder -hilfe, wenn man sich nicht selbst versichert und das war ich nicht ;)
Jedenfalls musste ich um mein “Anrecht” auf Sozialhilfe zu behalten im Monat mindestens 15 Bewerbungen abschicken. Das klingt etwas salopp, ist es aber auch, denn ich habe nie gemerkt, dass die Leute interessiert hätte, wo und als was ich mich bewerben würde. Im August jedenfalls hatte ich nach zwei Ingeneurmonaten (hat doch was Gutes, wenn man sich breit gefächert bewerben kann) mal wieder einen ITler-Monat. Neben einigen Bewerbungen als Projektmanager, ein paar als Webdesigner und eine auf diese interessante Stellenbeschreibung hin .
Anschließend fuhr ich ein paar Tage nach Zwickau, Familie und Freunde besuchen, da die Antworten erfahrungsgemäß einige Tage auf sich warten ließen und sowieso immer negativ waren.
Das war an einem Mittwoch. Als ich am Sonntag wieder zu Hause war, blinkte der Anrufbeantworter hektisch, die Mailbox war mit Rückmeldungen voll. Berlin also. Nach ein paar Telefonaten, in denen ich erst einmal eruieren musste, wie ernst es “ihnen” mit Thailand als Arbeitsort ist wurde ich zu einem Gespräch eingeladen und sofort eingestellt. (Natürlich hätte man mich am liebsten ersteinmal freischaffend angestellt, aber nach eingehenden Erfahrungen diesbezüglich und in Anbetracht meiner damaligen Lage war ich nicht bereit dazu. Da sie mich unbedingt wollten, wurden wir uns aber einig.
Ich verbrachte also die vier letzten Monate des vergangenen Jahres im Unternehmen in Berlin, lernte die Leute kennen und fing an, den großen Auszug zu planen.
Und morgen ist es dann soweit. Ich werde das erste Mal in meinem Leben ein Flugzeug betreten, das auch fliegen wird (nur am Rande: Aviophobie und Akrophobie ), dann gleich einen Langstreckenflug erleben und das erste Mal meine Füsse auf einen außereuropäischen Kontinent respektive in ein außereuropäisches Land setzen.
Das Interessanteste ist, dass ich immer geplant habe, das erste Mal zu fliegen, wenn ich mit Schnute unterwegs nach Island bin.
Jedenfalls wird es viel zu erzählen geben.
Update im Dezember 2006: Inzwischen lebe ich seit 2 Jahren in Thailand, arbeite nicht mehr für oben genannten Arbeitgeber und habe jede Menge zu erzählen gehabt. Im Archiv findet man alle Einträge.
Update im August 2015: 10.5 Jahre. Wollte es nur erwähnen. Die Zeit vergeht recht schnell. Alle Einträge findet man immer noch im Archiv . Auswandern leicht gemacht ;)